Schmerzende Hände und Füße

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I n f o r m a t i o n s m a t e r i a l
v o m
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Schmerzende Hände und Füße
Einen Jackenknopf schließen, eine Dose öffnen oder auf Zehenspitzen laufen: Was für die
meisten Menschen selbstverständliche und alltägliche Bewegungen sind, bereitet anderen
Mühe und kostet sie viel Zeit und Kraft. Nicht selten sind Schmerzen in Händen oder Füßen der
Grund dafür. Doch diese Schmerzen können viele Ursachen haben: abgenutzte oder entzündete Gelenke, ein Unfall oder erblich bedingte Krankheiten.
Lässt die Beweglichkeit der Finger nach, können auch die selbstverständlichsten Handgriffe
zum Problem werden: Zahnbürste halten,
Knöpfe auf- und zumachen oder Kartoffeln
schälen. Es gibt für diese Fälle natürlich zahlreiche Hilfsmittel in Spezialgeschäften. Doch
kleine Hilfen für den Alltag können Sie sich zu
Hause auch schnell selbst bauen.
Praktische Küchenhilfen
Frühstücksbrettchen
Sie können ein Frühstücksbrettchen aus Holz
mit Nägeln so präparieren, dass die Schnitte
beim Schmieren nicht mehr weg rutscht. Der
Vorteil: Sie können auch mit wenig Kraft den
Belag aufstreichen.
Sie brauchen: ein Frühstücksbrettchen aus
Holz, eine Bohrmaschine, einen Hammer, ca.
sechs bis acht unbehandelte Holzdübel.
Griffhilfe
Ob Messer, Kartoffelschäler oder Suppenkelle
– Sie können jedes Küchenutensil mit einem
einfachen Isolierschlauch oder einem Fahrradgriff aus dem Baumarkt am Griff verdicken.
Ziehen Sie den Isolierschlauch dazu einfach
über den Griff. So können Sie kraftvoller zupacken und Besteck oder Werkzeug liegen sicherer in der Hand.
Sie brauchen: einen Fahrradgriff, ein Stück
Gartenschlauch oder Isolierband
Nussknacker als Flaschenöffner
Ein Nussknacker knackt nicht nur Nüsse. Sie
können Ihn auch wie eine Zange zum Öffnen
einer Flasche oder einer Zahnpastatube benutzen.
Die häufigsten Schmerzverursacher
in den Händen
Arthrose
Eine Knorpelschicht umhüllt unsere Gelenke.
Sie nutzt sich im Laufe des Lebens ab. Gleichzeitig verändert sich die Zusammensetzung
unserer Gelenkflüssigkeit, die eine reibungsund schmerzlose Bewegung ermöglichen soll.
Arthrose ist also eine Alterserscheinung und
keine Krankheit. Fast jeder 65-Jährige ist davon betroffen.
Rheuma
Rheuma wird auch rheumatoide Arthritis genannt. Es tritt auf, wenn die Gelenkinnenhaut
in der Gelenkkapsel entzündet ist. Nach außen
wird sie durch Schwellungen oder Knötchenbildung sichtbar. Rheuma verursacht ziehende
Schmerzen und steife Gelenke, vor allem am
Morgen. Die Ursache für diese Krankheit ist
bislang ungeklärt. Als Auslöser werden erbliche Veranlagung, Rauchen und Infektionskrankheiten vermutet.
Gicht
Auch Gicht ist eine rheumatische Erkrankung,
bei der sich zu viel Harnsäure im Blut bildet.
Die Harnsäurekristalle lagern sich in den Gelenken ab und verursachen dort schmerzhafte
Entzündungen.
Karpaltunnelsyndrom
Zwischen Fingerspitzen und Handgelenk befindet sich eine Nervenbahn. Diese verläuft auf
Höhe des Handgelenks durch den sogenannten Karpaltunnel. Ist dieser verengt, wird der
Nerv geschädigt und es kommt zu Schmerzen
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in der Hand oder einem Taubheitsgefühl in den
Fingern.
Fehlbelastungen
Bestimmte Sportarten und Berufe belasten die
Hände sehr stark. Dabei können Schmerzen in
den Händen auftreten, die ähnliche Symptome
wie bei Arthrose oder Rheuma hervorrufen.
Korrigiert man die Fehlbelastung oder schont
die Hand für eine Weile, verschwinden die
Symptome.
