B i l d u n g s d e p a r t e m e n t Angebote der frühkindlichen Bildung Betreuung und Erziehung in der Stadt Zug: Situationsanalyse Foto: Jacobs Foundation www.stadtzug.ch Seite 1 von 64 Herausgeberin: Stadt Zug Bildungsdepartement Abteilung Kind Jugend Familie Postfach 1258 6301 Zug [email protected], 041 728 23 43 Titelbild: Jacobs Foundation, Zürich Erarbeitet durch die Projektgruppe Primokiz, Stadt Zug: Vroni Straub-Müller, Regula Roth-Koch, Esther Brandenberg, Hubert Weber, Susanna Peyer-Fischer, Birgitta Michel Thenen, Lars Sommer Externe Fachberatung: Miriam Wetter Verfasser: Lars Sommer, Fachstellenleiter Betreuung, Kind Jugend Familie (Oktober 2013) Situationsanalyse Stadt Zug www.stadtzug.ch Seite 2 von 64 Inhaltsverzeichnis 1 Management Summary ...................................................... 5 2 Ausgangslage: Gründe für eine Situationsanalyse der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung in der Stadt Zug............................................................................ 6 2.1 Allgemeine Überlegungen zur Bedeutung der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung ........................................................................... 6 2.2 Aktuelle Ausgangslage in der Stadt Zug ..................................................... 6 3 Rechtliche Grundlagen ....................................................... 8 3.1 Internationale rechtliche Grundlagen und Bestimmungen für die frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung ...................................... 8 3.2 Nationale rechtliche Grundlagen ................................................................ 9 3.3 Kantonale und kommunale Rechtsgrundlagen ......................................... 10 4 Fachliche Grundlagen der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung ................................................ 11 4.1 Modell Primokiz ........................................................................................ 12 4.2 Internationale Analysen und Empfehlungen ............................................ 13 4.3 Nationale Expertisen und Empfehlungen ................................................. 14 4.4 Programme des Bundes zur Förderung des Frühbereichs .......................... 15 4.5 Informationsplattformen zum Frühbereich in der Schweiz ....................... 16 4.6 Prävention und frühe Förderung .............................................................. 17 4.6.1 Prävention durch frühe Förderung ........................................................................ 17 4.6.2 Zusammenhang zwischen Gesundheitsverhalten, Befinden + sozialen Merkmalen ............................................................................................................................... 17 4.6.3 Die Bedeutung sozialer Solidarität ........................................................................ 18 4.7 Ausgewählte wissenschaftlich-fachliche Erkenntnisse .............................. 19 4.7.1 Vernetzung von Angeboten und Zugängen .......................................................... 19 4.7.2 Frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung innerhalb und ausserhalb der Familie ................................................................................................................... 21 4.7.3 Frühe Förderung sprachlicher und literaler Kompetenzen ................................... 23 4.7.4 Hausbesuchsprogramme zur Stärkung elterlicher Kompetenzen ......................... 24 5 Ist- Zustand der FBBE in der Stadt Zug ............................ 26 5.1 Ausgangslage und Kontext ....................................................................... 26 5.1.1 Kommunale und kantonale Entscheidungsträger und zuständige Stellen ........... 26 Situationsanalyse Stadt Zug www.stadtzug.ch Seite 3 von 64 5.1.2 Legislaturziele des Stadtrats .................................................................................. 28 5.1.3 Datenlage zur Demographie .................................................................................. 29 5.2 Aktuelle Angebotslandschaft .................................................................... 31 5.2.1 Auswertungsergebnisse Fragebogen ..................................................................... 31 5.2.2 Angebote und die Nachfrage ................................................................................ 32 5.2.3 Angebote: Leistungen und Zielgruppen ................................................................ 33 5.3 Aktueller Stand: Nutzung und Angebote ................................................. 36 5.3.1 Angebotslandschaft, -typen, Sprache, Kosten ....................................................... 36 5.3.2 Akteure: Organisationsformen und Finanzierung ................................................. 39 5.3.3 Fazit: Ist- Zustand der Leistungen im FBBE Bereich ............................................... 41 5.4 Aktueller Stand: Kooperation, Vernetzung und Zusammenarbeit ............ 42 5.5 Aktueller Wissensstand: Qualitätssicherung ............................................. 43 5.6 Übersicht städtische Finanzierung ............................................................ 44 6 Einschätzung des Entwicklungskontexts ......................... 44 6.1 Gesamteinschätzung zu möglichen Entwicklungsthemen in Zug .............. 45 6.2 Vorschlag für Vorgehen bei partizipativer Konzepterarbeitung .............. 46 7 Beschreibung des Erarbeitungsprozess ........................... 46 7.1 Projektorganisation .................................................................................. 46 7.2 Erarbeitungsprozess .................................................................................. 46 7.3 Reflexion des Erarbeitungsprozesses ........................................................ 47 8 Sicht der Akteure: Einschätzungen zum Handlungsbedarf ......................................................................................... 48 9 Quellenverzeichnis ........................................................... 50 10 Angebotsübersicht in Zug ................................................ 53 Situationsanalyse Stadt Zug www.stadtzug.ch Seite 4 von 64 1 Management Summary Mit dem Programm Primokiz Zug untersucht die Stadt Zug die aktuelle Situation im Bereich der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung. Ein grosses Anliegen ist es der Stadt Zug, für alle Kinder im Vorschulalter eine optimale soziale, gesundheitliche und pädagogische Unterstützung innerhalb und ausserhalb der Familie zu gewährleisten. Folgende Ziele hat die Stadt dazu formuliert: Lücken im Angebot wahrnehmen und entsprechende Massnahmen planen Zugänglichkeit für alle Eltern und Kinder gewähren, insbesondere solche, die auf Bring-Strukturen angewiesen sind. Gezieltes Erreichen von Familien und Kinder mit besonderem Bedarf Sicherung von Information und Beratung für alle Eltern Vernetzung der Akteure und Abstimmung ihrer Ressourcen und Programme und in diesem Sinne: Weiterentwicklung des Angebotsnetzes in Zug Sicherstellung der Finanzen Die Zahl der 0 - 6 jährigen Kinder ist in den letzten 10 Jahren von 1‘196 auf 1‘594 Kinder (2012) um 33% angewachsen. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung ist im gleichen Zeitraum von 5,0% auf 5,8% gestiegen. Die Datenlage zu demographischen Zahlen ist rudimentär. Viele Angaben sind aufgrund von fehlenden Statistiken ungenau oder nicht vorhanden. Spezifische Angaben zu Nutzerzahlen, zur Anzahl Familien, sozio-ökonomischen Verhältnissen von Eltern und deren Berufstätigkeit sowie die Anzahl Einelternfamilien fehlen. Im Mai 2013 führte das Bildungsdepartement eine Umfrage bei allen bekannten Anbietern und Trägerschaften durch. 51 Träger haben für 62 Dienstleistungen und Angebote den Fragebogen retourniert. Die Angebotslandschaft zeigt sich in der Stadt Zug als vielfältig. Die Betreuungsorte (Kitas, Spielgruppe, Tagesfamilie) sind aufgrund der Betreuungsintensität und der regelmässigen Kontakte mit den Eltern wichtige Akteure im Projekt. Die allergrösste Mehrheit der Angebote ist von privaten Institutionen getragen, mehrheitlich von Non-Profit-Organisationen wie Vereinen. Die allergrösste Mehrheit der Angebote hat als primäre Sprache schweizerdeutsch/deutsch. In den Begegnungsorten weist eine Mehrheit der Kinder eine andere Muttersprache als Deutsch auf. Die aufsuchenden Angebote sind nur teilweise vorhanden –neben der MütterVäterberatung und den Hebammen bieten insbesondere die Heilpädagogische Früherziehung, die Familienhilfe und die aufsuchende Familienbegleitung Entlastungsangebote mit aufsuchendem Charakter. Treffstrukturen sind eher wenige vorhanden und die bestehenden finden in der Regel in einem zeitlich beschränkten Rahmen oder für eine kleinere Zielgruppe statt. Die Anzahl der Akteure ist hoch. Die Zuständigkeit für Aufgaben – insbesondere im Bereich der Bildung und Beratung - liegt teilweise bei der Gemeinde, beim Kanton oder privaten Trägerschaften mit kantonalem Auftrag. Aufgrund einer ersten Einschätzung zeigt sich, dass die Stadt Zug über ein vielfältiges Angebot verfügt, das jedoch wenig koordiniert und nicht für alle Familien g leich zugänglich ist. Von Seiten der Akteure werden eine ungesicherte Finanzlage, ungesicherte Räumlichkeiten und Unterstützungsbedarf bei der Weiterbildung und der Qualitätsarbeit sowie die Stärkung der Elternarbeit als Entwicklungsfelder genannt. Im Rahmen der anschliessenden Konzeptphase werden auf Basis dieser Erkenntnisse und unter Einbezug der Akteure mögliche Handlungsfelder definiert und priorisiert. Situationsanalyse Stadt Zug www.stadtzug.ch Seite 5 von 64 2 Ausgangslage: Gründe für eine Situationsanalyse der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung in der Stadt Zug 2.1 Allgemeine Überlegungen zur Bedeutung der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung In der frühen Kindheit werden wichtige Weichen für die weiterführende Entwic klung von kognitiven und sozialen Fähigkeiten gestellt. Dabei spielen ein anregendes Umfeld und die Qualität der Betreuung der Kinder eine entscheidende Rolle. Der Begriff der frühkindlichen Bildung bezieht sich auf die individuellen Bildung sprozesse des Kindes. Er umfasst die Aneignungstätigkeit des Kindes, sich ein Bild von der Welt zu konstruieren. „Bildung‚ wird in diesem Sinne als Beitrag des Kindes für seine Entwicklung verstanden.‚Erziehung‚ und „Betreuung‚ sind die Beiträge der Erwachsenen zur Bildungs- und Entwicklungsförderung von Kindern. „Erziehung‚ bezeichnet das Gestalten einer sozialen, räumlichen und materiellen Umwelt des Kindes, sowie der Beziehungsgestaltung und die Art und Weise der sozialen Intera ktionen. „Betreuung‚ meint die soziale Unterstützung, die Versorgung und die Pflege der Kinder, die emotionale Zuwendung, den Schutz vor Gefahren sowie den Aufbau von wichtigen persönlichen Beziehungen (Wustmann/Simoni, 2012: 22). Die Schweizerische UNESCO-Kommission betrachtet die frühkindliche Bildung insbesondere „als Schlüsselfaktor für den späteren Lern- und Lebenserfolg‚, da sie dazu beiträgt ungleiche Startchancen auszugleichen. Eine wirkungsvolle frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung beginnt deshalb bei der Geburt und dauert bis zum Eintritt in die Volksschule. Die Angebote und Massnahmen s ind vernetzt und decken alle Lebenswelten der Kinder ab. Die Eltern-Kind-Beziehung wird gestärkt und die pädagogische Qualität von Angeboten wird stets weiterentwickelt. 2.2 Aktuelle Ausgangslage in der Stadt Zug Die Stadt Zug verfügt über eine hohe Standort- und Lebensqualität sowie eine hohe wirtschaftliche Attraktivität. Sie zählte im Jahr 2012 27‘600 Einwohnerinnen und Einwohner (2010: 26‘327). 