Stillen – ein guter Beginn Information für Mütter und Väter Impressum Herausgeber, Medieninhaber und Hersteller: Bundesministerium für Gesundheit, Sektion III, Radetzkystraße 2, 1030 Wien Für den Inhalt verantwortlich: Doz.Dr. Pamela Rendi-Wagner, Leiterin der Sektion III 12w. überarbeitete Auflage 2012 Redaktionsteam: Brigitte Haferl, Bundesministerium für Gesundheit Anne-Marie Kern, Still- und Laktationsberaterin, IBCLC, Biedermannsdorf Dr. Beate Pietschnig, MA 15, IBCLC, Mitglied der Ernährungskommission der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde Für wertvolle Anregungen danken wir Frau Dr. Birgit Streiter, IBCLC Bilder zur Verfügung gestellt von: Österr. Hebammengremium; Frau Sabine Teufel, La Leche Liga, VSLÖ, © www.karlgrabherr.at Außerdem: ©Ana Blazic Pavlovic, ©Vinicius Tupinamba, ©Tatyana Gladskih - alle Fotolia.com Druck: Kopierstelle des BMG, Radetzkystraße 2, 1030 Wien Bestellmöglichkeiten: Telefon: +43-0810/81 81 64 Internet:http://www.bmg.gv.at ISBN 3-900019-08-8 Diese Broschüre ist kostenlos beim Bundesministerium für Gesundheit, Radetzkystraße 2, 1030 Wien, erhältlich. Alle Rechte vorbehalten, jede Verwertung (auch auszugsweise) ist ohne schriftliche Zustimmung des Medieninhabers unzulässig. Sehr geschätzte Leserinnen und Leser! Schwangerschaft und Geburt eines Kindes bringen viele Veränderungen und neue Erfahrungen mit sich. Wenn Sie sich während der Schwangerschaft auf die neue Lebenssituation vorbereiten, werden Sie sich vielleicht auch darüber Gedanken machen, wie Sie Ihr Baby ernähren wollen. Die einfachste und natürlichste Art, Ihr Baby zu ernähren, ist das Stillen. Darauf hat sich Ihr Körper während der Schwangerschaft bereits vorbereitet. Die Ernährung mit Muttermilch hat viele positive Auswirkungen auf Ihre Gesundheit und auf die Gesundheit Ihres Kindes. Durch die Nähe und den Körperkontakt beim Stillen wird außerdem die Mutter-Kind-Beziehung sehr gefördert. Diese Broschüre soll Frauen, die stillen wollen oder in ihrer Entscheidung noch unsicher sind, in ihrem Entschluss bestärken, dass Stillen der richtige Weg ist. Stillen ist für junge Mütter etwas Neues; es kann daher vorkommen, dass sich anfängliche Schwierigkeiten einstellen. Wir wollen Ihnen mit diesem Ratgeber erste Hilfestellung bei auftretenden Unklarheiten sowie wichtige Informationen über das Stillen bieten. Bei weiteren Fragen wenden Sie sich an Ihre Hebamme, Ihre Ärztin/Ihren Arzt, eine Mutterberatung oder an eine der hier angeführten Kontaktadressen. Viel Freude mit Ihrem Baby wünscht Ihnen Ihr Alois Stöger Bundesminister für Gesundheit Inhalt Was für das Stillen spricht.................................................................................... 5 Vorteile für das Kind............................................................................................. 5 Vorteile für die Mutter.......................................................................................... 5 Stillen – ein guter Beginn...................................................................................... 5 Glauben Sie nicht alles ......................................................................................... 6 Vorbereitung auf das Stillen in der Schwangerschaft............................................ 7 Die Brust in der Schwangerschaft......................................................................... 7 Das Baby ist da – die Stillzeit beginnt.................................................................... 8 Der Beginn ........................................................................................................ 8 Auch Stillen will gelernt sein............................................................................... 10 Wie stillt man richtig?......................................................................................... 10 Stilltechnik ...................................................................................................... 10 Ende der Stillmahlzeit......................................................................................... 12 Aufstoßen ...................................................................................................... 13 Nach dem Stillen................................................................................................. 13 Noch drei Hinweise............................................................................................. 13 Die Pflege der Brust während der Stillzeit.......................................................... 14 Wenn die Milch einschießt................................................................................. 14 Stillen zu Hause.................................................................................................. 15 Die Stillzeiten...................................................................................................... 15 Bekommt mein Kind genug?............................................................................... 16 Der Stuhlgang des gestillten Kindes.................................................................... 16 Sind Nachtmahlzeiten notwendig?..................................................................... 17 Schlafen ...................................................................................................... 17 Richtig essen in der Stillzeit................................................................................ 17 Braucht ein gestilltes Baby Tee?......................................................................... 17 Wenn Sie zu einer Stillmahlzeit nicht bei Ihrem Baby sein können.................... 18 Schadstoffe in der Muttermilch?........................................................................ 18 Stilldauer ...................................................................................................... 19 Berufstätigkeit und Stillen................................................................................... 19 Muttermilch und Beikost.................................................................................... 19 Abstillen............................................................................................................. 20 Wann ist es Zeit, abzustillen?.............................................................................. 20 Von der Brust zur festen Nahrung...................................................................... 21 Probleme beim Stillen – was tun?....................................................................... 22 Stillen in schwierigen Situationen........................................................................ 26 Wenn Sie nicht stillen können............................................................................. 26 Informationsmöglichkeiten................................................................................. 27 Empfehlenswerte Bücher (Auswahl)................................................................... 