geologisch-hydrogeologische verhältnisse sowie bergtechnische

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NAINTSCH MINERALWERKE GMBH
Bergbau Kleinfeistritz, 8741 Weißkirchen/Stmk.
und
GWU Geologie-Wasser-Umwelt GmbH
Ingenieurbüro für Geologie, Kulturtechnik und Wasserwirtschaft
A-5020 Salzburg, Bayerhamerstraße 57 • Tel.: +43 (0)662 876360-0 • Fax.: +43 (0)662 876360-10 • eMail: office@gwu.at • http://www.gwu.at
ALTBERGBAUKOLLOQUIUM 2009:
GEOLOGISCH-HYDROGEOLOGISCHE VERHÄLTNISSE
SOWIE BERGTECHNISCHE MASSNAHMEN IM
RAHMEN DER SCHLIESSUNG DES TALK- UND
GLIMMERBERGBAUS KLEINFEISTRITZ
(STEIERMARK)
Salzburg, Weißkirchen, 28. September 2009
GZ 3167 / FRi
Altbergbaukolloquium 2009, GWU GmbH & Naintsch Mineralwerke GmbH:
Bergtechnische Maßnahmen im Rahmen der Schließung des Altbergbaukolloqium 2009: Talk- und Glimmer- Bergbau
Kleinfeistritz alt (Steiermark)
INHALT
1 EINLEITUNG ....................................................................................................... 2
2 ÜBERSICHT BERGTECHNIK, ABBAUVERFAHREN ................................................ 3
3 GEOLOGISCHE VERHÄLTNISSE ........................................................................... 4
3.1
Gesteinseinheiten .................................................................................. 4
3.2
Gebirgsmechanisches Modell ............................................................... 5
4 HYDROGEOLOGISCHE VERHÄLTNISSE ................................................................ 7
4.1
Einleitung .............................................................................................. 7
4.2
4.3
Grundwasser ......................................................................................... 7
Bergwasser ............................................................................................ 7
5 SICHERUNGS- UND STABILISIERUNGSMASSNAHMEN OBERTAGE........................ 7
5.1
Gebäudeabbruch und Landschaftsgestaltung........................................ 7
5.2
Obertägige Wasserläufe ........................................................................ 8
5.3
Schutzgraben und -wall oberhalb des Grubenvorplatzes...................... 8
5.4
Gebiet mit durch den Abbau hervorgerufenen Geländeveränderungen 8
5.5
Versorgung von Spalten........................................................................ 8
6 SICHERUNGS- UND STABILISIERUNGSMASSNAHMEN UNTERTAGE...................... 8
6.1
Allgemeines .......................................................................................... 8
6.2
Erkunden von Verdachtszonen und Versetzen von Hohlräumen ......... 9
6.3
Planmäßiges Versetzen bekannter Hohlräume ..................................... 9
7 WASSERBAULICHE MASSNAHMEN ................................................................... 10
7.1
Ausführung der wasserbaulichen Versorgung von Grubenbauen....... 10
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Kleinfeistritz alt (Steiermark)
1
EINLEITUNG
Der Bergbaubetrieb Naintsch Mineralwerke GmbH, Werk Weißkirchen (seit Februar 2006
in den Konzern "Rio Tinto Minerals", eingegliedert) hat seit 1979 im Kothbachgraben bei
Kleinfeistritz nahe Weißkirchen im oberen Murtal (Aichfeld) in der Steiermark den "Talkund Glimmerbergbau Kleinfeistritz" bis Ende 2007 betrieben. Das in dieser Lagerstätte
ausschließlich Untertage gewonnene Wertmineral (Leukophyllit) wird im Mahlwerk
Weißkirchen weiterverarbeitet.
Der ehemalige Abbaubetrieb ist etwa 0,5 km südöstlich von Kleinfeistritz an der
orographisch linken Talseite situiert. Nachdem diese Lagerstätte mittlerweile ausgeerzt ist,
wurde der Abbaubetrieb Ende 2007 eingestellt, und die Schließungstätigkeiten im ersten
Halbjahr 2008 begonnen.
