Windows 2003 Migration Einführung

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Der Umstieg von Windows 2000 Server
auf Windows Server 2003
Microsoft Corporation
Veröffentlicht: Januar 2003
In Kürze
Microsoft® Windows® Server 2003 ist ein neues Server-Betriebssystem mit besonders hoher Stabilität,
Skalierbarkeit und Verfügbarkeit. Dieses Dokument beschreibt die wichtigsten Neuerungen von Windows Server
2003 gegenüber Windows 2000 Server und erläutert die wichtigsten Überlegungen, die vor einer Migration auf
die neue Umgebung zu treffen sind. Dazu beschreibt es die verschiedenen Upgrade-Optionen, worauf bei der
Umrüstung auf das neue Betriebssystem zu achten ist und wie Sie den Weiterbetrieb vorhandener
Anwendungen nach dem Upgrade sicherstellen.
Microsoft® Windows® Server 2003 White Paper
Bei diesem Dokument handelt es sich um ein vorläufiges Dokument, das
bis zur endgültigen Handelsausgabe der hier beschriebenen Software
wesentlichen Änderungen unterliegen kann.
Die in diesem Dokument enthaltenen Informationen stellen die
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Microsoft® Windows® Server 2003 White Paper
Inhalt
Inhalt ............................................................................................................................................... 3
Einführung ...................................................................................................................................... 4
Die wichtigsten Vorteile von Windows Server 2003 .................................................................. 5
Größere Zuverlässigkeit ........................................................................................................... 5
Höhere Verfügbarkeit ............................................................................................................... 5
Bessere Skalierbarkeit ............................................................................................................. 6
Höhere Sicherheit ..................................................................................................................... 6
Einfachere Administration ........................................................................................................ 6
Umstieg auf Windows Server 2003 .............................................................................................. 8
Tipps zur Durchführung eines Upgrades ................................................................................. 8
Migration von Anwendungen ..................................................................................................... 10
Selbst erstellte Anwendungen ................................................................................................... 10
Verwendung von IIS 6.0 ............................................................................................................. 10
ISAPI-Filter ............................................................................................................................. 11
ASP und COM+ ...................................................................................................................... 11
Microsoft Message Queuing (MSMQ)........................................................................................ 12
Datenbankzugriff ........................................................................................................................ 13
Die Migration von Webanwendungen in der Praxis ................................................................. 14
Migration von ASP-Applikationen .............................................................................................. 15
Microsoft® Windows® Server 2003 White Paper
Einführung
Die neue Microsoft® Windows® Server 2003 Produktfamilie bietet gegenüber Windows 2000 Server
eine Vielzahl von neuen und verbesserten Funktionen. Diese sorgen für einfache Migration,
vereinfachte Wartung, mehr Leistung, mehr Stabilität und mehr Sicherheit. Ein Umstieg auf die neue
Plattform die Hardware- und Betriebskosten deutlich reduzieren.
Dieses Dokument erläutert die wichtigsten Vorzüge von Windows Server 2003 und zeigt, wie sich der
Umstieg so planen lässt, dass Verzögerungen und Kosten möglichst gering bleiben. Ein wichtiger
Punkt dabei ist die Abwärtskompatibilität zu vorhandenen Anwendungen. Dieses Dokument diskutiert
daher neben der Upgradestrategie des Server-Betriebssystems auch die Vorgehensweise bei der
Migration von vorhandenen Anwendungen und wie Sie dabei möglichen Inkompatibilitäten aus dem
Weg gehen.
Microsoft® Windows® Server 2003 White Paper
Die wichtigsten Vorteile von Windows Server 2003
Windows Server 2003 ist eine umfassende Weiterentwicklung, die auf den bekannten Vorteilen von
Windows 2000 aufbaut. Dabei bietet das neue Produkt eine Vielzahl von Verbesserungen im Hinblick
auf die Leistung, Stabilität und Sicherheit in der Praxis. Die wichtigsten Fortschritte in Kürze:
Größere Zuverlässigkeit
Eine Reihe von neuen Fähigkeiten sorgt für eine stabilere Server-Umgebung und verringerte
Ausfallzeiten:

Device Driver Resiliency. Windows Server 2003 verfügt über eine Datenbank, in der instabile
Gerätetreiber aufgelistet sind, die das Betriebssystem blockieren oder zum Absturz bringen können.
Versucht ein Anwender, einen dieser Treiber zu installieren, dann wird das vom System verhindert.
Der Anwender wird dabei automatisch vom System unterrichtet, dass dieser Treiber nicht installierbar
ist.