34 Was für das Stillen spricht Mutter. ·· Durch das Saugen an der Brust wird eine optimale Ausbildung des Kiefers und der Mundmuskulatur erreicht. Das fördert die Sprachentwicklung und es kommt zu weniger Zahnfehlstellungen. Vorteile für das Kind Vorteile für die Mutter Warum raten Ärzte zum Stillen und warum entscheiden sich Frauen dafür? Ihr Körperhaushalt stellt sich schneller wieder um, wenn Sie stillen: Die Gebärmutter, die sich während der Schwangerschaft vergrößert hat, nimmt früher wieder ihre ursprüngliche Größe an. Was Sie an Gewicht zugesetzt haben, wird beim Stillen wieder abgebaut. Außerdem ist Muttermilch eine kostenlose Babynahrung. Die Antwort lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Muttermilch stellt die optimale Ernährung für Ihr Baby dar. Ihre Milch verändert sich während der Stillperiode, je nachdem, welche Nährstoffe Ihr Baby gerade braucht. Die Stillhormone wirken entspannend und helfen Ihnen somit, die oft aufregende Zeit mit dem Baby besser zu meistern. Muttermilch • enthält alle Nährstoffe, die Ihr Baby für seine gesunde Entwicklung braucht, • ist gut verträglich und leicht verdaulich, • enthält Abwehrstoffe, die Ihr Baby vor Infektionen schützen, • hat immer die richtige Temperatur, • ist immer sauber und keimarm, • enthält kein fremdes Eiweiß und schützt so Ihr Baby vor Allergien, • ist jederzeit verfügbar. • Stillen fördert die Entwicklung: ·· Beim Stillen werden alle fünf Sinne des Babys angeregt. Es sieht, spürt, hört, riecht und schmeckt die Stillen – ein guter Beginn Durch das Stillen bieten Sie Ihrem Baby einen guten Start ins Leben. In seinen ersten Lebensmonaten ist es ganz besonders auf Ihre Nähe und Zuwendung angewiesen. Beim Stillen erlebt es Wärme und Geborgenheit, Behaglichkeit und die beruhigende Nähe der Mutter. 5 Glauben Sie nicht alles ... nicht, die Flüssigkeitszufuhr bewusst einzuschränken oder extreme Mengen zu trinken. Wasser, Mineralwasser, Säfte und Früchtetees sind geeignet. Ca. ½ Liter Milch (oder Milchprodukte) pro Tag ist empfehlenswert - wenn Sie Appetit darauf haben und Milch gut vertragen. Bei Kaffee und Schwarztee können Sie bis zu 2 Tassen pro Tag ohne Bedenken trinken. Alkoholische Getränke sollten Sie in der Schwangerschaft und Stillzeit soweit wie möglich meiden. Auf „harte Getränke“ sollten Sie verzichten. Auch heute noch werden allerlei Ammenmärchen rund um das Stillen erzählt. Zum Beispiel: „Frauen mit kleiner Brust können nicht stillen.“ Die Größe der Brust hängt von der Menge des Fettgewebes ab und hat daher nichts mit dem Stillen zu tun. Die Milchdrüsen der Brust werden während der Schwangerschaft größer und bereiten sich auf das Stillen vor. Sobald Sie abgestillt haben, verkleinert sich die Brust wieder. „Stillende Frauen müssen auf viele Lieblingsspeisen verzichten.“ Stillende Mütter brauchen eine ausgewogene Mischkost, in der alle Nahrungsmittelgruppen vertreten sind. Sollten Sie den Eindruck haben, dass Ihr Baby auf ein Nahrungsmittel empfindsam reagiert, lassen Sie dieses Nahrungsmittel einige Tage weg. Versuchen Sie es dann langsam wieder einzuführen und beobachten Sie, wie Ihr Baby reagiert. „Vom Stillen wird die Brust schlaff und unansehnlich.“ Es gibt keine Hinweise darauf, dass sich die Brust durch das Stillen auf Dauer verändert. Schlaff wird die Brust dann, wenn das Bindegewebe überdehnt wird. Das kann bei großen und schweren Brüsten auch vorkommen, wenn Sie nicht stillen. Sie sollten in diesem Fall – besonders während der Schwangerschaft und Stillzeit – einen gut sitzenden Büstenhalter tragen. „Die Mutter muss viel Milch oder ‚Nähr’-Bier trinken, damit sie genug Milch hat.“ Trinken Sie, wenn Sie Durst haben (ca. 2–3 Liter pro Tag). Versuchen Sie aber 6 Vorbereitung auf das Stillen in der Schwangerschaft Die Brust in der Schwangerschaft Das Stillen betrifft in erster Linie Sie und Ihr Kind. Aber auch Ihr Partner und die älteren Geschwister sollten miteinbezogen werden. Sagen Sie Ihrer Familie, dass Sie Ihr Kind stillen werden! Es ist wichtig, dass Ihre Ärztin/Ihr Arzt eine positive Einstellung zum Stillen hat und bereit ist, Sie zu unterstützen, wenn es einmal Probleme geben sollte. Hormonelle Veränderungen führen zu einem Wachstum der Drüsen. Luft und Sonne, kühles oder wechselwarmes Waschen machen die Haut Ihrer Brustwarzen und Ihrer Brust widerstandsfähiger. Seife und alkoholhältige Reinigungsmittel sollten Sie nicht verwenden, da sie die Haut übermäßig austrocknen. Falls schon vor der Geburt gelegentlich etwas Vormilch ausfließt, ist das kein Grund zur Beunruhigung. Eine spezielle Vorbereitung der Brust auf das Stillen, so wie früher oft empfohlen, ist nicht erforderlich. In der Schwangerschaft wird die Brust zur Vorbereitung auf das Stillen größer. Wenn es Ihnen möglich ist, wählen Sie zur Entbindung eine Geburtenabteilung in der das Stillen besonders unterstützt wird. (Manche Geburtenabteilungen haben auch die Auszeichnung „Babyfriendly Hospital, BFHI der WHO/UNICEF für besonders gutes Stillmanagement erhalten.) In der Schwangerschaft werden viele Kurse für werdende Eltern angeboten, in denen Informationen zum Stillen und zur Betreuung des Babys gegeben werden. Wenn Sie Flach- oder Hohlwarzen haben, müssen Sie deshalb keineswegs auf das Stillen verzichten. In solchen Fällen ist die Anwendung von einfachen Behelfen (Brustwarzenformer) im letzten Drittel der Schwangerschaft zweckmäßig. Sollten Sie diese im Fachhandel nicht bekommen, gibt Ihnen die La Leche Liga, Vereinigung stillender Mütter, Rat und Hilfe. Die Adressen finden Sie am Ende dieser Broschüre. Sprechen Sie darüber auch mit Ihrer betreuenden Ärztin/Ihrem betreuenden Arzt. Vielleicht kennen Sie in Ihrem Bekannten- oder Verwandtenkreis eine Mutter, die stillt oder ihr Baby erfolgreich gestillt hat. Sie ist sicher besonders gut in der Lage, alle Ihre Fragen mit Ihnen zu diskutieren. Darüber hinaus laden wir Sie dazu ein, sich an eine der am Ende der Broschüre genannten Adressen zu wenden. Rufen Sie einfach an oder wenden Sie sich an eine Mutter- bzw. Elternberatungsstelle. 7 Das Baby ist da – die Stillzeit beginnt den Vorteil, dass Sie mehr Zeit und Ruhe füreinander haben und Ihr Baby besser kennen lernen können. Auch der Vater hat dadurch Gelegenheit, die ersten Lebenstage seines Kindes mitzuerleben und sich auf das künftige Zusammenleben mit dem Baby vorzubereiten. Das Anlegen des Kindes sofort nach der Geburt fördert das Stillen. Das Baby soll gleich nach der Geburt ausreichend lange Hautkontakt mit der Mutter und Gelegenheit zum Saugen haben. Idealerweise bleibt das Baby so lange in Hautkontakt, bis es Interesse an der Brust zeigt und gestillt werden möchte. Der Saugreiz beim ersten Anlegen fördert das Stillen. Für Mutter und Kind ist es ein schönes Erlebnis, sofort innigen Kontakt miteinander zu finden. Durch den Saugreiz werden Hormone ausgeschüttet, die für den Milchfluss und die Milchbildung zuständig sind. Außerdem bildet sich die Gebärmutter rascher zurück. Das Rooming-in System ist in Österreich in allen Spitälern eingeführt, manche Spitäler bieten sogar die Mitaufnahme des Vaters an. Viele Väter möchten gerne bei der Geburt Ihres Kindes dabei sein. Sie können der werdenden Mutter wertvolle Hilfe und Unterstützung bieten. Der sofortige Kontakt mit dem Neugeborenen trägt zur Familienbeziehung bei. Der Beginn Stillen ist für Sie und Ihr Baby etwas Neues, das erst gelernt werden muss. Bitte haben Sie Geduld, wenn es nicht gleich beim ersten Mal perfekt funktioniert. Rooming-in fördert das Stillen. Babys sind individuelle Lebewesen – das eine saugt sofort, das andere braucht einige Ermunterung, das eine trinkt sehr viel auf einmal, das andere will lieber weniger, aber dafür öfter saugen. Es kommt auch vor, dass das Stillen besonders anfangs als wenig befriedigend empfunden wird oder sogar „Rooming-in“ bedeutet, dass Sie und Ihr Baby in den Tagen nach der Geburt Tag und Nacht im selben Zimmer sind. Sie können das Kind also anlegen, so oft es danach verlangt und sind damit von der Stationsroutine unabhängig. Für Sie und Ihr Kind bringt dies außerdem 8 Schmerzen beim Anlegen bereitet. Oft brauchen Mutter und Kind ein bisschen Zeit, bis sie beim Stillen harmonieren. Viele Probleme und Schmerzen lassen sich durch eine gute Anlegetechnik vermeiden. Bitten Sie daher die Hebammen bzw. das Pflegepersonal um Hilfe, wenn es mit dem Stillen nicht gleich klappt. Selbst bei größeren Anfangsschwierigkeiten, wie lange dauernde Geburt, Kaiserschnittentbindung oder bei gesundheitlichen Problemen: lassen Sie sich bitte nicht entmutigen. Sogar wenn Sie vorübergehend von Ihrem Baby getrennt sein