Der Solvency and Financial Condition Report (SFCR)

Werbung
www.pwc.at/publikationen
Financial Services aktuell
Banken, Fonds, Real Estate, Versicherungen
Express
Express Ausgabe 33, 2. Februar 2016
Der Solvency and Financial Condition Report (SFCR)
Eine zusätzliche Herausforderung für Versicherungen in
zukünftigen Berichtsperioden zum Jahresende!
Der Solvency and Financial Condition Report (SFCR, auf Deutsch auch
„Bericht über Solvabilität und Finanzlage“ genannt) ist ein Bestandteil der
Richtlinie 2009/138/EC des Europäischen Parlamentes vom 25. November 2009 (kurz gefasst: Solvency II).
Dieser Bericht muss von allen Lebens-,
Nichtlebens- und Rückversicherungsunternehmen veröffentlicht werden, die
durch Solvency II reguliert werden. Das
Ziel des SFCR ist es die Transparenz der
Versicherungsunternehmen zu erhöhen,
in dem dieser öffentlich zugänglich
gemacht wird. Für die Struktur und den
Inhalt des SFCR werden im Rahmen der
delegierten Verordnung (EU) 2015/35
der Kommission vom 10. Oktober 2014
klare Anforderungen definiert. Diese
müssen von den Versicherungsunternehmen eingehalten werden. Die Struktur
dieses Berichtes, so wie ein Ansatz zu
dessen Erstellung wird im Rahmen
dieses Newsletters vorgestellt.
1. Einleitung
Die Berichtsanforderungen unter
Solvency II sind umfangreich. Neben
dem Regular Supervisory Report
(RSR) und den Quantative Reporting
Templates (QRTs) gilt es auch den
Solvency and Financial Condition
Report (SFCR) zu erstellen. Alle diese Berichtsanforderungen fallen mit
der Erstellung und Veröffentlichung
des Geschäftsberichtes in eine Periode. Der Fokus dieses Newsletters
liegt auf dem SFCR.
Der SFCR enthält ausformulierte
quantitative und qualitative Informationen, die es dem Leser des
SFCR ermöglichen sollen, sich ein
umfassendes und richtiges Bild der
Solvenz und der finanziellen Lage
des Versicherungsunternehmens zu
verschaffen. Die Hauptzielgruppe
des SFCR ist dabei nicht der Regulator: Der Bericht wird öffentlich zu-
Auf einen Blick
• Der Solvency and Financial Condition Report ist Bestandteil der
umfangreichen Berichtsanforderungen von Solvency II
• Die Inhalte sind klar definiert und
viele von ihnen waren bisher nicht
öffentlich zugänglich
• Er wird vor allem für Investoren,
Analysten, Rating Agenturen und
Regulatoren von Interesse sein
• Ziel des Berichtes ist es, die Versicherungsunternehmen transparenter zu gestalten
gänglich sein. Der SFCR muss wie der
Geschäftsbericht jährlich von Versicherungsunternehmen veröffentlicht
werden (von Interesse vor allem für
Investoren, Analysten, Rating Agenturen und Regulatoren). Der SFCR
wird ein zentrales Dokument zur
Beurteilung der angemessenen und
wirksamen Umsetzung der Solvency
II Anforderungen sein.
Auf Grund dessen, dass der SFCR
der Öffentlichkeit einen ganz neuen
Einblick in das Versicherungsunternehmen liefern wird, ist eine hohe
Qualität des Berichtes sicherzustellen. Da der SFCR der Öffentlichkeit
zugänglich sein wird, muss der
Schreibstil konsistent und nachvollziehbar sein, um den strengen Augen
der Analysten standhalten können.
Vor allem in Anbetracht der Wichtigkeit des Dokumentes, muss darauf
geachtet werden, dass dieses hohe
Qualitätsstandards erfüllt.
Ab dem 1.1.2016 müssen mit Ende
des Geschäftsjahres bestimmte
Veröffentlichungsfristen eingehalten
werden (siehe Abbildung 1).
So gilt es für einzelne Versicherungsunternehmen den SFCR für
das Geschäftsjahr 2016, 20 Wochen
nach dessen Ende am 20. Mai 2017
zu veröffentlichen. Für Gruppen gilt
eine 6-wöchige Verlängerung der
Frist im Gegensatz zu Einzelunternehmen, welche für das Geschäftsjahr
2016 dem 24. Juni 2017 entspricht.
