Abstracts 2011

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Präprothetische Chirurgie/Implantologie
I1
Computerassistierte Implantologie: Entwicklung und state oft the art
Autor: G. Widmann
Co-Autor: W. Puelacher
Kontakt: Universtitätsklinik für Radiologie I, Department Radiologie, Medizinische
Universität Innsbruck
Adresse: Anichstr. 35, 6020 Innsbruck
Email: gerlig.widmann@i-med.ac.at
Zielstellung: Die computerassistierte Implantologie hat in den letzen 10 Jahren zunehmend an
Bedeutung gewonnen. Zur Orientierung sollen die Entwicklung und state of the art von
Bohrschablonen und Navigationstechnologien verglichen werden.
Methoden: Pub-med Analyse der letzen 10 Jahre von in-vitro und in-vivo Studien zum
Thema computerassistierte Implantologie im teilbezahnten und zahnlosen Kiefer.
Ergebnis: Die computerassistierte Implantologie verwendet Computertomographie (CT) oder
Digitale Volumentomographie (DVT) zur 3D Evaluation des Knochenangebots und Softwarebasierte prothetische Implantatplanung.
Sowohl für Bohrschablonen als auch Navigationstechniken wurden hohe in-vitro und
klinische Genauigkeiten publiziert sowie erfolgreiche standard open flap Implantologie,
transgingivale Implantologie, Früh- oder Sofortbelastungskonzepte beschrieben. Die
Navigation erlaubt eine dynamische, die Bohrschablonen eine statische Bohrführung. Der
nachteilige hohe Infrastrukturaufwand der Navigation ermöglicht jedoch multiple
Navigationsanwendungen in der Mund-, Kiefer-, Gesichtschiurgie. Für die Verwendung von
Bohrschablonen im zahnlosen Kiefer müssen Fixierungshilfen verwendet werden.
Fehlermanagement ist für eine hohe Genauigkeit essentiell.
Konklusion: Die computerassistierte Implantologie ersetzt keinesfalls Fertigkeiten in
Augmentationstechniken und Weichgewebsmanagement. Patienten profitieren jedoch von
dieser Technologie, wenn eine CT zur optimalen Implantatplanung notwendig ist, wenn
höchste Anforderungen an prothetisch orientierter Implantation bestehen, eine sichere
Implantation mit maximaler Ausnützung des vorhandenen Knochenangebots erforderlich ist,
und wenn transgingivale minimal invasive Implantation sowie Sofortbelastungskonzepte
gewünscht werden.
I2
CT based evaluation of template (NobelGuide) guided implant positions - a prospective
radiological study.
Autor: Vasak Christoph1
Co-Autor: Watzak Georg1, Gahleitner André1, Strbac Georg1, Watzek Georg1 & Zechner
Werner1
Adresse: 1 Department of Oral Surgery, Bernhard Gottlieb Dental School, Medical
University of Vienna, Vienna, Austria
Email: christoph.vasak@meduniwien.ac.at
Objectives: This prospective study was intended to evaluate the overall deviation in a clinical
treatment setting to provide for quantification of the potential impairment of treatment safety
and reliability with computer-assisted, template-guided transgingival implantation.
Material and Methods: The patient population enrolled (male/female = 10/8) presented with
partially dentate and edentulous maxillae and mandibles. Overall, 86 implants were placed by
two experienced dental surgeons strictly following the NobelGuide
protocol for template-
guided implantation. All patients had a postoperative CT with identical settings to the
preoperative examination. Using the triple scan technique pre- and postoperative CT data
were merged in the Procera planning software: a newly developed procedure - initially
presented in 2007 allowing measurement of the deviations at implant shoulder and apex.
Results: The deviations measured were an average 0.43 mm (bucco-lingual), 0.46 mm
(mesio-distal) and 0.53 mm (depth) at the level of the implant shoulder and slightly higher at
the implant apex with an average 0.70 mm (bucco-lingual), 0.63 mm (mesio-distal) and 0.52
mm (depth). The maximum deviation of 2.02 mm was encountered in corono-apical direction.
Significantly lower deviations were seen for implants in the anterior region versus the
posterior tooth region (p < 0.01, 0.31 mm vs. 0.5 mm), and deviations were also significantly
lower in the mandible than in the maxilla (p = 0.04, 0.36 mm vs. 0.45 mm) in mesio-distal
direction. Moreover, a significant correlation between deviation and mucosal thickness was
seen and a learning effect was found over the time period of performance of the surgical
procedures.
Conclusion: Template guided implantation will ensure reliable transfer of preoperative
computer-assisted planning into surgical practice. With regard to the required verification of
treatment reliability of an implantation system with flapless access all maximum deviations
measured in this clinical study were within the safety margins recommended by the planning
software.
I3
Vor- und Nachteile schablonengeführter Implantologie – klinisches Vorgehen und
Erfahrungen
Autor: Peter Kapeller (1)
Co-Autor: Robert Koehnke (2), Wolfgang Burger (1), Ronny Hölbl (1), Oliver Ploder (2)
Institut: Praxis Bregenz(1), Abteilung für MKG-Chirurgie Akademisches Lehrkrankenhaus
Feldkirch (2)
Kontakt: Rathausstr. 2, 6900 Bregenz, Österreich
Email: peter@zahnarzt-kapeller.at
Einleitung: Die präzise Planung von Implantaten in Hinblick auf die prothetische Situation
und den anatomischen Gegebenheiten ist eine wichtige Voraussetzung für die erfolgreiche
Rehabilitation des implantatprothetisch zu versorgenden Patienten. Mit der Möglichkeit der
schienegeführten Implantation lassen sich diese Parameter (prothetische und anatomische
Idealposition der Implantate) in der Planungsphase simulieren und gegebenenfalls Verändern.
Die geplante Idealposition der Implantate wird durch die Verwendung der schienengeführten
Implantation beim chirurgischen Eingriff umgesetzt. Die radiologischen Daten werden durch
moderne dreidimensionale Aufnahmetechniken (Digitalen Volumentomographie oder
Multislice CT) mit einer ausgezeichneten Bildgenauigkeit gewonnen und können mit
verschiedenen Softwareprogrammen (Materialize®, NobelGuide® oder Med3D®) bearbeitet
werden. In der Planungsphase kann im Vorfeld der Operation am Computer die prothetische
und chirurgische Idealposition der Implantate bestimmt werden. Eine so geplante Behandlung
kann schnell, minimal invasiv und vor allem vorhersagbar durchgeführt werden. Dies steigert
die Qualität sowohl des chirurgischen Eingriffes, wie auch die der prothetischen Versorgung.
Material und Methode: Zwischen 2008 und 2010 wurden bei 39 Patienten 45
schablonengeführte Implantationen (30 im Ober- und 15 im Unterkiefer) von drei Behandlern
durchgeführt. Die Planung und Fertigung der Schablone wurde bei 35 Patienten mit Nobel
Guide, bei 5 Patienten mit Med3D und bei 5 Patienten mit Materialize durchgeführt.
Resultate: Es wurden 199 Implantate im Ober- und 15 Implantate im Unterkiefer gesetzt.
Durchnittlich wurden 5.9 Implantate pro Schiene gesetzt (6,6 im Ober- und 4,3 im
Unterkiefer). Bei Bei den meisten Patienten waren gleichzeitig Augmentationen notwendig.
Die
durchschnittliche
Einheilzeit
der
Implantate
betrug
3,5
Monate.
In
einem
Nachuntersuchungszeitraum von 12 Monaten wurden 4 Implantate entfernt. Bei 3 Schablonen
wurden intraoperativ Ungenauigkeiten festgestellt und korrigiert.
Diskussion: Die Anwendung von dreidimensionaler Planungsverfahren zur Versorgung mit
enossalen Implantaten kann bei entsprechender Erfahrung ein sicheres und praktikabels
Instument für den Chirurgen sein. Vorteile dieser Technik stellen die schonende OP -Technik,
die verkürzte OP - Zeit und die sichere prothetische Planung dar. Die Anwendung erfordert
jedoch viel Erfahrung bei der Planung und bei der Implantation
I4
Einzeitige vertikale Knochenaugmentation mit Knochenringen in der dentalen Implantologie
Autor: Norbert Fock
Co-Autor: Bernd Giesenhagen
Kontakt: 1010 Wien, Kohlmarkt 7
Email: norbert.fock@medunivie.ac.at
Einleitung: Die Vorbereitung eines ausreichenden Knochenlagers für die Insertion eines
dentalen Implantates erfolg in der Regel durch Augmentation mit autologem Knochen als ein
zweizeitiger Eingriff mit einer Wartezeit von 3-6 Monaten.
Material und Methode: Bei der neuen Technik der einzeitigen vertikalen Augmentation wird
eine dreidimensionale Augmentation von Knochendefekten mit Hilfe von Knochenringen,
die direkt um das zu setzende Implantat positioniert sind , erreicht. Die Knochenringe werden
mit Hilfe von Trepanbohrern entweder vom Kinn, retromolar oder palatinal gewonnen. Die
im Knochendefekt gesetzten Implantate müssen eine apikale Primärstabilität aufweisen. Die
freileigenden Gewindegänge des Implantates, entsprechend des Knochenverlustes, werden
dann mit einem über das Implantat gestülpten Knochenring versorgt.
Die Positionierung des Implantates zum Knochenring sollte leicht subcrestal eingestellt
werden, so dass eine den Implantatdurchmesser überragende Implantatabdeckschraube den
Knochenring auf den Knochen der Empfängerregion komprimiert. Eine Abdeckung des
Knochenringes mit einem nur gering resorbierbaren Knochenersatzmaterial und einer
resorbierbaren immobilisierten Folie ist evident, ebenso wie ein dichter Wundverschluss.
Nach einer Einheilzeit von 6 Monaten kann die normale Versorgung mit einer prothetischen
Versorgung des Implantates vorgenommen werden.
Resultate: Die Langzeiterfolge zeigen bei einem derzeitigen Beobachtungszeitraum von ca 7a
kaum Resorptionen oder einen Totalverlust eines Augmentates. Eine gewisse Morbidität an
der Entnahmestelle, insbesondere beim Kinn im Sinne einer Hypaesthesie der Unterkiefer
Frontzähne war zu beobachten. Die funktionellen und aesthetischen Ergebnisse waren sehr
zufrieden stellend.
Diskussion: Die Rekonstruktion von dreidimensionalen Knochendefekten ist bisher in der
Regel durch zweizeitige OP Techniken durchgeführt worden. Dabei traten oft Probleme mit
einer nicht kalkulierbaren Resorption des Augmentates im Empfängergebiet auf. Zudem
bedeuted eine zweizeitige Methode immer einen zweiten Eingriff und eine verlängerte
Heilungszeit. Die einzeitige Methode mit Knochenringen hat sich als eine für den Patienten
weniger invasive Methode mit sehr guten funktionellen und aesthetischen Ergebnissen
gezeigt. Die Einhaltung eines strenden OP Protokolls ist dabei aber eine unabdingbare
Voraussetzung für den Erfolg der Methode. Um die Morbidität an der Entnahmestelle zu
eliminieren ist die Methode ebenfalls mit deprotiiniertem Spenderknochen durchführbar.
Zusammenfassung: Die dreidimensionale Augmentation mit Knochenringen hat im Vergleich
zu den sonst üblichen zweizeitigen Augmentationsverfahren bei zumindest gleichwertigem
funktionellen und aesthetischen Ergebnisses das Plus einer verkürzten Behandlungszeit und
nur eines chirurgischen Eingriffes voraus.
I5
Intralift – die Ablösung des offenen Sinuslifts durch ein neues ultraschallgestütztes,
minimalinvasives Verfahren zur Sinusbodenelevation beliebiger Ausdehnung
Autor: Siegfried Jank
Co-Autor: Angelo Trödhan
Adresse: KH der Barmherzigen Brüder Eisenstadt, Abt. für MKG-Chirurgie, Anichstr. 35,
6020 Innsbruck, Österreich
Email: siegfried.jank@gmx.de
Einleitung: Beim herkömmlichem, offenen Sinuslift besteht eine relativ hohe Gefahr der
Perforation der Schneiderschen Membran, während interne Techniken wie der Summers-Lift
nur ein sehr begrenztes Elevationsvolumen bieten. Die Intralift-Technologie bedient sich der
hydraulischen Technik um die Schneidersche Membran von der Unterlage abzuheben, wobei
ein crestaler Zugang gewählt wird.
Material und Methode: Am Sinus des Schafskiefers wurden 50 Kavitäten präpariert um den
mittleren hydraulischen Druck sowie den mittleren pneumatischen Druck, welcher
erforderlich ist um die Sinusmembran anzuheben, bestimmt. Des Weiteren wurden definierte
1mm große Defekte in die Sinusmembran präpariert, um beim anschließenden Sinuslift die
Rupturlänge im Vergleich zur Ballontechnik und zum Summers-Lift zu bestimmen. Klinisch
wurden die Ergebnisse von 234 Patienten dokumentiert.
Resultate: Der mittlere pneumatische Druck zum Anheben der Sinusmembran beträgt 30
Mbar (+/-6), während der mittlere hydraulische Druck 20 Mbar (+/-6) beträgt. Die
Rupturlänge der Defekte beim Riss der Membran sind unter Anwendung der Ballontechnik
am höchsten (bis zu 14mm). Beim Summers-Lift beträgt die Defektgröße bis zu 10mm,
während bei der Intralift-Technik keine wesentlichen Rupturen zu verzeichnen sind. Die
klinische Auswertung von 234 Patienten zeigte 5 Misserfolge (1 x Instrumentenbruch, 2
Perforationen, 2 x keine solide Knochenneubildung).
Diskussion: Im Vergleich zu den herkömmlichen minimal-invasiven Sinuslift-Verfahren
zeigt der vorliegende Versuchsansatz deutliche Vorteile hinsichtlich der Rupturgefahr der
Schneiderschen Membran.
Zusammenfassung: Die Intralift-Technik stellt eine suffiziente Alternative zum klassischen
offenen Sinuslift und zum Summers-Lift dar.
I6
Osseointegration dentaler Implantate nach verschiedenen vertikalen Augmentationsverfahren
- Tierversuchsstudie
Autor: Alexander Gaggl
Co-Autor: H. Bürger, Ch. Brandner, M. Kürcü, M. Benliday, F.M. Chiari
Institut: Abt. f. MKG-Chirurgie, LKH-Klagenfurt
Kontakt: St. Veiterstr. 47, 9020 Klagenfurt, Österreich
Email: alexander.gaggl@lkh-klu.at
Einleitung: Der Transfer freier Knochentransplantate ist eng an die Regenerationskraft des
Transplantatbetts
gebunden,
Transplantatbett-unabhängiges
während
mikrovaskuläre
Regenerationspotential
vaskularisierte Transplantate v.a.
Transplantate
aufweisen,
als Regenerationsplatzhalter.
ein
dienen
eigenes
freie
nicht-
Im Rahmen dieser
Tierversuchsstudie erfolgte die Untersuchung der Implantateinheilungsrate und des Ausmaßes
der Knochen-zu-Implantatkontaktfläche verschiedener vertikaler Augmentationsverfahren.
Material und Methode: Bei je 4 Hausschweinen erfolgte die vertikale Augmentation des
seitlichen Unterkiefers mit einem freien Knochentransfer aus der Retromandibularregion oder
dem medialen distalen Femur. Bei 4 weiteren Schweinen wurde ein revaskularisiertes
Transplantat aus dem Bereich des medialen distalen Femur verwendet. Vier Monate nach
Transplantation erfolgte die chirurgische Reexploration, Knochenbiopsie und Implantation
von je 10 dentalen Implantaten (30 Straumann®-Implantate, Schweiz) in die augmentierten
Kiefer.
Drei
Monate
nach
Implantation
wurden
die
Knochenregenerations-
und
Implantationsergebnisse histologisch und histomorphometrisch aufgearbeitet und ausgewertet.
Resultate: Vier Monaten nach Augmentation zeigte sich eine signifikant höhere
Dimensionsstabilität
der
revaskularisierten
Transplantate
im
Vergleich
zu
freien
Knochentransplantaten. Zudem ergab sich eine geringere Degenerationstendenz bei höherem
Anteil
vitalen
Knochengewebes
nach
mikrovasulärer
Transplantation.
Die
histomorphometrische Analyse ergab nach 3 weiteren Monaten eine BIC (Bone to Implant
Contact percentage) von 57.38±11.97 % für das Mandibulatransplantat (MG), 76.50±7.88 %
für das nicht-vaskularisierte Femurtransplantat (NVFG) und 76.53±8.15 % für das
revaskularisierte Femurtransplantat (VFF). Die BIC Werte der NVFG- und VFF-Gruppe
waren signifikant größer als der Wert der MG-Gruppe (p<0.001).
Diskussion: Die höchste Formstabilität einer Onlay-Augmentation konnte durch das
mikrovaskuläre Knochentransplantat vom Femur erzielt werden. Nach Einheilung der
Transplantate zeigte sich kein signifikanter Unterschied in der Osseointegration nach freier
und vaskularisierter Femur-Augmentation. Im Gegensatz dazu konnten nach beiden Arten der
Femuraugmentation eine größere Knochen-zu-Implantat-Kontaktzone erzielt werden als nach
Augmentation mit einem intraoralen Knochentransplantat.
Zusammenfassung: Der höchste Gesamtstellenwert kann somit in diesem Vergleich dem
mikrovaskulären Femurtransplantat zugesprochen werden.
I7
Bone Morphogenetic Proteins in der MKG-Chirurgie
Autor: Arno Wutzl
Co-Autor: Günter Russmüller, Clemens Klug, Christian Schopper, Peter Pietschmann, Rolf
Ewers
Institut: Universitätsklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie,Medizinische
Universität Wien
Kontakt: waehringer guertel 18-20, 1090 wien, a
Email: arno.wutzl@meduniwien.ac.at
Einleitung: Bone morphogenetic proteins (BMPs) werden in der Mund-, Kiefer- und
Gesichtschirurgie sowohl als Implantatbeschichtung als auch zur Optimierung von
Kieferaugmentationen und in der Frakturheilung eingesetzt. Die Hypothese dieses Vortrages
lautet, dass aufgrund der Vielfalt der verschiedenen BMPs eine Verbesserung der Therapie
durch die Kombination der einzelnen BMPs möglich ist.
Material und Methode: An der MKG-Chirurgie, Medizinische Universität Wien, wurden
BMP-2 und BMP-4 zur Behandlung von Patienten mit Knochendefekten eingesetzt. Die
postoperativen Ergebnisse wurden evaluiert. Weiters wurde in einer in vitro Studie
Osteoklasten und Osteoblasten mit verschiedenen Konzentrationen von BMP-2, BMP-5 und
BMP-6 alleine und in Kombination stimuliert. Die Qualität und Quantität der
Knochenmarkszellen wurde gemessen.
Resultate: Die Behandlung von Patienten mit Knochenmarksdefekten wurde ohne
Allgemeinkomplikationen durchgeführt. Während die Knochenheilung als erfolgreich
betrachtet werden kann, traten doch Wundheilungsstörungen auf. Die in vitro Ergebnisse
zeigten unterschiedliche Einflüsse auf Knochenzellen. BMP-2, BMP-5 und BMP-6 in
Kombination veringerten die Wirkung auf Osteoklasten, die effektivste Kombination war
BMP-2 und BMP-5. Auf die Osteoblasten zeigte jedoch die Kombination aus BMP-2, BMP-5
und BMP-6 den größten Einfluss, stärker als BMP-2 alleine.
Diskussion: Trotz sicherer Anwendung von BMPs bei Patienten mit Knochendefekten,
zeigten die klinischen Ergebnisse doch lokale Wundheilungsstörungen. Weiters ist der
klinische Einsatz der BMPs mit hohen Kosten verbunden. In vitro Versuche weisen auf eine
Optimierung des chirurgischen Eingriffes durch die Kombination mehrer BMPs hin.
Zusammenfassung: Der Einsatz von BMPs kann als sicher erachtet werden. Die
postoperativen Ergebnisse und die Resultate aus der in vitro Studie zeigen, dass eine
Kombination von BMPs die klinischen Ergebnisse verbessern könnten.
I8
Welchen Einfluß besitzt die intraoperative Lagerung auf die Vitalität der autologen
Spongiosa?
Autor: Ralf Smeets
Co-Autor: Marco Blessmann, Frank Kloss, Dieter Riediger, Andreas Kolk, Max Heiland
Institut: Zahn-, Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie, Universitätsklinikum
Aachen
Kontakt: Pauwelsstr. 30, 52074 Aachen, BRD
Email: rasmeets@ukaachen.de
Einleitung: Die Effektivität der autologen Spongiosatransplantation und somit die Vitalität
der Osteoblasten ist von unterschiedlichen Faktoren abhängig. Sie wird sie von der Entnahme,
der Qualität und Quantität, der Fixierung und Präparation des Knochens, sowie der
Blutversorgung, der Beschaffenheit und Lokalisation des Transplantationsortes beeinflusst
(Nade 1970, Albrektsson 1980, Gray und Elves 1981, Gross et al. 1993, An et al. 1995,
Toribatake et al. 1998, Davy 1999, Kim et al. 1999, Perry 1999, Sandhu und Grewal 1999,
Gould et al. 2000, Laursen 2001). Albrektsson et al. (1980) konnten nachweisen, daß eine
Minimierung des operativen Traumas zu einer höheren Überlebensrate der Zellen führt und
die Revaskularisierung und das Remodelling des Transplantates beschleunigen. Aus den
Studien von Gray und Elves (1981 und 1982), Stevenson (1999) und Gould et al. (2000) geht
hervor, daß die transplantierten Bestandteile der Spongiosa (Osteoblasten, OsteoprogenitorZellen,
osteokonduktive
Knochenmatrix
und
Wachstumsfaktoren)
aktiv
zur
Knochenneubildung beitragen. Autologe Spongiosa wird intraoperativ auf unterschiedliche
Weise gelagert, sofern sie nicht sofort nach der Entnahme implantiert wird. Üblich ist
entweder die trockene Lagerung oder die feuchte Aufbewahrung in Kochsalzlösung. Ziel
dieser Studie ist die Klärung der Frage, wie der entnommene Knochen, insbesondere bei
längeren Eingriffen, bei denen keine direkte Transplantation möglich ist, optimal gelagert
werden kann.
Material und Methode: Die aus dem Beckenkamm entnommene Spongiosa wurde sofort
nach der Entnahme des Knochens in zehn gleiche Knochenstücke aufgeteilt und in
verschiedene Gefäße gegeben. Die Gefäße wurden zuvor unter sterilen Bedingungen je nach
Gruppenzugehörigkeit präpariert. Insgesamt wurden fünf verschiedene Lagerungsgruppen
untersucht: - trockene Aufbewahrung - feuchte Kompresse (NaCl 0,9%) - NaCl-Lösung
(0,9%) - Glucoselösung (5%) - Kulturmedium Nach 2 oder 4h wurden die Knochen in
Kulturmedium überführt und anschließend für ca. 1 Woche in Medium kultiviert bis sich ein
konfluenter Zellrasen ausgebildet hatte. Anschließend wurde eine Zellzählung vorgenommen.
Zur Überprüfung der metabolischen Aktivität und damit näherungsweise der Zellzahl wurde
im Anschluß an die Zählung ein XTT-Test (Tetrazoliumsalz-Spalttest; Roche, Mannheim,
Deutschland) durchgeführt.
Resultate: Die vorliegende Studie verdeutlicht den Einfluß der intraoperativen Lagerung auf
die Vitalität der transplantierten Zellen und der Effektivität der autologen Spongiosaplastik.
Die Ergebnisse der Studie von Laursen et al. (2003) konnten insofern bestätigt werden, daß
eine trockene Lagerung des Knochens insbesondere bei längerer Verweilzeit außerhalb des
Empfängerlagers zu einer niedrigeren Proliferationsrate der Osteoblasten führt. Auch konnte
bestätigt werden, daß die Lagerung in Kochsalzlösung oder in einer mit NaCl angefeuchteten
Kompresse im Vergleich zur trockenen Aufbewahrung zu einer höheren Vitalität der
Osteoblasten führt. Es wurde deutlich, daß die Lagerung des Knochens in 5-prozenziger
Glucoselösung oder Medium nach 4h gegenüber der Lagerung in Kochsalzlösung die Vitalität
der transplantierten Osteoblasten erhöht, während nach 2h die Aufbewahrung in Glucose 5%
den höchsten Vitalitätsgrad aufweist, gefolgt von NaCl-Lösung. Bei Lagerungszeiten über 4
Stunden ist es jedoch denkbar, daß der positive Effekt der Glucoselösung nachlässt und die
Lagerung im Medium zu einer höheren Proliferation führt. Kritisch ist anzumerken, daß
insbesondere die Schwankung der Zellzahlen als subjektiv ermittelter Wert sehr hoch waren,
so daß wir zu Überprüfung der Ergebnisse den XTT-Test durchführten.
Diskussion: Die intraoperative Lagerung autologer Spongiosa sollte in jedem Fall in Lösung
stattfinden. Empfehlenswert erscheinen hier NaCL-Lösung oder Glucose 5%, da beide
Lösungen in den Operationssälen einfach aufzubewahren und verfügbar sind. Die trockene
Aufbewahrung sollte grundsätzlich vermieden werden
I9
Einfluss des Alters auf die Mikrovaskularisierung des Knochens
Autor: Robert G. Stigler
Co-Autor: Günter Lepperdinger, Robert Gassner, Michael Rasse, Frank R. Kloss
Institut: Univ. Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie Innsbruck
Kontakt: Anichstr. 35, 6020 Innsbruck, Österreich
Email: robert.stigler@i-med.ac.at
Einleitung: Die Bevölkerungsentwicklung europäischer Länder zeigt eine Zunahme der
alternden Bevölkerung bei gleichzeitiger Zunahme der durchschnittlichen Lebenserwartung.
Damit steigt die Zahl alter Patienten die im Rahmen rekonstruktiver oder präprothetischer
Eingriffe eine Knochentransplantation benötigen. Neben zahlreichen Faktoren hängt der
Erfolg einer autogenen Knochentransplantation von der Qualität der Spenderregion ab, wobei
ein wesentlicher Faktor die Vaskularisierung des Transplantates darstellt. Bislang fehlen in
der Literatur ausreichende Daten über die Mikrovaskularisierung möglicher Spenderregionen
in Abhängigkeit vom Alter des Patienten.
Material
und
Methode:
Zur Untersuchung der Mikrovaskularisierung autogener
Beckenkammtransplantate wurden Knochenproben im Rahmen von aufbauenden oder
rekonstruktiven Eingriffen bei Patienten unterschiedlichen Alters gewonnen. Die Proben
wurden
in
Technovit
immunhistochemischen
9100Neu
Evaluation
eingebettet
unterzogen.
und
Dabei
einer
wurden
histologischen
und
zur
von
Detektion
Endothelzellen anti-CD31 Antikörper und BSL-1 (Bandeiarea simplicifolia Lektin-1)
eingesetzt.
Resultate: Das Alter der Spender variierte von 19 Jahren bis 68 Jahren (Mittelwert 36,5
Gruppe Jung und 64,2 Gruppe alt). Immunhistochemische zeigte der Vergleich von jungen
und alten Beckenkammbiopsien sowohl im Knochen als auch im Knochenmark eine
Abnahme der Mikrogefäßdichte.
Diskussion: Die Abnahme der Mikrogefäßdichte im alternden Spenderknochen reduziert die
Qualität des Spenderknochens in mehrfacher Weise. Die Revaskularisierung des
Transplantates kann dadurch verlangsamt oder vereitelt werden. Darüber hinaus weisen
neuere Studien darauf hin, dass insbesondere die perivaskuläre Nische ein Reservoir für
mesenchymale Stammzellen darstellt.
Zusammenfassung: Eine Verringerung der Gefäßdichte, könnte somit die verminderte Zahl
der mesenchymalen Stammzellen im alternden Knochen erklären.
I10
Einfluss einer VEGF Beschichtung auf die Vaskularisierung von Scaffolds
Autor: Daniel Lindhorst
Co-Autor: Frank Tavassol, Constantin v. See, Paul Schumann, Harald Essig, Horst
Kokemüller, Martin Rücker, Nils-Claudius Gellrich
Institut: Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie der Medizinischen Hochschule
Hannover
Kontakt: Carl-Neuberg-Str. 1, 30161 Hannover, Deutschland
Email: lindhorst.daniel@mh-hannover.de
Einleitung: Eine adäquate Vaskularisierung ist eine der wichtigsten Vorraussetzungen bei der
Knochentransplantation. Deshalb wurden ß-Trikalzium-Phosphat (ß-TCP) und poröses Poly(lLaktid-Co-Glykolid) (PLGA) Scaffolds mit Hilfe von Vascular Endothelial Growth Factor
(VEGF) beschichtet und es wurde untersucht, ob diese Beschichtung einen Einfluss auf die
Vaskularisierung und Angiogenese hat.
Material und Methode: In 48 balb/c Mäusen wurden Rückenhautkammern implantiert, und
diese wurden 6 Gruppen zugeteilt (jeweils n=8). Unbeschichtete, kollagenbeschichtete und
zusätzlich VEGF-beschichtete PLGA und ß-TCP Scaffolds wurden in die Kammern
eingebracht. Während des 14-tägigen Beobachtungszeitraums wurden mittels intravitaler
Floureszenzmikroskopie
wiederholt
die
Angiogenese,
die
Neovarskularisation
und
Leukozyten-Endothel-Interaktionen gemessen. Ergänzend wurde die Freisetzung von VEGF
aus PLGA und ß-TCP über eine ELISA-Testung untersucht. Anhand von histologischen
Präparaten wurden mikromorphologische Aspekte beobachtet.
Resultate: Unbeschichtete ß-TCP Scaffolds zeigten im Vergleich zu unbeschichteten PLGA
Scaffolds eine beschleunigte und höhere Angiogenese. Die Beschichtung mit VEGF in vivo
bewirkte zusätzlich sowohl in PLGA- als auch besonders in ß-TCP Scaffolds eine signifikante
Steigerung der Neoangiogenese. PLGA Scaffolds setzten im Vergleich zu ß-TCP innerhalb
der ersten zwei Tage in vitro signifikant mehr VEGF frei. In der Folge konnten wir bei den
PLGA Scaffolds eine massive Abnahme der VEGF-Freisetzung beobachten. Die Freisetzung
war im Vergleich zur konstanten VEGF-Abgabe von ß-TCP vernachlässigbar gering. Über
den Beobachtungszeitraum zeigten sich konstant leicht erhöhte Entzündungsparamter im nicht
signifikanten Bereich. Histologisch zeigte sich sowohl bei PLGA- als auch bei ß-TCP
Scaffolds eine adäquate Einheilung ins Empfängergewebe.
Diskussion: Die mikroporöse Beschaffenheit von ß-TCP führt zu einer prolongierten
Freisetzung von VEGF über den Beobachtungszeitraum von 14 Tagen im Vergleich zu PLGA
Scaffolds. Dadurch werden verbesserte Bedingungen für die Neoangiogenese geschaffen.
Zusammenfassung:
Die
Studie
demonstriert,
dass
ß-TCP
Scaffolds
bessere
Vorraussetzungen für die Vaskularisierung bieten als PLGA-Scaffolds. Eine Beschichtung
mit VEGF verbessert die Bedingungen in beiden Scaffolds signifikant. Es kommt zu einer
früheren und stärkeren Vaskularisierung. Die Studie stellt somit einen vielversprechenden
Lösungsansatz für den erfolgreichen klinischen Einsatz von Tissue Engeneering Konstrukten
dar.
I11
Der intramandibuläre Verlauf des N. alveolaris inferior im Molarenbereich von zahnlosen
Mandibeln: Die klinische Bedeutung für die vertikale Distraktion und Implantologie
Autor: N. Lautner
Co-Autor: C. Krenkel; M. McCoy
Institut: Salzburg Landeskliniken, Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie
Kontakt: Hagenaustrasse 16A, 5020 Salzburg, Österreich
Email: nora.lautner@pmu.ac.at
Einleitung: Zahnlosigkeit reduziert die Alveolarfortsatzhöhe über dem Mandibularkanal. Die
ungenügende
Knochenhöhe
kann
bei
der
Verankerung
von
Implantaten
oder
Operationsverfahren wie Distraktionsosteogenese Schwierigkeiten bereiten oder den N.
alveolaris inferior schädigen. Ziel dieser Untersuchung ist eine möglichst genaue Bestimmung
der intramandibulären Distanzen im zahnlosen Unterkiefer im Vergleich zur Cawood
Klassifikation.
Material und Methode: Untersucht wurden 37 mazerierte zahnlose menschliche Unterkiefer
aus anatomischen Sammlungen (Pürgg, Hallstatt) mittels Dental CT. Verglichen wurden die
Unterkieferquerschnitte in der Region des ersten und zweiten Molaren auf beiden Seiten (d.h.,
vier Querschnitte pro Mandibula). Gemessen wurden jeweils sieben Distanzen [totale Höhe
(A), totale Breite (B), Dicke der bukkalen Kortikalis (C), Innendurchmesser des
Mandibularkanals (D), Distanz zwischen bukkalem Außenrand des Mandibularkanals zur
lingualen Kortikalis (E), Abstand zwischen Mandibularkanal und Alveolarkamm (F), Abstand
der bukkalen Kortikalis zum Mandibularkanal (G)]. Zum Vergleich wurde auch die Art der
Atrophie in den vier Querschnitten mittels der Cawood Klassifikation (Kieferkammform,
Höhe, Breite) bestimmt.
Resultate: Es zeigten sich signifikante Unterschiede zwischen linker und rechter Seite
(p=0.05) für die Distanzen E und G. Gleichfalls signifikante Unterschiede fanden sich
zwischen dem Bereich des ersten und zweiten Molaren der gleichen Seite (p=0.05) für
folgende Variablen: A, B, E, F, G. Die Distanzen im Bereich des ersten Molaren betrugen im
Mittel: A: 18.24mm; B: 13.87mm; C: 2.32mm; D: 3.59mm; E: 8.76mm; F: 6.67mm; G:
5.1mm. Im Bereich des zweiten Molaren wurden folgende durchschnittliche Distanzen
ermittelt: A: 16.58mm; B: 15.36mm; C: 2.16mm; D: 3.61mm; E: 9.86mm; F: 5.87mm; G:
5.5mm. Somit unterschieden sich lediglich die Dicke der bukkalen Kortikalis (C) und die
Durchmesser des Mandibularkanals (D) nicht signifikant. In den jeweils 74 untersuchten
Querschnitten zeigten sich Unterschiede in der Verteilung der Cawood Klassen im Bereich
des ersten Molaren (I n=2; II n=6; III n=16; IV n=36; V n=3; VI n=11) und im Bereich des
zweiten Molaren (I n=2; II n=3; III n=29; IV n=20; V n=5; VI n=15). Daraus ergibt sich nach
Cawood eine höhere Atrophieklasse im Bereich des ersten Molaren als im Bereich des
zweiten Molaren. Die Gesamtverteilung der 148 Querschnitte betrug: I n=4; II n=9; III n=45;
IV n=56; V n=8; VI n=26. Am häufigsten war die Cawood Atrophieklasse IV mit 38%
vertreten. Für die Setzung von vertikalen Distraktionsschrauben von 2.0mm Durchmesser ist
eine Mindestdistanz von3.5mm zwischen bukkaler Kortikalis und Mandibularkanal
erforderlich (lateral des N. alveolaris inferior, = G). Diese Mindestdistanz wurde zu 88% (n=
65) im Bereich des ersten Molaren und zu 93% (n=69) im Bereich des zweiten Molaren
gefunden. Das Setzen von Implantaten benötigt eine Mindestdistanz von 8.0mm vom oberen
Rand des Mandibularkanals zum Alveolarkamm (F). Diese Distanz wurde zu 35% (n=26) im
Bereich des ersten und nur in 22% (n=16) im Bereich des zweiten Molaren gefunden.
Zusammenfassung: Bemerkenswert erscheinen die Unterschiede in der Beurteilung der
Atrophie im Bereich des ersten und des zweiten Molaren: Der Alveolarkamm ist beim ersten
Molaren höher als beim zweiten Molaren; nach der Cawood Klassifikation ist jedoch die
Atrophie beim ersten Molaren stärker ausgeprägt als beim zweiten Molaren. Über die Ursache
dieser Unterschiede können nur Vermutungen angestellt werden. Die Bestimmung der
Cawood Klasse alleine lässt jedenfalls keine Aussage über das Risiko einer Nervschädigung
bei der Verwendung einer vertikalen Distraktionsschraube oder Implantatsetzung zu. Auf
Grund der eher geringen Fallzahl von Mandibeln, die nie prothetisch versorgt waren, sind
diese Ergebnisse allerdings eingeschränkt zu bewerten.
I12
Titanoxid - Partikel – Unverträglichkeit (TPU): Brauchen wir ein Umdenken in der dentalen
Implantologie – Keramik anstatt Titan?
Autor: Norbert Fock
Co-Autor: Johan Feith
Kontakt: 1010 Wien, Kohlmarkt 7
Email: norbert.fock@medunivie.ac.at
Einleitung: Periimplantitits bei dentalen Titanimplantaten ist ein zunehmendes Problem in
der implantologischen Praxis. Die Häufigkeit wurde von der sechsten Konsensuskonferenz
der Parodontologie in Ittigen in der Schweiz am 2-6 Febr. 2008 auf Basis von Multi Center
Studien festgestellt. Periimplantitis kommt in 28%-56% der Implantat Patienten vor, wobei
12%-43% der Implantate befallen sind.
Die Ursachen können dabei nicht in allen Fällen nur in einer mangelnden Mundhygiene
gefunden werden. Neueste Studien beschreiben eine mögliche Unverträglichkeit durch
Titanoxid Partikel. Eine Periimplantitis bei keramischen Dentalimplantaten wird bisher
nahezu kaum beobachtet.
Material und Methode: Anhand von Studienergebnissen, auch aus dem orthopädisch
chirurgischen Bereich, wird die Problematik einer TPU aufgezeigt.
In einem neuen Bluttestverfahren lässt sich feststellen, ob ein Patient auf Titanoxidpartikel bis
0,5 Mikron durch eine Immunzellaktivierung der Monocyten reagiert, welche sich durch
Freisetzung von TNF-α und IL-1ß äußern. Über einem bestimmten Schwellenwert dieser
Entzündungsmediatoren
ist
Titan
für
solch
einen
Patienten
ein
ungeeignetes
Implantatmaterial. Zusätzlich lässt sich die persönliche Entzündungsbereitschaft der Patienten
bestimmen, welche genetisch vorgegeben ist. Es werden hier derzeit vier unterschiedliche
Respondertypen klassifiziert.
Resultate: Bei Patienten mit Periimplantitis bei Titanimplantaten besteht in der Regel eine
starke Korrelation zwischen einer TPU und einem ungünstigen Respondertypus.
Diese
Parameter haben bei der Verwendung von Zirkonoxid keinen Einfluss laut Studien der
Orthopädischen Universitäten in Essen und Würzburg .
