Mit MASERN, MUMPS und RÖTELN ist nicht zu spaßen. www.ministerosalute.it Masern - Mumps - Röteln DIE IMPFUNG SCHÜTZT UNSERE KINDER. SPEZIELLE IMPFKAMPAGNE GEGEN MASERN, MUMPS UND RÖTELN Ausgearbeitet vom Gesundheitsministerium in Zusammenarbeit mit dem Obersten Institut für Gesundheitswesen, der Interregionalen technischen Arbeitsgruppe für Infektionskrankheiten, der Italienischen Gesellschaft für Hygiene, der Italienischen Gesellschaft für Kinderheilkunde, der Kulturellen Vereinigung der Kinderärzte, dem Italienischer Verband der Kinderärzte. SPEZIELLE IMPFKAMPAGNE GEGEN MASERN, MUMPS UND RÖTELN Die Impfung gegen Masern wurde in Italien auf gesamtstaatlicher Ebene seit dem Jahr 1979 empfohlen und auf regionaler Ebene wurden zahlreiche Maßnahmen durchgeführt, Trotzdem erreicht der Prozentsatz an Kindern, die gegen Masern geimpft sind (mit dem Einfachimpfstoff gegen Masern oder mit dem trivalenten Impfstoff gegen Masern-Mumps-Röteln - MMR) bis heute nicht ausreichende Durchimpfungsraten, um das Auftreten von Epidemien zu verhindern. Aufgrund der niedrigen Durchimpfungsrate, v.a. der vor der ersten Hälfte der 90iger Jahre geborenen Kinder, ist im Jahr 2002 in Süditalien die letzte Masernepidemie aufgetreten, mit über 40.000 geschätzten Krankheitsfällen, über 1.000 Krankenhauspatienten und 4 Todesfällen. Da Masern eine hoch ansteckende Krankheit ist, genügt eine kleine Gruppe von empfänglichen Personen, um die Zirkulation des Virus aufrechtzuerhalten und das Auftreten von periodischen Epidemien zu ermöglichen. Angesichts dieser Tatsachen, stellt die Elimination der Masern in Italien zur Zeit die Priorität im Bereich der durch Impfungen vermeidbare Krankheiten dar. Auch andere Europäische Länder sind von demselben Problem betroffen. Aus diesem Grund hat die Europäische Region der WHO im Rahmen des Projektes „Gesundheit für alle im 21. Jahrhundert” und der Kontrolle der durch Impfungen vorbeugbaren Krankheiten, die Zielsetzung der Elimination der Masern bis zum Jahr 2007 (mit Bestätigung innerhalb 2010) bestimmt. Deshalb wurde der gesamtstaatliche Plan zur Elimination der Masern und der angeborenen Röteln ausgearbeitet, der im Jahr 2003 von der Konferenz Staat-Regionen genehmigt wurde, und bis zum Jahr 2007 die Erreichung folgender Zielvorhaben vorsieht: • Erreichung bzw. Beibehaltung der Elimination der Masern auf gesamtstaatlicher Ebene, indem die Übertragung unter der einheimischen Bevölkerung unterbrochen wird; • Reduktion bzw. Beibehaltung der Inzidenz des Syndroms der angeborenen Röteln (CRS) auf Werte von weniger als 1 Fall von 100.000 Lebendgeborenen. Bei Verwendung des Dreifachimpfstoffes gegen Masern-Mumps-Röteln (MMR) können zudem die schweren Mumps-Komplikationen auf ein Minimum reduziert werden. Die Strategien zur Erreichung der obgenannten Zielvorhaben sind: • Erreichung und Beibehaltung einer Durchimpfungsrate von >95% mit einer MMR-Dosis innerhalb des 2. Lebensjahres; • Impfung der Kinder über dem 2. Lebensjahr als auch der noch empfänglichen Jugendlichen, indem eine catch-up-Kampagne durchgeführt wird; • Einführung der zweiten MMR-Dosis. Das Erreichen angemessener Durchimpfungsraten ist wichtig, um: • die geimpften Personen direkt zu schützen, • indirekt auch jene durch Reduzierung der Ansteckungswahrscheinlichkeit zu schützen, die nicht in angemessener Form auf die Impfungen ansprechen, oder aufgrund echter ärztlicher Kontraindikationen nicht geimpft werden können. Deshalb ist die Durchführung einer speziellen MMR-Impfkampagne