5,5 Prozent davon, nämlich 1‘450 sind Kinder im Alter bis 5,5 Jahre. Im Jahr 2003 hat der Anteil der 1‘196 Kinder an der Gesamtbevölkerung 5,0% betragen. Die Bevölkerung verzeichnete in den letzten zehn Jahren (2000 bis 2010) eine Zunahme von 8,7%. Im stark wachsenden Stadtteil Zug West ist die B evölkerung im gleichen Zeitraum gar um 50% angewachsen. Die Erweiterung der Wohngebiete im Westen und die rasche Verdichtung des Stadtzentrums haben in den letzten Jahrzehnten einen beträchtlichen Bedarf an Infrastruktur in allen Bere ichen nach sich gezogen. Situationsanalyse Stadt Zug www.stadtzug.ch Seite 6 von 64 Parallel dazu lassen sich in der Stadt Zug auch Verdrängungsprozesse feststellen. Die hohen Mietkosten und der Verlust von Wohnraum für Einkommensschwächere führen auch zu Abwanderung aus der Stadt Zug 1. Im Bereich der familienergänzenden Kinderbetreuung gibt es in der Stadt Zug ein flächendeckendes, subventioniertes Angebot an Betreuungsplätzen, das in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgebaut wurde. Im Bereich Beratung und Unterstützung (Eltern, Kind usw.) gibt es diverse Angebote von verschiedenen Anbietern. Aufgrund der Grösse des Kantons arbeiten Gemeinden teilweise mit einem gemeinsamen Leistungserbringer oder ist der Kanton für Ang ebotsbereiche zuständig. 2011 hat das Bildungsdepartement einen grösseren Stadtteilentwicklungsprozess im westlichen Stadtteil von Zug gestartet mit Einbezug der Bevölkerung und diversen Anbietern bzw. Anspruchsgruppen. Die erarbeiteten Massnahmenvorschläge werden seit Sommer 2012 umgesetzt oder vertieft geprüft. Dadurch ergeben sich Optionen, das soziokulturelle Zusammenleben der Wohnbevölkerung gezielt zu stärken. Das Bildungsdepartement der Stadt Zug startet das Projekt Primokiz unter dem Titel „Frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung“. Bildung wird dabei als Beitrag des Kindes zu seiner Entwicklung verstanden. Bildung im Frühbereich findet im Alltag statt, geht von der Perspektive des Kindes aus und knüpft an seinen Interessen an und ermöglicht ihm mit allen Sinnen die Welt zu entdecken. Betreuung und Erziehung umfassen als Beitrag der Erwachsenen die tägliche Versorgung der Grundbedürfnisse des Kindes und die Entwicklung des sozialen Umfelds und der Gestaltung einer anregungsreichen Umwelt. Die Familie wird als erster Ort der frühkindlichen Förderung verstanden. Die famil ienergänzenden Angebote (Kindertagesstätten, Tagesfamilie) können als zweite Lebenswelt des Kindes betrachten werden. Die familienunterstützenden Angebote (Spielgruppe, Mütter-Väterberatung, Elternbildung, Erziehungsberatung, Treffpunkte) sind weitere bedeutsame Dienstleistungen für die gelingende Entwicklung des Kindes. Als erste Zielgruppe werden im Projekt die Kinder im Vorschulalter im Alter von 0 bis 5,5 Jahre definiert. Dies schliesst die Kinder bis und mit dem ersten freiwilligen Kindergartenjahr mit ein. Die Übergangsprozesse in das Schulsystem sind im Projekt ebenfalls zu betrachten. Das zweite, obligatorische Kindergartenjahr wird bereits dem Schulalter zugerechnet. Damit alle Kinder in ihrem Lern- und Entwicklungsprozess unterstützt werden können, ist die pädagogische, gesundheitliche und soziale Unterstützung innerhalb und ausserhalb ihrer Familie zentral. Das integrale Zusammenwirken aller Institutionen im Bereich von Bildung, Betreuung und Erziehung ist notwendig und die Qualität sentwicklung der beteiligten Institutionen ist wichtig. 1 Flury, Die Stadt Zug als Nährboden für Gentrifizierung (2011) Situationsanalyse Stadt Zug www.stadtzug.ch Seite 7 von 64 Für das Programm primokiz hat die Stadt Zug folgende Ziele im Bereich der frü hkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung definiert: Lücken im Angebot wahrnehmen und entsprechende Massnahmen planen Zugänglichkeit für alle Eltern und Kinder gewähren, insbesonder e solche, die auf Bring-Strukturen angewiesen sind. Gezieltes Erreichen von Familien und Kinder mit besonderem Bedarf Sicherung von Information/Beratung für alle Eltern Vernetzung der Akteure und Abstimmung ihrer Ressourcen und Programme und in diesem Sinne: Weiterentwicklung des Angebotsnetzes in Zug Sicherstellung der Finanzen In der Stadt Zug fehlt eine Gesamtbetrachtung der Angebote in der frühen Kindheit. Die Stadt Zug geht davon aus, dass die Förderung von Kindern ab Geburt von zentraler Bedeutung ist in Bezug auf die Prävention von späteren, teuren Massnahmen im Schulalter. Frühe Förderung ermöglicht dabei auch eine Chancengleichheit der Kinder im Bereich der sozialen und kulturellen Integration. Ein grosses Anliegen ist es, den Bedarf von jungen Familien und ihren Kindern zu kennen und die Zusammenarbeit der Akteure zu stärken und dadurch den Bereich der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung wirkungsvoll unterstützen zu können. Das Bildungsdepartement plant aufgrund der Situationsanalyse in einer zweiten Projektphase ein Konzept zu erarbeiten, dass der Stadt Zug eine fundierte Basis bietet, um eine bedarfsgerechte Weiterentwicklung der frühkindlichen Bildungs - und Betreuungsangebote zu gewährleisten. 3 Rechtliche Grundlagen Die rechtlichen Grundlagen werden sowohl auf internationaler als auch nationaler Ebene dargelegt. Von Bedeutung sind insbesondere die kantonale n sowie die kommunalen Bestimmungen, Richtlinien und Verordnungen zur Ausgestaltung frühkindlicher Angebote. 3.1 Internationale rechtliche Grundlagen und Bestimmungen für die frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung Die Konvention der Vereinten Nationen über die Rechte des Kindes aus dem Jahr 1989 legen eine erste Grundlage für ein Verständnis des bildungsorientierten De nkens und Handelns und damit auch zu einem Diskurs zur frühkindlichen Bildung. Die Konvention über die Rechte des Kindes sind in der Schweiz seit 1997 in Kraft 2. Das Kinderrechtsgebäude ruht auf drei inhaltlichen Pfeilern, nämlich dem Recht auf Schutz, dem Recht auf Förderung und dem Recht auf Partizipation des Kindes. 2 http://www.unicef.ch/de/information/publikationen/kinderrechte/ Situationsanalyse Stadt Zug www.stadtzug.ch Seite 8 von 64 Die Artikel 18, 28, 29 und 31 befassen sich insbesondere mit den Aspekten Bildung, Betreuung und Erziehung (vgl. Wustmann/Simoni 2012:34). Der Staat ist verpflichtet, die Eltern bei der Erziehung des Kindes zu unterstützen. Er soll u.a. Kindern berufstätiger Eltern die Nutzung von familienergänzenden Bildungs- und Betreuungseinrichtungen mit einer guten Qualität ermöglichen. Explizit erwähnt ist das Recht jeden Kindes auf Bildung, die Förderung der Persönlichkeitsentwicklung des Kindes als Bildungsziel sowie das Recht des Kindes auf Freizeit und Spiel und die Beteiligung am kulturellen Leben. Abbildung 1: Das Gebäude der Kinderrechte (Quelle: www.unicef.ch ) Das Kindeswohl ist in allen Angelegenheiten, die das Kind betreffen, prioritär zu berücksichtigen. Die Wahrung der Kinderrechte – explizit auch die Information über die Rechte und die Unterstützung bei der Ausübung – obliegt den Eltern bzw. den Inhabern der elterlichen Sorge und dem Staat. 3.2 Nationale rechtliche Grundlagen Die Schweizerische Bundesverfassung vom 18. April 1999 hält in Art. 11 Abs. 1 fest, dass Kinder und Jugendliche Anspruch auf besonderen Schutz ihrer Unversehrtheit und auf Förderung ihrer Entwicklung haben 3. Das Schweizerische Zivilgesetzbuch konkretisiert insbesondere im Teil Familienrecht die Rechte der Kinder (z.B. das Recht auf Anhörung, auf einen eigenen Willen und 3 http://www.admin.ch/ch/d/sr/101/a11.html Situationsanalyse Stadt Zug www.stadtzug.ch Seite 9 von 64 eine eigene Rechtsvertretung) sowie die Rechte und Pflichten ihrer Eltern und des Staates. Wichtige Bestimmungen für die Betreuung von Kindern ausserhalb ihrer Kernfamilie enthält die aus dem Jahre 1977 stammende Pflegekinderverordnung (PAVO), die eidgenössische Verordnung über die Aufnahme von Kindern zur Pflege und zur Adoption vom 19. Oktober 1977 (PAVO; SR 211.222.338). Die Verordnung regelt Aufsicht und Bewilligungspflicht für die Aufnahme von Kindern in Heimen, bei Pflegefamilien sowie auch in Kindertagesstätten und bei Tagesfamilien. 4. Eine zweite Teilrevision der PAVO ist abgeschlossen und per 1.1.2013 eingeführt worden. Der Kinderbetreuungsbereich wurde darin nicht neu geregelt . Im Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer (SR 142.20 AuG) sind im Art. 53 die Förderung der Integration geregelt. Darin werden die Schaffung von günstigen Rahmenbedingungen für Chancengleichheit und Teilhabe der ausländischen Bevölkerung, die Förderung des Spracherwerbs und der Gesundheitsvorsorge, sowie die Anliegen bei der Integration von Frauen und Kindern erwähnt. 3.3 Kantonale und kommunale Rechtsgrundlagen Es bestehen diverse Rechtsgrundlagen auf kantonaler und kommunaler Ebene. Die Übersicht zeigt die wichtigsten Regelungen für die frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung. Ebene Gesetzesnummer Gesetzesartikel Inhalt Kanton BGS 213.4: § 1 Abs. 2: Integration, Chancengleichheit und Förderung der Entwicklung als Zweck der familienergänzenden Kinderbetreuung, § 3 Abs. 2: Weiterentwicklung der Qualitätsanforderungen als kantonale Aufgabe, § 6: Beiträge der Erziehungsberechtigten Kantonales Gesetz über die familienergänzende Kinderbetreuung vom 29. September 2005 (Stand 1. Januar 2013) Rechtliche Grundlagen für die pädagogische Qualität von Spielgruppen und Kindertagesstätten und für die Förderung von Sprachkenntnissen Kanton BGS 213.42 - A1 Anhang zur Kantonalen Verordnung zum Gesetz über die familienergänzende Kinderbetreuung vom 14. November 2006 (Stand 1. Januar 2013) Qualitätsanforderungen Kanton BGS 861.4 vom 16.12.1982 (Stand 1.1.2011): §§ 14, 15: Persönliche Hilfe, § 34: Jugendförderung und Jugendschutz, § 37: Beiträge des Kantons an Institutionen im Kanton Gesetz über die Sozialhilfe Rechtliche Grundlagen für Zielgruppenerreichung der Informations- und Beratungsangebote Kanton Art. 171 ZGB: Ehe- und Familienberatung Ehe- und Familienberatung Rechtliche Grundlagen für Zielgruppenerreichung der Informations- und Beratungsangebote 4 http://www.admin.ch/ch/d/sr/c211_222_338.html Situationsanalyse Stadt Zug www.stadtzug.ch Seite 10 von 64 Kanton Art. 37 Heilpädagogische Früherziehung 412.11 Schulgesetz vom 27.9.2990 Förderung von Kindern, Beratung von Erziehungsberechtigten Kanton BGS 834.25 Unterstützung von Institutionen zur Gesetzliche Grundlage zur Betreuung ausländischer Arbeitskräfte Unterstützung Migrativom 30. April 2007 on/Integration Kommunal GGR Beschluss Nr. 1555 vom 26. September 2011 Reglement über die familienergänzende Kinderbetreuung von Kindern der Stadt Zug Organisation und Finanzierung der von der Stadt Zug anerkannten oder selber betriebenen Einrichtungen der Kinderbetreuung Kommunal SR 8. September 1999 Kriterien für die Erteilung einer Betriebsbewilligung für Tageseinrichtungen zur Kinderbetreuung in der Stadt Zug Kriterien für Betriebsbewilligung Kommunal SR 2. November 2001 Kriterien für die Anerkennung von Spielgruppen in der Stadt Zug Anerkennungskriterien für Spielgruppen Tabelle 1: Kantonale und kommunale Rechtsgrundlagen Im August 2013 hat der Regierungsrat des Kantons Zug das Konzept Frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung im Kanton Zug verabschiedet. Es ist strategisch ausgerichtet und bildet einen Handlungsrahmen für das Engagement des Kantons in den nächsten drei bis fünf Jahren. Die Situation von benachteiligten Kindern und ihren Familien nimmt aufgrund der Legislaturziele 2010 – 2014 einen wichtigen Stellenwert ein. Das Konzept definiert insbesondere die Ausgangslage und den Handlungsbedarf, die Handlungsfelder und Leitlinien sowie das Vorgehen für die nächsten Entwicklungsschritte. Am 22. September 2013 fand im Kanton Zug die kantonale Volksabstimmung zum Gesetz über die Integration der Migrationsbevölkerung (Integrationsgesetz) statt. Das Integrationsgesetz wurde von der Bevölkerung abgelehnt. Dadurch wurde ve rhindert, die Verantwortlichkeit der Integrationsförderung zwischen Kanton und Gemeinden abschliessend zu regeln. Im Kanton Zug bleiben vorerst verschiedene Fragen der Zuständigkeiten und der Aufgabenteilung zwischen Gemeinden und Kanton ungeklärt. 