Diskussion: Die Problematik der Periimplantitis ist implantologisch tätigen Kollegen auch
oft wegen ihrer Therapierefraktarität hinlänglich bekannt. Eine adäquate Standardtherapie –
abgesehen von penibler Mundhygiene – hat sich nicht durchsetzen können. Obwohl die
Anzahl der keramischen dentalen Implantate in vivo nur einen geringen Prozentsatz der sich
in vivo befindlichen dentalen Titanimplantate ausmachen, ist eine Problematik durch
Periimplantitis nicht oder kaum zu beobachten. Eine Häufung von TPU und ungünstigem
Entzündungs-Responder-Typ bei einer Periimplantitis bei Titanimplantaten legt dabei den
Schluss für die Problematik einer suffizienten Therapie nahe.
Keramik als Implantatwerkstoff war in der Vergangenheit insbesondere aufgrund verlängerter
Einheilzeiten und ungünstiger Einheilparameter (Tiefziehschiene) aufgrund einer zu geringen
Oberflächenrauhigkeit
als
problematisch
anzusehen.
Durch
ein
spezielles
Konditionierungsverfahren des keramischen Grundwerkstoffes vor der Sinterung (Patent
ZV3) konnten vergleichbare Parameter, wie bei Titanimplantaten, bezüglich der
Einheilungszeiten und Parameter erreicht werden.
Die Verwendung von Titanimplantaten als Standardtherapie sollte daher insbesondere bei
Risikopatienten streng überdacht werden.
Zusammenfassung: Periimplantitis bei dentalen Titanimplantaten wird mit einer Häufigkeit
von 28-56% angegeben und korreliert in vielen Fällen mit einer Titanoxid-PartikelUnverträglichkeit und einem ungünstigen überschießenden Entzündungs-Responder Typ.
Beide Parameter können präoperativ durch Bluttests erhoben werden. Eine Periimplantitis bei
keramischen Implantaten wird jedoch kaum beobachtet, auch nicht bei Patienten, die zu
einem ungünstigen Responder Typ gehören. Aufgrund neuester materialtechnischer
Entwicklungen beim System ZV3 sind Keramikimplantate nun, im Gegensatz zu früheren
Erfahrungen,
insbesondere
bezüglich
Titanimplantaten vergleichbar.
der
Einheilungszeiten
und
Parameter
mit
Die bisher meist unreflektierte Verwendung des
Titanimplantats als Standardtherapie sollte deshalb überdacht werden.
I13
Nanotechnologie als technologischer Fortschritt in der MKG Chirurgie
Autor: Frank R. Kloss
Co-Autor: Oliver Hächl, Doris Steinmüller-Nethl, Robert Gassner, Michael Rasse
Institut: Universitätsklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Medizinsiche
Universität Innsbruck
Kontakt: Anichstr. 35, 6020 Innsbruck, Österreich
Email: frank.kloss@i-med.ac.at
Einleitung: In den letzten Jahren gewinnt die Nanotechnologie in allen Gebieten der Medizin
an Bedeutung. Dabei bietet diese Technologie eine Vielfalt von Möglichkeiten, von der
Nutzung von Nanopartikeln zur gezielten Medikamentenapplikation bis hin zur Generierung
neuartiger Oberflächen in der Implantologie. Mit der Nanostrukturierung einer Oberfläche
treten die Volumeneigenschaften einer Oberfläche mehr und mehr hinter ihre eigentlichen
physiko-chemischen Eigenschaften. Durch die gleichzeitige Oberflächenvergrößerung kommt
es zu einer Potenzierung der funktionellen Gruppen an der Oberfläche. Diese Möglichkeiten
werden heute von zahlreichen Anbietern genutzt und sollen am Beispiel von in vitro und in
vivo Ergebnissen einer nano-kristallinen Diamantoberfläche dargestellt werden.
Material und Methode: Zur Durchführung der Versuche werden Implantatoberflächen
unterschiedlicher Rauigkeiten mit einem nanokristallinen Diamanten beschichtet (rho-BeSt
coating GmbH, Innsbruck). Die endständigen Oberflächenbindungen werden entweder mit
Wasserstoff (hydrophob) oder Sauerstoffgruppen (hydrophil) abgesättigt. Zur Beobachtung
des Einflusses der Nanostrukturierung werden sowohl in vitro (SaOS2 Zellinie) und in vivo
Versuche in der Ratte (Hautmodell) und im Großtier (Osseointegration) durchgeführt. Ziel
des Vergleiches ist die Darstellung der Bedeutung der physiko-chemischen Eigenschaften
einer nanokristallinen Oberfläche gegenüber dem morphologischen Einfluss und der
Bedeutung der Nanotechnologie in diesem Feld der MKG-Chirurgie.
Resultate: Die Beschichtung einer Implantatoberfläche mit nanokristallinem Diamanten führt
durch die einzelne Partikelgröße von ca. 5nm zu einer Vergrößerung der Implantatoberfläche.
Damit stehen mehr funktionelle Gruppen einer Oberfläche dem interagierenden biologischen
System zur Verfügung. In vitro kann gezeigt werden, dass die alleinige Nanomorphologie
keinen positiven Einfluss auf das Zellverhalten aufweist. Dagegen beeinflussen die physikochemischen Eigenschaften der Oberfläche (hydrophob versus hydrophil) das Zellverhalten
entscheidend. So konnte insbesondere für osteogene Zellen eine gesteigerte Differenzierung
auf hydrophilen Oberflächen nachgewiesen werden. Dieser Einfluss kann in vivo für die
knöcherne Integration von Implantaten bestätigt werden. Dagegen spielt bei der Anheilung
von Weichgewebe an Implantate die Mikromorphologie eine entscheidende Rolle. So konnte
gezeigt werden, dass die physiko-chemischen Eigenschaften einer nanokristallinen
Beschichtung bei ausgeprägten Mikrorauigkeiten eine reduzierte Rolle spielen.
Diskussion: Nanotechnologie eröffnet in der heutigen Medizin neue Möglichkeiten. In der
Implantologie können somit Oberflächen generiert werden die in ihren physiko-chemischen
Eigenschaften herkömmlichen Oberflächen überlegen sind. Obwohl die Nanomorphologie im
biologischen System von untergeordneter Bedeutung zu sein scheint, eröffnet gerade die
Oberflächenvergrößerung und den damit vermehrten funktionellen Gruppen Möglichkeiten
eine stabilen Biofunktionalisierung solcher Oberflächen durchzuführen. Somit können neue
Indikationen für medizinische Implantate erschlossen werden.
Zusammenfassung: Die Nanomedizin gewinnt in allen Bereichen der Medizin an Bedeutung.
Obwohl diese Forschung derzeit am Anfang steht, lässt sich heute erkennen, dass durch diese
Technologie neue Felder erschlossen und Indikationen erweitert werden können.
I14
Funktioniert die Förderung der Osseointegration durch die intermittierende Gabe von
Parathormon?
Daten aus zwei präklinischen Studien und einer klinischen Pilotstudie.
Autor: Ulrike Kuchler
Co-Autor: Birgit Mair, Stefan Tangl; Georg Watzek; Reinhard Gruber
Institut: Medizinische Universität Wien, Abteilung für Orale Chirurgie und Austrian Cluster
for Tissue Regeneration, Wien, Österreich
Kontakt: Univ. Klinik für Zahn-, Mund-, und Kieferheilkunde Wien
Email: ulrike.kuchler@meduniwien.ac.at
Die knöcherne Einheilung dentaler Implantate, genannt „Osseointegration“, ist für den
klinischen Erfolg dieser Behandlung von entscheidender Bedeutung. Patienten die diese
Behandlung in Anspruch nehmen sind zumeist im fortgeschrittenen Alter und leiden unter
systemischen Erkrankungen wie z.B Diabetes mellitus; beide Situationen gehen mit einer
beeinträchtigten Osseointegration einher. Eine anabole Therapie zur Förderung der
Osseointegration wäre demnach, speziell in diesen Patientengruppen, wünschenswert. Eine
mögliche anabole Therapie bietet die intermittierende Gabe von Parathormon (PTH), einem in
der Behandlung der Osteoporose zugelassenes Medikament. Neben der Wirkung auf den
Knochenumbau, gibt es eine Vielzahl präklinischer Studien die auf eine positive Wirkung von
PTH bei der Einheilung von Implantaten hinweisen. Präklinische Studien unserer
Arbeitsgruppe zeigten, dass durch die intermittierende Gabe von PTH die Steigerung der
Osseointegration bei adulten Ratten stärker ausfällt als bei vergleichsweise jungen Ratten (1).
Die anabole Wirkung von PTH ist demnach altersabhängig. Ebenso konnten wir zeigen, dass
die anabole Wirkung von PTH bei diabetischen Ratten ausbleibt (2). Die anabole Wirkung
von PTH erfordert folglich normoglykämische Bedingungen,
An unserer Klinik wurde die erste klinische Pilotstudie durchgeführt mit der Frage ob PTH
die Osseointegration von Implantaten fördern kann. Es wurden 23 Patienten in die Studie
eingeschlossen,
die
während
einer
interforaminalen
Implantation
zusätzlich
zwei
Minischrauben im Unterkiefer erhielten. Die Patienten (n=12) erhielten entweder 20
Mikrogramm Teriparatid (1-34 PTH; Forteo®) einmal täglich für 28 Tage oder keine
Behandlung (n=11). Die Minischrauben wurden nach neun Wochen entfernt und einer
histomorphometrischen Analyse unterzogen deren Auswertung demnächst abgeschlossen ist
(3). Ziel des Vortrages ist es die anabole Wirkung der intermittierenden Gabe von PTH in
Anhängigkeit des Alters und von Diabetes anhand präklinischer Studien aufzuzeigen. Ebenso
soll die mögliche Wirkung von PTH auf die Osseointegration im Patienten dargestellt und
diskutiert werden.
Danksagung: Die Autoren danken Spilka T, Baron K, Feierfeil J, Skiba D und dem Team der
Abteilung für Biomedizinische Forschung (MUW) für ihre Unterstützung. Die Arbeiten
wurden durch Osteology Foundation (Projekt #08-12) und die Medizinisch-Wissenschaftliche
Fonds des Bürgermeisters der Bundeshauptstadt Wien (Projekt # 09022) gefördert.
(1) Mair B, Tangl S, Feierfeil J, Skiba D, Watzek G, Gruber R. Age-related efficacy of
parathyroid hormone on osseointegration in the rat. Clin Oral Implants Res. 2009;20(4):4005.
(2) Kuchler U, Spilka T, Baron K, Tangl S, Watzek G, Gruber R. Intermittent parathyroid
hormone fails to stimulate osseointegration in diabetic rats. Clin Oral Implants Res. (in print)
(3) Kuchler U, Tangl S, Luvizuto E, Watzek G, Gruber R. Effect of intermittent parathyroid
hormone on osseointegration of study implants. (manuscript in preparation)
I15
Die Sofortimplantation - Möglichkeiten einer Therapieform
Autor: G. Tepper
Institut: (1) Abteilung für Orale Chirurgie, Bernhard Gottlieb Universitätszahnklinik,
Universitätsklinik für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Medizinische Universität Wien
Kontakt: Univ. Klinik für Zahn-, Mund-, und Kieferheilkunde Wien
Zusammenfassung: Die Sofortimplantation ist heutzutage aus der modernen zahnärztlichen
Implantologie nicht mehr wegzudenken. Die Literatur besagt, dass zu den mannigfachen
Vorteilen unter anderen eine deutlich beschleunigte Behandlungsdauer, die Erhaltung von
alveolären Knochenstrukturen und die massive Verminderung der Zahl der pro Patient
erforderlichen chirurgischen Interventionen am wesentlichsten sind. Die Sofortimplantation
ist jedoch keinesfalls als der einfache Einstieg in die Welt der Implantologie zusehen, denn
Unerfahrenheit wird mit einer Erhöhung der Komplikationsrate geahndet. Der Vortrag
konzentriert sich auf eine grosse Zahl unterschiedlichster klinischer Indikationen und regt
durch provokante high-end Fälle zur Reflexion und fachlichen Diskussion an.
I16
Die
Effekte
einer
kombinierten
externen
und
internen
Kühlung
während
der
Implantatbettaufbereitung
Autor: Georg D. Strbac
Co-Autor: Hof M.1, Unger E.2, Vasak C.1, Höhsl S.1, Bijak M.2, Watzek G.1, Bernhart T.1
& Zechner W.1
Institut: Abteilung für Orale Chirurgie, Bernhard Gottlieb Universitätszahnklinik,
Universitätsklinik für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Medizinische Universität Wien
Kontakt: Währingerstraße 25a, 1090 Wien Wien, Österreich
Email: georg.strbac@meduniwien.ac.at
Einleitung: Bei der Implantatbettpräparation mit rotierenden Instrumenten können bei
insuffizienter Kühlung thermische und mechanische Schädigungen den Implantaterfolg
beeinträchtigen. Ziel dieser Pilotstudie war es, die Effizienz unterschiedlicher Kühlungen bei
der Implantatbettpräparation unter standardisierten Bedingungen, zu untersuchen.
Material
und
Methode:
mikroprozessorgesteuerten
Die
Implantatbettaufbereitungen
Bohrstand
mit
erfolgten
freiprogrammierbaren
an
einem
intermittierenden
Bohrzyklen. Untersucht wurde die Implantatbettpräparation bis in die Bohrtiefe von 10mm
bzw. 16mm mit einem 2mm Spiralbohrer und die stufige Aufbereitung mittels Kanonenbohrer
bis zu einem Durchmesser von 4,3mm. Es wurden reproduzierbare Bohrsequenzen mittels
kombinierter-externen und internen (A), externen (B) und internen (C) Kühlung durchgeführt.
Als Knochenmodell wurde, wie bereits beschrieben, die Rinderrippe verwendet, da diese der
menschlichen Mandibula als in-vitro Modell am ehesten entspricht. Um unter standardisieren
Bedingungen die unterschiedlichen Kühlungsmethoden untersuchen zu können, wurden
jeweils gleich große Knochenstücke der 7. Rinderrippe verwendet. Die thermischen
Veränderungen der unterschiedlichen Kühlungen mittels isotoner Kochsalzlösung wurden mit
zwei thermosensitiven Messsonden durch 8 Messperlen in Echtzeit computergesteuert
aufgezeichnet.
Resultate: Der höchste Temperaturanstieg wurde bei dieser Studie im kortikalen Bereich bei
Verwendung des 2mm Spiralbohrer bei der Tiefenpräparation von 10mm beobachtet
A=1,52°C(± 0,72)/B=1,88°C(± 0,22)/C=1,23°C(± 0,45). Der Vergleich der unterschiedlichen
Kühlungen untereinander ergab bei kortikalen Aufzeichnungen signifikante Unterschiede
zwischen der kombinierten Kühlung und der externen Kühlmethode bei Verwendung des
2mm Spiralbohrers bei der Tiefenpräparation von 10mm, sowie zwischen der internen und der
externen Kühlung und zwischen der externen und der kombinierten Kühlung bei Verwendung
des 16mm Implantatbohrers mit einem Durchmesser von 4,3mm. Der Vergleich der
unterschiedlichen Kühlmethoden untereinander zeigte auf Höhe der Bohrerspitze im
spongiösen Knochen bei der Tiefenpräparation von 16mm bei Verwendung des
Implantatbohrers mit einem Durchmesser von 4,3mm signifikante Unterschiede zwischen
interner und externer Kühlung sowie zwischen externer und kombinierter Kühlung.
Diskussion: Bei der Implantatbettpräparation kommt es durch Verwendung von rotierenden
Bohrinstrumenten zu einem Temperaturanstieg im Knochen. In der vorliegenden Studie
wurde der höchste Temperaturanstieg im kortikalen Bereich bis zu einer maximalen Tiefe von
4mm beobachtet. Dies bestätigt Untersuchungen, dass der kortikale Knochen aufgrund der
höheren Dichte, die bei der Präparation entstandene von Wärme, schlechter ableitet und
länger speichert als der spongiöse Anteil des Knochens.
Zusammenfassung: In dieser Pilotstudie konnten unter standardisierten Bedingungen bei
tiefen Präparationen signifikant bessere Ergebnisse bei der kombinierten Kühlung beobachtet
werden.
Ästhetische Gesichtschirurgie
Ä1
Verbesserung der Lippenästhetik bei voroperierten Lippen-, Kiefer-, Gaumenspalten durch
Permanent-Make-up und Lippenaugmentation mittels Filler.
Autor: Wolfgang Feistl
Co-Autor: Michael Malek
Institut: AKh Linz, Abteilung für Mund- Kiefer- und plastische Gesichtschirurgie
Kontakt: Krankenhausstr. 9, A-4020 Linz, Österreich
Email: wolfgang.feistl@gmx.at
Einleitung: An der Abteilung für Mund- Kiefer- und plastische Gesichtschirurgie am AKh
Linz wurden in den letzten 10 Jahren 468 Patienten mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten
operiert.
Hiervon
vorgenommen,
wurden
bei
Lippenverschlussplastik
15
primäre
Patienten
auch
auf
Lippenverschlussplastiken
mit
der
beidseitigen
zweiten
bei
Spalten
Seite.
119
Säuglingen
erfolgte
Lippenkorrekturen
eine
als
Sekundäroperationen wurden bei 109 Patienten durchgeführt. Häufig lassen sich jedoch bei
Lippenspalten
-trotz
mehrfacher
Operationen-
geringfügige
Volumendefizite
und
Unterschiede in Farbnuancen insbesondere an der Lippenrot/Lippenweiß-Grenze nicht völlig
vermeiden. Aus diesem Grund wurde eine prospektive Studie projektiert, in der untersucht
werden sollte, ob sich das ästhetische Erscheinungsbild bei voroperierten Lippenspalten durch
Permanent Make-up und Augmentation mit Hyaluronsäurefillern verbessern lässt.
Material und Methode: Das Studienprotokoll lautet wie folgt: Aus dem Kollektiv der
erwachsenen Spaltträger, die an der Abteilung operiert worden waren, werden diejenigen
Patienten ausgewählt, bei denen auf operativem Weg keine wesentlichen Verbesserungen der
Lippenästhetik mehr zu erwarten sind. Zunächst wird geklärt, ob eine Verbesserung durch ein
Permanent-Make-up der Lippe möglich wäre. Bei entsprechender Indikation wird das
Permanent-Make-up durch eine am Hause tätige Kosmetikerin angefertigt. Ca. zwei Wochen
später erfolgt von ärztlicher Seite eine erste Augmentation mittels abbaubarem injizierbarem
Filler auf Hyaluronsäure-Basis (Restylane®). Falls nötig erfolgt eine weitere Behandlung 2
Wochen später. Die Augmentationen werden jeweils durch denselben Behandler
durchgeführt. Sämtliche Schritte werden sowohl fotografisch als auch mittels OberflächenGesichtsscanning dokumentiert. Zudem werden die Patienten mit einem standardisierten
Fragebogen über Ihre Zufriedenheit befragt. Komplikationen und Nebenwirkungen werden
dokumentiert. Nachuntersuchungen werden nach 6 und 12 Monaten vereinbart.
Resultate: Die Untersuchung wurde als Pilotstudie projektiert, Langzeitergebnisse liegen
aktuell noch nicht vor. Anhand eines exemplarischen Falles können jedoch bereits erste
Ergebnisse vorgestellt werden.
Diskussion: Die Verwendung von Permanent-Make-up und Fillern stellt keine Alternative
sondern vielmehr eine Ergänzung der chirurgischen Korrekturoptionen dar. Die Indikation
ergibt sich aus Möglichkeiten und Grenzen der Methodik. Ein Vorteil der Methode liegt in der
geringen Invasivität. Außerdem stellen sowohl die Verwendung von Fillern auf der Basis von
Hyaluronsäure in der ästhetischen Medizin als auch von Permanent Make-up in der Medizin
und Kosmetik bereits gängige Verfahren dar, bei denen vergleichsweise nur mit geringen
Komplikationen zu rechnen ist. Als Nachteil der Methode ist zu sehen, dass das Ergebnis
nicht dauerhaft ist und bei Wiederholungen der Behandlung außerhalb der aktuellen Studie
Kosten entstehen, die vom Patienten zumindest derzeit selbst zu tragen sind. An Alternativen
steht zum Beispiel die Augmentation mit Eigenfett zur Verfügung. Der Stellenwert der
Methode zur Behandlung von Spaltträgern ist in der Literatur bislang nur durch wenige
Studien hinterfragt.
Zusammenfassung: An der Abteilung für Mund- Kiefer- und plastische Gesichtschirurgie
am AKh Linz wurde eine prospektive Studie projektiert, in der untersucht werden sollte, ob
sich das ästhetische Erscheinungsbild bei voroperierten Lippenspalten durch Permanent
Make-up und Augmentation mit Hyaluronsäurefillern verbessern lässt. Anhand eines
exemplarischen Falles können erste Ergebnisse vorgestellt werden
Ä2
Nimodipin-Gabe unterstützt die schnelle funktionelle Regeneration bei peripherer
Fazialisparese
Autor: Scheller K
Co-Autor: Scheller C
Institut: Klinik für Neurochirurgie Uni Halle
Kontakt: Ernst-Grube-Straße 40, 06114 Halle, Deutschland
Email: konstanze.weinzierl@medizin.uni-halle.de
Einleitung: Vorübergehende und permanente Paresen des N. facialis sind bekannte
Komplikationen bei der operativen Versorgung von Kiefergelenksfrakturen (0-48%). Auch
nach orthognater Chirurgie wurden vereinzelt Schädigungen des N. facialis beobachtet. Der
Ausfall des N. facialis ist für den betroffenen Patienten sehr belastend. Eingedenk
verschiedener retro- und prospektiven klinischer Studien in der Neurochirugie, die eindeutig
einen positiven Effekt von Nimodipin auf den Erhalt der Funktion des N. facialis und N.
vestibularis bei der Akustikusneurinomchirurgie zeigten, wurden diese Patienten, nach
eindeutiger Aufklärung und Einverständnis, mit Nimodipin behandelt.
Material und Methode: 13 Patienten mit einer moderaten bis schwer ausgeprägten
peripheren Fazialisparese nach unterschiedlichen Eingriffen im Mund-, Kiefer- und
Gesichtsbereich wurden zwischen 2008 und 2009 behandelt. Bei allen Patienten war die
Integrität des Nerven erhalten. Aufgrund fehlender spontaner Regeneration wurde den
Patienten im Rahmen einer Anwendungsbeobachtung (“off-label” use) Nimodipine oral
verabreicht.
Resultate: Eine Verbesserung der Nervfunktion zu Grad I-II in der House-BrackmannKlassifikation konnte bei allen Patienten nach der oralen Gabe von Nimodipine nach einem
Behandlungsintervall von maximal 2 Monaten beobachtet werden.
Diskussion: Die klinischen Beobachtungen bei diesen Patienten zeigten alle unter NimotopTherapie einen positiven Effekt auf die Regenerationsgeschwindigkeit der Funktion des N.
facialis. Diese Ergebnisse werden durch Untersuchungen in Tierversuchen und in
verschiedenen klinischen Studien bei Neurochirurgischen Eingriffen bestätigt. Eine
prospekltive Studie mit einer größeren Anzahl von Patienten und einem homogeneren
Patientengut wird geplant um den positiven Effekt von Nimodipin auf die Nervregeneration
bei Mund-, Kiefer und Gesichtschirurgischen Eingriffen zu untersuchen.
Zusammenfassung: Die Regenerationsgeschwindigkeit nach traumatischer Schädigung des
N. facialis konnte durch Nimodipin-Gabe beschleunigt werden. Gravierende Nebenwirkungen
konnten nicht beobachtet werden.
Ä3
Die ästhetisch anspruchsvolle prothetische Versorgung der Orbita durch Umformung des
intraorbitalen Weichgewebes
Autor: Martin Rücker
Co-Autor: Harald Essig, Constantin von See, Horst Kokemüller, Paul Schumann, Frank
Tavassol, Nils-Claudius Gellrich
Institut: MKG-Chirurgie, Medizinische Hochschule Hannover
Kontakt: Carl-Neuberg-Str. 1, 30539 Hannover, Deutschland
Email: ruecker.martin@mh-hannover.de
Einleitung:
Die
Symptome
Enophthalmus,
Ptose,
vertiefte
Oberlidfurche
und
Unterliderschlaffung sind bekannte Folgen einer Enukleation und das oftmals trotz Insertion
eines Orbitaimplantates. Da die bisherigen chirurgischen Augmentationstechniken in vielen
Fällen zu ästhetisch unbefriedigenden Ergebnissen führen, stellen wir einen neuen
osteotomiefreien Ansatz zur Verkleinerung der orbitalen Grenzstrukturen vor.
Material und Methode: Bei einseitig enukleierten Patienten wurde der Orbitainhalt über
einen transkonjunktivalen Zugang subperiostal disseziert. Mittels individualisierten 3DTitanmeshs wurde die knöcherne Orbita rekonturiert. Die resultierende sagittale Projektion
der Orbitaprothese wurde dann vier Wochen postoperativ mittels CT-Aufnahmen und
Röntgenstrahlen frei durch eine Face-Scan basierte dreidimensionale Oberflächenanalyse
quantifiziert und mit der der entsprechenden präoperativen Aufnahmen verglichen.
Resultate: Der retroseptale transkonjunktivale Zugang ermöglichte die osteotomiefreie
Einengung der Orbitagrenzen und plastische Umformung des Orbitainhaltes. Die
intraoperative Navigation garantierte die positionsgenaue Platzierung der individualisierten
Titangerüste. Der Vergleich der prä- und postoperativen CT- und Face-Scan-Aufnahmen
zeigte eine Verbesserung der sagittalen Prothesenposition, die vergleichbar war der Projektion
des gegenseitigen Auges.
Diskussion: Die vorgestellte Technik ermöglicht die individuelle Umformung des
intraorbitalen Weichgewebes zur Verbesserung der Position der Orbitaprothese, ohne dass
knöcherne Orbitaumstellungen oder weichgewebige Augmentationstechniken erforderlich
sind.
Zusammenfassung: Eine ästhetisch anspruchsvolle prothetische Versorgung der Orbita kann
über die Umformung des intraorbitalen Weichgewebes durch eine osteotomiefreie
Verkleinerung der orbitalen Grenzstrukturen erreicht werden, ohne dass weichgewebige
Augmentationstechniken erforderlich sind.
Kopf- und Halstumore
Tu1
Das Basaliom im zentralen Mittelgesicht von der chirurgisch-rekonstruktiven bis zur
epithetisch-prothetischen Versorgung - Ein Fallbericht
Autor: Florian Katauczek
Co-Autor: Hubert Ofner, Daniel Schadenböck
Institut: MKG-Chirurgie, AKh-Linz
Kontakt: Krankenhausstraße 9, 4021 Linz, Österreich
Email: florian_kat@yahoo.de
Einleitung: Das Basaliom oder Basalzellkarzinom ist das häufigste Karzinom der Haut,
gefolgt vom Plattenepithelkarzinom und dem malignen Melanom. Etwa 85% aller Basaliome
finden sich, durch die bevorzugten sonnenexponierten Hautstellen, im Kopf-Hals-Bereich.
Die Therapie der Wahl, bei operablen Basaliomen, ist ein chirurgisches Vorgehen mit
histologischer Verifizierung der Ränder. Basaliome haben im Allgemeinen eine gute
Prognose und Metastasieren auch bei aggressiv lokalen Formen sehr selten.
Material und Methode: Von 1989 – 2009 wurden am eigenen Krankengut an 563 Patienten
703 operative Eingriffe im zentralem Mittelgesicht aufgrund von Hauttumoren durchgeführt.
Fast die Hälfte der Tumore im zentralen Mittelgesicht waren Basaliome, ein Drittel waren
Plattenepithelkarzinome. Die Geschlechtsverteilung war etwa 1:1. Die Verteilung der
Hauttumore im zentralen Mittelgesicht waren mit 66,4% im Nasenbereich, mit 25,5% im
medialen Wangen-, und Lidbereich und mit 8,1% in der zentralen Oberlippe. Anhand eines
Fallberichtes wird der Krankheitsverlauf durch ein Basallzellkarzinom im Nasenbereich mit
anfänglich rekonstruktiven chirurgischen Maßnahmen bis hin zur prothetisch-epithetischer
Versorgung gezeigt.
Resultate: In manchen Fällen ist nach einer ausgedehnten Tumorresektion im zentralen
Mittelgesicht die sinnvollste Variante eine prothetisch-epithetische Defektversorgung.
Diskussion: Wie auch immer an die Defektversorgung bei einem Basalzellkarzinom im
zentralem Mittelgesicht herangegangen wird so darf zu keiner Zeit die Radikalität der
Tumorresektion beeinträchtigt werden. Viele plastische rekonstruktive Möglichkeiten, vom
Hautverschiebelappen
aus
der
unmittelbaren
Umgebung
bis
hin
zum
freien
mikrochirurgischen Gewebetransfer, sind heute durchführbar. Dank dieser Möglichkeiten hat
sich die Lebensqualität vieler Krebspatienten wesentlich verbessert. Die implantatgetragene
prothetisch-epithetische Defektversorgung stellt in ausgewählten Fällen eine gute Möglichkeit
zur funktionellen, ästhetischen Rehabilitation dar.
Zusammenfassung: Das Basaliom oder Basalzellkarzinom ist das häufigste Karzinom der
Haut. Aufgrund der bevorzugten sonnenexponierten Hautstellen, finden sich etwa 85% aller
Basalzellkarzinome im Kopf-Hals-Bereich. Von 1989 – 2009 wurden am eigenen Krankengut
an 563 Patienten 703 operative Eingriffe im zentralem Mittelgesicht aufgrund von
Hauttumoren durchgeführt. Fast die Hälfte der Tumore im zentralen Mittelgesicht waren
Basaliome. Anhand eines Fallberichtes wird der Krankheitsverlauf eines Basalzellkarzinoms
im Nasenbereich mit anfänglich rekonstruktiven chirurgischen Maßnahmen bis hin zur
prothetisch-epithetischer Versorgung gezeigt.
Tu2
Therapie und Prognose des Zungenkarzinoms - eine retrospektive Analyse
Autor: Horst Kokemüller
Co-Autor: Andre Eckardt, Harald Essig, Philipp Jehn, Daniel Lindhorst, Nils-Claudius
Gellrich
Institut: Medizinische Hochschule Hannover
Kontakt: Carl-Neuberg-Str. 1, 30625 Hannover, Deutschland
Email: kokemueller.horst@mh-hannover.de
Einleitung: In einer retrospektiven Analyse wurden insgesamt 341 Patienten mit primären
Zungenkarzinomen erfasst, welche im Zeitraum von 1980 bis 2009 an der Medizinischen
Hochschule Hannover behandelt wurden.
Material und Methode: Die durchschnittliche Nachbeobachtungszeit betrug 5,2 Jahre. 309
Patienten wurden chirurgisch behandelt, wovon etwa 10 % eine neoadjuvante und etwa 20 %
eine postoperative Radio(chemo)therapie erhielten. 32 Patienten wurden keiner Operation
zugeführt und wurden primär bestrahlt. Bei 91.3 % der chirurgisch behandelten Patienten
wurde eine R0-Resektion erzielt. Bei 82,2 % bzw. 37,9 % der operierten Patienten erfolgte
eine ipsilaterale bzw. bilaterale Neck dissection.
Resultate: Insgesamt 33 % der operierten Patienten wiesen tumorinfiltrierte Lymphknoten
auf. Der Anteil von kontra- und bilateralen Lymphknotenmetastasen lag jedoch nur bei 3 %.
Lokoregionale Rezidive traten nach einer durchschnittlichen Nachbeobachtungszeit von 1,6
Jahren bei insgesamt 37,2 % der chirurgisch behandelten Patienten auf. Bei den Patienten mit
sekundären Halsmetastasen waren diese in 73,8 % der Fälle ipsilateral, in 18,0 % der Fälle
kontralateral
und
in
8,2
%
der
Fälle
bilateral
lokalisiert.
Die
5-Jahres-
Überlebenswahrscheinlichkeit für das Gesamtkollektiv lag bei 55 %, wobei sich ein
signifikanter Unterschied zwischen den chirurgisch behandelten und primär bestrahlten
Patienten zeigte (54,5 % vs. 13,7 %, log rank p<0,001).
Diskussion: Art und Ausmaß der lymphatischen Beteiligung scheinen direkte Indikatoren für
den Malignitätsgrad des Zungenkarzinoms darzustellen. In multivariater Analyse erwiesen
sich neben dem R-Status insbesondere N-Status und Kapseldurchbruch als dominante
prognostische Faktoren.
Zusammenfassung: Auch in frühen Tumorstadien sollte neben einer aggressiven lokalen
Resektion eine bilaterale Neck dissection als fester Bestandteil einer chirurgischen
Behandlung implementiert werden, um dem hohen Anteil okkulter Lymphknotenmetastasen
therapeutisch gerecht zu werden. Adjuvante Therapiemodalitäten sollten freizügiger in
kontrollierten klinischen Studien eingesetzt werden
Tu3
Seltene Tumore im MKG-Bereich
Autor: C. Czembirek
Co-Autor: C. Eder-Czembirek, C. Perisanidis, C. Schopper, P.W. Pöschl
Institut: Univrsitätsklinik für MKG-Chirurgie, Medizinsche Universität Wien, AKH Wien
Kontakt: Währinger Gürtel 18-20, 1090 Wien, Österreich
Email: cornelia.czembirek@meduniwien.ac.at
Einleitung: Seltene Tumore im mund-, kiefer-, gesichtschirurgischen Bereich stellen
nachwievor eine große Herausforderung für den Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgen als auch
für alle anderen involvierten Fachdisziplinen dar. Reichart und Kollegen waren bereits
bemüh,t in einer Revision der seit 1992 gültigen WHO-Klassifikation für mehr Durchblick die
Tumore betreffend zu sorgen.
Material und Methode: Anhand von ausgewählten Patientenfällen soll die Schwierigkeit der
richtigen Erstdiagnose und die möglichen Differentialdiagnosen aufgezeigt werden.
Diskussion: Gerade in Bezug auf die seltenen Tumore zeigt sich erneut, dass eine intensive
Abklärung bestehend aus klinischer Statuserhebung, radiologischer Untersuchung und
histologischer Aufarbeitung essentiell ist, jedoch nicht vor einer Überraschung durch den
definitiven histologischen Befund nach erfolgter Resektion schützt.
Tu4
Die Therapie des Basalzellkarzinoms des Gesichtes aus Sicht des Kieferchirurgen
Autor: A.W. Eckert
Co-Autor: M.H.W. Lautner, H. Taubert, J. Schubert
Institut: MKG-Chirurgie, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Kontakt: Ernst-Grube-Str. 40, D-06120 Halle (Saale), Deutschland
Email: aw.eckert.wissenschaft@web.de
Einleitung: Die chirurgische Therapie des Basalzellkarzinoms als häufigster bösartiger
Tumor des Menschen ist mittlerweile unumstritten. Kontroversen existieren lediglich
hinsichtlich deren detaillierter Umsetzung. So fordern Dermatologen eine mikrographische
Chirurgie
mit
Kontrolle
der
Schnittränder
und
konsekutiver
zweizeitiger
Behandlungsstrategie, während Kieferchirurgen ein einzeitiges Verfahren mit sofortiger
Rekonstruktion favorisieren Es war das Ziel der Untersuchung, die Rezidivproblematik
primär
chirurgisch
mikrographische
therapierter
Basalzellkarzinome
Schnittrandkontrolle
und
deren
des
Kopf-Hals-Bereiches
Konsequenzen
anhand
ohne
einer
monozentrischen Studie zu analysieren.
Material und Methode: In einer umfassenden retrospektiven monozentrischen Studie
wurden sämtliche in der Zeit vom 01.01.1993 bis zum 31.12.2003 operativ behandelten
Basalzellkarzinome erfasst. Es wurde eine Datenbank [SPSS 12.0] erstellt, welche neben dem
Alter und dem Geschlecht der Patienten noch folgende weitere Daten berücksichtigte: Größe
und Lokalisation des Basalzellkarzinoms, operatives Vorgehen inklusive Sicherheitsabstand,
Resektionserfolg und rekonstruktive Strategie, Histologie und postoperativer Verlauf in
Zusammenhang mit der Rezidivquote.
Resultate: Es konnten 1044 Patienten im Alter von 22 bis 90 Jahren mit insgesamt 1469
Basalzellkarzinomen [1412 primäre Tumoren und 57 Rezidive] des Gesichts- und
Halsbereiches erfasst werden. Es handelte sich um 566 Frauen und 478 Männer [Verhältnis
1,2:1]. Im mindestens 5-jährigen Nachbeobachtungszeitraum entwickelten sich 48 Rezidive
(4%). Die Heilungschance von 96,6% der primären Tumoren sank auf immer noch akzeptable
91,7% nach Behandlung von Rezidiven. Bei den primär im Gesunden resezierten Tumoren
rezidivierten lediglich 1,1% der Fälle, während die Rezidivquote auf 14,1% im Falle einer
non-in-sano-Resektion um den Faktor 10 anstieg (χ²=0,07, α=0,05). Ab einem
Tumordurchmesser von mehr als 14 mm zeigten sich signifikant mehr Rezidive. Zudem
korrelierte die Rezidivquote mit dem histologischen Subtyp – solide Formen rezidivierten
weniger häufig als sklerodermiforme oder metatypische Basalzellkarzinome.
Diskussion: Unter Einhaltung folgender Sicherheitsabstände: 5 mm bei nodulären Formen;
10 mm beim sklerodermiformen Typ, bei Rezidiven und sehr großen Tumoren kann mittels
chirurgischer Therapie bei primären Basalzellkarzinomen eine Erfolgsquote von 97% erreicht
werden. Somit können 90% aller Patienten durch ein einzeitiges Vorgehen mit sofortigem
lokal-plastischem Verschluss operativ versorgt werden.
Zusammenfassung: Die zeitlich und personell aufwendigere mikrographisch kontrollierte
Chirurgie verspricht praktisch keine besseren Resultate, welche zuungunsten des Komforts für
die Patienten gleichzeitig erhöhte Kosten mit sich bringt
Tu5
Neurogene Tumoren der extrakraniellen Hirnnerven – Herausforderung in der Früherkennung
Autor: Frank R. Kloss
Co-Autor: Herwig Kostron, Michael Rasse
Institut: Universitätsklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Medizinsiche
Universität Innsbruck
Kontakt: Anichstr. 35, 6020 Innsbruck, Österreich
Email: frank.kloss@i-med.ac.at
Einleitung: Extrakranielle neurogene Tumoren, die ihren Ursprung bei den Hirnnerven
nehmen stellen aufgrund ihres langsamen Wachstums nicht selten Zufallsbefunde dar.
Insbesondere Nervenscheidentumoren können über einen langen Zeitraum unerkannt bleiben
und enorme Ausmaße annehmen. Maligne extrakranielle Nerventumoren sind darüber hinaus
eine seltene Entitäten und können die Früherkennung erschweren.
Material und Methode: Anhand von Patientenbeispielen benigner als auch maligner
Nerventumoren der Hirnnerven soll die Problematik der Früherkennung erörtert werden.
