1 Bedeutung in Semantik und Pragmatik

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1 Bedeutung in Semantik und Pragmatik
1
Bedeutung in Semantik und
Pragmatik
1.1
Bedeutung und Sprache
1.2
Semantik vs. Pragmatik
1.1
Bedeutung und Sprache
1.1.1
Natürliche vs. nicht-natürliche Bedeutung
Die Ausdrücke bedeuten und Bedeutung sind mehrdeutig und
werden in unterschiedlichen Zusammenhängen verwendet.
Beispiele:
(1) Dunkle Wolken bedeuten Regen.
1.3
Die Natur von Bedeutungen
(2) bedeutet, dass ein Ordner geöffnet ist.
1.4
Grundrichtungen der Semantik
(3) Diese fünf Sterne bedeuten ein First Class Hotel.
(4) Das Ertönen einer Klingel im Bus bedeutet, dass der Fahrer
die Türen schließt.
(5) Der Satz „Hans ist ein Junggeselle“ bedeutet, dass Hans
ein unverheirateter Mann ist.
(6) Das Winken des Polizisten bedeutet, dass die Autos wieder
schneller fahren dürfen.
(7) Wenn ich „Es zieht“ sage, bedeutet das, dass du die Tür
schließen sollst.
(8) Maria bedeutet Hans, das Zimmer zu verlassen.
Anzeichen, Bilder, Symbole, Ausdrücke, Handlungen
etc. können etwas bedeuten und damit eine Bedeutung
haben.
Johannes Dölling: Semantik und Pragmatik. Institut für Linguistik, Universität Leipzig.
Johannes Dölling: Semantik und Pragmatik. Institut für Linguistik, Universität Leipzig.
1 Bedeutung in Semantik und Pragmatik
1 Bedeutung in Semantik und Pragmatik
Der Philosoph und Logiker Charles S. Peirce (1839 - 1914)
unterscheidet zwischen drei Arten von Zeichen:
Der Sprachphilosoph H. Paul Grice (1957, 1969) unterscheidet
zwei grundlegende Verwendungsweisen des Ausdrucks meaning
bzw. Bedeutung:
• Ein Index bedeutet etwas, indem es über einer Beziehung
der Kontiguität (‚Zusammengehörigkeit’) für das mit ihm
Angezeigte steht.
Beispiele:
Rauch
Wegweiser
(1)
für
für
Feuer
eine Richtung
ƒ X ist ein Symptom für Y.
• Ein Ikon bedeutet etwas, indem es über eine Beziehung der
Ähnlichkeit für das mit ihm Bezeichnete steht.
Beispiele:
Miau
(2)
für
für
ein Telefon
eine Katze
• Ein Symbol bedeutet etwas, indem es gemäß einer
Konvention für das mit ihm Bezeichnete steht.
Beispiele:
∅
Katze
(3) – (5)
• Eine natürliche Bedeutung (‚meaningN’) liegt vor, wenn
ein bestimmter naturgesetzlicher Zusammenhang zwischen
Sachverhalten X und Y derart besteht, dass Y in der Regel
eine Folge von X ist.
für
für
die leere Menge
eine Katze
Der Linguist Ferdinand de Saussure (1916) nimmt an, dass ein
sprachliches Zeichen eine arbiträre, rein konventionelle Einheit
von Ausdruck (Form) und Bedeutung (Inhalt) ist.
Ausdruck
Beispiel:
(1)
• Eine nicht-natürliche Bedeutung (‚meaningNN’) liegt vor,
wenn Personen die Intention (Absicht) I haben, durch eine
Handlung H bei anderen Personen einen bestimmten Informationseffekt zu erzielen.
ƒ H ist ein Signal für I.
ƒ H gehorcht in der Regel einer Konvention über zulässiges soziales Verhalten.
Beispiele:
(4), (6) – (8)
Linguistisch relevant sind solche nicht-natürlichen Bedeutungen,
die mit sprachlichen Formen (und deren Materialisierung durch
Schallwellen, Druckerschwärze etc.) realisiert werden.
Beispiel:
(7)
Bedeutung
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1.1.2
Bedeuten vs. meinen
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Ausdrucksbedeutung
Nach Grice muss zwischen zwei Aspekten der (nicht-natürlichen) Bedeutung im Bereich der Sprache unterschieden werden:
Ausdruck
• Ausdrücke als sprachliche Zeichen können etwas bedeuten.