Device Driver Roll Back. Sollte ein neu installierter Treiber Probleme hervorrufen, dann lässt sich die
Installation zurücknehmen und die vorher installierte Version wieder in Betrieb setzen.

System File Protection. Diese Funktion überwacht wichtige Systemdateien und schützt sie vor
Beschädigung, Löschen oder Veränderung.

Applikationspools für Webanwendungen. In einem Applikationspool ist ein Satz von
Webanwendungen zusammen gefasst, die sich einen oder mehrere Arbeitsprozesse teilen. Jeder
Applikationspool ist von anderen strikt getrennt.

Rapid Fail Protection. Damit lassen sich die Internet Information Services so konfigurieren, dass sie
fehlerhafte Arbeitsprozesse nicht ständig neu starten. So wird ein wiederholter Crash verhindert, der
die Leistung des Betriebsystems durch dauernde Neustarts mit entsprechender Blockierung von
Ressourcen reduziert.

Recycling von Arbeitsprozessen. Durch Arbeitsprozess-Recycling lässt sich ein Webservice so
konfigurieren, dass Arbeitsprozesse periodisch erneuert werden. Das Recycling erfolgt überlappend.
Der alte Prozess wird erst dann herunter gefahren, wenn der Ersatzprozess voll angelaufen ist und
bereit zum Abarbeiten von neuen Anfragen ist. So lassen sich Websites neu starten ohne den
kompletten Webserver zu unterbrechen.
Höhere Verfügbarkeit
Windows Server 2003 bietet generell eine höhere Verfügbarkeit als seine Vorgängerversionen. Dies gilt
besonders für die Windows Server 2003 Enterprise Edition und die Windows Server 2003 Datacenter
Edition, die auf höchsten Anforderungen in missionskritischen Applikationen ausgelegt sind. Folgende
Eigenschaften sorgen für höchste Verfügbarkeit:

Cluster Service (MSCS). Diese Eigenschaft der Enterprise Edition und der Datacenter Edition
verfügbar ermöglicht hohe Verfügbarkeit und Skalierbarkeit für missionskritische Anwendungen, wie
etwa Datenbanken, Messaging-Systeme sowie Datei- und Druck-Services. Dabei stehen bis zu acht
Server (Knoten) in einem Cluster unter einander in ständigem Kontakt. Die geclusterten Server
können sich dabei auch an geografisch getrennten Orten befinden. Sollte einer der Knoten in dem
Cluster aufgrund eines Ausfalls oder von Wartungsarbeiten zeitweise nicht verfügbar sein, dann
übernimmt ein anderer Knoten unverzüglich dessen Aufgaben (Failover).

Network Load Balancing (NLB). Eingehender IP-Datenverkehr (Internet Protocol) wird auf die
Netzwerk-Cluster verteilt. Dadurch verbessern sich Verfügbarkeit und Skalierbarkeit von Webservern,
Streaming-Media-Servern und Terminal Services.
Microsoft® Windows® Server 2003 White Paper

Integration von Storage Area Networks. Datenspeicher für Server-Cluster lassen sich zu einem
Storage Area Network (SAN) zusammenfassen. Der Zugriff darauf kann über einen oder mehrere
redundante Host Bus Adapter erfolgen.
Bessere Skalierbarkeit
Eine bessere Skalierbarkeit führt dazu, dass vorhandene Server höhere Lasten übernehmen können
oder die gleiche Last sich von weniger Servern bewältigen lässt. Dadurch bewirkt sie insgesamt
reduzierte Kosten. Folgende Eigenschaften von Windows Server 2003 dienen diesem Ziel:

Unterstützung für 64-Bit-Prozessoren. Die 64-Bit-Versionen der Enterprise Edition sowie der
Datacenter Edition bieten speziell für speicherhungrige Anwendungen noch höhere Leistung und
Zuverlässigkeit. Das gilt besonders bei komplexen Anwendungen, wie etwa Mechanikdesign, CAD,
umfangreiche Datenbanken oder Webhosting.