Dabei sollen klinische Symptome vor dem Hintergrund der Tumorentität analysiert werden.
Resultate: Extraktanielle neurogene Tumoren, wie das Schwannom, sind gekennzeichnet
durch ein langsames Wachstum. Darüber hinaus sind insbesondere maligne Schwannome der
extrakraniellen Hirnnerven selten beschrieben in der Literatur. Trotz ihres langsamen
Wachstums erreichen diese Tumoren nicht selten enorme Ausmaße und werden dann anhand
sekundärer Symptome wie Protrusio bulbi oder Mundöffnungseinschränkung erkannt. Dabei
unterscheiden sich in den dargestellten Patientenfällen benigne Tumoren nicht von malignen
Tumoren in ihrer klinischen Symptomatik. Bei primären klinischen Symptomen wie einem
Nervausfall sind nicht selten zunächst Differentialdiagnosen wie andere nerv-verdrängende
Tumoren bei der Diagnostik leitgebend, aufgrund der Seltenheit der Entität.
Diskussion: Extrakranielle benigne und maligne Tumoren der peripheren Hirnnerven bleiben
meist symptomarm. Häufig führen erst bei zunehmender Größe dieser Tumoren sekundäre
klinische Symptome zur Diagnosefindung. Die chirurgische Therapie stellt dann aufgrund der
Nähe zur oder durch die Beteiligung der Schädelbasis eine Herausforderung an den Chirurgen
dar und macht ein interdisziplinäres Vorgehen mit der Neurochirurgie notwendig. Die
Wichtigkeit einer Früherkennung zeigt die Tatsache, dass bei den bislang 32 beschriebenen
Fällen maligner Schwannome lediglich 19% von einem metastasenfreien Überleben berichtet
werden kann.
Zusammenfassung: Neurogene Tumoren der extrakraniellen Hirnnerven stellen aufgrund
ihrer späten klinischen Symptomatik eine Herausforderung in der Früherkennung dar. Das
klinische Ausmaß bei Diagnosestellung schließt dann nicht selten die Schädelbasis oder
intrakranielle Strukturen mit ein, was das therapeutische Vorgehen erschwert.
Tu6
Erste Erfahrungen bei der Verwendung eines Dentalprotektors bei der Strahlentherapie von
oropharyngealen und paranasalen Tumoren
Autor: C. Lechner
Co-Autor: G. Koller, R. Koehnke, W. Elsässer, A. de Vries, O. Ploder
Institut: Abt.f. Strahlentherapie und MKG-Chirurgie Feldkirch
Kontakt: Carinagasse 47, 6800 Feldkirch, Österreich
Email: christian.lechner@lkhf.at
Einleitung: In der Strahlentherapie von oropharyngealen und paranasalen Tumoren werden
häufig Vorrichtungen verwendet, die den Unterkiefer während der Strahlentherapie
immobilisieren. In dieser Studie werden die ersten Erfahrungen mit einem individuell
angefertigten Monoblockkunststoffprotektor präsentiert, der den UNterkiefer immobilisiert
und zusätzlich die Weichteile aus dem Strahlenfeld abhält.
Material und Methode: Der einteilige Protektor (Hibrand Dental Protector R) wird vor der
Strahlentherapie individuell aus Kunststoff von einem Zahntechniker angefertigt. In einem
Protokoll werden vom Strahlentherapeuten die zu schonenden Gewebe (Zunge, Lippen,
Wangen) vermerkt und diese werden bei Herstellung des Protektors berücksichtigt. Der
Dental Protector wurde bei 20 Patienten (9 oropharyngeale, 5 paranasale, 1 nasopharyngealem
Tumor, m:w 3:1, Altersdurchschnitt 60,3 Jahre)eingesetzt. Nach Fixation mittels einer
thermoplastisch angepassten Maske wurde ein 3D-CT für die Planung durchgeführt. Die
Bestrahlungsdosis betrug 50-74 Gy. Alle Protektoren wurden mit einer Kieferimmobilisation ,
einem Lippenschild und einer Zungenfixation hergestellt. Bei 7 Patienten wurde die Zunge
aus dem Strahlenfeld gehalten.
Resultate: Der Protektor wurde von den Patienten selbst eingesetzt und gut toleriert. Bei allen
Patienten wurde eine Schonung der Gewebe erreicht, 2 Patienten zeigten eine Mucositis Grad
I. Die mediane Dosisreduktion betrug für die Lippen 30% (31Gy), Mundwinkel 30% (31Gy)
und Zunge 65% (38Gy). Die Dosisreduktion betrug zwischen 10 und 100%.
Diskussion: Bei bisher verwendeten Vorrichtungen ist eine exakt reproduzierbare
Gewebeposition nur sehr schwierig zu erreichen. Durch die individuelle Anfertigung und
exakte Positionierbarkeit des Dental Protectors wird dies möglich, sodass zu schonende
Gewebe verlässlich aus dem Strahlenfeld gehalten werden können.
Zusammenfassung: Det Dental Protector ermöglicht eine täglich exakt reproduzierbare
Position der Kiefer und der angrenzenden Weichteile. Es konnte eine Dosisreduktion der zu
schonenden Weichteile erreicht werden.
Tu7
Image quality and tumor size measurement using dual-energy CT in patients with
oropharyngeal carcinomas – a feasibility study
Autor: Michael Töpker
Co-Autor: Thomas Moritz*, Chistina Nell‡, Christian Czerny* ,Helmut Ringl*, Julia
Fruehwald-Pallamar*, Michael Weber*, Franz Kainberger*, Christian Herold* and Clemens
Klug‡
Institut: Department of Radiology, University Hospital of Vienna, Medical University of
Vienna
Kontakt: Währinger Gürtel 18-20, 1090 Wien, Österreich
Email: michael.toepker@meduniwien.ac.at
Einleitung: Dual Energy Computed Tomography (DECT) provides improved enhancement
pattern visualization by using two tube energies. The aim of this study was to investigate the
image quality of DECT enhancement reconstructions compared to single-energy images at 80
and 140kV in oropharyngeal tumors.
Material und Methode: Ten patients underwent a DECT scan on a Somatom Definition
Flash-CT (Siemens Medical Solutions, Forchheim, Germany) (Tube A:80kV/230mAs; Tube
B:SN140kV/161mAs) after the administration of 100ml Iomeron400 (Bracco, Italy) at
3ml/sec, and a delay of 60 seconds. Images were reconstructed at a slice thickness of 3mm
with a 2mm increment for 80kV, 140kV, mixed (M), optimal-contrast (OC), and virtual
contrast overlays (Overlay). Two readers, blinded to the image stack assessed image quality
and tumor delineation ability on a five-point scale (1-5; 1=best) and measured cross-sectional
tumor size. Each reader then chose what he considered the ideal image sequence.
Resultate: For both readers, mean image quality for the 80kV, 140kV, M, OC, and Overlay
series was 1.6, 3.1, 1.2, 1.2, and 2.0, and for the ability to delineate the tumor, ratings were
1.4, 3.9, 1.4, 1.5, and 1.8, respectively. Dual-energy images were chosen to be optimal in all
ten
cases.
For
tumor
size
measurements
(2.72x3.54cm/80kV;
2.65x3.45cm/M;
2.71x3.56cm/OC; 3.01x3.64cm/140kv), differences were statistically significant between
80kV and 140kv (p=0.44), but not between the remaining reconstructions.
Diskussion: DECT of oropharyngeal tumors offers greatly improved image quality and
allows better tumor delineation compared to single-energy images at 140kV and at 80kV.
Tumor size is overestimated on 140kV images, but no statistically significant differences were
found between measurements for the other three image reconstructions.
Zusammenfassung: Dual Energy as a novel technology allows better tumor differentiation
and delineation compared to single energy computed tomography.
Tu8
Dreidimensionale,
volumetrische
Bestimmung
des
Tumorvolumens
oraler
Plattenepithelkarzinome mittels F18-FDG PET/CT im Hinblick auf die Inzidenz von HalsLymphknotenmetastasen
Autor: Feichtinger M
Co-Autor: Pau M, Aigner RM, Kärcher H
Institut: Abt. F. MKG Chirurgie
Kontakt: Auenbruggerplatz 5, 8036 Graz, Austria
Email: matthias.feichtinger@medunigraz.at
Einleitung: Das Auftreten histologisch gesicherter lymphogener Halsmetastasen hat eine
erhebliche prognostische Bedeutung mit zum Teil drastischer Reduktion der 5-Jahres
Überlebensrate. In der vorliegenden Arbeit soll die Inzidenz und Lokalisation von HalsLymphknotenmetastasen abhängig von Lokalisation und Volumen des Primärtumors eines
Plattenepithelkarzinomes des Oropharynx (Lokalisation: Zunge, Mundboden, Unterkiefer)
aufgezeigt werden.
Material und Methode: Es wurden 20 Patienten mit primär diagnostiziertem, unbehandeltem
Plattenepithelkarzinom des Oropharynx (6 weiblich; 14 männlich) in die vorliegende
retrospektive Studie aufgenommen. Der Altersdurchschnitt betrug 61,7 Jahre (min. 37 / max.
82 Jahre). Bei allen Patienten war im Rahmen des präoperativen Screenings ein F18-FDG
Ganzkörper PET/CT durchgeführt worden. Die Datensätze wurden anschliessend als DICOM
Datensatz auf ein 3D-Navigationssystem überspielt. Nach dreidimensionaler Rekonstruktion
der überlagerten Datensätze wurden die F18 FDG PET/CT Datensätze vermessen und das
Tumorvolumen bestimmt. Die so erhobenen Befunde wurden in Bezug zu den histopathologischen Befunden des „Neck-Dissection“-Präparates gesetzt.
Resultate: Der statistisch errechnete Mittelwert für das mittlere Tumor-Volumen betrug
10,98 cm³ mit einer Schwankungsbreite von +/- 7,57 cm³. Die Verteilung der N1 Pathologien
war homogen über das gesamte Spektrum der Volumina ersichtlich. Tumorpatienten im
Stadium T1 mit Differenzierungsgrad G 3 litten zu 100 % an einem N1 Lymphknotenstatus.
Patienten mit einem Differenzierungsgrad G2 zeigten zu 50% einen N1 Lymphknotenstatus.
Patienten mit einem Tumorvolumen größer 10,98cm wiesen in 66,67% der Fälle einen N2
Lymphknotenbefall auf, unabhängig vom jeweiligen Differenzierungsgrad.
Diskussion: Die Bedeutung des Differenzierungsgrades hinsichtlich der HalslymphknotenMetastasen ist bei der Betrachtung der T 1 Befunde offenkundig. So ist auch bei im
präoperativen Screening als N0 klassifizierten Patienten schon bei kleineren Tumoren bereits
von occulten Lymphknotenmetastasen auszugehen. und in der präoperativen Planung zu
berücksichtigen.
Zusammenfassung: Neben der Grösse des Tumors ist vor allem bei kleineren Tumoren der
Differenzierungsgrad ein entscheidender prognostischer Faktor für die Inzidenz von
Lymphknotenmetastasen.
Tu9
Additive prognostische Parameter beim Mundhöhlenkarzinom – gelingt ein modifizierter
CIP?
Autor: A. W. Eckert
Co-Autor: Lautner, A. Schütze, Katharina Bolte, U. Bilkenroth , J. Schubert und H. Taubert
Institut: MKG-Chirurgie, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Kontakt: Ernst-Grube-Str. 40, D-06120 Halle (Saale), Deutschland
Email: aw.eckert.wissenschaft@web.de
Einleitung: Ein Hauptproblem des Mundhöhlenkarzinoms ist die individualisierte
Prognosestellung, wozu offenbar das TNM-System und Grading allein nicht ausreichend sind.
Mittlerweile wird auch bei dieser Tumorentität über eine kaum zu überschauende Fülle von
Proteinstrukturen (sog. Marker) mit scheinbarem prognostischem Aussagewert bereichtet. Es
war das Ziel der Untersuchung, derartige Proteine kritisch zu bewerten und mit den eigenen
Resultaten zu korrelieren.
Material und Methode: Sämtliche Untersuchungen basierten an Tumorgeweben von
Patienten mit einem Mundhöhlenkarzinom und bekanntem klinischem Verlauf [Datenbank im
Format
SPSS
17.0].
Folgende
Proteine
wurden
mittels
immunhistochemischer
Untersuchungen im Tumorgewebe erfasst: Hypoxie-induizierbarer Faktor 1 alpha [HIF-1α],
Glucosetransportmolekül 1 [GLUT-1], von-Hippel-Lindau-Proetein [pVHL], Vascular
Endothelial Growth Factor C [VEGF-C], Carboanhydrase 9 [CA IX] und Survivin. Sämtliche
Färbeintensitäten und –anteile wurden zu einem Score nach REMMELE zusammengefasst
und mit den klinischen und pathohistologischen Daten korreliert. Die Statistik umfasste
univariat
KAPLAN-MEIER-Analysen,
den
log-rank-Test
und
multivariat
Cox-
Regressionsanalysen.
Resultate: Folgende Proteine hatten einen Einfluss auf das Überleben der Patienten: HIF-1α [
84,2% geringe Expression zu 46,8%, hohe Expression, RR=3,7], GLUT-1 [71,6% zu 47,4%,
RR= 4,0] , pVHL [69% zu 20%, RR=3,7] und Survivin [75% zu 40%, RR=1,8].
Überraschender- weise konnte kein Zusammenhang zwischen der Expression von CA IX
bzw. VEGF-C und dem Überleben gefunden werden. Durch Kombination der Proteine
verstärke sich deren prognostische Relevanz. Die Kombination HIF-1α und GLUT-1 zeiget
ein 10,2-fach erhöhtes Risiko des tumorassoziierten Versterbens (p=0,0001), wenn beide
überexprimiert wurden. Die Kombination HIF-1α, GLUT-1 und Survivin bestätigte ein 11,3fach erhöhtes Risiko (p=0,002) und die gemeinsame Betrachtung von HIF-1α, GLUT-1, CA
IX und pVHL sogar ein 14,8-fach erhöhtes Risiko des tumorassoziierten Versterbens
(p=0,000003).
Diskussion: Geeignete, weil als unabhängige Prognosemarker geltende Proteine für eine
individualisierte Prognosestellung beim Plattenepithelkarzinom der Mundhöhle sind HIF-1α,
GLUT-1, pVHL und Survivin. Möglicherweise gelingt es, dadurch die aggressivsten Tumoren
zu charakterisieren. In Ergänzung zu TNM und Grading erscheint perspektivisch eine
Optimierung des CIP [Computerized Individual Prognosis] realistisch.
Zusammenfassung: Der prognostische Einfluss dieser und möglicherweise weiterer Proteine
muss in einer umfassenden, breit angelegten prospektiven Multizenterstudie untermauert
werden. Gegenwärtig sollten bereits zum Zeitpunkt der Diagnosestellung HIF-1α, GLUT-1
und Survivin die etablierten Parameter ergänzen.
Tu10
YB-1 basierte onkolytische Adenoviren als innovativer Behandlungsansatz therapierefraktärer
Kopf-Hals-Karzinome
Autor: Andreas Kolk
Co-Autor: Klaus Mantwill, Christoph Pautke, Ralf Smeets, Frank Hölzle, Klaus-Dietrich
Wolff, Per Holm
Institut: Klinik und Poliklinik für Mund-Kiefer- und Gesichtschirurgie, Technische
Universität
Kontakt: Ismaninger Str. 22, 81675 München, Deutschland
Email: Andreas.Kolk@gmx.de
Einleitung: Eine Radio-Chemokombinationstherapie stellt häufig die letzte verbleibende
Option rezidivierender, fortgeschrittener bzw. inoperabler Plattenepithelkarzinome der KopfHals-Region (HNSCC) dar, deren Effektivität stark limitiert ist. Im Wesentlichen ist hierfür
die
geringe
längerfristige
Ansprechrate
der
Chemotherapie
aufgrund
einer
Vielfachmedikamentenresistenz und des Auftretens von chemo- bzw. bestrahlungsresistenten
Tumorstammzellen verantwortlich. Onkolytische Viren stellen hier eine gänzlich neue
Therapiestrategie dar. Diese Viren vermehren sich selektiv in Tumorzellen, die bedingt durch
den lytischen Replikationszyklus zerstört werden. Dadurch werden neue Viruspartikel
freigesetzt, welche wiederum weitere Tumorzellen infizieren und zerstören können, so dass
die Tumorzelle selbst zur Produktionsstätte von „Tumor-Medikamenten“ wird. Ziel dieser
Studie war die Erprobung dieser innovativen Therapieform an HNSCC in vitro und in vivo.
Material und Methode: In vitro wurden neben etablierten HNSCC-Zelllinien auch
Tumorstammzelllinien durch YB-1 abhängige onkolytische Adenoviren hocheffizient lysiert.
Das humane Y-Box-Protein YB-1 spielt eine zentrale Rolle bei der viralen Replikation. In
einem orthotopen Tumormodell an 100 Nacktmäusen wurde die Wirksamkeit dieser
Therapieform insbesondere in Kombination mit einer CTX nachgewiesen. Zur Beurteilung
des therapeutischen Verlaufs wurden HNSCC-Zelllinien mittels Lentiviren, die für Luziferase
kodieren, ausgestattet, was den Einsatz des Biolumineszenz-Imagings als kontinuierliches
Monitoringverfahren zur Tumorgrößenerfassung ermöglicht.
Resultate: Mittels Biolumineszens konnte nachgewiesen werden, dass die Virotherapie schon
nach 14 Tagen bereits zu einer signifikant stärkeren Tumor-Größenabnahme (p<0,01) als bei
alleiniger CTX oder kombinierter RCTX geführt hatte. Der wesentliche Kritikpunkt der
Gentherapie, die Organmanifestation des Virus, konnte mittels RT-PCR im syrischen
Hamstermodell ausgeschlossen werden.
Diskussion: Diese onkolytische Virustherapie stellt in Kombination mit der CTX einen
innovativen, sicheren und vor allem hocheffizienten Therapienansatz der HNSCC dar.
Aufgrund der überzeugenden Daten ist eine klinische Phase-1 Studie geplant.
Zusammenfassung: Aufgrund der überzeugenden Daten ist eine klinische Phase-1 Studie
geplant.
Tu11
Genanalyse zweier Plattenepithelcarcinomzelllinien durch cDNA Microarray
Autor: Christina Eder-Czembirek
Co-Autor: Cornelia Czembirek, Rudolf Seemann, Dietmar Thurnher
Institut: Univ.klinik f. Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, AKH Wien
Kontakt: Währinger Gürtel 18-20, 1090 Wien, Österreich
Email: christina.eder-czembirek@meduniwien.ac.at
Einleitung: In einem Großteil der menschlichen Tumore besteht eine Imbalance
regulatorischer Mechanismen, die den Zellzyklus, Zelltod und Apoptose steuern. Das
Verständnis der molekularen Abläufe durch Genexpressionsanalysen hat deutliche
Fortschritte gemacht. Für die Bestimmung der Genexpression wird cDNA Array Technologie
heutzutage ausgiebigst genutzt und kann die Untersuchung des Wirkmechanismus und der
Effizienz von Standardtherapien und neuer Therapieansätze unterstützen. Das Ziel dieser
Studie
war,
spezifische
Aspekte
der
Tumorprogression
unter
Mono-
und
Kombinationstherapie mit Cisplatin und/ oder Radiotherapie zu evaluieren.
Material und Methode: An den beiden Plattenepithelcarcinomzelllinien der Zunge, SCC 25
und CAL 27 (ATCC, Manassas, VA, USA), wurde entweder keine, eine Monotherapie mit
1µM Cisplatin, eine Radiotherapie mit 2Gy oder eine Kombinationstherapie durchgeführt.
Aus den Zellen wurde die RNA extrahiert und für die cDNA Synthese verwendet. Mittels
Oligo GEArray® Human Cancer Microarray (SABiosciences, Frederick, MD, USA) wurden
440 Gene untersucht.
Resultate:
Die
vorgestellte
Studie
zeigt
die
Möglichkeit
der
Erstellung
von
Expressionsprofilen einiger Gengruppen, die an der Tumorprogression beteiligt sind und
durch Standardchemotherapie und/ oder Radiotherapie reguliert werden.
Diskussion: Die Entwicklung der Microarray Technologie macht eine Analyse von mehreren
Genen und deren Expression in einem Versuchsansatz möglich, ist kostengünstig und ein
überaus effektives Tool in der Forschungsarbeit, um die molekularen Abläufe unter
Standardtumortherapie zu verstehen.
Tu12
Tumor markers for oral cancer – diagnostic and clinical considerations
Autor: Rafael Nagler
Institut: Department of Oral and Maxillofacial Surgery and Oral Biochemistry Laboratory,
Rambam Medical Center and Rappaport Faculty of Medicine, Israel Institute of TechnologyTechnion, Haifa, Israel.
Email: nagler@tx.technion.ac.il
Introduction - follow-up of patients who have undergone treatment for oral cancer (oral
squamous cell carcinoma (OSCC)) is done routinely and often in order to detect recurrences
soon after they occur. The development of salivary diagnostic tools for these patients is of
paramount importance, especially for high-risk populations (patients with pre-malignant
lesions, "cured" patients, patients with previous history of cancer in general, tobacco and
alcohol consumers and others). Home testing kits would further facilitate salivary testing as a
diagnostic aid, enabling patients, especially those who live far from their treatment centers, to
monitor their own health at home.
Results – In various studies performed during the passing 15 years we found that salivary
'tools' are those focused on measuring changes of specific salivary macromolecules such as
proteins or nucleic acids (as fatty acids are rather scarce in saliva), i.e. examining genomic or
proteomic targets such as enzymes, cytokines, growth factors, metalloproteinases, endothelin,
telomerase, cytokeratines, mRNA's, DNA aberrations, etc. Hence, saliva testing, a noninvasive alternative to serum testing, may be an effective modality for diagnosis and for
prognosis prediction of oral cancer, as well as for monitoring post therapy status, by
measuring specific salivary macromolecules. Salivary analysis has been shown to be a useful
diagnostic tool also for distant malignancies such as breast cancer. In recent years, significant
alterations have been demonstrated in the saliva of oral cancer patients in the epithelial tumor
markers - Cyfra 21-1, TPS and CA12, various oxidative stress-related salivary parameters as
ROS and RNS, biochemical and immunological parameters as IGF and MMP's and various
other RNA transcripts.
Discussion: Salivary analysis is predicted to alter the field of oral cancer diagnosis by
employing highly sensitive new tools enabling both medical professionals and the patients
themselves to monitor their saliva for diagnosis and prognosis prediction.
Tu13
Das ICG- Verfahren zur Darstellung und Überprüfung der Perfussion von mikrovaskulären
Transplantaten bei Tumorpatienten
Autor: Gerzanic Lucia
Co-Autor: Hans Kärcher, Gerald Zöch
Institut: Klinische Abteilung für Mund-, Kiefer-und Gesichtschirurgie
Kontakt: Auenbruggerplatz 7, 8036 Graz, Österreich
Email: lucia.gerzanic@medunigraz.at
Einleitung:
Bei
ausgedehnten
Gesichtsdefekten
bietet
die
Mund-,
Kiefer-
und
Gesichtschirurgie verschiedene Möglichkeiten der Rekonstruktion. Abhängig von der
Defektgröße müssen nicht nur Knochen, sondern auch Weichteile rekonstruiert werden. Die
Spenderregion für ein mikrovaskuläres Transplantat muss entsprechend der Dimension des
knöchernen und/oder Weichteildefektes gewählt werden. Eine suffiziente Anastomosierung
der Transplantatgefäße und Halsgefäße um eine sofortige Transplantatdurchblutung und
Revitalisierung zu ermögliche, kann durch einen Farbstoff Indocyaningrün sichbar gemacht
werden.
Material und Methode: Bei 10 Tumorpatienten ist Indocyaningrün injiziert worden und nach
der Anastomisierung des mikrovaskulär angeschlossenen Transplatates die Durchblutung
überprüft und dargestellt worden. Auch ein Verlust des Transplantates durch Nekrose kann
mit dem ICG-Pulsion- Verfahren dargestellt werden. Auf der Intensivstation ist es möglich
mit Indocyaningrün die Vitalität und Perfusion des Transplantates sichtbar zu machen
Resultate: Bei 10 Patienten ist eine Darstellung und Perfusion des Transplantates unmittelbar
nach der Anastomosierung und postoperativ möglich. Bei einem Patienten ist ein Verlust des
Transplantates nachweisbar. Bei 3 Patienten zeigt sich neben einer Knochenszintigraphie die
erst nach dem Indocyaningrün-Verfahren durchgeführt wurde, eine sehr gute Perfusion.
Diskussion: Neben dem PET/CT und der Knochenszintigrahie ist das ICG-Verfahren eine
neue Methode die Perfusion eines mikrovaskulären Transplantates während und nach der
Operation zu unterstützen und den Zeitpunkt bei Verdacht eines Transplantatverlustes durch
Thrombosierung der Gefäße/Nekrose darzustellen und nachzuweisen ohne nicht chirurgisch
einzuschreiten.
Zusammenfassung: Ziel der Studie ist es, mit Hilfe der Video- Fluoreszenz- Angiographie
den Durchblutungszustand und die Nekrosenflächen während der Operation und nach der
Operation zu visualisieren, nachdem Indocyaningrün über die Vene injiziert wird.
Tu14
Tumorrekonstruktion mittels mikrovaskulärer Lappen und deren Überlebenszeit von Jahr
2005 bis 2010
Autor: Sascha VIRNIK
Co-Autor: Oana Gurban, Alexander GAGGL
Institut: MKG Abteilung Klagenfurt
Kontakt: St. Veiterstrasse 47, 9020 Klagenfurt, Österreich
Email: virnik@gmx.net
Einleitung: Die Wiederherstellung der Kau- und Schluckfunktion und der Ästhetik nach
radikaler Tumorchirurgie, schwerem Trauma, Fehlbildungen oder bei hochatrophem Kiefer ist
wesentliches Ziel der rekonstruktiven Mund- Kiefer und Gesichtschirurgie. Verschiedene
Transplantate stehen dem Chirurgen zur Verfügung. Ziel der Studie soll sein die
Überlebensraten von Tumorpatienten zu erfassen die mikrovaskulär versorgt wurden.
Dadurch die mikrovaskuläre Rekonstruktionsmöglichkeit ,Tumore grösser reseziert werden
können, kann man auch die Frage stellen „ob durch größere Resektion die Überlebensraten
verbessert werden können“.
Material und Methode: Die retrospektive Arbeit fand auf der Abteilung für Mund- Kieferund plastischen Gesichtschirurgie Klagenfurt statt. Dabei wurde im gesamten Zeitraum von
2005 bis August 2010 nachuntersucht. Sämtliche Tumorpatienten die mittels mikrovaskulären
Lappen rekonstruiert wurden sind dabei statistisch erfasst und nachuntersucht worden. Dabei
wurde mittels standardisiertem Fragebogen abgefragt. Ergebnisse wie Tumorart, Staging,
Grading, Überlebenszeit, Komplikationen bei Entnahmestelle sowie Empfängerbett wurden
dabei statistisch erfasst.
Resultate: Insgesamt wurden in diesem Zeitraum 103 mikrovaskulär rekonstruierte
Tumorpatienten erfasst. Dabei handelte es sich histologisch um folgende Tumorarten:
Plattenepithelcarcinom, Basaliom, Riesenzellgranulom und Adenozystisches Carcinom.
Insgesamt wurden bisher 26 Todesfälle registriert.
Diskussion: Die Ergebnisse der Arbeit sollen zeigen wie erfolgreich mikrovaskuläre
Rekonstruktionen sich auf die Überlebensraten auswirken können und gleichzeitig auch als
Qualitätskontrolle für die Abteilung der MKG Klagenfurt dienen.
Zusammenfassung: Die Ergebnisse der Arbeit sollen zeigen wie erfolgreich mikrovaskuläre
Rekonstruktionen sich auf die Überlebensraten auswirken können und gleichzeitig auch als
Qualitätskontrolle für die Abteilung der MKG Klagenfurt dienen.
Tu15
Mikrochirurgische Rekonstruktion nach traumatisch bedingtem Gewebedefekt
Autor: Eva Gudewer
Co-Autor: Marcin Kos, Lei Li
Institut: Klinikum Oldenburg
Kontakt: Rahel-Straus-Str. 10, 26133 Oldenburg, Deutschland
Email: gudewer.eva@klinikum-oldenburg.de
Einleitung:
Ausgedehnte
Wundheilungsstörungen
Gewebedefekte
können
durch
durch
die
Traumata
Möglichkeiten
und
des
postoperative
mikrochirurgischen
Gewebetransfers erfolgreich behandelt werden. Die Therapie großer Defektwunden gelingt
mit
einem
interdisziplinären
Konzept
in
dem
frühzeitig
die
Indikationen
für
mikrochirurgischen Gewebetransfer gestellt werden.
Material und Methode: Im Klinikum Oldenburg wurden von Januar 2008 und September
2010 bei 9 Patienten mit posttraumatischen Wundheilungsstörungen mikrochirurgische
Gewebetransfers durchgeführt. Tumor-, entzündlich bedingte oder postoperative Defekte
wurden nicht berücksichtigt. Anhand von Fallbeispielen werden Behandlungsstrategien
gezeigt, die einen Überblick über die Möglichkeiten des mikrochirurgischen Gewebetransfers
bei ausgedehnten Defektwunden der Kopfes und anderer Regionen zeigen. Die Ursachen für
die Entstehung der Wunden waren: Sturz (6), Verkehrsunfall (1), Hundebiss (1),
Schussverletzung (1). Das Alter der Patienten lag zwischen 3 und 87 Jahren, 3 männliche, 6
weibliche
Patienten.
Ein
Mädchen
erhielt
bei
zwei
Defektlokalisationen
nach
Hundebisstrauma im Gesicht und am Oberschenkel 2 Transplantate, ein weiterer Patient
erhielt bei einem sehr komplexen Gesichtsdefekt nach Schussverletzung 3 mikrochirurgische
Transplantate. 2 Defektwunden waren im Gesicht, 5 am Unterschenkel oder Fuß, 1 Defekt in
der
Leisten/Oberschenkelregion
lokalisiert.
Es
wurden
folgende
mikrochirurgische
Transplantate gewählt: 4 x Latissimus dorsi-Lappen, 4x Radialis-Lappen, 2x osteokutane
Fibula. ‚Zweimal wurde für den Gefäßanschluss ein zusätzliches Veneninterponat (V.
saphena magna) benötigt. Die Gefäß- Anastomosen erfolgten mit fortlaufender Naht und
meistens in End-zu-Seit-Technik.
Resultate: Alle Transplantate sind eingeheilt. Zwei Lappen wurden wegen einer
Venenthrombose im Gefäßstiel erfolgreich revidiert. Ein Lappen zeigte nach 5 Tagen eine
Perfusionsstörung mit der Folge eines Lappenteilverlustes.
Diskussion: Die Versorgung derartiger komplexer und schwerwiegender Verletzungen mit
Defektwunden erfordert eine enge, hochqualifizierte und vor allem interdisziplinäre
Betreuung. Die Defektdeckung mit mikrochirurgischem Gewebetransfer bringt vitales
Gewebe in ein traumatisiertes Gewebelager. Durch einen ungestörten Heilungsverlauf können
Rehabilitations- Maßnahmen zügig eingeleitet werden.
Zusammenfassung: Ganz wesentlich ist das Wundmanagement in Kombination mit
operativen Behandlungsschritten: In den vorgestellten Fällen konnten die ausgedehnten
Defektwunden durch mikrochirurgische Transplantate zügig und sicher gedeckt werden.
Tu16
Mikrovaskuläre Rekonstruktionen des mittleren Gesichtsdrittels – Ergebnisse nach 2 Jahren
im Klinikum Wels-Grieskirchen
Autor: Gert Santler
Co-Autor: Werner Bartl, Dusan Kosarevic
Institut: MKG-Chirurgie, Klinikum Wels
Kontakt: Grieskirchnerstrasse 42, 4600 Wels, Österreich
Email: gert.santler@aon.at
Einleitung: Die mikrovaskuläre Gewebetransplantation hat im Klinikum Wels-Grieskirchen
ein lange Tradition, die bis ins Jahr 1996 zurück reicht.
Material und Methode: Demonstriert werden die Erfahrungen mit Rekonstruktionen des
mittleren Gesichtsdrittels in der Zeit von Juli 2008 bis September 2010. In dieser Zeit blicken
wir auf 7 Patienten (4 Männer, 3 Frauen) zurück.
Resultate: Die Histologien variierten vom zentralen Riesenzellgranulom (1), Basaliom (2),
Plattenepithelkarzinom (1), Adeniod-zystisches Karzinom (1) und Zystadenolymphom (1). In
4 Fällen war der Oberkiefer betroffen, einmal die Wange, einmal die Schläfe und einmal der
Parapharynx bis an die Schädelbasis. Bei 4 Patienten war zusätzlich die Orbita infiltriert und
es musste eine Exenteratio orbitae durchgeführt werden. Bei 3 Fällen war die Frontobasis mit
betroffen und musste gemeinsam mit dem Kollegen der Neurochirurgie reseziert werden. Die
Rekonstruktion erfolgte mit Vorderarmlappen (1), Latissimus dorsi Lappen (1), Scapula- (1),
Scapula-Serratus- (1) und Scapula-Latissimus dorsi-Lappen (3). In der beschriebenen Serie
konnten alle Lappen erfolgreich transplantiert werden und es musste kein Lappenverlust
verzeichnet werden. 6 von 7 Patienten waren rezidivfrei. Bei einer auswärts voroperierten und
vorbestrahlten Patientin musste ein Rezidiv beobachtet werden, das eine neuerliche Resektion
und neuerliche Radiochemotherapie notwendig machte. Dadurch konnte bis zum jetzigen
Zeitpunkt Rezidivfreiheit erzielt werden.
Diskussion: Bei der mikrovaskulären Rekonstruktion handelt es sich um eine bewährte,
sichere Technik. Diese Rekonstruktionen ermöglichen die Widerherstellung von Knochen und
Weichteilen entsprechend der resezierten Gewebe. Dadurch ist neben einer ästhetischen
Rehabilitation auch eine funktionelle realisierbar, mit der Möglichkeit in weiterer Folge
Zahnimplantate inserieren zu können.
Zusammenfassung: Mikrovaskuläre Lappen ermöglichen die sichere Rekonstruktion von
Knochen, Haut und Weichteilen nach Resektion von Oberkiefer und Orbita. Die ästhetisch
anspruchvollsten Ergebnisse lassen sich erzielen, wenn die eigene Haut und die Lider erhalten
werden können.
Tu17
Retrospektive Analyse von Rekonstruktionsverfahren nach subtotaler Nasenresektion
Autor: Alexander Gaggl
Institut: Abt. f. MKG-Chirurgie, LKH-Klagenfurt
Kontakt: St. Veiterstr. 47, 9020 Klagenfurt, Österreich
Email: alexander.gaggl@lkh-klu.at
Co-Autor: H. Bürger, S. Virnik, H. Eckel, F.M. Chiari
Einleitung: Die Rekonstruktion komplexer Gesichtsdefekte stellt eine der größten
Herausforderungen in der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie dar. Dabei stellt innerhalb
dieses Themenbereichs die rekonstruktive Chirurgie der Nase eine weitere Besonderheit dar,
da es sich um die Wiederherstellung eines Gesichtsanteils mit Organfunktion in zentraler
Lage handelt. Im Rahmen dieser Studie soll eine retrospektive Aufarbeitung der
Indikationsstellung, Techniken und deren Ergebnisse bei subtotaler Rekonstruktion der Nase
erfolgen.
Material und Methode: Bei 16 Patienten erfolgte im Zeitraum zwischen 2003 und 2009 eine
subtotale Resektion der äußeren Nase aufgrund eines Karzinoms. Bei 6 Patienten wurde nach
interimistischer Versorgung mit einer Brillen-getragenen Epithese eine dauerhafte
epithetische Versorgung mit einer Implantat-retinierten Epithese durchgeführt. Vier Patienten
wurden mit einer Stirnlappenplastik und vier Patienten mit einem mikrovaskulären
Rekonstruktionsverfahren behandelt. Bei einem Patienten erfolgte die Kombination aus einem
mikrovaskulären Gewebetransfer und einem Paraglabellar-Lappen. Es wurde bei allen
Patienten die Anzahl der Operationen erfasst. Zudem wurde das ästhetische und funktionelle
Abschluß-Ergebnis festgehalten. Dabei wurden Form und Auffälligkeit der Nase und die
Nasenbelüftung beurteilt. Zudem wurde nach der subjektiven Zufriedenheit der Patienten
gefragt.
Resultate: Bei allen Patienten mit epithetischer Versorgung konnte ein objektiv gutes bis sehr
gutes ästhetisches Ergebnis erzielt werden. Die Belüftung der Nase war hingegen bei allen
Patienten mäßig bis schlecht. Subjektiv waren 3 Patienten sehr zufrieden und 2 Patienten
zufrieden. Ein Patient wünschte eine chirurgische Wiederherstellung aufgrund seiner
Unzufriedenheit und trug die Epithese nicht. Es war nur ein chirurgischer Eingriff zur
Implantation der Retentionselemente nötig. Bei 2 Patienten mit reinen Stirnlappenplastiken
konnte ein zufriedenstellendes Ergebnis und bei 2 ein gutes Ergebnis erzielt werden. Die
Nasenbelüftung war gut bis mäßig. Alle Patienten waren subjektiv zufrieden. Die Anzahl der
rekonstruktiven Eingriffe belief sich auf 1 bis 3. Bei den rein mikrochirurgisch rekonstruierten
Patienten zeigten sich ein zufriedenstellendes, 2 gute und ein sehr gutes Ergebnis. Die
Nasenbelüftung war gut bis mäßig. Alle Patienten waren subjektiv zufrieden. Die Anzahl der
rekonstruktiven Eingriffe belief sich auf 1 bis 3. Bei dem Patienten mit dem
Kombinationsverfahren ergab sich ein gutes Ergebnis nach 2 Eingriffen. Die Nasenbelüftung
war gut.
Diskussion: Komplexe Rekonstruktionen der Nase stellen eine große chirurgische und
prothetische Herausforderung dar. Rein chirurgische Verfahren sind deutlich aufwendiger als
prothetische und können nicht immer dem hohen prothetischen Standard folgen.
Zusammenfassung: Nichtsdestotrotz sind die funktionellen Ergebnisse der Chirurgie höher
einzuschätzen und ersparen dem Patienten bei guter Ästhetik das Tragen einer Defektprothese
und aller damit verbundener Nachteile.