Abb.1: Ausschnitt aus der ÖK200, Lage des Bergbaues Kleinfeistritz 12 km südöstlich von
Weißkirchen mit einer Detaildarstellung des Bergbaues im Kothgraben (Ausschnitt ÖK50)
Nachdem sich gemäß der durchgeführten Explorationstätigkeit die Lagerstätte auf der
gegenüberliegenden Talseite (orographisch rechts) fortsetzt, wurden bereits Vorkehrungen
und Maßnahmen getroffen die Lagerstätte in diesem Bereich neu aufzuschließen. In
diesem als "Plastoritbergbau Kleinfeistritz" bezeichneten Bergbau wird auch eine
untertägige Gewinnung der Leukophyllit - Lagerstätte vorgenommen, wobei anstelle des
Abbauverfahrens Teilsohlenbruchbau das Abbauverfahren Teilsohlenversatzbau
angewandt wird bei dem bindemittelhältiger Pumpversatz eingesetzt wird.
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2
ÜBERSICHT BERGTECHNIK, ABBAUVERFAHREN
Der Abbau erfolgte untertägig im Stollenbau. Die geneigte, plattenförmige Lagerstätte
wurde zur Durchführung des Abbaues in horizontale Scheiben (=Abbauniveaus) unterteilt.
Die Mächtigkeit einer Abbauscheibe betrug etwa 5 m. Die im Streichen der Lagerstätte
angelegten Vorrichtungsstrecken setzten bei der Wendel an und reichten bis zum
Westverwurf der Lagerstätte. Insgesamt erfolgte der Abbau auf 11 Sohlen und 4
Zwischensohlen und Oberbauen zwischen ~870 und ~930 mSh. Als Abbauverfahren
wurde ein heimwärtsgeführter Kleinpfeilerbruchbau angewendet.
Beim heimwärtsgeführten Abbau im Talk- und Glimmerbergbau hat dieser nach
Fertigstellung der Vorrichtungsstrecke an der westlichen Begrenzung der Lagerstätte
begonnen und wurde zur Wendel zurückgeführt. In der Regel wurde von der Richtstrecke
aus eine Abbaustrecke zum Hangend oder Liegendkontakt vorgetrieben. Der Winkel
zwischen Abbaustrecke und Richtstrecke betrug ca. 50 gon. Dabei wurde ein Kleinpfeiler
zwischen der Abbaustrecke und dem Alten Mann (=Bruch) stehengelassen. Nach
Fertigstellung der Abbaustrecke wurde der Pfeiler und die angebaute Schwebe im Rückbau
teilweise hereingewonnen und der Restpfeiler zu Bruch geworfen.
Als Ausrichtungsbau der Lagerstätte dienten bis ca. 1980 ausschließlich von obertage
aufgefahrene Stollen, danach die Marlies-Wendel, die ihre obere Tagöffnung auf Seehöhe
901 m und ihre untere Tagöffnung auf Seehöhe 865 m (Talsohlenniveau) hatte. Die
Wendel hatte eine Neigung von durchschnittlich 10% und verband, wie erwähnt, die
unteren Abbauscheiben miteinander. Die Hereingewinnung des Haufwerkes erfolgte
mittels Schieß- und Sprengarbeit. Dabei wurden in der Regel pro Abschlag 35 - 40
Bohrlöcher mit einer Länge von 1,5 m gebohrt. Als Sprengmittel wurden gelatinöse
Sprengstoffe und Emulsionssprengstoffe sowie elektrische Zünder verwendet.
Für die Wegfüllarbeit und die Hauwerksausförderung wurde ein Fahrlader eingesetzt. Das
verwertbare Material wurde zu einem Sturzschacht gefördert und gegen Ende der
Lebensdauer des Bergwerks über die untere Tagöffnung der Mariliese Wendel nach
obertage gefördert. Das Taubmaterial wurde teils unter Tage versetzt, teils über Tage
gefördert und auf Halde verkippt. Die Abbaustrecken wurden im Trapezprofil aufgefahren,
wobei der Streckenquerschnitt in der Auffahrungsphase ca. 9m² betragen hat.
Obertage sind durch das angewandte Abbauverfahren (Bruchbau) zwischen den beiden
Gräben Auswirkungen auf der Tagesoberfläche ausgebildet, und zwar in Form von
Zerrklüften,
staffelförmigen
Absackungen
sowie
lokalen
grabenförmigen
Einbruchstrukturen.
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Abb.2: abgebaute Lagerstätte (schraffiert) und obertägige Beeinträchtigungen
3
GEOLOGISCHE VERHÄLTNISSE
3.1
Gesteinseinheiten
Die Lagerstätte Kleinfeistritz liegt im Gneiskomplex der Gneis-Amphibolit-Serie des
Stubalpenkristallins. Diese Gesteine bilden das tiefste bekannte Schichtglied des
Stubalpenkristallins und bestehen hauptsächlich aus Plagioklasgneisen in Wechsellagerung
mit Amphiboliten und Einlagerungen von Augen-, Granit- und Biotitgneisen.