4 Fachliche Grundlagen der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung Im folgenden Kapitel werden die fachlichen Grundlagen zur frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung des Modells Primokiz vorgestellt. Es vermittelt eine Gesamtschau über die grundlegenden nationalen und internationalen Studien, Analysen und Empfehlungen sowie aktuelle Forschungsberichte. Die Angaben sind den Unterlagen der Jacobs Foundation entnommen. Situationsanalyse Stadt Zug www.stadtzug.ch Seite 11 von 64 4.1 Modell Primokiz Das Modell Primokiz beinhaltet ein integriertes Modell frühkindlicher Bildung, Betreuung und Erziehung. Es dient als fachliche Arbeitsgrundlage im gleichnamigen Programm der Jacobs Stiftung 5. Das Modell Primokiz versteht eine Politik der frühen Kindheit, die jedem Kind mö glichst gleiche Chancen eröffnen und alle Kinder in ihrer Entwi cklung fördern will, als gemeinsame Aufgabe des Bildungs-, Gesundheits- und Sozialsystems. Sie bilden die tragenden Säulen einer umfassende frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erzi ehung. Das Modell postuliert ferner, dass sich eine Politik der frühen Kindheit über familienund kinderfreundliche Rahmenbedingungen für alle bis hin zum Schutz des einzelnen Kindes erstreckt. Bedürfnisgerechte Leistungen für alle Kinder und Eltern, für bestimmte Gruppen von Kindern und Eltern sowie für individuelle Kinder u nd Familien lassen sich in diesem Rahmen verorten. Familienpolitische und integrationspol itische Massnahmen bilden den Kitt zwischen den verschiedenen Ebenen. Abbildung 2: Modell Primokiz (Jacobs Foundation 2012) Situationsanalyse Stadt Zug www.stadtzug.ch Seite 12 von 64 Damit nicht Kinder und Familien durch die Maschen fallen, setzt das Modell Primokiz ferner auf vertikale und horizontale Kohärenz. Gemeint ist damit erstens die A bstimmung von Leistungen und Strukturen für Kinder einer bestimmten Altersgruppe und zweitens die Gestaltung von Übergängen von der Geburt bis zum Schuleintritt. Eine Politik der frühen Kindheit nimmt auch Angebote und Strukturen in den Blick, die sich nicht prioritär um den Frühbereich kümmern, also beispielsweise die Sozia lhilfe und die Schule. 4.2 Internationale Analysen und Empfehlungen Die OECD (20016, 2006)7 empfiehlt (aufgrund ihrer Analysen im europäischen Vergleich) für die Weiterentwicklung der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung folgende Aspekte verstärkt zu berücksichtigen: a) Betreuungs- und Bildungsangebote für Kinder im Vorschulalter b) Unterstützungsmöglichkeiten von Familien c) Qualitätsentwicklung d) Vernetzung der beteiligten Institutionen. Eine deutsche Zusammenfassung der OECD Empfehlung findet sich unter: www.oecd.org/edu/preschoolandschool/37519496.pdf Das Euridice Netz8 veröffentlicht 20099 einen Bericht zum Frühbereich mit dem Fokus auf die Chancen(un)gleichheit: ecea.ec.europa.eu/education/eurydice/documents/thematic_reports/098DE.pdf Die UNICEF publiziert 200810 einen Vergleich zur frühkindlichen familienergänzenden Betreuung, der verschiedene ökonomisch gut situierte Länder einbezieht. Der Vergleich attestiert der Schweiz nur gerade in drei von 10 Bereichen einen guten Status, nämlich bezüglich Kinderarmut, bezüglich des Anteils ausgebildeten Pers onals und bezüglich des Zahlenverhältnisses Erziehende/betreute Kinder. Die Bereiche mit ungenügendem Status sind: die Elternzeit im ersten Jahr nach Geburt mit 50%Gehalt, eine Nationale Strategie mit Priorisierung der benachteiligten Kindern, subventionierte Kinderbetreuungsangebote für 25% der unter-3jährigen Kinder, frühkindliche Bildungsangebote für 80% der 4jährigen Kinder, 50% der Betreuungspe rsonen in der frühkindlichen Bildung mit Tertiärausbildung, sowie Kinder-Gesundheitsdienste in guter Reichweite. www.unicef-irc.org/publications/pdf/rc8_eng.pdf 6 7 OECD (2001). Starting Strong I: Early childhood education and care. Paris: Organisation for Economic Co-operation and Development. OECD (2006). Starting Strong II: Early childhood education and care. Paris: Organisation for Economic Co-operation and Development. 8 http://www.edk.ch/dyn/12961.php Eurydice-Netz (2009). Frühkindliche Betreuung, Bildung und Erziehung in Europa: ein Mittel zur Verringerung sozialer und kultureller Ungleichheiten, Europäische Union. 10 UNICEF (2008). The child care transition. A league table of early childhood education and care in economically advanced countries. Florence: UNICEF Innocenti Research Centre. 9 Situationsanalyse Stadt Zug www.stadtzug.ch Seite 13 von 64 4.3 Nationale Expertisen und Empfehlungen In der Schweiz hat sich vorab die Eidgenössische Koordinationskommission für Familienfragen EKFF 200811 und 200912 mit zwei Publikationen zur Bedeutung und zur Weiterentwicklung der frühen familienergänzenden Betreuung geäussert. Die EKFF fordert ein ganzheitliches Bildungsverständnis sowie eine angemessene Berücksic htigung und Professionalisierung des Frühbereichs. Die Schweizerische UNESCO-Kommission hat die folgenden fünf Empfehlungen 13 basierend auf einer von der UNESCO-Kommission in Auftrag gegebenen Grundlagenstudie14 formuliert: 1. Die Familie muss gestärkt werden, damit sie ihre Potenziale realisieren kann. 2. Familienergänzende Betreuungsangebote müssen zu Bildungsorten werden. 3. Forschung und Lehre zu frühkindlicher Bildung in der Schweiz sind markant auszubauen. 4. Eine Neubeurteilung der politischen Zuständigkeiten für die frühkindliche Bildung ist notwendig, weil es um mehr geht als um reine Sozialpolitik. 5. Es braucht mehr Investitionen in die frühkindliche Bildung, Betreuung und E rziehung. Die Eidgenössische Kommission für Migrationsfragen EKM kommt aufgrund einer Analyse15 zu ähnlichen Schlüssen wie die EKFF und die Schweizerische UNESCOKommission. Die EKM empfiehlt Verbesserungen in fünf Bereichen 16: 1. Politik: Dialog und Vernetzung auf lokaler und nationaler Ebene 2. Zielgruppen: Zugang für alle Eltern mit Kindern im Vorkindergartenalter zu Angeboten der Frühförderung 3. Angebot: Koordinierte Weiterentwicklung und zielgerichteter Ausbau des B estehenden 4. Ausbildung: Qualifizierung der Aus- und Weiterbildungen 5. Forschung: Intensivierung der Forschung zur Wirkung der Frühförderung In einem von der Schweizerischen Erziehungsdirektoren Konferenz EDK publizierten Bericht17 formulieren die Autorinnen in sechs Bereichen Empfehlungen zur Verbess e11 Eidgenössische Koordinationskommission für Familienfragen EKFF (Hrsg.) (2008). Familien, Bildung, Erziehung, Bern. Eidgenössische Koordinationskommission für Familienfragen EKFF (Hrsg.) (2009). Familien - und schulergänzende Kinderbetreuung. Eine Bestandesaufnahme der Eidgenössischen Koordinationskommission für Familienfragen EKFF, Bern. 12 13 Schweizerische UNESCO-Kommission (2009). Damit Kinder früh profitieren können: Forderungen zur Gestaltung frühkindlicher Bildung in der Schweiz. Medienkonferenz Frühkindliche Bildung in der Schw eiz, 2009. 14 Stamm, M., Reinwand, V., Burger, K., Schmid, K., Viehauser, M. & Muheim, V. (2009). Frühkindliche Bildung in der Schweiz: Eine Grundlagenstudie im Auftrag der UNESCO-Kommission Schweiz. Fribourg: Universität Fribourg. 15 Schulte-Haller, M. (2009). Frühe Förderung: Forschung, Praxis und Politik im Bereich der Frühförderung: Bestandesaufnahme und Handlungsfelder. Eidgenössische Kommission für Migrationsfragen EKM, Bern. 16 Eidgenössische Kommission für Migrationsfragen (Hrsg). (2009). Frühförderung. Empfehlungen der Eidgenössischen Kommission für Migrationsfragen EKM. 17 Moret, J. & Fibbi, R. (2010). Kinder mit Migrationshintergrund von 0 bis 6 Jahren: wie können Eltern partizipieren? Schriftenreihe der EDK «studien + berichte» Situationsanalyse Stadt Zug www.stadtzug.ch Seite 14 von 64 rung der Partizipation von Eltern von Kindern bis 6 Jahren und berichten zu jedem der Bereiche über gute Umsetzungsbeispiele in der Praxis: edudoc.ch/record/39051/files/StuB31A.pdf Die Städteinitiative Sozialpolitik stellt in einem Papier mit Thesen und Forderungen zur frühen Förderung explizit die Förderung bestimmter Gruppen von Kindern und Familien in einen Gesamtkontext. staedteinitiative.ch/de/Info/Positionen/Positionen Die Thesen der Städteinitiative lauten im Einzelnen: Frühförderung legt die Basis für faire Chancen in Schule und Berufswelt. Frühförderung muss von der öffentlichen Hand gesteuert und gesellschaftlich und politisch breit abgestützt werden. Benachteiligte Familien werden in der Frühförderung gezielt berücksichtigt und unterstützt. Verschiedene Angebote der Frühförderung ergänzen sich und werden miteinander vernetzt. Kinder brauchen zum Lernen Erfahrungsmöglichkeiten in ihrem alltäglichen Umfeld. Frühe Förderung ist vor allem dann wirksam, wenn sie kontinuierlich erfolgt. Kleinkinder werden primär in der Familie gefördert. Sie brauchen darüber hinaus Beziehungen zu anderen Kindern und Erwachsenen. Sprachförderung ist für alle Kinder, nicht nur für fremdsprachige, zentral. Fördermassnahmen im Vorschulbereich haben volkswirtschaftlich günstige Ef fekte. 4.4 Programme des Bundes zur Förderung des Frühbereichs Das Bundesamt für Sozialversicherungen BSV unterstützt unter dem Titel Finanzhilfen für familienergänzende Kinderbetreuung mit einem Impulsprogramm seit 2003 den Auf- und Ausbau familienergänzender Betreuungsstrukturen. Das Impulsprogramm ist in einer Verlängerungsphase, die bis Ende 2015 befristet ist. Informati onen und Unterlagen finden sich unter: www.bsv.admin.ch/praxis/kinderbetreuung/01153/index.html Das Bundesamt für Migration BFM und die Eidgenössische Kommission für Migration EKM haben für die Jahre 2009-2011 unter dem Titel Integrationsförderung im Frühbereich IFB eine gemeinsame Ausschreibung für die Unterstützung von Projekten lanciert. Zurzeit setzt das Bundesamt für Migration unter dem Titel „Modellvorh aben 2012-2014‚ ein zweites Impulsprogramms zur Integrationsförderung im Frühbereich um. Der Schwerpunkt liegt auf der Qualifizierung des Personals und auf der Durchführung von Studien. www.bfm.admin.ch/bfm/de/home/themen/integration/foerderung/spezifisch/sc hwerp unkteprogramm/modellvorhaben_bfm.html Situationsanalyse Stadt Zug www.stadtzug.ch Seite 15 von 64 Das Programm 2009–2011 des Bundesamtes für Migration zur Integrationsförderung im Frühbereich ist inzwischen abgeschlossen und ausgewertet. Die Publikation 18 vermittelt interessante ausgewählte Erkenntnisse aus den Projekten, die im Rahmen des Programms durchgeführt worden sind. Im ersten Teil der Publikation ermögl ichen vier Lerngeschichten anregende und auch überraschende Einblicke in gute Be ispiele der frühen Förderung, insbesondere unter dem Blickwinkel des Einbezugs bestimmter Zielgruppen wie Väter oder Familien mit Migrationshintergrund. Im zwe iten Teil der Publikation werden zentrale Resultate der Evaluation der Projekte da rgestellt. www.ekm.admin.ch/content/dam/data/ekm/dokumentation/materialien/mat_fruehfo erderung_d_1.pdf 4.5 Informationsplattformen zum Frühbereich in der Schweiz