Diese Veröffentlichungsfristen werden ab 2018 kontinuierlich reduziert.
Der Inhalt des SFCR bezieht sich primär auf den Berichtzeitraum, wobei
Vergleiche zu und wesentliche Änderungen gegenüber der Vorperiode in
vielen Abschnitten vorgestellt werden
müssen. Ziel dieses Newsletters ist
es einerseits den Inhalt und Aufbau
des SFCR kurz zu erläutern, Umsetzungsansätze zu präsentieren und im
Anschluss eine Empfehlung für die
weitere Vorgehensweise auszusprechen.
Es gilt zu beachten:
Die im Rahmen dieses Newsletters
dargestellten Informationen sind
eine Zusammenfassung, die eine
Übersicht über die Anforderungen
an den SFCR geben sollen. Diese
decken nicht sämtliche regulatorischen Anforderungen ab.
2. Inhalt und Aufbau des SFCR
Der Bericht beginnt mit einer Zusammenfassung. Er besteht anschließend
aus 5 Kapiteln (üblicherweise werden
diese mit den mit Buchstaben A bis E
gekennzeichnet). Jedes Kapitel ist in
Unterabschnitte gegliedert.
In jedem Kapitel besteht auch die
Möglichkeit, in einem separaten
Abschnitt zusätzliche Informationen
vorzulegen.
Abbildung 2 (siehe Seite 3) stellt eine
Übersicht der Anforderungen an die
Inhalte des SFCR dar.
Zusammenfassung:
Dabei handelt sich um eine knappe
und allgemein verständliche Zusammenfassung des Inhaltes. Sie enthält
ebenfalls Angaben zu etwaigen wesentlichen Veränderungen hinsichtlich der Themen, die in den folgenden
Abschnitten behandelt werden.
Abbildung 1: Veröffentlichungsfristen mit Ende eines Geschäftsjahres
2016
Eröffnungsbericht – Day 1 Reporting (20. W.)
+6 W.
2017
Jahresbericht SFCR/RSR (20 W.)
+6 W.
2018
2020
Jahresbericht SFCR/RSR (18 W.)
Jahresbericht SFCR/RSR (14 W.)
Financial Services aktuell – Express
Ausgabe 33, 2. Februar 2016
+6 W.
+6 W.
2
A Geschäftsbetrieb und -Ergebnis
Das Kapitel A enthält eine allgemeine
Beschreibung des Unternehmens, der
wesentlichen Elemente des Geschäftsbetriebs und der -ergebnisse. Neben
allgemeine Angaben wie etwa dem
Namen und der Rechtsform umfasst
dieses Kapitel die folgenden Anforderungen:
• e ine Beschreibung der wichtigsten
Geschäftsbereiche, sowie der geographischen Gebiete, wo das Unternehmen tätig ist, sowie wesentliche
Ereignisse im Berichtzeitraum, die
sich erheblich auf das Unternehmen
ausgewirkt haben,
• Angaben zu Mehrheitseigentümern,
• eine Präsentation des versicherungstechnischen Ergebnisses auf
aggregierter Ebene, sowie aufgeschlüsselt nach wesentlichen Geschäftsbereichen und wesentlichen
geografischen Gebieten,
• Angaben über die Anlageergebnisse:
die Erträge aus und Aufwendungen
für Anlagegeschäfte - aufgeschlüsselt
nach Vermögenswertklassen, sowie
zu deren Zusammensetzung, direkt
im Eigenkapital erfasste Gewinne
und Verluste und Informationen
über Anlagen in Verbriefungen,
• sowie letztendlich sonstige wesentliche Einnahmen und Aufwendungen, die das Unternehmen zu
verzeichnen hatte.
