Transösophageale Echokardiographie

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Departement Medizin, Kardiologie, Brauerstrasse 15, Postfach 834, CH-8401 Winterthur, www.ksw.ch
Transösophageale Echokardiographie
Was ist eine transösophageale Echokardiographie (TEE)?
Bei der TEE wird eine flexible Sonde – ähnlich einem Gastroskop – in die Speiseröhre eingeführt. Integriert in
das Gerät ist ein verkleinerter Schallkopf. Dieser ermöglicht Ultraschalluntersuchungen unmittelbar von der
Rückseite des Herzens her. Angewendet werden heute sog. multiplane Systeme, bei denen der Schallkopf
kontinuierlich bis zu 180° rotiert werden kann. Folglich lassen sich je nach Bedarf eine Vielzahl von
Schnittebenen durch das Herz darstellen.
Departement Medizin, Kardiologie, Brauerstrasse 15, Postfach 834, CH-8401 Winterthur, www.ksw.ch
Welche Vorbereitungen sind erforderlich und wie läuft die Untersuchung ab?
Abgesehen von besonderen Notfallsituationen sollte der Patient vor der Untersuchung mindestens 4 Stunden
nüchtern sein (klare Flüssigkeiten sind bis zu 2 Stunden vorher erlaubt). Anamnestisch sind Schluckstörungen
und Erkrankungen der Speiseröhre zu erfragen, die u.U. erst einer weiteren Abklärung bedürfen. Wird – wie
allgemein üblich - eine Rachenschleimhautanästhesie durchgeführt, ist eine erneute Nahrungsaufnahme erst 2
Stunden nach der Untersuchung ratsam. Im Falle eines intravenös verabreichten Beruhigungsmittels (meist
Midazolam) sollte der Patient darauf vorbereitet sein, für mindestens 12 Stunden Fahrzeuge nicht eigenhändig
lenken zu dürfen. Bei Patienten mit hohem Risiko für eine Herzklappenentzündung (Endokarditis) steht eine
Endokarditisprophylaxe zur Option, deren Erfordernis als auch Nutzen nicht sicher erwiesen ist.
In Linksseitenlage des Patienten wird die TEE-Sonde nach Entfernung bestehender mobiler Zahnprothesen
über einen Beißring in die Speiseröhre eingeführt. Beatmete Patienten werden in Rückenlage untersucht. Für
einige Schnittebenen ist ein Vorschieben der Sonde bis in den oberen Magenbereich hinein erforderlich. EKG,
Blutdruck und periphere Sauerstoffsättigung werden während der etwa halbstündigen Untersuchung laufend
überwacht. Der erhobene Befund wird per Video oder digital aufgezeichnet.
Können Nebenwirkungen auftreten?
Bei der TEE kommt es sehr selten zu Komplikationen (< 1%). Sie sind meist harmlos in Form von kleinen
Schleimhautverletzungen des Rachens und der Speiseröhre, reaktiven Blutdruckveränderungen,
Bronchialspasmen sowie vorübergehenden Herzrhythmusstörungen. Äußerst selten sind schwerwiegendere
Komplikationen (<0.1 %).
Welche Vorteile bietet die TEE gegenüber der herkömmlichen Echokardiographie?
Ein grosser Vorteil ist die bessere Abbildungsqualität der TEE. Durch die Sondenlage in der Speiseröhre
entfallen störende Strukturen wie Unterhautfettgewebe, Rippen und Lunge. Überdies können aufgrund des
kürzeren Abstands zum Untersuchungsobjekt Schallköpfe mit höheren Ultraschallfrequenzen verwendet
werden. Diese ermöglichen eine bessere räumliche Auflösung.
Die unmittelbare Nähe des Geräts zum Mediastinum (Gewebe in der Mitte des Brustkorbs) erlaubt eine
wesentlich genauere Beurteilung insbesondere der im dorsalen Anteil liegenden Strukturen wie z.B.
Herzvorhof-Bereich, zentrale Hohlvenen und Brust-Aorta.
Wann sollte ein TEE durchgeführt werden?
Bei vielen Erkrankungen können durch die TEE wertvolle Informationen erhoben werden. Der häufigste
Untersuchungsanlass ist die Suche nach einer Emboliequelle im Herzen. Hierbei ist zum sicheren Ausschluss
oder Nachweis zu Grunde liegender Gerinnselbildungen und Tumoren im Vorhofbereich oder Auffälligkeiten
des Vorhofseptums ein TEE meist unumgänglich. Weitere wichtige Indikationen sind Fehlfunktionen
prothetischer Herzklappen, Klappenendokarditis insbesondere bei Verdacht auf bestehenden Abszess,
Aortenwandveränderungen (z.B. notfallmässig bei Aortendissektion) und bestimmte angeborene Herzfehler.
Etabliert hat sich die Methode auch zur intraoperativen Erfolgskontrolle, z.B. bei Klappenrekonstruktionen.
Generell ist ein TEE immer dann angebracht, wenn die von aussen durchgeführte Untersuchung unzureichende
Ergebnisse zeigt. Voraussetzung ist natürlich, dass die klinische Fragestellung so wichtig ist, dass sie das für
den Patienten unangenehmere invasive Vorgehen rechtfertigt.
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