müssen, besteht die Möglichkeit dem Baby Ihre Milch – zum Beispiel durch Ausdrücken oder Abpumpen – geben zu können. Mit viel Geduld und guter Unterstützung wird das Stillen später fast immer möglich sein. 9 Auch Stillen will gelernt sein Wie stillt man richtig? Mit dem Stillen sollte nach Möglichkeit in der ersten Stunde nach der Entbindung begonnen werden. Das Baby ist mit allen dazu nötigen Fähigkeiten ausgestattet, die Brust nach der Geburt zu finden und zu erfassen. Sie und Ihr Baby benötigen nur die nötige Zeit und Ruhe. Durch das frühe Stillen setzt auch die Milchbildung früher ein, und das Einschießen der Milch ist weniger schmerzhaft. In den ersten Tagen haben Sie zwar nur wenig Milch, diese Menge ist aber für Ihr Baby ausreichend. Gerade diese „Vormilch“ (Kolostrum) ist besonders reich an Nährund Abwehrstoffen. Je öfter Sie das Kind anlegen, desto mehr Milch wird gebildet. Muttermilch ist als Nahrung für Ihr Kind ausreichend. Wenn Sie stillen, sollte keinerlei Milchfertignahrung oder Tee zugefüttert werden, auch nicht in der Nacht. Nur in den seltensten Fällen, wenn die Milchproduktion sehr zögernd in Gang kommt, kann dies vorübergehend notwendig sein. Wenn Sie Ihr Baby bei sich haben können (Rooming-in), dann legen Sie es an, so oft es möchte. Es kann durchaus sein, dass es in den ersten Tagen rund um die Uhr sehr häufig gestillt werden möchte und dann wieder längere Ruhephasen hat. Ein schläfriges Baby sollte zum Stillen auch geweckt werden, damit die Milchproduktion gut in Gang kommt und das Baby nicht zuviel an Gewicht verliert. Ebenso sind längere Intervalle von vier bis fünf Stunden möglich. Die ersten Tage sind für Sie und Ihr Baby eine Lernphase. Mit Geduld, guter Anleitung und Unterstützung, lassen sich anfängliche Schwierigkeiten überwinden. Stilltechnik Das Anlegen nach Bedarf sollte auch in der Nacht möglich sein. Sogar wenn Sie nicht im Rooming-in System betreut werden, sollte Ihnen Ihr Baby zum Stillen gebracht werden. Machen Sie es sich beim Stillen so bequem wie möglich. Sie können – je nachdem, wie es Ihnen angenehm 10 ist – im Bett stillen oder sich dazu in einen Sessel setzen. Sie können Ihre Arme durch Unterlegen eines Kissens stützen. Wenn Sie beim Stillen ungestört sein wollen, sollte Ihre Umgebung dies berücksichtigen. Auch eine hektische Umgebung, z.B. durch viele Besucher, kann das Stillen beeinträchtigen. Stillens zu einem leichten Kribbeln oder Stechen in der Brust kommen oder die Milch beginnt von der Brust zu tropfen, mit der gerade nicht gestillt wird. Das ist normal. Das Tropfen der Milch können Sie stoppen, indem Sie mit der flachen Hand vorne kurz auf die Brust drücken. Legen Sie das Baby so in Ihren Arm, dass sein Körper Ihnen ganz zugewendet ist. Das Baby liegt Bauch an Bauch mit der Mutter. Das Baby sollte die Brust erreichen können ohne den Kopf zu drehen. Ohr, Schulter und Hüfte befinden sich dann in einer nahezu geraden Linie. Weitere Möglichkeiten: Es ist gut, mehrere Stillpositionen zu kennen und abzuwechseln, vor allem, wenn die Brustwarzen schmerzen oder sich ein Milchstau entwickelt. Stillen im Liegen: Berühren Sie nun die Unterlippe des Babys mit der Brustwarze, bis es den Mund weit öffnet. Legen Sie sich gemütlich auf die Seite ins Bett oder auf ein Sofa, Ihr Rücken sollte gut unterstützt sein. Sie können ein Kissen unter die Achsel schieben. Das Baby liegt auch auf der Seite und ist Ihnen ganz zugewandt. Ebenso wie im Sitzen stimulieren sie das Baby, den Mund weit aufzumachen und ziehen Sie das Baby rasch ganz nahe zu sich, sodass es auch hier „einen Mund voll Brust“ bekommt. Dann ziehen Sie das Baby rasch ganz nahe heran. Es ist wichtig, dass das Baby beim Stillen nicht nur die Brustwarze selbst, sondern auch einen Teil des Warzenhofes in den Mund nimmt. Dabei berühren Nasenspitze, Wange und Kinn des Babys die Brust. Nur so kann es wirkungsvoll saugen und auch die Brustwarzen können nicht so leicht wund werden. Das Baby atmet während des Stillens durch die Nase und bekommt dabei ausreichend Luft. In den ersten Tagen sind Ihre Brustwarzen noch nicht an das Stillen gewöhnt und daher etwas empfindlich. Sollte jedoch das Stillen sehr schmerzhaft sein, überprüfen Sie Ihre Stilltechnik! Manchmal kann es am Beginn des 11 Stillen im Rückengriff: Lassen Sie sich die wichtigsten Stillpositionen bereits an der Entbindungsabteilung zeigen. Setzen Sie sich auf einen Sessel oder besser auf ein Sofa, halten Sie Ihr Baby stabil im Nacken, sodass Daumen und Zeigefinger etwa bei den Ohren zu liegen kommen. Damit ist das Baby gut unterstützt und der Kopf nicht gedreht, Ohr, Schulter und Hüfte sind in einer Linie. Die Beine des Babys sind unter Ihrem Arm durchgestreckt, sodass das Baby rechts angelegt wird, wenn Sie es mit der rechten Hand halten und umgekehrt. Die freie Hand unterstützt die Brust. Wenn das Baby seinen Mund ganz weit aufmacht, wird es auch hier sehr rasch eng angelegt und bekommt möglichst viel Warzenhof in den Mund. Bei dieser Stillposition sind Kissen (Stillkissen) besonders hilfreich! Bitte achten Sie hier darauf, dass der Kopf des Babys in einer gestreckten Position bleibt, wenn Sie es rasch zur Brust ziehen. Achten Sie darauf, dass das Baby beim Stillen ganz nahe an Ihren Körper herangezogen wird. Bitten Sie eine Schwester oder eine Hebamme, Ihnen zu zeigen, wie man richtig anlegt. Bieten Sie bei jeder Mahlzeit beide Brüste an und beginnen Sie einmal links und einmal rechts, damit die Milchbildung gleichmäßig angeregt wird. Ende der Stillmahlzeit Wenn das Baby genug gesaugt hat, lässt es meist von selbst die Brust los. Manchmal kann es auch nötig sein, das Baby von der Brust zu lösen. Schieben Sie dann Ihren Finger vorsichtig in den Mundwinkel des Babys, um das Saugen zu unterbrechen. 12 Aufstoßen Manche Kinder möchten nach dem Stillen aufstoßen, um Luft aus dem Magen entweichen zu lassen. Zum Aufstoßen legen Sie das Baby an Ihre Schulter. Sie können es zum ersten Mal schon aufstoßen lassen, wenn es an der ersten Brust getrunken hat. Gestillte Kinder schlucken meist weniger Luft beim Trinken als Babies, die mit der Flasche gefüttert werden. Daher kann es auch vorkommen, dass gestillte Kinder nicht aufstoßen. Sie werden ihr Baby kennenlernen und bald merken, was ihr Baby nach dem Trinken braucht. Noch drei Hinweise • Gesunde Babys verlieren in den ersten Tagen nach der Geburt bis zu 10 Prozent ihres Geburtgewichtes und erreichen es erst wieder, wenn sie älter als eine Woche sind. • In den ersten Tagen genügt eine tägliche Gewichtskontrolle des nackten Babys; auf das Wiegen vor und nach dem Stillen soll verzichtet werden. • Während der ersten Tage nach der Entbindung können Sie ziehende Schmerzen (Nachwehen) im Bauch verspüren, wenn Sie zu stillen beginnen. Das ist normal, denn durch das Stillen kehrt die Gebärmutter schneller zu ihrer ursprünglichen Größe zurück. Nach dem Stillen Wenn es Ihnen möglich ist, lassen Sie das Kind auch nach dem Stillen noch eine Zeitlang bei sich. Es braucht nicht nur Ihre Milch, sondern auch Ihre Nähe. Vielleicht hat man Ihnen einmal gesagt, das Kind würde verwöhnt, wenn Sie es zu häufig aufnehmen. Das stimmt nicht. Nehmen Sie das Kind auf, so oft es will – und so oft Sie wollen. Kinder haben nicht nur Hunger, sondern auch das Bedürfnis nach körperlicher Nähe, Wärme und Zärtlichkeit. Nützen Sie die Zeit im Spital für einen guten Stillbeginn. In der Entbindungsstation hilft man Ihnen gerne. 