Tu18
Vergleich
volumetrischer
Messungen
zwischen
mikrovaskuläre
Scapula
und
Beckenkammtransplantaten
Autor: Mauro Pau
Co-Autor: Helmut Kahr
Institut: Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie
Kontakt: Auenbruggerplatz 7, 8036 Graz, Österreich
Email: pauromau@tiscali.it
Einleitung: We present a new method to measure the volume reduction of bony free flaps and
the results on 10 iliac crest flaps and 10 scapula flaps,
Material und Methode: We selected 20 patients that underwent surgical ablation of the
mandible: 10 received an iliac crest free flap and 10 patients received a scapula free flap. For
every patient was evaluated a first postoperative CT made at least 3 months after surgery (T1
CT) and a second postoperative CT made at least 12 months postoperative (T2 CT). The post
operative volume of each transplant was evaluated on a 3D navigation station, and for each
transplant was recorded the reduction in volume between T1 CT and T2 CT.
Resultate: The results show that the iliac crest has a good long term stability with minimal
resorption also after radiotherapy.
Diskussion: The discussion about which free flap offers the best implantbility is an actual
issue in reconstructive surgery. The resorption rate of the transplanted bone is fundamental to
predict the long-term stability of dental implants. Many retrospective studies have been made
about bone resorption of fibula free flaps. Nevertheless, the reduction of the bone high on
plane X-rays appears an unreliable measure of the actual reduction of the transplant’s volume.
The possibility to create a 3D model of the bony flap based on a postoperative CT scan
enables to measure accurately the resorption of each transplant and to compare the results of
different flaps. According to our results the iliac crest seems to offer a very stable bone source
for mandible reconstruction with a minimal bone resorption rate. This long-term stability can
improve the rehabilitation with dental implants and consequently the oral function of
oncological patients that underwent mandibular resection.
Zusammenfassung: The iliac crest seems to offer a stable bone source to place dental
implants after mandibular resection and microvascular reconstruction.
Tu19
Zuverlässige weichgewebige Defektrekonstruktion nach intraoraler Tumorresektion mit
myokutanem Platysmalappen
Autor: J. Lemound
Co-Autor: M. Rana, A. Eckardt, H. Kokemueller, M. Ruecker, N.-C. Gellrich
Institut: Medizinische Hochschule Hannover
Kontakt: Carl-Neuberg-Str. 1, 30625 Hannover, Deutschland
Email: Lemound.Juliana@mh-hannover.de
Einleitung: Der myokutane Platysmalappen ist eine schnelle, jedoch wenig angewendete
Methode für die einzeitige Rekonstruktion von intraoralen Defekten nach Tumorresektion.
Obwohl heute die mikrovaskulären freien oder die gestielten Fernlappen als erste Wahl der
sofortigen Rekonstruktionsverfahren gelten, bietet der Platysmalappen einige attraktive
Vorteile, wie die unkomplizierte und risikoarme Entnahme und eine zuverlässige Perfusion.
Das Ziel der Studie war die Beurteilung der Zuverlässigkeit des superior gestielten
Platysmalappens für die intraoraler Rekonstruktion nach Karzinomsresektion bei einer N0
Tumorklassifikation.
Material und Methode: Zwischen 2005 – 2010, unterzogen sich 36 T1-2 klassifizierte
Patienten chirurgischer Rekonstruktionen von intraoralen Defekten mittels gestielter
myokutaner Platysmalappen. Der frühe postoperative Verlauf bezüglich Perfusion,
Wundheilung sowie der spätere Verlauf, Narbenbildung und Funktionalität wurden untersucht
und
beurteilt.
Als
Kontraindikation
galten
komplexe
und
ausgedehnte
Defekte,
vorausgegangene Operationen im Kopf-/Halsbereich, zervikale Lymphknotenmetastasen,
Resektion der A. carotis externa, vorausgegangene Strahlen- oder Chemotherapie.
Resultate: Die postoperative Komplikationsrate einschließlich Ischämie und Nekrose war
gering. Zwei Patienten (5,5%) entwickelten revisionsbedürftige Lappennekrosen. Die
Narbenbildung und Funktionalität war mit Lappenrekonstruktionen anderer Art vergleichbar.
Diskussion: Der Platysmalappen ist eine Alternative für Rekonstruktion intraoraler Defekte
mittlerer Größe bei Patienten mit einer Tumorklassifikation pT1 –T2 pN0. Nachteile sind eine
limitierte Stiellänge und keine Dissektionsmöglichkeit entlang der Vena jugularis externa.
Vorteilhaft ist die schnelle, zeitsparende chirurgische Technik mit der Möglichkeit der
beidseitigen Entnahme, die Vermeidung einer zusätzlichen Narbe und die Möglichkeit einer
sofortigen Defektrekonstruktion bei multimorbiden Patienten, die eine Langzeitnarkose und
mikrovaskuläre Rekonstruktion nicht gut tolerieren.
Zusammenfassung: Zur Rekonstruktion intraoraler Defekte mittlerer Größe bei pN0
klassifizierten Patienten empfiehlt sich die zeitsparende Anwendung des myokutanen
Platysmalappen,
besonders
bei
Patienten
ohne
gute
Voraussetzungen
für
eine
Langzeitnarkose.
Tu20
Ipsilaterale-
vs.
bilaterale
Neck
dissection
bei
Patienten
mit
unilateralen
Mundhöhlenkarzinomen: Ergebnisse von 1986 bis 2006
Autor: André M. Eckardt
Co-Autor: Gerd Wegener#, Gregor Diebler*, Horst Kokemueller*, Mahjeed Rana*, Sandra
Muscia#, Nils-Claudius Gellrich*
Institut: *MHH, Klinik für MKG-Chirurgie
Kontakt: Carl-Neuberg-Str.1, 30625 Hannover, Deutschland
Email: eckardt.andre@mh-hannover.de
Einleitung: Lymphknotenmetastasen bei Mundhöhlenkarzinomen sind ein relevanter
prognostischer Faktor. Obwohl die Neck dissection als chirurgisches Verfahren allgemein
anerkannt
ist,
besteht
bisweilen
ein
kontroverse Diskussion,
Lymphknotenausräumung bei unilateralen Karzinomen indiziert ist.
ob
eine bilaterale
Material und Methode: Die vorliegende retrospektive Datenanalyse umfaßt alle Patienten
mit unilateralen Mundhöhlenkarzinomen (n=1042), die zwischen 1986 und 2006
diagnostiziert wurden. Eine deskriptive Datenanaylse wurde durchgeführt, Overall survival
und tumor-spezifisches Überleben wurde mittels Kaplan-Meier-Methode ermittelt. Eine
multivariate Cox-Regressions-Analyse wurde zur Ermittlung möglicher Risikofaktoren
durchgeführt.
Resultate: Overall survival and tumor-spezifisches Überleben war signifikant verlängert bei
Patienten ohne tastbare Lymphknoten und unilateraler Neck dissection im Vergleich zu
Patienten mit kontralateraler oder bilateraler Neck dissection (p=0.040 / p=0.029). Overall
survival and tumor-spezifisches Überleben war signifikant länger bei Patienten mit
ipsilateralen Lymphknotenmetastasen und bilateraler Neck dissection verglichen zu
unilateraler Neck dissection allein (p=0.027 / p=0.025). Die multivariate Regressionsanalyse
konnte hingegen nicht belegen, daß die chirurgische Therapie des Halses ein unabhängiger
Risikofaktor ist.
Diskussion: Unter Berücksichtigung der aktuellen Literatur wird die Rate an bilateralen
Lymphknotenmetastasen mit 1-35% angegeben. Dennoch wird das chirurgische Vorgehen am
Hals insbesondere bzgl einer bilateralen Neck dissektion noch kontrovers diskutiert. Aufgrund
unserer Ergebnisse kann gegenwärtig auch noch keine generelle Empfehlung für ein
bilaterales Vorgehen abgeben werden, tendenziell scheinn jedoch Patienten mit isolierter
Halsmetastase von einem bilateralen Vorgehen zu profitieren.
Zusammenfassung: Basierend auf den Ergebnissen dieser retrospektiven Datenauswertung
lässt sich keine allgemeingültige Schlussfolgerung zugunsten einer generellen bilateralen
Neck dissection ableiten. Für Patienten mit einseitigen Lymphknotenmetastasen kann jedoch
die bilaterale Neck dissection empfohlen werden, da dieses Verfahren zumindest in der
univariaten Datenauswertung signifikant länger überlebte.
Lippen-,
Kiefer-
und
Gaumenspalten,
Craniofaziale
Chirurgie
L1
Sekundäre LKG- Spaltchirurgie- Resultatverbesserung durch Einflussnahme ÄsthetischChirurgischer Techniken
Autor: Drommer Rainer B.
Institut: ATOS- Klinik Heidelberg
Kontakt: Bismarckstr. 9- 15, 69115 Heidelberg, Deutschland
Email: drommer@atos.de
Einleitung: Die LKG- Spaltchirurgie beinhaltet die hohen Herausforderungen, angeborene,
unterschiedliche Varianten der Gesichtsfehlentwicklungen in Funktion und Ästhetik so zu
korrigieren, dass eine möglichst unproblematische, persönliche Entwicklung des betroffenen
Menschen möglich wird. Die Korrekturen müssen einerseits das zu erwartende, natürliche
Wachstum der Gesichtstrukturen respektieren. Andererseits müssen aber auch die
Erwartungshaltungen inbezug auf die Gesichtsästhetik in den Kindes- und Jugendjahren in die
therapeutischen Zielstellungen mit einbezogen werden.
Material und Methode: Patienten werden vorstellig, die in den verschiedensten
Einrichtungen inbezug auf ihre Gesichtsspalten- Betreuung als nicht mehr weiter therapierbar
beurteilt wurden. Der Wunsch dieser Patienten besteht jedoch darin, nicht mehr weiterhin
dem als typisch bekannten Gesichtsspalten- Typ zu entsprechen. Im tiefen Herzen ist natürlich
der Wunsch verhaftet, auch mit dem Gesicht Attraktivität ausstrahlen zu können. Wir mussten
somit die bekannten spaltchirurgischen Therapiekonzepte mit den Techniken der ästhetischen
Chirurgie ergänzen, bzw. erweitern. Speziell betraf dieses die Formgebungen der Nase, die
Narbenkorrekturen der Oberlippe, die Volumenbetonung der Oberlippe- speziell des
Lippenrotes, und die Gestaltung des Amorbogens. Weiterhin werden auch geeignete
Korrekturen zur grazileren Gestaltung des unteren Gesichtsdrittels in Anwendung gebracht.
Resultate: Das Einfließen ästhetischer Operationsmöglichkeiten in das gesamttherapeutische
Spaltkonzept führt zur einer deutlichen verbesserten ästhetischen Ausdruckkraft der
ursprünglich mit einem “Spaltgesicht“ gekennzeichneten Menschen. Nicht selten werden nach
derartigen Gesichtskorrekturen auch noch Korrekturwünsche außerhalb des Gesichtsbereiches
vorgetragen und dann ggf. erfüllt. Das Lebensqualitätsempfinden des Patienten selbst und die
Akzeptanz seiner Mitmenschen wurden somit erheblich positiv beeinflusst.
Diskussion: Wir haben nicht selten den Eindruck, dass bei dem therapeutischen Konzepten
der LKG- Spaltchirurgie nicht alle Möglichkeiten der ästhetischen Verbesserungen genutzt
werden. Patienten müssen sogar mitunter auf Korrekturmöglichkeiten angesprochen werden.
Das Dankbarkeitsgefühl gegenüber den Erstbehandlern und deren abschließenden
Beurteilungen und Beratungen sind prägend, sodass diese Patienten ihre innersten Wünsche
für sich behalten. Wir können, ohne unsere Versprechungen zu übertreiben und die
Erwartungen der Patienten zu enttäuschen, in derartigen Situationen im fairen ArztPatientengespräch dem Patientenempfinden entgegen kommen.
Zusammenfassung: Die Betreuung der Lippen- Kiefer- Spaltpatienten ist keinesfalls mit dem
Verschluss
der
fehlentwickelten
und
nicht
vereinigten
Gesichtsorganstrukturen
abgeschlossen. Unser Bestreben muss es sein, in gleicher Weise wie bei einem normal
entwickelten
Gesicht,
eine
Optimierung
der
Ästhetik
herauszuarbeiten.
Die
operationstechnischen Möglichkeiten sind uns hierfür heute gegeben. Eine finanzielle
Belastung sollte hierbei einem “Spaltbetroffenen“ nicht entgegengestellt werden.
L2
Luise – interdsiziplinäres Management einer komplexen kraniofazialen Fehlanlage - eine
Kasuistik
Autor: Nicolai Adolphs (1)
Co-Autor: Eric Arnaud (2), Hannes Haberl (3), Gül Schmidt (1), Horst Menneking (1), Bodo
Hoffmeister (1)
Institut: Universitätsmedizin Berlin Charité, Klinik für MKG-Chirurgie - Plastische
Operationen (1) / Pädiatrische Neurochirurgie (3), Campus Virchow-Klinikum
Kontakt: Augustenburger Platz 1, Mittelallee 2, 13353 Berlin, Deutschland
Email: nicolai.adolphs@charite.de
Einleitung: Kraniofaziale Spaltbildungen zählen in funktioneller, ästhetischer und
psychosozialer Hinsicht zu den wohl belastendsten kongenitalen Fehlbildungen. Ihre
Ätiologie wird kontrovers diskutiert und scheint am ehesten multifaktoriell zu sein. Eine
klinisch-morphologische Klassifikation wurde von Tessier angegeben. Die chirurgische
Korrektur erfolgt individuell, alters- und wachstumsadaptiert und stellt eine große
interdisziplinäre Herausforderung dar.
Material und Methode: Wir beschreiben den bisherigen Verlauf bei einer nun 6-jährigen
Patientin mit komplexer kraniofazialer Fehlanlage. Gemäß Tessiers-Klassifikation liegen vier
verschiedene kraniofaziale Spaltformen vor. Eine mediane (Typ 0-14) und rechts paramediane
(Typ 1-13) Spalte, die nasale Dysplasie, Orbitadystopie mit massivem Hypertelorismus sowie
plagiocephale Kopfform verursachen, werden von bilateralen queren Spalten (Typ 7) mit
konsekutiver Mandibuladysplasie und Fehlanlage des äußeren Ohres rechts mehr als links
begleitet, woraus eine groteske kraniofaziale Fehlentwicklung resultiert. Atresien beider
äußerer Gehörgänge mit entsprechender Schalleitungsschwerhörigkeit und fehlender
Sprachentwicklung sowie massive Deformierungen des knöchernen Thorax kommen hinzu.
Resultate: Nach Eröffnung der Choanalatresie sowie Verschluß der LKG-Spalten im ersten
Lebensjahr erfolgte die operative Korrektur der Thoraxdeformität im 3. Lebensjahr. Im 5.
Lebensjahr wurde aus primär psychosozialer Indikationsstellung die einzeitige Korrektur von
Plagiocephalie, Hypertelorismus und Orbitadystopie durch „facial bipartition“ vorgenommen,
mit dem Ziel ein weniger auffälliges Äußeres vor Eintritt des Schulalters zu erreichen.Trotz
der komplexen Problematik verläuft die psychomotorische Entwicklung der kleinen, gut in ihr
familiäres Umfeld integrierten Patientin weitgehend altersentsprechend.
Diskussion: Hinsichtlich der weiteren Gesichtsentwicklung muß die Prognose sicherlich
zurückhaltend gestellt werden, erforderliche Korrekturen können in Abhängigkeit vom
individuellen Wachstumsverlauf geplant und umgesetzt werden. Die vorgestellte Kasuistik
beschreibt eine Maximalvariante für die im Rahmen eines abgestuften interdisziplinären
Behandlungskonzeptes entsprechende Therapieoptionen existieren.
Zusammenfassung:
Die
Korrektur
komplexer
kongenitaler
Spaltbildungen
des
kraniofazialen Übergangs wird wohl auch in Zukunft eine chirurgische Herausforderung
darstellen und entsprechenden Zentren mit interdisziplinärer Ausrichtung vorbehalten sein.
L3
Das intracranielle Volumen bei Kindern mit Craniosynostose vor und nach Frontoorbitalem
Advancement
Autor: Bibiana Kotrikova
Co-Autor: Matthias Leyh, Joachim Mühling
Institut: MKG Praxisklinik Baden-Baden
Kontakt: Sophienstraße 4, 76530 Baden-Baden, Deutschland
Email: info@mkg-baden.de
Einleitung: Die Craniosynostosen haben pathologische Kopfformen zur Folge, die zu einem
erhöhten intrakraniellen Druck führen können. Mit Hilfe des standardisierten, frontoorbitalen
Advancements (FOA) ist es möglich, die Kopfform zu korrigieren und gleichzeitig das
intracranielle Volumen zu vergrößern. Der exakte Volumengewinn wurde allerdings bis dato
noch nicht ausreichend analysiert, so dass eine Vorhersage über die Volumenzunahme durch
das FOA derzeit nicht möglich ist.
Material und Methode: Mittels MRT Segmentationstechnik wurde das intrakranielle
Volumen von 54 Kindern mit unterschiedlichen Formen der Craniosynostose sowohl prä- als
auch postoperativ (FOA) bestimmt.
Resultate: Postoperativ zeigte sich bei allen Patienten eine intracranielle Volumenzunahme.
Der Mittelwert des Volumengewinns beträgt 79ml (min. 10ml, max. 140ml). Die
Volumenzunahme steht in Abhängigkeit zu dem Alter sowie zu der Diagnose des Patienten.
Geschlechtsspezifische Unterschiede sind evident.
Diskussion: Die Bestimmung des operativ erreichten Volumenzugewinns ist zunächst der
erste Schritt hin zu einer Objektivierbarkeit und Vergleichbarkeit von chirurgischen
Ergebnissen. In Anbetracht der aktuellen Entwicklungen im Bereich der 3D-Darstellung und
den Techniken der Computer-assistierten Chirurgie ist in der Folge eine digitale
Therapieplanung in der Zukunft zu erwarten.
Zusammenfassung: Das Intracranielle Volumen wurde bei 54 Kindern mit Cranioysynostose
vor und nach Standardisiertem Frontoorbitalen Advancement bestimmt. Bei allen Kindern
wurde ein Volumenzugewinn zwischen 1% und 12% erreicht. Es zeigen sich signifikante
Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen sowohl in Hinsicht auf den Operationszeitpunkt
als auch der Quantität des gewonnenen Volumens.
L4
Linguo-maxillo-faziales Teratom bei einem Neugeborenen
Autor: M. Malek1
Co-Autor: B. Gattinger1, S. Kargl2, W. Pumberger2
Institut: 1) Abteilung für Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie, AKH Linz; 2) Abteilung
für Kinder- und Jugendchirurgie, LFKKL Linz
Kontakt: AKH Linz, Krankenhausstr. 9, 4020 Linz
Email: michael.malek@akh.linz.at
Einleitung: Teratome sind als Geschwülste oder geschwulstartige Gewebsvermehrungen zu
sehen, die in ihrer Entsehung auf pluripotenet Zellen zurückgefürt werden.
Je nach Reifegrad, den die Gewebe erreichen, werden reife von embryonalen Teratomen
unterschieden.
Material, Methode: Es folgt die Kasuistik von zwei Neugeborenen mit ausgeprägten
Teratomen im Mund-, Kiefer-und Gesichtsbereich mit Darstellung des operativen Procederes
und des funktionelen und ästhetischen Outcomes.
Ein Mädchen mit einem ca 12cm im Durchmesser haltenden, unreifen Teratom, welches der
ventralen Halsregion aufsitzt, wird durch einen Kaiserschnitt entbunden. Wegen der Größe
und des Gewichtes des Tumors erfolgt noch in der ersten Lebenswoche die Entfernung mit
anschließender Tracheotomie. 12 Jahre später kann bei der Nachuntersuchung ein
ausgezeichnetes Ergebnis festgestellt werden.
Bei einem neugeborenen Mädchen (Zwillingsschwangerschaft) wurde bereits pränatal eine
10x8x6 cm grosse, aus dem Mund herausragende Raumforderung diagnostiziert. Gleichzeitig
bestand der Hinweis auf eine Kiefer-Gaumenspalte.
Trotz der enormen Ausdehnung bestand unmittelbar postpartal keine Beeinträchtigung der
respiratorischen Situation. Weil ein enormer Blutfluss in den vom rechten hinteren
Zungenrand ausgehenden Tumor vorlag, wurde dieser Tumoranteil sofort nach der Geburt
entfernt. In den folgenden Tagen kam es zu einem deutlichen Wachstum von Tumor im
Bereich der Maxilla und der Fossa infratemporalis. In beiden Regionen erfolgte unter
Tracheotomieschutz, in zwei getrennten Sitzungen die makroskopisch radikale Entfernung
des Tumors. Die histologische Untersuchung ergab das Bild eines Teratoms, mit reifen aber
auch unreifen Anteilen. Dzt. kann das mittlerweile 12 Monate alte Kind problemlos oral
ernährt werden und wartet auf den geplanten Verschluss der Kiefer-Gaumenspalte.
Diskussion und Conclusion: Teratome können nur chirurgisch entfernt werden. Bei
unvollständger Entfernung sind schnell wachsende Rezidive zu beobachten. Bei großen,
verdrängend wachsenden Teratomen ist wegen der Beeinträchtigung von Atmung und
Ernährung ein chirurgisches Eingreifen in der ersten Lebenswoche notwendig.
L5
Ein Jahr Helmtherapie bei lagerungsbedingten Schädeldeformitäten an der Universitätsklinik
für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie Innsbruck - Ergebnisse – Fallvorstellungen
Autor: Sereinig Michael
Co-Autor: Rasse Michael
Institut: Universitätsklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie
Kontakt:Anichstraße 35, A-6020 Innsbruck
Email: michael.sereinig@uki.at
Einleitung: Seit 1.1.2010 wird an der Universitätsklinik für Mund-, Kiefer- und
Gesichtschirurgie Innsbruck die Helmtherapie, bei bisher 80 Kindern mit lagerungsbedingter
Schädeldeformität, durchgeführt.
Material und Methode: Es handelt sich um Patienten
mit einer brachycephalen
Kopfdeformität, Patienten mit einem dorsalen Plagiocephalus (Schiefkopf) , sowie Patienten
mit Plagiocephalus und starker Gesichts/Schädelbasisasymmetrie.
Nach einem 3 D Scan wurde ein individueller Helm angefertigt. Dieser führt zum Ausgleich
der Kopfdeformität durch gezielte Wachtumsbeeinflussung (Kopfumfangswachstum 1 Lj.: 12
cm, 2. Lj.: 2,5 cm ; 3 Lj. :1,5 cm; 4. Lj.: 4 mm).
Das durchschnittliche Alter der Kinder liegt bei 5 Monaten bei Behandlungsbeginn.
Das Behandlungsziel war eine vollständig ausgeglichene Asymmetrie (diagonal gemessene
Durchmesser), sowie eine um 1 cm größere Kopflänge als Kopfbreite.
Resultate: Durchschnittlich beträgt die Therapiedauer zur Erreichung einer ausgeglichenen
Schädelform 4 Monate bei brachycephalen, sowie bei plagiocephalen Patienten, bei starker
Schädelbasis/Gesichtsasymmetrie etwas länger, ca. 5-8 Monate.
Das optimale Alter für den Behandlungsbeginn liegt am Anfang des 4. Lebensmonats.
Zusammenfassung: Die Helmtherapie ist , wenn sie noch im ersten Lebensjahr durchgeführt
wird, gut geeignet das Kopfumfangswachtum vom 12 cm im 1 Lebensjahr, für eine
Formkorrektur auszunutzen.
Wichtig ist, die Helmtherapie früh genug einzuleiten, um noch das volle Wachstumspotential
ausschöpfen zu können.
L6
Therapie lagebedingter Kopfdeformitäten
Autor: Laimer Klaus
Co-Autor: Sereinig M., Blecher C., Rasse M.
Institut: MKG Innsbruck
Kontakt: Anichstrasse 35, 6020 Innsbruck, Österreich
Email: klaus.laimer@gmx.net
Einleitung: Seit der Empfehlung der Rückenlage zur Vermeidung des plötzlichen Kindstodes
treten lagebedingte Kopfdeformitäten häufiger auf. Die adäquate Behandlung richtet sich nach
der Ursache und hat eine Normalisierung der Kopfform zum Ziel.
Material und Methode: Studien zufolge wächst sich diese nachgeburtlich eingetretene
Deformation nur bis zum 4. – 5. Monat von selbst aus.
Resultate: Als therapeutische Konsequenz stehen zur Behandlung der Muskelasymmetrien
am Hals, Physiotherapie und osteopathische Methoden zur Verfügung.
Diskussion: Bei einer eingetretenen starken Deformität des Kopfes kann eine konservative
Kopfmodellation durch einen Helm erfolgen, um während der Wachstumsphase, die im ersten
Jahr sehr groß ist, gute Korrekturergebnisse zu erzielen. Diese bleiben dann lebenslang stabil.
Zusammenfassung: Diese Technik wird vorgestellt.
Dentoalveoläre Chirurgie
D1
Deep Neck Space Infection
Autor: Dalla Torre D.
Co-Autor: Jank S., Oppeneiger S., Rasse M., Kloss F.
Institut: Univ.-Klinik für MKG-Chirurgie Innsbruck
Kontakt: Anichstrasse 35, 6020 Innsbruck, Österreich
Email: dr.dalla-torre@gmx.at
Einleitung: Die Zahl von Patienten mit dentogenen Infektionen, die einer stationären
Betreuung bedürfen, ist trotz des Fortschrittes in ihrer Behandlung nicht gering. Diese
Infektionen können noch heute letal verlaufen, wie das Beispiel eines an der Abteilung
verstorbenen Patienten zeigt. Von foudroyanten Krankheitsverläufen bei Dentitio difficilis als
Vertreter dentogener Infektionen wird in der Literatur selten berichtet. Anhand eines
dramatischen Verlaufes einer Dentitio difficilis werden Richtlinien zur Determinierung des
Schweregrades der Infektion und der Abwehrlage des Patienten erörtert.
Material und Methode: Anhand eines von Peterson erstellten 8-Punkte-Schemas wird der
Fall eines 26-jährigen Patienten mit foudroyant verlaufender Dentitio difficilis vorgestellt.
Das Schema umfasst neben der Einschätzung des Schweregrades der Infektion, die Wahl der
richtigen allgemeinmedizinischen, chirurgischen und antibiotischen Behandlung.
Resultate: Der Patient entwickelte ausgehend von einer Dentitio difficilis des unteren linken
Weisheitszahnes eine zervikofaziale Abszedierung mit Gasbildung von der Schädelbasis
beidseits bis zur Clavicula. Der Allgemeinzustand des Patienten zeigte sich stark reduziert
und es erfolgten eine sofortige Intubation und extraorale Abszeßinzision und Drainage
submandibulär. Aufgrund einer progredienten Abszeßausbreitung waren weitere Inzisionen
und Drainagen infratemporal, entlang der Halsgefäßnervenscheide, retroclaviculär und
retrosternal notwendig. Durch mehrmalige Abstrichentnahme konnten die Erreger
Streptokokkus milleri, Peptostreptokokkus spp. und Fusobacterium spp. nachgewiesen
werden. Insgesamt musste der Patient über 5 Wochen intensiv-medizinisch und weitere 5
Wochen auf der Normalstation betreut werden. Neben der Ernährung über eine PEG-Sonde
bedurfte der Patient nach Entlassung aus der Intensivstation physiotherapeutische Hilfe zur
Wiedererlangung der Kau- und Schluckfunktion.
Diskussion: Die Beurteilung einer schwerwiegenden Infektion anhand des 8-Punkte-Schemas
nach Peterson erleichtert vor allem in der Ausbildung ein strukturiertes Vorgehen in der
Behandlung. Insbesondere die gezielte chirurgische und antibiotische Therapie und die sich
wiederholende Reevaluierung der Patientensituation sind dabei von eintscheidender
Bedeutung für den Behandlungserfolg.
Zusammenfassung: Die Zahl von Patienten mit dentogenen Infektionen, die einer stationären
Betreuung bedürfen, ist trotz des Fortschrittes in ihrer Behandlung nicht gering. Diese
Infektionen können noch heute letal verlaufen. Von foudroyanten Krankheitsverläufen bei
Dentitio difficilis als Vertreter dentogener Infektionen wird in der Literatur selten berichtet.
Anhand eines dramatischen Verlaufes einer Dentitio difficilis bei einem 26-jährigen Patienten
werden Richtlinien zur Determinierung des Schweregrades der Infektion und der Abwehrlage
des Patienten erörtert. Der Fall wird anhand eines von Peterson erstellten 8-Punkte-Schemas
analysiert und in dessen Rahmen chirurgische, antibiotische und allgemeinmedizinische
Therapiestrategien diskutiert. Durch ein strukturiertes Vorgehen kann die Wahl der richtigen
therapeutischen Optionen in der Behandlung von Patienten mit schwerwiegenden dentogenen
Infektion erleichtert und ein Behandlungserfolg noch effektiver erzielt werden.
D2
Orale Manifestaton einer Infektion mit Mycobacterium bovis unter TNF-alpha-InhibitorTherapie
Autor: Corinna Kettmann
Co-Autor: Rana, M.; Ernst, D.; Dittmann, J.; Bormann, K.-H.; Rücker, M.; Gellrich, N.-C.
Institut: Medizinische Hochschule Hannover, Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und
Gesichtschirurgie
Kontakt: Carl-Neuberg-Str. 1, 30625 Hannover, Deutschland
Email: kettmann.corinna@mh-hannover.de
Einleitung: Eine immunsuppressive Therapie mit TNF-alpha-Blockern stellt ein erhöhtes
Risiko für eine Tuberkulosereinfektion dar. Eine klinische Manifestation im Bereich der
Mundschleimhaut ist hingegen ungewöhnlich. Im Hinblick auf die diagnostische Bedeutung
für den Zahnarzt oder Kieferchirurgen stellen wir im Folgenden eine Patientin mit oraler
Erstmanifestation einer Tuberkulosereinfektion vor.
Material und Methode: Im beschriebenen Fall stellte sich eine 70-jährige Patientin, die
aufgrund einer rheumatischen Arthritis bereits seit über fünf Jahren mit TNF-alpha-Blockern
therapiert wurde, mit oralen Ulzerationen und ausgeprägter Weichgewebsschwellung im
Oberkiefervestibulum bei uns vor. Sie stammte aus einer ländlichen Umgebung und ihr
Ehemann, ein ehemaliger Milchbauer, war 1952 an Tuberkulose erkrankt. Alio loco
durchgeführte antibiotische und antivirale Therapien führten ebenso wie das Absetzen des
TNF-alpha-Blockers zu keiner Besserung. Zum Ausschluss eines malignen Prozesses wurde
von uns zunächst eine Biopsie entnommen. Histopathologisch zeigte sich eine granulomatöse,
fokal nekrotisierende Entzündung. Zusätzlich konnte Mycobacterium bovis, ein Mitglied des
Mycobacterium Tuberculosis-Komplexes, nachgewiesen werden.
Resultate: Die Patientin wurde für zwei Wochen isoliert und mit einer Vierfachtherapie
bestehend aus Isoniacid, Rifampicin, Ethambutol und Moxifloxacin antituberkulotisch
behandelt. Es zeigte sich eine rasche Besserung und ein komplettes Abheilen der oralen
Symptome. Im Verlauf wurde die antirheumatische Therapie umgestellt.
Diskussion:
Bei
ungewöhnlichen
mit
TNF-alpha-Blockern
entzündlichen
immunsupprimierten
Veränderungen
sollte,
Patienten
insbesondere
mit
bei
Mundschleimhautveränderungen, differentialdiagnostisch immer eine Tuberkulose in Betracht
gezogen werden. Die Anamnese des Patienten kann bei oralen Ulzerationen ohne erkennbare
Ursache entscheidende Hinweise liefern.
D3
Morphologie, Biokompatibilität und Biodegradation einer neuartigen nativen, porkinen
Perikardmembran. Ergebnisse einer in-vitro/in-vivo Untersuchung.
Autor: Daniel Rothamel
Co-Autor: Ralf Smeets, Tim Fienitz, Joachim Zöller
Institut: MKG-Chirurgie Uniklinik Köln
Kontakt: Kerpener Str. 62, 50937 Köln, Deutschland
Email: daniel.rothamel@uk-koeln.de
Einleitung: Das Prinzip der gesteuerten Gewebe- und Knochenregeneration ist seit vielen
Jahren zur Behandlung von Knochen- und Parodontaldefekten etabliert. Als Barrieren zur
Abschirmung des Weichgewebes haben sich neben nicht resorbierbaren Materialien vor allem
native und quervernetzte Kollagene durchgesetzt. Diese unterscheiden sich jedoch deutlich
hinsichtlich ihrer Barrierefunktion und Biokompatibilität. Ziel der vorliegenden Studie war
die in-vitro und in-vivo Untersuchung einer neuartigen nativen Kollagenmembran (Remotis
Kollagenmembran [RM], Thommen medical, Waldenburg, Schweiz), welche aus porkinem
Perikard gewonnen wird.
Material und Methode: Zwei unterschiedliche native Kollagenmembranen (Remotis® [RM]
und Bio Gide® [BG], porkines Typ I und III-Kollagen, Geistlich Biomaterials, Wolhusen,
Schweiz) wurden zunächst rasterelektronenmikroskopisch hinsichtlich ihrer Mikro- und
Makromorphologie verglichen. Zur Testung der Biokompatibilität wurden die Membranen
zudem im achtfachen Ansatz mit 1*104 SaOs-2 Osteoblast-like Zellen inkubiert und nach 2
Stunden, 3 und 7 Tagen die Proliferation der Zellen auf der Oberfläche mittels eines
standardisierten Testverfahrens (CytoTox 96® non-radioactive cytotoxicity assay, Promega,
Mannheim) bestimmt. Zur Beurteilung der Biodegradation erfolgte eine histologische
Beurteilung der Membranstruktur 4, 8, 12 und 24 Wochen nach lateraler Augmentation mit
RM: Cerabone® (Botiss dental GmbH, Berlin, Deutschland) bzw. BG: BioOss® (Geistlich
Biomaterials) im zweifachen Ansatz im Hundemodell.
Resultate:
Rasterelektronenmikroskopisch
war
für
RM
eine
interkonnektierende
Multilayerstruktur erkennbar, während BG eher einen faserigen, bilayerartigen Aufbau zeigte.
In-vitro war für beide Membranen nach einem initialen Abfall eine deutliche Proliferation der
Zellen innerhalb der maximalen Kulturdauer fest zu stellen. Dabei war nach sieben Tagen die
absolute Zellzahl auf RM derjenigen auf BG signifikant überlegen (P < 0,05, T-Test). In-vivo
wurden beide Membranen reizlos in das umliegende Gewebe integriert. Für BG zeigte sich
eine deutliche Biodegradation innerhalb von vier bis acht Wochen. Die Resorption von RM
fand maßgeblich innerhalb der ersten acht bis zwölf Wochen statt. Bei beiden Membranen
zeigten sich eine zunehmende Hartgewebsneubildung innerhalb der Augmentate, welche
weitestgehend vom Defektboden ausging und nach 24 Wochen ihr Maximum erreichte.
Diskussion: Die gute Biokompatibilität beider Membranen ist derjenigen quervernetzter
Kollagene, welche ausgiebig in anderen Studien getestet wurden, deutlich überlegen. Dies
mag in der Nativität der Fibrillen und der porkinen Herkunft begründet liegen. Die
verlängerte Barrierefunktion von RM könnte auf der kompakteren Multilayer-Struktur
basieren, die alleine auf physikalischem Wege das Einwandern von an der Resorption
beteiligten
Zellen
verzögert.
Jedoch
zeigten
beide
Membranen
eine
gute
Hartgewebsneubildung des abgedeckten osteokonduktiven Knochenersatzmaterials, so dass –
in Anlehnung an die geringe Fallzahl – keine Aussage über eine Überlegenheit einer der
Membranen getroffen werden kann. Hierzu sind weitere präklinische und klinische Studien
notwendig.
Zusammenfassung: Es kann zusammengefasst werden, dass beide untersuchten Membranen
eine hohe Biokompatibilität aufweisen, sich aber maßgeblich hinsichtlich ihres strukturellen
Aufbaus unterscheiden. RM und BG werden im Rahmen des gewählten Tiermodells
entzündungsfrei innerhalb von 8 (BG) bzw. 12 Wochen (RM) resorbiert.
D4
Proteus-Syndrom-ähnliche, mosaikartige kraniofaziale Hyperostosen – Entwicklung und
Verlauf über 34 Jahre - eine Kasuistik
Autor: Nicolai Adolphs (1)
Co-Autor: Sigrid Tinschert (2), Berthold Hell (3), Horst Menneking (1), Bodo Hoffmeister
(1)
Institut: Universitätsmedizin Berlin Charité, Klinik für MKG-Chirurgie - Plastische
Operationen (1) , Campus Virchow-Klinikum
Kontakt: Augustenburger Platz 1, Mittelallee 2, 13353 Berlin, Deutschland
Email: nicolai.adolphs@charite.de
Einleitung: Das Proteus-Syndrom wurde 1979 erstmals von Cohen und Hayden als
Erkrankung aus dem Formenkreis der Hamartome beschrieben. Der Phänotyp ist sehr
variabel, die Ätiologie unbekannt. Es wird von einer postzygotischen Mosaikbildung
ausgegangen, die zu regional überschießendem Wachstum in den betroffenen Zellen führt.
Obwohl typischerweise mehrere Organsysteme betroffen sind, wurden auch regionale
Varianten beschrieben, die im wesentlichen kraniofaziale Strukturen betreffen. Die
Diagnostik erfolgt auf der Grundlage detailliert beschriebener Kriterien.
Material und Methode: Anhand einer 34-jährigen Kasuistik wird das Auftreten und die
Entwicklung proteus-ähnlicher kraniofazialer Hyperostosen mit intra- und extraoraler
Manifestation unter Berücksichtigung verschiedener chirurgischer Eingriffe beschrieben und
diskutiert.
Resultate: Nach unauffälligem Kleinkindalter traten bei dem männlichen Patienten erste
wahrnehmbare Veränderungen im Sinne einer Hyperplasie der rechten Gesichtshälfte kurz
nach Schuleintritt mit progredienter Entwicklung während der Pubertät auf. Erste
modellierende Osteotomien erfolgten im Alter von 18 und 20 Jahren. Aufgrund
rezidivierender Hyperostosen erfolgte im Alter von 23 Jahren der Versuch einer Korrektur der
Okklusionsebene durch LeFort I Osteotomie. Die begleitende kieferorthopädische
Regulierung erwiesn sich aufgrund der intraoralen Manifestationen als frustran. Bei
progredienter Symptomatik erfolgte im Alter von 28 Jahren die navigierte modellierende
Osteotomie der Kalotte. 6 Jahre postoperativ besteht klinisch ein erneut progredienter
Befund.Diskussion: Bei der vorliegenden Kasuistik konnten wir ein im wesentlichen
„zentrifugales“
Wachstumsmuster
ohne
neurovaskuläre
Kompressionsproblematik
dokumentieren. Allerdings ließ sich auch nach Wachstumsabschluß szintigraphisch noch
erhöhte Aktivität in den betroffenen Regionen nachweisen, was den rezidivierenden Charakter
der Variante erklärt. Eine kausale Therapie im Sinne einer vollständigen Entfernung der
stoffwechselaktiven
Bereiche
scheint
aufgrund
des
diffusen
Verteilungsmusters
problematisch, so daß im wesentlichen symptomatische Korrekturen im Sinne wiederholter
modellierender Osteotomien indiziert scheinen.