Tipp
Bandagen helfen kurzfristig, überlastete oder
geschädigte Gelenke zu stabilisieren und damit zu schonen. Die geeignete Form sollte mit
einem Arzt oder Orthopäden abgesprochen
werden. Es gibt verschiedene Fertigbandagen
in Reformhäusern. Diese werden auch von der
Krankenkasse bezuschusst.
Leben mit einer Hand
Sören W. ist Testperson für die neueste Generation myoelektrischer Prothesen. Sie werden
über Batterie betrieben und messen über eine
Elektrode die Muskelkraft. So kann Sören W.
seine Handprothese allein über die Muskeln
öffnen und schließen. Die neusten Modelle
sind filigraner als frühere. Sören W. kann damit
jetzt jeden Finger einzeln bewegen und nun
auch Dinge tun, die sehr viel Feinmotorik erfordern. Vielleicht ermöglicht die Prothese ihm
eines Tages seinen großen Traum in Erfüllung
gehen zulassen: Er will einen Pilotenschein
machen. Sören hat trotz der eingeschränkten
Beweglichkeit seines linken Armes eine Ausbildung zum IT-Assistenten abgeschlossen,
parallel das Fachabitur und einen LKWFührerschein gemacht. Für viele Handgriffe
und auch für das Schreiben auf der Tastatur
hat er sich eine eigene Technik angeeignet.
Auf Hilfsmittel kann er meist verzichten.
Schmerzende Füße
Der menschliche Fuß besteht aus 26 Knochen,
33 Gelenken und 107 Bänder sowie 19 Muskeln und Sehnen. Wenn das Zusammenspiel
dieser Bausteine nicht stimmt, fangen die Füße
nicht nur an zu schmerzen, sondern können
sich auch dauerhaft verformen. Häufige Ursachen sind z.B. zu schwere Traglasten, eigenes
Übergewicht, häufiges Stehen oder die falschen Schuhe. Besonders ungesund sind
Schuhe mit hohem Absatz. Ab und an getragen sind sie kein Problem. Doch hohe und
enge Schuhe verursachen auf Dauer einen
Spreizfuß, die häufigste Fehlstellung der Füße.
Eine ebenfalls weit verbreite Fehlstellung sind
Senkfüße. Dabei geben die Muskeln des
Längsgewölbes nach. Der Fuß senkt sich. Um
die Stabilität aufrecht zu erhalten, knickt oft die
Ferse nach innen, der Knöchel spreizt nach
außen – ein Knick-Senkfuß entsteht. Im Extremfall liegt der Fuß später mit der ganzen
Fläche auf dem Boden auf - der Plattfuß ist
entstanden.
Druck und gequetschte Zehen führen zum
Ballenzeh, dem Hallux valgus. Die große Zehe
weicht nach innen ab. Das Gelenk dreht nach
außen. Das schmerzt und kann langfristig Arthrose auslösen.
Eng damit verbunden sind Hammerzehen.
Weil es keinen Platz im Schuh gibt, drückt sich
das Mittelglied der Zehen nach oben und reibt
in der Folge oft schmerzhaft am Schuh.
Titanplatte gegen Ballenzeh
Manchmal ist die Verformung des Fußes so
weit fortgeschritten, dass nur noch eine Operation des Ballenzehs (Hallux valgus) hilft. Bis
vor kurzem wurden die Fehlstellungen der
Knochen mit zwei Schrauben korrigiert. Das
bedeutete für die Patienten, dass sie ihren Fuß
oft wochenlang nicht belasten konnten, da das
Auftreten sehr schmerzhaft war. Bei etwa zwölf
Prozent aller Operationen kam es außerdem
zu Komplikationen.
Das Waldkrankenhaus Bad Düben bietet seit
kurzem eine bessere Operationsmethode an.
Je nach Schweregrad der Verformung werden
Knochenkorrekturen vorgenommen. Eine dünne Titanplatte wird dazu seitlich am Fuß angelegt und mit vier Schrauben direkt am Knochen
befestigt. Die Platte gibt es in verschiedenen
Längen. So kann sie dem Fuß optimal angepasst werden und stützt den Fuß zusätzlich.
So können die Patienten den Fuß sofort nach
der Operation belasten. Der Druck bewirkt,
dass die beiden Knochen beim Auftreten
schneller zusammenwachsen. Das winkelstabile Implantat wird nach geraumer Zeit wieder
entfernt.