Es zieht.
ª
expression meaning (‚what is said’, Ausdrucksbedeutung)
• Personen, die Ausdrücke benutzen, können mit ihnen etwas
meinen.
ª
speaker’s meaning (‚what is meant’, Sprecherbedeutung)
bedeutet
bezeichnet
>Hier
besteht Durchzug.<
repräsentiert
Bedeutung
Angenommen, eine Sprecherin S macht eine Äußerung u gegenüber einer Adressatin A. Für eine solche Kommunikationssituation gilt:
• Der Ausdruck u bedeutet etwas (hat einen Inhalt) und kann
dadurch einen bestimmten Sachverhalt bezeichnen.
• Die Sprecherin S meint mit u etwas, d.h. S verfolgt mit dem
Gebrauch von u eine bestimmte Intention (bezweckt etwas)
gegenüber A.
Beispiel:
S äußert zu A: Es zieht. Der Satz bedeutet, dass hier
Durchzug besteht.
Sachverhalt
Semiotisches Dreieck nach Ogden & Richards (1923)
Sprecherbedeutung
>Ich
fordere
dich auf, die
Tür zu
schließen.<
Es zieht.
/
meint
.
S kann mit der Äußerung eine Aufforderung an A meinen
und dabei bezwecken, dass A die Tür schließt.
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1.2
Semantik vs. Pragmatik
Semantik und Pragmatik sind linguistische Disziplinen, die sich
beide mit Bedeutung befassen. Für welche Aspekte sie sich
dabei jeweils genau interessieren und wo die Grenzlinie
zwischen ihnen zu ziehen ist, wird kontrovers diskutiert.
Der Philosoph Charles W. Morris (1938) unterscheidet drei
Zweige der Semiotik als allgemeiner Zeichentheorie:
• Die Syntax untersucht die formalen Beziehungen zwischen
Zeichen.
• Die Semantik untersucht die Beziehungen von Zeichen zum
Bezeichneten.
• Die Pragmatik untersucht die Beziehungen von Zeichen
zum Zeichenbenutzer.
Grice trifft folgende Unterscheidung:
• Die Semantik untersucht das mit einer Äußerung Gesagte –
die Ausdrucksbedeutung.
• Die Pragmatik untersucht das von der Sprecherin mit der
Äußerung Gemeinte – die Sprecherbedeutung.
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1 Bedeutung in Semantik und Pragmatik
Manche Forscher lehnen eine Trennung von Semantik und
Pragmatik überhaupt ab oder reduzieren eine der beiden Disziplinen auf die jeweils andere.
Unsere Annahmen:
Die Semantik untersucht die Bedeutung von einfachen
und komplexen Ausdrücken.
Die Pragmatik untersucht den zweckbestimmten Gebrauch solcher Ausdrücke.
Sprache als Kenntnissystem
Die Linguistik rekonstruiert das (im Wesentlichen implizite) Wissen, über das Menschen verfügen, wenn sie eine
natürliche Sprache beherrschen.
Die Semantik rekonstruiert das Wissen, das sich auf die
Bedeutung von einfachen und komplexen Ausdrücken als
Bestandteilen des Sprachsystems bezieht.
Die Pragmatik rekonstruiert das Wissen, das dem
zweckbestimmten Gebrauch solcher Ausdrücke in konkreten Äußerungskontexten und Kommunikationssituationen zugrunde liegt.
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1.3
Die Natur von Bedeutungen
Bedeutungen können nicht beobachtet werden. Wir haben keinen
direkten Zugang zu ihnen.
?
Was sind Bedeutungen?
Seit Platon (427-347, Kratylos) wird diese Frage in Philosophie,
Psychologie und Linguistik sehr unterschiedlich beantwortet. Oft
wird überhaupt bezweifelt, dass es Bedeutungen gibt oder dass
man sie wissenschaftlich erforschen kann.
1.3.1
Bedeutung als bezeichnetes Objekt
In einem naiv-realistischen Verständnis sind Bedeutungen die
Objekte, die mit den jeweiligen Ausdrücken bezeichnet werden.
