Informationen für Hundehalter zum "Freiwilligen Hundeführerschein

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Informationen für Hundehalter in Rheinland-Pfalz zum
„Freiwilliger Hundeführerschein - Grundwissen
Gefahrenvermeidung im Umgang mit Hunden“
Kurs von Tierärztinnen und Tierärzten für Hundehalter
Die aufrüttelnden Pressemeldungen über einzelne Hunde, die Menschen schwer verletzten bzw.
töteten, haben nicht nur zu größerem Verantwortungsbewusstsein bei erfreulich vielen Hundehaltern geführt, sondern auch zur Verschärfung von Rechtsvorschriften.
Wir Tierärzte sind der Meinung, dass an der Rasse festmachende Regelungen das Problem nicht
lösen. Deshalb bieten speziell fort- und weitergebildete Tierärzte und Tierärztinnen Kurse an, in
denen möglichst viele Hundehalter auf freiwilliger Basis lernen sollen, wie sie sich mit ihrem Hund
in der Öffentlichkeit verhalten, ohne Menschen oder Hunde zu ängstigen oder zu verletzen. Das gilt
gleichermaßen bei einem Chihuahua, einem Dalmatiner oder einem Dobermann.
Um Gefahren für uns und andere zu vermeiden, braucht man fundiertes Wissen:
Wissen über das normale Verhalten von Hunden und ihrer artgerechten Haltung, Wissen über die
Situationen, in denen ein Hund gefährlich werden kann, Wissen über typische Missverständnisse
zwischen Mensch und Hund - und nicht zuletzt Wissen darüber, wie man seinen Hund richtig
erzieht.
Deshalb bieten darauf spezialisierte Tierärzte in Zusammenarbeit mit der Landestierärztekammer
Rheinland-Pfalz den Kurs "Hundeführerschein – Grundwissen Gefahrenvermeidung im Umgang mit
Hunden" an, der das nötige Grundwissen über Erziehung und Verhalten von Hunden vermittelt, um
gefährliche Situationen möglichst zu vermeiden.
Dieser Kurs wird auch in Bayern, Schleswig-Holstein und Luxemburg von Tierärzten angeboten.
Fragen zum Kurs „Hundeführerschein Grundwissen Gefahrenvermeidung im Umgang mit Hunden“
Wird der „Hundeführerschein“ in Rheinland-Pfalz von den Behörden verlangt?
Nein, in Rheinland-Pfalz benötigen lediglich Halter von gefährlichen Hunden einen
Sachkundenachweis. Hierbei handelt es sich um eine Bescheinigung einer von der
Landestierärztekammer Rheinland-Pfalz benannten sachverständigen Person oder Stelle über eine
erfolgreich abgelegte theoretische und praktische Prüfung, mit der der Teilnehmer die notwendige
Sachkunde bewiesen hat.
Ist es nützlich, den Hundeführerschein freiwillig zu machen?
Da jeder Hund – unabhängig von der Rasse – beißen kann, empfiehlt die Landestierärztekammer
Rheinland-Pfalz ausdrücklich, einen solchen Kurs zu belegen, um Gefahren u.a. für die eigene
Familie zu vermeiden.
Eine Studie der Bayerischen Landestierärztekammer im Anschluss an die Kurse zeigte große
Zufriedenheit der Kursteilnehmer, da dieser eine gute Praxisanwendbarkeit vermittelt, und sich
somit für jeden Teilnehmer lohnt. Die in diesem Kurs erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten,
erleichtern den täglichen Umgang mit Hunden in verschiedensten Alltagssituationen, sowohl im
eigenen Umfeld als auch in der Öffentlichkeit.
Selbst Teilnehmer, die keinen, bzw. noch keinen Hund hatten, waren begeistert, lernten sie doch
sich bei Hundebegegnungen im Alltag sicherer zu fühlen und sich gefahrenvermeidend zu
verhalten.
Wer hält den Kurs ab?
Der Kurs darf nur von speziell fortgebildeten Tierärztinnen und Tierärzten abgehalten werden.
Muss ich meinen eigenen Hund zum Kurs „Hundeführerschein“ mitbringen?