Angeborene Fehlstellungen
Neben den Verformungen der Füße, die durch
falsche Belastung zustande kommen, gibt es
auch angeborene Fehlstellungen. Die Fehlstellung ist dann oft bei mehreren Familienmitgliedern gleichzeitig zu beobachten.
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Die häufigsten angeborenen Fehlstellungen:
Klumpfuß
Der Vorfuß ist nach innen verdreht und das
Fußgewölbe sehr tief. Klumpfüße treten bei
Jungen doppelt so häufig auf wie bei Mädchen.
Knickfuß
Der Fuß ist nach außen gedreht und nach
innen geknickt. Ursachen sind schwache Muskeln und Sehnen. Meist bildet sich ein kindlicher Knickfuß im Jugendalter von allein zurück.
Spitzfuß
Hierbei steht die Ferse nach oben und kann
den Boden nicht berühren. Der angeborene
Spitzfuß kann Folge einer Einengung im Mutterleib sein oder auch durch Fehlstellungen in
den Beinen verursacht werden.
Tipps für den Schuhkauf
Laut einer Fußreport-Studie der Schuhindustrie
mit bundesweit 10.400 Teilnehmern sind 80
Prozent der Menschen mit falschen Schuhen
unterwegs. Mit den folgenden Tipps finden Sie
den richtigen Schuh:
•
•
•
Schuhe mittags oder nachmittags kaufen!
Die Beine und auch die Füße schwellen
im Laufe des Tages an.
Wichtig ist: gutes Abrollen bei flachen
Schuhen! Mit einem einfachen Test kommen Sie zur richtigen Auswahl. Stellen
Sie die Schuhe auf den Boden. Drücken
sie auf die Spitzen. Ein Schuh, der dabei
weiter nach oben kommt, garantiert ein
besseres Abrollen.
Viele kaufen zu kleine Schuhe. Folgender
Test hilft die richtige Größe zu finden:
Nehmen Sie die Sohle aus dem Schuh
und stellen den Fuß darauf. Biegen sie
die Sohle mit der großen Zehe nach oben.
Die Sohle sollte länger als der Zeh sein
Angenehmes für Hände und Füße
Das beste Mittel für gesunde Füße ist das
Barfußlaufen. Dabei rollt der Fuß so ab, dass
er gleichzeitig die gesamte Wirbelsäule stabilisiert. Auch für Menschen, die schon schmerzhafte Verformungen haben oder unter einem
diabetischen Fuß leiden, empfiehlt sich ein
tägliches Training.
Ideal ist ein Barfußpfad, der dem Fuß verschiedene Untergründe bietet. Der Fuß rollt
so nicht nur korrekt ab, sondern wird auch
noch zusätzlich von der Sohle her massiert.
Sie können sich einen solchen Barfußpfad mit
ausgedienten Kinderbadewannen selbst bauen. Stellen Sie die Wannen entlang eines Tisches oder Schrankes, um sich gut festhalten
zu können: Füllen sie die Wannen nun mit
unterschiedlichen Materialien, z.B. Wolldecken, Sand, Rindenmulch, Kieselsteine oder
Laub.
Mit einer ayurvedischen Massage
gegen Arthrose
Die Abhyanga-Massage wird in der traditionellen indischen Medizin angewendet und verbessert die Durchblutung im ganzen Körper.
Schadstoffe werden durch das Schwitzen während der Behandlung ausgeschieden und auch
die Zirkulation der Lymphe im Körper wird
verbessert.
Am Immanuel-Krankenhaus Berlin wird die
Abhyanga-Massage zur Behandlung von Arthrose eingesetzt. Dort wird das speziell dafür
verschriebene entzündungshemmende und
kühlende Murivenna-Öl eingesetzt. Es enthält
neben Sesamöl zahlreiche indische Heilpflanzen wie Karanja, wilden Spargel, Betelpfeffer
und Extrakte aus dem Meerrettich-Baum.
Ernährung bei Rheuma
oder Arthritis
Der Einfluss der Ernährung bei rheumatischen
Erkrankungen ist nicht eindeutig wissenschaftlich belegt. Wissenschaftliche Studien kommen
zu unterschiedlichen Ergebnissen. Eine entsprechend angepasste Ernährung kann aber
Schmerzen lindern und die Morgensteifigkeit
der Gelenke vermindern.
