Die Weltwirtschaft wächst langsam: Sieben Zwerge sind am Werk

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PRESSEMELDUNG
Die Weltwirtschaft wächst langsam: Sieben Zwerge sind am Werk
Wien, 26.1.2016: PRISMA Die Kreditversicherung und Euler Hermes prognostizieren
ein weltweites Wirtschaftswachstum von 2,8% für 2016 und 3,0% für 2017. In ihrer
aktuellen Studie „Die sieben Zwerge des weltweiten Wachstums“ identifizieren sie
sieben Antriebsfaktoren, die 2016 unterschiedlich gut in Schwung kommen.
 Generell erholen sich die Schwellenländer rascher, bleiben aber weit hinter den
einstigen Wachstumsraten zurück.
 Die Unternehmensinsolvenzen werden zum ersten Mal seit 2009 wieder einen
Anstieg von rund 1 % aufweisen.
„Positiv ist auf jeden Fall, dass in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften die
Privatinvestitionen endlich wieder in Schwung kommen und zur Wachstumsstütze werden“,
so Ludwig Mertes, Markenvorstand von PRISMA. „In Europa können steigende Umsätze,
eine sich bessernde Unternehmensrentabilität, niedrigere Kapitalkosten und gut gefüllte
Kriegskassen für positive Überraschungen sorgen. In den USA ist der Rückgang bei den
Investitionen in der Öl- und Gasindustrie nur schwer durch andere Wirtschaftszweige
wettzumachen.“
Der Bericht hebt außerdem die wachsende Divergenz zwischen den Schwellenmärkten und
den fortgeschrittenen Volkswirtschaften hervor. Die begrenzte Belebung in den
fortgeschrittenen Volkswirtschaften (+2,1 %) steht im Kontrast zum Wachstum der
Schwellenmärkte, das sich in den kommenden 12 Monaten auf einem niedrigen Niveau von
+4 % stabilisieren wird. Stark von der Rezession betroffene Länder wie Russland und
Brasilien werden zwar weiterhin Aufträge vergeben, dies aber in geringerem Umfang als
bisher. Andere Schwellenmärkte bleiben wahrscheinlich mit ihrem Wachstum weiterhin hinter
dem Trend zurück. Dies betrifft alle Länder, die von den Entwicklungen in China, den
Zinserhöhungen der US-Notenbank und den niedrigen Rohstoffpreise betroffen sind.
In Anlehnung an die sieben Zwerge von Walt Disney beschreibt die PRISMA-Studie jene
Faktoren, die 2016 das Ausmaß des Weltwirtschaftswachstums beeinflussen:
Zwerg Schlafmütze - müder Handel: Es wird erwartet, dass der weltweite Handel 2016 um
+0,9 % im Wert und um +3,7 % im Volumen wächst. Im Vergleich dazu lagen die
Wachstumsraten zwischen 2000 und 2010 bei rund 6% jährlich. 2015 verzeichnete dieser
Wirtschaftszweig aufgrund niedriger Rohstoffpreise und Währungsturbulenzen einen
Einbruch von −9 %. Tiefgreifende strukturelle Korrekturen sind daher nötig:
 Wertketten verkürzen sich, weil technologische Entwicklungen und steigende Löhne
die Wettbewerbsvorteile von Produktionsländern in Asien und Mitteleuropa
schwinden lassen; und
 Chinas Neuausrichtung weg von der Industrie und hin zum Dienstleistungssektor
führt dazu, dass sich die Absatzchancen von Lieferanten von Primärgütern und
Zwischenerzeugnissen verringern.
2. Zwerg Brummbär – schlecht gelaunte Schwellenmärkte: 2015 war für
Schwellenmärkte ein sehr hartes Jahr und einige Länder werden auch 2016 sehr anfällig für
wirtschaftliche Erschütterungen bleiben. Brasilien, Russland, Nigeria, die Türkei und
Südafrika (die BRuNTS-Länder) sehen sich verschärften externen
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Finanzierungsbedingungen, Währungsabwertungen und schwierige politische
Entscheidungen gegenüber. Ursachen dafür sind die dauerhaft niedrigen Einnahmen aus
Rohstoffverkäufen, die sich abschwächende Konjunktur in China und eine weniger
unterstützende Geldpolitik der USA. Außerdem leiden diese Länder unter Problemen im
eigenen Land wie Inflation, Rückgang der Inlandsnachfrage und soziopolitische
Spannungen.
3. Zwerg Pimpel - schüchterne Rohstoffpreise: Die Ölpreise werden über längere Zeit
hinweg niedrig bleiben. Dies verschafft nettoölimportierenden Ländern einen starken
Rückenwind, während die Nettoölexporteure weiter darunter leiden werden. Selbst wenn sich
die Brent-Preise auf Niedrigrekordniveaus stabilisieren, ist das Geschäftsmodell derjenigen
Länder infrage gestellt, deren Staatshaushalte und monetären Entscheidungen stark vom
Ölexport abhängen.