Mit dieser Herangehensweise gibt es einige Schwierigkeiten:
• Ändert sich die Bedeutung eines Eigennamens wie Noam
Chomsky, wenn sich das bezeichnete Objekt ändert?
• Welche Bedeutung haben Ausdrücke, bei denen die
bezeichneten Objekte nicht existieren (z.B. Pegasus, der
Weihnachtsmann, das runde Quadrat usw.)?
• Welche Bedeutung haben Ausdrücke, für die es gar keine
Objekte im eigentlichen Sinne gibt (z.B. und, nicht, obwohl,
vielleicht usw.)?
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1.3.2
Bedeutung als Konzept
Eine lange Tradition hat das mentalistische Herangehen, bei
dem Bedeutungen als Konzepte (oder andere mentalen Strukturen) im menschlichen Geist verstanden werden, die mit den
Ausdrücken verbunden sind.
Einflussreiche neuere Vertreter sind der Philosoph und Psychologe Jerry A. Fodor (1975, 1979) und der Psychologe Philip
Johnson-Laird (1983).
• Der menschliche Geist verfügt über die Fähigkeit, Konzepte
als mentale Repräsentationen (oder mentale Modelle) der
umgebenden Welt zu erzeugen.
• Die Erzeugung dieser Konzepte erfolgt in enger Verbindung mit Operationen der Perzeption und anderen kognitiven Operationen.
• Die Konzepte können mit sprachlichen Mitteln ausgedrückt und kommuniziert werden. Sie sind damit Vermittler
in der Beziehung zwischen Sprache und Welt.
Sprache
Konzepte
Welt
Das Herangehen wird auch als kognitivistisches (oder repräsentationales) Verständnis der Bedeutung bezeichnet.
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1.3.3
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Bedeutung als innersprachliches Beziehungsgeflecht
1.3.5
Bedeutung als Gebrauch
Nach dem strukturellen Verständnis (de Saussure, 1857-1913;
Louis Hjelmslev, 1936) ist Bedeutung ein mentales Phänomen,
das ohne Bezug auf Außersprachliches erklärt werden kann.
Ein weiterer Versuch, die Annahme von Bedeutungen als
eigenständigen mentalen Entitäten zu überwinden, ist deren
gebrauchstheoretisches Verständnis.
Genauer wird die Bedeutung von Ausdrücken und dabei insbesondere von Lexemen mit der Gesamtheit der Bedeutungsbeziehungen identifiziert, die zwischen ihnen im jeweiligen
Sprachsystem bestehen.
Der Philosoph Ludwig Wittgenstein (1953) erklärt:
„Die Bedeutung eines Wortes ist sein Gebrauch in der Sprache.“
1.3.6
1.3.4
Bedeutung als beobachtbare Verhaltensweise
Eine antimentalistische Haltung liegt dem behavioristischen
Herangehen des Psychologen B. Frederic Skinner (1957) (und
des Linguisten Leonard Bloomfield, 1887-1949) zugrunde:
• Die Annahme von nicht beobachtbaren mentalen Phänomenen ist generell unbegründet.
• Bedeutungen lassen sich mit dem Verhalten erklären, das A
nach einer Äußerung von S zeigt.
Beispiel:
Komm her!
S
Das konnektionistische Verständnis innerhalb der Neuroinformatik betrachtet Bedeutungen als Strukturen in neuralen Netzwerken, mit denen Prozesse im menschlichen Gehirn modelliert
werden.
Im neuropsychologischen Herangehen werden moderne empirische Untersuchungsmethoden wie
• PET (Positron Emission Tomography),
• fMRI (functional Magnetic Resonance Imaging) und
• ERP (Event-Related Potentials)
‚black box’
Stimulus
Bedeutung als Gehirnzustand
Reaktion
A
Wenn A zu S geht, kann gefolgert
werden , dass A die Bedeutung von
Komm her! kennt.
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verwendet, um die zunächst nur hypothetisch vorausgesetzten
mentalen Bedeutungen mit physikalischen Gehirnzuständen zu
korrelieren.
Eine Schwierigkeit ist, dass die bisherigen Ergebnisse zu ‚grobkörnig’ sind, um sie eindeutig der Bedeutungsebene von Ausdrücken zuordnen zu können.