vorgesehen, um auch jene für die Infektion empfänglichen Kinder und Jugendliche zu erreichen, die im Jahr 2004 die Grundschule und im Jahr 2005 die Mittelschule besuchen werden; dies neben dem aktiven Impfangebot für: • alle Kinder bei Vollendung des 12. Lebensmonats, zusammen mit der Verabreichung der dritten Dosis der anderen Impfungen im Kindesalter, und jedenfalls innerhalb des 15. Lebensmonats; • alle Kinder im Alter von 5-6 Jahren, zusammen mit der Verabreichung der vierten Dosis des DTPa-Impfstoffes; • alle Kinder im Alter von 13-15 Jahren, zusammen mit der Durchführung der dT-Auffrischimpfung, nach vorhergehender Bewertung des Impfstatus. Um die vom Plan festgelegten Zielsetzungen zu erreichen, ist eine kulturelle und organisatorische Veränderung notwendig, die neben der Verbesserung der Durchimpfungsraten, der Verbesserung der Sensibilität und der Rechtzeitigkeit der Meldungen, die Zusammenarbeit zum Aufbau einer Impfregisters, die Verbesserung der Kenntnisse und der Überwachung der Impfnebenwirkungen, der Information und der Kommunikation für die Bevölkerung vorsieht, damit diese an den Präventionsmaßnahmen bewusst teilnimmt. Die Teilnahme der Bevölkerung spielt eine bedeutende Rolle für den Erfolg der Kampagne. Die Bevölkerung muss also informiert werden: • über die Risiken von Masern und von in der Schwangerschaft erworbenen Röteln, welche das Syndrom der angeborenen Röteln zur Folge haben, und über die Vorteile der Impfungen, um eine möglichst umfangreiche und bewusste Teilnahme der Bevölkerung an den Impfprogrammen zu fördern, indem versucht wird, jene Vorurteile zu überwinden, die seit Jahren in der Bevölkerung Italiens entstanden sind, die diese Krankheiten als völlig harmlos oder sogar „nützlich” ansehen, die das Kind durchmachen soll. Der Bevölkerung soll vermittelt werden: • dass der Impfstoff sicher ist und dass eventuelle Nebenwirkungen sehr selten und weit weniger gefährlich sind als die Krankheit selbst und dass das Abschließen des Impfzyklus mit zwei Dosen die Wirksamkeit der Impfung garantiert, da die Gültigkeit der Immunantwort durch die Impfung und ihre Schutzdauer gesichert wird. • dass auch jene Personen, welche in der Vergangenheit daran erkrankt sind, trotzdem geimpft werden können, ohne dass ein höheres Risiko von unerwünschten Nebenwirkungen zu erwarten ist. MASERN |MORBILLI| Im Jahr 2002 ist es in Italien zu einer ausgedehnten Masernepidemie gekommen, mit über 40.000* Kranken, über 1.000 ins Krankenhaus stationär aufgenommenen Patienten, 23 gemeldeten Enzephalitisfällen und 4 gemeldeten Todesfällen. Wie bekannt, ist Masern eine hoch ansteckende Infektionskrankheit, die über die Luftwege übertragen wird. Nicht alle aber sind sich bewusst, dass Masern eine ernsthafte Krankheit ist, vielleicht weil sie Teil der Anamnese zahlreicher Eltern ist. Aber die Masern sind eine sehr schwere Erkrankung, deren gefürchtetste Komplikationen sind: • die Enzephalitis (sie befällt etwa 1 Kind auf 1.000 Masernerkrankte). • die Lungenentzündung (sie befällt etwa 6% der Kinder mit Masern). Diese Komplikationen können bleibende Folgen haben, wie Gehirnschäden oder geistige Retardierung oder sogar zum Tod führen. Weiteres Komplikationen der Masern sind Mittelohrentzündung in 8-10% der Erkrankten und ein sogenanntes hämorrhagisches Hautbild. *Die Daten wurden auf der Grundlage der vom Überwachungssystem der Sentinel-Pädiater gesammelten Meldungen geschätzt, die das Phänomen der häufigen Unterlassung von Meldungen bezeugen, die