Zusammenfassung: Mosaikförmige kraniofaziale Hyperostosen zählen zu den seltenen
Überschußbildungen des menschlichen Organismus und stellen für die betroffenen Patienten
in funktioneller und psychosozialer Hinsicht eine gravierende Belastung dar. Chirurgische
Therapieoptionen
sind
aufgrund
der
auch
nach
Wachstumsabschluß
vorhandenen
Stoffwechselaktivität
limitiert.
Die
Betreuung
betroffener
Patienten
stellt
eine
interdisziplinäre Aufgabe dar.
D5
Management fortgeschrittener odontogener Tumoren – Fallbeispiele und Übersicht der
Literatur
Autor: E. Bruckmoser
Co-Autor: E. Zitzelsberger, P. Hakl, W. Sutter, N. Jurasch, F. Watzinger und D. Turhani
Institut: Abteilung für MKG Chirurgie, Landesklinikum St. Pölten
Kontakt: Propst-Führer-Straße 4, 3100 St. Pölten, Österreich
Email: emanuel.bruckmoser@stpoelten.lknoe.at
Einleitung: Die Früherkennung odontogener Tumoren stellt eine wichtige Voraussetzung für
eine Therapie dar, die den durch die Tumorresektion entstehenden Schaden für die
Betroffenen möglichst gering hält und dennoch Rezidivfreiheit gewährleisten kann. In unserer
Ambulanz für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie sehen wir jedoch eine Vielzahl von
Patienten mit odontogenen Tumoren in weit fortgeschrittenen Stadien. In dieser Präsentation
wird über das Management ausgedehnter odontogener Tumoren diskutiert, das auch heute
noch eine Herausforderung darstellt.
Material und Methode: Aus unserem Patientenkollektiv präsentieren wir exemplarisch drei
Fälle odontogener Tumoren in fortgeschrittenen Stadien anhand von klinischen Daten, präund postoperativen Röntgenbildern (inkl. Schnittbilddiagnostik) sowie intraoperativen Fotos.
Die präoperative Dokumentation reicht dabei dank der Unterstützung aus dem
niedergelassenen Bereich teilweise bis zu 12 Jahre zurück. Bei den präsentierten Tumoren
handelt es sich um ein corpus und ramus mandibulae betreffendes odontogenes Fibrom, ein
die gesamte Kieferhöhle ausfüllendes odontogenes Myxom, sowie eine das gesamte corpus
mandibulae beidseits einnehmende Keratozyste.
Resultate: Bei den drei exemplarisch ausgewählten Fällen odontogener Tumoren hat sich
gezeigt, dass die Diagnosestellung aufgrund der über lange Zeit fehlenden oder
uncharakteristischen klinischen Symptomatik sowie der unzureichenden radiologischen
Diagnostik erst im Spätstadium erfolgte. In zwei der drei vorgestellten Fälle traten Rezidive
auf, deren Therapie ebenfalls dargestellt wird.
Diskussion: Die drei präsentierten Fallbeispiele zeigen, dass der adäquaten radiologischen
Diagnostik eine entscheidende Rolle in der Früherkennung odontogener Tumoren zukommt.
Zudem darf mit der Überweisung an eine entsprechende Fachabteilung nicht gezögert werden,
damit so frühzeitig weiterführende diagnostische Schritte und therapeutische Maßnahmen
gesetzt werden können.
Zusammenfassung: Wir berichten über drei Fälle odontogener Tumoren, bei denen eine
frühzeitige Diagnose aufgrund unzureichender Diagnostik nicht erfolgte. Somit wurden die
jeweiligen Patientinnen erst in Spätstadien ihrer Erkrankung in unserer Ambulanz vorstellig.
Die Behandlung derartiger odontogener Tumoren in weit fortgeschrittenen Stadien stellt auch
heute noch eine Herausforderung dar.
D6
Zur Wertigkeit der Erregerbestimmung bei odontogenen Infektionen in der klinischen Routine
Autor: A.W.Eckert
Co-Autor: L. Just, D.Wilhlems, J. Schubert
Institut: MKG-Chirurgie, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Kontakt: Ernst-Grube-Str. 40, D-06120 Halle (Saale), Deutschland
Email: aw.eckert.wissenschaft@web.de
Einleitung: Die begleitende antibiotische Therapie odontogener Infektionen sollte regelmäßig
hinsichtlich ihrer Effektivität überprüft werden. Nur dadurch können Resistenzentwicklungen
rechtzeitig erkannt und das antibiotische Regime entsprechend adaptiert werden. Die Ziele der
Untersuchung bestanden darin, einen aktuellen Überblick über die Resistenzsituation zu
erlangen und mit den Ergebnissen von vor rund 10 Jahren zu vergleichen.
Material und Methode: Es wurden sämtliche mikrobiologischen Routineuntersuchungen
zum Keimspektrum und zur Resistenzsituation odontogener Infektionen des letzten
Halbjahres erfasst und mit den Ergebnissen der letzten eigenen, breit angelegten Studie unter
standardisierten Entnahme- und Transportbedingungen des mikrobiologischen Materials
verglichen. Besonderes Augenmerk wurde folgenden Parametern gewidmet: Anzahl der
Erreger pro Infektion, Verhältnis aerober zu anaerober Erreger sowie die Resistenzsituation
gegenüber in den in der Kieferchirurgie etablierten Antibiotika Penicillin G, Doxycyclin,
Erythromycin, Amoxicillin/Clavulansäure und Clindamycin.
Resultate: Aktuell konnten 19 Patienten mit der Diagnose „odontogener Abszess“ erfasst
werden [11 Männer, 5 Frauen und 3 Kinder im Alter von 2 bis 86 Jahren]. Es fanden sich
aktuell deutlich weniger Erreger pro Infektion als in der Kontrollstudie [2 Erreger zu 3,65 ]. In
der Routine konnte die bekannte Dominanz der Anaerobier nicht bestätigt werden; 17
Aerobiern standen 16 Anaerobier gegenüber. Hinsichtlich der Resistenzquoten zeigten sich
beim Klassiker Penicillin G die geringste Veränderungen, in Klammern sind zum Vergleich
die Werte der Kontrolluntersuchung angegeben. Die aktuelle Globaresistenz des Penicillin G
beträgt 3,44% [7,3%], die aerobe 7,1% [4,5%] und anaerob bestanden derzeit keine
Resistenzen
[8,1%].
Kaum
Veränderungen
konnten
auch
bei
der
Kombination
Amoxicillin/Clavulansäure gefunden werden. Global 3% [0%], aerob 3% [0%] und keine
Veränderung im anaeroben Bereich [jeweils keine Resistenzen]. Eine deutliche Zunahme der
Resistenzsituation wurde beim Clindamycin verzeichnet [Global 21% zu 3,3%; aerob 25% zu
9,3% und anaerob 17,6% zu 1,4%]. Beim Doxycyclin und Erythromycin verdreifachten sich
die Resistenzen [50% zu 16,7% sowie 38,4% zu 13,1%].
Diskussion: Mikrobiologische Routineuntersuchungen lassen nur bedingt einen Überblick
über die aktuelle Resistenzsituation zu [Nichterfassung strikt anaerober Genera]. Dennoch
bestätigt sich die nach wie vor hohe antimikrobielle Aktivität des Penicillin G [Mehrschritttyp
zur Resistenzentwicklung]. Die Erhöhung der Resistenzquote beim Clindamycin im klinisch
wichtigen anaeroben Bereich um das zehnfache spiegelt den Selektionsdruck infolge hoher
Anwendungsfrequenz wider.
Zusammenfassung: Die Resultate fordern detaillierte Überprüfungen der Resistenzsituation
durch prospektive Untersuchungen unter normierten Entnahme- und Transportbedingungen
heraus.
Möglicherweise
müssen
in
der
Konsequenz
aus
regionaler
Sicht
die
Antibiotikaempfehlungen bei odontogenen Infektionen korrigiert werden.
D7
Fluoreszenzunterstützte Diagnostik der Mundschleimhaut
Autor: P. Jehn
Co-Autor: M. Rana, M. Kühle, H. Kokemüller, M. Rücker, N.-C. Gellrich, A. Eckardt
Institut: Klinik für MKG Chirurgie, MHH Hannover
Kontakt: Carl-Neuberg-Strasse 1, 30625 Hannover, Deutschland
Email: jehn.philipp@mh-hannover.de
Einleitung: In Deutschland erkranken jährlich etwa 10.000 Patienten an einem oralen
Plattenepithelkarzinom (Howaldt et al. 2000). Ein Großteil der Mundhöhlenkarzinome wird
dabei erst in fortgeschrittenen Krankheitsstadien entdeckt (Mashberg A. 2000; Mignogna MD
et al. 2001). Für die Anwendung in Routineuntersuchungen wurden neue Diagnosetechniken
entwickelt, unter anderem das “VELscope® mucosa visualisation system”. Ziel der
Untersuchung war es zu evaluieren, ob eine Autofluoreszenzuntersuchung (AFV) mit dem
VELscope® gegenüber einer konventionellen Untersuchung mit weißem Licht (WLE) eine
Verbesserung der Sensitivität und Spezifität bei der Erkennung von Präkanzerosen und
Malignomen zur Folge hat.
Material und Methode: Die Studie wurde an einem Patientenkollektiv von 81 Patienten
anhand eines standartisierten Protokolls durchgeführt. Eingeschlossen wurden Patienten mit
einer fakultativ präkanzerösen Veränderung der Mundschleimhaut, insbesondere Patienten
mit lichenoiden Veränderungen sowie Leukoplakien. In der Befunderhebung schloss sich
einer extraoralen Untersuchung (Oliver Driemel et al.) eine standardisierte intraorale
Inspektion (Oliver Driemel et al.) an. Diese beinhaltete die visuelle und palpatorische
Untersuchung der Mundhöhle. Anschließend erfolgte die Untersuchung des Patienten mit dem
VELscope® in einem abgedunkelten Raum. Diese wurde gemäß dem vom Hersteller
vorgeschriebenen Untersuchungsleitfaden durchgeführt. Verdächtige Befunde wurden nach
einem Standardverfahren dokumentiert und biopsiert.
Resultate: Von den 81 in die Untersuchung eingeschlossenen Fällen entsprachen 36 Fälle
klinisch einer lichenoiden Veränderung und 26 Fälle einer Leukoplakie. 19 Fälle zeigten eine
andere Mundschleimhauterkrankung. Bei der Anwendung des VELscopes® zeigten 26 % der
26 Leukoplakien und 95 % der 36 lichenoiden Veränderungen einen sog. Fluoreszenzverlust
(FV). Nach der VELscope®- Untersuchung wurden aufgrund eines FV bei 24 der 81 Fälle
Biopsien entnommen. Nach histologischer Aufarbeitung war unter diesen 24 Biopsien eine
Probe falsch positiv (gesunde Mundschleimhaut).
Diskussion: Das VELscope® erleichtert das Auffinden präkanzeröser Läsionen der
Mundhöhle durch den deutlichen FV. Das VELscope® erleichtert dabei dem Kliniker die
Entscheidung, wo eine Mundschleimhautveränderung zu biopsieren ist („biopsie guidance“).
Bei erosiven oder akut entzündlichen Läsionen kann es ebenfalls zu einem erkennbaren FV
kommen. Hierbei scheint eine verbesserte Durchblutung Ursache für einen falsch positiven
Befund zu sein (Kois et al., 2006). Um auf falsch positiven Befunden beruhende Biopsien zu
vermeiden, sollten bei einem nicht eindeutigen Befund zunächst sämtliche Reize entfernt
werden und eine Wiedervorstellung nach Abstellen der Noxe erfolgen. Weitere
Verbesserungen einer möglichen Fotodokumentation bleiben wünschenswert.
Zusammenfassung: Das VELscope® erleichtert das Auffinden präkanzeröser Läsionen der
Mundhöhle durch den deutlichen FV. Das VELscope® erleichtert dabei dem Kliniker die
Entscheidung, wo eine Mundschleimhautveränderung zu biopsieren ist („biopsie guidance“).
D8
LOW INTENSITY LASER VERSUS SYNTHETIC BONE GRAFT TO INCREASE BONE
DENSITY AFTER ENUCLEATION OF LARGE CYSTIC LESIONS OF JAWS.
Autor: Khaled A. Elhayes
Co-Autor: Ahmad A. Zaki
Institut: Institute: Faculty of Oral & Dental Medicine, Cairo University, (OMFS Department)
Kontakt: 5d, 199 st., Degla, Maadi, Cairo, Egypt
Email: pdkae@yahoo.com
Introduction: Large bony spaces left after enucleation of large cystic cavities of the Jaws
represent a questionable issue for bone grafting procedures to increase the bone density, low
intensity laser was found to have a significant rule for this purpose too, so, Algipore was
studied against diode laser to fulfill the aim of increasing bone density for these bony spaces.
Material and Method: This study included 27 patients of both sexes (17 males & 10
females) aged 20 - 48 years, they were divided into 3 groups, each group contained 9 Patients,
All patients in all groups were selected to have large cystic cavities in their dental arches of
different etiological factors, ranged in diameter 1.5 – 3.5 cm. and not approaching any vital
structures, they underwent surgical enucleation of these cystic lesions, Patients of group ( I )
have received bone substitute in form of Algipore granules that were packed inside the bony
cavities of enucleated cysts till complete filling, while Patients in group (II) have not received
any grafting materials after cysts enucleation, but low intensity diode laser was applied to all
of them in six sessions for each patient , and the Patients in group ( III ) have not received any
grafting materials after cysts enucleation to represent the control group. Radiographic
evaluation of all patients was performed using digital radiography system (Digora).
Radiographs were taken preoperatively and at intervals of 1 day, 6 weeks, 3 months and 6
months postsurgically. Radiographs of the same region at the opposite side were obtained for
comparison. All radiographs were taken using long cone parallel technique with the help of
bite blocks to provide standardization of images. The mean density of pixels within the area
of graft was recorded and other normal side too.
Results: It was found that there was a significant higher bone density in Algipore group than
other two groups at 1 day and 6 weeks time intervals, while there was no significant
difference between Algipore and Laser groups at 3 months and 6 months postsurgically, but
both groups showed significantly higher bone density than control group at these 3 & 6
months time intervals. Furthermore, the bone density was significantly higher in Laser group
than control group at 6 weeks time interval. In control group, there was no significant
difference in bone density between all time intervals. In group I & II, there was a significant
increase in bone density in all time intervals compared with preoperative density, but, there
was no significant difference in bone density between different time intervals in control
group.
Discussion: The corals were selected for this research as they are more available and cheaper
than many other grafting materials, at the same time, the differences between corals and these
various grafting materials were not significant. Algipore group had demonstrated better bone
density than Control group during all follow up periods that was in agreement with Sanchez
AR. et al who have found that the bony defects where demineralized freeze-dried bone graft
(DFDBG) was used, either with or without platelet-rich plasma (PRP), did demonstrate
slightly greater Bone Mineral Density (BMD) and Bone Mineral Content (BMC) than those
left untreated. The density of an image refers to its brightness. The maximum density value is
255, which corresponds to white. The minimum density value is zero, which corresponds to
black. The different shades of gray have density values from 1 to 254 (A.Wenzel, 1993). The
bone density was significantly higher in laser group compared with control group at 6 weeks,
3 months and 6 months time intervals due to the ability of low intensity laser to increase bone
density at the area of application. This was in agreement with (Saito et al,1997 ; Khadra et al,
2004 ; Nissan et al, 2006 ; Lirani-Galvão et al, 2006 and Miloro et al, 2007) who suggested
that , laser therapy of low power density is effective on bone formation and the bone healing
process by affecting calcium transport during new bone formation.
Conclusion: Algipore (CORALS) can be a dependable bone substitute material for grafting
bony defects in both jaws, Low intensity laser has also the ability to significantly increase
bone density of empty cavities of jaws after enucleation of large cysts, so, it is preferred than
Algipore specially with cases having infected lesions .
D9
Seltene Befunde bei kolonisierender Aspergillose der Kieferhöhle
Autor: Johann Beck-Mannagetta
Institut: Universitätsklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie/SALK - PMU
Kontakt: Müllner Hauptstr. 48 A-5020 Salzburg
Email: j.beck-mannagetta@salk.at
Grundlagen: Die Mehrzahl der Patienten mit einer kolonisierenden Aspergillose der
Kieferhöhle weisen einen endodontisch überfüllten Zahn im Oberkiefer auf. In seltenen Fällen
können aber auch andere Faktoren das Wachstum von Aspergillen begünstigen, oder
zusätzlich andere Erkrankungen nach sich ziehen.
Patienten: Zwischen 1983 und 2010 wurden 143 Patienten mit histologisch nachgewiesener
Aspergillose der Kieferhöhle an der Univ.Klinik für MKG-Chirurgie in Salzburg operiert. Bei
10 Patienten waren die Befunde ungewöhnlich.
Ergebnisse: Bei 5 Patienten wurde die Aspergillose zufällig während der Resektion des
Oberkiefers bei einem Malignom gefunden. Bei 2 Patienten fand sich die Aspergillose bei der
operativen Behandlung einer endokrinen Orbitopathie. Bei je einem Patienten war eine
operative Korrektur einer Dysgnathie, bzw. ein Sinuslift mit Fremdmaterial vorausgegangen.
Eine Patientin wies eine ausgedehnte Destruktion der Nebenhöhlen bis an die Schädelbasis,
aber keine Invasion, auf.
Diskussion: Das gleichzeitige Auftreten von Aspergillose und Karzinom könnte auf der
opportunistischen Besiedlung von nekrotischem Tumorgewebe beruhen. Plötzliche Jodzufuhr
bei Jodmangelstruma kann zu einer endokrinen Orbitopathie führen. Lokale Gewebsnekrosen
bei Operationen im Kieferhöhlenbereich können von Aspergillen besiedelt werden. Der Befall
von weiteren Nebenhöhlen kann unbemerkt über viele Jahre durch expansives Wachstum
erklärt werden.
Schlussfolgerung: Nekrotisches Gewebe enthält ausreichend Zink für ein optimales
Wachstum von Aspergillen. Gewebsnekrosen können durch toxische Sealer, Traumen,
Operationen, Radiotherapie, maligne Tumoren, Bisphosphonat-Medikation o.ä. verursacht
werden. Ein jodhältiger Sealer kann u.U. zu einer endokrinen Orbitopathie führen. Auch wenn
die Ursache der Aspergillose bei diesen Patienten zur Zeit eine Spekulation darstellt, so
dürften unsere Vermutungen doch die wahrscheinlichste Erklärung bieten.
D10
Zur Reduktion therapiebedingter Reaktionen orofazialer Strukturen bei Malignompatienten
durch organisatorische Hilfsmittel.
Autor: A. Lugstein
Co-Autor: A. Preinerstorffer, K. Wiltoner, D. Seewald, M. Dunzinger
Institut: Konsiliarfacharzt f. MKG-Chirurgie am LKH Vöcklabruck
Kontakt: 4840 Vöcklabruck
Email: mkgchir.lugstein@aon.at
Bisphosphonate (BP) gehören zu einer Gruppe von Medikamenten, die seit über 30 Jahren
erfolgreich in der Therapie von Erkrankungen mit unerwünscht hoher Knochenresorption
eingesetzt
werden.
Hauptindikationsgebiete
sind
neben
Osteoporose
maligne
Knochenerkrankungen wie das multiple Myelom und Skelettmetastasen bei Mamma-,
Prostata- und Bronchialkarzinom,sowie Erkrankungen wie Morbus Paget und die
tumorinduzierte Hyperkalzämie.
Als Nebenwirkung einer BP-Therapie treten jedoch bei Patienten mit onkologischer
Grunderkrankung in bis zu 12% Nekrosen im Kieferknochen auf. Es ist deshalb aus dem
Blickwinkel der Zahnmediziner und der Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgen eine
entsprechende Sanierung der Zähne und des Parodonts vor Behandlungsbeginn anzustreben.
Diese Nebenwirkungen beeinflussen den dentoalveolaren Eingriff und führen zum Teil zu
Wundheilungsstörungen,
Knochennekrosen,
anhaltenden
Entzündungen
mit
teils
therapieresistentem Verlauf und frustranem Ergebnis.
Ziel muß deshalb sein, derartige Maßnahmen , soweit absehbar, vor Beginn der BP-Therapie
vorzunehmen.
Um den Ablauf zu standardisieren, der den Onkologen, Urologen, Pulmonologen und
anderen, sowie den Zahnmedizinern und den MKG-Chirurgen die Arbeit erleichtert, wird ein
Formular der Deutschen Krebsgesellschaft im Schwerpunktkrankenhaus Vöcklabruck
eingeführt, das vorgestellt wird. Ähnliche Probleme ergeben sich durch Chemo- und
Strahlentherapie. Auf Basis des BP-Formblattes wurde ein solches für diese Therapieformen
entwickelt, um die bekannten Folgen der chirurgischen Behandlung durch die Strahlennekrose
und Begleitumstände der Strahlen- und Chemotherapie soweit als möglich zu minimieren.
Erste interdisziplinäre Erfahrungen werden dargestellt. Die Übernahme der Vorgangsweise
wird empfohlen. Das Fach MKG-Chirurgie wird als Problemlöser im Schnittstellenbereich
von Medizin und Zahnmedizin angeboten.
D11
Bisphosphonat-assoziierte Kiefernekrosen: Risikofaktoren, klinische Manifestation und
Lokalisation
Autor: Christoph Pautke
Co-Autor: Sven Otto, Christian Schreyer, Sigurd Hafner, Gerson Mast, Michael Ehrenfeld
Institut: Klinik für Mund-, Kiefer-Gesichtschirurgie, Ludwig-Maximilians-Universität
München
Kontakt: Lindwurmstr. 2a, 80336 München, Deutschland
Email: Christoph.Pautke@gmx.net
Einleitung: Bisphosphonat-assoziierte Kiefernekrosen (engl.: osteonecrosis of the jaw; ONJ)
stellen eine ernsthafte Nebenwirkung mit zunehmender klinischer Bedeutung bei Therapie mit
Bisphosphonaten
dar.
Sie
treten
hauptsächlich
bei
Patienten
mit
malignen
Grunderkrankungen, insbesondere Mamma- und Prostatakarzinomen sowie multiplen
Myelomen auf, die intravenös mit stickstoffhaltigen Bisphosphonaten therapiert werden.
Trotz der steigenden Anzahl von Veröffentlichungen existieren kaum detaillierte Angaben zu
Risikofaktoren, zum klinischen Bild sowie den exakten Lokalisationen der Kiefernekrosen.
Material und Methode: Es wurde eine detaillierte retrospektive Analyse aller Patienten mit
bisphosphonat-assoziierter Kiefernekrose, die von 2003 bis 2009 in der Klinik und Poliklinik
für Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie der Ludwig-Maximilians-Universität München
behandelt
wurden,
durchgeführt.
Hierzu
wurden
neben
den
vorliegenden
Untersuchungsbefunden Fragebögen zur Vervollständigung der anamnestischen Angaben
erstellt und an die Patienten verteilt. Der Schwerpunkt lag auf der exakten Erfassung
potenzieller Risikofaktoren, der klinischen Präsentation sowie der exakten Lokalisation der
Läsionen im Ober- und Unterkiefer. Ein Kollektiv von 126 Patienten erfüllte die
Diagnosekriterien einer bisphosphonat-assoziierten Kiefernekrose nach AAOMS 2007 bzw.
2009, wobei eine vollständige Erfassung aller Daten bei 66 Patienten möglich war.
Resultate: Die Mehrzahl der bisphosphonat-assoziierten Kiefernekrosen trat bei Patienten mit
malignen Grunderkrankungen (n=117; 92,8%) auf, insbesondere bei Patienten mit
Mammakarzinomen
(n=57;
45,2%),
multiplen
Myelomen
(n=37;
29,4%)
und
Prostatakarzinomen (n=13; 10,3%). Alle diese Patienten erhielten intravenöse Applikationen
stickstoffhaltiger Bisphosphonate. Nur bei 9 Patienten (7,1%) lag eine Osteoporose als
Grunderkrankung vor, wobei nur drei Fälle von ONJ bei rein oraler Einnahme von
Bisphosphonaten auftraten. Als weitere mögliche systemische Risikofaktoren fielen
Immunsuppression,
Antiangiogenetika
Diabetes
(z.B.
mellitus
Thalidomid)
sowie
auf.
Therapie
Die
mit
häufigste
Kortikosteroiden
klinische
und
Manifestation
bisphosphonat-assoziierter Kiefernekrosen stellt intraoral freiliegender nekrotischer Knochen
dar, der gleichzeitig das Leitsymptom der Erkrankung ist, wobei das Auftreten von
Schmerzen und insbesondere deren Ausprägung sehr stark variieren. Der Krankheitsverlauf
kann durch das Auftreten von entzündlichen Veränderungen wie Fistelbildungen,
Infiltrationen und Abszesse aber auch durch pathologische Frakturen und Beeinträchtigungen
der Nervenfunktion kompliziert werden. Mehr als 2/3 der Läsionen traten im Bereich der
Mandibula auf, wobei in beiden Kiefern eine deutliche Prädilektion für die Molaren- und
Prämolarenregion auffiel.
Diskussion: Bisphosphonat-assoziierte Kiefernekrosen stellen eine ernsthafte Nebenwirkung
insbesondere bei Behandlung onkologischer Patienten mit intravenösen Applikationen
stickstoffhaltiger Bisphosphonate dar. Die Erkrankung führt zu einer teilweise erheblichen
Einschränkung der Lebensqualität und kann sogar die Behandlung der jeweiligen
Grunderkrankung
negativ
beeinflussen.
Die
herausgearbeiteten
Risikofaktoren
(Immunsuppression, Chemotherapie, Diabetes mellitus, Rauchen) und die häufige Assoziation
mit zuvor aufgetretenen entzündlichen Zuständen der Kiefer unterstreichen die jüngst
publizierten pathogenetischen Modelle, die den im Kieferbereich häufigen entzündlichen
Veränderungen und den konsekutiven pH-Wert-Abfällen eine entscheidende Bedeutung
beimessen.
Zusammenfassung: Neben der dringenden Notwendigkeit zu weiterer klinischer und
laborseitiger Grundlagenforschung zur Verbesserung unseres Verständnisses bisphosphonatassoziierter Kiefernekrosen daher kommt einer adäquaten Prävention vor und unter
Bisphosphonattherapie
durch
regelmäßige
klinische
Untersuchungen,
Mundhygieneinstruktionen und konservierende Behandlungsmaßnahmen zur Vermeidung
von apikalen und marginalen Parodontitiden zukünftig eine Schlüsselrolle zu.
D12
Zellkulturelle Untersuchungen zum Einfluss von Dosis und pH-Wert auf die Pathogenese
Bisphosphonat-assoziierter Kiefernekrosen?
Autor: Sven Otto
Co-Autor: Joanna Schwager, Christine Opelz, Ines Westphal, Matthias Schieker, Michael
Ehrenfeld, Christoph Pautke
Institut: Klinik für Mund-, Kiefer-Gesichtschirurgie, Ludwig-Maximilians-Universität
München
Kontakt: Lindwurmstr. 2a, 80336 München, Deutschland
Email: Otto_Sven@web.de
Einleitung: Bisphosphonat-assoziierte Kiefernekrosen haben sich zu einem häufigen und
ernsthaften klinischen Problem entwickelt. Doch trotz zahlreicher Arbeiten und Theorien ist
die Pathogenese weitgehend unklar. Eine neue Hypothese zur Pathogenese schreibt dem
lokalen pH-Wert eine wichtige Rolle zu, da bei niedrigen pH-Werten, wie sie im Rahmen von
Infektionen und Wundheilungsstörungen häufig auftreten, Bisphosphonate aus dem Knochen
freigesetzt und aktiviert werden. Das Ziel der vorliegenden Arbeit besteht daher in der
Untersuchung des Einflusses unterschiedlicher Bisphosphonatdosierungen und pH-Werte auf
mesenchymale Stammzellen, Osteoblasten und Osteoklasten in vitro.
Material und Methode: Der Einfluss von zwei stickstoffhaltigen Bisphosphonaten
(Zoledronat und Ibandronat) und eines nicht-stickstoffhaltigen Bisphosphonates (Clodronat)
auf mesenchymale Stammzellen (SCP-1), Osteoblasten (HOB) und Osteoklasten (HOC)
wurde unter hinsichtlich der Dosis und des lokalen pH-Wertes verschiedenen Bedingungen
untersucht. Gemessen wurde das Zellüberleben durch Zellzählung, die Zellaktivität mit Hilfe
eines WST-assay und die Zellmotilität durch einen scratch-assay mit mikroskopischer
Zeitreihenanalysen (time lapse-Mikroskopie).
Resultate: Der Einfluss von stickstoffhaltigen (Zoledronat, Ibandronat) und nichtstickstoffhaltigen Bisphosphonaten (Clodronat) auf die untersuchten Zellen unterscheidet sich
erheblich. Stickstoffhaltige Bisphosphonate zeigen signifikante Dosis- und pH-Wertabhängige Einflüsse auf die Zellvitalität, Zellaktivität und Zellmotilität. Steigende
Bisphosphonatdosen (Zoledronat, Ibandronat) und abnehmende pH-Werte führen zu einer
Abnahme der Anzahl überlebender Zellen (p < 0,01) sowie zu einer signifikanten Abnahme
der Zellaktivität und der Zellmotilität (p < 0,01). Äquimolare Dosen des untersuchten, nichtstickstoffhaltigen Bisphosphonates (Clodronat) zeigen mit steigenden Konzentrationen keine
signifikanten Effekte hinsichtlich Zellvitalität und Aktivität.
Diskussion: Sowohl die Zellvitalität als auch die Zellaktivität der Zellen des syncytialen
Zellvernbandes des Kieferknochens, insbesondere mesenchymale Stammzellen, Osteoblasten
und
Osteoklasten
werden
durch
steigende
Konzentrationen
von
stickstoffhaltigen
Bisphosphonaten und durch sinkende pH-Werte negativ beeinflusst. Dies ist in
Übereinstimmung mit aktuellen pathogenetischen Konzepten zur Enstehung bisphosphonatassoziierter Kiefernekrosen, welche der pH-Wert-bedingten Freisetzung und Aktivierung
insbesondere stickstoffhaltiger Bisphosphonate eine wesentliche Rolle beimessen.
Zusammenfassung: Hohe Konzentrationen von stickstoffhaltigen Bisphosphonaten und
lokale Gewebe-pH-Wert-Verschiebungen, wie sie häufig im Rahmen von entzündlichen
Zuständen im Kiefer auftreten, könnten eine Schlüsselrolle bei der Entstehung
Bisphosphonat-assoziierter Kiefernekrosen spielen.
D13
Mikrochirurgische
Unterkieferrekonstruktion
bei
bisphosphonatassoziierter
Kieferknochennekrose
Autor: Rolf-Dieter Bader
Co-Autor: Christina Wolf, Gregor Raschke, Rene Wohlrath, Stefan Schultze-Mosgau
Institut: Klinik und Poliklinik für MKG-/Plastische Chirurgie des Universitätsklinikums Jena
Kontakt: Erlanger Allee 101, D-07740 Jena, Deutschland
Email: rolf.bader@med.uni-jena.de
Einleitung: Die systemische Gabe von Bisphosphonaten hat in der Onkologie, insbeondere
bei Knochenmetastasierung, eine große Bedetung zur Stabilisierng des Skelettes und damit
zum Erhalt der Lebensqualität. Erst vor wenigen Jahren zeigten sich als unerwünschte
Wirkung das Auftreten von bisphosphonatassoziierte Kieferknochennekrosen. Bei der
Therapie im Stadium III muss zumeist großvolumig Kieferknochen abgetragen werden. Bei
Rezidiven kann dann die Integrität des Knochens soweit geschwächt werden, dass eine
Rekonstruktion notwendig wird. Ziel unsere Untersuchung war es, die Tauglichkeit von freien
mikrochirurgischen Knochentranfer in diesen Fällen zu untersuchen.
Material und Methode: In der Zeit von 04/2005 bis 08/2010 wurden bei insgesamt 367
Patienten
mikrochirurgische
Rekonstruktionen
durchgeführt
(m=248/w=119).
Der
Altersdurchschnitt lag bei 58,3 Jahren (Median 57,0; 2 – 89 Jahre, s=14,3). Hierbei erfolgte in
177 Fällen auch der Transfer von Knochen. Seit 03/2009 wurde in fünf Fällen eine
mikrochirurgische Rekonstruktion bei bisphosphonatassoziierter Knochennekrose als ultima
ratio durchgeführt. Der Altersdurchschnitt lag bei 56,6 Jahren. Erhoben wurden die
onkologische Grunderkrankung, die Dauer und Art der Bisphosphonattherapie, der
verwendete Lappen, sowie die Erfolgsrate.
Resultate: In drei Fällen war ein Plasmozytom, in einem Fall ein metastaierendes
Nierenzellkarzinom und in einem Fall ein metastasierendes Prostatakarzinom ursächlich für
die Bisphosphonattherapie. In allen Fällen erfolgte die Bisphosphonattherapie intravenös mit
Zoledronsäure (Zometa®) über einen Zeitraum von über drei Jahren. In zwei Fällen erfolgte
die Rekonstruktion mittels Fibula, in drei Fällen über Skapula. In einem Fall kam es zum
Lappenverlust, in der anderen Fällen verlief die Einheilung ohne Komplikationen.
Diskussion: Bisphosphonate stellen immer noch eine tragende Säule in der onkologischen
Therapie dar. Ziel der Behandlung muß die Vermeidung eines Stadium III sein.
Zusammenfassung: In den Einzelfällen, in denen die Knochennekrose soweit fortgeschritten
ist, dass eine Kontinuitätsresektion erfolgen muß, stellt der mikrochirurgische Knochenersatz
trotz systemischer Wirksamkeit der Bisphosphonate eine Option zum Erhalt der Lebesqualität
dar.
D14
Osteonekrose der Kiefer unter antiresorptiver Therapie mit Denosumab – erste klinische Fälle
Autor: Russmüller G.
Co-Autor: Seemann R., Pirklbauer K., Pöschl P.W., Klug C., Ewers R., Wutzl A.
Institut: MKG AKH-Wien
Kontakt: Währinger Gürtel 18-20, 1090 Wien, Österreich
Email: guenter.russmueller@meduniwien.ac.at
Einleitung: Das Auftreten von Osteonekrosen der Kiefer ist ein Krankheitsbild, welches
häufig bei Patienten auftritt, welche an schweren Knochenstoffwechselstörungen leiden oder
mit antiresorptiven Medikamenten behandelt wurden. Sein Einführung der Bisphosphonate
werden die Fälle von bisphosphonat-assoziierten Osteonekrosen der Kiefer immer häufiger.
Als möglicher Ersatz für die Bisphosphonate wurde kürzlich der hier behandelte anti-RANKL
Antikörper Denosumab eingeführt.
Material und Methode: Aufgrund der Behandlung von Patienten mit Denosumab im
Rahmen klinischer Studien, wurden an unserer Institution erste Fälle von Denosumabassoziierter Osteonekrose der Kiefer diagnostiziert und therapiert.
Resultate: Erste Ergebnisse aus der Behandlung dieser neuen Entität der Osteonekrose zeigen
Parallelen zur bisphosphonat-assoziierten Osteonekrose. Nach Absetzten der Therapie mit
Denosumab und unter konservativer Therapie zeigte sich nur eine partielle Besserung der
klinischen Situation. Im Falle von chirurgischer Therapie zeigten sich bisher gute Ergebnisse.
Diskussion: Ähnlich zum Auftreten der bisphosphonat-assoziierten Osteonekrose der Kiefer
könnten die kieferchirurgischen Zentren in Zukunft mit einer steigenden Zahl von
Denosumab-assoziierten Ostenekrosen der Kiefer konfrontiert werden. Bei im Vergleich zur
bisphosphonat-assoziierten Osteonekrose klinisch ähnlicher Ausprägung, aber grundsätzlich
anderer Pharmakodynakik und –kinetik, muss bei diesem neuen Krankheitsbild nun der beste
therapeutische Weg gefunden werden.
Zusammenfassung: Wir berichten über die ersten Fälle von Osteonekrosen der Kiefer unter
dem neuen antiresorptiven Medikament Denosumab und zeigen therapeutische Ergebnisse
dieser neuen Form der OSteonekrose.
Traumatologie
T1
Vorhersage von Osteosyntheseversagen bei Collumfrakturen auf Basis von postoperativen
Panoramaröntgen
Autor: Rudolf Seemann
Co-Autor: Günter Lauer, Simone Holawe, Kurt Schicho, Christian Czerny, Gerald
Krennmair, Christos Perisanidis, Rolf Ewers, Clemens Klug
Institut: Universitätsklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurige
Kontakt: Lannerstrasse 23/3, 1190 Wien, Österreich
Email: rudolf.seemann@gmail.com
Einleitung: Von allen Unterkieferfrakturen zeigen die Collumfrakturen die höchsten
Osteosyntheseversagensraten. In unserer Klinik wurden Osteosyntheseversagensraten von
11,3 % bei einer Miniplatte, 6,7% bei zwei Miniplatten und 4,4% bei Medartis Collumplatten
beobachtet. Das Ziel dieser Studie war auf Basis von in konventionellen Panoramaröntgen
erfassbaren
Parametern
einen
Vorhersagealgorithmus
zu
bestimmen,
welcher
die
Wahrscheinlichkeit von Osteosyntheseversagen angibt.
Material und Methode: Insgesamt wurden 136 Patienten (22 mit Osteosyntheseversagen und
114 ohne Osteosyntheseversagen) in diese Studie eingeschlossen. Erhebungszeitraum der 22
Osteosyntheseversagen war 1995 bis 2009. Insgesamt Röntgenparameter wurden mit der
gesunden Kontrollegruppe von 114 Patienten mit insgesamt 129 Frakturen verglichen. Ein
rekursiver Partitionsalgorithmus (RPART) wurde verwendet um die Reihenfolge der
Parameter zu bestimmen.
Resultate:
Signifikante
Vorhersagekraft
hatte
die
Ramushöhe
(p<0.001).
Die
Wahrscheinlichkeit eines Osteosyntheseversagens ist auf ein Achtel reduziert, wenn entweder
die Fragmente deutlich überlappen oder eine sichtbare Stufe mit Verkürzung des Ramus, dh.
proximales Fragment posterior zu distalem Fragment oder der Frakturspalt kaum sichtbar ist.
Weitere das Osteosyntheseversagen begünstigende Vorhersageparameter sind die Anzahl an
sicheren Schrauben im proximalen Fragment, die Zahl der fehlenden oder gefüllten ersten und
zweiten Molaren und der Winkel zwischen Platte und Ramushinterrand. Der Algorithmus
erkennt 88,1% der Daten korrekt und hate ine Sensitivität von 59.1% und eine Spezifität von
93.0%.