13 Die Pflege der Brust während der Stillzeit Häufiges Stillen, auch nachts, lindert die Spannung. Warme, feuchte Umschläge oder eine Dusche vor dem Stillen lassen die Milch leichter fließen, kalte Umschläge (z.B mit Topfen) nach dem Stillen mildern den Schmerz bei gespannten Brüsten. Nach einigen Tagen lässt dieses anfängliche Spannungsgefühl nach und die Brust wird wieder weicher. Keine Sorge, es ist auch dann genug Milch für Ihr Baby da! Ein gut sitzender Stillbüstenhalter gibt der schweren Brust Halt und wird Ihnen angenehm sein. Zur Brustpflege während des Stillens genügt die normale Körperhygiene. Die Brust sollten Sie nur mit Wasser, nicht mit Seife oder alkoholhältigen Mitteln waschen, damit die Haut nicht austrocknet. Die Brustwarzen nicht trocken frottieren, sondern nur abtupfen und trocknen lassen. Frische Luft, Licht und Sonne tun Ihrer Brust gut. Lassen Sie nach dem Stillen Milch und Speichelreste des Babys an der Brustwarze antrocknen. In Ausnahmefällen kann es notwendig sein, die Brustwarze dünn mit einer geeigneten Salbe einzucremen. Erkundigen Sie sich beim Pflegepersonal, der Hebamme oder bei Ihrer Ärztin/ Ihrem Arzt nach entsprechenden Produkten. Eine besondere Reinigung der Brust vor dem Stillen ist nicht notwendig – Händewaschen genügt. Wenn die Milch einschießt Etwa ab dem zweiten oder dritten Tag nach der Geburt können Sie ein Spannungsgefühl in der Brust bemerken. Die Brüste fühlen sich härter und voller an. Zu diesem Zeitpunkt hat Ihr Körper die Milchbildung voll aufgenommen. Bei manchen Frauen werden die Brüste übervoll und druckschmerzhaft. 14 Stillen zu Hause Babypflege mit ein, sie helfen meist gerne. Ein neues Baby in der Familie ist für alle Familienmitglieder eine große Umstellung. Babys sind eigene kleine Persönlichkeiten mit unterschiedlichen Bedürfnissen. Manche Babys scheinen oft unzufrieden zu sein, schlafen wenig und weinen viel. Diese Babys brauchen besonders viel Aufmerksamkeit und Zuwendung, und ihre Betreuung kann ziemlich anstrengend sein. Die Stillzeiten Wenn Sie mit Ihrem Baby nach Hause kommen, gönnen Sie sich soviel Ruhe wie nur möglich. Auch wenn das Stillen in den ersten Tagen noch nicht so gut funktioniert hat, ist das kein Grund aufzugeben. Häufig gelingt es in der gewohnten Umgebung besser. Wie oft Sie das Baby an die Brust nehmen, richtet sich danach, wie oft es trinken will. Jedes Baby hat seinen individuellen Rhythmus. Die ersten Wochen sind eine Zeit des gegenseitigen Kennenlernens, allmählich geht die anfängliche Unsicherheit vorbei. Wichtig ist eine harmonische Umgebung (Familie), um ein ruhiges Stillen zu ermöglichen. Die meisten Babys möchten anfangs sehr oft gestillt werden, das sind etwa acht bis zwölf Mahlzeiten pro Tag. Manche Babys haben auch längere Abstände zwischen den Stillmahlzeiten. Versuchen Sie nach Möglichkeit, die „Antrittsbesuche“ von Freunden und Verwandten auf einen späteren Zeitpunkt zu verlegen. Vielleicht können Sie für die Hausarbeit Hilfe organisieren. Es gibt große Unterschiede bei der Anzahl und Dauer der Mahlzeiten und den Mengen, die das Kind pro Mahlzeit zu sich nimmt. Gönnen Sie dem Kind Zeit und Ruhe, in seinem individuellen Tempo zu trinken. Wenn Sie ältere Kinder haben, möchten diese vielleicht am Stillen teilhaben. Oft kuscheln sie sich auch gerne an die Mutter, wenn das Baby gestillt wird. Beziehen Sie den Partner und ältere Geschwister von Anfang an in die Legen Sie Ihr Baby anfangs immer an beiden Brüsten an. Beginnen Sie 15 möglichst mit der Brust, an der das Baby zuletzt getrunken hat. Impfungen) beraten. Babys schreien aber nicht nur aus Hunger, sondern auch aus Unbehagen oder dem Wunsch nach Zuwendung. Lassen Sie es an der ersten Seite mindestens fünfzehn Minuten trinken, dann aufstoßen und anschließend geben Sie ihm die andere Brust. Gegen Ende der Stillmahlzeit ist die Milch besonders nahrhaft, darum sollte das Baby ausreichend lange an der Brust trinken. Wenn sich das Stillen eingespielt hat, kann es sein, dass Ihr Kind auch mit nur einer Brust zufrieden ist. Sie können sicher sein, dass Ihr Baby genug Milch bekommt wenn es • ein gesundes, waches Aussehen hat, • regelmäßig an Gewicht zunimmt (nach den ersten Tagen) und • in den ersten 4-5 Wochen mind. 3 Stuhlentleerungen täglich und • fünf- bis sechsmal am Tag nasse Windeln hat. Jedes Kind und jede Mutter sind anders – achten Sie auf die Bedürfnisse Ihres Babys und richten Sie sich nicht nach der Uhr! Mit vier bis sechs Wochen und dann wieder mit drei Monaten machen Babys einen Entwicklungs- und Wachstumsschub durch. Sie sind unruhiger als sonst und verlangen öfter nach der Brust. Bekommt mein Kind genug? Der Stuhlgang des gestillten Kindes Stillen funktioniert nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage – wenn das Kind oft an der Brust saugt, wird ausreichend Milch gebildet. Brustkinder haben in den ersten Lebenswochen meist mehrmals täglich Stuhlgang, später dann unter Umständen tagelang keinen. Kleine Unregelmäßigkeiten sind kein Grund zur Sorge, so lange das Baby ansonsten munter und zufrieden ist. Muttermilchstuhl ist weich und flockig, manchmal auch salbenartig oder bröckelig, er kann aber auch dünnflüssig sein. Die Farbe ist gelblich bis grünlich, der Geruch säuerlich und nicht unangenehm. Auch hier gilt: Je öfter Sie Ihr Baby anlegen, umso mehr Milch werden Sie haben! Anfangs sollten Sie alle ein bis zwei Wochen das Gewicht des Kindes bei der betreuenden Ärztin/beim Arzt oder in der Mutter- bzw. Elternberatungsstelle kontrollieren lassen. Dort werden Sie auch in allen Entwicklungsfragen und über vorbeugende Maßnahmen (z.B. 16 Sind Nachtmahlzeiten notwendig? Richtig essen in der Stillzeit Meist wachen Babys in den ersten Monaten nachts auf. Am einfachsten ist es, Sie holen das Baby in Ihr Bett und stillen es. Eine ausgewogene Ernährung trägt wesentlich zu Ihrem Wohlbefinden bei. Sie dürfen grundsätzlich alles essen. Nehmen Sie sich Zeit zum Essen. Kleine Zwischenmahlzeiten sind günstig. Trinken Sie, wenn Sie durstig sind. Sie müssen keine Speisen ausdrücklich meiden. Manchmal reagieren Babys aber auf ein Nahrungsmittel empfindlich. Es könnte beispielsweise vorkommen, dass Ihr Baby auffallend unruhig ist, nachdem Sie viel von einem bestimmten Nahrungsmittel (z.B. Nüsse oder Schokolade) gegessen oder sehr viel Vollmilch getrunken haben. Dann lassen Sie dieses Nahrungsmittel einige Tage weg und beobachten Sie Ihr Kind. Das Windelwechseln in der Nacht ist meist nicht notwendig. Manche Kinder schlafen bald durch, andere wachen noch lange Zeit während der Nacht auf und möchten gestillt werden. Wenn Ihr Baby von Anfang an durchschlafen sollte und Sie kein Spannungsgefühl in der Brust haben, brauchen Sie es nicht zu wecken und zu stillen. Falls Ihr Baby aber einmal länger als gewöhnlich schläft und Ihre Brust sehr voll ist und spannt, wecken Sie Ihr Kind ausnahmsweise zum Stillen auf. Stillen nach Bedarf heißt auch nach Bedarf der Mutter! Vermeiden Sie einseitige Ernährung. Eine reichhaltige und ausgewogene Mischkost ist für Mutter und Baby wichtig. Ihr Nahrungsbedarf ist jetzt auch etwas höher als sonst. Schlafen Der beste Ort zum Schlafen für Ihr Baby ist das Schlafzimmer der Eltern. Es ist ganz wichtig, dass im selben Zimmer mit einem Baby NICHT GERAUCHT wird! Braucht ein gestilltes Baby Tee? Im Allgemeinen wird empfohlen, Babys in Rückenlage schlafen zu lassen. Babys sollen nicht zu warm angezogen oder zugedeckt werden, das Baby soll sich die Decke nicht über das Gesicht ziehen können (unten um die Matratze einstecken). Der Raum sollte auch nicht zu warm sein, etwa 21 °C genügen. Gesunde, voll gestillte Kinder brauchen keinen Tee zwischendurch. Auch bei sehr heißem Wetter oder bei sehr trockener Luft deckt häufiges Stillen den zusätzlichen Flüssigkeitsbedarf. Zusätzlich zur Muttermilch wird die Gabe von Vitamin-K-Tropfen für die Blutgerinnung und Vitamin-D-Tropfen für die Knochenbildung empfohlen. 