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1.3.7
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Bedeutung als Beziehung zur Welt
Diese Bedeutungsauffassung wurde explizit vom frühen Ludwig
Wittgenstein (1922) formuliert:
Referenzielle (oder denotationale) Theorien der Bedeutung
fokussieren auf den unmittelbaren Zusammenhang der Sprache
mit der von ihr reflektierten Welt und wollen so die Annahme
von mentalen Bedeutungen umgehen.
Bedeutung wird letztlich auf die Beziehung der Referenz, d.h.
auf den konkreten Bezug von Ausdrücken auf Gegenstände in
der Welt zurückgeführt.
„Einen Satz verstehen, heißt, wissen, was der Fall ist, wenn er
wahr ist. (Man kann ihn also verstehen, ohne zu wissen, ob er
wahr ist.)“
?
Morgen um 11.00 Uhr wird es am Brandenburger Tor in
Berlin regnen.
Deshalb wird auch von einem realistischen Verständnis der
Bedeutung gesprochen.
Sprache
Welt
Können wir die Bedeutung des folgenden Satzes kennen?
Für die Kenntnis der Bedeutung eines Satzes ist es nicht
notwendig, aber auch nicht hinreichend, dass wir wissen, ob der
Satz in einer konkreten Situation wahr oder falsch ist.
Bedeutung
?
Was unterscheidet eine solche Herangehensweise von der
naiv-realistischen Sicht auf Bedeutungen?
Nach der Bedeutungskonzeption, die von den logischen Untersuchungen des Mathematikers und Philosophen Gottlob Frege
(1892) ausgeht, lässt sich der Begriff der Satzbedeutung auf den
einfacheren Begriff der Wahrheit zurückführen.
Dagegen ist es notwendig und hinreichend, dass wir wissen, wie
eine Situation (oder mögliche Welt) auszusehen hat, damit der
Satz in ihr wahr ist.
?
Gib die Wahrheitsbedingungen des obigen Satzes an.
Die meisten Anhänger des warheitskonditionalen Verständnisses
haben eine explizit antimentalistische Grundhaltung (Hilary
Putnam, 1975: „Meanings are not in the head.“)
Die Bedeutung eines Satzes wird mit seinen Wahrheitsbedingungen, d.h. den Bedingungen, unter denen er wahr ist, identifiziert. Die Bedeutung seiner Teilausdrücke ist der Beitrag, den
sie zu diesen leisten.
Diese Haltung geht bereits auf Frege zurück – bedingt auch
durch den niedrigen Entwicklungsstand der Psychologie zu
seiner Zeit.
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1.4
Grundrichtungen der Semantik
Es lassen sich drei Grundrichtungen der gegenwärtigen Semantik unterscheiden:
• Strukturalistische Semantik
• Formale Semantik
• Kognitive Semantik
Die formale Semantik − als eine Form von referenzieller
Semantik − ist aus der Semantikauffassung der mathematischen
Logik (Alfred Tarski, 1935) hervorgegangen.
Zu ihren Begründern gehören die Mathematiker und Philosophen Richard Montague (1970), David Lewis (1970) und Max
Cresswell (1973).
Die formale Semantik legt ihren Untersuchungen ein wahrheitskonditionales Verständnis von Bedeutung zugrunde und stellt
Bedeutungsverhältnisse mit Hilfe von mengentheoretischen
Modellen möglicher Welten dar.
Sie wird auch als wahrheitskonditionale, modelltheoretische
oder Mögliche-Welten-Semantik bezeichnet.
Das Forschungsprogramm der formalen Semantik war bisher vor
allem im Bereich der Satzsemantik sehr erfolgreich.
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Die kognitive Semantik ist unter dem Einfluss der Kognitionswissenschaft entstanden.
Ihre Vorläufer sind die interpretative Semantik (Jerrold J. Katz
& Jerry A. Fodor, 1964) und die generative Semantik (George
Lakoff, 1963/1976; James D. McCawley, 1973), die beide innerhalb der generativen Linguistik angesiedelt sind.
Die kognitive Semantik setzt ein mentalistisches Verständnis
von Bedeutung voraus und betrachtet Bedeutungswissen als
einen integralen Teil der allgemeinen Kognition.
