Ketamin 10%

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Fachinformation in der Form der Zusammenfassung der Merkmale des
Tierarzneimittels
(Summary of Product Characteristics)
1
Bezeichnung des Tierarzneimittels
KETAMIN 10%
Injektionslösung für Hunde und Katzen
Ketamin (als Hydrochlorid)
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Qualitative und quantitative Zusammensetzung
100 ml Injektionslösung enthält:
Wirkstoff(e):
Ketaminhydrochlorid 11,534 g
(entsprechend 10 g Ketamin)
Sonstige Bestandteile:
Methyl-4-hydroxybenzoat 0,18 g
Propyl-4-hydroxybenzoat 0,02 g
Eine vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile finden Sie unter
Abschnitt 6.1.
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Darreichungsform
Injektionslösung
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Klinische Angaben
4.1 Zieltierarten
Hunde und Katzen
4.2 Anwendungsgebiete unter Angabe der Zieltierarten
Hunde und Katzen:
Zur Kurznarkose für diagnostische und kleinere operative Kurzeingriffe und schmerzhafte
Behandlungen, wie: Zahnreinigung, Zahnextraktion; Fremdkörperentfernung; Abszeßspaltung;
Eingriffe in der Mundhöhle, an Gesicht und Ohr; Wundversorgung; Verbandwechsel;
Röntgendiagnostik; Untersuchung unruhiger, aufgeregter und aggressiver Tiere; Punktionen;
Krallenentfernung, Scheren.
Zur Allgemeinanästhesie (Unempfindlichkeit) und Analgesie (Schmerzlosigkeit) mit
Bewußtseinsverlust bei chirurgischen Eingriffen und Operationen, wie:
Luxation, Amputation, Kastration, Sterilisation, Ovariektomie, Ovariohysterektomie,
Kaiserschnitt, Laparotomie, Gipsverband (Reposition von Frakturen).
Bei sehr schmerzhaften und langwierigen Operationen und zur Aufrechterhaltung einer
erreichten Anästhesie ist eine Kombination mit Xylazin, Injektions- oder Inhalationsnarkotika
notwendig.
4.3 Gegenanzeigen
Dekompensierte Herzinsuffizienz, Bluthochdruck, Leber- und Nierenerkrankungen, Eklampsie und
Präeklampsie, Glaukom, Epilepsie.
Bei Eingriffen an den oberen Luftwegen ohne gleichzeitige Gabe eines Muskelrelaxans.
Nicht bei Tieren anwenden, die der Gewinnung von Lebensmitteln dienen.
4.4 Besondere Warnhinweise für jede Zieltierart
Keine bekannt.
4.5 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung bei Tieren
Die intravenöse Injektion muss langsam erfolgen (über 60 Sekunden), da andernfalls eine starke
Atemdepression erfolgen kann.
Während der Anästhesie und während der Erholungsphase muss unbedingt Ruhe eingehalten
werden, um die Auslösung von Erregungserscheinungen zu vermeiden.
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für den Anwender
Keine bekannt.
4.6 Nebenwirkungen (Häufigkeit und Schwere)
Anstieg von Blutdruck und Pulsfrequenz, geringgradiges Speicheln.
Während der Anästhesie und in der Aufwach- und Erholungsphase gesteigerte Empfindlichkeit
besonders gegenüber akustischen Reizen.
Hinweise:
Während und nach der Anwendung von Ketamin ist das Auftreten von Hyperreflexien möglich.
Bei längeren operativen Eingriffen sollte die Cornea vor Austrocknung geschützt werden.
Das Auftreten von Nebenwirkungen nach Anwendung von KETAMIN 10% sollte dem
Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, Mauerstr. 39-42, 10117
Berlin oder dem pharmazeutischen Unternehmer mitgeteilt werden. Meldebögen können
kostenlos unter o.g. Adresse oder per E-mail ([email protected]) angefordert werden.
4.7 Anwendung während der Trächtigkeit, Laktation oder der Legeperiode
Keine Angaben.