17 Wenn Sie zu einer Stillmahlzeit nicht bei Ihrem Baby sein können Muttermilch kann in einem sauberen und trockenen, gut verschlossenen Gefäß (vorher im Geschirrspüler gereinigt oder ausgekocht, aus Glas oder kochfestem Kunststoff) bis zu 2 Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden. Wenn die Muttermilch nicht binnen 48 Stunden verfüttert wird, sollten Sie sie sofort nach dem Abdrücken und Abkühlen einfrieren. Muttermilch kann in einem Tiefkühlgerät (-18°C) bis zu 6 Monate lang aufbewahrt werden. Vor der Verwendung wird Ihre Milch im Wasserbad, nicht aber mit der Mikrowelle, aufgewärmt. Ihre Milch kann dem Baby dann mit einem Löffel oder mit dem Fläschchen gegeben werden. Sollten Sie einmal zu einer Stillmahlzeit nicht bei Ihrem Baby sein können, besteht die Möglichkeit, Ihre Milch mit der Hand auszudrücken oder abzupumpen, um einen Vorrat anzulegen. Sie können eine gute Handpumpe verwenden oder eine elektrische Milchpumpe im Sanitätsfachhandel oder in der Apotheke mit Verordnungsschein ausleihen. Beim Ausdrücken von Muttermilch mit der Hand gehen Sie folgendermaßen vor: Um den Milchfluss anzuregen, massieren Sie vor jedem Ausdrücken Ihre Brust mit kreisförmigen Bewegungen. Stimulieren Sie auch Ihre Brustwarzen. Unterstützen Sie dann eine Brust mit der Handfläche von unten, legen Sie am Rande des Warzenhofes den Daumen über und den Zeigefinger unter die Brustwarze. Drücken Sie zuerst nach hinten, in Richtung Brustkorb und pressen Sie dann den Warzenhof mit Daumen und Zeigefinger zusammen. Das Ausdrücken sollte keinesfalls schmerzhaft für Sie sein. Wiederholen Sie das Abdrücken mit rhythmischen Bewegungen. Wechseln Sie die Position Ihrer Hand mehrere Male und wechseln Sie öfter die Seite. Zum Auffangen der Milch eignet sich am besten eine saubere Glasschüssel. Das Ausdrücken mit der Hand ist eine einfache Methode, sich einen Milchvorrat anzulegen. Wenden Sie sich bei Unklarheiten an eine der am Ende der Broschüre genannten Kontaktadressen. Wenn gar keine andere Möglichkeit besteht, können Sie in einer solchen Situation auch eine Säuglingsanfangsnahrung verwenden. Sprechen Sie über die Art der Milchfertignahrung mit Ihrer betreuenden Ärztin/Ihrem Arzt. Muttermilch enthält ausreichend Flüssigkeit und alle Nährstoffe, die Ihr Kind im ersten Lebensjahr braucht. Schadstoffe in der Muttermilch? Wahrscheinlich werden Sie irgendwann in der Stillzeit zu hören bekommen, dass auch in der Muttermilch Schadstoffe enthalten sind. Sie brauchen sich jedoch keine Sorgen machen, dass 18 Ihrem Baby das Stillen schadet. Geringe Schadstoffmengen in der Muttermilch sind eine Folge der allgemeinen Umweltbelastung. In den letzten Jahren ist die Belastung mit den meisten Schadstoffen in der Muttermilch zurückgegangen. Muttermilch ist auf jeden Fall die gesündeste und beste Babynahrung! erwerbstätige Mutter ihr Kind selbst stillt, hat sie als Dienstnehmerin Anspruch auf eine tägliche Stillzeit. Je nach der täglichen Arbeitszeit beträgt die Stillzeit 45 bis 90 Minuten. Die Stillzeit darf nicht auf die Ruhepausen im Betrieb angerechnet werden. Dienstgeber können aber einen Nachweis verlangen, dass das Kind tatsächlich gestillt wird (Bestätigung der Ärztin/ des Arztes oder einer Mutter- bzw. Elternberatungsstelle). Stilldauer Muttermilch und Beikost Wie lange Sie stillen, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab. Auch wenn Sie nur wenige Wochen stillen: Es lohnt sich in jedem Fall! Während der ersten Lebensmonate ist Muttermilch die ideale Nahrung. Die Einführung der Beikost soll je nach Entwicklungsgrad des Kindes um das 6. Lebensmonat erfolgen, nicht jedoch vor Beginn des 5. Monats (17. Lebenswoche) bzw. nach Ende des 6. Monats (26. Lebenswoche). Viele Frauen würden ihr Kind gerne während des ganzen ersten Lebensjahres stillen, aber auch eine kurze Stillzeit ist ein Gewinn für Ihr Baby! Sollten Sie bald nach der Geburt Ihres Kindes wieder zu arbeiten beginnen, haben Sie trotzdem die Möglichkeit weiterzustillen. Eine Stillberaterin kann Ihnen dabei viele praktische Tipps geben. Gaben von Vitamin K für die Blutgerinnung (zwei Tropfen je einmal nach der Geburt, mit vier bis sechs Tagen und mit vier bis sechs Wochen) sowie Vitamin D für den Knochenaufbau (ab der zweiten Woche zwei Tropfen pro Tag) werden empfohlen. Berufstätigkeit und Stillen Der Übergang von Muttermilch zu „normaler“ Kost soll behutsam und Schritt für Schritt erfolgen. Beginnen Sie mit einigen Löffelchen und stillen Sie Ihr Kind weiter, so lange Sie und Ihr Kind das wollen. Muttermilch oder Bei guter Planung können Berufstätigkeit und Stillen in Einklang gebracht werden. Das Mutterschutzgesetz beinhaltet entsprechende gesetzliche Regelungen für stillende Mütter. Solange eine 19 Säuglingsanfangsnahrung bleiben auch nach Einführung der Beikost eine wichtige Nährstoffquelle im ersten Lebensjahr. Abstillen Wenn das Baby großes Interesse zeigt, selber das Essen zu versuchen, bieten Sie ihm weiche Nahrungsmittel an (z.B. gekochte Karotten, Kartoffeln, Erbsen, Bananen, Birnen, Getreidebreie). Haben Sie Geduld, wenn anfangs viel daneben geht. Ein kleines Brotstück (ca. 10 Gramm, salzarme Brotsorten), sobald das Kind dieses halten und selbständig essen kann, befriedigt das Saugbedürfnis und macht den meisten Babys auch viel Spaß. Aber behalten Sie es im Auge, damit es sich nicht an einem Stückchen verschluckt. Zum Trinken passt am besten Wasser aus Schnabeltassen oder einem unzerbrechlichen Becher. Zur Abwechslung eignen sich auch Früchteoder Kräutertees (ohne Zucker oder Honig). Wann ist es Zeit, abzustillen? Darauf gibt es keine allgemein gültige Antwort. Wann Sie abstillen, hängt von Ihren persönlichen Lebensumständen ab. Stillen ist ganz besonders im ersten Lebenshalbjahr ein großer Gewinn für die Beziehung und die Gesundheit von Mutter und Kind. Nach dem Abstillen können Sie nur sehr schwer wieder zum Stillen zurückkehren. Der Entschluss zum Abstillen sollte daher gut überlegt sein. Idealerweise werden Babys während der allmählichen Einführung von Beikost weitergestillt. Manche Kinder möchten auch bis zum ersten Geburtstag und länger gestillt werden. Für Kinder mit einem erhöhten Allergierisiko ist eine lange Stillzeit von Vorteil. Vegane Kost und andere Diätformen, die nicht alle Nahrungsmittelgruppen enthalten, sind für Babys und Kleinkinder ungeeignet. Wann Sie abstillen, hängt von Ihnen und Ihrem Baby ab. Detaillierte Informationen zur Beikost und Tipps, wann und wie mit dem Zufüttern begonnen werden soll, finden Sie in der Broschüre „Richtig essen von Anfang an! - Babys erstes Löffelchen”, die kostenlos unter 0810 81 81 64 (max. € 0,1/Min) bestellt oder unter www.bmg.gv.at heruntergeladen werden kann. Sollten Sie abstillen wollen, bevor das Baby sechs Monate alt ist, ersetzen Sie allmählich eine Brustmahlzeit durch eine Flaschenmahlzeit. Säuglingsanfangsnahrung kann nach Bedarf des Kindes gegeben werden und wird bis zum Ende des ersten Lebensjahres empfohlen. Lassen Sie sich bei der Wahl einer geeigneten Nahrung durch Ihre Ärztin/ 20 Ihren Arzt oder in einer Mutter- bzw. Elternberatungsstelle beraten. es sich nur mehr morgens und abends zu stillen, besonders, wenn Sie Ihre Berufstätigkeit wieder aufnehmen wollen. Meistens bleibt das Stillen vor dem Schlafengehen am längsten erhalten. Bei Kindern nach dem Ende des vierten Lebensmonats können Sie auch mit Beikost beginnen. Allmählich wird eine gesamte Milchmahlzeit durch Beikost ersetzt, eine Milchfertignahrung ist jedoch zusätzlich nötig, wenn Sie endgültig abstillen wollen. Da die Muttermilchmenge dem Bedarf des Kindes angepasst wird, führt jedes Zufüttern, sei es mit Beikost oder Säuglingsfertignahrung, zu einem Zurückgehen der Milchproduktion. Wenn das Baby weniger oft gestillt wird, bildet sich die Milch von selbst zurück. Salbei- oder Pfefferminztee können milchreduzierend wirken. Es gibt auch Medikamente, die die Milchmenge reduzieren. Wenn Sie aus irgendeinem Grund plötzlich abstillen müssen, kann Ihnen