In der Schweiz gibt es mehrere Internetseiten, die einen ausgezeichneten Überblick über Projekte, Konzepte und Grundlagen geben. Sie bieten Medienberichterstattung und berichten teils über Angebote im Frühbereich, welche für alle interessant sind, die sich mit der Konzept- und Qualitätsentwicklung im Frühbereich beschäftigen. Eine Auswahl: Netzwerk Kinderbetreuung Schweiz: www.netzwerk-kinderbetreuung.ch/ (deutsch und französisch) Schweizerische UNESCO-Kommission: www.fruehkindliche-bildung.ch/ (deutsch, französisch, italienisch) „Internetplattform Familie und Beruf: Massnahmen der Kantone und Gemeinden‚ der Bundesverwaltung mit Informationen über familienergänzende Betreuung und familienfreundliche Arbeitsbedingungen: www.berufundfamilie.admin.ch/informationsplattform (deutsch, französisch, italienisch verfügbar) ARTIAS, Association romande et tessinoise des institutions d’actions sociale > enfance: http://www.artias.ch/index.php?option=com_thema&rootid=85&catstr=x&Itemid=171 &pos=0 Revue d’information sociale > petite enfance: http://www.reiso.org/spip.php?rubrique40 Kindertagesstätten Schweiz KiTaS: http://www.kitas.ch/ (deutsch und französisch verfügbar) 18 Eidgenössische Kommission für Migration (Hrsg.) (2012). Anleitung zu einer erfolgreichen Frühförderung. Lerngeschichten und Erkenntnisse. Situationsanalyse Stadt Zug www.stadtzug.ch Seite 16 von 64 4.6 Prävention und frühe Förderung 4.6.1 Prävention durch frühe Förderung Wichtige Grundlagen und Erkenntnisse zur Bedeutung des Frühbereichs für präve ntive Massnahmen sind einer Publikation 19 der Fachhochschule Luzern zu entnehmen, die im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit erarbeitet werden konnte. Der Bericht zeigt auf, wie präventive Massnahmen verschiedener Bereiche zusammenwi rken können und müssen. Die Publikation bringt Konzepte und Erkenntnisse zur fr ühen Präventions- und Gesundheitsförderung in einen Zusammenhang mit Konzepten und Erkenntnissen Früher Förderung. Beide Disziplinen beschäftigen sich mit dem Ziel, gelingende Entwicklung zu unterstützen. Die Auseinandersetzung mit den Konzepten Prävention und Frühe Förderung rückt auch die Frage nach der Zielsetzung von Unterstützungsangeboten und Massnahmen ins Blickfeld: Verhinderung von künftigen gesundheitlichen und sozialen Problemen und Folgekosten eine erfolgreiche Schullaufbahn und Berufskarriere mit entsprechender Wer tschöpfung zu ermöglichen Kindern eine Umwelt bereit zu stellen, die ihr Wohlbefinden und ihre Entwicklung gemäss aktuellen Erkenntnissen günstig beeinflusst. Die verschiedenen Zielsetzungen widersprechen sich nicht. Fachliche Massnahmen und Investitionen werden jedoch unterschiedlich legitimiert. Der sogenannte Return of Investment (ROI) ist dabei eine mögliche Begründung, die Rechte des Kindes auf förderliche Lebensbedingungen eine andere, die sich sinnvoll ergänzen. 4.6.2 Zusammenhang zwischen Gesundheitsverhalten, Befinden + sozialen Merkmalen Bezüglich Erkenntnissen zum Zusammenhang zwischen Gesundheitsverhalten, Befinden und sozialen Merkmalen kann auf die so genannte KiGGS Langzeitstudie des Robert Koch Instituts zur gesundheitlichen Lage von Kindern und Jugendlichen in Deutschland hingewiesen werden: http://www.kiggs-studie.de/ Eine umfassende Publikation 20 zur KiGGS Studie beschäftigt sich u.a. auch mit Erhebungen und Analysen für das frühe Kindesalter von 0 bis 6 Jahren (0-2 Jahre: N= 1389, 3-6 Jahre: N= 1925). Berücksichtigt werden in den Analysen zur Gesundheit, zu Wohlbefinden und zum Gesundheitsverhalten der Kinder die soziale Lage, die Fam iliensituation, der Status mit/ohne Migration, die Wohn- und Umweltbedingungen. Die Analysen zeigen vielfältige Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Aspekten. Die Untersuchung bestätigt sowohl die Bedeutung der Familie wie der Rahme n19 Hafen, Martin (2012). Better Together. Prävention durch Frühe Förderung. Präventionstheoretische Verortung der Förderung von Kindern von 0-4 Jahren. Schlussbericht zu Handen des Bundesamtes für Gesundheit. http://www.bag.admin.ch/jugendprogramme/10047/10049/index.html 20 Robert Koch Institut (Hrsg.) (2009). Lebensphasenspezifische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Ergebnisse des Nationalen Kinder- und Jugendsurveys . www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Gesundheitsberichterstattung/GBEDownloadsB/KiGGS_SVR.pdf?__b lob=publicationFile Situationsanalyse Stadt Zug www.stadtzug.ch Seite 17 von 64 bedingungen des Aufwachsens im Hinblick auf die Gesundheit und das Wohlbefi nden der Kinder. Im Folgenden werden einige ausgewählte Ergebnisse für die 0 - 6jährigen Kinder aus dem genannten Bericht dargestellt: In der Schwangerschaft rauchen Mütter mit einem tiefen sozialen Status mehr, Mütter mit einem hohen sozialen Status konsumieren mehr Alkohol (S. 79). Der Anteil übergewichtiger Kinder ist bei Familien mit einem tiefen sozialen St atus höher als bei Familien mit einem hohen sozialen Status (S. 85). Eine ADHS Diagnose haben 2,8% der Kinder mit einem niederen sozialen Status der Familie, gegenüber 0,9% von Kindern aus Familien mit einem hohen Sozialstatus. Dies ist ein ähnlich hoher Unterschied wie zwischen Knaben (2,4%) und Mädchen (0,6%). Der Migrationsstatus hingegen korreliert nicht mit Aufmerksamkeitsstörungen (S. 88). Bei 0 bis 2 Jährigen zeigt sich bezüglich des regelmässigen Gebrauchs des Kindes von Saugerflaschen mit Süssgetränken ein Anteil von 12,6% bei tiefem und 7,3% bei hohem Sozialstatus der Familie. Mit und ohne Migrationsstatus betragen die Werte 11,0% resp. 8,6 % (S. 99). Das Wohlbefinden der Kinder wird in sechs Skalen abgebildet. Vier davon steigen bei einem höheren sozialen Status: körperliches und psychisches Wohlbefinden, Selbstwert und Wohlbefinden in der Vorschule/im Kindergarten. Das Wohlbefinden der Familie fällt hingegen mit steigendem Sozialstatus ab. Die 3 bis 6 Jährigen ohne Migrationshintergrund erreichen höhere Skalenwerte beim Selbstwert sowie beim Wohlbefinden in den Bereichen Freunde und Vorsch ule/Kindergarten als die Vergleichsgruppe mit Migrationshintergrund. Mädchen ohne Migrationshintergrund, nicht hingegen Jungen, zeigen ein höheres generelles Wohlbefinden als mit Migrationshintergrund. Für die gesamte Gruppe der Kinder mit Migrationshintergrund wird jedoch von einem signifikant höheren Wohlbefinden in der Familie berichtet als für Familien ohne Migrationshintergrund (S. 90/91). Zahlreiche Ergebnisse der KiGGS Studie zeigen, dass die Frage nach dem Zusamme nspiel bestimmter Merkmale nicht pauschal beantwortet werden kann. Insbesondere ist ein bedachter Umgang mit den Kriterien „Migration‚ und „soziale Benachteiligung‚ geboten. 4.6.3 Die Bedeutung sozialer Solidarität Eine Studie21, die Merkmale zur körperlichen Gesundheit, zur Lebenserwartung, zu sozialen Fertigkeiten wie dem Lesen und zur Kriminalitätsrate mit ökonomischen Merkmalen von Ländern und Regionen vergleicht, hat bemerkenswerte Erkenntnisse zur Bedeutung sozialer Solidarität zu Tage gebracht: Für das Befinden der Bevölk erung und für den Zustand von Gemeinschaften hochentwickelter Gesellschaften e r- 21 Wilkinson, R. & Pickett, K. (2009) The Spirit Level: Why More Equal Societies Almost Always Do Better. London. (Deutsch: Gleichheit ist Glück: Warum gerechte Gesellschaften für alle besser sind.) Situationsanalyse Stadt Zug www.stadtzug.ch Seite 18 von 64 wies sich nicht der Reichtum eines Landes, sondern dessen Verteilung als entscheidend. Wenn die Ungleichheit in einem Land abnimmt, sinkt beispielsweise die Kr iminalität. Ausserdem profitieren nicht nur die Armen sondern auch die Reichen von mehr sozialer Gerechtigkeit, was sich etwa in einer besseren Gesundheit und einer steigenden Lebenserwartung zeigt. 4.7 Ausgewählte wissenschaftlich-fachliche Erkenntnisse 4.7.1 Vernetzung von Angeboten und Zugängen 4.7.1.1 Finnland und England Finnland und England gelten für ihren konsequenten Einbezug der Gesundheitsförderung im Frühbereich als vorbildlich. In beiden Ländern beruht der Erfolg auf der Weiterentwicklung bewährter Konzepte, in denen die Angebote der Gesundheit sförderungen in der Bevölkerung eine hohe Akzeptanz und Nutzung haben. In Finnland gibt es die „Neuvolas‚, welche vom Staat und den Gemeinden getragen werden und eine Basisvorsorge für Schwangere und Kleinkinder bis zu 6 Jahren a nbieten. Die Vorsorgeuntersuchungen werden von fast allen Müttern und Kindern genutzt (99%). Wohlbefinden und Gesundheit der Kinder haben in Finnland eine grosse Bedeutung. Kinder mit Behinderungen werden soweit wie möglich in Regeleinrichtungen integriert. Der Begriff „Risikokinder‚ wird grundsätzlich nicht ve rwendet. Multilinguale und interkulturelle Ansätze in der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung sollen zudem kulturelle Identitäten und kulturelles B ewusstsein stärken (vgl. Oberhuemer, 2010, S. 117). Das könnte ein Schlüssel für die gesellschaftsweit durchgängig hohe Akzeptanz der Angebote bei werdenden Müttern und jungen Familien sein. Die „Neuvolas‚ bieten ein Präventionsangebot (Frü herkennung von Störungen in der Schwangerschaft, Früherkennung von Entwic klungsproblemen bei Kindern). Es wird ein breites Spektrum an medizinischen Hilfe n angeboten: Es gibt 11 bis 15 Vorsorgeuntersuchungen während der Schwange rschaft, Elternvorbereitungskurse sowie eine Begleitung des Kindes und Gesundheit suntersuchungen bis zum Beginn der Schule mit 6 Jahren. Danach wird diese Aufgabe von einer School Health Nurse weitergeführt. In den „Neuvolas‚ arbeiten „Public Health Nurses‚, Hebammen und Ärzte, „Family Workers‚ und Spezialdienste. Alle Dienstleistungen sind für die Familien kostenfrei. Ebenfalls kostenfrei ist ein Mutte rschaftspaket mit allen Dingen, die für die ersten Monate eines Neugeborenen benötigt werden und helfen, es gut zu betreuen. In England sind es die „Sure Start Children`s and Family Centres‚, die die Gesundheitsförderung und –versorgung integrieren und Angebote wie Mütter- und Väterberatungen (Child Health Clinic), Schwangerschaftsberatungen (Antenatal Clinic) zur Verbesserung der Gesundheit von Schwangeren und die Gesundheits - und Entwicklungsförderung von Kleinkindern anbieten. Als spezielle Programme für Familien mit einem besonderen Bedarf gibt es neben der o.g. integralen Gesundheitsförderung weitere zusätzliche Massnahmen, wie z.B. das „Parent Child Empowerment Pr o- Situationsanalyse Stadt Zug www.stadtzug.ch Seite 19 von 64 gram‚. Hier werden Familien von einer Hebamme oder „Public Health Nurse‚ vor und nach der Geburt besucht und betreut (bei Bedarf bis zum 12. Lebensmonat des Kindes einmal monatlich). 