B Governance-System
Das Kapitel B enthält eine Beschreibung des Governance-Systems des
Unternehmens und eine Bewertung
seiner Angemessenheit entsprechend
dem Risikoprofil des Unternehmens,
insbesondere:
• Informationen über die Struktur
und die Funktion der wichtigsten
Organe (z.B. dem Vorstand) und der
Schlüsselfunktionen (Funktion der
internen Revision, Versicherungsmathematische Funktion, Risikomanagement Funktion und Compliance
Funktion) innerhalb des Unternehmens,
• eine Beschreibung der Vergütungspolitik des Unternehmens,
• Angaben über wesentliche Transaktionen mit Personen, die maßgeblichen Einfluss auf das Unternehmen ausüben können,
wie etwa Anteilseignern oder Mitglieder der Hauptorgane,
• eine Erklärung darüber, wie die
fachliche Qualifikation und die
persönliche Zuverlässigkeit (Fit &
Proper) der Schlüsselfunktionen
gewährleistet und evaluiert werden,
• eine Erklärung darüber, wie das
Risikomanagementsystem umgesetzt und in der Organisationstruktur des Unternehmens integriert
ist und wie die Risikoexponierung
des Unternehmens kontinuierlich
überwacht wird,
• eine Beschreibung des Prozesses
für die unternehmenseigene
Risiko- und Solvabilitätsbeurteilung (ORSA) und wie dieser in die
Entscheidungsprozesse des Unternehmens integriert ist,
• eine Beschreibung des internen
Kontrollsystems, der Outsourcing-Politik („Auslagerung kri-
Abbildung 2: Übersicht der Anforderungen an die Inhalte des SFCR
Zusammenfassung
A Geschäftsbetrieb und -ergebnis
A.1 Geschäftsbetrieb
A.2 Versicherungstechnische Leistung
A.3 Anlageergebnis
A.4 Entwicklung sonstiger Tätigkeiten
A.5 Sonstige Angaben
B Governance-System
B.1 Allgemeine Angaben zum Governance-System
B.2 Anforderungen an die fachliche Qualifikation und persönliche
Zuverlässigkeit
B.3 Risikomanagementsystem einschließlich der unternehmenseigenen Risiko- und Solvabilitätsbeurteilung
B.4 Internes Kontrollsystem
B.5 Funktion der internen Revision
B.6 Versicherungsmathematische Funktion
B.7 Outsourcing
B.8 Sonstige Angaben
C Risikoprofil
C.1 Versicherungstechnisches Risiko
C.2 Marktrisiko
C.3 Kreditrisiko
C.4 Liquiditätsrisiko
C.5 Operationelles Risiko
C.6 Andere wesentliche Risiken
C.7 Sonstige Angaben
D Bewertung für Solvabilitätszwecke
D.1 Vermögenswerte
D.2 Versicherungstechnische Rückstellungen
D.3 Sonstige Verbindlichkeiten
D.4 Alternative Bewertungsmethoden
D.5 Sonstige Angaben
E Kapitalmanagement
E.1 Eigenmittel
E.2 Solvenzkapitalanforderungen und Mindestkapitalanforderungen
E.3 Verwendung des durationsbasierten Untermoduls Aktienrisiko bei der Berechnung der Solvenzkapitalanforderungen
E.4 Unterschiede zwischen der Standardformel und etwa verwendeten internen Modellen
E.5 Nichterfüllung der Mindestkapitalanforderungen und Nichteinhaltung der Solvenzkapitalanforderung
E.6 Sonstige Angaben
Financial Services aktuell – Express
Ausgabe 33, 2. Februar 2016
3
tischer operativer Funktionen des
Unternehmens“) und der internen
Revision,
• Beschreibung wie die Schlüsselfunktionen in Unternehmen umgesetzt sind,
• sowie eine Begründung für die
Angemessenheit des GovernanceSystems.
C Risikoprofil
Die im Kapitel C enthaltenen quantitativen und qualitativen Informationen über das Risikoprofil des Unternehmens müssen nach folgenden
vorgegebenen Risikokategorien
aufgeschlüsselt werden:
• versicherungstechnisches Risiko,
• Marktrisiko,
• Kreditrisiko,
• Liquiditätsrisiko,
• operationelles Risiko und
• andere wesentliche Risiken.
Der Bericht enthält dabei, für jede
Risikoklasse:
• eine Beschreibung der Exponierung des Unternehmens,
• eine Erklärung des Ansatzes zur
Bewertung,
• eine Beschreibung der entsprechenden Minderungstechniken
und des Verfahrens zur Überwachung ihrer Wirksamkeit, und
• eine Vorstellung der Annahmen und
Ergebnisse von Stresstests und
Sensitivitätsanalysen.