Ihre Ärztin/Ihr Arzt entsprechende Medikamente verordnen. Von der Brust zur festen Nahrung Im zweiten Lebenshalbjahr kann das Interesse an anderen Nahrungsmitteln bei vielen Kindern dazu führen, dass Sie seltener und unregelmäßiger an der Brust zu trinken verlangen. Günstig ist ein fließender, schrittweiser Übergang von der Brust zum Familientisch. Neben der Gabe von Beikost kann Ihr Baby selbstverständlich weiterhin gestillt werden. Für manche Mütter bewährt 21 Probleme beim Stillen – was tun? dann nach jeder Brustmahlzeit so viel an Säuglingsanfangsnahrung, wie es trinken will. Junge Mütter, die zum ersten Mal stillen, haben oft Fragen. Hier finden Sie einige Antworten darauf. Brauchen Sie darüber hinaus Information, so wenden Sie sich bitte an Ihre betreuende Ärztin/ Ihren betreuenden Arzt oder eine der Adressen am Ende dieser Broschüre. Habe ich genug Milch? Fast jede Mutter hat genug Milch für ihr Baby. Beachten Sie dazu die Hinweise im Kapitel „Stillen zu Hause“. Es kann zwar vorkommen, dass das Baby während einer kurzen Zeit öfter trinken will. Solche Phasen treten häufig in der 2. Woche, mit ca. 4 bis 6 Wochen und mit ca. 3 Monaten auf. Es genügt dann, wenn Sie das Baby öfter anlegen. Soll ich Saughütchen verwenden? Um anfängliche Stillprobleme zu überbrücken, werden häufig Saughütchen (auch Stillhütchen genannt) angeboten. Leider führen diese bei vielen Frauen zu weiteren Stillproblemen: Sie sollten das Baby nicht vor und nach jeder Mahlzeit wiegen. Anfangs sind wöchentliche, später monatliche Gewichtskontrollen jedoch wichtig. In seltenen Fällen kann es vorkommen, dass ein Baby nicht gut gedeiht. Stillen Sie auf jeden Fall weiter und lassen Sie Ihr Baby von der Ärztin/vom Arzt untersuchen. • Die Brust wird nicht ausreichend angeregt und die Milchbildung geht zurück, • die Stillmahlzeiten dauern daher deutlich länger, • Milchstaus kommen häufiger vor, • das Baby lernt eine falsche Saugtechnik und hat oft größte Mühe, wieder an der bloßen Brust zu trinken. Setzen Sie sich mit einer Stillberaterin in Verbindung. Es kann auch notwendig sein, dass Sie Ihr Baby zufüttern. Ihre Ärztin/Ihr Arzt wird Sie bei der Auswahl einer geeigneten Säuglingsnahrung beraten. Stillen Sie das Baby immer bevor Sie zufüttern. Geben Sie dem Kind Wenn Sie anfangs Saughütchen verwenden, lassen Sie sich beraten, wie Sie wieder ohne das Saughütchen stillen können. 22 Meine Milch schaut dünn und wässrig aus – ist das normal? übermäßig anzuregen. Regelmäßiges Abpumpen mit einer Milchpumpe würde zu einer Steigerung der Milchproduktion führen. Zur Vermeidung eines Milchstaus massieren Sie eventuell etwas Milch aus. Salbei- oder Pfefferminztee können milchreduzierend wirken. Ja! In den ersten Tagen ist Ihre Milch (die sogenannte Vormilch) dick und cremig, später ändert sich das Aussehen, sie wirkt wässriger. Dennoch beinhaltet sie alle wichtigen Nährstoffe. Krankenanstalten mit Milchsammelstellen übernehmen gerne Frauenmilch für kranke oder frühgeborene Babys. Erkundigen Sie sich danach bei Ihrer Entbindungsabteilung. Ich habe etwa eine Woche gestillt, und meine Brüste sind jetzt viel kleiner geworden – versiegt meine Milch? Meine Brustwarzen schmerzen – ich habe Angst, dass sie wund werden. Was hilft dagegen? Nein! Sie haben weiterhin genug Milch. Ihre Brust hat sich auf das Stillen eingestellt. Es ist ganz normal, dass sie kleiner und weicher wird. Eine gewisse Empfindlichkeit der Brustwarzen in den ersten Tagen ist normal. Sollte das Stillen schmerzhaft sein, achten Sie auf eine gute Anlegetechnik und Stillposition. Von meiner Brust fließt zwischendurch Milch aus. Was soll ich machen? Stillen Sie kürzer und öfter, und legen Sie das Baby dabei möglichst so an, dass es beim Saugen die empfindliche Stelle nicht weiter reizt. Versuchen Sie es mit einer anderen Stillposition. Sie können auch vor Beginn des Stillens etwas Milch mit der Hand ausdrücken, damit die Brust nicht so gespannt ist und das Baby sie leichter fassen kann. Wenn nur eine Brust schmerzt, beginnen Sie das Füttern immer mit der anderen Brust – das Kind ist dann schon halbwegs satt und saugt nicht mehr so heftig an der empfindlichen Brust. Sie können sich helfen, in dem Sie mit der flachen Hand kurz auf die Brustwarze drücken. Verwenden Sie Stilleinlagen und achten Sie darauf, diese häufig zu wechseln, damit die Brustwarzen trocken sind. Ich habe zuviel Milch. Kann man dagegen etwas tun? Die Milchproduktion passt sich in den ersten Wochen den Bedürfnissen des Babys an. Stillen Sie in einem solchen Fall bei jeder Mahlzeit nur an einer Brust, um die Milchproduktion nicht Setzen Sie die bloße Brust möglichst oft der frischen Luft aus, das macht 23 Ich habe eine rote, schmerzende Stelle auf der Brust. Ist das bedenklich? die Brustwarzen weniger empfindlich. Lassen Sie nach dem Stillen Muttermilch an der Brustwarze eintrocknen. Eventuell kann Ihnen eine geeignete Salbe, dünn aufgetragen, helfen. Jede gerötete, schmerzhafte Stelle auf der Brust kann einen Milchstau, seltener eine beginnende Brustentzündung anzeigen. Begeben Sie sich daher sofort in ärztliche Behandlung – vor allem dann, wenn Sie auch unter anderen Krankheitszeichen (Kopfweh, Fieber, Mattigkeit, ...) leiden. Sind die Brustwarzen bereits wund, brauchen Sie deshalb nicht abzustillen. Fragen Sie Ihre Ärztin/Ihren Arzt oder eine Stillberaterin um Rat! Bei einer entsprechenden Behandlung heilen wunde Brustwarzen bald wieder ab. Auch wenn Ihr Baby eine Pilzinfektion im Mund hat (Soor), bei der weiße Flecken an Zunge und Schleimhaut zu finden sind, kann das ein Grund für wunde Brustwarzen sein. Mutter und Baby sollten dann ärztlich behandelt werden. Häufiges Anlegen und Bettruhe unterstützen jede Behandlung. Auch hier gilt: Wärme vor dem Anlegen fördert den Milchfluss, Kälte nach dem Stillen lindert den Schmerz. Wenn eine Brustentzündung (Mastitis) rechtzeitig behandelt wird, können Sie meist weiterhin stillen. Besprechen Sie mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt, dass Sie weiterstillen wollen. Meine Brust spannt schmerzhaft und ist sehr voll. Ich habe einen Milchstau! Was soll ich tun? Mein Baby ist krank – kann ich weiterstillen? Bevor Sie Ihr Kind anlegen, machen Sie an der Brust feuchte, warme Umschläge, um den Milchfluss anzuregen. Nach dem Stillen lindern kalte Umschläge (z.B. mit Topfen) die Schmerzen. Sie können auch versuchen, überschüssige Milch mit der Hand auszudrücken, während Sie warm duschen. Legen Sie Ihr Baby häufiger an der betroffenen Brust an und wechseln Sie mehrmals die Stillposition. Wenden Sie sich gegebenenfalls an eine Stillberaterin oder Ihre Ärztin/Ihren Arzt. Ein krankes Baby hat naturgemäß weniger Appetit als ein gesundes, Sie sollten aber unbedingt weiterstillen. Gerade im Krankheitsfall braucht Ihr Baby die Schutzstoffe in der Muttermilch besonders. 