Entscheidend für die Ausprägung der Gelenkentzündungen ist die sogenannte Arachidonsäure, die teilweise vom Körper selbst gebildet
wird. Sie ist vor allem in tierischen Lebensmitteln enthalten. Deshalb gilt: tierische Lebensmittel meiden und Nahrungsmittel bevorzugen,
die die Bildung von Arachidonsäure im Körper
hemmen. Das sind pflanzliche Öle, Nüsse und
Fisch.
Rezept - Walnusstaler
(die herzhafte Alternative)
Zutaten für ca. 30 Stück:
120 g
Walnusskerne
250 g
Weizenmehl
½ TL
Salz
100 g
Butter
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Ei
2 EL
saure Sahne
1
Eigelb zum Bestreichen
1 EL
Wasser
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Zubereitung:
Die Hälfte der Walnüsse hacken. Diese mit
Weizenmehl, Salz, kalter Butter, Ei und saurer
Sahne zu einem glatten Teig verarbeiten. Den
Teig zu einer Kugel formen, in Folie wickeln
und 30 Minuten in den Kühlschrank stellen.
Den Teig nochmals durchkneten und auf einer
bemehlten Fläche etwa drei Millimeter dick
ausrollen. Kreise von fünf Zentimeter Durchmesser ausstechen und auf ein mit Backpapier
ausgelegtes Backblech legen. Eigelb und
Wasser verquirlen, die Plätzchen damit
bestreichen. Die restlichen Nüsse grob hacken
und die Kekse damit bestreuen.
Die Plätzchen im Backofen bei 220°C etwa
zwölf bis 15 Minuten backen, bis sie leicht
gebräunt sind. Die Nusstaler nach dem Backen
vom Blech nehmen und auskühlen lassen.
Linderung durch Paraffinbad
Paraffin ist ein Wachs, das zu Behandlungszwecken verflüssigt wird. Es besteht aus verschiedenen Alkanen (gesättigte Kohlenwasserstoffe), die keinen Eigengeruch besitzen.
Warmes Paraffin fördert die Durchblutung,
entspannt das Gewebe und macht es geschmeidiger.
Als positiver Effekt öffnen sich die Poren der
Haut und die Durchblutung wird angeregt. Zur
Verstärkung der Wirkung können Sie zusätzlich Handschuhe tragen. Nach dem Einwirken
wird die Folie samt Paraffin von der Haut abgezogen. Nun kann mit der eigentlichen Behandlung begonnen werden.
Das Paraffinbad darf nicht bei Thrombose,
akuten Entzündungen, Allergien und offenen
Wunden eingesetzt werden. Außerdem dürfen
Hände oder Füße nicht zu kalt sein- das Paraffin erkaltet sonst zu schnell. Gerade im Winter
ist ein Paraffinbad für die Haut an den Händen
besser als jede Handcreme.
Die anregende Wirkung des Paraffinbades
wird auch in der Rheumatherapie genutzt. Eine
verbesserte Durchblutung lindert die Schmerzen. Deshalb ist das Paraffinbad besonders
geeignet für Patienten, die an Arthritis,
Schleimbeutelentzündung, Muskelspasmen
und chronischen Gelenkentzündungen leiden.
Die Muskeln werden durch die Wärme entspannt und so optimal auf kommende Behandlungen vorbereitet. Gewöhnlich sollten Sie
Hände oder Füße ca. viermal, im Wechsel mit
kurzzeitigen Trocknungsphasen, in das Paraffinbad tauchen.
Bei der Behandlung sollten Sie ihre Hände
oder Füße mehrmals in das Paraffinbad tauchen. Wiederholen Sie diese Prozedur bis eine
Wachsschicht Ihre Hände und Füße komplett
überzieht. Anschließend wickeln Sie Ihre
Gliedmaßen in Frischhaltefolie. Durch die Folie
kann die Feuchtigkeit nicht entweichen und
bleibt in der Haut. So eingepackt sollten Hände
und Füße höchstens 15 Minuten schwitzen.
Anschrift:
MDR FERNSEHEN,
Redaktion "Hauptsache gesund"
04360 Leipzig
Internet: www.mdr.de/hauptsache-gesund
E-Mail: [email protected]
Thema der Sendung am 06.12.2012, 21:00 Uhr: "Diagnose Bandscheibenschaden"
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