Diskussion: Neben dem verwendeten Material spielen andere Parameter bei dem
Osteosyntheseversagen eine erhebliche Rolle. So ist die Ramushöhe ein entscheidender
Faktor. Zwei vereinfachte Konzepte der Ramushöhe wurden untersucht, wobei sich die
Ramusverkürzung als besserer Vorhersagewert herausstellte. Colla mit sichtbarer Stufe,
wobei das proximale Fragment relative zum distalen Fragment posterior lag oder sichtbarer
Überlappung der Fragmente oder kaum sichtbarem Frakturspalt hatten nur 1/8 Risiko eines
Collumversagens im Vergleich zu solchen mit deutlich sichtbarem Frakturspalt. Distrahierte
Colla mit einem sichtbarem Frakturspalt größer als eine Schraubenbreite waren nur annähernd
signifikant höher risikogefährdet (p= 0.051).
Zusammenfassung: Für das Osteosyntheseversagen bei Collumfrakturen wirkt eine
distrahierte
Ramushöhe
begünstigend.
In
dem
Vortrag
wird
ein
Osteosyntheversagensalgorithmus vorgestellt, der Collumfrakturen in 5 Risikoklassen einteilt.
T2
Dreidimensional vergleichende Vermessung von Polyurethan Schädelfräsmodellen auf Basis
von CT- und MRT- Datensätzen
Autor: Reinbacher Knut Ernst
Co-Autor: Feichtinger M, Wallner J, Kärcher H
Institut: MKG- Chirurgie Graz
Kontakt: Auenbruggerplatz 5, 8036 Graz, A
Email: reinbacher@me.com
Einleitung: Die 3D Modellherstellung gewinnt, bei ständiger Erweiterung der OP Indikation
und rasch fortschreitenden technischen Entwicklungen, in komplexen chirurgischen Fällen
zunehmend an Bedeutung. In der Chirurgischen Befunderhebung ist die Strahlenbelastung
radiologischer Untersuchungen immer Thema von Diskussionen. So wurde die Möglichkeit
der 3D Modellherstellung auf Basis von magnetresonanztomographischen DICOM
Datensätze zur Operationsplanung in Frage gestellt
Material und Methode: Im Rahmen einer prospektiven Studie wurden 15 Patienten, an
welchen
im
Rahmen
der
Befunderhebung,
in
zeitlicher
Nahbeziehung,
sowohl
Magnetresonanz- als auch Computertomographie- Datensätzen des Gesichtsschädels erhoben
wurden, selektiert. Es wurden pro Patient je zwei Modell angefertigt: eines an Hand der MRUntersuchung und eines an Hand der CT-Untersuchung. Die physischen Modelle wurden mit
einem tastenden Verfahren eines Koordinatenmeßgerätes vergleichend vermessen.
Resultate: Die Herstellung von 3D Modellen auf Grundlage von MR-Datensätze stellt sich
am gewählten Patientenkollektiv als technisch gut durchführbar dar. Die erhoben Messpunkte
wurden in den entsprechenden Modellen auf dreidimensionaler Weise korrespondierend
dargestellt.
Diskussion: Die Operationsplanung welche eine physisches Substrat und nicht die reine
Darstellung präoperativer Verhältnisse als Ziel hat, findet durch MR-basierte Schädelmodelle
eine strahlungsarme Alternative. Die Notwendigkeit der genauen Selektion der knöchernen
Struktur ergibt sich aus der Strahlenphysik der Magnetresonanz. So fußt der Erfolge dieser
Studie sicher auch auf der enge Auswahl der knöchernen Struktur. Die klinische Relevanz
ergab sich in der Herstellung von Rekonstruktionsplatten vor Knochenresektionen.
Zusammenfassung: Die 3D-Modellherstellung von knöchernen Strukturen basierend auf
Magnetresonanz Untersuchungen ist bei genauer Selektion der knöchernen Struktur möglich
und kann als Basis zur präoperativen Herstellung von individuellem Osteosynthesematerials
dienen.
T3
Intraoperative
3D
Bildgebung
Orbitawandbeteiligung.
Autor: Frank Wilde
bei
der
Versorgung
von
Jochbeinfrakturen
mit
Co-Autor: Claudia Ebner, Christoph Riese, Marcus Heufelder, Alexander Schramm
Institut: Bundeswehrkrankenhaus Ulm und akademisches Krankenhaus Universität Ulm
Kontakt: Oberer Eselsberg 40, 89081 Ulm, Deuntschland
Email: dr.frankwilde@yahoo.de
Einleitung: Die Standardbildgebung zur Frakturdiagnostik von Mittelgesichtsfrakturen stellt
heutzutage die multislice Computertomographie dar (MSCT). Frakturlinien und der
Dislokationsgrad lassen sich hierdurch in allen drei Ebenen darstellen. Isolierte
Jochbeinfrakturen zeigen hierbei häufig als Begleitverletzung eine Fraktur der caudalen
Orbitawand, die mehr oder minder disloziert imponieren kann. Für den Kliniker stellt sich in
solchen Fällen immer die Frage, ob neben der Reposition der Jochbeinfraktur auch die
Rekonstruktion der Orbita notwendig ist. Dies bedeutet immer einen zweiten operativen
Zugang im Bereich des Unterlides mit erhöhter Morbidität. Falls möglich wäre es somit
wünschenswert auf die operative Rekonstruktion der Orbita und Implantation von
Fremdmaterial zu verzichten. Dies erscheint, in vielen Fällen durch die alleinige Reposition
des mit dem Orbitaboden i. d. R in Verbindung stehenden Jochbeins im Sinne einer
geschlossenen Reposition möglich. Um hier die Reposition intraoperativ zu kontrollieren und
zu dokumentieren, ist jedoch eine suffiziente intraoperative 3D Bildgebung notwendig. Ziel
der Studie war es die Qualität und Aussagekraft der intraoperativen 3D C-Bogen Bildgebung
bei der Versorgung von Jochbeinfrakturen mit Beteiligung der Orbita zu evaluieren.
Material
und
Methode:
Über
einen
Zeitraum
von
2
Jahren
wurden
am
Bundeswehrkrankenhaus Ulm 60 Patienten mit unilateralen Jochbeinfrakturen operiert. Die
Reposition erfolgte i.d.R. über einen enoralen Zugang mit Osteosynthese auf der crista
zygomatico alveolaris. Bei allen Patienten wurde routinemäßig nach Reposition des Jochbeins
eine intraoperative 3D C-Bogen Kontrolle durchgeführt (Siemens Iso-C-3D). Nach
Datenakquisition erfolgte die intraoperative Befundung, ob eine Revision der Orbita
zusätzlich indiziert ist. Diese wurde im Bedarfsfall im Anschluss durchgeführt. Bei allen
Patienten erfolgte dann postoperativ die definitive radiologische Kontrolle anhand einer
MSCT.
Resultate: Bei zwei der 60 Patienten entschloss man sich intraoperativ nach 3D C-Bogen
Bildgebung zur Rekonstruktion der Orbita. Bei den übrigen 58 Patienten wurde die
Reposition der Frakturen einschließlich der Orbita und die Lage des Osteosynthesematerials
als suffizient beurteilt. Bei keinem Patienten war nach anschließender postoperativer MSCT
eine weitere Revisionsoperation notwendig. Bei keinem Patienten kam es postoperativ zu
funktionellen Einschränkungen der Augen- oder Lidfunktion.
Diskussion: Die intraoperative 3D C-Bogen Bildgebung stellt ein effizientes Verfahren zur
intraoperativen radiologischen Beurteilung nach Reposition von Jochbeinfrakturen mit
Orbitawandbeteiligung dar. Die Qualität der Bilder und Rekonstruktionen erreicht zwar mit
dem verwendeten Gerät Iso-C-3D noch nicht die Qualität der MSCT, doch lassen sich die
wichtigen knöchernen Strukturen des lateralen Mittelgesichts und der Orbita in Bezug auf
Reposition und Lage des Osteosynthesematerials suffizient beurteilen. Eine zusätzliche
postoperative MSCT erscheint in den meisten Fällen sogar entbehrlich. Ein solches Vorgehen
könnte somit die Operationszeiten und die Morbidität des Eingriffes reduzieren, da ein
zweiter operativer Zugang in die Orbita meist vermieden werden kann. Desweiteren ließe sich
letztlich durch den Verzicht auf eine postoperative Bildgebung die Strahlenexposition der
Patienten reduzieren.
Zusammenfassung: Die Studie konnte zeigen, dass in nahezu allen Fällen von isolierten
Jochbeinfrakturen mit Orbitabodenbeteiligung auf eine gesonderte Rekonstruktion der der
Orbita verzichtet werden kann. Doch konnte auch aufgezeigt werden, dass bei einem solchen
Vorgehen eine suffiziente intraoperative 3D Bildgebung notwendig ist Zweitoperationen zu
verhindern. Desweiteren scheint es möglich bei dieser Indikation die postoperative
Bildgebung durch die intraoperative Bildgebung mit 3D C-Bögen in Zukunft nahezu
vollständig zu ersetzen.
T4
Vorteile der sekundären Referenzierung von CT-Datensätzen mit gemarkten DVTSubvolumen in der computer-assistierten Chirurgie
Autor: H. Essig
Co-Autor: M. Rana, H. Kokemüller, F. Tavassol, C. von See, M. Rücker, N.-C. Gellrich
Institut: Medizinische Hochschule Hannover, Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und
Gesichtschirurgie
Kontakt: Carl-Neuberg-Str. 1, 30625 Hannover, Deutschland
Email: essig.harald@mh-hannover.de
Einleitung: Ziel dieser Studie war die Evaluation einer neuen Methode zur Registrierung von
dreidimensionalen Datensätzen zur Erleichterung des Arbeitsablaufes in der Navigationsassistierten Chirurgie.
Material und Methode: Bei Patienten mit komplexen Traumata wird frühzeitig die
Indikation zur Computertomographie des Schädels gestellt. Meist geschieht dies bereits in der
Notaufnahme. Dieser CT-Datensatz verfügt jedoch üblicherweise nicht über Marker, die für
eine Registrierung im Rahmen einer navigierten Operation notwendig sind. Um eine
zusätzliche Strahlenexposition für den Patienten möglichst gering zu halten, wurde im
Rahmen dieser Studie, nach Insertion von Navigationsmarkern oder –splinten, ein
Subvolumen, welches diese Marker beinhaltete, mit dem Digitalen Volumentomographen
(DVT) erstellt. Es folgte die Fusionierung der initial erstellten Computertomographie mit dem
3D-DVT-Datensatz (inkl. Registrierungsmarker). Zwei unterschiedliche Beobachter werteten
bei 25 Patientendatensätzen die Genauigkeit der Registrierung mit Hilfe der BrainLabSoftware iPlan 3.0 aus (BrainLab, Deutschland).
Resultate: Es konnte keine signifikante geometrische Verzeichnung festgestellt werden. Die
mittlere Abweichung der Registrierung mittels DVT Subvolumen zeigte 0,31 mm (SD = 0,1
mm). Im Vergleich dazu zeigte sich bei der Registrierung mittels Computertomographie
inklusive Registrierungsmarkern eine mittlere Abweichung von 0,29 mm (SD = 0,11 mm).
Diskussion: Bisher war, bei nicht gemarkertem primären 3D-Datensatz, state-of-the-art, einen
weiteren CT-Datensatz mit geeigneten Referenzierungsmarkern (Navigationsschrauben oder splinten) anzufertigen. In seltenen Fällen erlaubt auch die Referenzierung über anatomische
Landmarken im primären Datensatz eine hinreichend genaue Registrierung. Die hier
vorgestellte Methode, ein gemarkertes DVT-Subvolumen zu erstellen, welches mit einer
deutlich geringeren Strahlenexposition für den Patienten einhergeht, und mit dem primären
Datensatz zu fusionieren, erleichtert die Vorbereitung eines Navigations-assistierten
Eingriffes.
Zusammenfassung: Die Fusionierung einer initialen Computertomographie (ohne Marker)
mit einem DVT, welches geeignete Registrierungsmarker erhält und lediglich einen Teil des
Gesichtsschädels darstellt, erlaubt eine adäquate Genauigkeit der Registrierung und erleichtert
so nicht nur den Arbeitsablauf in der Navigations-assistierten Chirurgie, sondern minimiert
auch die Strahlenexposition für den Patienten.
T5
Ergebnisse der Fraktur-Versorgung von atrophen Unterkiefern mit der Funktionsdynamischen
Überbrückungsplatte (FDÜP)
Autor: Simon Enzinger
Co-Autor: J. Hachleitner, C. Brandtner, C. Krenkel, A. Gaggl
Institut: MKG-Chirurgie Salzburg
Kontakt: Müllner Hauptstrasse 48, 5020 Salzburg, Österreich
Email: s.enzinger@salk.at
Einleitung: Die von Krenkel ursprünglich für Unterkiefer-Rekonstruktionen bzw.
Überbrückung
von
Unterkiefer-Defekten
entwickelte
Funktionsdynamische
Überbrückungsplatten (FDÜP) kamen ab 1993 auch zur Fraktur-Versorgung von atrophen
und hoch atrophen Unterkiefern zur Anwendung. In den Jahren 1994 bis 2009 wurden 18
Patienten nach Frakturen atropher Unterkiefer mit diesem System therapiert.
Material und Methode: Diese 18 Patienten wurden in die Studie aufgenommen, die OPBerichte, Röntgenbilder und Krankengeschichten analysiert. Die FDÜP besteht aus zwei
Plattenteilen mit jeweils 4 Schraubenlöchern und einem verbindenden (überbrückenden)
Bügel mit quadratischem Querschnitt (3x3 mm), welcher etwa 50% der Festigkeit eines
durchschnittlichen Unterkiefers aufweist und somit in einem dosierten Ausmaß Zug-, Druckund Torsionskräfte zuläßt, die die Knochenbruchheilung bzw. die Einheilung von
Knochentransplantaten fördern. Zur Sicherung einer anatomischen Reposition können zuerst
Osteosynthesen mit Miniplättchen oder Zugschrauben eingebracht werden.
Resultate: Bei allen 18 Patienten kam es zu einer Ausheilung der Frakturen. Bei einem
Patienten wurde wegen teilweiser Schraubenlockerung eine FDÜP durch eine weitere FDÜP
ersetzt. Auch in diesem Fall verlief die weitere Heilung ungestört. Bei einer Patientin kam es
im Laufe von 2 Jahren zu einer weiteren Atrophie des Unterkiefers, sodass nur mehr eine
ganz zarte Knochenmanschette um den Nervus alveolaris inferior erhalten blieb. Hier fungiert
die FDÜP weiterhin als reine Überbrückungsplatte. Die Sensibilität im Versorgungsbereich
des N. alv. inf. war bei allen Patienten nach dem 12. post-operativen Monat weitgehend
unauffällig. Es kam zu keinen Dehiszenzen oder Perforationen im Bereich der FDÜP. Alle
Patienten zeigten dauerhaft eine stabile Situation des verplatteten Unterkiefers.
Diskussion: Herkömmliche Osteosynthesematerialien wie Miniplatten oder Zugschrauben
gewährleisten bei der Versorgung atropher Unterkieferfrakturen häufig nicht ausreichende
Stabilität, sodass es zu sekundären Heilungen und Pseudoarthrosen kommen kann bis hin zur
Notwendigkeit des mikrovasculären Unterkieferersatzes bei oft multimorbiden Patienten.
Große
Rekonstruktionsplatten
sind
in
Relation
zum
atrophen
Unterkiefer
oft
überdimensioniert (Probleme mit der Weichteildeckung und Prothesenfähigkeit). Diese
Probleme können mit der Verwendung der FDÜP vermieden werden.
Zusammenfassung: Die Funktionsdynamische Überbrückungsplatte sichert durch ihre
Formgebung bei der Frakturversorgung atropher Unterkiefer ausreichende Stabilität und
gewährleistet
durch
dosierte
funktionelle
Reize
eine
komplikationsfreie
Knochenbruchheilung.
T6
Komplikationen an den Unterlidern beim subciliären und transkonjunktivalen Zugang zum
Orbitaboden.
Autor: Rolf-Dieter Bader
Co-Autor: Christina Wolf, Michael Thorwarth, Gregor Raschke, Stefan Schultze-Mosgau
Institut: Klinik und Poliklinik für MKG-/Plastische Chirurgie des Universitätsklinikums Jena
Kontakt: Erlanger Allee 101, D-07740 Jena, Deutschland
Email: rolf.bader@med.uni-jena.de
Einleitung: Der Orbitaboden stellt einen der dünnsten Knochen des Mittelgesichtes dar. Bei
Frakturen des Mittelgesichtes zeigt sich daher häufig eine Beteiligung des Orbitabodens.
Einklemmungen von Orbitainhalt können zu Motilitätsstörungen der Augen führen. In der
Literatur sind multiple Zugänge zum Orbitaboden beschrieben. Im Rahmen unserer
retrospektiven
Untersuchung
soll
das
Auftreten
von
Ek-
bzw.
Entropien
beim
transkonjuktivalen und subciliären Zugang untersucht werden.
Material und Methode: In der Zeit von 04/2005 bis 09/2009 wurden insgesamt n=1218
Patienten mit Frakturen des Mittelgesichtes operativ versorgt. Hierbei war in n=390 Fällen
eine
Orbitabodenbeteiligung
vorhanden.
In
n=36
Fällen
handelt
es
sich
um
Mittelgesichtsfrakturen mit Orbitaboden- und Nasenbeinbeteiligung, in n=210 Fällen um
Mittelgesichtsfrakturen
mit
Orbitabodenbeteiligung,
in
n=13
Fällen
um
isolierte
Orbitabodenfrakturen mit Nasenbeinbeteiligung und in n=131 Fällen um isolierte
Orbitabodenfrakturen. In n=151 Fällen erfolgte die Versorgung über einen subcilliären, in
n=2 Fällen über einen transantralen, in n=214 Fällen über einen transkonjuktivalen und in
n=23 Fällen über einen kombinierten Zugang. Erhoben wurde, in welchen Fällen eine
operative Revision eines En-/oder Ektropiums notwendig war. Anhand des OP-Berichtes
wurde untersucht, ob sich Häufungen bei einzelnen Operateuren oder Techniken zeigten.
Resultate: Bei 3,27% der Fälle mit einem transkonjuktivalen Zugang (n=7) zeigte sich ein
revisionspflichtiges Entropium. Bei 3,31% der Fälle mit einem subcilliären Zugang (n=5)
zeigte sich ein revisionspflichtiges Ektropium. Zwischen den beiden Gruppen zeigt sich kein
signifikanter Unterschied. Eine Signifikanz auf einen einzelnen Operateur läßt sich weder bei
den En- noch bei den Ektropien zeigen. Bei allen Entropien hat sich jedoch eine Narbe nahe
dem Orbitarahmen gezeigt.
Diskussion: Sowohl der transkonjunktival als auch der subciliäre Zugang zeigen in ca. 3%
der Fälle die Neigung zu einem En- bzw. Ektropium. Anders als beim subciliären Zugang
scheint es jedoch beim transkonjuktivalen Zugang möglich über einen großen Abstand vom
Orbitarahmen das Auftreten zu vermeiden.
Zusammenfassung: Beim operativen Zugang zum Orbitaboden kommt es an unserem
Patientengut sowohl beim transkonjunktivalen als auch beim subcilliären Zugang in ca. 3%
der Fälle zu Komplikationen.
Orthognathe Chirurgie
O1
Knochendichte
der
Gaumennaht
sieben
Monate
nach
chirurgisch
unterstützter
Gaumennahterweiterung
Autor: Winfried Harzer
Co-Autor: S. Petrick, E.Tausche
Institut: Poliklinik für Kieferorthopädie ,TU Dresden
Kontakt: Fetscherstr.74, 01307 Dresden, Deutschland
Email: Winfried.Harzer@uniklinikum-dresden.de
Einleitung: Mittels Computertomografie (CT) wurden Veränderungen der Knochendichte in
der Gaumennaht nach chirurgisch unterstützter forcierter Gaumennahterweiterung (GNE) mit
dem knochenverankerten Dresden Distraktor (DD) analysiert. Präoperative Daten wurden mit
den Werten einer Kontrollgruppe verglichen.
Material und Methode: An 16 erwachsenen Patienten (Durchschnittsalter 24,5 Jahre)
wurden axiale CT-Aufnahmen vor und sieben Monate nach GNE durchgeführt. Die
Kontrollgruppe von 66 Patienten (Durchschnittsalter 25,7 Jahre) diente zum altersabhängigen
Vergleich der Knochendichte. In der Koronarebene wurde die Knochendichte im anterioren,
medianen und posterioren Teil der Gaumennaht bestimmt
Resultate: Die höchste Dichte wurde im posterioren Anteil (1046HU) vor der Expansion
gemessen. Sieben Monate nach GNE betrug die Knochendichte 48% (anterior), 53% (median)
und 75% (posterior) der Ursprungswerte. Innerhalb der Kontrollgruppe waren die
Houndsfield Einheiten in allen Schnittebenen annähernd gleich (889 – 900HU).
Diskussion: Sieben Monate nach der GNE hat die Gaumennaht nur knapp die Hälfte bis
Dreiviertel der Ausgangsdichte erreicht. Um den entsprechend hohen Widerstandskräften
standhalten zu können, die von dem nicht separierten posterioren Teil (Flügelfortsäte)
resultieren, sollte die Retentionszeit verlängert werden.
Zusammenfassung: Nach forcierter Gaumennahterweiterung beim Schmalkiefer kommt es
häufig augrund der hohen Restspannungen zum Rezidiv. Eine gute Mineralisation im Bereich
der Sutura palatina ist die Voraussetzung für eine gute Stabilität. Die höchste Dichte wurde im
posterioren Anteil (1046HU) vor der Expansion gemessen. Sieben Monate nach GNE betrug
die Knochendichte 48% (anterior), 53% (median) und 75% (posterior) der Ursprungswerte.
Um den entsprechend hohen Widerstandskräften standhalten zu können, die von dem nicht
separierten posterioren Teil (Flügelfortsäte) resultieren, sollte die Retentionszeit verlängert
werden.
O2
Die
Applikation
von
Botulinumtoxin
in
der
Rezidivprohylaxe
bei
Unterkiefervorverlagerungen
Autor: R. Koehnke
Co-Autor: A. Schuster², O. Ploder
Institut: MKG-Chirurgie und Abteilung für Radiologie² LKH Feldkirch
Kontakt: Carinagasse 47, 6800 Feldkirch, Austria
Email: kieferchirurgie@lkhf.at
In den letzten Jahren wird Botulinumtoxin in verschiedenen Bereichen von Muskel-basierten
Fehlfunktionen eingesetzt. Es wurden Versuche zur Kontrolle von Gang Beschwerden,
Achalasien, Anismus, Stottern sowie spastischer Blasenlähmung durchgeführt. In der
ästhetischen Gesichtschirurgie fand dieses Mittel speziell im Bereich der Reduktion von
Gesichtsfalten im Bereich der Strinregion eine
breite Anwendung. Zusätzlich wird
Botulinumtoxin bei oromandibuläre und zervikalen Dystonien und Hypertrophien des Musc.
masseter und temporalis eingesetzt.
In dieser Präsentation werden die ersten Erfahrungen bei der Applikation von Botulinumtoxin
bei orthognathen Eingriffen zur langfristigen Rezidivprohyplaxe dargestellt. Bei 5 Patienten
wurde vor der Operation eine Ultraschall-kontrollierte Injektion von Botulinumtoxin in den
jeweiligen Muskel (Musc. geniohyoideus, genioglossus und mylohyoideus) auf beiden Seiten
vorgenommen. Die Lage der Nadel bei der Applikation des Depots (5IU pro Muskel) wurde
mit dem Ultraschall überprüft. 1, 3 und 6 Wochen, sowie 3 und 6 Monate nach Applikation
wurde eine Ultraschallkontrolle mit Vermessung der Muskelbäuche duchgeführt. Nach 6
Monaten wurde die Anwenung der Botulinumapplikation mittels Ultraschall wiederholt. Die
Patienten wurden vor der Anwendung über die Risken der Behandlung aufgeklärt.
Die mittlere Vorverlagerung des Unterkiefers betrug bei den Patienten x.x mm (von xxmm bis
xx mm). Postoperativ wurden leichte Elastics (3/16gr, xxx) für 6 Wochen eingehängt. Der
intraoperativ verwendete Splint wurde am xx Tag nach der Operation entfernt. Bei xx
Patienten wurde eine zusätzliche Le Fort I Osteotomie und bei xx Patienten eine
Kinnosteostomie durchgeführt. Bei keinem Patienten wurden Schluckbeschwerden,
Mundtrockenheit oder andere klinische Nebenwirkungen festgestellt.
Die Darstellung zeigt die Anwenung von Botulinumtoxin zur Vermeidung eines Spätrezidivs,
welches durch erhöhten Muskelzug der supryhoidealen Muskukatur entstehen kann. Weitere
Nachuntersuchungen
mit
Vermessung
der
Fernröntgenbilder
und
Analyse
der
Okklusionsverhältnisse werden im Rahmen der prospektiven Studie durchgeführt.
O3
Erfahrungen mit dem Maxillomandibulären Advancement beim obstruktiven Schlafapnoe
Syndrom
Autor: Klug C
Co-Autor: Pirklbauer K, Nell C, Millesi G, Ewers R
Institut: AKH Wien
Kontakt: Währinger Gürtel 18-20, 1090 Wien, Österreich
Email: clemens.klug@meduniwien.ac.at
Einleitung: Der aktuellen Literatur kann man für das Maxillomandibuläre Advancement
(MMA)
bei
schwergradigem
obstruktivem
Schlafapnoesyndrom
(OSAS)
einen
Empfehlungsgrad B nach den Cochrane-Kriterien für Evidenz-basierte Medizin entnehmen.
Von verschiedenen Autoren sind unterschiedliche Modifikationen der Planung und
Durchführung der Osteotomie beschrieben worden.
Material und Methode: An unserer Institution wurden sieben Patienten mit schwergradigem
OSAS mit Umstellungsosteotomien und Vorbewegung der Kiefer behandelt. Dabei wurde
geradliniges MMA, MMA mit Rotations-Advancement unter Erhalt der Seitzahnokklusion
und MMA mit Rotations-Advancement und Einstellung eines seitoffenen Bisses
durchgeführt. Bei fünf Patienten wurde zusätzlich eine Genioplastik mit Verlagerung der
spina mentalis nach ventral durchgeführt.
Resultate: Alle Patienten haben durch den Eingriff profitiert. Der präoperative
Apnoe/Hypopnoe-Index (AHI) konnte durch die Operation im Mittel um 78% gesenkt
werden. Das Ausmaß der Ventralbewegung des Zungengrundes und die daraus resultierende
Erweiterung des Posterior Airway Space (PAS) waren je nach angewandter Methode
unterschiedlich. In allen Fällen konnte der PAS signifikant erweitert werden. In Fällen mit
Rotations-Advancement, mehr noch bei Einstellung eines seitoffenen Bisses konnte der PAS
weiter als bei geradlinigem MMA vergrößert werden. Bei zusätzlicher Genioplastik konnte
dieser Effekt zusätzlich gesteigert werden.
Diskussion: Die meisten Patienten mit schwergradigem OSAS haben auch eine Retrognathie,
häufig mit Klasse II/2 Verzahnung und Deckbiss. Aufgrund des fortgeschrittenen Alters
besteht zumeist ein kompromittierter Zahnstatus mit Brückenkonstruktionen oder Implantaten
in situ. Eine kieferorthopädische Umstellung der Bißlage ist daher kaum realisierbar. Um
dennoch eine im Sinne der OSAS Therapie ausreichende Vorverlagerung des Pogoniums (Po)
zu erreichen, ohne in der Oberkieferfront/Lippen Region ästhetische Störungen zu bewirken,
ist das Rotations-Advancement eine zielführende Methode. Die bewusste Einstellung eines
seitoffenen Bisses unterstützt den Rotationseffekt des Po gegen den Uhrzeigersinn. Der
Schluss des Bisses erfolgt durch prothetische Maßnahmen oder durch geführte Extrusion der
Molaren mit ausschleifbaren Okklusionsausgleichsschienen.
Zusammenfassung: Die Ergebnisse unserer konsekutiven Fallserie decken sich mit den in
der Literatur angegebenen Erfolgsraten. Große Bedeutung kommt der individuellen
Fallplanung besonders im Hinblick auf das Ausmaß eines Rotationsadvancements zu.
O4
VIOSS-Vienna Orthognathic Surgery Study-eine demographische Darstellung von 1516
konsekutiven orthognathchirurgischen Patienten über 15 Jahre
Autor: Susanne Chiari
Co-Autor: watzke ingeborg
Institut: smz donauspital
Kontakt: langobardenstrasse 122, 1220 wien, österreich
Email: ingeborg.watzke@wienkav.at
Einleitung: Die Orthognathe Chirurgie nimmt einen großen Bereich der kieferchirugischen
Tätigkeit ein. Die Kenntnis und Analyse demographischer Daten der orthognathchirurgischen Patientenpopulation ist in Hinsicht auf die Qualitätssicherung der chirurgischen
Betreuung, die bestmögliche Patienteninformation und für die Aufklärung bei solchen
Eingriffen von großer Bedeutung.
Material und Methode: Die im Rahmen der routinemäßig durchgeführten präoperativen
Untersuchung prospektiv erhobenen Patientendaten aller konsekutiven Patienten am Institut
für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie im Donauspital des Sozialmedizinischen Zentrum
Ost in Wien wurden in eine elektronische Datenbank eingefügt. Im Anschluss wurden die
demographischen Daten mit Hilfe deskriptiver, statistischer Methoden beschrieben und
hinsichtlich der Veränderung über den Beobachtungszeitraum analysiert.
Resultate: Zwischen 1994 und 2009 unterzogen sich 1516 Patienten (67.2% weiblich, 32.7%
männlich) mit einem Durchschnittsalter von 26.9 Jahren (Min.: 13 , Max.: 66) einem
orthognathchirurgischen Eingriff wie einer Lefort 1 Osteotomie, BSSO, Genioplasitk oder
einer Kombination dieser Operationen. Über den Beobachtungszeitraum war eine
hochsignifikante Steigerung des Patientenalters (p-wert= 0.0009) zu vermerken. Die
Verteilung des Geschlechts zeigte konstante Werte über die Zeit. Der durchschnittliche BMI
der Patienten lag bei 21.79 kg/m2(Min. 14.87, Max. 46.29).Des weiteren zeigte sich eine
signifikante Steigerung des BMI über die Jahre (p-wert= 0.01).
Diskussion: Orthognath-chirurgische Eingriffe sind elektive Maßnahmen. Qualitätssicherung
ist dabei ganz besonders wichtig. Da generell die Komplikationsrate bei diesen Eingriffen
sehr gering ist, benötigt man für aussagekräftige Analysen eine hohe PatientInnenzahl. Unsere
umfassende Datenbank erlaubt neben der Auswertung demografischer Daten sowohl
deskriptive als auch analytische Untersuchungen.
Zusammenfassung: Eine große Anzahl von Patienten unterziehen sich einem elektiv
orthognathchirurgischen Eingriff, wobei sich ein deutliches Übergewicht an weiblichen
Patienten zeigt. Im Verlauf der letzten 15 Jahre stieg das Alter sowie der BMI des typischen
orthognath chirugischen Patienten deutlich.
O5
Funktion und/oder Ästhetik als Motivationsgrund zur chirurgischen Korrektur von
PatientInnen mit Dysgnathien
Autor: Hardt Miriam
Co-Autor: Susanne Chiari*, Ingeborg Watzke
Institut: smz ost donauspital
Kontakt: langobardenstrasse 122, 1220 wien, österreich
Email: ingeborg.watzke@wienkav.at
Einleitung: Orthognathe Chirurgie wird im Allgemeinen bei dentofacialen Anomalien wie
Lageanomalien von OK und UK oder Asymmetrien im Kiefer-Gesichtsbereich durchgeführt.
PatientInnen mit dentofacialen Malformationen unterziehen sich aus unterschiedlichen
Gründen einer operativen Korrektur. Funktionelle und ästhetische Probleme können dabei
eine Rolle spielen. In der Literatur werden verschiedene Prozentsätze für die Motivation
angegeben. Ziel dieser Präsentation ist es vorzustellen, aus welchen Gründen sich
PatientInnen aus unserem Patientengut für einen operativen Eingriff entscheiden.
Material und Methode: Die Daten von 1874 PatientInnen aus unserer prospektiv angelegten
Datenbank (VIOSS) von 1994 bis 2009 wurden statistisch ausgewertet. Eingeschlossen in die
Präsentation sind die Daten alle PatientInnen, welche sich einer Le fort I Osteotomie, BSSO,
Genioplastik alleine oder Kombinationen dieser Operationen unterwarfen. Dies sind 1529
PatientInnen in diesem Zeitraum. Dabei wird in dieser Präsentation ausschließlich auf die
Motivation zur Operation eingegangen.
Resultate: Die Auswertung der Frage- und Untersuchungsbögen betrifft den gesamten
Untersuchungs-Zeitraum. Sowohl bei Männern als auch bei Frauen war der Motivationsgrund
häufiger ein ästhetischer als ein funktioneller. In unserem Patientengut zeigt sich, dass die Art
der Motivation signifikant mit dem Alter korreliert.
Diskussion: Eingriffe im Gesicht bedeuten immer auch Eingriffe in die Ästhetik, Harmonie
und Balance eines Gesichtes. Patienten bei denen die Gesichtsproportionen nicht in den
Normbereich fallen, leiden daher häufig unter diesem "Anderssein". Gleichzeitig besteht bei
dentofacialen Anomalien auch ein funktionelles Problem. Funktion und Ästhetik spielen dabei
eine gleichwertige Rolle. Anders als in anderen Publikationen überwiegt in unserem
Patientengut der Wunsch nach ästhetischer Verbesserung gegenüber den funktionellen
Bedürfnissen. Dies ändert sich jedoch altersabhängig.
Zusammenfassung: Im Gegensatz zu anderen Studien findet sich in unserem Patientengut,
dass das Alter der PatientInnen eine entscheidende Rolle bei der Motivation zur Operation
spielt.
O6
Die Transversale in der orthognathen Chirurgie-eine Nachuntersuchung an hundert Patienten.
Autor: Rippel C
Co-Autor: Brandtner C, Schachner P., Trießnig R., Gaggl A.
Institut: Uni.-Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie
Kontakt: Müllner Hauptstr. 48, 5020 Salzburg, Österreich
Email: c.rippel@salk.at
Einleitung: An der Universitätsklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie in Salzburg
werden seit über einem Jahrzehnt Oberkieferzahnbögen in der orthognathen Chirurgie
verbreitert.
In
einer
retrospektiven
Studie
wird
die
Langzeitstabilität
dieser
Zahnbogenverbreiterung überprüft.
Material und Methode: Anhand einer Modellvermessung präoperativ, postoperativ und im
Nachuntersuchungszeitraum wird bei hundert Patienten mit transversaler Verbreiterung im
Rahmen der orthognath-chirurgischen Behandlung die Langzeitstabilität nachuntersucht.
Resultate: In einer Doppelconférence werden die Ergebnisse präsentiert und die Vor- und
Nachteile einer transversalen Zahnbogenverbreiterung erläutert.
Postersession
P1
Kortikosteroidinstillation zur Therapie des zentralen Riesenzellgranuloms – ein Fallbericht
Autor: C. Nell
Co-Autor: M. Riha, K. Pirklbauer, R. Ewers, C. Klug
Institut: MKG-Chirurgie, AKH Wien
Kontakt: Währinger Gürtel 18-20, 1090 Wien, Österreich
Email: christina.nell@meduniwien.ac.at
Einleitung: Das zentrale Riesenzellgranulom ist eine gutartige Läsion unklarer Genese,
welche vor allem in den zahntragenden Abschnitten des Gesichtsschädels auftritt. Traditionell
wird ein chirurgisches Vorgehen mit Kürettage oder bei ausgedehnten Fällen die Resektion
als Behandlungsmethode gewählt. Die rezente Literatur enthält aber vielversprechende
Ansätze für konservative Therapieoptionen. Unter anderem werden Kortikosteroide,
Calcitonin und alpha-Interferon angewandt. Wir berichten über die erfolgreiche Therapie
einer ausgedehnten Läsion durch wiederholte Kortikosteroidinstillation.
Material und Methode: Eine 34jährigePatientin mit einer leicht schmerzhaften
Raumforderung im Unterkiefer wird an unsere Ambulanz 2007 vom Zahnarzt zugewiesen.
Sowohl ein OPTG als auch eine CT und weiters eine Probeexzision werden durchgeführt. Die
Histologie ergibt die Diagnose zentrales Riesenzellgranulom. Daraufhin erfolgt die
Instillation von Triamcinolonacetonid (Volon A® 10mg) und Lidocain (Xylanest® 0,5%) in
gleichen Dosen einmal wöchentlich über sechs Wochen. Die CT-Kontrolle sechs Wochen
später zeigte Größenkonstanz mit Zunahme der Sklerose. Der Patientin wurde daraufhin die
Exstirpation mit Armierungsplatte empfohlen. Die Patientin lehnte die Operation ab. Nach 17
Monate wurde die Patientin erneut vorstellig. Bei der CT-Untersuchung zeigte sich eine
deutliche Reossifizierung. Es wurde neuerlich zweimal Triamcinolonacetonid (Volon A®
10mg) und Lidocain (Xylanest® 0,5%) in einem Verhältnis von 1:1 instilliert. In der CT von
Juli 2010 zeigt sich eine zunehmende, jedoch noch inkomplette Remineralisierung, weshalb
die Indikation zur Exkochleation gestellt wird.
Resultate: Beim Exkochleationseingriff zeigt sich ein komplett durchgebauter Unterkiefer.
Aus dem Biopsat des Zentrums der ursprünglichen Läsion konnte kein zentrales
Riesenzellgranulom mehr nachgewiesen werden. Dieser Fall zeigt die vollständige Remission
eines ausgedehnten zentralen Riesenzellgranuloms durch Kortikosteroidinstillation nach
einem Intervall von fast zwei Jahren.
Diskussion: Bei der beschriebenen Läsion dieses Falles wäre infolge einer chirurgischen
Behandlungsmethode wohl eine ausgedehnte Defektsituation entstanden. Eventuell wäre
sogar eine Unterkieferteilresektion erfolgt. Aufgrund der Op-Ablehnung durch die Patientin
und das lange Behandlungsfenster von 17 Monaten konnte die Wirksamkeit der
Kortikosteroidinstillation dokumentiert werden.
Zusammenfassung: Durch die konservative Behandlung mit Kortikosteroiden kann eine
komplette Remission erzielt werden. Allerdings zeigt unser Fall, dass ein Ansprechen auf
diese Art der Therapie erst nach einem langen Zeitraum festgestellt werden kann.