NUMA-Unterstützung. Mit Non-Uniform Memory Access (NUMA) lassen sich besonders
leistungsstarke Multiprozessorsysteme aufbauen.

Größerer Hauptspeicher. Windows Server 2003 verwaltet auf 64-Bit-Systemen bis zu 512 GB
Hauptspeicher, auf 32-Bit-Systemen bis zu 64 GB.

Verbesserte SMP-Unterstützung. Windows Server 2003 erlaubt 4-faches, 8-faches und 32-faches
symmetrisches Multiprozessing (SMP).
Höhere Sicherheit
Ein entscheidender Punkt bei der Entwicklung von Windows Server 2003 war der Schutz vor
unberechtigten Zugriffen, sei es durch externe Hacker oder nicht autorisierte Anwender im firmeninternen
Netz. Erreicht wurde dieses durch eine komplette Neudefinition des Sicherheitskonzeptes von IIS 6.0 und
durch verbesserte Autorisations- und Zugriffsmechanismen.

Sicherheit vor externen Angriffen. Bei einer Neuinstallation wird IIS 6.0 nicht automatisch installiert,
bei einem Upgrade wird er zwar installiert, aber nicht aktiviert. Nach dem Start verarbeitet er zuerst
nur statische Inhalte. Erweiterte Funktionen müssen vom Administrator manuell freigeschaltet werden.
IIS besitzt nur minimale Zugriffsrechte auf die zugrunde liegende Infrastruktur und lässt sich daher
kaum als Einfallstor für Eingriffe nutzen. Webanwendungen lassen sich untereinander vollkommen
isolieren. Selbst wenn es eventuellen Angreifern gelänge, sich in eine Anwendung einzuhacken,
erhalten sie keinen Zugriff auf Daten anderer Anwendungen.

Gesicherte Netzwerkzugänge. Windows Server 2003 bietet sichere Verbindungen zum
unternehmensweiten Netz durch Unterstützung von Standardprotokollen nach 802.1X, seine Public
Key Infrastruktur (PKI), die Zugangskontrolle mit Passworten oder Zertifikaten und sein integriertes
Protected Extensible Authentication Protocol (PEAP).
Einfachere Administration
So einfacher sich die Netzwerkumgebung verwalten lässt, desto geringere Betriebskosten verursacht
sie. Verschiedene Neuerungen in Windows Server 2003 sorgen dafür, dass Administratoren
notwendige Administrationsaufgaben schnell und fehlerfrei durchführen können. Ein besonderer
Stellenwert kommt dabei der neuen, wesentlich verbesserten Version von Active Directory zu. Bei ihr
wurde vor allem auf einfache Einführung und effizientes Management der Netzwerkumgebung Wert
gelegt:

Neue Active Directory Funktionen: Die Einführung von Active Directory wurde in Windows Server
2003 wesentlich erleichtert. Das neue Active Directory Management Tool (ADMT 2.0) erlaubt jetzt
etwa die Übernahme von vorhandenen Passwörtern in Windows Server 2003 Domänen. In
vorhandenen Domänen lassen sich deren DNS- (Domain Name System) oder NetBIOS-Namen
ändern, wobei die Integrität der Active Directory-Struktur erhalten bleibt. Vorhandene Strukturen
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lassen sich vom Administrator jetzt flexibler ändern. Notwendige Anpassungen, etwa aufgrund von
Umorganisation oder Firmenzusammenschlüssen, sind so leichter durchzuführen. Die nun mögliche
Deaktivierung von Attributen und Klassendefinitionen sorgt für zusätzliche Flexibilität. Sollten bei der
Definition von Attributen oder Klassen Fehler oder Irrtümer aufgetreten sein, dann lassen sie sich
nachträglich korrigieren

Group Policy Management. Microsoft Group Policy Management ist eine einheitliche Lösung zur
Verwaltung von großen Arbeitsgruppen. Mit seiner Hilfe lassen sich einheitliche Konfigurationen für
verschiedene Domains und Sites definieren und einfach (auf Wunsch sogar automatisiert mit Skripten)
einführen.

Microsoft Software Update Services (SUS). Mit dieser Funktion lassen sich Updates, die im Internet
unter Windows Update veröffentlicht werden, herunterladen und auf Servern oder Desktops unter
Windows 2000 Professional und Windows XP installieren. Weitere Informationen zu diesem Thema
finden Sie auf der SUS Website.

