MERKBLATT für Jäger zur Brucellose beim Wildschwein Die Brucellose ist eine durch Bakterien hervorgerufene akute bis chronische Erkrankung bei Tieren, die oft die Geschlechtsorgane und Gelenke betrifft. Deutschland ist frei von Rinder-, Schaf- und Zieqenbrucellose. Erreger beim Schwein Reservoir Brucella suis Anzeigepflicht Brucellose bei Rind, Schaf, Ziege und Hausschwein ist anzeigepflichtig und wird staatlich bekämpft. Bei frei lebenden Wildschweinen besteht keine Anzeigepflicht. Infektionsweg Die Brucellose ist vom Tier auf den Menschen übertragbar (Zoonose), aber von Mensch zu Mensch in der Regel nicht. Ansteckung möglich durch Kontakt mit infiziertem Material wie Aborte, Nachgeburten, Milch, Körperflüssigkeiten, Aufbruch, insbesondere Geschlechtsorgane, über Schmierinfektion (z.B. über Hautverletzungen, Bindehaut u.a. Schleimhäute). Durch Einatmen infektiöser Tröpfchen (Aerosole). Durch Verzehr kontaminierter, nicht ausreichend erhitzter Lebensmittel. Krankheitsbild beim Tier Bei Keilern: einseitige Hodenschwellungen und - entzündungen, bei Sauen: Spätaborte, Geburt lebensschwacher Tiere, Nachgeburtsverhalten, Gebärmutterentzündung mit ggf. kleinknotigen Veränderungen, generell: Gelenkentzündungen, abszedierende Veränderungen in Organen möglich. Kann aber auch ohne klinische Erscheinungen verlaufen. Oft jahrelang ohne klinische Symptome bestehende Infektion. Krankheitsbild beim Menschen Brucella-Infektionen können zu vielfältigen Krankheitsbildern führen, u.a. Fieberperioden, Müdigkeit, nächtlichem Schwitzen, Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen. Empfohlene Schutzmaßnahmen Grundsätzlich Vorsicht bei Umgang mit verdächtigem Wild und Fallwild. Wild nur bei guten Lichtverhältnissen aufbrechen. Einmalhandschuhe verwenden und nach Gebrauch unschädlich entsorgen (z.B. Restmülltonne). Aufbruch über die Tierkörperbeseitigungsanstalt unschädlich entsorgen – nicht auf den Luderplatz! Verdächtiges Wild ist für den Genuss untauglich, weiteres Zerlegen unterlassen. Für Hände- und Flächendesinfektion sind die üblichen Desinfektionsmittel gegen Bakterien geeignet. Haltbarkeit des Erregers Was tun im Verdachtsfall? Stand Bei Wildschweinen verbreitet, gelegentlich auch bei Feldhasen Auch in gekühltem und tiefgefrorenem Fleisch weiterhin ansteckungsfähig. Abtötung erfolgt bei gutem Durchgaren von Lebensmitteln. Mehrere Monate in der Umwelt überlebensfähig (Erde, Wasser, Kot, Kadaver). Bei Verdacht das Veterinäramt Biberach (Tel.: 07351 52-6180) benachrichtigen. Sofern keine Untersuchung veranlasst wird, sind verdächtige Tierkörper und Tierkörperteile über die Tierkörperbeseitigungsanstalt unschädlich zu beseitigen. Das Verbringen verdächtiger Tierkörper auf den Luderplatz ist verboten! Eine Untersuchung von Wildschweinen auf Brucellose erfolgt im Staatlichen Tierärztlichen Untersuchungsamt Aulendorf, Löwenbreitstr. 20, 88326 Aulendorf (Tel. 07525 – 9420). Hierzu können entweder die Blutproben für das Monitoring auf Schweinepest genutzt werden oder bei klinischen Verdacht der Tierkörper oder die veränderten Organe. Die Kosten der Untersuchung trägt das Land. 04.04.2017 Kreisveterinäramt Biberach, Rollinstraße 17, 88400 Biberach, Tel. 07351 52-6180, Mail: [email protected] Öffnungszeiten: Mo 08.00 - 12.00 und 14.00 - 15.30 Uhr Di u. Fr 08.00 - 12.00 Uhr Mi 08.00 - 17.00 Uhr durchgehend Do 08.00 - 14.00 Uhr durchgehend Informationen und Kontakt: www.biberach.de [email protected] Zentrale 07351/52-0 Fax 07351/52 53 50 Hausanschrift: Landratsamt Biberach Rollinstraße 9 88400 Biberach Bankverbindung: Kreissparkasse Biberach BLZ 654 500 70 Kto-Nr. 6303