Gegenwärtig gibt es vor allem zwei Varianten dieser Richtung:
• Kognitive Semantik im engeren Sinne (George Lakoff,
1987; Mark Johnson, 1987; Leonard Talmy, 2000)
• Konzeptuelle Semantik (Ray Jackendoff 1983, 2002)
Wesentlich älter als die bisher genannten Richtungen und bis in
die 70er Jahre hinein am einflussreichsten ist die strukturalistische Semantik.
Sie ist einem strukturellen Bedeutungsverständnis verpflichtet
und befasst sich deshalb vor allem mit den Bedeutungsbeziehungen zwischen Ausdrücken (Jost Trier, 1931; John Lyons,
1977; Alan Cruse, 1986). Spezielle Entwicklungen sind die
Wortfeldtheorie und die Merkmalssemantik.
Hauptuntersuchungsgebiet der strukturalistischen und der kognitiven Richtung ist die lexikalische Semantik.
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1 Bedeutung in Semantik und Pragmatik
Die verschiedenen Richtungen der Semantik sind in der Regel
mit einem jeweils eigenen Verständnis der Pragmatik und ihrer
Beziehung zur Semantik verbunden.
• Die formale Semantik strebt die parallele Entwicklung einer
formalen Pragmatik an.
• Die kognitive Semantik i.e.S. lehnt eine Unterscheidung
von Semantik und Pragmatik ab und versteht sich stattdessen als pragmatisch orientiert.
Unsere Annahmen:
• Wahrheitskonditionale, mentalistische und strukturelle Herangehen in der Semantik schließen sich
nicht aus, sondern ergänzen einander.
• Bedeutungen sind Konzepte, bei deren Analyse die
wahrheitskonditionale Methode erfolgreich angewandt werden kann.
• Semantik und Pragmatik bilden zwei eigenständige
Bereiche der linguistischen Untersuchung von
Bedeutungen.
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Lektüre
Saeed:
1
Zusatz:
Jaszczolt:
Meibauer et al.:
Portner:
1.1, 1.2
5.1.4
1
Cresswell, M. (1973): Logics and Languages.
Cruse, A. (1986): Lexical Semantics.
Frege, G. (1892): Über Sinn und Bedeutung.
Fodor, J. A. (1975): The Language of Thought.
Fodor, J. A. (1979): Representations: Essays on the Foundations
of Cognitive Science.
Grice, H. P. (1957): Meaning.
Grice, H. P. (1969): Utterer's Meaning and Intention.
Hjelmslev, L. (1936): An Outline of Glossematics.
Jackendoff, R. (1983): Semantics and Cognition.
Jackendoff, R. (2002): Foundations of Language: Brain,
Meaning, Grammar, Evolution.
Johnson, M. (1987): The Body in the Mind: The Bodily Basis of
Meaning, Imagination, and Reason.
Johnson-Laird, Ph. (1983): Mental Models.
Katz, J. J. & Fodor, J. A. (1964): The Structure of Language:
Readings in the Philosophy of Language.
Lakoff, G. (1963/1976): Toward Generative Semantics.
Lakoff, G. (1987): Women, fire, and dangerous things: What
categories reveal about the mind.
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Lewis, D. (1970): General Semantics.
Lyons, J. (1977): Semantics.
McCawley, J. D. (1973): Grammar and Meaning. Papers on
syntactic and semantic topics.
Montague, R. (1970): English as a Formal Language.
Morris, Ch. W. (1938): Foundations of the Theory of Signs.
Ogden, C.K. & Richards, I.A. (1923): The Meaning of Meaning:
A Study of the Influence of Language Upon Thought and of
the Science of Symbolism.
Putnam, H. W. (1975): The Meaning of ‘Meaning’.
de Saussure, F. (1916): Cours de linguistique générale.
Skinner, B. F. (1957): Verbal Behavior.
Talmy, L. (2000): Toward a Cognitive Semantics.
Tarski, A. (1935): Der Wahrheitsbegriff in den formalisierten
Sprachen.
Trier, J. (1931): Der deutsche Wortschatz im Sinnbezirk des
Verstandes.
Wittgenstein, L. (1922): Tractatus logico-philosophicus.
Wittgenstein, L. (1953): Philosophische Untersuchungen.
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