Kommandozeileneingabe. In Windows Server 2003 lassen sich die meisten Verwaltungsaufgaben
auf Kommandozeilenebene durchführen, was vor allem Administratoren entgegen kommt, die bisher
UNIX- oder Linux-Systeme verwalteten. Sie können dadurch ihren bevorzugten Arbeitsstil auch auf
Windows Server 2003 Installationen beibehalten. Der Kommandozeilen-Interpreter bietet den Zugriff
auf WMI-Informationen (Windows Management Instrumentation) und lässt sich durch
benutzerdefinierte Skripte oder andere Administrator-Applikationen erweitern.

Remote Desktop zur Administration. Der Remote Desktop in Windows Server 2003 basiert auf dem
Remote Administrations-Modus der Windows 2000 Terminal Services. Zusätzlich zu den beiden
möglichen virtuellen Sessions in Windows 2000 kann sich der Administrator jetzt jedoch auch in eine
echte Server-Konsole einwählen.

Leistungsstarke Installations-Werkzeuge. Erweiterte Remote Installation Services (RIS) bringen
höhere Flexibilität bei der Einführung festgelegter Konfigurationen auf einem Netzwerk.
Microsoft® Windows® Server 2003 White Paper
Umstieg auf Windows Server 2003
Der Umstieg auf Windows Server 2003 lässt sich auf zwei Arten durchführen: durch ein Upgrade eines
vorhandenen Servers oder durch eine komplette Neuinstallation. Welche Methode für ihre
Anforderungen die passende ist, hängt von der individuellen Situation ab. Diese Punkte sollten Sie vor
einer Entscheidung beachten:

Ein Upgrade ist einfacher durchzuführen, denn die vorhandene Netzwerkstruktur lässt sich
übernehmen.

Bei einem Upgrade brauchen Daten und Anwendungen nicht neu installiert zu werden. Vor dem
Upgrade empfiehlt sich aber auf jeden Fall ein komplettes Backup der vorhandenen Festplatten.

Wenn Sie ihre Festplatten vor einer Installation neu formatieren, dann könnte sich deren Effizienz
erhöhen. Außerdem können Sie dabei die Partitionsstruktur ändern und sie somit besser an
geänderte Einsatzanforderungen anpassen.

Vor allem bei Servern, für die hohe Verfügbarkeit entscheidend ist, bietet sich eine Neuinstallation
mit anschließender Neukonfiguration der Systemumgebung an. Das gilt besonders, wenn beim
vorhandenen Betriebssystem bereits in der Vergangenheit mehrfache Upgrades vorgenommen
wurden.

Auch bei einer Neuinstallation von Windows Server 2003 Standard Edition lassen sich unter
Umständen andere Betriebssysteme auf dem Server einsetzen. Jedoch ist dabei zu
berücksichtigen, dass dabei Schwierigkeiten aufgrund verschiedener Dateisysteme auftreten
können.
Bei einem Upgrade auf Windows Server 2003 lassen sich dessen Vorteile nutzen, ohne dass die
vorhandene Netzwerkkonfiguration geändert werden muss. Grundsätzlich lässt sich eine Migration auf
zwei Arten durchführen:

Durch den Upgrade eines vorhandenen Windows 2000 Domänen-Controllers auf Windows Server
2003.

Durch die Installation von Active Directory mit dem Active Directory Installations-Assistenten auf einem
Windows .NET–basierenden Member Server.
Tipps zur Durchführung eines Upgrades
Folgende Punkte sollten Sie bei einem Upgrade auf Windows Server 2003 berücksichtigen:

Überprüfen Sie, welche Windows 2000-Versionen im Einsatz sind und stellen Sie fest, ob Sie darauf
ein Upgrade durchführen können oder ob eine komplette Neuinstallation nötig ist.

Weisen Sie den Mitarbeitern, die das Upgrade durchführen, die notwendigen Zugriffsrechte zu.