Zusätzlich sollen Risikokonzentrationen, denen das Unternehmen
ausgesetzt ist, beschrieben, sowie
erläutert werden, wie die Vermögenswerte nach dem Grundsatz der
unternehmerischen Vorsicht angelegt
wurden. Hinsichtlich des Liquiditätsrisikos soll der Gesamtbetrag des bei
künftigen Prämien einkalkulierten
erwarteten Gewinns angegeben
werden.
D Bewertung für Solvabilitätszwecke
Das Kapitel D enthält eine Beschreibung der Grundlagen und Methoden
für die Bewertung für Solvabilitätszwecke von Vermögenswerten und
Verpflichtungen und einer Erläuterung der Hauptunterschiede in Bezug
auf die Grundlagen und Methoden,
die für ihre Bewertung im Geschäftsbericht herangezogen wurden.
Diese Angaben müssen auf der
Aktivseite für jede Klasse von Vermögenswerten und auf der Passivseite
separat für die technischen Rückstellungen und für sonstigen Verpflichtungen vorgelegt werden. Die Inhalte
für Kapitel D umfassen zudem:
• Angaben zum Unsicherheitsgrad
bei der Bewertung eingeschätzt
werden,
• Erklärungen über die gemäß den
Artikeln 77b, 77d, 308c und 308d
der Richtlinie 2009/138/EG vorübergehenden Maßnahmen und eine
Quantifizierung der Auswirkungen,
die eine Nichteinhaltung dieser
Maßnahmen auf die Finanzlage des
Unternehmens hätte,
• Angaben zu den einforderbaren
Beträgen aus Rückversicherungsverträgen und gegenüber Zweckgesellschaften.
E Kapitalmanagement
Das Kapitel E enthält eine Beschreibung des Kapitalmanagements, und
insbesondere der Eigenmittel, der
Solvenzkapitalanforderung (SCR)
und der Mindestkapitalanforderung
(MCR), sowie falls relevant Angaben
Abbildung 3: Übersicht möglicher Quelldokumente
SFCR
A
Geschäftsbetrieb undergebnis
UGB/IFRS
A1: Wirtschaftlicher Rahmen
A2: Ergebnis aus Risikoübernahme
A3: Ergebnis aus Anlagentätigkeit
A4: Sonst. betr. Erträge & Aufwendungen
B3: Risikomanagement inkl. ORSA
UGB/IFRS
B4: Internes Kontrollsystem
ORSA
Solvabilitätsübersicht
Interne RL
UGB/IFRS
B5: Interne Überwachungsfkt.
Interne RL
UGB/IFRS
Interne RL
Interne RL
C1-C7: Risiken & Maßnahmen
UGB/IFRS
ORSA
UGB/IFRS
D2: Versicherungstechn. Rückstellungen
UGB/IFRS
D3: Sonstige Verbindlichkeiten
ORSA
QRTs
UGB/IFRS
E
E2: SCR und MCR
ORSA
E3-E5: Zusätzliche Infos zum Kap. Mgt.
ORSA
0%
Legende:
Interne RL
Interne RL
QRTs
Interne RL
ORSA
QRTs
QRTs
Interne RL
Interne RL
Interne RL
SCR/MCR
25%
UGB/IFRS: Jahresabschluss nach UGB/IFRS
RL: Richtlinie
QRT: Quantitative Reporting Template
SCR/MCR: Ergebnisse der Berechnungen
Financial Services aktuell – Express
Ausgabe 33, 2. Februar 2016
Interne RL
Interne RL
UGB/IFRS
E1: Eigenmittel
Risikobericht
QRTs
D4: Alternative Methoden der Bewertung
Kapitalmanagement
IR Bericht
Interne RL
D1: Vermögenswerte
D
Interne RL
Interne RL
B7: Outsourcing
Risikoprofil
Businessplan
UGB/IFRS
B6: Versicherungsmathematische Fkt.