4.7.1.2 Familienzentren in Deutschland In Deutschland kommt der Entwicklung von Familienzentren für die Integration verschiedener Ziele der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung zurzeit e ine Schlüsselposition zu. Sie werden zu zentralen Bestandteilen der kommunalen Kinder und Jugendhilfeplanung. Familienzentren, teilweise auch Kinder- und Familienzentren bzw. Eltern-Kind-Zentren genannt, stellen für Kinder und Eltern leicht zugängliche Angebote zur individuellen Unterstützung und Förderung bereit. Im Mittelpunkt der Entstehung eines Familienzentrums steht in der Regel eine Kindertageseinric htung, die mit eigenen erweiterten Angeboten sowie mittels Kooperation und Ve rnetzung eine breite Palette von Angeboten der FBBE für Familien im regionalen Umfeld der Kita schafft. Neben dem Bildungsangebot für Kinder werden familienunte rstützende Dienstleistungen in einem integrierten Konzept angeboten. Ein Familie nzentrum stellt ein niederschwellig erreichbares, dezentrales Netzwerk für Eltern und Kinder dar. Das Zentrum soll darüber hinaus eine generelle Öffnung als Sozialraum (Sprach-, Bewegungs- und Schwangerschaftskurse, Kreativ-Angebote) bieten. Von der Uni Bielefeld wurden von 2006 bis 2008, unter der Leitung der Professorin Sabine Andresen, die ersten Familienzentrumsgründungen in Bielefeld (Bundesland NRW) begleitet und u.a. eine Elternbefragung zu den Bedürfnissen der Eltern durc hgeführt22. Die Schwerpunkte der Befragung lagen auf der Art der Angebote eines Familienzentrums, den Öffnungszeiten und der Zusammenarbeit zwischen Eltern und der Einrichtung. Ein wichtiges Ergebnis war, dass Eltern mit geringerem Bildungsstatus Eltern- und Bildungsangeboten mehr Bedeutung beimessen als Eltern mit einem höheren Bildungsstatus. Es wurde in der Auswertung der Ergebnisse kritisch hinterfragt, ob die Angebote, die bisher den Eltern angeboten werden, sich zu stark an den bildungsnahen Eltern orientieren und somit die bildungsfernen Schic hten nicht gut erreicht werden. Ebenfalls wurde die Frage aufgeworfen, inwieweit Eltern mit den Elternbildungsangeboten nicht suggeriert wird, sie könnten alle fam iliären Probleme lösen, wenn sie sich nur richtig verhalten und die richtigen Elter nschulungen mitmachen. Ebenfalls wurde kritisch angemerkt, dass die Leiterinnen von Kindertagesstätten für den Umfang und die Qualität der Kooperationsaufgaben nicht genügend ausgebildet sind und zudem zu wenige Ressourcen zur Verfügung gestellt werden. 4.7.1.3 Kombinierte Massnahmen (Projekt Primano, Stadt Bern) Auf eine Kombination von Massnahmen zur frühen Förderung von Kindern aus soz ial benachteiligten Familien setzt auch das Programm Primano (www.primano.ch) der Stadt Bern. Unterstützt werden Eltern (Hausbesuchsprogramm) sowie der Zugang zu 22 www.uni-bielefeld.de/erziehungswissenschaft//ag1/Dokumente/Abschlussbericht_Endfassung.pdf Situationsanalyse Stadt Zug www.stadtzug.ch Seite 20 von 64 Kitas und Spielgruppen, die sich gezielt mit ihrer Qualitätsentwicklung beschäftigen und das Personal entsprechend der Zielsetzungen schulen. Im Zwischenbericht vom September 2011 sind die Erfahrungen der Projektphase 2007 bis 2010 dargestellt. Die ersten Ergebnisse der Evaluation 23 zeigen, dass das Bündel von Frühfördermassnahmen die Entwicklung der Kinder positiv zu unterstützen vermag. Der Erfolg b asiert auf der Ermöglichung grundlegender, guter Lernvoraussetzungen für die Kinder. Das Projekt Primano vermag überdies auch die Eltern der Kinder zu stärken. Wichtige Erfolgsfaktoren sind: Der Zugang zu den Angeboten. Die Stärkung der Eltern (ihnen respektvoll begegnen, sie informieren und mobilisieren). Kindern entwicklungsförderliche Erfahrungen ermöglichen, mit qualitativ guten Angeboten und einer ausreichenden Zeitspanne im Förderangebot. Eine Zweiphasenstrategie der Sprachförderung; Förderung der Muttersprache in frühen Angeboten und Förderung der deutschen Sprache mindestens ein Jahr vor dem Kindergarteneintritt. Ein kinder- und entwicklungsfreundliches Wohnumfeld unterstützt die Förderbestrebungen, das Potential besteht in der Vernetzung, in der Gemeinwesenarbeit und in Beteiligungsgremien. 4.7.1.4 Interventionen zur Stärkung von Elternkompetenzen (Projekt Zeppelin) In der deutschsprachigen Schweiz ist die seit langem bestens etablierte und g eschätzte Mütter- und Väter-Beratung ein Beispiel dafür, wie ausgehend von der Gesundheitsprävention in der frühsten Kindheit ein Angebot zu einem Kristallisation spunkt für die Unterstützung einer gelingenden Entwicklung von Kindern und Fam ilien werden kann. An vielen Orten der Deutschschweiz bietet die Mütter- und Väterberatung neben Unterstützung bei der Pflege und Betreuung des Säuglings Erziehungsberatung bis zum Schuleintritt des Kindes an. Sie kombiniert insbesondere in der ersten Zeit nach der Geburt aufsuchende und institutionsbasierte Leistungen. Zudem übernimmt sie eine wichtige Funktion in der Triage der Familien zu anderen Angeboten. Im Projekt Zeppelin der Hochschule für Heilpädagogik (www.zeppelinhfh.ch) wird nun erprobt und evaluiert, welche Wirkung gezielte Interventionen der Mütterberaterin zur Stärkung von Elternkompetenzen bezüglich des Beziehungsau fbaus zum Kind haben können (siehe auch weiter unten zum Thema Hausbesuchsprogramme). 4.7.2 Frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung innerhalb und ausserhalb der Familie Zum Thema frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung kleiner Kinder innerhalb und ausserhalb der Familie sind mittlerweile differenzierte Erkenntnisse ve r23 Alsaker & Gantenbein, 2011, Institut für Psychologie, Universität Bern Situationsanalyse Stadt Zug www.stadtzug.ch Seite 21 von 64 fügbar. Sie verweisen darauf, dass der Familie für alle Kinder eine zentrale Bedeutung für die Bildungsbiografie zukommt. Die Qualität der Beziehung und Betreuung ist im familialen wie im institutionellen Kontext von zentraler Bedeutung. Von den Möglichkeiten qualitativ guter institutioneller Betreuungsangebote können bereits kleine Kinder zusätzlich oder kompensatorisch zur Familie profitieren. Dies gilt besonders im Hinblick auf die Chance eines regelmässigen Kontakts mit anderen Ki ndern und im Hinblick auf sprachliche und literale Kompetenzen. Für Kinder aus einer anregungsarmen Umgebung sind sozial aufmerksam vermittelte, vielfältige Anr egungen, wie sie eine Kita oder eine Spielgruppe bieten können, besonders wertvoll. Belegt werden durch verschiedene Studien kompensatorische Effekte einer guten und zeitlich ausreichenden familienergänzenden Betreuung für Kinder aus suboptimalen Familienverhältnissen ein doppeltes Risiko beim Vorhandensein einer schlechten familialen und instit utionellen Betreuungsqualität und verlorene Ressourcen, wenn Kinder, die zu Hause förderliche Bedingungen haben, viel Zeit in einer schlechten Betreuungsinstitution verbringen. Der Orientierungsrahmen für frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung für die Schweiz richtet sich an die verschiedenen Akteure, die sich mit dem Aufwachsen kleiner Kinder direkt oder indirekt beschäftigen. Die enthaltenen Aussagen basieren auf wissenschaftlichen und praktischen Erkenntnissen. www.orientierungsrahmen.ch (deutsch, französisch, italienisch verfügbar). Ergebnisse - insbesondere einer grossen Längsschnittstudie24 aus den USA mit über 1000 Kindern – zeigen deutlich, dass eine bedachte zeitliche Abstimmung zwischen Familie und Kita, die den Bedürfnissen und Kompetenzen eines Kleinkindes, seiner Eltern und den Erziehenden in der Kita entsprechen, ausgesprochen wichtig ist. Das Thema Vereinbarkeit spielt auch in dieser Hinsicht eine bedeutsame Rolle. Zum e inen ist für den Aufbau und die Pflege der Beziehung zwischen Eltern und Kind ein gewisses Mass an Zeit nötig. Zum anderen überfordern sehr lange institutionelle Betreuungszeiten sowohl einen grossen Teil der Kleinstkinder wie die betreffenden Institutionen. Wissenschaftlich fundierte Beiträge, die aktuelle Erkenntnisse zu verschiedenen Themen rund um die institutionelle Tagesbetreuung vermitteln und Bezüge zur Situation in der Schweiz herstellen, sind im Buch 25 „Frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung. Was kann die Schweiz lernen?‚ nachzulesen. Eine Publikation26 der Deutschsprachigen Gesellschaft für die seelische Gesundheit in der frühen Kindheit GAIMH beschäftigt sich aus entwicklungspsychologischer und 24 Belsky, Jay et al. (2007). Are there long-term effects of early child care? Child Development, 78, 681-701. Auf der Hauptseite zur NICHD SECCYD Studie findet sich eine vollständige Liste mit Publikationen zur Studie: http://www.nichd.nih.gov/research/supported/Pages/seccyd.aspx 25 Stamm, M. & Edelmann, D. (Hrsg.) (2010). Frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung. Was kann die Schweiz lernen? Zürich: Rüegger. 26 GAIMH (Hrsg.) (2009). Verantwortung für Kinder unter drei Jahren. Empfehlungen der Gesellschaft für Seelische Gesundheit in der Frühen Kindheit (GAIMH) zur Betreuung von Kleinkindern in Krippen. http://www.gaimh.org/publikationen/betreuung-in-krippen.html Situationsanalyse Stadt Zug www.stadtzug.ch Seite 22 von 64 pädagogischer Sicht mit der Gestaltung von familienergänzender Tagesbetreuu ng für Kinder unter drei Jahren. Die erste Nummer der Fachzeitschrift „Frühe Bildung‚ beschäftigt sich mit dem Thema Professionalisierung von Fachpersonen. Ausgehend von den normativen, i nhaltlichen, strukturellen und institutionellen Veränderungen der familienergänze nden Betreuung in den letzten Jahren wird im Hauptbeitrag 27 diskutiert, welchen Anforderungen die Kleinkindpädagogik heute genügen muss. So sind etwa die indiv iduelle Förderung der einzelnen Kinder allgemein und bezüglich Sprachkompetenzen oder die Zusammenarbeit mit den Eltern anspruchsvolle Aufgaben einer frühkindl ichen Bildung, Betreuung und Erziehung in der Kita. Aufgrund von wissenschaftl ichen Erkenntnissen und Praxiserfahrungen ist bekannt, welche Merkmale eine zei tgemässe Professionalität in der familienergänzenden Kinderbetreuung ausmachen. Sie müssen konkretisiert werden und in die Aus- und Weiterbildung der Fachperson Betreuung und der Institutionsleitung einfliessen. Die Frage des Returns of Investment (ROI) guter familienergänzender Betreuung wird eindrücklich durch das Perry Perschool Program 28 beantwortet. 60 afroamerikanische Kinder aus Hochrisikofamilien, die im Rahmen des Programms eine qualitativ hochwertige familienergänzende Betreuung genossen haben, zeigten bis weit ins Erwachsenenalter eine sehr günstige Entwicklung bezüglich IQ, Ausbildung, Sozialhilfebezug und Delikthäufigkeit. Die Autoren geben einen ROI von 16 an, was bedeutet, dass jeder investierte Dollar 16 Dollar an Einsparungen eingebracht hat. 4.7.3 Frühe Förderung sprachlicher und literaler Kompetenzen Die Förderung des Erwerbs der Umgebungssprache bei fremdsprachigen Kindern wird bei vielen aktuellen Initiativen früher Förderung als zentrales Ziel genannt. Den Kindern soll damit der Einstieg in die Schule erleichtert und eine Basis für eine e rfolgreiche Schullaufbahn gelegt werden. Zur frühen Unterstützung von sprachlichen und literalen Kompetenzen gibt es mittlerweile eine Reihe fundierter Erkenntnisse. Sie stammen zum einen aus Forschungsarbeiten und zum anderen aus Praxisproje kten, auch aus der Schweiz. Deutlich zeigt sich, dass die Unterstützung des Erwerbs sprachlicher Kompetenzen früh über die Familiensprache und falls kompensatorische Unterstützung nötig ist, sowohl eingebettet in den Alltag des Kindes als auch gezielt erfolgen sollte. Eltern mit und ohne Migrationshintergrund sollten ermuntert und bei Bedarf angeleitet werden, mit ihren Kindern von Anfang an im Gespräch zu sein und die Erzählsprache als Brücke zum Lesen und Schreiben früh zu nutzen. Pädag ogische Fachkräfte sollten über ausreichende Kenntnisse zum Spracherwerb v on Kindern sowie über didaktische wie fachliche Kompetenzen verfügen, um Kinder alltä g- 27 Mischo Ch. & Fröhlich-Gildhoff K. (2011): Professionalisierung und Professionsentwicklung im Bereich frühe Bildung, 4-12. Schweinhart, L. et al. (2005). Lifetime Effects: The High/Scope Perry Preschool Study Through Age. Ypsilanti, MI 48198: High/Scope Press. Zusammenfassung: Schweinhart, L. et al. (2011). The High/Scope Perry Preschool Study through Age 40. Summary, conclusions, and frequently asked questions. High/Scope Press. http://www.highscope.org/file/Research/PerryProject/specialsummary_rev2011_02_2.pdf 28 Situationsanalyse Stadt Zug www.stadtzug.ch Seite 23 von 64 lich und gezielt unterstützen zu können. Über Erfahrungen mit Projekten zur Unterstützung von Familien bei der