zum Teil auf die geringe Wahrnehmung der Ernsthaftigkeit der Krankheit beruht: im Jahr 2002 wurden nämlich 18.000 Fälle offiziell gemeldet und im Jahr 2003 waren es 13.000. RÖTELN (RUBEOLA) Die Daten über die Überwachung der Infektionskrankheiten (Pflichtmeldungen und Netz der Sentinel-Pädiater - SPES) zeigen, dass die Röteln in Italien immer noch zirkulieren. Die letzte Epidemie ereignete sich im Jahr 1997, mit über 30.000 gemeldeten Fällen. Im Jahr 2002 wurden 6.325 Fälle gemeldet, der größte Teil davon bei Kindern im Alter zwischen 0 und 14 Jahren (54%), aber viele Infektionen haben auch Frauen im Alter über 15 Jahren betroffen, also im gebärfähigen Alter. Wie bekannt, können die Röteln das ungeborene Kinde besonders schwer schädigen, wenn Schwangere sich damit anstecken; 85% der Infektionen im ersten Schwangerschaftstrimester führen zu: Fehlbildung, Abort, Gehörlosigkeit, geistige Retardierung, Katarakt und andere Augenerkrankungen, Herzmissbildungen. Die Fälle angeborener Röteln sind derzeit auf gesamtstaatlicher Ebene nicht quantifizierbar, auch deshalb, weil jene Kinder, die mit Schäden aufgrund von Infektionen, die sie bereits im Uterus erworben haben (z.B. Gehördefizit oder Herzmissbildungen), geboren werden, nicht sofort als angeborene Röteln-Fälle identifiziert werden. Daten von spezialisierten Zentren oder aus ad hoc - Studien zeigen jedoch, dass in Italien angeborene Röten-Fälle weiterhin auftreten. Außerdem ist zu berücksichtigen, dass die Kinder, die am Syndrom der angeborenen Röteln leiden, über Monate das Virus ausscheiden und mögliche Infektionsquellen darstellen. MUMPS Ausnahmsweise kann es zum sofortigen Auftreten von allergischen Reaktionen kommen. |PAROTITIS EPIDEMICA| Auch das Mumps-Virus zirkuliert weiterhin in Italien, es ruft Epidemien hervor mit tausenden von Fällen, die v.a. das Kinder- und Jugendalter betreffen; die letzte Epidemie wurde im Jahr 2000 beobachtet, mit über 37.000 gemeldeten Fällen. Wie bei Masern und Röteln wird die Meldung der Mumps-Fälle oftmals unterlassen. Wie bekannt, kommt es bei dieser Krankheit im Allgemeinen zur Anschwellung einer oder mehrerer Speicheldrüsen (normalerweise der Ohrspeicheldrüsen). Der Verlauf des Mumps dauert etwa eine Woche, aber er kann sich komplizieren durch: aseptische Meningitis in etwa 10% der Fälle, Entzündungen der Bauchspeicheldrüse in 4% der Fälle; bleibende Taubheit in 1/20.000 Erkrankten. Die nach der Pubertät erworbene Infektion kann Entzündungen der Hoden (in etwa 30% der Falle) und der Eierstöcke (in 5% der Fälle) hervorrufen. Es gibt keine spezielle Therapie gegen diese drei Krankheiten, aber es gibt einen einzigen, sicheren und wirksamen Impfstoff, dessen Risiken minimal sind im Vergleich zu den Schäden, welche die Krankheiten hervorrufen. Seltener kommt es zu: • Fieberkrämpfen 1/30.000 • Thrombozytopenie (innerhalb von 2 Monaten) 1/30.000 Anmerkung: Die Enzephalitis, die nach der Impfung beobachtet wird, weist eine Inzidenz auf, die mit den Enzephalitiden unbekannter Ätiologie in der Allgemeinbevölkerung deckungsgleich ist, so dass bestätigt werden kann, dass die Impfung nicht mit einem erhöhten Enzephalitis-Risiko zusammenhängt. Außerdem liegt die Häufigkeit von Enzephalitiden, die nach der Impfung beobachtet wurde, bei etwa 1 Fall pro Million Dosen, also 1.000mal unterhalb jener der MasernEnzephalitis. Die Nebenwirkungen sind eine Folge der Vervielfältigung des abgeschwächten Lebendvirus und sie sind in den empfänglichen Personen zu