Akne und unreine Haut - Therapie

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Therapie
Grundsätzlich gilt leider: Akne lässt sich nicht über Nacht heilen. Die Behandlung ist langwierig, sie zieht sich über Wochen
oder Monate hin und erfordert Konsequenz, Disziplin und vor
allem Geduld. Wenn nur eine leichte Form der Akne vorliegt,
können auch Hausmittel wirksam sein. Hefetabletten unterstützen die Haut mit wichtigen Nährstoffen; Gesichtspeelings oder
Kamilledampfbäder helfen, die abgestorbenen Hornzellen der
Haut abzutragen.
An die Mitesser sollte man nicht selbst Hand anlegen, jede Manipulation verschlimmert die Situation nur. Besser ist es,
Rubbelcremes einzusetzen oder durch eine Kosmetikerin eine
Tiefenreinigung, eine sogenannte „Aknetoilette“, durchführen zu
lassen. Haben sich starke Narben gebildet, können diese operativ abgetragen werden. Wichtig: Stark ausgeprägte Akne
kann sehr belastend sein, eine psychologische Begleitung ist in
diesen Fällen sehr hilfreich.
Der Arzt verschreibt bei starken Entzündungen oder wenn das
Selbstwertgefühl beeinträchtigt ist, äußerlich oder innerlich anzuwendende Präparate. Die jeweiligen Präparate sollten sorgfältig nach ärztlicher Anweisung angewandt werden. Vorsicht ist
speziell im Sommer geboten, weil manche Aknemedikamente
sich nicht mit der Sonne vertragen.
Anti-Akne-Mittel
Vitamin-A-Säure z. B. wird als Creme, Gel oder Tinktur äußerlich aufgetragen. Sie schält die oberste Hautschicht ab und beseitigt so eine übermäßige Verhornung. Anfangs kann sich die
Haut röten und schuppen, sie brennt unangenehm und spannt.
Später lässt das wieder nach. Vitamin-A-Säure kann auch innerlich eingenommen werden: Sie ist hochwirksam, aber nicht
völlig nebenwirkungsfrei. Frauen, die diese Präparate einnehmen, dürfen bis mindestens einen Monat nach der letzten Einnahme nicht schwanger werden, da es sonst zu Schädigungen
des Embryos kommen kann!
Fortsetzung Seite 2
Bei der Suche nach einem Arzt oder Psychologischen Psychotherapeuten in Ihrer Nähe hilft Ihnen auch die Kassenärztliche Vereinigung Berlin weiter: Unter der Telefonnummer 030 / 31 00 3 - 222 erreichen Sie unseren Gesundheitslotsendienst.
Kassenärztliche Vereinigung –
die
Dachorganisation
der
niedergelassenen Ärzte und
Psychotherapeuten in Berlin
Ein Verwandter der Vitamin-A-Säure ist das Isotretinoin. Dieses Medikament muss eingenommen werden. Es wird nur bei
schweren Fällen und unter ärztlicher Kontrolle eingesetzt. Da
es fruchtschädigend ist, muss vor der Anwendung eine
Schwangerschaft sicher ausgeschlossen werden, und falls eine
Schwangerschaft geplant ist, muss das Mittel mindestens einen
Monat vorher abgesetzt werden.
Schälend und zusätzlich antibakteriell wirkt Benzoylperoxid
(BPO): Auch dieses Mittel reizt am Anfang die Haut, außerdem
kann es farbige Textilien bleichen. Sehr selten reagiert der Körper auf diesen Wirkstoff mit einer Allergie.
Sowohl gegen die Entzündung als auch gegen die bakterielle
Besiedelung
wirkt
die
natürliche
organische
Säure
Azelainsäure. Sie wird als Creme aufgetragen und reguliert
durch ihren schälenden Effekt die Verhornung. Azelainsäure
wird im Allgemeinen gut vertragen, aber auch hier kann es anfangs zu leichten Hautreizungen und zu einem Brennen auf der
Haut kommen. Nach etwa vier Wochen sind die ersten Anzeichen einer Besserung zu bemerken.
Einige Antibiotika (z. B. Eryhtromycin, Clindamycin,
Tetracycline) wirken gegen die Bakterien, welche die Entzündungen verursachen. Sie werden meist zur äußerlichen, in
schwereren Fällen oder zu Therapiebeginn, um schnell eine
Linderung zu erzielen, auch zur innerlichen Anwendung verordnet.
Bestimmte Hormonpräparate können die Akne bei längerer
Einnahmezeit eindämmen: Sogenannte Antiandrogene hemmen die männlichen Hormone. Dadurch wird die Talgproduktion
eingeschränkt und die Ursache der Akne beseitigt. Allerdings
können diese Präparate nur von Mädchen und nur in Kombination mit beziehungsweise in einer „Anti-Baby-Pille” eingenommen werden.
Die verschiedenen Mittel können einzeln oder miteinander
kombiniert eingesetzt werden. Der Arzt wird entscheiden, welche Vorgehensweise jeweils am besten geeignet ist. Wichtig ist,
dass die Haut vor dem Auftragen der Cremes oder Salben, also
zweimal täglich, mit milden Syndets oder Reinigungsgelen gewaschen wird. Aggressive Reinigungslotionen reizen die Haut
und sollten deshalb vermieden werden.
Quelle:
www.kinderärzte-im-netz.de
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