24 Ich bin krank – kann ich weiterstillen? Muss ich Zigaretten, Alkohol und Medikamente ganz vermeiden, während ich stille? Ja! Bei den meisten akuten Erkrankungen, auch wenn sie mit Fieber verbunden sind, können Sie unbesorgt weiterstillen. Ihre Milch enthält dann Schutzstoffe gegen die Krankheit und schützt Ihr Baby. Rauchen sollten Sie möglichst wenig und nur nach dem Stillen. Niemand sollte im selben Raum mit einem Baby rauchen. Gegen ein Glas Wein oder Bier dann und wann ist nichts einzuwenden. „Harte Getränke“ sollten Sie meiden. Wenn Sie Medikamente einnehmen müssen, besprechen Sie das weitere Stillen auf jeden Fall mit Ihrer Ärztin/ Ihrem Arzt, damit sie/er Ihnen möglichst Medikamente verschreibt, mit denen Sie weiterstillen können. Nehmen Sie nur diejenigen Medikamente, die Ihnen von Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt verordnet werden. Stimmt es, dass ich nicht wieder schwanger werden kann, so lange ich stille? Ich (mein Baby) muss ins Spital. Muss ich jetzt das Stillen beenden? Nein, das stimmt nicht! Zwar bleibt die Regelblutung bei manchen Frauen während der Stillzeit für einige Monate aus aber die Wahrscheinlichkeit, dass Sie schwanger werden, ist nur in den ersten drei Monaten sehr gering. Absolute Sicherheit bietet das Stillen aber keine. Hormonelle, orale Kontrazeptiva („Kombinationspillen“) können, wenn sie während der Stillzeit eingenommen werden, einen Rückgang der Milchbildung bewirken. Die reine Gestagenpille („Minipille“) kann hingegen unbedenklich zur Schwangerschaftsverhütung empfohlen werden. Besprechen Sie die Möglichkeiten der Empfängnisverhütung mit Ihrer Frauenärztin/Ihrem Frauenarzt. Nein! In Österreich gibt es grundsätzlich die Möglichkeit, dass Sie gemeinsam mit dem Kind ins Spital aufgenommen werden, zumindest so lange Sie stillen. Erkundigen Sie sich bei der Krankenanstalt! Wenn eine gemeinsame Aufnahme nicht möglich sein sollte, drücken Sie die Milch mit der Hand aus oder pumpen Sie ab und bringen Sie die Milch ins Spital. Es kann sein, dass sich die Milchbildung in dieser Zeit etwas verringert. Sie müssen dann das Baby nachher etwas öfter anlegen, um die Milchbildung anzuregen. 25 Stillen in schwierigen Situationen Falls anfangs noch wenig Milch kommt, seien Sie zuversichtlich und lassen Sie sich nicht entmutigen. Nur Sie können dem Baby Ihre Milch geben. Ihr Baby ist ganz besonders auf Ihre Milch angewiesen. Auch kleine Mengen sind wichtig. Wenden Sie sich an das Pflegepersonal oder nehmen Sie Kontakt mit einer Stillberaterin auf. Gerade für kranke oder frühgeborene Kinder ist die Ernährung mit Muttermilch sehr wichtig. Oft benötigen solche Babys ärztliche Überwachung und Betreuung und können nicht von Anfang an bei Ihnen sein. Geben Sie trotzdem den Gedanken an das Stillen nicht gleich auf. Beginnen Sie, so bald Sie nach der Geburt dazu in der Lage sind, mit einer Milchpumpe abzupumpen, damit die Milchbildung angeregt wird. Pumpen Sie regelmäßig, ca. alle 3–4 Stunden. Je häufiger Sie pumpen, desto mehr Milch wird gebildet. Massieren Sie Ihre Brüste vor jedem Abpumpen, um den Milchfluss anzuregen. Pumpen Sie rechts für einige Minuten und dann links ebenso lange. Massieren Sie Ihre Brust und wiederholen Sie das Pumpen, bis Sie jede Seite dreimal angeregt haben, insgesamt etwa ½ Stunde. An vielen Kinderabteilungen sind eine Mitaufnahme der Mutter oder unbegrenzte Besuchszeiten möglich. Für Sie und Ihr Baby bedeutet das nach allen Anfangsproblemen die Möglichkeit, einander besser kennen zu lernen und das Stillen im Spital zu erlernen. Wenn Sie nicht stillen können Vielleicht ist es Ihnen wegen einer schweren Erkrankung, einer Brustoperation oder aus einem anderen Grund nicht möglich zu stillen. Ihr Baby muss dann zwar Ihre Milch, nicht aber Ihre Liebe und zärtliche Zuwendung entbehren. Bitte waschen Sie sich vor dem Abpumpen die Hände und verwenden Sie nur ausgekochte oder sterilisierte Milchsammelgefäße. Kühlen Sie die abgepumpte Milch ab und bewahren Sie sie im Kühlschrank auf. Nur bereits gekühlte Milchportionen dürfen zusammengeschüttet werden. Die Milch sollte nur in einer Kühltasche transportiert werden. Füttern Sie Ihrem Baby Säuglingsanfangsnahrung, es wird auch damit gut gedeihen. Nehmen Sie sich Zeit beim Füttern. Geben Sie Ihrem Baby viel Hautkontakt und tragen Sie es herum. Das Kind braucht Ihre Nähe und den Kontakt zu Ihrem Körper, damit es das Gefühl hat, sicher und geborgen zu sein. 26 Informationsmöglichkeiten Hier eine Auswahl an Adressen: Kärnten Gröchenig Cynthia, 9300 St. Veit an der Glan, 0699-10942467 Leitgeb Kergi, 9020 Klagenfurt, Tel. 0699-81436405 Wir hoffen, Ihnen mit dieser Broschüre die wichtigsten Fragen zum Thema „Stillen“ beantwortet zu haben. Niederösterreich Wenn Sie Beratung brauchen, Probleme im persönlichen Gespräch klären möchten oder Ihre Erfahrungen mit anderen stillenden Müttern austauschen wollen, so wenden Sie sich an eine der folgenden Kontaktadressen. Forstner Andrea, 3945 Hoheneich, Tel. (02852) 35043 Harnisch Anja, 2700 Wr. Neustadt, Tel. 0699-17887789 Ruttner Julia, 2500 Baden, Tel. (02252) 44655 Zwick Roswitha, 2193 Wilfersdorf, Tel. (2573) 2015 La Leche Liga (LLL) – Vereinigung stillender Mütter Österreich Oberösterreich Hörschläger Manuela, 4050 Traun, Tel. 0650-3164560 Kasamas Elisabeth, 4910 Ried/Innkreis, Tel. (07752) 80709 Köglberger Sesilia, 4501 Neuhofen/ Krems, Tel. (07227) 4180 Zwingler Ingrid, 4400 Steyr, Tel. (07252) 45212 1050 Wien, Zentagasse 6/13, Tel. 0650/8712196 www.lalecheliga.at E-mail: [email protected] Beratung, Unterstützung und Begleitung in der Stillzeit, von Mutter zu Mutter. LLL-Stillberaterinnen ermutigen und bestärken Mütter in ihren eigenen Kompetenzen und fördern den Austausch untereinander in monatlichen Stilltreffen. Salzburg Lugstein Herlinde, 5204 Straßwalchen, Tel. (06215) 7357 Haslauer Sylvia, 5026 Salzburg, Tel. (0662) 621098 Haslauer Rosemarie, 5323 Ebenau, Tel. (06221) 20413 Seeberger Angelika, 5550 Radstadt, Tel. 0650-7023121 Die Beraterinnen geben auch gerne telefonische Auskünfte. In Österreich gibt es über 60 La Leche Liga Beraterinnen (Das Gesamtverzeichnis finden Sie unter www.lalecheliga.at) 27 Steiermark Burgenland Brunner Michaela, 8252 Mönichwald, Tel. (03336) 4812 Holler Christa Maria, 8230 Hartberg, Tel. 0650-3311073 Read Marion, 8700 Leoben, Tel. (03842) 29180 Leider steht derzeit keine Beraterin zur Verfügung. Verband der Still- und Laktationsberaterinnen Österreichs Tirol Brunner Waltraud, 6330 Kufstein, Tel. (05372) 62041 Gotsch Manuela, 6464 Tarreinz, Tel. (05474) 5067 Mayr Angelika, 6200 Rotholz, Tel. (05244) 66056 Schoner Ursula, 6020 Innsbruck, Tel. 0664-4014806 (VSLÖ) 2362 Biedermannsdorf, Lindenstraße 20, Tel. u. Fax: 02236/72336, E-Mail: [email protected] Eva Bogensperger, Präsidentin des VSLÖ, [email protected] Hilfreiche Tipps und praktische Informationen auch unter www.mamisbest.at, E-Mail: [email protected] Vorarlberg Hahn Susanne, 6800 Feldkirch, Tel. 0676-3116553 Kyllönen Michaela, 6800 Feldkirch, Tel. 0699-10033858 In Österreich gibt es mehr als 300 Stillberaterinnen (IBCLCs – International Board Certified Lactation Consultants). Wien Ein Gesamtverzeichnis finden Sie unter www.stillen.at Hofstadler Annemarie, 1190 Wien, Tel. (01) 4402362 Laszlo Christine, 1220 Wien, Tel. 0699-12207760 Schindler Katharina, 1130 Wien, Tel. (01) 8870164 Wiener Maria, 1050 Wien, Tel. 0650-8712196 Burgenland Holzhacker Waltraud, 7512 Kohfidisch, Tel. 0660-2177721 Schmid Sabine, Stillambulanz KHEisenstadt, Tel. (02682) 6013665 (Di+Fr) 28 Kärnten Hörandner Gabriele, 4861 Schörfling, Tel. 0699-15479130 Oberaigner Petra, 4611 Buchkirchen, Tel. (07242) 28996 Flaschberger Gabi, 9020 Klagenfurt, Tel. 0699-10149593 Koffler Gabriele, 9581 Ledenitzen, Tel. 0650-5590056 Kruttner Ingrid, 9311 Kraig, Tel. 0664-6423158 Salzburg Baumgartner Gerda, 5110 Oberndorf, Tel. 0699-81991417 Bogensperger Eva, 5020 Salzburg, Tel. 0650-8603873 Brandstätter Gabriele, 5350 Strobl, Tel. 0664-3921980 Gobl-Arh Maria, 5164 Seeham, Tel. 0699-11293949 Lindinger Christine, 5020 Salzburg, Tel. 0676-7221421 Schallhammer Carolin, 5020 Salzburg, Tel. 0699-15090309 Voglreiter Frieda, 5672 Fusch a.d. Glocknerstraße, Tel. 0664-6372960 Niederösterreich Antlova Lucie, 3950 Gmünd, Tel. 0664-5014220 Böhm Eva, 3443 Sieghartskirchen, Tel. 0664-73917657 Edelhofer Gerlinde, 2832 Thernberg, Tel. (02629) 3271 Riegler Regina, 2640 Gloggnitz, Tel. (02662) 43531 Schmid-Hofstetter Regina, 2225 Großinzersdorf, Tel. (02532) 3285 Stoik Susanne, 2304 Orth/Donau, Tel. (02212) 2867 Teufel Sabine, 3270 Scheibbs, Tel. (07482) 42113 Weidlich Brigitta, 2724 Hohe Wand, Tel. 0664-3771770 Winkler Dagmar, 3721 Limberg, Tel. (02958) 8518 Steiermark Adam Monika, 8543 St.Martin