C
Risikobericht
Interne RL
UGB/IFRS
B2: Fit und Proper Kriterien
B
ORSA
UGB/IFRS
B1: Allgemeine Governance Regelungen
Governance
System
Interne RL Businessplan
UGB/IFRS
50%
75%
100%
IR: Interne Revision
4
betreffend des internen Modelles
zur Berechnung des SCR und der
etwaigen Nichteinhaltung des SCR
und MCR. Insbesondere umfasst das
Kapitel E:
• Angaben über die Struktur, den
Betrag und die Qualität der Eigenmittel des Unternehmens,
• Angaben über den anrechnungsfähigen Betrag der Eigenmittel zur
Bedeckung der Solvenzkapitalanforderung und der Mindestkapitalanforderung,
• Informationen zur Solvenzkapitalanforderung (SCR) und Mindestkapitalanforderung (MCR)
und wie sie berechnet werden,
• Angaben zur Verwendung des
durationsbasierten Untermoduls
Aktienrisiko bei der Berechnung
der Solvenzkapitalanforderungen,
• falls relevant: Eine Beschreibung
des internen Modells (Zweck,
Geltungsbereich, Integration in und
Unterschiede mit der Standardformel), und
• Informationen über eine etwaige
Nichteinhaltung der Mindestkapitalanforderung oder eine
wesentliche Nichteinhaltung
der Solvenzkapitalanforderung
(Betrag, Grund, ergriffene Abhilfemaßnahmen).
3. Projekterfahrung, Projektansatz
und Problemstellungen
Einige Versicherungsunternehmen
haben bereits mit der Erstellung eines
SFCR gestartet. Dabei ist zu beachten, dass ein Großteil der benötigten
Informationen für den SFCR bereits
innerhalb der Versicherungsunternehmen vorhanden ist. Dabei gilt es
vor allem, diese Informationen in die
richtige Form zu bringen und für die
Öffentlichkeit verständlich darzustellen.
Auf Basis der Projekterfahrungen hat
PwC eine Übersicht der möglichen
Quelldokumente erstellt und wie
viele der benötigten Informationen
durch diese abgedeckt werden können (siehe Abbildung 3, Seite 4).
Es zeigt sich, dass vor allem zwei Arten von Dokumenten von essenzieller
Bedeutung sind:
• der Geschäftsbericht inklusive
Anhang kann als Ankerpunkt dienen, welchen
• es durch die Inhalte aus unternehmensinternen Richtlinien, sowie
sonstige Berichte (z.B.: ORSA oder
dem narrativen Bericht) anzureichern gilt.
Auf Grund der Vielfalt an unternehmensinternen Richtlinien hat sich herausgestellt, dass eine Vorgehensweise, die eine Vielzahl von Abteilungen
integriert zusammenarbeiten lässt,
eine effiziente Berichtserstellung
fördert. Durch diese Vorgehensweise,
ist jede Abteilung, die sich besonders
gut mit bestimmten Inhalten auskennt auch für die entsprechenden
Abschnitte des SFCR verantwortlich.
Darauffolgend werden die Inhalte
zentral gesammelt, konsolidiert und
vereinheitlicht. Hierbei werden neben
den bereits involvierten Abteilungen
üblicherweise zusätzlich die Steuerabteilung, Investor Relations und
die Marketingabteilung involviert.
Zuständigkeiten, wie diese üblicherweise für Verfassung des Berichtes
angewendet werden, sind in Abbildung 4 beispielhaft dargestellt.
Diese Vorgehensweise birgt jedoch
gleichzeitig zahlreiche Problemstellungen, diese können folgendermaßen zusammengefasst werden:
• Eine frühzeitige Einbindung von
relevanten Abteilungen um standardisierte Formulierungen aus
dem Geschäftsbericht und anderen
Veröffentlichungen mit in den SFCR
einzubinden;
• Es ist wichtig, eine klare Struktur
und Inhalte vorzugeben, damit die
involvierten Abteilungen gezielt
an Ihren Ausführungen arbeiten
können;
• Eine grafische Aufbereitung von
Inhalten ist sehr häufig sinnvoll,
um Informationen aggregiert und
verständlich darzustellen, wozu
bei Bedarf eine Einbindung der
Marketing Abteilung und Investor
Relations sinnvoll ist,
•R
egelmäßige Jour Fixe Termine
sind wichtig, damit sich die involvierten Parteien betreffend Fragen
und Problemstellung austauschen
können,
• Es sind klare Deadlines zu setzen,
zu denen bestimmte Abschnitte zu
liefern sind – hierzu ist ein Monitoring des Projektmanagements
zwingend erforderlich,
• In verschiedenen Abschnitten ist die
Definition von Schwellenwerten
wichtig, so müssen z.B. Materialitätsgrenzen definiert werden.
