Imhotep - Heinz G. Klug

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Imhotep
Circa 2650 - 2600
Imhotep war der erste namentlich bekannte Architekt und Baumeister der Geschichte. Er entwickelte den monumentalen
Steinbau. Nach seinem Tode wurde er Gegenstand von Legenden und kultischer Verehrung.
Es gibt keine zeitnahe Darstellung von Imhotep. In der Porträtmontage wurde ein
Kopf verwendet, der sich heute im Imhotep-Museum in Sakkara befindet.
20 km südlich von Kairo liegt am westlichen Nilufer in der Wüste
die Totenstadt von Sakkara. Bereits während der 1. Dynastie
war sie Begräbnisstätte, bis in die ptolemäische Zeit wurde sie
benutzt. Sakkara war die Nekropole der Hauptstadt Memphis,
Pharaonen, hohe Würdenträger, Beamte wurden hier bestattet.
Man findet dort Mastabas und Pyramiden, Grabschächte und
Galeriegräber.
Der nördliche Teil der Nekropole wird beherrscht von der großen Stufenpyramide des Pharao Djoser. Sie liegt im Inneren eines Grabbezirkes von 545x278m. Der Baumeister ist der erste
namentlich bekannte Architekt und Baumeister überhaupt: Imhotep. Sein Name findet sich auf der Basis einer nicht erhaltenen Statue zusammen mit mehreren schwer deutbaren Titeln
(linker Bereich, in der Mitte steht „Die beiden Brüder des Königs
von Unterägypten“ - Deutung unklar):
Chasechemui, der letzte Pharao der 2.Dynastie, hatte um 2740
v.Chr. Ober- und Unterägypten vereinigt und damit die Grundlage für die lange stabile Periode des Alten Reiches gelegt. Seinem Wunsche folgend richtete sein Sohn Djoser (3. Dynastie)
die Bestattung in der Nekropole von Abydos aus, wo die
Grabanlage nicht ganz rechtzeitig fertig geworden war. Mit seiner Umfassungsmauer ist der Komplex ein schlichter Vorläufer
dessen, den sich der Sohn bauen ließ.
Erste Sorge jedes Pharaos nach der
Thronbesteigung war stets die Vorsorge
für das Weiterleben nach dem Tod. Sogleich wurde mit dem Bau eines Grabes
begonnen. Die Oberaufsicht über die Arbeiten erteilte Pharao Djoser seinem
überaus vielseitig kundigen, tatkräftigen
Wesir Imhotep. Unter Djoser (links) erfuhr der Sonnenkult einen starken Aufschwung, er diente gleichzeitig dazu den
Status des Pharao zu erhöhen. Der Pharao wurde zum „lebenden Horus auf der
Erde“, gleichrangig mit der Sonne selbst zu verehren; das
drückte sich im Bau der Pyramide aus.
Imhotep plante groß. Die ganze Anlage umgab ein 40m breiter
Graben, sein Aushub wurde beim Verfüllen der Pyramide verwendet. Der eigentliche Grabbezirk wurde mit einer 1645 m langen und 10,5 m hohen Mauer umgeben. Außen und innen
zeigte sie sauberes Kalksteinmauerwerk, dazwischen war loses Mauerwerk. Die Außenfront war durch Bastionen gegliedert,
dazu kamen 14 Scheintore und das einzige echte an der Südostecke.
Imhotep errichtete die Anlage nicht in einem Zuge, vielmehr
wurde sie schrittweise ergänzt und ausgebaut. Es gab reichlich
Platz für viele einzelne kleinere Bauwerke. So gibt es im Südhof
ein kleines, aber sehr sauber gebautes Grab, wohl ein provisorisches Grab für den Fall eines vorzeitigen Todes des Pharaos.
Dort im Hof gab es auch Altäre und einen kleinen Tempel.
Wichtig war der Sed-Fest-Hof: Der Pharao sollte auch nach seinem Tode das Sed-Fest feiern können, dessen jährliches Zeremoniell die Regierungsfähigkeit des Herrschers zeigen sollte.
Die Kapellen des Sed-Hofes sind in Scheinarchitektur ausgeführt, die Gebäude waren symbolisch, nicht funktionsfähig.
Nördlich der Pyramide entstand ein großer Totentempel; Imhotep hatte ihn eigentlich weiter südlich gebaut, musste ihn aber
verlegen als die Pyramide heranwuchs. Als Besonderheit ließ
Imhotep einen Serdab errichten, eine
kleine geschlossene Kammer in der sich
eine lebensgroße Statue des Pharaos befand. Durch zwei kleine Löcher konnte er
die im Hof ablaufenden Rituale beobachten.