Die Gesteinsinhalte der Lagerstätte wurden in vier dominante Gruppen zusammengefasst:
3.1.1
Gneise
Es handelt sich dabei überwiegend um feinkörnige Paragneise mit den Hauptgemengteilen
Biotit, Chlorit, Quarz, Feldspat und Granat.
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3.1.2
Amphibolit
Es sind dies überwiegend massige, schwarz-grüne Gesteine mit bis zu 8 mm großen
Granatblasten in sehr feinkörniger Matrix bzw. auch granatfreie Amphibolite. Bei der
Gelände- und Untertagekartierung wurde der Amphibolit im Liegenden der Lagerstätte im
Hertastollen großflächig, sowie an der Oberfläche anstehend vorgefunden.
3.1.3
Biotit-Chlorit-Muskovit-Phyllonit
Ein dunkles, stark blättriges Gestein mit hohem Glimmeranteil (Biotit und Muskovit)
sowie Chlorit. Eingelagert finden sich Quarze (z.T. auch in Knauern) und Feldspat.
3.1.4
Leukophyllit
Es werden zwei Varietäten des Leukophyllits unterschieden, beide zeichnen sich durch ein
stark ausgeprägtes Planargefüge, welches durch die Schichtsilikate Muskovit und Chlorit
getragen wird, aus. Eingelagert findet sich Quarz, zum Teil in Zeilen, zum Teil auch
linsenförmig. Unterschieden wird zwischen quarzreichem Leukophyllit (vorwiegend im
hangendnahen Bereich) sowie dunklem, chloritreichem Leukophyllit (vorwiegend im
liegendnahen Bereich).
Hinsichtlich der mineralogischen Zusammensetzung ist hervorzuheben, dass in metamorphen Gesteinen keine quellfähigen Tonminerale vorkommen und auch keine nachgewiesen wurden, sodass der Leukophyllit als nicht quellfähig zu bezeichnen ist.
3.2
Gebirgsmechanisches Modell
Die Leukophyllitlagerstätte ist an eine 10°-25° flach nach SE einfallende max. 20 m mächtige Scherzone gebunden und weist im Mittel eine Mächtigkeit zwischen 10 – 12 m auf.
Abb. 3: Geologisches Profil (Störungen im Abbau und durch Spalten obertage dokumentiert)
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Die grünschieferfaziell metamorphe Leukophyllit-Lagerstätte bildet den mächtigsten
Bewegungshorizont innerhalb des Gneiskomplexes. Die Scherzone ist mit flachem
Einfallen nach SE gut in das regionale Einfallen eingeregelt. Begrenzt wird diese
Lagerstätte durch zwei Großstrukturen:
ƒ
nach Süden durch steilstehende Störungen („Südverwurf“). Dem Südverwurf sind
zahlreiche, im Bergbau untertage dokumentierte konjugierte Störungen, welche bis
obertage durchgreifen, zugeordnet. Auch der Graben des Ehrmerbaches ist
vermutlich an eine dem Südverwurf konjugierte Störung angelegt.
ƒ
im Westen durch eine listrische Bewegungsbahn („Westverwurf“). Die listrische
Natur dieser Störungsbahn ist durch Bohrungen und Untertage-Aufnahmen gut
abgesichert. Das Einfallen versteilt sich zur Oberfläche hin stark. Diesem Einfallen
parallele Störungen wurden auch mehrfach innerhalb der Abbausohlen
dokumentiert.
Abb. 4 Größere tektonische Strukturen im Abbaubereich
Obertage sind zwischen den beiden Gräben Auswirkungen auf der Tagesoberfläche
ausgebildet, und zwar in Form von Zerrklüften, staffelförmigen Absackungen sowie
lokalen grabenförmigen Einbruchstrukturen. Das Gebirge über den Abbaubereich weist
einen erhöhten Zerlegungsgrad auf, im überwiegenden Teil liegen keine natürlichen
Lagerungsverhältnisse mehr vor. Die Ausdehnung der Spalten deckt sich in etwa mit der
„Umhüllenden“ des Abbaubereichs, sodass davon ausgegangen werden kann, dass der
faktische Einwirkungsbereich nicht sehr weit darüber hinausgreift.