4.8 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und andere Wechselwirkungen
Möglicherweise verstärken sich Ketamin und Schilddrüsenhormone gegenseitig in ihrem Blutdruckund Herzfrequenz-steigernden Effekt.
4.9 Dosierung und Art der Anwendung
Es wird nachstehende Dosierung auf Ketamin bezogen als mittlerer Richtwert
empfohlen:
Katze:
• 10 – 20 mg/kg KGW bei kleineren chirurgischen Eingriffen und wenig schmerzhaften
Behandlungen und Operationen.
• 20 – 30 mg/kg KGW für alle mittleren schmerzhaften Eingriffe.
• 30 – 40 mg/kg KGW für größere chirurgische Operationen je nach Schwere und
Länge des Eingriffs.
Kombination mit anderen Präparaten für schmerzhafte Eingriffe:
Katze: Mit Xylazin: 6 – 10 mg/kg KGW Ketamin und 2 mg/kg KGW Xylazin.
Hund:
KETAMIN 10% ist beim Hund nur in Kombination mit anderen Sedativa, Injektions- oder
Inhalationsnarkotika zu verwenden.
Kombination mit anderen Präparaten für schmerzhafte Eingriffe:
Hund: Mit Xylazin: 60 – 100 mg/10 kg KGW Ketamin und 20 mg/10 kg KGW Xylazin.
Eine Prämedikation mit sekrethemmenden Substanzen wie z.B. Atropin, in einer
Dosierung von 0,044 mg/kg KGW bei der Katze und in einer Dosierung von
0,05 – 0,1 mg/kg KGW beim Hund kann durchgeführt werden.
Kombinationen mit Neuroleptika setzen die Muskelkontraktilität herab (z.B.
Chlorpromazin in einer Dosis von 0,55 mg/kg KGW).
Zur Verlängerung der KETAMIN 10% -Anästhesie kann sowohl i.m. oder i.v., je nach
Bedarf, die halbe oder volle Dosis nach 20 Minuten nachinjiziert werden.
KETAMIN 10% kann zur Einleitung einer Allgemein-Anästhesie als auch zur
Aufrechterhaltung einer erreichten Anästhesie mit anderen Narkotika, wie: Barbituraten
(Phenobarbital), Thiamylal, Xylazin, flüchtigen Anästhetika (Halothan, Methoxyfluran),
Stickoxydul, Äther u.a. angewandt werden.
Bei dieser Anwendung muss KETAMIN 10% in einer reduzierten mittleren Dosierung,
das sind:
10 – 15 mg/kg KGW bei der Katze und 5,5 – 11 mg/kg KGW beim Hund injiziert werden.
Art der Anwendung:
Zur intramuskulären und intravenösen Injektion.
Eine Injektion mit sekrethemmenden Substanzen (z.B. Atropin und Scopalamin) kann als
präoperative Vorbereitung (15 – 20 Minuten vorher) durchgeführt werden.
Die i.m. Injektion erzielt einen Wirkungseintritt nach 3 - 6 Minuten und die
Wirkungsdauer beträgt 20 Minuten und mehr.
Die Wirkung bei einer i.v. Injektion tritt sofort (spätestens nach 30 Sekunden) ein und
die Anästhesie hält ca. 10 Minuten und mehr an.
Die i.v. Dosierung beträgt im allgemeinen ¼ - ⅓ der i.m. Dosis.
Die i.v. zu injizierende Lösung muss langsam (über 60 Sekunden) verabreicht
werden.
Einleitung der Anästhesie, die bei Bedarf für kleine oder größere chirurgische Eingriffe
durch Nachinjizieren vertieft und verlängert werden kann.
Zur einmaligen Anwendung.
4.10 Überdosierung (Symptome, Notfallmaßnahmen und Gegenmittel), falls erforderlich
Bei Überdosierung kann es zu zentraler Erregung bis hin zu Krämpfen, Atemlähmung
und Herzarrhythmien kommen. Die Krämpfe sind mit Diazepam (0,5 mg/kg i.v.) zu
blockieren.
4.11 Wartezeit(en)
Entfällt.
