KpZ_Infotag_2011_Beitrag_Lauer

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Presseinformation Kuratorium perfekter Zahnersatz
Brücke, Krone & Co. – oder doch Implantate?
Eine Zahnersatz-Entscheidungshilfe für Patienten
Prof. Dr. Hans-Christoph Lauer, wissenschaftlicher Leiter des KpZ und Direktor der Poliklinik für
Zahnärztliche Prothetik ZZMK der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt/Main
Die Hauptaufgabe der restaurativen Zahnmedizin ist es, fehlende Zähne zu ersetzen. Dabei soll
der Zahnersatz einerseits so naturgetreu wie möglich aussehen, andererseits möglichst
unbeschränkt lange haltbar sein. Für Zahnersatz stehen mehrere Therapiemöglichkeiten zur
Auswahl. Zahnärztin und Zahnarzt beraten Patienten über Vor- und Nachteile unterschiedlicher
Versorgungsformen. Folgende Faktoren spielen eine Rolle, bevor sich Patienten für die eine oder
andere Lösung entscheiden:
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Beständigkeit der Materialien
natürliches Aussehen
Aufwand des Eingriffes
sowie Therapiekosten
Im Folgenden wird ein Einblick über drei verschiedene Versorgungsformen gegeben, mit denen
ein Zahnverlust heute durch das Team Zahnarzt/Zahntechniker therapiert werden kann:
Brücke: Nachbarzähne müssen beschliffen werden
Ein fehlender Zahn kann durch eine Brücke ersetzt werden (s. S. 4, Abb. 1). Die die Lücke
begrenzenden Zähne werden zur Verankerung der Brücke genutzt. Für die Verankerung müssen
die Zähne beschliffen werden. Dieser invasive Eingriff ist vor allem bei unversehrten Zähnen ein
großer Nachteil. Bei jugendlichen Patienten ist zudem das Risiko hoch, das Zahnmark zu
verletzen oder stark zu beeinträchtigen. Beides kann zu einem Absterben des Zahnmarks führen.
Bestehen obige Einschränkungen nicht, weist die Brücke eine exzellente Langlebigkeit auf.
Moderne keramische Werkstoffe lassen bei entsprechender zahntechnischer Verarbeitung ein
sehr natürliches Aussehen zu. Nachteilig wirkt in diesem Zusammenhang nur die
Verbindungsstelle zwischen den ersetzten Zähnen und den zur Verankerung genutzten Zähnen,
welche zwischen benachbarten gesunden Zähnen nicht vorhanden ist.
Zahnkrone auf künstlicher Zahnwurzel: besonders naturnah
An die Stelle eines fehlenden Zahnes kann der Zahnarzt auch eine künstliche Zahnwurzel – ein
Implantat – in den Kieferknochen einsetzen. Die optimale dreidimensionale Positionierung des
Implantats wird vom Zahnarzt und Zahntechniker in der Planungsphase gemeinsam erarbeitet.
Der Zahntechniker stellt hierzu manuell oder mit Hilfe von Computer gesteuerten
Fertigungsmaschinen eine Positionierungshilfe her. Diese erleichtert das korrekte Einbringen des
Implantats und das Risiko des chirurgischen Eingriffs wird minimiert. Nachdem die künstliche
Zahnwurzel im Kieferknochen eingeheilt ist, fertigt der Zahntechniker auf einem Kiefermodell
einen individuellen Pfosten. Dieser wird mit einer Verbindung auf das Implantat aufgeschraubt.
Für die Verbindungen gibt es bestimmte Standards, auf die der Zahntechniker zurückgreifen
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Kuratorium perfekter Zahnersatz
Alfred-Wegener-Str. 6 - 35039 Marburg - Dr. Karin Uphoff (verantwortlich), www.zahnersatz-spezial.de;
Tel.: 0 64 21 / 40 795 40 - Fax: 0 64 21 / 40 795 79 - [email protected]
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kann. Auf den individuellen Pfosten wird nun eine Zahnkrone gefertigt. Diese erfüllt die gleichen
hohen Anforderungen an Passform, Funktion und Ästhetik wie eine Brücke. Nach der so
genannten Einprobe, bei der der perfekte Sitz nochmals kontrolliert wird, befestigt der Zahnarzt
die fertige Krone entweder mit einer Schraube oder mit einem Zement auf dem Pfosten (s. S. 4,
Abb. 2).
Die Vorteile von Implantat verankerten Zahnkronen liegen auf der Hand:
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Das Beschleifen von unversehrten Zähnen für die Verankerung einer Brücke fällt weg und
somit auch das Risiko der damit verbundenen Arbeiten.
Zwischen der Zahnkrone und den benachbarten Zähnen besteht keine Verbindung. Der
„neue Zahn“ sieht besonders naturgetreu aus.
Die Haltbarkeit und lange Lebensdauer eines Implantats ist mit der einer Brücke vergleichbar.