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4
HYDROGEOLOGISCHE VERHÄLTNISSE
4.1
Einleitung
Im Rahmen der Erstellung des Abschlussbetriebsplanes für das Bergwerk Kleinfeistritz
wurden aufbauend auf vorhandenen Unterlagen hydrogeologische Kartierungen ober- und
untertage vorgenommen, erforderliche hydrologische Parameter (Niederschlag, Abfluss)
aktualisiert und Auswertungen hinsichtlich der Wasserbilanz vorgenommen. Weiters
wurden intensive hydrochemische Probenahmen und Analysen vorgenommen, um den IstStand möglichst exakt zu erfassen.
4.2
Grundwasser
Innerhalb der jungen, geringmächtigen Talfüllung des Kothbachtales, die aus Sanden,
Kiesen und Steinen mit unterschiedlichem Gehalt an Schluffen aufgebaut ist, tritt
wahrscheinlich nur ein geringmächtiger und mit dem Kothbach kommunizierender Aquifer
auf, der für den Bergbau nur eine untergeordnete Relevanz hat.
4.3
Bergwasser
Beim Anfahren des unverritzten Gebirges wurden im Bergbau bisher sowohl bei
Bohrungen als auch bei der Gewinnung nur unwesentliche Wasserzutritte festgestellt. Eine
geringe Wasserführung ist an den Kontakt zwischen dem Hangendgneis und dem Leukophyllitkörper gebunden.
Die größte Wassermenge sitzt dem Grubengebäude durch den Alten Mann (Bruchbereich)
von der Oberfläche zu. Stärkere Wasserzutritte oder -einbrüche wurden in der bergbaulichen Vergangenheit nicht beobachtet.
Abgesehen von dem isoliert zu betrachtenden Herta-Stollen rinnen sämtliche Wässer durch
den Alten Mann und den Bereich Wendel zusitzenden Wässer über die tiefste Sohle
(866m) und in weiterer Folge über den untersten Wendelabschnitt bis zum
Stollenmundloch Mariliese frei aus. Von dort erfolgte der Abfluss über zwei unterirdisch
verlegte Leitungen (DN 300) in Richtung Kothbach. Der Abfluss wurde und wird seit dem
Jahre 1999 über einen induktiven Durchflusszähler (IDM) kontinuierlich erfasst, wobei ein
durchschnittlicher Jahresabfluss von 2,4 l/s ermittelt wurde. Kurzfristig wurden
Spitzenwerte bis zu 7,5 l/s beobachtet.
5
SICHERUNGS- UND STABILISIERUNGSMASSNAHMEN OBERTAGE
5.1
Gebäudeabbruch und Landschaftsgestaltung
Sämtliche vorhandenen Gebäude, Fundamente und Einbauten wurden abgebrochen und der
Bauschutt ordnungsgemäß entsorgt. Die entstehenden Flächen inklusive der
Mundlochbereiche wurden ortstypisch rekultiviert und begrünt (in Summe ca. 0,7 ha).
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5.2
Obertägige Wasserläufe
Im Bereich der unterbauten Gebiete befinden sich zwei obertägige Wasserläufe: Der
Ehrmerbach und das "Gerinne Nord". Im Bereich Ehrmerbach wurde die zur
Überbrückung des unterbauten Gebietes installierte Stahlrinnenkonstruktion zur
Verringerung der in das Grubengebäude eintretenden Wässer abgebaut und das Wasser
wieder dem natürlichen Verlauf freigegeben. Das Gerinne Nord versickerte ursprünglich
im Nahbereich des Mundloches Herta in der Nähe des Kothbachs. Im Zusammenhang mit
der Neugestaltung des Mundlochbereiches wurde durch wasserbauliche Maßnahmen
(Gerinne als Blocksteinrampe) eine Verlängerung des Gerinnes bis zur Einleitung in den
Kothbach hergestellt.
5.3
Schutzgraben und -wall oberhalb des Grubenvorplatzes
Zum Schutz der Bergbauanlagen vor allfällig abrollenden Steinen wurde oberhalb der
Zufahrtsstraße zur Jausenstube im Jahr 1991 ein ca. 3 m hoher und ca. 5-8 m breiter und
etwa 100 m langer Erdwall errichtet. Bergwärts davon ist eine NW-SE verlaufende Mulde
(Breite ca. 5- 8m, Tiefe ca. 2-3m) ausgebildet. Diese Auffangmulde und der Wall bleiben
weiter bestehen.