P2
Radiologischer
und
klinischer
Vergleich
extrakorporaler
und
konventioneller
Wurzelspitzenresektionen im Unterkiefer-Molarenbereich – vorläufige Ergebnisse
Autor: Hof Markus
Co-Autor: G.D. Strbac, D. Pichler, G. Watzek, W. Zechner
Institut: Bernhard Gottlieb Universitätszahnklinik
Kontakt: Sensengasse 2a, 1090 Wien, Österreich
Email: markus.hof@meduniwien.ac.at
Einleitung: Die konventionelle Wurzelspitzenresektion mit retrograder Füllung ist aufgrund
von anatomischen und patientenbezo- genen Besonderheiten nicht immer uneingeschränkt
durchführbar. Hier ist die extrakorporale Wurzelspitzenresektion oft die einzige Alternative
zur definitiven Extraktion (Dryden et al., 1994; Weine FS, 1980). Ziel dieser Studie ist die
Evaluierung des längerfristigen Be- handlungserfolges extrakorporaler und konventioneller
Wur- zelspitzenresektionen im Unterkiefer hinsichtlich Funktion und Ästhetik nach
mindestens 12 Monaten bis maximal 120 Monate postoperativ.
Material und Methode: 20 Patienten (8m/12w) mit 10 extrakorporalen und 10
konventionellen Wurzelspitzenresektionen wurden im Rahmen eines Recalls nachuntersucht.
Radiologisch wurde der pe- riapicale Heilungszustand mittels Scanora-Panorama- und
Kleinbildröntgen in Rechtwinkeltechnik erfasst (Abb.4), die klinische Untersuchung umfasste
die Messung der parodon- talen Parameter (Taschentiefenmessung, Bleeding on Probing,
Mobilität), sowie die Periotestmessung zur Stabilitätsmessung (Abb.5), die mit dem
kontralateralen Zahn verglichen wurde. Anhand der klinischen und radiologischen
Beurteilungskriterien wurde die Behandlung gemäß folgender Definitionen als Erfolg, als
unsicher oder als Misserfolg bewertet: Erfolg: klinisch unauffälliger und symptomloser
Befund mit radiologisch als geheilt beurteilten apikalen Strukturen. Unsicher: klinisch
unauffälliger und symptomloser Befund mit radiologisch als verkleinerter, jedoch nicht als
geheilt interpretierter apikaler Läsion. Misserfolg: klinisch auffälliger Befund oder
Symptomatik oder radiologisch fehlender Heilung bzw. Vergrößerung der apikalen Läsion.
Resultate:
In
dem
nachuntersuchten
Zeitraum
(1-10
Jahre
nach
erfolgter
Wurzelspitzenresektion) bei einer durchschnittlichen Beobachtungsdauer von 5,8 Jahren
(Minimum: 3 Jahre, Maxi- mum: 10 Jahre) betrug die Überlebensrate 90% bei den konventionell resezierten Zähne (n=9) und 70% der extrakorporal resezierten Zähnen (n=7). Die
Erfolgsrate der extrakorporalen Wurzelspitzenresektionen mit intentioneller Replantation,
gemessen an den genannten Erfolgskriterien, betrug 60% bei den konventionellen und 70%
bei den extrakorporalen Wurzelspitzenresektionen. Hinsichtlich der Stabilität lieferten die
Periotestmessungen (Mittelwert: 2,02 +/- 3,77 SD) bei klinisch und radiologisch unauffälligen
Zähnen vergleichbare Werte verglichen mit den kontralateralen Zähnen, bei diagnostizierten
Misserfolgen wurden deutlich schlechtere Periotest-Ergebnisse gemessen.
Diskussion: Die extrakorporale Wurzelspitzenresektion bei Unterkiefermolaren stellt eine
verlässliche
Behandlungsalternative
Wurzelspitzenresektion
dar,
wenn
eine
zur
konventionellen
konventionelle
ortsständigen
Wurzelspitzenresektion
aus
anatomischen oder patientenseitigen Gründen nicht möglich ist.
Zusammenfassung: Die Erfolgsrate der extrakorporalen Wurzelspitzenresektionen mit
intentioneller Replantation ist durchaus mit der konventionellen Wurzelspitzenresektionen
vergleichbar.
P3
Impact of Implant Length on Implant Failure: a Meta-analysis
Autor: Bernhard Pommer
Co-Autor: S. Frantal, J. Willer, M. Posch, G. Tepper, G. Watzek
Institut: Abteilung für Orale Chirurgie, Medizinische Universität Wien
Kontakt: Währingerstr. 25A, A-1090 Wien, Österreich
Email: bernhard.pommer@meduniwien.ac.at
Einleitung: Short dental implants provide a therapeutic alternative to supplementary bone
augmentation procedures in patients with limited bone volume.
Material und Methode: To test the hypothesis of no difference in failure rates of short
(under 10 mm in length) and longer implants, a meta-analysis was performed on nonrandomized prospective clinical trials. Having additional data supplied by the authors, 54
publications were included (19,236 implants).
Resultate: The overall failure rate was 1.8% after the first year of prosthetic loading. Short
implants showed a significantly higher failure rate compared to longer implants (OR = 1.9,
95% CI = [1.4, 2.6]). A significant impact of implant length was observed in the anterior (OR
= 6.1) and posterior (OR = 3.0) maxilla, while no effect could be seen in the anterior and
posterior mandible. Rough-surfaced implants demonstrated significantly lower failure rates
than machined implants (OR = 3.6), while no significant influence of implant diameter could
be substantiated.
Diskussion: While short implants did not show increased failure rates in the mandible, the
present meta-analysis suggests that implants under 10 mm in length represent a risk factor for
implant failure in the maxilla.
Zusammenfassung: The use of short implants should be guided by the intraoral location.
Implant diameter increase can not compensate for length reduction.
P4
Heat progression in human bone caused by trephine osteotomies
Autor: Christoph Arnhart
Co-Autor: B. Pommer, E. Unger, T.Bernhart, G. Watzek, G. Watzak
Institut: BGZMK/ Orale Chirurgie
Kontakt: Währingerstrasse 25A, 1090 Wien, Österreich
Email: christoph.arnhart@meduniwien.ac.at
Einleitung: Trephine osteotomies (TO) may cause rise in local temperature due to friction.
Thermal injury of bone causes cell necrosis and protein denaturation delaying local
regenerative capacity. In order to assess the influence of drilling depth, drill diameter and drill
wear during TO thermal changes were monitored in this in vitro model. Further the impact of
a supplementary internal irrigation system was examined.
Material und Methode: Overall 400 TO (STOMA® trephines 5/6 and 8/9 diameter) were
realized to a depth of 6mm in 10 unfixed human calvarias by a standardized procedure
applying a constant force of 37 N and a rotation speed of 2000 rpm. Test group consisted of
technically modified trephines with an additional internal cooling system. For control
standard trephines with a conventional external irrigation system were used. Temperature was
recorded on surface and in a depth of 2, 4 and 6 mm by a 4-canal-thermocouple placed in a
vertical canal drilled 1 mm adjacent to the drilling site.
Resultate: A depth dependent rise in temperature could be observed with a maximum at 4mm
(p<0.05). Drill diameter has no influence on bone heating (p>0.05). Diameter size 8/9
accomplishes the cutting procedure twice as long as size 5/6 (p<0.05). Worn trephines cause
higher temperatures (∆T=14.44°C vs. 12.14°C) (p<0.05). Modified 8/9 trephines produce less
heat than the standard 8/9 trephines (∆T=11.87±5.86 °C vs. 14.38±4.5 °C) (p<0.05) though
their drilling time is longer (p<0.05).
Diskussion: The approved level for heat induced bone tissue injury is represented by the
temperature threshold of 47 °C for one minute or longer (Eriksson & Albrektsson 1984,
Eriksson & Albrektsson 1983, Eriksson, et al. 1982). In case of bone machining friction
determines thermal properties. The quantity of temperature progression depends on physical
parameters like drill geometry, grinding pressure, rotational speed, drilling time and local
tissue morphology (Chacon, et al. 2006, Sharawy, et al. 2002, Tehemar 1999). Even though
the main part of temperature rise is affected by the irrigation system (Sener, et al. 2009,
Benington, et al. 2002).
Zusammenfassung: Overall trephine osteotomies cause extensive rise in temperature and
therefore are at risk to compromise bone turnover activity. The use of a supplementary
internal irrigation significantly reduces bone heating in case of using large diameter trephines.
Drill wear out significantly leads to more heat production. Large diameter trephines need
nearly twice as long as narrow to accomplish the cutting procedure.
P5
Effekt der Vitamin D Supplementierung auf die Osseointegration im Rattenmodell
Autor: Dvorak Gabriella
Co-Autor: Reinhard Gruber
Institut: BGZMK
Kontakt: Währingerstrasse 25a, 1090 Wien, Österreich
Email: gabriella.dvorak@meduniwien.ac.at
Einleitung: Derzeit liegen keine Studien vor, welche die knöcherne Einheilung von
Titanimplantaten, genannt „Osseointegration“, unter dem Einfluss von Vitamin D
Verabreichung im defizienten Rattenmodell. Vitamin-D3 sorgt für die Einlagerung von
Calcium und ist somit für die Stabilität der Knochen mitverantwortlich. Versuchsziel ist es,
den Effekt von Vitamin D Mangel, sowie die Supplementation von Vitamin D nach
Restriktion auf die Implantateinheilung in der Ratte zu ermitteln. Da ein Großteil der
Bevölkerung einen Vitamin D Mangel hat, lässt sich eine Auswirkung auf die
Osseointegration und Knochenheilung nicht ausschließen. Aufgrund der mangelnden Daten
zu Vitamin D und Knochenregeneration, erscheint dieses Thema als klinisch höchst relevant.
Material und Methode: Zur Durchführung dieser Studie sind folgende Maßnahmen geplant:
45 Ratten werden in drei Gruppen unterteilt. Die erste Gruppe (n=16) ist Vitamin D defizient
induziert durch nutritive Restriktion für 8 Wochen (Vitamin D freies Futter, SSNIFF,
Deutschland). Die zweite Gruppe (n=16) besteht aus Vitamin D supplementierten Ratten für 2
Wochen (Vit D 2400 IE/kg Futter, SSNIFF, Deutschland) nach 6 wöchiger Vitamin D
Restriktion, und die dritte Gruppe dient als Kontrollgruppe (n=15) (Vit D 2400 IE/kg Futter).
Jeweils 2 Titanimplantate (1 mm Durchmesser, 3 mm Länge) werden in die Tibia gesetzt und
das Futterschema für 4 Wochen fortgeführt. Die Vitamin D Serum Spiegel sowie eine etwaige
Hyperkalzämie, durch erhöhte Parathormonwerte, werden mittels Blutabnahme am Tag der
Implantation und am Tag vor der Opferung nachgewiesen. Das Ausmaß der Osseointegration
wird mittels Histomorphometrie am Dünnschliffpräparat bestimmt. Sowie die dynamischen
Mineralisationsparameter anhand einer Fluorochrom Markierung zwei, respektive drei
Wochen nach Implantation.
Resultate: Immunhistochemisch konnten Vitamin D Rezeptoren sowohl im Zahn,
Zahnhalteapparat
als
auch
im
Kieferknochen
nachgewiesen
werden.
Die
histomorphometrische Auswertung ist kurz vor Abschluss, derzeit gibt es nur Hinweise auf
eine positive Auswirkung der Vitamin D Supplementierung.
Diskussion: Je nach Sonneneinstrahlung, geographischer Lage, Ernährungsgewohnheiten,
und Bevölkerungsgruppe fällt der Vitamin-D Serum Spiegel im Blut in Bereiche, bei denen
man von einem Vitamin-D-Mangel ausgehen muss. Ein niedriger Vitamin-D-Spiegel
prädisponiert für eine Reihe von Krankheiten. Ab einer Serumkonzentration von unter 25
ng/ml kompensiert der Körper die mangelnde Vitamin-D-Wirkung auf den Calciumhaushalt
mit einer erhöhten Parathormon Ausschüttung. Etwa eine Milliarde der Weltbevölkerung hat
einen Vitamin-D-Mangel, mit einem Anteil von 40-100% bei der älteren Bevölkerung in den
USA und Europa. Dies ist vergleichbar mit einer rezenten Studie, die eine Prävalenz von etwa
einem Viertel der gesunden österreichischen Bevölkerung, angibt. Eine nicht optimale
Vitamin D Versorgung führt zu einer eingeschränkten Knochenregenerationskapazität. Da der
Prozess der Implantateinheilung, durch eine suboptimale Versorgung mit Vitamin D
beeinträchtigt sein könnte, muss gerade bei älteren Patienten mit Implantatwunsch an einen
Vitamin D Mangel gedacht werden. Trotz der jüngsten Empfehlung, Vitamin D peri-operativ
bei oralchirurgischen Eingriffen zu verabreichen, gibt es bislang keine Studie die eine
Supplementierung rechtfertigt. Daher ist es von Bedeutung die Wirkung von Vitamin D auf
die Osseointegration zu evaluieren. Ziel dieser Studie ist es die Auswirkung eines nutritiv
induzierten Vitamin D Mangels auf die Osseointegration anhand der Ratte zu erforschen.
Weiters die Evaluierung einer möglichen Förderung der Knochenregeneration, durch
Verabreichung von Vitamin D mit der Nahrung, nach vorangegangenem Mangel. Die Tibia
Titanschraube im Rattenmodell, ermöglicht eine detaillierte Analyse der Osseointegration
durch Vermessung der histologischen Schliffe. Die Vitamin D defiziente Ratte ist ein
etabliertes Modell. Eine Vitamin D Verabreichung hat sich bei der Frakturheilung in 18
Monate alten Ratten bewährt, und führte zu einer Steigerung der mechanischen Stabilität.
Zusammenfassung: Der Mangel an Vitamin D beeinflusst den Prozess der Osseointegration
von Titanimplantaten negativ. Diese beeinträchtige Knochenregeneration kann durch eine
Verabreichung von Vitamin D, zu einer Verbesserung und Beschleunigung der Einheilung
von Titanimplantaten führen.
P6
Chirurgie, Prothetik und Zahntechniker – komplexe Situationen gemeinsam gelöst
Autor: Peter Kapeller
Co-Autor: R. Koehnke (2), W. Burger (1), R. Hölbl (1), O. Ploder (2)
Institut: Praxis Bregenz (1), Abteilung für MKG-Chiurgie Akdaemisches Lehrkrankenhaus
Feldkirch (2)
Kontakt: Rathausstr. 2, 6900 Bregenz, Österreich
Email: peter@zahnarzt-kapeller.at
Einleitung: Die Aufgaben, die ein niedergelassener Zahnarzt heute zu bewältigen hat, werden
immer komplexer. Die Entwicklungen in den einzelner Fachdisziplinen setzen ein fundiertes
Fortbildungsengagement voraus. Die Begehrlichkeiten der Patienten nehmen zu. der einzelne
Praktiker ist mit den komplexen Herausforderungen oft überfordert und nicht selten heißt es
dann, dass eine Therapieoption nicht möglich ist.
Material und Methode: Anhand von drei Fallbeispielen soll gezeigt werden, dass bei
entsprechender Kommunikation, Planung und Zielsetzung auch sehr komplexe chirurgischprothetische Fälle in der Praxis gelöst werden können. Nach schwerer Parodontitis sind oft
ausgeprägte Knochen- und Weichgewebsdefekte vorhanden, die eine rein prothetischästhetische Rekonstruktion im Frontzahnbereich unmöglich machen. Im ersten Beispiel wird
der Ablauf einer Teamarbeit bei einer aufwendigen implantologischen Lösung demonstriert.
Nach
Augmentation
mit
vertikaler
Distraktion,
lateraler
Blockaugmentation
und
Sinusbodenelevation wurde eine festsitzende implantologische Versorgung durchgeführt. Im
zweiten Beispiel wird die Zusammenarbeit bei einem Patienten mit Dysgnathie (maxilläre
Retrognathie und dentale Klasse III) und prothetischer Versorgung mit Kronen- und
Brückentechnik demonstriert. Durch die kombinierte Behandlung (orthognathe Korrektur und
Prothetik) konnte eine Verbesserung der Ästhetik (Profil und Front) und der Funktion
ermöglicht werden. Im dritten Beispiel wird die Zusammenarbeit bei einer prothetischen
Versorgung eines Patienten mit einer LKG-Spalte demonstriert.
Resultate: Diskussion: Anhand von drei klinischen Beispielen wird der optimale Dialog zwischen
Chirurgie, Zahnheilkunde und Zahntechnik dargestellt. Diese Beispiele sollen für
niedergelassene Kollegen den Anreiz bieten, komplexere Situationen im Team zu planen und
zu behandeln
P7
Wie verhalten sich mesenchymale Stromazellen in einem 3D-Tissue EngineeringKnochenkonstrukt?
Autor: Ralf Smeets
Co-Autor: Marco Blessmann, Sabrina Baden, Dieter Riediger, Max Heiland
Institut: Zahn-, Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie, Universitätsklinikum
Aachen
Kontakt: Pauwelsstr. 30, 52074 Aachen, BRD
Email: rasmeets@ukaachen.de
Einleitung: Zielsetzung der Arbeit war die Erarbeitung der Grundlagen zur Entwicklung
eines dreidimensionalen Knochenäquivalents, das für die Behandlung von Knochendefekten
im Bereich der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgi. Der Einfluss der Dreidimensionalität
eines Konstruktes zur Knochenregeneration bestehend aus einem textilen Träger und
Knochenersatzmaterialien (KEM) auf die Proliferation und die osteogene Differenzierung
mesenchymaler Stromazellen (MSC) sollte analysiert werden.
Material und Methode: Hierfür wurden MSCs für 21 Tage in einem 3D-Konstrukt,
bestehend aus einem KEM (Cerasorb® M, Ostim®, Fortoss VitalTM, Tricos®, Nanobone®,
BioOss®, OsteoBiol®mp3), Fibringel und einem textilen PLLA-Träger, kultiviert. Gemessen
wurden Proliferation, Zytotoxizität, alkalische Phosphataseaktivität und Genexpression
verschiedener Knochenmarkergene (PCR) über den Untersuchungszeitraum. Außerdem
erfolgte eine immunhistochemische Analyse osteogener Markerproteine.
Resultate: Dabei zeigte sich, dass im 3D-Konstrukt die Zellzahl bereits ab dem 14. Tag
absinkt. Mittels Bestimmung der Alkalischen Phosphatase, der Genexpressionsanalyse und
der immunhistochemischen Färbung konnte gezeigt werden, dass eine Differenzierung im 3DKonstrukt verspätet einsetzt. Darüber hinaus stellte sich in dieser Arbeit heraus, dass die
Auswahl des KEM nicht beeinflussend auf die Osteogenese der mesenchymalen Stromazellen
wirkt. Eine osteogene Differenzierung konnte bei Verwendung von BioOss nachgewiesen
werden. Für die KEMs Ostim, Cerasorb M und Fortoss VitalTM konnte mit zwei der drei
Methoden eine osteogene Differenzierung nachgewiesen werden. Bei Ostim im 3D-Verbund
wurde
die
höchste
ALP-Konzentration
gemessen.
Es
wurden
jedoch
keine
Knochenmarkergene mittels PCR detektiert. Ein ähnliches Bild zeigte sich bei Verwendung
von reinem ß-Trikalziumphosphat (Cerasorb M). Hier wurde ein ähnliches Ergebnis wie mit
HA erzielt. Eine osteogene Differenzierung im Konstrukt mit Fortoss VitalTM konnte mit der
Bestimmung der ALP-Konzentration und der Genexpressionsanalyse, nicht aber mit der
immunhistochemischen Färbung, nachgewiesen werden.
Diskussion: Abschließend kann man zusammenfassen, dass mesenchymale Stammzellen im
hergestellten 3D-Konstrukt nicht ihr Potenzial zur Differenzierung in Osteoblasten verlieren.
Die Osteogenese tritt allerdings mit einer Zeitverzögerung von sieben Tagen ein. Hierbei ist
es nicht entscheidend, ob Hydroxylapatit oder â-Trikalziumphosphat als Kalziumquelle
eingesetztwird.
P8
Lipidsenker wie Oxysterol und Purmorphamin – Die Lösung eines Problems im Tissue
engineering von Knochen?
Autor: Ralf Smeets
Co-Autor: Marco Blessmann, Melanie Böbel, Dieter Riediger, Max Heiland
Institut:
Klinik
für
Zahn-,
Mund-,
Kiefer-
und
Plastische
Gesichtschirurgie,
Universitätsklinikum Aachen
Kontakt: Pauwelsstr. 30, 52074 Aachen, BRD
Email: rasmeets@ukaachen.de
Einleitung: Für altersbedingte Krankheiten, traumatische Knochenverletzungen sowie
Knochendefekte, die auf parodontale Erkrankungen, genetische Konditionen oder Tumoren
zurückzuführen sind, könnten stammzell-basierte Therapieansätze eine Alternative zu
heutigen Behandlungsstandards darstellen. Die Generierung von Knochengewebe erfordert
eine
hohe
Anzahl
Zellen,
die
osteogen
differenzieren
können.
Aufgrund
ihrer
Proliferationskapazität sowie ihrer Multipotenz scheinen mesenchymale Stammzellen (MSC)
für die Konstruktion biotechnologisch hergestellten Knochengewebes als besonders geeignet.
Zielsetzung war daher die Optimierung der osteogenen Differenzierung von MSC in vitro, mit
dem Ziel einer beschleunigten Transplantation (kürzere Zeitperiode in vitro) der
vordifferenzierten MSC für die Knochenregeneration.
Material und Methode: MSC wurden aus Femurknochen von Ratten isoliert, kultiviert und
osteogen differenziert. Die Effizienz der osteogenen Differenzierung wurde im Vergleich mit
der klassischen Methode nach Pittenger et al. (1999) untersucht. Als Zusätze wurden jeweils
Purmorphamin, Fluvastatin, Lovastatin und Hydroxycholesterole verwendet. Die osteogene
Differenzierung
wurde
mittels
Bestimmung
der
alkalischen
Phosphataseaktivität,
Quantifizierung der Mineralablagerungen (nach Gregory et al. 2004) und semiquantitativer
RT-PCR Analyse von Knochenmarkergenen (Kollagen Typ 1, Osteocalcin und Oteopontin)
untersucht.
Resultate: Die Differenzierungsansätze hatten keinen Einfluss auf die Proliferation der MSC.
Nach der Differenzierung zeigte sich durch eine Alizarin Red S Färbung, dass sowohl die
Zugabe von Oxysterolen wie auch von Purmorphamin die Bildung von Mineralablagerungen
deutlich beschleunigt. Bereits nach 7 Tagen war die Mineralablagerung so stark ausgeprägt,
wie es bei klassischer Differenzierung erst nach 21 Tagen auftritt. Bei der Expressionsanalyse
der Knochenmarkergene zeigte sich, dass sowohl der Zusatz von Purmorphamin als auch von
Oxysterolen die Expression der für die Osteogenese wichtigen Marker, früher und in größerer
Menge induzierten, als dies bei Kultivierung mit klassischen Medium allein der Fall war.
Diskussion: Durch die Auswahl verschiedener Zusätze konnte die osteogene Differenzierung
von MSC beschleunigt werden. Es konnte gezeigt werden, dass jeweils Purmorphamin und
Oxysterol zusammen mit dem klassischen Standardmedium bei Ratten-MSC die osteogene
Differenzierung beschleunigt. Die Ergebnisse rechtfertigen, beide Zusätze als therapeutisch
wirksame Agenzien zur Steigerung der osteogenen Differenzierung von MSC im Rahmen
einer stammzell-basierten Strategie zur osteogenen Regeneration zu testen.
P9
Use of demineralized bone matrix "DBX ®" in the fillig of bone defects in region
maxilomandibular
Autor: F. Mayorga
Co-Autor: Rodriguez Berart P., Herce J., Tofe A., Coello Ja, Lledo El, El Khouri L.
Institut: Hu Virgen Macarena Sevilla
Kontakt Dr. Fredriani 3, 41009 Sevilla, Spanien
Email: fmayorgaj@gmail.com
Einleitung: Demineralized bone matrix "DBX ®" is a substitute for cancellous bone, which
can be used in the reconstruction of bone defects in maxillofacial region. The objective was
evaluate the possible complications arising from the use of "DBX ®" and present our protocol
for using DBX ®
Material und Methode: Prospective study of patients in which DBX ® was used as fill
material in maxillomandibular bone defects. Patients data are studied, the indication for
surgery, months of follow up, quantity of "DBX ®, complications and comparisons with other
bone fillers . It was an assessment of clinical and radiographic complications by panoramic
radiograph of the patients. The results were compared with the results found in the literature.
Resultate: 32 patients, 20 men and 12 women, aged (15 to 68años) with a mean age of 37
years and a follow-up period of two years (January 2008-January 2010), in which was used
different quantity of DBX ® (1 cc-8 cc) with an average of 1.7cc, for different filling bone
defects as those produced by 6 tooth extractions, 14 root cysts, 4 follicular cysts, 3 cysts in the
maxilla and mandible, a mandibular fibroma, a maxillary atrophy with a mandibular graft, one
giant mandibular ameloblastoma and one nasoalveolar cyst. No complications (infection,
rejection, discomfort) have been observed during the follow-up period.
Diskussion: Many substances have been used for filling bone cavities in the jaw bone.The
demineralized bone matrix is one of them and the results we have obtained are quite favorable
Zusammenfassung: The use of demineralized bone matrix DBX ® may be useful in the
treatment of bone defect fill in the maxillomandibular region.
P10
Durchführung
des
externen
Sinuslifts
mittels
Bonescraper:
Eine
schonende
Zugangsalternative
Autor: Jan-Thomas Krause
Co-Autor: Meckfessel,S., Bormann,K.-H., Rücker,M., Gellrich,N.-C.
Institut: Medizinische Hochschule Hannover, Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und
Gesichtschirurgie
Kontakt: Carl-Neuberg-Str. 1, 30625 Hannover, Deutschland
Email: krause.jan-thomas@mh-hannover.de
Einleitung: Aufgrund der Weiterentwicklung der verschiedenen Implantatsysteme erweitert
sich
der
Indikationsbereich
stetig
und
so
wird
auch
zunehmend
im
atrophen
Oberkieferseitenzahnbereich implantiert. Die Techniken des internen und externen Sinuslifts
sind hier standardisierte Verfahren zur Knochenaugmentation. Im Folgenden berichten wir
über eine Methode, bei der der operative Zugang für den externen Sinuslift einzig mittels
Bonescraper anstelle eines rotierenden Instrumentes durchgeführt wird.
Material und Methode: Nach ausführlicher klinischer und röntgenologischer Diagnostik
wird die Restknochenhöhe im Operationsgebiet ermittelt. Mittels eines Rasparatoriums wird
das Weichgewebe abgelöst, der Alveolarkamm und die vestibuläre knöcherne Begrenzung der
Kieferhöhle dargestellt. Das Knochenfenster wird nun ausschließlich mittels Bonescraper
angelegt. Der so gewonnene autogene vitale Knochen wird im Auffangbehälter gelagert und
enthält alle für die spätere Einheilung relevanten Leitstrukturen. Nun wird mittels
Sinusliftinstrumenten die Schneider’sche Membran abgelöst. Dieser Hohlraum wird nun mit
dem Knochen, der durch das Anlegen des vestibulären Knochenfensters angefallenen ist und
nicht verworfen wurde, exakt aufgefüllt und verfugt. Um das Einwachsen von Bindegewebe
zu verhindern, wird das Sinusliftfenster mit einer Kollagenmembran abgedeckt, das
Weichgewebe reponiert, und das Wundgebiet einschichtig vernäht.
Zusammenfassung: Die Implantatinsertion ist einer der häufigsten chirurgischen Eingriffe in
der Zahnheilkunde und in der Allgemeinzahnarztpraxis. Daher nimmt die Anzahl der
durchgeführten Knochenaugmentationen und damit des Sinuslifts fortlaufend zu. Das
Anlegen des Knochenfensters mittels Bonescraper bietet den großen Vorteil des autogenen
Knochengewinns. Somit wird kein vitaler und biologisch adäquater Knochen verworfen. Der
auf diese Weise gewonnene Knochen wird direkt im selben Eingriff für den externen
Sinuslift, das Verfugen des präparierten Hohlraumes zwischen Kieferkamm und
Schneider’scher Membran verwendet. Somit erübrigt sich auch die Benutzung von
Knochenersatzmaterial bei diesem Vorgehen.
P11
Die Sandwichosteotomie - Eine Technik zur Knochenaugmentation im atrophierten
Unterkiefer
Autor: Sandra Meckfessel
Co-Autor: Bormann,K.-H.; Krause,J.-T.; Rücker,M.; Gellrich, N.-C.
Institut: MKG, Medizinische Hochschule Hannover
Kontakt: Carl-Neuberg-Str.1, 30625 Hannover, Deutschland
Email: Meckfessel.Sandra@MH-Hannover.de
Einleitung: Die Sandwichosteotomie ist eine Technik zur Knochenaugmentation im
unbezahnten atrophierten Unterkiefer, welche eine Zunahme der vertikalen sowie der
transversalen Dimension erzielt, so dass sekundär eine Implantation möglich ist. In der
Abteilung Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie der Medizinischen
Hochschule Hannover wurde eine retrospektive Studie mit 27 Patienten ausgewertet, um den
vertikalen
und
transversalen
Dimensionsgewinn
nach
Durchführung
einer
Sandwichosteotomie zu ermitteln.
Material und Methode: Die retrospektive Studie wurde mit 27 Patienten und mit insgesamt
40 Sandwichosteotomien durchgeführt. Die Indikationsstellung wurde anhand eines
Volumendatensatzes gestellt und zwar bei einer Knochenhöhe < acht Millimeter und/oder
einer Knochenbreite < 5 Millimeter. Post-operative Kontrollen wurden an Tag 10, 42 und 84
durchgeführt. Die vertikale und horizontale Dimensionsveränderung wurde durch Vergleich
eines prä-operativen und eines post-operativen Volumendatensatzes erhoben.
Resultate: Bei 18 Patienten war der Heilungsverlauf komplikationslos. Sechs Patienten
wiesen eine temporäre Gefühlsstörung im Bereich der Unterlippe auf. Bei drei Patienten kam
es postoperativ zu komplikationslosen Wunddehiszenzen. Der Gewinn an Knochen in der
vertikalen Dimension lag zwischen 0,5 und 12 mm (Mittel 3,41±2,76 mm), in der
transversalen Dimension zwischen 0,2 und 8,5 mm (Mittel 2,93±1,97 mm). Alle geplanten 88
Implantate konnten zwölf Wochen nach der Augmentation inseriert werden und waren zum
Zeitpunkt der Datenerhebung komplikationslos in situ.
Diskussion:
Die
Sandwichosteotomie
hat
den
Vorteil,
dass
hierdurch
im
Unterkieferseitenzahnbereich nicht nur eine Zunahme der vertikalen, sondern auch der
transversalen Dimension erzielt werden kann. Des Weiteren handelt es sich bei der
Schnittstelle
Implantat-Knochen-Weichgewebe-Mundhöhle
um
den
Original-
Alveolarfortsatzknochen dieser Position und nicht um ein Knochentransplantat.
Zusammenfassung: Die Sandwichosteoplastik bietet einen Projektionsgewinn in vertikaler
und transversaler Dimension und ermöglicht eine Implantation 12 Wochen nach
Augmentation.
P12
IL-1 Polymorphismus und Periimplantitis
Autor: Heike Kloppenburg
Co-Autor: Bormann KH, von See C, Z'graggen M, Kokemüller H, Rücker M, Gellrich NC.
Institut: Medizinische Hochschule Hannover, Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und
Gesichtschirurgie
Kontakt: Carl-Neuberg-Str. 1, 30625 Hannover, Deutschland
Email: kloppenburg.heike@mh-hannover.de
Einleitung: Bei der entzündlichen Erkrankung der Gewebe um osseointegrierte Implantate
wird zwischen einer periimplantären Mukositis und einer Periimplantitis unterschieden. Die
periimplantäre Mukositis stellt eine reversible Entzündung der das Implantat umgebenden
Weichgewebe dar, während es bei der Periimplantitis zusätzlich zu einem progressiven
Knochenverlust um das osseointegrierte Implantat kommt. Der wichtigste ätiologische Faktor
für eine solche Periimplantitis mit Knochenabbau ist die Biofilmakkumulation und die damit
verbundene entzündliche Erkrankung der Gewebe um osseointegrierte Implantate. Die
vorliegende Arbeit soll eine Literaturübersicht über einen möglichen Zusammenhang IL-1
Polymorphismus und Periimplantitis darstellen
Material und Methode: Für diese Arbeit wurden Recherchen in den Literaturdatenbanken
Pubmed und Web of Knowlege durchgeführt. Dabei wurde in 3 Durchgängen mit den
Begriffen: „ peri implantitis il-1“, „dental implants il-1“, „dental implants peri implantitis il1“ sowie „interleukin peri implantitis“ gesucht. Sie ergaben insgesamt 31einschlägige Artikel.
Resultate: Von diesen kommen 4 Autorengruppen zu dem Ergebnis, dass kein
Zusammenhang zwischen dem IL-1 Polymorphismus und Periimplantitis besteht. In mehreren
Artikeln wird wiederum der IL-1 Polymorphismus mit dem progressiven periimplantären
Knochenverlust in Verbindung gebracht. Andere Arbeiten belegen, dass in der
Sulkusflüssigkeit (GCF) entzündeter Implantate die Entzündungsmediatoren aber auch IL-1β
auffällig erhöht waren.
Diskussion: Etliche Studien dokumentieren, dass der IL-1 Polymorphismus nicht allein als
Risikofaktor für den periimplantären Knochenabbau angesehen werden kann. Allerdings
weist der IL-1 Polymorphismus in Verbindung mit einem gesteigerten Zigarettenkonsum eine
grosse Assoziation zu periimplantärem Knochenverlust auf.
Zusammenfassung: Es bedarf noch weiterer Studien, um mögliche Zusammenhänge
zwischen IL-1 Polymorphismus und Periimplantitis zu belegen.
P13
Das
Maxillomandibuläre
Advancement
in
der
Therapie
des
Obstruktiven
Schlafapnoesyndroms - klinische Ergebnisse
Autor: K. Pirklbauer
Co-Autor: G. Russmüller; C. Nell; K. Sinko; G. Millesi; R. Ewers; C. Klug
Institut: Universitätsklinik für MKG Chirurgie, AKH Wien
Kontakt: Währinger Gürtel 18-20, 1090 Wien, Österreich
Email: katharina.pirklbauer@meduniwien.ac.at
Einleitung:
Das
Obstruktive
Schlafapnoesyndrom
(OSAS)
ist
durch
wiederholte
Obstruktionen der oberen Atemwege charakterisiert, die durch Erschlaffung der pharyngealen
Muskulatur und folgendem Kollaps des Weichgewebes entstehen. Kardinalsymptome sind
Schnarchen, erhöhte Tagesmüdigkeit und Einschlafneigung. Neben dem erhöhten Risiko für
Verkehrs- und Arbeitsunfälle kann langfristig erhöhte kardiovaskuläre Morbidität resultieren.
Bei den chirurgischen Behandlungsoptionen gilt das Maxillomandibuläre Advancement
(MMA) als die erfolgreichste Therapie. Ziel der vorliegenden Arbeit ist die Präsentation der
eigenen klinischen Resultate.
Material und Methode: Seit 2005 wird das MMA an der Universitätsklinik für Mund- Kiefer
– und Gesichtschirurgie im AKH Wien bei OSAS Patienten, die eine Überdruckbeatmung
(CPAP) ablehnen oder diese erfolglos ist, durchgeführt. Zur Evaluierung des Erfolges der
Operation wird bei allen Patienten eine Schlaflaboruntersuchung ungefähr sechs Monate nach
der Operation veranlasst. Als Hauptparameter wird der Apnoe- Hypopnoeindex (AHI)
verwendet. Zusätzlich werden die subjektiven Veränderungen durch individuelle Fragebögen,
sowie dem Epworth Sleepiness Scale (ESS) untersucht. Die postoperative Fernröntgenanalyse
zeigt das Ausmaß der skelettalen Vorverlagerung, sowie die Erweiterung des posterior airway
space (PAS).
Resultate: Bisher liegen von fünf Patienten mit mittleren bis schweren OSAS (AHI 15- 84/h)
prä- und postoperative Schlaflabordaten vor. Durch das MMA wurde eine durchschnittliche
Ober- und Unterkiefervorverlagerung von 6,6 und 11, 4 mm erreicht. Vier von fünf Patienten
erzielten nach der Operation AHI Werte ≤13/h, dabei wurde der AHI durchschnittlich um
78% reduziert. Bei einem Patienten mit obstruktiven und zentralen Apnoephasen wurde der
AHI nur von 84/h auf 71/ h gesenkt, subjektiv gab dieser Patient nach der Operation trotzdem
eine Besserung der Tagesmüdigkeit an. Der ESS zeigte generell eine Reduktion der
Einschlafneigung am Tag. Die Fragebögen über die subjektiven Veränderungen durch das
MMA lieferten ebenfalls überwiegend positive Resultate.
Diskussion: Vor allem Patienten mit engen PAS und reinem OSAS profitieren vom MMA.
Eine Vorverlagerung des Unterkiefers um ca. 10 mm sollte durchgeführt werden um eine
ausreichende Erweiterung der Atemwege zu erzielen. Bei Bewertung der postoperativen
Schlaflabordaten anhand der in der Literatur üblichen Erfolgskriterien, ergibt sich bei
unserem bisherigen Patientenkollektiv eine Erfolgsrate von 80%.
Zusammenfassung: An unserer Institution wird das MMA bei folgenden Indikationen
angewandt: mittel- bis schwergradiges OSAS, enger PAS, subjektiver Leidensdruck und
Ablehnung oder nicht ausreichende Effizienz der CPAP Therapie.
P14
Spontanes
Mundbodenhämatom
bei
chronischer
Intoxikation
mit
Phenprocoumon
(Marcumar®). Ein Fallbericht
Autor: Kai Wolfgang Wagner
Co-Autor: Pit Jacob Voss, Otto Fakler, Rainer Schmelzeisen
Institut: Abteilung für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Universitätsklinikum Freiburg
Kontakt: Hugstetter Straße 55, D-79106 Freiburg, Deutschland
Email: kai.wolfgang.wagner@uniklinik-freiburg.de
Einleitung: Die orale Antikoagulantientherapie mit Phenprocoumon (Marcumar®) ist eine
verbreitete medikamentöse Dauertherapie zur Thromboseprophylaxe. Die Indikation wird bei
Zustand nach Herzklappenersatz, künstlichen Gefäßbypässen, Herzunterstützungssystemen
und bei bestimmten Herzrhythmusstörungen gestellt. Weiterhin wird es zur Prophylaxe
peripherer
venöser
Thrombosen
und
Lungenembolien
eingesetzt.
Der
Grad
der
Antikoagulation wird mit der Prothrombin-Thromboplastin-Zeit (Quick-Wert) bzw. deren
logarithmischem Ausdruck INR (international normalized ratio) wiedergegeben. Der
therapeutische Bereich liegt in der Regel zwischen INR 2,0-3,5.
Material und Methode: Fallbericht: Eine 90-jährige Frau wurde unserer Klinik mit einer seit
einem Tag zunehmenden Mundbodenschwellung mit einhergehender Atemnot überwiesen.