Es gilt zu beachten:
Der SFCR wird ein Aushängeschild
des Versicherungsunternehmens
sein, welcher sowohl von Anlegern als auch von Versicherungsnehmern gelesen wird.
Abbildung 4: Mögliche Zuständigkeiten bei der Verfassung des Berichts
SFCR-Kapitel
Erstellung und Validierung erfolgen durch
Freigabe erfolgt
durch
A. Geschäftsbetrieb und -ergebnis
Rechnungswesen
CFO
B. Governance System
Risikomanagement (Zulieferungen durch verschiedene Abteilungen z.B. Personalwesen)
CFO
C. Risikoprofil
Risikomanagement
CFO
D. Solvenzbilanz
Rechnungswesen
Aktuariat
CFO
E. Kapitalmanagement
Rechnungswesen
Risikomanagement
CFO
Financial Services aktuell – Express
Ausgabe 33, 2. Februar 2016
5
4. Next Steps und Fazit
Derzeit scheinen 2017 und die erste
Berichtserstellung noch in weiter
Ferne zu liegen, jedoch ist es von
äußerster Wichtigkeit sich über den
Umfang der zusätzlichen Anforderungen im Klaren zu sein. Neben
diesem muss jedoch auch in Zukunft
parallel dazu der RSR erstellt werden,
welcher vom Aufbau her dem SFCR
ähnelt. Im Gegensatz zum SFCR liegt
beim RSR jedoch die Begründung
für die Verwendung der dargelegten
Strukturen (z.B. Governance) im
Fokus. Auch diese Erläuterungen
kosten sehr viel Zeit. Daher empfiehlt
PwC vorab probeweise einen Bericht
zu erstellen, um die Quellen der
quantitativen und qualitativen Inhalte
zu definieren, klare Prozesse zu
etablieren und zudem einen Bericht
vorzubereiten, welcher in der Zukunft
lediglich überarbeitet werden muss.
Wie PwC unterstützen kann
PwC kann bei der Erstellung des
SFCR, aber auch des RSR in verschiedenen Formen unterstützen:
• Strukturierte Aufbereitung der
regulatorischen Anforderungen,
• Erstellung eines ersten Mappings
von Quelldokumenten auf die
Anforderungen, damit der Bericht
effizient von den Mitarbeitern des
Versicherungsunternehmens erstellt
werden kann,
• Laufende Begleitung und Beantwortung von Fachfragen während
der Erstellung im Rahmen verschiedener Workshops,
• Unterstützung bei der Erstellung
des Berichtes, und
• Qualitätssicherung durch PwC.
Ihre Ansprechpartner
Thomas Windhager
Director
Financial Services Consulting
+43 1 501 88-1175
[email protected]
Ruth Garcia-Fernandez
Manager
Financial Services Consulting
+43 1 501 88-2945
[email protected]
Stefan Rogel
Consultant
Financial Services Consulting
+43 1 501 88-3452
[email protected]
PwC Wien
Erdbergstraße 200, 1030 Wien
www.pwc.at
Medieninhaber und Herausgeber: PwC Österreich GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Erdbergstraße 200, 1030 Wien
Für den Inhalt verantwortlich: StB Mag. Thomas Strobach, [email protected]
Für Änderungen der Zustellung verantwortlich: Tatjana Wallner, [email protected], Tel.: +43 1 501 88-3308 Fax: +43 1 501 88-73308
Der Inhalt dieses Newsletters wurde sorgfältig ausgearbeitet. Er enthält jedoch lediglich allgemeine Informationen und spiegelt die persönliche
Meinung des Autors wider, daher kann er eine individuelle Beratung im Einzelfall nicht ersetzen. PwC übernimmt keine Haftung und Gewährleistung
für die Vollständigkeit und Richtigkeit der enthaltenden Informationen und weist darauf hin, dass der Newsletter nicht als Entscheidungsgrundlage für
konkrete Sachverhalte geeignet ist. PwC lehnt daher den Ersatz von Schäden welcher Art auch immer, die aus der Verwendung dieser Informationen
resultieren, ab.
„PwC“ bezeichnet das PwC-Netzwerk und/oder eine oder mehrere seiner Mitgliedsfirmen. Jedes Mitglied dieses Netzwerks ist ein selbstständiges Rechtssubjekt. Weitere Informationen finden Sie unter
www.pwc.com/structure.
Herunterladen