beobachten, deshalb gilt: IMPFNEBENWIRKUNGEN Die allgemeinen Nebenwirkungen, die 7-14 Tage nach der Verabreichung des Masern-Mumps-Röteln-Impfstoffes auftreten, sind: • Fieber ≥ 30° 5-15% • Rashförmiger Hautausschlag (Exanthem) 5% • Anschwellung der Ohrspeicheldrüse (Fieber) 1-2% • Arthralgien nach der Impfung gegen Röteln 0,5% der Kinder 25% der Frauen • die Häufigkeit von Nebenwirkungen ist im Allgemeinen nach Verabreichung der zweiten Dosis geringer; • die Personen, welche bereits erkrankt waren, sind keinem erhöhten Risiko von Impfnebenwirkungen ausgesetzt. • Arthralgien nach der Röteln-Impfung 0,5% bei Kindern 25% bei Frauen im gebärfähigen Alter. im gebärfähigen Alter Die Arthralgien treten normalerweise innerhalb 1-3 Wochen nach der Impfung auf und dauern im Allgemeinen für 1-3 Wochen an. Klinische Charakteristika sind das Auftreten dieser Nebenwirkungen 1-3 Wochen nach der Impfung und das Andauern für 1-3 Wochen. ASEPTISCHE MENINGITIS NACH DER MUMPS-IMPFUNG Bei den heute verwendeten Impfstoffen liegt die Inzidenz der aseptischen Meningitis bei Kindern, die mit MMR geimpft wurden, bei etwa 1 Fall auf eine Million verabreichte Impfdosen. Es handelt sich also um ein dermaßen seltenes Ereignis, dass dessen Auftreten wahrscheinlich einen Zufall darstellt. Impfstoffe mit erhöhtem Urabe-Stamm-Gehalt (20.000 TCID50), die mit einer höheren Häufigkeit als erwartet an aseptischer Meningitis in Zusammenhang gebracht wurden, sind aus dem Markt gezogen worden. Durch Verwendung der Impfstoffe mit geringem Urabe-Stamm-Gehalt (5.000 TCID50) sowie jener mit dem Jeryl Lynn-Stamm, wurde eine extrem geringe Häufigkeit von aseptischen Meningitiden beobachtet (etwa 1 Fall auf 1 Million Dosen), und überdies gibt es keinen Beweis für deren Korrelation mit der Verabreichung von Impfstoffen. MMR-IMPFUNG, CHRON’SCHE KRANKHEIT UND AUTISMUS Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass kein Zusammenhang zwischen chronischen Entzündungen des Verdauungssystems, Autismus und MMR-Impfung besteht. Im Jahr 2003 hat die WHO eine Literatur-Review vorgenommen: die durchgeführten Studien haben KEINEN Zusammenhang zwischen diesen Krankheiten und der MMR-Impfung hervorgehoben. Diese neuerliche Änderung der Haltung der Autoren der Studie, welche den Korrelationszweifel im Jahr 1998 aufwirft, bestätigt die Unzuverlässigkeit des Zweifels und den Mangel an Beweisen. Im Falle einer akuten Erkrankung (Fieber>38,5°C) sollte die Impfung bis zur Genesung aufgeschoben werden; leichte Infektionen (wie jene der oberen Atemwege) ohne hohes Fieber sind kein Grund für einen Impfaufschub. Die Impfung wird nicht durchgeführt bei: • einer anaphylaktischen Reaktion auf eine vorhergehende Dosis; • einer anaphylaktischen Reaktion auf Bestandteile des Impfstoffes. Anmerkung: Nicht anaphylaktische Allergien stellen keine Kontraindikation für die Verabreichung des Impfstoffes dar. MMR UND GELATIN-ALLERGIE Die Gelatine ist in einigen Impfstoffen als Stabilisator enthalten und stellt die Hauptursache der seltenen anaphylaktischen Reaktionen dar, die im Zuge der Verabreichung des MMR-Impfstoffes auftreten können. Selten wurden sofortige allergische Reaktionen beschrieben, die auf die Sensibilisierung mit Gelatine zurückzuführen sind (Anaphylaxe: 4-7 Fälle pro 1 Million Dosen). MMR UND NEOMYCIN-ALLERGIE Alle MMR-Impfstoffe enthalten das Antibiotikum Neomycin als Konservierungsmittel/Bakterizid. Es ist aber unwahrscheinlich, dass es bei Kindern zu einer Sensibilisierung gegenüber Neomycin