5.4
Gebiet mit durch den Abbau hervorgerufenen Geländeveränderungen
Das Gebiet, indem durch den Abbau Geländeveränderungen hervorgerufen worden sind,
ist eingezäunt. Der vorhandene Zaun wird für die Dauer der nächsten 5 Jahre Instand
gehalten. Es wurden in Abständen von 50m Warntafeln montiert, die auf ein
Betretungsverbot hinweisen. Auf Grundlage von Kontrollbegehungen sowie bisheriger und
zukünftig nach 5 Jahren vorliegenden Messergebnisse von Bewegungsbeobachtungen wird
eine Evaluierung vorgenommen, ein Konzept für die weitere Vorgangsweise ausgearbeitet
und der Behörde vorgelegt.
5.5
Versorgung von Spalten
Im Bereich des mäßig steilen bis steilen Geländes mit örtlichen Rissen und Spalten des
Gebietes mit Auswirkungen auf die Tagesoberfläche wurden die Bruchkanten der
nachgesessenen bzw. offenen Spalten mit einem Schreitbagger und Hydraulikmeißel
gebrochen, weitgehend abgerundet und das gelöste Material in die Spalten geräumt. In
steileren und felsigen Geländebereichen wurden diese Maßnahmen als nicht erforderlich
erachtet, da es sich hier um ein sehr schwer zugängliches Gebiet handelt, das einem
alpinen Bergsturzgebiet ähnelt und die entsprechenden Gefahren offensichtlich sind und
nicht mehr von der freien Natur unterscheidbar sind.
6
SICHERUNGS- UND STABILISIERUNGSMASSNAHMEN UNTERTAGE
6.1
Allgemeines
Die Bereiche der vorhandenen Stollen, welche durch eine geringe Überlagerung zu einer
Setzung bzw. einem Bruch an der Oberfläche führen können, mussten durch geeignete
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Versatzmaßnahmen a priori verfüllt und gesichert werden. Die untertägigen
Versatzmaßnahmen ergaben sich aus den bergschadenkundlichen und mit den
Fachbereichen Geomechanik und Geologie abgestimmten Vorgaben, wo einerseits
tagesnahe Stollen mit unzureichenden Informationen zu untersuchen waren und
andererseits Stabilisierungsmaßnahmen für Gebirgsbereiche aus Leukophyllit und Gneis
für eine Überlagerungshöhe bis 30 m bzw. für Amphibolit bis 20 m als erforderlich
erachtet wurden. Dabei mussten je nach Randbedingungen wie Zugänglichkeit und
Wasserzutritt verschiedene Verfüllmaterialien verwendet werden.
Sämtliche Infrastruktureinbauten und Einrichtungsgegenstände wurden vor dem Versetzen
ausgebaut, es verblieben somit nur Ausbaumaterial (Holz, Eisen, Beton) und fixe
Einbauten Untertage.
6.2
Erkunden von Verdachtszonen und Versetzen von Hohlräumen
Im nördlichsten und zentralen Abbaubereich waren mehrere Tagöffnungen alter Stollen
und Wetteraufbrüche verbrochen. Zusätzlich gibt es Senken mit und ohne klaren
Zusammenhang mit ehemaligen Hohlräumen. Diese Bereiche wurden mit einem
Schreitbagger erkundet und die hergestellten Öffnungen wieder mit Material aus dem
unmittelbaren Untersuchungsbereich verschlossen.
6.3
Planmäßiges Versetzen bekannter Hohlräume
Es wurde je nach Zugänglichkeit der zu versetzenden Grubenbaue Schütt- oder
Pumpversatz verwendet.
Der Pumpversatz wurde mit einer Betonpumpe über Schlauch- und Rohrleitungen
eingebracht. Die obertage situierte Pumpe wurde dabei mit Betonmischwagen beschickt.
Als Pumpversatz wurde Magerbeton verwendet (Korngröße bis 0/32 mm mit Bindemittel).
Als Zuschlagstoff wurde vornehmlich Betonzuschlag (Sand, Schotter) verwendet. Bei
Zusätzen wurde darauf geachtet, dass Stoffe der Gefahrenklasse 3 nicht zum Einsatz
gelangten. Die zu verpumpenden Versatzbereiche wurden mit Holzschalungen
abgeschlossen, um den Pumpversatz nicht ausrinnen zu lassen. Die Versatzleitung im zu
verpumpenden Bereich wurde nahe der Firste in einem in bestimmten Abschnitten
unterbrochenen Hüllrohr verlegt, indem der Pumpschlauch zurückgezogen wird. So wurde
eine beinahe vollständige Verfüllung der Hohlräume erreicht.