Stellen Sie in ihrer Netzwerk-Umgebung einen Windows .NET Member Server bereit. Wenn Sie darauf
Active Directory installieren, dann lassen sich während des Upgrades die bereits vorhandenen
Services ohne Unterbrechung weiter ausführen.
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
Die folgende Tabelle welche Upgrades von Windows 2000 Server auf Windows Server 2003
durchführbar sind:
Plattform
Upgrade auf
Windows Server
2003 Standard
Edition
Upgrade auf
Windows Server
2003 Enterprise
Edition
Windows 2000 Server


Windows 2000 Advanced
Server
Windows 2000 Datacenter
Server
Upgrade auf
Windows .NET
Datacenter
Server


Beachten Sie dabei: Windows 2000 Server unterstützt maximal vier Prozessoren, Windows Server
2003 Standard Edition jedoch maximal zwei Prozessoren. Beim Upgrade eines Windows 2000
Servers mit vier Prozessoren auf Windows Server 2003 Standard Edition, erhalten Sie eine Warnung,
dass zwei der vier Prozessoren nicht mehr verfügbar sein werden. Um weiterhin alle vier Prozessoren
nutzen zu können, müssen sie auf Windows Server 2003 Enterprise Edition umsteigen.

Erstellen Sie einen Katalog der vorhandenen Hardware und überprüfen Sie, ob diese die empfohlenen
Mindestvoraussetzungen erfüllt. Zur Installation von Windows Server 2003 Standard Edition sind
mindestens eine 550 MHz CPU, 256 MB RAM und 1.5GB freier Festplattenspeicher erforderlich. Zur
Installation eines Domain-Controllers ist noch zusätzlicher Speicherplatz erforderlich. Das Laufwerk,
das die Active Directory Datenbank-Templates (NTDS.dit) speichert, benötigt einen freien Speicher,
der 10 Prozent der aktuellen Datenbankgröße entspricht, im Mindestfall aber 250 MB. Das Laufwerk
mit den Active Directory ESENT Transaktions-Logdateien benötigt mindestens 50MB freien
Speicherplatz.

Erstellen Sie einen Notfallplan mit klaren Anweisungen, wie das Upgrade-Team den Anwendern
weiterhin einen normalen Betrieb bereitstellen kann, falls ein Teil des Upgradeprozesses fehlschlägt.

Dokumentieren Sie die Konfiguration der Domänen-Controller und legen Sie fest, in welcher
Reihenfolge das Upgrade erfolgt. Rüsten sie als erstes den Windows .NET-basierenden Member
Server in einen Domänen-Controller um. Danach können Sie die anderen Domänen-Controller in
beliebiger Reihenfolge umrüsten.

Führen Sie vor dem Upgrade unbedingt eine Datensicherung durch.

Bevor Sie den Upgradeprozess starten, sollten Sie auf jeden Fall die Funktion der vorhandenen
Domänen-Controller überprüfen. Stellen Sie sicher, dass diese korrekt arbeiten und die Replizierung
des Active Directories konsistent und fehlerfrei abläuft. Nach dem Upgrade können Sie mit den in
Windows Server 2003 mitgelieferten Werkzeugen den korrekten Ablauf des Upgrades nachprüfen.

Vor dem Upgrade des ersten Windows 2000 Domänen-Controllers oder vor der Installation von Active
Directory auf einem .NET Member Server, müssen Sie das Active Directory Preparation Tool
(ADprep.exe) ausführen. Ohne diesen Schritt ist ein Upgrade der Domänen-Controller nicht möglich.
ADPrep.exe muss ebenfalls ausgeführt werden, bevor sich Active Directory mit dem Active Directory
Installations-Assistenten auf einem Windows .NET Member Server installieren lässt.
Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie hier: http://www.microsoft.com/reskit
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Migration von Anwendungen
Im den meisten Fällen sollen nach einem Upgrade des Betriebssystems die im Unternehmen
vorhandenen Anwendungen weiter verwendet werden. Windows Server 2003 erlaubt im Normalfall die
problemlose Weiterverwendung von Applikationen, die bisher unter Windows 2000 Server laufen. Der
folgende Teil beschreibt, worauf bei der Migration von existierenden Anwendungen zu achten ist.
Als erstes sollten Sie überprüfen, welche Applikationen von Microsoft oder anderen Anbietern sich auf
dem Server befinden, die nicht zum Lieferumfang des Windows Server 2003 gehören. Vergewissern
Sie sich, welche dieser Anwendungen während des Upgrades auf dem Server bleiben können und
welche neu installiert werden müssen. Genauere Hinweise dazu finden Sie in der entsprechenden
Dokumentation. Prüfen Sie bei Applikationen von anderen Anbietern auch, ob der Hersteller eventuell
Migrations-Utilities anbietet, die den Umstieg vereinfachen.
Selbst erstellte Anwendungen
Anwendungen, die in Visual Basic (VB 6.0) oder C++ geschrieben sind, laufen grundsätzlich
unverändert auf Windows Server 2003. Voraussetzung dafür ist, dass die erforderlichen Laufzeit- und
Klassenbibliotheken installiert sind. Dies geschieht im Falle der VB 6.0 Laufzeit-Bibliothek bereits per
Default während der Server-Installation. Für C++-Anwendungen müssen die im Lieferumfang
befindlichen Microsoft Foundation Class (MFC) Programm-Bibliotheken (Version 4.2) installiert sein.
Für jede Applikation, die Sie weiterhin auf Windows Server 2003 einsetzen, empfiehlt es sich, ein
sogenanntes Applikations-Manifest zu schreiben, in dem die von der Applikation verwendeten DLLs
(Dynamic Link Libraries) mit der genauen Versionsnummer festgelegt werden. Dadurch lassen sich
Probleme durch Versionskonflikte verhindern.
Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie hier:

Deployment Changes in Visual Basic .NET

Migrating Win32 Applications to Windows Server 2003

VBRun60.exe Installs Visual Basic 6.0 Run-Time Files

DLL Help Database
Wenn Ihr Ziel optimale Performance und die Nutzung der erweiterten Features von Windows Server
2003 ist, dann empfiehlt es sich, vorhandene Applikationen mit Hilfe des neuen .NET Framework neu
erstellen. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie hier: Migrating Win32 Applications to
Windows Server 2003.
Verwendung von IIS 6.0
IIS 6.0 besitzt zwei unterschiedliche Isolationsmodi, wobei jeder Modus andere Erfordernisse an die
Konfiguration stellt. Während der Isolationsmodus für Arbeitsprozesse die neuen Features von IIS 6.0
voll ausnutzt, garantiert der IIS 5.0 Isolationsmodus Abwärtskompatibilität zur Vorgängerversion. Im
Isolationsmodus für Arbeitsprozesse lassen sich Anwendungen durch Verwendung von
Applikationspools voneinander isolieren.
Jedoch laufen möglicherweise nicht alle vorhandenen Anwendungen in dem neuen Modus. In diesen
Fällen muss dann der abwärtskompatible IIS 5.0 Isolationsmodus verwendet werden. Bei seinem
Einsatz sollte jedoch jede vorhandene Applikation vorab gründlich getestet werden, um
auszuschließen, dass sie übermäßig viele Server-Ressourcen verbraucht und dadurch die Gefahr
besteht, dass sie Prozesse zum Absturz bringt.
Daher empfiehlt es sich, immer wenn möglich den Isolationsmodus für Arbeitsprozesse einzusetzen.
In folgenden Situationen lässt sich der Einsatz des IIS 5.0 Isolationsmodus jedoch nicht vermeiden:
Microsoft® Windows® Server 2003 White Paper

Bei ISAPI-Filtern, die Rohdatenfilter lesen.

Bei Prozessen, in denen der Session Status beibehalten wird. Eine Ausnahme hierfür bilden nur
ASP Sessions, die auch im Isolationsmodus für Arbeitsprozesse problemlos funktionieren.

Bei COM-Objekten, oder jeder anderen Applikation, die nicht multi-instance aware ist.

Bei Verwendung von Microsoft Exchange.
Beim ersten Start von IIS 6.0 ist der Isolationsmodus bereits voreingestellt. Diese Einstellung hängt
von der Vorgängerinstallation ab. Die folgende Tabelle zeigt die dabei mögliche Konfiguration:
Art der Installation
Voreingestellter Isolationsmodus
Neuinstallation von IIS 6.0
Isolationsmodus für Arbeitsprozesse
Upgrade von einer früheren Version
von IIS 6.0
Der Modus der vorhergehenden
Installation wird übernommen
Upgrade von IIS 5.0
IIS 5.0 Isolationsmodus
Unabhängig von der Voreinstellung lässt sich der Betriebsmodus jederzeit im Internet Service
Manager ändern. Jedoch ist danach ein Neustart des Internet Information Servers notwendig.
ISAPI-Filter
Bei Applikationen, die ISAPI-Filter nutzen, empfiehlt es sich, diese als ISAPI-Extensions neu zu
schreiben. Dadurch steigern Sie deren Leistungsfähigkeit, denn:

ISAPI-Extensions sind multi-instance aware und können daher im Isolationsmodus für
Arbeitsprozesse laufen

ISAPI-Extensions laufen asynchron, während ISAPI-Filter nur synchron laufen.
Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie hier:

Windows Scalability Flexibility

Implementing a Scalable Architecture
ASP und COM+
ASP-Applikationen (Active Server Page), die keine ISAPI-Filter verwenden, lassen sich normalerweise
ohne Probleme auf Windows Server 2003 übertragen, wenn sie über die folgenden Eigenschaften
verfügen:

Ausgabe von HTML und Used Session Variablen

HTML-Ausgaben, die vom SQL Server durch ADO aufgerufen werden

Used System ODBC-Datenquellen.
Dies gilt sowohl für die 32-Bit als auch für die 64-Bit Edition von Windows Server 2003. ASPApplikationen laufen ohne Änderung auf der Windows Server 2003 64-bit Edition für Itanium, wenn sie
in Skript-Code (wie VBScript oder ECMAScript) geschrieben sind und keine 32-Bit COMKomponenten (Component Object Model) benötigen, die nicht Bestandteil von Windows Server 2003
sind.
Vorhandene COM+ Applikationen laufen normalerweise ohne Änderung unter IIS 6.0. In 5.0 ASPAnwendungen in IIS 5.0 verwenden COM+ Services, in dem sie das WAM-Objekt der Applikation im
COM+ Configuration Store zur Nutzung eines Satzes von Services konfigurieren. Diese
Vorgehensweise ist erforderlich, weil COM+-Services für die Nutzung in Zusammenarbeit mit COMKomponenten konzipiert sind. Dagegen sind in IIS 6.0 COM+-Services von den Komponenten
getrennt und erlauben dadurch jeder ASP-Anwendung, COM+-Services zu nutzen.
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Die folgende Tabelle zeigt, welche zusätzlichen Services ASP nun gegenüber COM+ bereitstellt:
Eigenschaft
Beschreibung
Fusion
Unterstützung
Erlaubt einem Entwickler, für jede ASP-Applikation die genaue Version
von Runtime-Bibliotheken und COM-Komponenten festzulegen, mit
denen die Anwendung arbeitet. So werden Probleme durch neuere
Versionen mit geänderter Funktionalität verhindert.
Partitions
Unterstützung
COM+ Partitionen erlauben es dem Administrator, für verschiedene
Anwender unterschiedliche Konfigurationen einer einzigen Com+
Applikation zu definieren. Dabei enthält jede Konfiguration Sicherheitsund Versions-Informationen.
Tracker
Unterstützung
Sobald er aktiviert ist, zeigt der COM+ Tracker dem Administrator an,
welcher Code wann in einer ASP-Session abgearbeitet wird. Dadurch
wird das Debugging von ASP-Applikationen außerordentlich erleichtert.
Auswahl des
Apartment Modus
ASP über COM+ erlaubt Entwicklern festzulegen, ob sie den SingleThreaded Apartment Modus (Standard) oder den Multi-Threaded
Apartment Modus einsetzen (Dieser ist für Applikationen mit poolbaren
Objekten verwendbar).
Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie hier:

IIS 6.0 Overview

COM+ Documentation
Technical Overview of Internet Information Services 6.0
Microsoft Message Queuing (MSMQ)
Auch Microsoft Message Queuing (MSMQ) wurde in Windows Server 2003 verbessert. MSMQFunktionen lassen sich von jeder Programmiersprache, die das .NET Framework nutzt aufrufen (wie
etwa VB.NET und C#) und über das System.Messaging Objekt. Dieses stellt Klassen bereit, mit denen
sich Nachrichten aus Netzwerk-Warteschlangen senden und empfangen lassen. Als weitere Neuheit
unterstützt MSMQ jetzt längere Warteschlangen und den Versand von SOAP als natives Format.
Dadurch arbeitet MSMQ mit jeder SOAP-kompatiblen Anwendung zusammen.
Einige Features, die in Vorgängerversionen noch enthalten sind, werden in MSMQ 3.0 jedoch nicht
mehr unterstützt. Das bedeutet in der Regel, dass Applikationen, die auf weggefallene oder überholte
Funktionen zugreifen, überarbeitet werden müssen.
Hierbei ist folgendes zu beachten:

Der MSMQ Exchange Connector wird von Windows XP und Windows Server 2003 nicht mehr
unterstützt. Er bleibt aber weiterhin für Windows NT 4.0 and Windows 2000 verfügbar.