Im Westen entstanden unter einem massiven Überbau Galerien mit langen Gängen und über 400 Kammern. Sie sollten als Lagermagazine dienen; weitere Kornmagazine finden sich im Nordhof.
Alles aber überragte die Grabpyramide. Sie entstand in mehreren Phasen, wuchs im Grundriss (121x109m) und der Zahl der
Stufen (6) bis sie eine Höhe von 62,5 m erreichte. Äußerlich
zeigte sie sauberes Kalksteinmauerwerk, zur Erhöhung der Stabilität um 17° nach innen geneigt. Unter der Pyramide findet sich
neben der Grabkammer am Fuße eines Schachtes ein Labyrinth von Galerien und Gängen, teilweise mit blaugrünen Kacheln verkleidet. Auf den Stufen der Pyramide konnte der tote
Pharao emporsteigen und sich mit dem Sonnengott vereinigen,
andererseits konnte der Sonnengott zur Erde herabsteigen.
Der Grabkomplex des Pharao Djoser ist nicht der erste Steinbau
Ägyptens: In seiner Nähe findet sich ein große steinerne Umfassungsmauer (Gisr el-Mudir) heute unbekannten Zweckes;
aber der Komplex den Imhotep für Djoser baute, war der erste
monumentale Steinbau. Imphotep entwickelte dazu neue architektonische Formen, verwendete Säulen, gliederte seine Bauwerke zeitlos harmonisch. Vielfach griff er in der Formgebung
imitierend auf die früheren Holzbauwerke zurück.
Als Pharao Djoser starb und Sohn Sechemchet (Djoserti) die
Regierung übernahm, wurde Imhotep wieder mit der Errichtung
einer Grabanlage beauftragt. Aber der neue Pharao starb nach
nur 5 Jahren, die geplante Pyramide kam nicht über die erste
Stufe (115x115m) hinaus.
Imhotep legte auch für sich selbst ein Grab in Sakkara an, aber
es wurde nie gefunden.
Imhoteps Wirken als Wesir beschränkte sich nicht auf die Nekropole. Als zur Zeit Djosers die Nilflut mehrere Jahre ausblieb,
soll Imhotep herausgefunden haben, dass der Nil bei Elephantine entspringt, er soll Djoser veranlasst haben dem Nilgott
Chnum in Unternubien ein Gebiet zu schenken und damit der
Not ein Ende zu bereiten. Nach anderen Quellen soll er Kanäle
angelegt haben derart, dass auch bei niedrigem Nilstand die
Felder bewässert werden konnten. Hier vermischt sich offenbar
Geschichte und Legende.
Denn Imhotep wurde nach seinem Tod zu einer mythologischen
Gestalt. Er wurde zum großen Weisen und Magier. Man schrieb
ihm die Erfindung der Hieroglyphenschrift zu, die Erfindung des
ägyptischen Kalenders. Im Neuen Reich opferten die Schreiber
ihm einen Tropfen Tinte bevor sie ein Schriftstück begannen.
Er wurde auch als großer Arzt
verehrt, ihm wurde das Original
des Papyrus Edwin-Smith zugeschrieben, eines umfangreichen
Werkes über die Medizin im
Pharaonenreich. Es entstand ein
richtiger Kult um ihn, der besonders in der griechisch-römischen
Zeit blühte. Kranke wallfahrten zu seinen Tempeln. Obwohl
zweifelsohne ein Irdischer, wurde er als Sohn des Schöpfergottes Ptah verehrt.
Es gibt von Imhotep keine zeitnahe Darstellung, alle späteren
sind stark stilisiert.
Materialquellen
Montage
Kopf
befforeitsnews.com Kopf im Imhotep-Museum Sakkara
Szenerie Sakkara
nach wikipedia
Bilder im Text
Luftbild Sakkara
Wikipedia Aufnahme R. Thiele
Statuenfuß
s3.amazonaws.com
Laufender Djoser
Wikipedia
Übersicht
Wikipedia - Zeichnung Monnier Franck
Eingangsbereich
wikipedia Foto Berthold Werner
Serdap Djoser
Wikipedia
Pyramide
Wikipedia Foto Olaf Tausch
Unter der Pyramide
Wikipedia - Zeichnung Monnier Franck
Säulengang
Wikipedia
Tempel
Wikipedia
Kapelle
Wikipedia – Foto Akash Dhah
Papyrus
wikipedia Foto Jeff Dahl
Hieroglyphe
Wikipedia
Kupferstatue
puffin.creighton.edu
Sitzstatue
common.wikimedis.org
Hieroglyphe
de.wikipedia.org
Text
de.wikipedia: Imhotep; Liste der Pharaonen;Serdap;Chasechemui;Djoser;Djoserti Sechemchet); Ptah:Sakkara;Djoser-Pyramide
en.wikipedia: Imhotep
BBC History: Imhotep
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