Nein, denn Sie werden an Hand von Folien, Arbeitsblättern, Videos, einem Begleitbuch und einem
Vorführhund geschult. Sie sind dann in der Lage, die praktische Umsetzung mit Ihrem Hund
einzuüben.
Ich möchte mir demnächst einen Hund zulegen. Ist der Besuch des Kurses sinnvoll?
Gerade dann sollten Sie den „Hundeführerschein“ machen. Sie erhalten das Rüstzeug, mit Ihrem
zukünftigen Hund richtig umzugehen und Gefahrensituationen zu vermeiden.
Woher stammt das Kursmaterial?
Das Kursmaterial wurde von Fachtierärztinnen für Verhaltenskunde und Tierärztinnen für
Verhaltenstherapie vom Institut für Tierschutz, Verhaltenskunde und Tierhygiene der Universität
München und dem Arbeitskreis „Hundeführerschein“ in Zusammenarbeit mit der Bayerischen
Landestierärztekammer entwickelt.
Wodurch unterscheiden sich verschiedene „Hundeführerschein“-Kurse?
„Hundeführerscheine“ gibt es z. B. auch vom VDH (Verband für das deutsche Hundewesen) und
vom BHV (Berufsverband der Hundeerzieher/innen und Verhaltensberater/innen e.V.). Diese
„Hundeführerscheine“ legen den Schwerpunkt auf den praktischen Teil (Führen eines Hundes in der
Öffentlichkeit).
Der Kurs „Hundeführerschein - Grundwissen Gefahrenvermeidung im Umgang mit Hunden“ soll vor
allem dem Vorbeugen, Erkennen und Abwehren von Gefahren dienen - nicht nur in der
Öffentlichkeit, sondern auch im häuslichen Alltag und in der Familie, denn hier ereignet sich ein
Großteil aller Hundebisse. Weitere Informationen hierzu finden Sie auf der Homepage des Instituts
für Tierschutz, Verhaltenskunde und Tierhygiene der Universität München.
Dieser „Hundeführerschein“ legt den Schwerpunkt auf den theoretischen Teil, um auch Hundehalter
anzusprechen, die nicht auf den Hundeplatz gehen möchten, aber er enthält viele praktische
Beispiele sowie praktische Elemente zur besseren Umsetzung des Gelernten im Alltag.
Lerne ich dasselbe wie in einer Hundeschule?
Der „Hundeführerschein“ stellt eine Ergänzung zur praktischen Ausbildung in der Hundeschule dar,
denn er vermittelt Ihnen umfangreiches Wissen über das Verhalten und die Erziehung des Hundes.
Mit diesem Wissen wird es Ihnen leichter fallen, im Alltag zu festigen, was Sie in der Hundeschule
gelernt haben.
Schließt der „Hundeführerschein“ mit einer Prüfung ab?
Jeder Kursteilnehmer erhält nach Beendigung des Kurses ein Teilnahmezertifikat. Wenn Sie eine
freiwillige Prüfung ablegen möchte, so wird die erfolgreiche Teilnahme bestätigt. Bei der freiwilligen
Prüfung werden Ihnen schriftlich auf Prüfungsbögen Fragen zum Kursinhalt gestellt. Ähnlich wie bei
der theoretischen Prüfung in der Fahrschule wählen Sie die richtig(n) Antwort(en) unter mehreren
vorgegebenen Lösungen aus. Wenn Sie an allen Kurstagen teilgenommen haben, ist die Prüfung
für Sie kein Problem.
Wie lange dauert der Kurs „Hundeführerschein“ und was kostet er?
Die Kursdauer liegt bei 6 Doppelstunden (2 Stunden à 45 min). Die Kosten betragen 90.00 € zzgl.
Arbeitsmaterial.
Kann ich das Begleitbuch auch ohne Teilnahme an einem Kurs erwerben?
Sie können das Begleitbuch zum Kurs auch ohne Teilnahme an einem Kurs erwerben - fragen Sie
Ihren Tierarzt oder wenden Sie sich an eine Buchhandlung. Das Buch ist im Jahr 2014 in neuer
Auflage unter dem Titel "Der tut nix!" erschienen (H. Jung, D. Döring, F. Falbesaner: "Der tut nix!",
Ulmer Verlag, Preis 10,90 €).
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