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Pharmakologische Eigenschaften
Stoff- oder Indikationsgruppe: Dissoziatives Anästhetikum
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Das Cyclohexanonderivat Ketamin ruft einen Zustand hervor, der als „dissoziative
Anästhesie“ bezeichnet wird und durch starke Analgesie, oberflächlichen Schlaf und
Katalepsie charakterisiert ist und Ähnlichkeiten mit der Neuroleptanalgesie aufweist.
Während klassische Narkotika durch Depression des ZNS mit steigender Dosis
Sedation, Hypnose, Narkose und Asphyxie bewirken, kommt es nach
Ketaminanwendung mit steigender Dosis zu Katalepsie, Anästhesie und bei
Überdosierung zu zentraler Erregung bis hin zu Krämpfen.
Es muss auf eine genaue Einhaltung der Dosis geachtet werden, da bei
Unterdosierung von Ketamin aufgrund der kataleptischen Wirkung die Gefahr besteht,
dass das Tier noch voll schmerzempfindlich ist.
Auch bei ausreichend hoher Dosierung führt Ketamin im Gegensatz zu Narkotika zu
keiner Muskelrelaxation (sondern Tonussteigerung).
Bei viszeralen Schmerzen (Bauchoperationen) ist die anästhetische Wirkung von
Ketamin nicht ausreichend.
Ketamin verändert weder die Reflexe des Rachenraumes noch die des Kehlkopfes;
ebenso bleiben alle protektiven Reflexe erhalten.
Hauptvorteil von Ketamin ist das Fehlen atem- und kreislaufdepressiver Wirkung beim
Hund.
Nachteilig ist die Salivation, die durch Prämedikation mit Atropin oder Scopalamin zu
verhindern ist.
Falls erforderlich kann Ketamin nachdosiert werden. Man muß aber wissen, daß der
neuroleptische Effekt von Ketamin länger anhält als der narkotische.
Gelegentlich treten während der Narkose apnoeische Phasen auf.
5.2 Angaben zur Pharmakokinetik
Die Halbwertszeit von Ketamin beträgt bei Hund und Katze etwa 1 Stunde.
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Pharmazeutische Angaben
6.1 Verzeichnis der sonstigen Bestandteile:
Methyl-4-hydroxybenzoat
Propyl-4-hydroxybenzoat
Wasser für Injektionszwecke
6.2 Inkompatibilitäten
Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Tierarzneimittel nicht mit anderen
Tierarzneimitteln gemischt werden.
6.3 Dauer der Haltbarkeit
Haltbarkeit des Fertigarzneimittels im unversehrten Behältnis:
Haltbarkeit nach Anbruch des Behältnisses: 28 Tage
2 Jahre
6.4 Besondere Lagerungshinweise
Nicht über + 25°C lagern.
Vor Licht schützen.
6.5 Art und Beschaffenheit des Behältnisses:
Klarglasflaschen (Glasart II) verschlossen mit rot eingefärbten
Chlorbutylgummistopfen und Kombikappe;
10 ml Injektionslösung, 5x10 ml Injektionslösung, 50 ml Injektionslösung
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Entsorgung nicht verwendeter Tierarzneimittel
oder bei der Anwendung entstehender Abfälle
Nicht aufgebrauchte Tierarzneimittel sind vorzugsweise bei Schadstoffsammelstellen abzugeben.
Bei gemeinsamer Entsorgung mit dem Hausmüll ist sicherzustellen, dass kein missbräuchlicher
Zugriff auf diese Abfälle erfolgen kann. Tierarzneimittel dürfen nicht mit dem Abwasser bzw. über
die Kanalisation entsorgt werden.
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Zulassungsinhaber
Medistar Arzneimittelvertrieb GmbH, Lüdinghauser Str. 23, 59387 Ascheberg
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Zulassungsnummer
13690.00.00
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Datum der Erteilung der Zulassung / Verlängerung der Zulassung
15.03.1990 / 23.11.2001
10 Stand der Information
04.02.2013
11 Verbot des Verkaufs, der Abgabe und/oder der Anwendung
Nicht zutreffend.
12 Verschreibungsstatus / Apothekenpflicht
Verschreibungspflichtig
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