Klinisch zeigte sich ein ausgeprägtes Mundbodenhämatom mit Anhebung des Zungenkörpers.
Ein Trauma war nicht erinnerlich. Es bestanden weitere Hämatome an Armen, Hand- und
Kniegelenken. Die Patientin war bei Herzrhythmusstörungen mit Phenprocoumon
antikoaguliert.
In
der
laborchemischen
Untersuchung
lag
der
Quickwert
zum
Aufnahmezeitpunkt mit <10% (INR >6) im nicht mehr messbaren Bereich.
Resultate: Wir verabreichten Vitamin K1 (Konakion®) intravenös zur Anhebung des QuickWertes/der INR. Unter abschwellenden Maßnahmen bildete sich das Mundbodenhämatom
allmählich zurück. Eine zunächst vorgesehene notfallmäßige Tracheotomie konnte
zurückgestellt werden. Neurologisch war die Patientin allzeit unauffällig. Im angefertigten
CCT fand sich kein Nachweis einer intrakraniellen Blutung.
Diskussion: Quickwert-/INR-Entgleisungen sind eine mögliche Komplikation bei der oralen
Antikoagulation mit Marcumar. Häufig manifestieren sich Hämatome an Extremitäten oder in
Gelenken. Weiterhin kann es zu intrakraniellen Blutungen mit der Möglichkeit schwerster
neurologischer Komplikationen kommen. Spontane Mundbodenhämatome sind relativ selten,
stellen aber bei Möglichkeit einer Atemwegsverlegung eine ernste Komplikation dar.
Zusammenfassung: Die eingeschlagene Therapie fokusierte sich im aktuellen Fall auf
respiratorische Kontrolle, Quickwertanhebung und abschwellende Maßnahmen. Die Patientin
konnte nach sieben Tagen in gutem Allgemeinzustand und vollständig zurückgebildetem
Lokalbefund aus unserer stationären Betreuung entlassen werden.
P15
Rekonstruktion
ausgedehnter
Knochendefekte
mittels
individuell
gefertigter
stammzellbesiedelter Kompositgerüste
Autor: Probst F.
Co-Autor: Otto S., Schwarz C., Cornelsen M., Saller M., Seitz H., Schieker M.
Institut: Experimentelle Chirurgie und Regenerative Medizin (ExperiMed) an der
Chirurgischen Klinik Innenstadt, Klinikum der LMU München
Kontakt: Nussbaumstr. 20, 80336 München, Deutschland
Email: florian.probst@med.uni-muenchen.de
Einleitung: Bezüglich der Regeneration ausgedehnter knöcherner Defekte, sogenannter
„critical size defects“, im Kiefer-, Gesichts- und Schädelbereich definiert immer noch die
autologe Knochentransplantation den Goldstandard. Die Nachteile die damit assoziiert sind
könnten durch Verfahren des Tissue Engineering aus dem Weg geräumt werden. Ziel war es
die Durchführbarkeit der Rekonstruktion ausgedehnter Knochendefekte mittels individuell
gefertigter stammzellbesiedelter Kompositgerüste zu untersuchen.
Material und Methode: CT-Datensätze ausgedehnter knöcherner Defekte der KieferGesichtsregion wurden in ein 3D-Bildverarbeitungsprogramm (Osirix) importiert und ein
entsprechendes dreidimensionales Modell der gewünschten Leitschiene virtuell erstellt.
Anschließend wurde durch 3D-Printing eine Kompositleitschiene aus Tricalciumphosphat mit
infiltriertem Polyhydroxybutyrat (TCP-PHB) erstellt. Es folgte die Besiedelung der Gerüste
mit humanen mesenchymalen Stammzellen und deren Differenzierung. Anschließend wurden
die biomechanischen Eigenschaften der Gerüste untersucht. Zudem wurden Zellansiedlung,
Zellproliferation und Zellüberleben (WST-assay, live-dead assays) ebenso wie der
Sauerstoffgehalt innerhalb des Gerüstes evaluiert.
Resultate: Die biomechanischen Eigenschaften konnten durch die Polymer-Infiltration
deutlich verbessert werden (589,4N ± 10N vs. 160,2N ± 10N). Das Zellüberleben betrug 84 ±
5 % (mean ± SD). Erste Resultate des WST-proliferationsassays weisen auf eine
vielversprechende 3-fache Vermehrung von mesenchymaler Stammzellen über einen
Zeitraum von 21 Tagen hin. Der Sauerstoffgehalt konnte, auch in den zentralen Bereichen der
Scaffolds, als gut bezeichnet werden.
Diskussion: Computergestützt gefertigte und mit mesenchymalen Stammzellen besiedelte
TCP-PHB-Leitschienen genügen biomechanischen und biologischen Anforderungen. Die
CAD/CAM-Fertigung ermöglicht außerdem die genaue Wiederherstellung auch komplexer
dreidimensionaler Strukturen.
Zusammenfassung: CAD/CAM gefertigte stammzellbesiedelte Kompositgerüste bieten
einen vielversprechenden Ansatz zum Tissue Engineering im Kiefer-, Gesichts- und
Schädelbereich.
P16
Infantile Hereditäre Systemische Hyalinose - Ein Fallbericht
Autor: O. Haechl
Co-Autor: F.R. Kloss , M.Rasse
Institut: MKG Chirurgie Innsbruck
Kontakt: Anichstrasse 35, 6020 Innsbruck, Österreich
Email: oliver.haechl@uki.at
Einleitung: Die infantile hereditäre sytemische Hyalinose ist eine sehr seltene, autosomal
rezessiv vererbte und progressiv verlaufende Krankheit des Kindesalters. Die Ätiologie der
Krankheit ist weitgehend unbekannt. Kennzeichnend sind Ablagerungen von hyalinem
Material in der papillären Dermis und anderen Geweben. Klinische Hauptmerkmale sind
fortschreitende Gelenkkontrakturen mit bewegungsbedingten Schmerzen, hyperpigmentierte
Flecken der Haut im Hand- und Fußgelenksbereich, perlenförmig verdickte Haut, perianale
Knotenbildung, Enteropahien, rezidivierende Infekte, Zahnanomalien bzw. - fehlstellungen
sowie eine mehr oder weniger ausgeprägte Zahnfleischhypertrophie des Ober- und
Unterkiefers. In schweren Fällen können die Infekte bzw. Enteropathien mit massivem
Eiweißverlust zum Tode des Patienten führen.
Material und Methode: Anhand eines Fallbeispieles wird die kieferchirurgische Affektion
einer
infantilen
hereditären
systemischen
Hyalinose
bezüglich
Diagnoseerstellung,
chirurgischer Therapie und Nachbehandlung dargestellt.
Resultate: In unserem Fallbeispiel berichten wir über eine südtiroler Patientin, die im Alter
von 20 Monaten wegen einer progressiven Gingivahypertrophie des OK und UK an der
Universitätsklinik für MKG Chirurgie in Innsbruck vorgestellt wurde. Anamnestisch konnte
eine Spontangeburt in der 49 SSW. eruiert werden. Das Geburtsgewicht des Kindes betrug
2850 g, die Grösse 49 cm . Die beiden Elternteile sind als Cousins 3. Grades miteinander
blutsverwandt. Bei keinem weiteren Verwandten sind Erbkrankeiten oder Missbildungen
bekannt. Seit den ersten Lebenswochen zeigt die Patientin eine verminderte und schmerzhafte
Beweglichkeit der oberen Extremitäten mit schmerzhaften Kontrakturen der großen Gelenke
(insbesondere des Schulter- und Ellenbogengelenkes). Seit dem 4. Lebensmonat Auftreten
von rosafarbenen bis dunkelroten Papeln an den Nasenflügelfurchen, unter der Columella, den
Ohrmuscheln und perianal. Mit zunehmenden Lebensalter Ausbreitung und Verbreiterung der
Papeln über den ganzen Körper. Trotz einer Retardierung der motorischen Entwicklung zeigt
die Patientin eine normale Intelligenz mit guter Sprachentwicklung. Ein um den 18.
Lebensmonat durchgeführte MR Untersuchung des Gehirns, ein Herz und Abdomen
Ultraschall zeigen normale Resultate. Ab dem 15. Lebensmonat entwickelt die Patientin eine
fortschreitende Zahnfleischhypertrophie des OK und UK wobei die Zähne kaum mehr
ersichtlich sind. Die Nahrungsaufnahme, Zahnreinigung und die Sprachentwicklung sind
erschwert. Im Zuge des stationären Aufenthaltes werden die Zahnfleischhypertrohien in
Allgemeinnarkose mittels Elektroschlinge abgetragen und die Zähne fluoridiert.
Diskussion: Bei der infantilen hereditären sytemischen Hyalinose handelt es sich um eine
äußerst seltene (etwa 70 Fälle weltweit beschrieben) Erbkrankheit, welche sich durch die
Ablagerung von hyalinem Material in der Haut,Organen und der Muskulatur auszeichnet.
Ebenso zeigen sich mehr oder weniger ausgeprägte Gingivahypertrophien des OK und UK.
Therapeutisch lässt sich die Krankheit derzeit nur symptomatisch mittels Schmerztherapie,
Physiotherapie, Abtragung der Haut- und Zahnfleischläsionen bzw. Ersatz von Eiweiß und
Flüssigkeit durch Infusionen therapieren. Unbehandelt kann die Krankheit zum Tode führen.
Zusammenfassung: Die infantile hereditäre systemische Hyalinose ist ein seltenes
Krankheitsbild des Kindesalters welches auch trotz Behandlung durch seine Progressivität
meist zum Tode führt.
P17
Dreidimensionale Fixation von Gelenkfrakturen des Unterkiefers mit resorbierbaren
Osteosynthesematerialien
Autor: M. Schneider
Co-Autor: U. Eckelt
Institut: Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie
Kontakt: Fetscherstrasse 74, 01307 Dresden, Deutschland
Email: matthias.schneider@uniklinikum-dresden.de
Einleitung: Der Einsatz von resorbierbaren Osteosynthesematerial ist gerade bei
Gelenkfortsatzfrakturen des Unterkiefers interessant. Grund der hohen Patienten-Akzeptanz
ist vor allem die nicht mehr notwendige Entfernung des Osteosynthesematerials. Die
prinzipiell geringe Stabilität der resorbierbaren Osteosynthese gegenüber konventionellen
Materialien aus Titan oder Stahl erfordert allerdings ein technologisches Umdenken.
Material und Methode: Bei mäßig bis stark dislozierten Gelenkfortsatzfrakturen an der
Basis und am Gelenkhals treten nach der Reposition intra- und postoperativ erhebliche
Rückstellkräfte auf. Um diese zu kompensieren, wird vorgeschlagen, um den bereits
reponierten Gelenkfortsatz ein resorbierbares Mesh aus ResorbX® (Fa. Martin, Tuttlingen)
dreidimensional zu modellieren. Die im Wasserbad plastifizierte Meshplatte kann an einem
sterilen Phantommodell zunächst primär konturiert werden. Folgend wird die Passung dann
direkt am Knochen mittels spezieller Ultraschallansätze oder warmer Tupfern optimiert.
Bereits mit Aushärtung der Meshplatte in situ ist die Fraktur körperlich gefasst und in
korrekter Stellung fixiert. Abschließend wird die Osteosynthese mit Pins aus dem
SonicWeld® System gegen Lageverschiebung gesichert.
Resultate: Die auf diese alternative Weise hergestellten resorbierbaren Osteosynthesen
konnten bisher bei 5 Patienten erfolgreich eingesetzt werden. Es handelte sich um tiefe und
mittelhohe nach medial und lateral dislozierte Gelenkfortsatzfrakturen. Im Rahmen der
üblichen
Röntgenkontrollen
zeigten
sich
keine
sekundären
Dislokationen.
Wundheilungsstörungen oder die von resorbierbaren Materialien bekannten Schwellungen
traten nicht auf.
Diskussion: Die komplikationslose Einheilung von großen Mesh-Platten aus PolyD/L-Lactid,
die mit Pins aus dem SonicWeldRx®-System befestigt wurden, konnte schon in
verschiedenen experimentellen Arbeiten und durch in vivo Studien nachgewiesen werden.
Zusammenfassung: Die klinische Anwendung in der kraniofacialen Chirurgie und bei
Mittelgesichtschädelfrakturen gilt als etabliert. Mit der dreidimensionalen Fixation der
Gelenkfrakturen konnte auch bei dieser Indikation eine Möglichkeit zur stabilen
resorbierbaren Osteosynthese geschaffen werden.
P18
Mikrochirurgische Rekonstruktion des Gesichtes nach schwerem Schrotschusstrauma
Autor: Gudewer, Eva
Co-Autor: Li, Lei
Institut: Klinikum Oldenburg
Kontakt: Rahel-Straus-Str. 10, 26133 Oldenburg, D
Email: gudewer.eva@klinikum-oldenburg.de
Einleitung: Gesichtsverletzungen durch Schrotwaffen können zu sehr ausgedehnten und
komplexen Defekten führen. Die funktionelle und ästhetische Rekonstruktion wird erst
möglich, wenn die Vitalität der erhaltenen Gewebeanteile sicher ist. Techniken des
mehrzeitigen
mikrochirurgischen
Gewebetransfers
führen
zu
einer
schrittweisen
Rehabilitation des Patienten.
Material und Methode: Am 08.10.2008 hatte sich ein 54jähriger Mann in suizidaler Absicht
mit einer Schrotflinte die linke Gesichtsseite weggeschossen. Der linke Unterkiefer war nicht
mehr identifizierbar, die Wangenweichteile und der linke Mundwinkel fehlten, Jochbein,
Orbitaboden und Oberkiefer waren zertrümmert, der N. fazialis zerfetzt. Anhand von
Fotodokumentationen werden die Schritte der mehrzeitigen mikrochirurgischen und
korrigierenden Rekonstruktionen dargestellt. 2 Wochen nach Akutversorgung, Stabilisierung
des Allgemeinzustandes und periorbitaler Frakturversorgung erfolgte ein mikrochirurgisches
Fibulatransplantat mit 2 Hautinseln zur Rekonstruktion des Unterkiefers und benachbarter
Weichteile. Nach weiteren 2 Wochen gelang der Verschluss des durchgehenden
Wangendefektes mit einem mikrochirurgischen Latissimus-dorsi Lappen. Es folgte eine
mehrmonatige Konsolidierungsphase. Ober- und Unterkiefer wurden mit einem dritten
mikrochirurgischen Transplantat (osteomyokutane Fibula) augmentiert.
Resultate: Alle 3 Transplantate sind eingeheilt. Die Knochen- und Weichteildefekte konnten
mit gesundem Gewebe aufgefüllt werden. Als Anschlussgefäße wurden die großen
Halsgefäße gewählt. In End-zu-Seit Technik konnten 2 Lappen auf der linken Halsseite
anastomosiert werden. Das dritte Transplantat wurde mit einem Veneninterponat auf der
Gegenseite angeschlossen. Eine intraorale Perforator-Hautinsel wurde nekrotisch. Eine
Speichelfistel und entzündliche Reaktion am Wundrand des Latissimus dorsi Lappens
erforderte eine Revision.
Diskussion:
Das
Fibulatransplantat
bietet
die
Möglichkeit,
den
Knochen
durch
Segmentierung zu formen. Mehrere Hautinseln können unabhängig voneinander positioniert
werden. Durch ein Interponat kann der Gefäßanschluss auch kontralateral erfolgen. Arterielle
und venöse end-zu-Seit Anastomsoen an die grpßen Halsgefäße sind sehr sicher. Der
Latissimus dorsi Lappen wird bei großen Volumenverlusten bevorzugt. Die Insertion von
Zahnimplantaten wird die Versorgung mit Zahnersatz ermöglichen. Der Patient ist bereits
jetzt mit dem ästhetischen und funktionellen Ergebnis sehr zufrieden.
Zusammenfassung: Erst wenn ausreichend gesundes Gewebe vorhanden ist, kann durch
Korrektureingriffe eine ästhetische und funktionelle Rehabilitation erreicht werden.
P19
Tumor of parotid region - differential diagnostic
Autor: Rastislav Poljovka
Co-Autor: A. Oroz, M. Pavlovic, M. Radosevic, I. Petrovic, M. Mesterovic
Institut: University Clinic Zemun
Kontakt: Vukova 9, 11 080 Beograd- Zemun, Serbia
Email: rale2007@nadlanu.com
Einleitung: Tumors of the parotid region are in most cases benign in nature and usually
belong to the parotid gland. Nevertheless, it must be taken into account that tumors in the
parotid-masseteric region have outcomes in other organs or system of organs, with the clinical
presentation of isolated tumor states. The objective of the study was to examine which tumor
formations may be expected in this region.
Material und Methode: We retrospectively analyzed medical records of patients examined at
the Department for Maxillo-Facial Surgery, University Clinic of Zemun-Belgrade, Serbia, in
the period from 2005 to 2010.
Resultate: There were 132 patients with the diagnosis of parotid region tumor. The most
frequent diagnosis was benign neoplasm, 67 of which were pleomorph adenoma, 23 Cystic
adenolymphoma (Warth tumors), Lipoma 3, Lymphoepithellial lesion 2. The frequencies of
other malignancy tumors were as follows: Adenocarcinomas 5, Mucoepidermoid 3,
Lymphoma 9, Sec. dep. 6, Melanoma secundary depositions SCC 14.
Diskussion: Majority of the patients (98%) were primarily surgically treated, with the
preoperative imaging diagnostics such as CT, MRI and FNB in formations similar to tumors.
Zusammenfassung: According to the analyzed material, the dominant diagnosis in this
sample was benign neoplasm, as well as a large number of secundary malignoma depositions
from the neighboring regions and the tumors of lymphoreticular system. which, in terms of
treatment, require specific attention.
P20
Herzmetastase eines Mundhöhlenkarzinoms – Eine Rarität
Autor: A.W. Eckert
Co-Autor: Konstanze Scheller, D. Stiller, U. Bilkenroth, H. Taubert und J. Schubert
Institut: MKG-Chirurgie, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Kontakt: Ernst-Grube-Str. 40, D-06120 Halle (Saale), Deutschland
Email: aw.eckert.wissenschaft@web.de
Einleitung: Fernmetastasen durch Plattenepithelkarzinome der Mundhöhle sind sehr selten.
Typische, wenn auch seltene Fernmetastasierungen betreffen die Lunge, die Leber, das
Mediastinum oder auch das Skelett. Wir berichten über den Fall eines zum Zeitpunkt der
Diagnosestellung
70-jährigen
männlichen
Patienten
mit
einem
ausgedehnten
Mundbodenkarzinom, wobei eine Herzmetastase bewiesen werden konnte.
Material und Methode: Im Januar des Jahres 2010 stellte sich der Patient mit einem
ausgedehnten Plattenpithelkarzinom der Zunge und des Mundbodens rechts vor. Die
Probeexzision bestätige das Vorliegen eines schlecht differenzierten, gering verhornenden
Plattenepithelkarzinoms. Das CT beschrieb einen raumfordernden, die Mandibula
umfassenden Prozess mit Arrosion der Kortikalis. Im MRT wurde das die Mittellinie
überschreitende Neoplasma der Zunge und des Mundbodens rechts bestätigt. Zudem konnten
multiple, dringend metastasenverdächtige Lymphknoten in den Halsgefäßscheiden beidseits
und suspekte Lymphknoten in der linken Supraklaviculargruppe beschrieben werden.
Resultate: Unter der klinischen Tumorformel T4N2Mx wurde vor einer pirmär chirurgischen
Intervention abgesehen und auf eine Radio-Chemotherapie orientiert. Nur einen Monat später
verstarb der Patient an den Folgen des malignen Grundleidens. Auf Veranlassung der
Angehörigen erfolgte eine Obduktion, welche als Nebenbefund eine Herzmetastase des
bekannten Mundhöhlenkarzinoms bestätigte.
Diskussion: Die aktuelle Literatur beschreibt nur wenige Fälle einer Herzmetastase, welche
auf ein Plattenepithelkarzinom der Mundhöhle zurückgeht. Im eigenen Krankengut ist dies
der erste derartige Fall innerhalb der letzten 20 Jahre. Die Prognose ist dann immer infaust,
therapeutisch kommen nur noch palliative Maßnahmen in Betracht.
Zusammenfassung: An das Vorliegen einer Herzmetastase sollte differentialdiagnositsch
gedacht werden, wenn der Patient im Rahmen der Nachsorge plötzlich über unklare kardiale
Beschwerden klagt. Diese sollten dann nicht nur internistisch sondern auch mittels
bildgebender Diagnostik [Echokardiographie und kardiales MRT] abgeklärt werden. Im
internationalen Schriftentum konnte bestätigt werden, dass vor allem Zungenkarzinome
vermehrt zu derartigen Metastasen neigen. Die Gründe hierfür sind allerdings völlig unklar.
P21
Seltener Verlauf eines malignen Melanoms der Gaumenschleimhaut
Autor: Leiter-Zitzelsberger Elisabeth
Co-Autor: E. Bruckmoser, P. Hakl, N. Jurasch, F. Watzinger, D. Turhani
Institut: MKG-Chirurgie St. Pölten
Kontakt: Stroheckgasse 6/16, 1090 Wien, Österreich
Email: lisabeth.z@gmx.at
Einleitung: Das maligne Schleimhautmelanom der Mundhöhle ist ein seltener aggressiver
Tumor, welcher 0,2-8% aller malignen Melanome ausmacht. Meist wird diese Läsion an der
Schleimhaut des harten Gaumens und der Maxilla nachgewiesen. Nur selten ist sie im Bereich
des Unterkiefers, der Zunge, der Wangenschleimhaut oder der Lippen lokalisiert. Der
Großteil der malignen oralen Melanome stellt eine pigmentierte Läsion dar, weniger als 10%
sind amelanotische Melanome. Männliche Patienten sind mit einer Disposition von 2:1
häufiger betroffen als weibliche. Die Veränderung tritt vorzugsweise in der fünften und
sechsten Dekade auf. Orale Melanome, welche größtenteils de novo entstehen, haben eine viel
schlechtere Prognose als Melanome der Haut, da sie oft erst in einem fortgeschrittenen
Stadium erkannt werden.
Material und Methode: Eine jetzt 75-jährige Patientin mit St. p. malignes orales Melanom
am harten Gaumen Regio 12 wurde mittels Foto- und radiologischer Dokumentation über
eineinhalb Jahre begleitet. Seit der Diagnose im Mai 2009 an der Abteilung für MKGChirurgie St. Pölten fanden vier operative Eingriffe statt. Es wurden eine Exzisionsbiopsie,
zwei Nachresektionen, sowie eine Vestibulumplastik durchgeführt. Im Anschluss an die
zweite Nachresektion erfolgte eine Strahlentherapie. Im Februar 2010 wurden bei einer PETCT Untersuchung multiple, diffus über beide Lungen verteilte Sekundärblastome
diagnostiziert. Seit März 2010 wird monatlich ein DTIC- Chemotherapiezyklus durchgeführt
Resultate: Die histopathologische Untersuchung des Resektats zeigte ein teils superfiziell
spreizendes, teils noduläres malignes Melanom mit einer Infiltrationstiefe von 1,4mm.
Immunhistochemisch reagierte das Tumorgewebe positiv mit HMB-45, Melan A und S-100.
Seit der zweiten Nachresektion wurde kein lokales Rezidiv nachgewiesen. Nach dem 6.
Zyklus der Chemotherapie gibt es derzeit keinen Hinweis mehr auf Lymphknoten- oder
Fernmetastasen.
Diskussion: Melanome sind maligne Neoplasien, welche aus Zellen der Neuralleiste
entstehen. In der Mundhöhle finden sich normalerweise, ähnlich wie bei der Haut,
Melanozyten in der Basallamina. Aufgrund der meist tödlichen Prognose ist das maligne
Melanom, trotz seines seltenen Auftretens, eine der bedeutendsten pigmentierten
Veränderungen der Mundhöhle. Eine frühe Diagnose sowie Therapie können die Mortalität
senken. Die 5-Jahres-Überlebensrate beträgt im Durchschnitt dennoch nur 10-25%. Der
Grund hierfür ist die schwierigere Diagnose der Läsion, da eine orale pigmentierte
Veränderung natürlich immer schlechter sichtbar ist, als ein Melanom der Haut. Klinisch
können maligne Melanome viele andere pigmentierte Veränderungen im Bereich der
Mundhöhle imitieren. Ein malignes Schleimhautmelanom nur aufgrund einer klinischen
Untersuchung zu diagnostizieren ist nicht möglich.
Zusammenfassung: Orale Schleimhautmelanome sind äußerst seltene und extrem aggressive
maligne Tumoren. Das hier präsentierte Fallbeispiel zeigt, dass jede enorale Pigmentierung
immer biopsiert und histopathologisch abgeklärt werden muss.
P22
Surgical treatment of faxial caner: Two year analysis
Autor: I. Petrovic
Co-Autor: A. Oroz, R. Poljovka, N. Sjerobabin
Institut: KBC Zemun, Sluzba za ORL i Maksilofacijalnu hirurgiju
Kontakt: Vukova 9, Belgrad Belgrad, CSG
Email: dr.ivap@gmail.com
Einleitung: Facial cancers are considered to be the most frequent pathology in maxilo-facial
surgery. Due to their diverse embiological origin and biological characteristic, the therapeutic
approach should be careful and optimized.
Material und Methode: Retrospective analysis comprised records of patients diagnosed with
facial tumor, in the period of 2008-2010, at the Department for Maxillo-Facial Surgery,
Clinical Hospital Center of Zemun, Belgrade, Serbia
Resultate: RESULTS: 243 patients with facial tumors were treated in this period, with the
following frequencies BCC 138, SCC. 88,Melanoma 7, Mercel cell ca 4., Fibrosarcoma 4.,
Dermatofibrosarcoma 2. Majority of patients were primarily treated by surgical excision,
whereas others were treated by symptomatic or palliative methods, due to the increased
surgical risk and general condition. After the surgical excision the deffects were reconstructed
by the means of regional and local flaps, as well as by the free skin transplant by Tirsch .
Complications in terms of frequent recurrence were evidenced in 3 patients with diagnosis of
dermatofibrosarcoma, two of which were males and one female.
Diskussion: The objective of this study was to examine our recent experience with this
pathology, as well as the most acceptable method of treatment given to the type and nature of
the disease.
Zusammenfassung: Adequate selection of surgical therapy is of the essential importance to
the success of treatment of malignant facial tumors, especially sarcoma, considering the high
percentage of recurrence.
P23
Adenokarzinom der kleinen Speicheldrüsen – Fallbeispiel und Übersicht der Literatur
Autor: E. Bruckmoser
Co-Autor: E. Zitzelsberger, P. Hakl, W. Sutter, N. Jurasch, F. Watzinger und D. Turhani
Institut: Abteilung für MKG Chirurgie, Landesklinikum St. Pölten
Kontakt: Propst-Führer-Straße 4, 3100 St. Pölten, Österreich
Email: emanuel.bruckmoser@stpoelten.lknoe.at
Einleitung: Das polymorphe low grade Adenokarzinom ist eine seltene Tumorart, die ca. 1,5
bis 11% aller Neoplasien der kleinen Speicheldrüsen ausmacht. Die häufigste Lokalisation
liegt dabei am harten Gaumen, gefolgt von Wangenschleimhaut und Lippen. Histologisch ist
vor allem die Diskrepanz zwischen der Vielfalt an morphologischen Wachstumsmustern und
dem
vergleichsweise
monomorphen
Erscheinungsbild
der
einzelnen
Tumorzellen
charakteristisch. Das langsame, infiltrative Wachstum mit seltener und oft erst sehr später
Fernmetastasierung erklärt den sich häufig über Jahrzehnte erstreckenden Verlauf bis zur
Diagnosestellung.
Material und Methode: Ein 49-jähriger Patient wurde zur Begutachtung und weiteren
Abklärung einer derben Vorwölbung im Bereich der Oberlippe links in unserer Ambulanz
vorstellig. Laut Angabe des Patienten bestand diese Auffälligkeit bereits seit 18 Jahren, habe
jedoch in den letzten 2-3 Jahren an Größe zugenommen. Im Anschluss an die weiterführende
Diagnostik mittels Gesichtsschädel-CT und PET-CT wurden mehrere repräsentative
Gewebeproben entnommen. Nach Vorliegen des histologischen Befundes wurde der Tumor
vollständig entfernt. Der so entstandene Defekt wurde mittels lokaler Lappenplastik Nasolabiallappen Oberlippe rechts und Abbé-Lappen Unterlippe links - gedeckt. Die
einzelnen Operationsschritte wurden dabei umfangreich fotografisch dokumentiert.
Resultate: Die histologische Untersuchung der Biopsie ergab ein polymorphes low grade
Adenokarzinom G1. Der Tumor wurde im Anschluss vollständig operativ entfernt. Nach
histologischer Aufarbeitung des gesamten, in toto excidierten Tumors lautete die die
abschließende Klassifikation wie folgt: polymorphes low grade Adenokarzinom G1 mit
Lymphscheideneinbrüchen (pT2 pL1 pV0 Nx Mx, lokal pR0).
Diskussion: Das hier präsentierte Fallbeispiel zeigt, dass auch über viele Jahre bestehende
Raumforderungen immer einer weiterführenden Diagnostik bedürfen, um langsam wachsende
Malignome rechtzeitig erfassen und behandeln zu können. Die Prognose eines mit
ausreichendem Sicherheitsabstand im Gesunden entfernten, polymorphen low grade
Adenokarzinoms ist grundsätzlich gut. Regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen sind jedoch
über einen langen Zeitraum erforderlich, da in der Literatur sowohl Rezidive als auch
Transformationen in high grade Malignome beschrieben sind.
Zusammenfassung: Wir berichten über einen Patienten, der nach langjährigem Verlauf einer
Raumforderung im Bereich der Oberlippe links an unserer Abteilung vorstellig wurde. Die
Resektion des diagnostizierten Adenokarzinoms mit anschließender Defektdeckung mittels
lokaler Lappenplastiken wird anhand des umfangreichen fotografischen Bildmaterials
dargestellt.
P24
RECTANGULAR BODY OSTECTOMY FOR THE TREATMENT OF SEVERE
MANDIBULAR PROGNATHISM
Author: Aydin GULSES 1
Co- author (s): Metin SENCIMEN 2, Fidan SABUNUCOGLU 3, Hüseyin OLMEZ4, Hasan
Ayberk ALTUG5
Institut: 1,2,5 Gulhane Military Medical Academy, Department of Oral and Maxillofacial
Surgery, Ankara/ TURKEY
3,4 Gulhane Military Medical Academy, Department of Orthodontics, Ankara/ TURKEY
Kontakt: Gulhane Military Medical Academy, Department of Oral and Maxillofacial
Surgery,
06018 Etlik Ankara/ TURKEY
Email: aydingulses@gmail.com
Introduction: Several methods have been proposed for the surgical correction of skeletal
class III malocclusion. However, there remains a degree of controversy with regard to where
and how the mandible should be cut.The aim of this paper is to present the surgical technique
and the outcomes of rectangular body ostectomy in the treatment of severe mandibular
prognathism.
Material and Method: Mandibular set back by bilateral rectangular body ostectomies
combined with Le Fort I level maxillary advancement were performed. The deep bony
concavity of paranasal area was grafted with bone blocks harvested from the ostected
segments of the mandible.
Results: Satisfactory functional and esthetic outcomes were obtained by rectangular body
ostectomy combined with Le Fort I level maxillary advancement and an acceptable profile
was provided for the patient.
Discussion: Before the surgeon decides to use the rectangular body ostectomy, the patient
should undergo detailed clinical and orthodontic evaluations and a radiographic examination.
Accepted indications for mandibular rectangular body ostectomy include:
•
edentulous mandibular prognathism
•
if edentulous gaps are available in the posterior dental arch
•
if dental occlusion in the posterior molar region is almost normal and recession of the
whole mandible will result in a poorer occlusion
•
if retrusion of the whole mandible will result in the loss of the last available molar
teeth.
Rectangular body ostectomy can provide good results if proper case selection is made.
Potential complications of body ostectomy are: nerve disturbances, nonunion or delayed
union skeletal relapse, periodontal defects of the teeth adjacent to the osteotomy sites, dental
pulp devitalization and skeletal relapse. A multidisciplinary approach is essential for the best
results to be obtained. The simulated operation should be performed first on mounted dental
study casts to ensure that the orthodontic and surgical objectives can be met.
Conclusion The mandibular rectangular ostectomy remains a safe and versatile procedure
with predictable results in well selected cases.
P25
Perioperative Bisphosphonattherapie beeinflusst Therapieergebnisse von Patienten mit
Kieferosteonekrose
Autor: P. Braun
Co-Autor: C. Klug, R. Seemann, P. Pöschl, G. Lauer, J. Drach, C. Glaser, R. Ewers, A.
Wutzl
Institut: Universitätsklinik für MKG-Chirurgie, Medizinische Universität Wien
Kontakt: Wimbergergasse 9/34, 1070 Wien, Österreich
Email: pamela.braun@gmx.at
Einleitung: Osteonekrosen der Kieferknochen werden als intraorale Komplikation unter der
Gabe von stickstoffhaltigen Bisphosphonaten beschrieben. In einer retrospektiven Studie
wurden Patienten 6 Monate nach chirurgischer Intervention bei Osteonekrosen der
Kieferknochen unter Bisphosphonaten nachuntersucht und eruiert, ob das Absetzen der
Bisphosphonate nach Auftreten der Osteonekrose das chirurgische Therapieergebnis
beeinflusst.
Material und Methode: Wir untersuchten 58 Patienten, die von 2004 bis 2006 an unserer
Abteilung
wegen
Bisphosphonat-assoziierten-Osteonekrosen
behandelt
wurden.
Im
Durchschnitt war Pamidronat 36mal und Zoledronat 23.5mal bis zum Auftreten der
Osteonekrose verabreicht worden. Die Patienten wurden 6 Monate nach der therapeutischen
Intervention klinisch untersucht und die Bisphosphonatmedikation erfragt.
Resultate: Bei 41 Patienten wurde eine Sequesterentfernung und Dekortikation durchgeführt.
55.8% der Patienten waren bei der 6-Monats-Kontrolle schmerzfrei und dental rehabilitiert.
Patienten bei denen die Bisphosphonate vor der Operation abgesetzt wurden, zeigten in einem
Mann-Whitney-U Test statistisch signifikant bessere Ergebnisse als jene Patienten, die
weiterhin Bisphosphonate bekommen hatten (p=0,05).
Diskussion: Sequestrektomie und Dekortikation mit anschließender Weichteildeckung ist
eine erfolgreiche Therapieform der Osteonekrose unter Bisphosphonattherapie.
Zusammenfassung: Eine signifikante Verbesserung des chirurgischen Therapieergebnisses
ist durch das Absetzen der Bisphosphonate zu erwarten.
P26
Jaws osteonecrosis associated with bisphosphonates.
Autor: Coello J.A.
Co-Autor: Mayorga F., Lledo E, El Khoury L., Tofe A.
Institut: Hu Virgen Macarena Sevilla
Kontakt: Dr. Fredriani 3, 41009 Sevilla, Spanien
Email: joseacoellos@gmail.com
Einleitung: Jaws osteonecrosis is a serious , adverse and potentially disabling reaction,
associated with the use of bisphosphonates since 2003. It appears with an exposed or necrotic
jaws bone that persists longer than eight weeks, in the absence of radiation therapy . It may be
asymptomatic or may be accompanied by pain, clinical evidence of infection and other sort of
complications. The incidence of jaws osteonecrosis in these patients is 0.8 to 12% in cancer
patients, and less than 1 per 1,000 in patients with osteoporosis. Risk factors are the greater
potency of bisphosphonates, the intravenous administration, the accumulation of dose (this
drug accumulates in the bone), and dental procedures, which may be the factor triggering this
process. Due to its accumulation in bone, interruption of drug treatment is not effective to
prevent its onset associated with dental surgery. The consensus in literature says that the best
measure is prevention. The preventive protocol reinforces the fundamental role of the dentist
in the effective prevention of this process before, during and after treatment.
Material und Methode: A descriptive study was performed on a sample of 44 patients who
underwent history, examination, diagnosis and accordingly with these actions were performed
oral hygiene instruction, prevention and treatment of different types. At the conclusion the
patient is refered to the specialist with a report which finds the revisions planning. The
monitoring process consists in reviews every three months with the possibility of emergency
consultation if there is any eventuality.It is performed radiological monitoring and counseling
on oral hygiene and plaque control with fluoride application and professional tooth cleaning.
Resultate: Only one third of patients did not need treatment because their healthy
Stomatognathic System. Preventive, restorative and prosthetic surgical treatment were carried
out.
Diskussion: A high percentage of patients need specialized dental care before treatment.
There is evidence of the effectiveness of preventive measures but this has not yet been
validated.
Zusammenfassung: A protocol of treatment is presented in this report.
P27
Beidseitige Elongation des Processus coronoideus: Ein Fallbericht
Autor: Carsten Peters
Co-Autor: Simon Spalthoff, Horst Kokemüller, Nils-Claudius Gellrich und Frank Tavassol
Institut: Med. Hochschule Hannover, Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtchirurgie
Kontakt: Carl-Neuberg-Str. 1, 30625 Hannover, Deutschland
Email: peters.carsten@mh-hannover.de
Einleitung: Die Elongation des Proc. coronoideus wurde erstmals von Langenbeck im Jahr
1853 beschrieben. Ein Impingement des Processus gegen die mediale Fläche des Jochbogens
führt zu einer in der Regel schmerzfreien Mundöffnungseinschränkung.
Material und Methode: Wir berichten hier über einen 13jährigen Patienten, welcher alio
loco vergeblich über einen Zeitraum von 18 Monaten an einer auf 10 mm limitierten
Mundöffnung zunächst unter Einsatz von kieferorthopädischen Apparaturen behandelt wurde.
Resultate: Im Verlauf erfolgte der Versuch einer Kieferdehnung in Narkose. Schließlich
stellte sich der Pat. in unserer Klinik vor. Die erneute Beurteilung der vor einem Jahr
angefertigten CT-Untersuchung ergab beidseitig elongierte Processus coronoideii. Es wurde
in Intubationsnarkose eine transorale Abtragung der Processus durchgeführt. Diese ergab eine
sofortige Mundöffnung von 48mm.
Diskussion: Bei schmerzfreien Mundöffnungseinschränkungen sollte daher immer eine
Elongation des Proc. coronoideus in Betracht gezogen werden. Hilfreich hierbei ist die
dreidimensionale Bildgebung mittels Computertomographie oder DVT.
Zusammenfassung: Wir berichten über einen 13jährigen Patienten mit schmerzfreier, auf
10mm limitierter Mundöffnung aufgrund beidseitiger Elongation der Processus coronoideii.
Nach transoraler Abtragung der Processus in Intubationsnarkose wurde eine sofortige
Mundöffnung von 48mm erreicht. Zur Diagnostik ist die präoperative Beurteilung durch
dreidimensionale Bildgebung mittels CT oder DVT hilfreich.
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