4. Zwerg Hatschi – verschnupfte Finanzmärkte: Die Finanzmärkte werden auch 2016
volatil bleiben. Dabei wird sich der Druck auf die Währungen der Rohstoffexporteure durch
die schwierigen Rohstoffmärkte noch erhöhen. PRISMA geht davon aus, dass sich die
Preise für Grundrohstoffe wie Nickel, Sojabohnen und Zink 2016 stabilisieren. Im Gegensatz
dazu sehen die Prognosen für Rohstoff-Preise, die in der Fertigungsindustrie verwendet
werden (Kohle, Kupfer, Eisenerz oder Stahl), düsterer aus. Diese könnten erneut um bis zu
−10 % fallen. Auch bei den Währungen könnte es zu einer zweiten Abwertungsrunde (−5 %
bis −10 %) kommen, vor allem in Brasilien, China, Russland, Südafrika und der Türkei.
5. Zwerg Happy - erfreuliche Inlandsnachfrage: Angesichts der globalen Turbulenzen und
strukturellen Veränderungen im weltweiten Handel wenden sich viele Länder dem
heimischen Markt zu und stimulieren mittels protektionistischer Maßnahmen das Wachstum
des Binnenkonsums. Dieser Trend ist besonders in Schwellenländern wie Indien auffällig, wo
der Konsum seit 2013 um 13,2 % gestiegen ist, obwohl sich die Einfuhren nur um schwache
2 % erhöht haben. Unterdessen wird der Aufschwung in entwickelten Märkten durch die
niedrigen Ölpreise nachlassen, da die Inflation langsam anzieht und dabei das
Lohnwachstum überflügelt. Das wiederum verringert die Kaufkraft.
6. Zwerg Chef – gemeinsame Steuerung: Trotz der sinkenden Reserven der
Schwellenmärkte wird es dank der Anleihen-Aufkäufe durch die Bank of Japan, die EZB und
die Chinesische Volksbank auch 2016 zu keinen weltweiten Liquiditätsengpässen kommen.
Gleichzeitig wird die Fiskalpolitik in einigen großen Volkswirtschaften statt des bisherigen
deutlichen Gegenwinds einen moderaten Rückenwind verspüren. In China hilft ein starker
Anstieg bei den Staatsausgaben, das Wachstum auf Kurs zu halten. In Europa ist der strikte
Sparkurs vorbei: Die meisten Länder haben für 2016 Änderungen bei den
Körperschaftssteuersätzen oder gezielte Konjunkturprogramme angekündigt.
7. Zwerg Seppl – schlecht durchdachte Entscheidungen und politische Risiken: Die
weltpolitische Lage ist 2016 erneut äußerst unsicher, was den Unternehmen den Blick in die
Zukunft erschwert. Vom Brexit-Risiko über Entscheidungen zu Sanktionen gegen Russland
bis hin zu Wahlen in einigen der größten Volkswirtschaften im Laufe des Jahres, darunter in
den USA, herrscht reichlich Ungewissheit.
Resümee
„2015 war für die Weltwirtschaft ein hartes Jahr, nicht zuletzt wegen der Erkenntnis, dass
der chinesische Konsument die Welt nicht retten kann. Die Reaktion der Kapitalmärkte in
den ersten Wochen dieses Jahres haben gezeigt, dass das Vertrauen weiter schwach bleibt
und dass man sensibel auf politische Änderungen und Nachrichten reagiert, die aus der
zweitgrößten Volkswirtschaft der Erde kommen. Lassen Sie uns aber auch noch über
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Positives sprechen: Die Eurozone findet endlich wieder ihren Weg zurück zum Wachstum,
und einige Schwergewichte wie Indien, Indonesien und Mexiko, haben ihre
Widerstandsfähigkeit gegenüber den Turbulenzen auf den Schwellenmärkten bewiesen.
2016 wird es daher stärker als je zuvor um ‚Differenzierung‘ gehen“, fasst Mertes die Lage
zusammen.
PRISMA Die Kreditversicherung – eine Marke der Acredia Versicherung AG. PRISMA
sichert Forderungen gegen das Risiko des Zahlungsausfalles ab. Seit 1989 belebt PRISMA
den österreichischen Kreditversicherungsmarkt, seit 2009 führt sie ihn an. International gut
vernetzt, stehen PRISMA mehr als 40 Mio. Firmeninformationen zur Verfügung.
2014 erzielte Acredia Versicherung AG 92 Mio. Euro Umsatz. Acredia ist zu 100% Tochter
der OeKB EH Beteiligungs- und Management AG. Die Oesterreichische Kontrollbank AG hält
51% der Managementholding, 49% hält die Euler Hermes AG, Hamburg. Die Euler Hermes
Gruppe, mit Sitz in Paris, ist Weltmarktführer in der Kreditversicherung und gehört zum
Allianz-Konzern. www.prisma-kredit.com
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
 Mag. Marion Koll, Pressesprecherin der Acredia Versicherung AG
Tel +43 (0)5 01 02-1410, Mobil: +43/664 80102 1410
E-Mail: [email protected]
 Dr. Karin Krobath, IDENTITÄTER
Mobil: +43/699 1077 6611
E-Mail: [email protected]
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