i.S., Tel. 0664-4465194 Forrer Ingrid, 8820 Neumarkt, Tel. 0664-9982772 Moenie van der Kleyn, 8271 Bad Waltersdorf, Tel. 0664-2302474 Obergruber Andrea, Stillambulanz LKH Leoben, Tel. (03842) 4013456 Reiter Rosina, 8753 Fohnsdorf, Tel. 0664-2810638 Dr. Unterberger Eva, Haidinger Ingrid, Stillambulanz Sanatorium St.Leonhard, Graz, Tel. 0664-4342868 Weber Maria, Stillambulanz LKH Bruck, Tel. (03862) 895 2451 od. 2466 Oberösterreich Cevallos Freire-Selgrad Angela, Linz, Tel. (0732) 30105623 - Stillhotline Großauer Maria, Stillambulanz LKHSteyr, Tel. (050) 5546623757 Gruber Luzia, 4912 Neuhofen, Tel. (07752) 88705 Has Waltraud, 4020 Linz, Tel. (0732) 792526 Hemmelmayr Andrea, 4175 Herzogsdorf, Tel. 0699-11463100 29 Tirol Tel. (01) 9672459 Maurer Margret, 6365 Kirchberg, Tel. 0664-9490827 Moser Hildegard, 9900 Lienz, Tel. 0664-2263175 Prantner Inge, 6372 Oberndorf, Tel. (05356) 75129 Resch Tamara, 6065 Thaur, Tel. 0699-12600226 Schroll Verena Christina, 6365 Kirchberg, Tel. (05357) 20387 Seiringer Isolde, 6522 Faggen, Tel. (05472) 6340 Welskop Petra, 6130 Schwaz, Tel. (05242) 63480 Mutter- bzw. Elternberatungsstellen Nähere Informationen über die Beratungsstellen in Ihrem Bundesland, können Sie bei den jeweiligen Bezirkshauptmannschaften bzw. Magistraten sowie bei nachstehenden Adressen erhalten: Burgenland Vorarlberg Amt der Burgenländischen Landesregierung Abteilung 6, SO Bettina Horwath Europaplatz 1, 7001 Eisenstadt Tel. (02682) 600/2325 DW Hollenstein Renate, 6867 Schwarzenberg, Tel. (05512) 3677 Mohilla Sandra, 6700 Bludenz, Tel. 0664-4847500 Schmid Herlinde, 6820 Frastanz, Tel. 0664-5273545 Zimmermann Elke, 6706 Bürs, Tel. 0664-1506553 Kärnten Amt der Kärntner Landesregierung Dr. Michaela Brammer – Abt. 5 Kompetenzzentrum Gesundheit Hasnerstraße 8, 9020 Klagenfurt Tel. (050)536/15091DW Wien Grabherr-Ebner Barbara, 1220 Wien, Tel. (01) 7742063 Medlitsch Andrea, 1030 Wien, Tel. 0699-18429162 Mitterhuber Renate, 1190 Wien, Tel. 0650-3680093 Reisinger Martina, KH Rudolfstiftung, Tel. (01) 7116594722 Schierer Christine, 1110 Wien, Tel. 0676-9133973 Versluis Claudia, 1220 Wien, Niederösterreich Amt der Niederösterreichischen Landesregierung Dr. Helmreich Landhausplatz 1, Haus 15B, 3109 St.Pölten Tel. (02742) 9005/12948 DW, 30 Vorarlberg E-Mail: [email protected] Connexia – Gesellschaft für Gesundheit und Pflege gem. GmbH Frau Attenberger Broßwaldengasse 8, 6900 Bregenz Tel. 0664-88447878 Oberösterreich Amt der Oberösterreichischen Landesregierung Abt. Jugendwohlfahrt Bahnhofplatz 1, 4021 Linz Tel. (0732) 7720/15200 DW, www.jugendwohlfahrt-ooe.at Wien Magistratsabteilung 15 – Gesundheitsdienst der Stadt Wien Gesundheitsvorsorge für Kinder und Jugendliche Thomas-Klestil Platz 3, 1030 Wien Tel. (01) 4000/87641 Salzburg Stadt und Land Salzburg - Elternberatung des Landes Referat Soziale Kinder- und Jugendarbeit Helene Riedel Gestättengasse 10, 5020 Salzburg Tel. (0662) 8042/2888 DW, Sekretariat 2894 DW Amt für Jugend und Familie, MA 11 Dezernat 2 - Soziale Arbeit mit Familien Rüdengasse 11, 1030 Wien Tel. (01) 4000/90722 DW Österreichisches Steiermark Hebammengremium (ÖHG) Amt der Steiermärkischen Landesregierung FA11A – Soziales, Arbeit u. Beihilfen, Ref. 8-Sozialarbeit, Elternberatung Hofgasse 12, 8010 Graz Tel. (0316) 877/4891 oder 2747 DW Hebammen in Ihrer Umgebung unter www.hebammen.at Landstrasser Hauptstraße 71/2, 1030 Wien Tel. und Fax: (01) 71728163, E-Mail: [email protected] Präsidentin Petra Welskop Tirol Landessanitätsdirektion, Abt. Vc Mutter-Eltern-Beratung Hebamme Fr. Petra Welskop An-der-Lan-Straße 43, 6020 Innsbruck Tel. (0512) 260135-11 Stillbeauftragte des ÖHG: Moenie van der Kleyn Wagerberg 152, 8271 Bad Waltersdorf Tel. 0664-2302474 E-mail: [email protected] 31 Sonstige Stillberatung 4600 Wels, Dragoner Straße 44, Tel./Fax (07242) 55091, E-Mail: [email protected], www.elternkindzentrum-wels.at ProMami NÖ www.promami.at Eltern-Kind-Zentrum Innsbruck, Amraserstraße 5, Tel. (0512) 581997, E-mail: [email protected], www.ekiz-ibk.at Frauenmilchsammelstelle Semmelweis-Frauenklinik, 1180 Wien, Tel. (01) 47615 5995 Überschüssige Muttermilch wird auch in kleinen Mengen im Großraum Wien abgeholt. Eltern-Kind-Zentrum Linz, Figulystraße 30, Tel. (070) 669611, E-mail: [email protected], www.ekiz.at Baby-friendly Hospitals Eltern-Kind-Zentrum Mödling, Hauptstraße 20, Tel. (02236) 25235, E-mail: [email protected], www.ekiz-moedling.at Alle österreichischen Entbindungsabteilungen legen größten Wert darauf, Müttern und Babys das Stillen zu ermöglichen, und bieten Hilfe und Unterstützung an. Es ist das Recht jeder Mutter, ihr Kind zu stillen, sie ist aber nicht dazu verpflichtet. Jeder Mutter, die stillen will, soll die bestmögliche Unterstützung und Hilfe, besonders am Beginn des Stillens, angeboten werden. Eltern-Kind-Zentrum Graz, Bergmanngasse 10, Tel. (0316) 37814-0, Fax (0316) 37814-22 E-Mail: [email protected], www.ekiz-graz.at Eltern-Kind-Zentrum Weiz, 8160 Weiz, Resselgasse 6/I, Tel. (03172) 44606, E-Mail: [email protected], www.ekiz-weiz.at Telefonische Stillberatung: Renate Schinnerl Tel. 0664-5948184 Stillberatung zu Hause, Fragen rund ums Baby: Astrid Ehall, Tel. 0664-8596821 Im Rahmen der weltweiten WHO/UNICEFInitiative „Baby-friendly Hospitals“ werden Empfehlungen festgehalten, die eine möglichst stillfreundliche Umgebung an Geburtsabteilungen ermöglichen sollen. Entbindungsabteilungen, die sich in allen Punkten an die WHO-Empfehlungen und an den Codex zur Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten halten, können mit der BFHI-Plakette (Babyfriendly Hospital) der WHO/UNICEF Eltern-Kind-Zentrum Klein & GROSS, 32 ausgezeichnet werden. Diese Empfehlungen beinhalten: • Gute Aus- und Fortbildung für das Pflegepersonal und die Hebammen, sowie Information für die Mütter ab der Schwangerschaft. • Das Stillen an der Wochenbettstation soll gut in Gang kommen, indem die Mutter nach Bedarf des Babys, mit Hilfestellung durch das Pflegepersonal bzw. die Hebammen und ohne störende Einflüsse zu stillen beginnen kann. • Bei der Entlassung werden den Müttern Möglichkeiten angegeben, wo sie bei Bedarf Unterstützung erhalten können. Weitere Informationen finden Sie unter www.ongkg.at/baby-friendly.html. 33 Empfehlenswerte Bücher (Auswahl) Gabie Eugster La Leche Liga Österreich Für besondere Situationen • Handbuch für die stillende Mutter • Schlafen und Wachen • Das 24 Stunden Baby • Wir stillen noch • In Liebe wachsen • Stillen, Job und Family • Mein Kind will nicht essen Stillen von Zwillingen, La Leche Liga www.lalecheliga.at - Online Shop oder zu beziehen bei Fr. Marion Read Tel. (0681) 83103699 (8.30 – 17.00 Uhr), E-Mail: [email protected] Stillen eines Adoptivkindes und Relaktation, La Leche Liga WirbelWind www.stillbuch.at Babyernährung gesund und richtig, Urban und Fischer Das Stillen eines Babys mit Down Syndrom, La Leche Liga Gespaltene Gefühle - Lippen-, Kiefer-, Gaumenspalten, Oesch Verlag Fachbuchversand Stillen: Die andere Elternzeitschrift für den Beziehungsalltag kostenlose Probenummer anfordern unter www.elternzeitschrift.org Guoth-Gumberger/Hormann „Stillen“, G+U Verlag Hanny Lothrop: Das Stillbuch, Köselverlag Ingeborg Hanreich: Essen und Trinken im Säuglingsalter, Eigenverlag 34 35 www.bmg.gv.at Stillen ist die einfachste und natürlichste Art, ein Baby zu ernähren und bringt zusätzlich gesundheitliche Vorteile für Mutter und Kind. Offene Fragen und anfängliche Unsicherheiten werden mit dieser Broschüre ausgeräumt, die bewusste Entscheidung für das Stillen erleichtert. Text Diese Broschüre wurde unter Mitarbeit von erfahrenen Ärztinnen/Ärzten und Stillberaterinnen hergestellt und enthält erste Informationen und Hilfestellungen bei Problemen sowie zahlreiche Kontaktadressen für die persönliche Beratung.