Das IPX-Protokoll wird von MSMQ 3.0 nicht mehr unterstützt.

MSMQ ist für Windows XP Personal Version nicht verfügbar. Jedoch lässt sich MSMQ unter
Windows XP Personal über DCOM-basierende Anwendungen nutzen.

Wenn der vorhandene Client nur die Funktionalität von MSMQ 2.0 besitzt, kann er die neuen
MSMQ 3.0 Features nicht nutzen. In diesem Fall empfiehlt es sich, Lösungen aufzubauen, die
auf DCOM basieren.
Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie hier

Microsoft Message Queuing
Microsoft® Windows® Server 2003 White Paper

System.Messaging
Datenbankzugriff
ActiveX Data Objects (ADO) lassen sich in Windows Server 2003 einsetzen. Dazu ist es nicht
erforderlich, dass eine installierte Applikation ADO.NET unterstützt. Anwendungen, die ADO oder
ADO.NET benutzen, lassen sich gemeinsam unter Windows Server 2003 ablaufen. Dabei können
Applikationen sogar beide Technologien gleichzeitig nutzen.
Open Data Base Connectivity (ODBC) wird weiterhin unterstützt. Darauf basierende Applikationen
laufen problemlos wenn sich auf dem Server die korrekten Treiberversionen und Supportfiles
befinden.
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Die Migration von Webanwendungen in der Praxis
Wie Sie einen IIS 5.0 Server auf IIS 6.0 aufrüsten und in den Isolationsmodus für Arbeitsprozesse
konvertieren, zeigt das folgende Beispiel:
1. Führen Sie ein Upgrade des Servers auf IIS 6.0 durch
2. Testen die Anwendung(en) im IIS 5.0 Isolationsmodus
3. Ändern Sie den Applikationsmodus auf IIS 6.0
4. Erzeugen Sie für jede Webanwendung einen eigenen Applikationspool
5. Verknüpfen Sie die Applikationen mit den neuen Applikationspools
Um einen Applikationspool zu erzeugen, starten Sie die Internet Information Services (IIS) und
markieren den Ordner für Applikationspools. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Ordner,
wählen Sie „Neu“ und dann „Applikationspool“. Darauf erscheint der unten gezeigte Dialog, in dem Sie
den neuen Pool benennen können. Klicken Sie dann auf „OK“ und der neue Pool wird eingerichtet.
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Jetzt lässt sich dem neuen Pool eine Applikation zuweisen. Dazu öffnen Sie das Eigenschaftsmenü
der Anwendung und wechseln dann auf „Virtuelles Verzeichnis“. Dann wählen Sie den neuen Pool
aus der Liste der Applikationspools aus. Um die Zuweisung zu übernehmen, klicken Sie auf
„Übernehmen“ oder „OK“.
Starten Sie die Anwendung von neuem. Welche Applikationen in diesem Moment aktiv sind, sehen
Sie dann in diesem Fenster:
Migration von ASP-Applikationen
Wenn Sie eine ASP-Applikation nach IIS 6.0 migrieren möchten, dann lässt sich das noch einfacher
durchführen:
1. Kopieren Sie die Anwendung auf den neuen Server und editieren Sie ihre Eigenschaften.
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2. Installieren Sie alle erforderlichen Komponenten. Falls nötig, installieren Sie diese in den
zugehörigen Applikationen in COM+.
3. Testen Sie die Anwendungen im IIS 5.0 Isolationsmodus. Wenn Sie den Server bereits im IIS 6.0Modus konfiguriert haben, dann testen Sie Ihre Applikationen gleich in diesem Modus.
4. Falls nicht schon geschehen, ändern Sie jetzt den Isolationsmodus in den IIS 6.0 Isolationsmodus
für Arbeitsprozesse.
5. Erzeugen Sie einen eigenen Applikationspool für jede einzelne Webanwendung.
6. Verknüpfen Sie die Anwendungen mit den neuen Applikationspools.
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