kommt. Sofern die Allergie gegenüber Neomycin in Form einer Dermatitis auftritt, stellt sie keine Kontraindikation für die Impfung dar. MMR UND ALLERGIE AUF HÜHNEREIWEISS KONTRAINDIKATIONEN UND VORSICHTSMASSNAHMEN Echte Kontraindikationen gegen die MMR-Impfung sind: • akute mäßige oder schwere Krankheiten (Fieber >38,5°C); • schwere allergische Reaktionen nach vorhergehenden Impfungen; • Schwangerschaft; • Immunschwäche; • kürzlich erfolgte Verabreichung von Hämoderivaten. Die MMR-Impfstämme werden in embryonalen Fibroblasten des Huhns und/oder in diploiden menschlichen Zellen hergestellt. Kinder mit Allergie auf Eier, auch schweren Ausmaßes (anaphylaktischer Schock) haben gegenüber anderen Kindern keine höhere Anaphylaxe-Häufigkeit gezeigt, und deshalb können sie normal geimpft werden. Die Hauttests können nichts über die Reaktion gegenüber dem MMR-Impfstoff aussagen und es ist nicht notwendig, sie vor Verabreichung des Impfstoffes durchzuführen, genauso wenig wie es keinen Grund dafür gibt, die Reaktion der Aufnahme von Einern vor der Durchführung der Impfung zu überprüfen. MMR UND SCHWANGERSCHAFT MMR UND KORTIKOSTEROID-THERAPIE Wie alle abgeschwächten Lebendimpfstoffe ist auch der MMR-Impfstoff in der Schwangerschaft kontraindiziert. Eine Schwangerschaft sollte in dem auf die Impfung folgenden Monat vermieden werden. Die unvorhergesehene Verabreichung der MMR-Impfung in der Schwangerschaft stellt keinen Grund für einen Schwangerschaftsabbruch dar, die Frau muss aber über das potentielle Risiko für das Kind informiert werden. Bei Therapie mit Immunsupressiva: ≥ 2mg/kg/die, oder ≥ 20mg/die Prednison-Äquivant • Behandlungsdauer von weniger als 2 Wochen: ab Einstellung der Therapie kann geimpft werden; • Behandlungsdauer von über 2 Wochen: ein Monat nach Einstellung der Therapie kann geimpft werden. IMPFSTOFF GEGEN RÖTELN: POTENTIELLES RISIKO IN DER SCHWANGERSCHAFT Aus Beobachtungen bei Kindern, deren Mütter fälschlicherweise zwei Wochen vor bzw. in den ersten sechs Wochen der Schwangerschaft gegen Röteln geimpft wurden, wurde festgestellt, dass kein Kind Missbildungen aufwies, dennoch konnte die Infektion serologisch nachgewiesen werden. Das maximal geschätzte theoretische Risiko für angeborene Missbildungen, die dieser Impfung zugeschrieben werden können, liegt im ersten Trimester der Schwangerschaft bei 1,2-1,3%. Es ist also nicht mit dem Risiko einer natürlichen Infektion vergleichbar. MMR UND IMMUNSCHWÄCHE Die Impfung ist kontraindiziert im Falle von: MMR UND GLEICHZEITIGE VERABREICHUNG VON ANDEREN IMPFSTOFFEN Der Impfstoff kann in derselben Impfsitzung mit anderen Impfstoffen verabreicht werden. Er kann gleichzeitig mit dem Impfstoff gegen Varizellen verabreicht werden, aber die beiden Impfstoffe dürfen nicht vermischt werden, sondern es müssen verschiedene Einstichstellen sowie Spritzen verwendet werden. Sofern die Impfstoffe gegen MMR und Varizellen nicht in derselben Impfsitzung verabreicht werden, muss zwischen der einen und der anderen Impfung mindestens ein Monat vergehen. Nichts spricht gegen eine gleichzeitige Verabreichung der Impfstoffe gegen DTPa (Diphtherie/Tetanus/azellulärer Keuchhustenimpfstoff), Polio (inaktiviert), Hepatitis B, Hib (Haemophilus influenzae b). • angeborener Immunschwäche; • erworbener Immunschwäche (z.B. immunsupressive Therapie); • Leukämien, Lymphomen, gewöhnlichen Tumoren; • durch Medikamente verursachter Immunsupression. Die Impfung wird für HIV-positive Kinder ohne schwerwiegende Symptome empfohlen (Immunologische Kategorien 1 und 2, CDC 1994). In all diesen Fällen wird die Impfung der Mitbewohner empfohlen. MMR UND VERABREICHUNG VON HAEMODERIVATEN In Anbetracht der Möglichkeit einer schwächeren Immunantwort, sollte die MMRImpfung bei Personen, die einer Therapie mit Hämoderivaten unterzogen werden, verschoben werden; der Intervall (in Monaten), der vor Verabreichung des Impfstoffes vergehen sollte, hängt von der Art des Hämoderivates und von seiner Dosierung ab, und wird in der nachfolgenden Tabelle aufgezeigt. Empfohlenes Intervall zwischen der Verabreichung Ig/Hämoderivate und MMR-Impfung Therapeutische Indikationen und Ig-Art Immunglobuline gegen Tetanus (TIG) Immunglobuline gegen Hepatitis B (HBIG) Immunglobuline gegen Tollwut Immunglobuline gegen Varizellen (VZIG) Standard Immunglobuline* (für immunkompetente Kontakte) Standard Immunglobuline* (für immunsuprimierte Kontakte) Dosierung (mg/kg) FALSCHE KONTRAINDIKATIONEN FÜR DIE VERABREICHUNG DER MMR-IMPFUNG: Intervall in Monaten vor der Impfung 250 UI 10 mgIgG/Kg IM 3 0,06 ml/Kg (10 mgIgG/Kg) IM 3 20 UI/Kg 4 125 UI/10 Kg (20-40mgIgG/ Kg) IM) 0,25 ml/Kg (40 mgIg/Kg) IM 0,50 ml/Kg (80 mgIg/Kg) IM 5 • roten Blutkörperchen in Salzlösung • Erykonzentrat (HAT 65%) 10 ml/Kg (Ig/Kg trascurabili) IV 6 • Schwangerschaft eines Mitbewohners; in Zusammenhang stehen; 10 ml/Kg (60 mg/IgG/Kg) IV 5 10 ml/Kg (160 mgIgG/Kg) IV 6 7 Kawasaki-Syndrom • Lokale Reaktionen oder mäßiges Fieber nach einer 0 3 • Blutblättchen/Plasma Thrombozytopenische Purpura • Genesung von einer Krankheit; vorhergehenden Impfung; 10 ml/Kg (10 mgIg/Kg) IV 10 ml/Kg (80-100 mgIgG/Kg) IV RSV-Virus-Prophylaxe • Laufende Antibiotika-Therapie; • Allergien, die nicht mit den Inhaltsstoffen des Impfstoffes • Vollblut (HAT 35-50%) Substitutionsbehandlung bei Immunsuprimierten • Kürzliche Exposition gegenüber einer Infektionskrankheit; 5 Transfusionen von: • gereinigten roten Blutkörperchen • Leichte akute Erkrankungen (auch mit Fieber ≤ 38° C); 300-400 mg/Kg IV 8 750 mg/Kg IV 9 400 mg/Kg IV 800 mg/Kg IV 8 10 2g/Kg IV 11 Besetzt und angepasst aus RedBook, 2003 - Report of the Committee on infectious diseases, American Academy of Pediatrics, Elk Grove Village, 2003. *MWR 1998; RR8 “Measles, MUMPS and Rubella vaccine use and strategies for elimination of Measles, Rubella and congenital Rubella syndrome and control of MUMPS”. • Familien- und individuelle Anamnese von Krampfanfällen und neurologischen Erkrankungen; • Frühgeburt; • Anamnese von SIDS; • Down Syndrom. Zu bedenken ist, dass das unnütze Aufschieben der MMR-Impfung aufgrund falscher Kontraindikationen die Kinder dem schwerwiegenden Risiko aussetzt, zu erkranken und die Zustimmung zur MMR-Impfung verringert. BIBLIOGRAFIE 1) 2) Rundschreiben Nr. 12 vom 13. Juli 1999 „Controllo ed emliminazione di morbillo, parotite e rosolia attraverso la vaccinazione” („Kontrolle und Elimination von Masern, Mumps und Röteln durch die Impfung”) „Piano nazionale di eliminazione del morbillo e della rosolia congenita” (“Gesamtstaatlicher Plan zur Elimination der Masern und der angeborenen Röteln”) - G.U. Supplemento ordinario n. 195 al numero n. 297, Serie generale, del 23 dicembre 2003 (Amtsblatt der Republik, Ordentliches Beiblatt Nr. 195 zur Nr. 297, allgemeine Serie, vom 23. Dezember 2003) Für weitere Informationen und Bibliografie: www.ministerosalute.it Übersetzung in deutscher Sprache: Dr. Antje Trenkwalder, Amt für Hygiene und Öffentliche Gesundheit, Autonome Provinz Bozen-Südtitol