Als Nachteil können Patienten die erhöhten Therapiekosten und den chirurgischen Eingriff
empfinden, der nötig ist, um das Implantat einzusetzen. Und nicht immer ist eine künstliche
Zahnwurzel die optimale Lösung. Wenn etwa nicht genügend Knochengewebe vorhanden ist, um
das Implantat sicher zu verankern oder bei einer Krone im Bereich der Schneidezähne eine
naturgetreue Länge zu gewährleisten, sind zusätzliche chirurgische Maßnahmen erforderlich.
Dazu zählt etwa der Aufbau des Knochengewebes. In diesem Fall kann eine Brücke eine gute
Alternative sein. Welche Lösung im Einzelfall die beste ist, finden Patienten im Gespräch mit
Zahnarzt und Zahntechniker heraus. Das Abwägen der Vor- und Nachteile verhilft zu einer
sicheren Entscheidung.
Herausnehmbare Zahnprothese: Verankerung schafft festen Sitz
Hat ein Patient mehrere Zähne verloren, ist die Verankerung einer Brücke auf den wenigen
verbliebenen Restzähnen nicht mehr möglich. Falls die Einzelzähne nicht durch Implantat
verankerte Kronen und Brücken ersetzt werden, ist eine herausnehmbare Zahnprothese das
Therapiemittel der Wahl. Die Prothese kann mit unterschiedlichen Arten von
Verankerungsmechanismen konstruiert werden. Klammern (s. S. 4, Abb. 3 oben links),
Präzisionsgeschiebe, Stege oder Teleskope (s. S. 4, Abb. 3 unten) stehen zur Auswahl. Von der
Wahl der Verankerung hängen in großem Maße die Herstellungskosten für die Prothese ab. Falls
finanziell möglich, sollte eine Prothesenverankerung bevorzugt werden, welche eine starre
Verbindung zu den Zähnen schafft. Dadurch erlebt der Patient die Prothese als "festen"
Zahnersatz. Dank moderner Materialien und aufwendiger zahntechnischer Verarbeitung können
Prothesen heute eine exzellent natürlich aussehende Versorgung bilden. Sie empfiehlt sich
insbesondere in einem Oberkiefer mit Knochenabbau an den zahnlosen Kieferabschnitten. Eine
Prothesenverankerung kann in diesem Fall eine planbare und vorhersagbare ästhetische Wirkung
erzielen. Diese Lösung wird oft auch dann genutzt, wenn genügend Implantate für die
Verankerung von Kronen und Brücken in einem solchem Oberkiefer vorhanden sind. Um das
geringe Knochenvorkommen zu kompensieren, müssten die Implantate in diesem Fall mit sehr
langen Zahnkronen versorgt werden, was unnatürlich und unschön wirkt.
Das Therapiemittel herausnehmbare Zahnprothese bietet bei geringer Anzahl von zur
Verankerung nutzbarer Zähne und/oder Implantate anfänglich Kostenvorteile im Vergleich zu
festsitzendem Zahnersatz auf mindestens vier Implantaten pro Kiefer. Allerdings wird dieser
initiale Kostenvorteil durch einen stark erhöhten Nachsorgeaufwand langfristig aufgezehrt.
Implantat bei Einzelzahnverlust, Prothese beim zahnlosen Kiefer
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Bei Zahnverlust eines einzelnen Zahns sollte primär die Implantat verankerte Krone in Betracht
gezogen werden. Sprechen erhöhte Therapiekosten, ein erhöhter chirurgischer Aufwand oder
andere Faktoren beim Patienten dagegen, ist die auf Zähnen verankerte Brücke nach wie vor
eine solide Therapiealternative. Eine Prothese ist beim zahnlosen Kiefer oder beim Kiefer mit nur
wenigen eigenen Zähnen das Therapiemittel der Wahl und bietet bei starkem Knochenverlust im
Oberkiefer-Frontzahnbereich eine vorhersagbare ästhetische Lösung.
Korrespondenzadresse:
Prof. Dr. Hans-Christoph Lauer
Johann-Wolfgang Goethe Universität
ZZMK (Carolinum), Haus 29
Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik
Theodor-Stern-Kai 7
60596 Frankfurt am Main
Tel.: 069 / 63 01 56 40
Fax: 069 / 63 01 37 11
E-mail: [email protected]
Abbildungen
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Abb. 1: Brücke aus Keramik für den Ersatz des rechten seitlichen Schneidezahns
(Bruecke Keramik Zahnbestand.jpg/ Bruecke Keramik 1.jpg/ Bruecke Keramik 2.jpg)
Abb. 2: Auf Implantat verankerte Krone für den Ersatz des rechten seitlichen Schneidezahns
(Implantat.jpg/ Implantat Krone.jpg)
Abb. 3: Eine Klammer-Prothese im Oberkiefer kann durch zusätzliche Implantate und durch eine
optimal verankerte Teleskop-Prothese ersetzt werden.
(Klammerprothese.jpg / Zahnbestand.jpg / Implantate Teleskop.jpg / Teleskopprothese.jpg)
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