Vermittlung literaler Fähigkeiten verfügt das Schweizerische Institut für Kinder- und Jugendmedien SIKJM www.sikjm.ch. Gespannt sein darf man auf Erfahrungen und Erkenntnisse des Basler Projekts „Mit ausreichend Deutschkenntnisse in den Kindergarten“ www.edbs.ch/bildung/volksschulen/sprachfoerderung. Das Projekt setzt auf die Schulung von Fachpersonen des Frühbereichs sowie auf die Verankerung der Sprachförderung im Alltag der Angebote. Methoden und Erkenntnisse eines Praxisprojekts der Fachhochschule Nordwestschweiz zur lokal abgestimmten frühen Sprachbildung www.fhnw.ch/ph/zl sind in den Publikationen29 nachzulesen. Die vierte Nummer 2012 der Zeitschrift „Frühe Bildung‚ 30 ist dem Schwerpunktthema „Kompensatorische Sprachförderung‚ gewidmet. In mehreren Beiträgen werden internationale wissenschaftliche Erkenntnisse dazu dargestellt. Ein Beitrag über amerikanische Studien zeigt auf, dass mittel- und langfristig dann positive Effekte früher Sprachförderung zu erwarten sind, wenn die Unterstützung breit angelegt im Alltag integriert (global) und gleichzeitig intensiv (sprach-spezifisch) erfolgt. Die Metaanalyse weist auch darauf hin, dass die Charakterisierung der Zielgruppe der Programme oft zu schwammig ist, um Effekte sinnvoll interpretieren oder gar vergle ichen zu können. So sagt etwa die Bezeichnung „sozial benachteiligte Familie‚ noch wenig darüber aus, welche Anregungen ein Kind tatsächlich durch seine Familie erhält und welche nicht. Eine zweite Studie zeigt, dass ein gezieltes Training sprachl icher Fähigkeiten einer nicht standardisierten Förderung nicht überlegen ist. Wichtig scheint jedoch zu sein, dass die Kinder bei Bedarf früh – vor dem dritten Lebensjahr – beim Erwerb sprachlicher Kompetenzen unterstützt werden. Eine dritte Studie zeigt, dass v.a. Kinder mit tiefen Ausgangswerten von einem gezielten Training ihres phonologischen Bewusstseins profitieren und den anfänglich festgestellten Rückstand aufholen können. In dieser Risikogruppe spielt der Umstand, ob es sich um Kinder aus Familien mit oder ohne Migrationshintergrund handelt keine Rolle. 4.7.4 Hausbesuchsprogramme zur Stärkung elterlicher Kompetenzen Zur Wirkung von Hausbesuchsprogrammen zur frühen Stärkung elterlicher Erzi ehungskompetenz liegen mittlerweile auch Berichte vor, die im Vorfeld und im Ra hmen von Projekten in der Schweiz erarbeitet worden sind. So wurde zur Prüfung der Einführung eines Elternprogramms im Rahmen des Projekts „Zeppelin‚ eine ausführ- 29 Isler, D. (2012a). Situierte Sprachförderung in Alltagsgesprächen. 4bis8 Nr. 8/2012, S. 38–39. Isler, D. (2012b). Frühe Sprachbildung lokal entwickeln. Schweizer Gemeinde Nr. 6/2012, S. 26–27. 30 http://psycontent.metapress.com/content/t316892v7887/?p=dd595312cffa4b70943f67af1e559876&pi=0 Kruger, S. et al. (2012). Kompensatorische Sprachförderung. Was lässt sich aus US-amerikanischen Projekten lernen? Frühe Bildung, 1, 181 -193. Sachse, S. et al. (2012). Evaluation einer Sprachfördermassnahme für Vorschulkinder. Frühe Bildung, 1, 194 -201. Jäger, D. et al. (2012). Kompensatorische Förderung am Beispiel eines vorschulischen Trainings der phonologischen Bewusstheit. Frühe Bildung, 1, 202-209. Situationsanalyse Stadt Zug www.stadtzug.ch Seite 24 von 64 liche Recherche gemacht und analysiert 31. Auch wenn im genannten Arbeitspapier das Programm Parents as Teachers PAT im Fokus steht, werden darin grundlegende Erkenntnisse zur Wirkung von Hausb esuchsprogrammen mit entsprechenden Literaturhinweisen dargestellt. Die wichtigsten Erkenntnisse lassen sich wie folgt zusammenfassen: Hausbesuchsprogramme wie PAT oder ähnliche Elternbildungsprogramme zeigen moderate, positive Effekte, insbesondere für den elterlichen Wissenszuwachs, den frühen Spracherwerb und frühe literale Fähigkeiten betreffend. Effekte, die auf ein bestimmtes Programm zurückgeführt werden können, verflüchtigen sich im Laufe der Zeit. Die Gestaltung und Begleitung von Übergängen, beispielsweise vom Programm in die Kita oder in die Schule, muss eine besondere Beachtung erfahren. Um bei Risikofamilien robuste Effekte zu erzielen, sind aufeinander abgestim mte Massnahmen nötig. Die Effekte von Hausbesuchsprogrammen zur Stärkung elterlicher Kompetenzen und die Effekte einer qualitativ guten familienergänzender Betreuung verstä rken sich. Diese Erkenntnisse stimmen weitgehend mit internationalen und schweizerischen Evaluationsergebnissen zum Programm schritt:weise32 überein. Es handelt sich dabei um ein Hausbesuchsprogramm, in dem Laien, gecoacht von einer professionellen Person, Eltern aus sozial benachteiligten Familien im entwicklungsadäquaten Umgang mit dem Kleinkind anleiten. Parallel dazu werden Gruppentreffen angeboten. Die Evaluationsergebnisse zeigen, dass die Kinder und die Eltern von der Unterstützung profitieren. Dies zeigt sich in einer bewussteren Gestaltung des kindlichen Al ltags seitens der Eltern und in einer erfreulich guten Entwicklung der meisten Kinder. Allerdings scheint die Frage der Nachhaltigkeit auch beim Programm schritt:weise stark davon abzuhängen, ob es gelingt, Brücken in Folgeangebote zu bauen. Zum Nutzen des Programms im Hinblick auf spezifische elterliche Kompetenzen liegen bislang noch keine Ergebnisse vor. Zur Frage des Return of Investment von Hausbesuchsprogrammen gibt es ebenfalls beeindruckende Ergebnisse. In einer wegweisenden Untersuchung 33 eines aufsuchenden Unterstützungsprogramms von Müttern mit hoher Risikobelastung ab der Schwangerschaft konnte nachgewiesen werden, dass sich der hohe personelle Aufwand im Hinblick auf die inhaltliche Wirkung und künftige finanzielle Ersparnisse lohnt. Die Weiterbildung und Supervision des Teams sowie Verbesserungen des Pr ogramms aufgrund von Praxiserfahrungen erwiesen sich als wichtig. Als kritischer Faktor kann die Fähigkeit der eingesetzten Public Health Fachpersonen gelten, ein Neuhauser, A. (2010). Forschungsüberblick zum Hausbesuchsprogramm PAT – Mit Eltern Lernen (PAT) unter besonderer Berücksichtigung von Familien in psychosozialen Risikokonstellationen. Zürich: Hochschule für Heilpädagogik, unveröff. Arbeitspapier. http://www.zeppelin-hfh.ch/webautor-data/29/4ZEP_FO-PAT.pdf 32 http://www.a-primo.ch/cms/de/angebote/evaluation.html 33 Olds, D, (2006). The nurse-family partnerschip: An evidence based preventive intervention. Infant Mental Health Jourmal, 27, 5-25. 31 Situationsanalyse Stadt Zug www.stadtzug.ch Seite 25 von 64 standardisiertes, evidenzbasiertes Programm angepasst an die individuellen Bedür fnisse der Mutter-Kind-Paare umzusetzen. Es zeigt sich, dass eine hohe fachliche Expertise und die Fähigkeit zu einer niederschwelligen Arbeitsweise wichtig sind. Die Auseinandersetzung mit Hausbesuchsprogrammen zur Stärkung der Kompete nzen von Eltern in Risikofamilien führt auch zur Frage, wie sich die Kompetenzen der unterstützenden Personen auswirken und welche Anforderungen an die Profession alität diesbezüglich zu stellen sind. So arbeiten Programme wie schritt:weise mit S emiprofessionellen, die eine Fortbildung erhalten und von Fachpersonen gecoacht werden, während das Programm PAT, das im Projekt Zeppelin zum Einsatz kommt, mit Fachpersonen arbeitet, die zusätzlich weitergebildet werden. In einer Studie 34 wurden drei hoch belastete Gruppen von Müttern mit Kleinkindern verglichen: die eine Gruppe wurde nicht speziell unterstützt, die zweite und die dritte wurden in den ersten beiden Jahren nach der Geburt eines Kindes entweder von Semiprofessionellen oder von spezialisierten Gesundheitsfachpersonen unterstützt. Es zeigte sich, dass die Begleitung durch Semiprofessionelle und durch Gesundheitsspezialistinnen je andere positive Wirkungen zeigten. Während die Semiprofessionellen die Frauen eher in der alltäglichen Lebensbewältigung unterstützen konnten, vermochten die Expertinnen das Gesundheitsverhalten und die Familienplanung der Frauen zu beeinflussen, was mit positiven Wirkungen auf die Entwicklung der Kinder einherging. 5 Ist- Zustand der FBBE in der Stadt Zug 5.1 Ausgangslage und Kontext 5.1.1 Kommunale und kantonale Entscheidungsträger und zuständige Stellen Nach dem Modell primokiz sind die tragenden Pfeiler für die frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung die Bereiche Bildung, Gesundheit und Soziales. Diese können in der Stadt Zug in zwei Departementen verortet werden: a) Das Bildungsdepartement Bildungsdepartement Stadtschulen Kind Jugend Familie Bibliothek Zug Musikschule Sport Abbildung 3: Organigramm Bildungsdepartement 34 Olds, D. et al. (2004). Effects of home visits by paraprofessionals and by nurses: Age 4 follow-up results of a randomized trial, Pediatrics, 114, 1560-1568. Situationsanalyse Stadt Zug www.stadtzug.ch Seite 26 von 64 Stadträtin Vroni Straub-Müller leitet als Vorsteherin das Bildungsdepartement mit insgesamt fünf Abteilungen. Die Abteilung Kind Jugend Familie ist für die familienergänzende Kinderbetreuung im Vorschul- und im Schulalter sowie für die Soziokultur zuständig. Sie führt die fünf Einrichtungen der schulergänzenden Betreuung als eigenes, subventioniertes Angebot. Im Vorschulalter arbeitet die Stadt Zug ausschliesslich mit privaten Trägern zusammen und subventioniert Betreuungsplätze in Kitas und Tagesfamilien. Im Frühbereich werden zudem Beiträge an die privaten Spielgruppen ausgerichtet. Der Verein Fachstelle Punkto Jugend und Kind wird für die Mütter-Väterberatung und das Elterncoaching direkt unterstützt. Ab 2014 werden die Beiträge für die MütterVäterberatung direkt durch den Kanton finanziert und ist über eine Leistungsvereinbarung mit dem Kanton übergemeindlich organisiert. Dem Bereich Soziokultur sind Angebote des Zusammenlebens im Quartier zugeordnet, insbesondere die Kontaktpflege zu den Quartiervereinen und Organisationen, Spielplätze, die Ludothek, die Spielanimation sowie Projekte der Kinderpartizipation und der Nutzung des öffentlichen Raums. Das erste Kindergartenjahr ist in der Stadt Zug freiwillig. Die Stadtschulen sind für die Kindergartenstufe und für das Angebot Deutsch als Zweitsprache (DaZ) während der zweijährigen Kindergartenzeit zuständig. Die Kindergarten-Lehrperson bestimmt in Absprache mit der DaZ-Lehrperson die Kinder, die am DaZ Unterricht teilnehmen. Im Schuljahr 2013/14 wird das Gesamtkonzept des DaZ-Unterrichts (für die Kindergarten- und Primarschulstufe) überarbeitet und angepasst. Etwa 96% der Kinder besuchen das erste freiwillige Kindergartenjahr 35. Die Bibliothek Zug (vormals Stadt- und Kantonsbibliothek Zug) ist die allgemeine öffentliche Bibliothek der Stadt Zug sowie die Studien- und Bildungsbibliothek für Stadt und Kanton Zug. Sie stellt einen breiten und aktuellen Bestand an Medien für alle Altersgruppen zur Verfügung. Ein Aufgabenbereich betrifft auch Massnahmen zur Sprach- und Leseförderung. Dabei geht es um die Bereitstellung der entsprechenden Medien für den Spracherwerb und die Leseschulung und –übung. Die eigentliche Schulung wird nicht von den Bibliotheksmitarbeitenden vorgenommen, da u.a. die entsprechende Qualifikation fehlt. Die Zusammenarbeit mit den spezialisie rten Stellen/Fachpersonen und die optimale Gestaltung dieser Angebote und Aktivitäten sind Ziele der Bibliothek Zug. In der Bibliothek werden Führungen für Kindergartenkinder und auch themenbezogene Führungen angeboten. Die Veranstaltungsreihe „Gschychtezyt Chum und los‚ findet einmal pro Monat statt und richtet sich an Kinder im Vorschulalter. 