Die Verrohrung, die auf der Sohle zur Ableitung der anfallenden Wässer eingebracht
wurde, wurde vor Beginn der Versatzarbeiten ausgelegt und mit dem Pumpversatz
umgossen.
Der Schüttversatz wurde für von unmittelbar von der Oberfläche aus zugängige
Versatzbereiche mit einem Bagger eingebracht, für weiter im Berginneren liegende
Hohlräume wurde ein Fahrlader für den Untertagebetrieb verwendet. Im überwiegenden
Maße handelte es sich bei dem Schüttversatz um Taubmaterial aus dem Bergbau mit einer
Korngröße im Bereich von ca. 0/500 mm. Generell wurde versucht den Schüttversatz
bergab einzubringen bzw. so zu schütten, dass der Arbeitsbereich über die kürzere nach
Obertage führende Strecke angefahren werden konnte.
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Die Drainage, die unter dem Schüttversatz eingebracht wurde, wurde mit fortschreitender
Versatzschüttung mit errichtet.
Die Mundlochbereiche wurden entsprechend dem Böschungsverlauf angepasst und
begrünt.
7
WASSERBAULICHE MASSNAHMEN
Ein besonderes Augenmerk ist auf die Aufrechterhaltung der Wasserwegigkeit aus dem
Grubengebäude gelegt worden. Durch redundante Entwässerungs- und Drainagesysteme
soll eine kontrollierte Wasserwegigkeit der versorgten Stollen als Entwässerungsstrecken
des Grubengebäudes über große Zeiträume gewährleistet werden.
7.1
Ausführung der wasserbaulichen Versorgung von Grubenbauen
7.1.1
Stollen
Die Ableitungen der Bergwässer aus den wasserführenden Stollen wurden durch eine
ausreichend dimensionierte Entwässerungsleitung aus PE-HD in einer Dimension von DN
300 mm errichtet. Die Hauptableitungen wurden im Sohlbereich der Stollen verlegt, die
über vor den ehemaligen Mundlöchern situierten Putzschächten zum Kothbach als
Vorfluter führt. In Bereichen mit Sturzversatz wurden die Leitungen in einen
Schotterkoffer gelegt, der mit Geotextil vom Versatzkörper geschützt wurde.
Im Firstbereich der Stollen wurde als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme ausgehend von der
bergseitigen Abmauerung im Falle von Sturzversatz bzw. am Beginn des
Pumpversatzstoppels ein Ableitungsrohr DN 300 aus PE-HD aufgehängt und als Vollrohr
bis an die Geländeoberkante geführt. Die Rohrausmündungen wurden mit einem
Kleintiergitter abgedeckt.
Auch In den Versatzabschnitten der Wendel, die nicht obertage mündeten, wurde zur
Gewährleistung der Wasserwegigkeit im Sohlbereich eine Dränageleitung mit
Sickerkiesummantelung eingebaut. Über den Filterkies wurde ebenso zur
Aufrechterhaltung der Filterstabilität ein Geotextil aufgebracht.
7.1.2
Hauptwasserausleitung - Unteres Mundloch Mariliese Wendel
Die Bergwässer aus dem aktiven Abbau und dem Alten Mann werden am tiefsten Punkt
der Wendel, dem Mariliese Mundloch ausgeleitet. Die maximalen Abflusswerte betragen
lt. Aufzeichnungen ca. 7,5 l/s. Mit der eingebauten Ableitung (DN 300) ist bei einem
mittleren Sohlgefälle von 0,5% ein Abfluss von rund 70 l/s gewährleistet. Für die weitere
Nutzung der aus dem Bergbau austretenden Wässer wurde in der Nähe des ehemaligen
Mundloches eine Anlage bestehend aus einem Absetzbecken, drei Speicherschächten und
eine Pumpenanlage errichtet.
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Die bestehenden Wasserableitungen wurden im wesentlichen belassen, nur im
Mundlochbereich wurden Maßnahmen getroffen, die eine weitere Nutzung des
Bergwassers für den neuen Bergbau erlauben.
Autoren:
DI Nikolaus Auerböck
(Rio Tinto Minerals, Austria – Naintsch Mineralwerke GmbH, Weißkirchen)
Dr. Franz Riepler
(GWU Geologie-Wasser-Umwelt GmbH, Salzburg)
Salzburg / Weißkirchen, 28.09.2009
Seite 11 / 12
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