35 Alle 4jährigen Kinder, die bis Ende Februar Geburtstag haben, werden im Sommer automatisch in das erste Kindergartenjahr aufgenommen. Situationsanalyse Stadt Zug www.stadtzug.ch Seite 27 von 64 b) Departement Soziales, Umwelt, Sicherheit Departement Soziales, Umwelt, Sicherheit (SUS) Soziale Dienste Fachstelle Alter und Gesundheit Verkehr Umwelt und Energie Sicherheit Feuerwehr Abbildung 4: Organigramm Departement Soziales, Umwelt, Sicherheit SUS Stadtrat Andreas Bossard leitet als Vorsteher das Departement Soziales, Umwelt, S icherheit. Die Sozialen Dienste sind innerhalb der Stadtverwaltung zuständig für die soziale Integration. Der Stadtrat hat die Sozialen Dienste auf der Grundlage des Berichtes „Soziale Integration‚ im Jahr 2000 beauftragt, insbesondere Deutschkurse für Kinder im Vorschulalter und für Erwachsene durchzuführen und punktuell Integrat ionsprojekte der Stadt Zug zu unterstützen. Es ist geplant, den Bericht Sozial Integration im Jahr 2014 zu überarbeiten. Weiter sind die sozialen Dienste zuständig für die Bewilligungen und Aufsicht der Einrichtungen der familienergänzenden Kinde rbetreuung (Kindertagesstätten, Tagesfamilien, Hort und Randzeitenbetreuung für Schulkinder). Die Fachstelle Alter und Gesundheit berät und unterstützt ältere Menschen zur Wohnsituation, vermittelt Alterswohnungen und ist zuständig für die Leistungserbringer der Alters- und Pflegezentren. Im Gesundheitsbereich von Familien und Kindern gibt es aktuell keine spezifischen Projekte und Aufgaben in der Fachstelle. Die Ressourcen zur Mitarbeit in neuen Projekten sind beschränkt. In der städtischen Verwaltung fehlt eine verantwortliche Stelle, die f ür die Gesundheit im Frühbereich zuständig ist. 5.1.2 Legislaturziele des Stadtrats Der Stadtrat von Zug hat sich für die Legislatur 2011 - 2014 folgende Ziele gesetzt: eine „aktive und verantwortungsvolle Gestaltung des Lebensraums‚ und „eine sichere und wohnliche Stadt für Menschen jeden Alters und jeder Herkunft‚. Zur Erhaltung der Lebensqualität soll eine exzellente Infrastruktur u.a. in den Bereichen Wohnen, Alter, Bildung, Kultur, Freizeit und öffentlicher Raum gesichert werden. Um diese Ziele zu erreichen, will er Dienstleistungen bürgernah und in hoher Qualität erbringen und dabei Vielfalt und Traditionen pflegen. Im Bildungsbereich soll dieses Ziel mit Quartierentwicklungsprojekten, der Umsetzung des Kinder - und Jugendkonzepts und der Schulraumplanung erreicht werden. Im Sozialbereich wird der Bericht soziale Integration aktualisiert. Situationsanalyse Stadt Zug www.stadtzug.ch Seite 28 von 64 5.1.3 Datenlage zur Demographie Die Stadt Zug zählte im Jahr 2012 27‘600 Einwohnerinnen und Einwohner (2010: 26‘327). 5,5 Prozent davon, nämlich 1‘450 sind Kinder im Alter zwischen 0 und 5,5 Jahren. Die Bevölkerung verzeichnete in den letzten zehn Jahren (2000 bis 2010) e ine Zunahme von 8,7%. Im stark wachsenden Stadtteil Zug West ist die Bevölkerung im gleichen Zeitraum gar um 50% angewachsen. Geburtenrate Die Anzahl der geborenen Kinder in der Stadt Zug variiert von Jahr zu Jahr. Seit 2006 liegt die Zahl deutlich über 250 neu geborenen Kindern pro Jahr. Im Jahr 2009 wurde ein Höchstwert von 307 neu geborenen Kindern verzeichnet. 287 Geburten (2012) entsprechen einem Anteil von 1,04% der gesamten Wohnbevölkerung. Anzahl neugeborene Kinder in Stadt Zug 350 300 250 Anzahl Geburten in Stadt Zug 200 150 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 Abbildung 5: Quelle: Mütter-Väterberatung Jahres-/Leistungsberichte 2005 - 2013 Die Zahl der 0-6 jährigen Kinder ist in den letzten 10 Jahren um 33% angewachsen und hat auch im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung zugenommen. Die Anzahl der 0 - 6 jährigen Kinder ist von 1‘196 Kinder im Jahr 2003 (Anteil 5,0% an Gesamtbevö lkerung von 23‘714 Einwohnern) auf 1‘594 Kinder im Jahr 2012 um insgesamt 33% angestiegen (Anteil 5,8% von 27‘600). Situationsanalyse Stadt Zug www.stadtzug.ch Seite 29 von 64 Abbildung 6: Quelle: Einwohnerkontrolle Stadt Zug, interne Statistik Die Jahrgangs-Statistik der Einwohnerkontrolle zeigt die Nationalität der Kinder bis zum Alter von 5,5 Jahren. Von der Nationalität her kann nicht automatisch auf eine Fremdsprachigkeit geschlossen werden. Die Daten zeigen, dass 920 Kinder (63,8%) über die Schweizer Staatsangehörigkeit verfügen. Insgesamt stammen 1‘028 Kinder aus dem deutschen Sprachraum (71,3%). Die restlichen 28,7% stammen aus einem Land mit Nicht-Deutscher-Sprache. Die zehn Herkunftsländer mit der grössten Anzahl von Kindern sind einzeln aufgeführt. Total pro Jahrgang Schweiz Deutschland Österreich Grossbritannien Italien Kosovo Portugal USA Niederlande Frankreich Bosnien u. Herzegowina Spanien Türkei 46 andere Nationen 2008 242 164 17 2 6 7 1 6 4 2 2 1 0 30 2009 247 161 18 0 3 4 4 3 4 2 5 5 4 34 2010 290 172 21 2 9 12 4 8 4 5 7 1 3 4 38 2011 287 190 20 2 8 4 8 5 2 4 2 4 1 1 36 2012 287 181 16 2 13 8 7 3 4 4 4 1 3 5 36 2013 88 52 6 2 3 4 3 2 1 2 2 0 11 Total 1'441 920 98 10 42 35 28 28 18 17 16 15 15 14 185 Tabelle 2: Quelle: Einwohnerkontrolle Zug (Mai 2013) Situationsanalyse Stadt Zug www.stadtzug.ch Seite 30 von 64 Aus Datenschutzgründen sind für die Stadt Zug keine Angaben über die Berufstätigkeit von Eltern mit Kindern von 0 - 6 Jahren, die Anzahl der Einelternfamilien und über Familien mit nichtdeutscher Erstsprache erhältlich. 5.2 Aktuelle Angebotslandschaft 5.2.1 Auswertungsergebnisse Fragebogen Am 11. April 2013 startete das Bildungsdepartement eine Umfrage zum Projekt pr imokiz zug. Befragt wurden Trägerschaften, die mit ihren Angeboten und Dienstleistungen, den Kindern im Vorschulalter bzw. deren Familien eine soziale, gesundheitliche und pädagogische Unterstützung gewähren. Ziel war es, eine aktuelle Übersicht über Angebot und Struktur der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erzi ehung in Zug zu erhalten. 51 Trägerschaften haben insgesamt 62 Fragebogen eingereicht. Im Mai 2012 hat das Kantonale Sozialamt bereits eine Befragung mit teilweise denselben Fragen durch das Büro von Interface durchführen lassen. Bei 5 Trägerschaften wurden die Daten aus der kantonalen Erhebung übertragen. Der Fragebogen wurde an alle bekannten Akteure der frühkindlichen Bildung und Betreuung versandt. Diese bieten insgesamt 75 Angebote und Dienstleistungen für diesen Bereich an. 51 verschiedene Trägerschaften haben über 62 Angebote und Dienstleistungen Auskunft gegeben. Es wird somit ein Rücklauf von 83% verzeichnet. Die Befragung ist insofern repräsentativ, weil davon auszugehen ist, dass alle bekannten und relevanten Träge rschaften befragt werden konnten, der Rücklauf bei unterschiedlichen Angebotst ypen unauffällig verteilt war und so zu wichtigen Fragestellungen ein Gesamtbild der aktuellen Situation entstehen kann. Situationsanalyse Stadt Zug www.stadtzug.ch Seite 31 von 64 Abbildung 7: Quelle: Auswertung Umfrage Primokiz, Stadt Zug, Juni 2013 Bei der Auswertung der Resultate ist zu beachten, dass zwischen den einzelnen A ngebotstypen Unterschiede bestehen, die bei der Interpretation der Daten zu beachten sind. So weisen die Kinderbetreuungsangebote eine hohe Konstanz an Kontakten und einen hohen Betreuungsumfang auf, hingegen erreichen einige Beratungsangebote jährlich nur vereinzelte Kinder der Zielgruppe und diese Kontakte sind teilweise einmalig oder kurz. 5.2.2 Angebote und die Nachfrage Die Nachfrage wird für die Angebote Kindertagesstätten, Tagesfamilien und Fre izeitbetreuung einmal jährlich im Bericht Quintessenz erhoben. Im Bereich der Begegnungsorte, der Bildungs- und Beratungsangebote ist keine einheitliche Datenlage vorhanden um allgemein gültige Aussagen für die Stadt Zug vorzunehmen. Die Stadt Zug weist in der jährlichen Bestandsaufnahme Quintessenz 2012 36 (Stichtag 15.11.2012) für die Betreuungsangebote (Kindertagesstätten, Tagesfamilien) den Versorgungsgrad aus: Insgesamt 17% aller Babys (0 -18. Altersmonat) nehmen ein Betreuungsangebot in Anspruch. Das Quartier Guthirt weist mit 12% den tiefsten Versorgungsgrad aus. Im Durchschnitt sind 42% aller Vorschulkinder (im Alter von 19 Monaten bis 4 1/6 Jahren) betreut. Die Quartiere Zentrum mit 54% und Oberwil mit 52% erreichen die höchsten Werte. Der Versorgungsgrad im Quartier Guthirt liegt mit 30% unter dem städtischen Durchschnitt. Der durchschnittliche Betreuungsumfang in der Kita beträgt 59%, sprich rund drei Tage pro Woche. 36 https://secure.i-web.ch/gemweb/zug/de/redverwaltung/online-schalter/?action=showdetail&dienst_id=9416 (Zugriff 10.07.2013) Situationsanalyse Stadt Zug www.stadtzug.ch Seite 32 von 64 Mit der Schaffung von neuen subventionierten Kita-Plätzen im Jahr 2012 konnte das Angebot zusätzlich ausgebaut werden. Ende Jahr bestehen 439 Kita-Plätze, 184 Plätze (42%) sind subventioniert. Im Jahresdurchschnitt waren 167 subventionierte Plätze belegt. In der Stadt Zug wird von den zwei grössten Trägerschaften im November 2012 ein zusätzlicher Platzbedarf von insgesamt 28 subventionierten Betreuungsplätzen für Vorschulkinder und von 27 subventionierten Betreuungsplätzen für Babys gemeldet. Insgesamt wurde für 87 Kinder (Vorjahr: 64 Kinder) ein subventionie rter Betreuungsplatz nachgefragt, dies entspricht einem Bedarf von 9% aller Babys und 7% aller Vorschulkinder. 5.2.3 Angebote: Leistungen und Zielgruppen Eine tabellarische Übersicht mit allen Angeboten und Anbietern befindet sich im Anhang des Berichts. Betreuungsorte Die Kindertagesstätten sind mit 13 Standorten zahlenmässig die grösste Gruppe. In sgesamt besuchen 419 Stadtzuger Kinder die Einrichtungen in der Stadt Zug. Dies entspricht einem Versorgungsgrad von 26% (aller Kinder von 0 – 5,5 Jahre). Die Spielgruppen mit 6 Standorten sind die zweitgrösste Gruppe und erreichen 275 Kinder (17%). In den städtischen Horten werden Kinder von 4,5 bis 12 Jahren betreut. Rund 60 Kindergarten-Kinder bis 5,5 Jahre besuchen dieses Angebot, dies entspricht einem Versorgungsgrad von 4%. Die Tagesfamilien erreichen mit ihrer Dienstlei stung 37 Kinder (2%). Begegnungsorte Die meisten der bestehenden Treffmöglichkeiten sind zeitlich beschränkt (auf Jahreszeiten oder kürzere Öffnungszeiten), und sind dabei oft auf einzelne Quartiere oder bestimmte Zielgruppe fokussiert. Die Sprachförderung der Kinder wird von der Stadt Zug mit den zwei Angeboten „Deutschkurse für Kinder im Vorschulalter‚ und „mobiler Deutschunterricht in Spielgruppen und Kindertagesstätten‚ unterstützt. Die „Deutschkurse für Kinder im Vorschulalter‚ werden von einem privaten Anbieter durchgeführt und von der Stadt Zug teilsubventioniert. Die Eltern wählen den Kurs für ihr Kind und bezahlen aktuell Beiträge von CHF 147.- (inklusive Materialkosten) für 15 Lektionen. Die Kurse finden in den Schulhäusern Herti, Guthirt und Riedmatt statt. Im Jahr 2012 haben 72 Stadtzuger Kinder die Deutschkurse in den Schulhäusern besucht. Situationsanalyse Stadt Zug www.stadtzug.ch Seite 33 von 64 Das Angebot „Mobiler Deutschunterricht in Spielgruppen und Kindertagesstätten‚ wird seit Mai 2007 durch den privat organisierten Leistungspartner Wunderfitz und Redeblitz im Auftrag der Stadt durchgeführt. Der Bedarf wird von den Leiterinnen der Stadtzuger Spielgruppen oder Kindertagesstätten je nach Zusammensetzung der Kindergruppe und Zahl der fremdsprachigen Kinder gemeldet. Im Jahr 2012 wurden insgesamt 12 Spielgruppen oder Kindertagesstätten besucht. Es nahmen 103 Stadtzuger Kinder an den Kursen teil. Das Konzept „Spielend Deutsch‚ ist vom Träger Wunderfitz und Redeblitz entwickelt worden. Die Deutschlehrerin von Wunderfitz und Redeblitz besucht wöchentlich einige Spielgruppen und Kinderkrippen in der Stadt Zug und unterrichtet die fremdsprachigen Kinder in Deutsch. Die Lektionen à 30 Minuten werden parallel zum Betreuungsalltag durchgeführt. Jede Woche bringt die Lehrperson eine Kiste mit Lernmaterial zu spannenden Themen (wie z.B. Piraten, Hexen, Tiere usw.) mit, welche alle Sinne anregen. Dadurch wird die angeborene Neugierde der Kinder geweckt, sodass sie m otiviert werden Neues zu entdecken und ihren Wortschatz spielerisch zu erweitern. Für die Fortschritte ist entscheidend, altersgerecht in kleinen Lernportionen zu unterrichten und die Sprache mit allen Sinnen zu erfassen. Die Kinder sind auf eine ganzheitliche Förderung angewiesen, um Sprache zu begreifen. Die Kurse „Deutsch lernen in der Gemeinde‚ richten sich an Erwachsene, finden in der Freizeitanlage Loreto statt und werden von der Stadt Zug finanziell unterstützt. Durch einen gleichzeitig stattfindenden Kinderhüte-Dienst können Eltern Sprache lernen ohne Kinderbetreuung separat zu organisieren. Im Jahr 2012 wurden 13 Deutschkurse durchgeführt (4 Kurse mit Kinderhort und 9 Kurse ohne Kinderhort), wovon 5 Standardkurse und 8 Intensivkurse waren. Insgesamt nahmen 118 Teilne hmerinnen und Teilnehmer an den Kursen teil. Insgesamt wurden 62 Kinder im Ki nderhort betreut. Im Jahr 2012 konnten 15 Kursanmeldungen aufgrund der fehlenden Platzkapazität nicht berücksichtigt werden. Beratungsorte Die Beratungsangebote unterscheiden sich stark. Anbieter mit Fokus auf Familien, Paare, Erziehung oder Elternbildung richten sich primär und hauptsächlich an Erwachsene. Oft sind keine näheren Angaben zur Zielgruppe der Kinder im Vorschula lter erhältlich. Der Verein Zuger Fachstelle punkto Jugend und Kind ist der Leistungserbringer für die Zuger Gemeinden. Er arbeitet im Auftrag der Direktion des Innern/ der Gesundheitsdirektion des Kantons Zug sowie der Zuger Gemeinden. Der Verein führt die Zuger Fachstelle für Kinder, Jugendliche und Familien mit den Bereichen Jugend und Familienberatung, Mütter-Väterberatung und Jugendförderung. Die Mütterund Väterberatung ist das Beratungsangebot für Eltern von Säuglingen und Kleinkindern bis fünf Jahre. Die Mütter-Väterberatung bietet neben der telefonischen Situationsanalyse Stadt Zug www.stadtzug.ch Seite 34 von 64 und persönlichen Beratung und Unterstützung der Eltern auch Hausbesuche und Babymassage-Kurse für alle Gemeinden an. Das Elterncoaching der Abteilung Familienberatung bietet Eltern von Säuglingen und Kleinkindern spezifische Beratung. Im Jahr 2012 wurden für Stadtzuger Eltern 651 Beratungsgespräche durchgeführt. Zudem wurden 187 erste Hausbesuche sowie 25 Folgehausbesuche gezählt. 95% der Eltern wurden erreicht, davon durch erste Hausbesuche 65% und weitere 30% der Eltern durch eine Kontaktaufnahme per Telefon, Briefpost oder per Email. Die Baby-Massagekurse werden für Eltern mit Wohnsitz im Kanton Zug angeboten. Es sind keine Teilnahme-Zahlen der Stadtzuger Eltern vorhanden. Der Interkulturelle Krabbeltreff plus ist ein gemeinsames Angebot der Zuger Fachstelle punkto Jugend und Kind und von eff-zett, Fachzentrum Zug. Es ist ein kostenpflichtiger, teilsubventionierter Elternbildungskurs in 6 Modulen für Eltern mit Kleinkindern, inklusive Hütedienst für Kinder. Der Kurs ist so aufgebaut, dass auch Personen mit wenig Deutschkenntnissen den Ausführungen gut folgen können. Aufgrund Zahlen des Schweizerischen Hebammenverbands 37 nehmen rund die Hälfte aller Frauen in der Schweiz während der Mutterschaft die Leistungen einer frei pra ktizierenden Hebamme in Anspruch. Etwa 2% aller Geburten in der Schweiz finden in einem Geburtshaus statt, etwa 1% sind Hausgeburten. Im Kanton Zug wurden im Jahr 2010 60% aller Mütter von freiberuflichen Hebammen während Schwangerschaft, bei Geburt oder im Wochenbett begleitet (Jahr 2009: 51%). Der Anteil hat 2011 und 2012 nochmals zugenommen. Im Jahr 2010 wurden im Durchschnitt 4,64 Betreuungstage im Wochenbett durch die freiberuflichen Hebammen verzeichnet . Spezifische Zahlen für die Stadt Zug sind nicht bekannt. Die Hebamme leistet bei ihrer Tätigkeit einen wesentlichen Beitrag zur Gesundheitsförderung von Mutter und Kind. Sie unterstützt die Eltern durch Beratung und Information bereits während der Schwangerschaft der Mutter, während der Geburt und des Wochenbetts und hat einen direkten Zugang zur jungen Familie. Der Heilpädagogische Dienst bietet mit der Heilpädagogischen Früherziehung ein aufsuchendes Angebot. Dabei finden Hausbesuche meist wöchentlich und über e inen längeren Zeitraum (von Geburt bis und mit Eintritt in Kindergarten) statt. Ziel der Hausbesuche ist die Förderung des Kindes und die Beratung seiner Bezugspe rson. Die Fachstelle Migration Zug (FMZ) ist seit 1964 Anlaufstelle für Migrantinnen und Migranten im Kanton Zug. Sie informiert und berät in 12 Sprachen über alle Fragen, die der Alltag mit sich bringt. Die FMZ arbeitet im Auftrag des Kantons und der Zuger Gemeinden auf Basis einer Leistungsvereinbarung. Die Arbeit der Fachstelle Migration gliedert sich in die Bereiche: Welcome Desk, 37 http://www.hebamme.ch/de/elt/ Situationsanalyse Stadt Zug www.stadtzug.ch Seite 35 von 64 telefonische oder persönliche Beratungen, Veranstaltungen und Projekte (FMZ führt – in Zusammenarbeit mit kantonalen und kommunalen Stellen - mehrere Projekte für Neuzuziehende sowie bereits länger im Kanton Zug wohnhafte Migrantinnen und Migranten, Integrationskurse und gemeindlichen Deutschkurse für die Prüfungszertifizierungen durch das Goethe Institut durch). Vernetzung mit kantonalen und kommunalen Stellen sowie Vertretungen der Migranten (Ausländervereine) sowie Einsätze von interkulturellen ÜbersetzerInnen. Mit dem Projekt „Eine Stunde für…‚ berät und informiert FMZ die Ausländervereine im Kanton Zug zu spezif ischen Themen wie Bildung, Kinder, Gesundheit, Finanzen. FMZ hat für das Jahr 2012 berechnet, dass 871 Neuzuzüger aus dem Ausland („mit ausländischer Nationalität‚) mit 132 Kindern in die Stadt Zug zugezogen sind. Die Hälfte dieser Kinder ist im Vorschulalter. Mit 233 der erwachsenen Personen wurde durch FMZ ein Erstberatungsgespräch geführt. Diese Personen hatten 77 Kinder, d avon war schätzungsweise die Hälfte im Alterssegment 0-6 Jahre. 5.3 Aktueller Stand: Nutzung und Angebote 5.3.1 Angebotslandschaft, -typen, Sprache, Kosten Bei den Angeboten können vier Gruppen gebildet werden: Betreuungsorte Begegnungsorte Beratung und Unterstützung Prävention und Gesundheitsförderung. Abbildung 8: Anzahl Angebote nach Angebotsart: Auswertung Umfrage Primokiz, Stadt Zug, Juni 2013 Anzahlmässig sind die Betreuungsorte am stärksten vertreten (siehe Abb. 8. Anzahl Angebote nach Angebotsart). Bei den Betreuungsorten sind nicht die Anzahl der Trägerschaften sondern jeder Betreuungs-Standort je einzeln gezählt worden. Bei Situationsanalyse Stadt Zug www.stadtzug.ch Seite 36 von 64 den Trefforten und den Beratungs- und Unterstützungsangeboten sind je etwa 20 Angebote bekannt. Die Trennung zwischen den zwei Bereichen PräventionGesundheitsförderung und Beratung-Unterstützung ist eher unscharf, da viele Angebote beides beinhalten. Abbildung 9 gibt Auskunft darüber, welche Art von Angeboten unter den Betreuungsorten und den Begegnungsorten subsummiert sind. Die Betreuungsorte weisen sechs verschiedene Unterformen auf, davon bilden die 13 Kindertagesstätten die grösste Gruppe. Bei den Trefforten können vier Arten unterschieden (Eltern-KindTreff, Eltern-Kind-Kurs, Eltern-Kind-Sprachkurs, Kind-Sprachkurs/Sprachförderung) werden. Anzahl Angebote sortiert nach Angebotsart 13 Begegnungsorte Kita - Standorte Tagesfamilie Spielgruppe Städtischer Hort Kita mit Tagesschule Kinder-Hütedienst 1 6 5 2 1 6 Eltern-Kind-Treff Eltern-Kind-Kurs Eltern-Kind-Sprachkurs Sprachkurs Kind/Sprachförderung Weitere 5 2 3 4 19 Beratung und Unterstützung 2 Prävention und Gesundheitsförderung 0 2 4 6 8 10 12 14 16 18 20 Abbildung 9: Quelle: Auswertung Umfrage Primokiz, Stadt Zug, Juni 2013 Die Auswertung zu den Sprachen der Angebote (Abb. 10) zeigt, dass 59 Angebote/Dienstleistungen, bzw. 87%, in Deutsch/ Schweizerdeutsch angeboten werden. Fünf Angebote werden mehrsprachig in Kombination mit Deutsch geführt. Nur ein Angebot ist in Englisch. Bei den mehrsprachigen Angeboten ist insbesondere die FMZ Fachstelle Migration Zug hervorzuheben. Sie bietet Beratung in den Sprachen Englisch, Französisch, Italienisch, Portugiesisch, Spanisch, Tamilisch, Türkisch, Bo snisch und Albanisch an. Situationsanalyse Stadt Zug www.stadtzug.ch Seite 37 von 64 Abbildung 10: Quelle: Auswertung Umfrage Primokiz, Stadt Zug, Juni 2013 Insgesamt sind 23 der 69 Angebote kostenlos (vgl. Abbildung 11), dies entspricht einem Anteil von 37.7%. Die Angebote im Bereich Betreuung sind alle kostenpflic htig. Ein anderes Bild zeigt sich bei den Begegnungsorten, je die Hälfte der Angebote ist kostenlos. Kostenpflichtig sind in dieser Kategorie insbesondere Kurse und ähnl iches. 12 Angebote im Bereich Beratung sind kostenlos (dies entspricht 63%). Abbildung 11: Quelle: Auswertung Umfrage Primokiz, Stadt Zug, Juni 2013 Situationsanalyse Stadt Zug www.stadtzug.ch Seite 38 von 64 5.3.2 Akteure: Organisationsformen und Finanzierung Abbildung 12: Quelle: Auswertung Umfrage Primokiz, Stadt Zug, Juni 2013 30 Akteure, bzw. 59% der Anbieter sind als Non-Profit-Organisation organisiert. 7 Akteure (14%) sind als Privatperson aktiv. Je 59% der Angebote erheben Elternbeiträge und erhalten Beiträge von den Gemeinden (vgl. Abbildung 7). 24, bzw. 39.3% der Angebote erhalten Beiträge des Kantons. Die Kitas mit Tagesschule (2), der Kinder-Hütedienst (1) sowie die von der Kirche getragenen Treff-Angebote (4) erhalten weder von der Gemeinde noch vom Kanton oder Bund Beiträge, dies entspricht 11,8% aller Träger. Situationsanalyse Stadt Zug www.stadtzug.ch Seite 39 von 64 Abbildung 13: Quelle: Auswertung Umfrage Primokiz, Stadt Zug, Juni 2013 20 Akteure (44%) verfügen über einen Vertrag mit der öffentlichen Hand in Form einer Leistungsvereinbarung, ein Drittel der Akteure erhalten Beiträge nach effekt iver Leistung (vgl. Abbildung 8). Beispiel: Unterstützungsbeiträge an Spielgruppen werden aufgrund eines vom Stadtrat verabschiedeten Beitragsreglements ausbezahlt. Die anerkannten Spielgruppen können je nach Anzahl ihrer Angebote einen Beitrag für ihre Arbeit erhalten. Eine vertragliche Vereinbarung zwischen Spielgru ppe und Stadt existiert dabei nicht. Situationsanalyse Stadt Zug www.stadtzug.ch Seite 40 von 64 Abbildung 14: Quelle: Auswertung Umfrage Primokiz, Stadt Zug, Juni 2013 5.3.3 Fazit: Ist- Zustand der Leistungen im FBBE Bereich Die Angebotslandschaft für Kinder im Vorschulalter und deren Eltern sind vielfältig. Für die Einschätzung der Angebote und Dienstleistungen sind Betreuungsumfang und Kontaktintensität höher zu gewichten als die reine Anzahl der Angebote und Nutzerzahlen. Aufgrund der Nutzungszahlen und der Betreuungsintensität sind die Betreuungsorte wichtige Akteure in der FBBE. Insbesondere die Kitas und Spielgruppen verfügen über den direkten Zugang zu den Kindern und deren Eltern. Die allergrösste Mehrheit der Angebote ist von privaten Institutionen getragen, mehrheitlich von Non-Profit-Organisationen wie Vereinen. Die allergrösste Mehrheit der Angebote hat als primäre Sprache schweizerdeutsch/deutsch. Die Angebote lassen sich in die Typen Betreuungsorte, Begegnungsorte und Ber atungsorte einteilen, wobei die Grenzen nicht überall klar sind. Begegnungsorte und Beratungsorte richten sich häufiger an spezifische, kleinere Zielgruppen als Betre uungsorte. In den Begegnungsorten weist eine Mehrheit der Kinder eine andere Muttersprache als Deutsch auf. Dies ist insbesondere auf die Sprachkurse und SprachförderAngebote zurückzuführen. In den Beratungsangeboten ist der geschätzte Anteil der fremdsprachigen Kinder mit 60% hoch. In den Betreuungsangeboten entspricht der Anteil an fremdsprachigen Kindern etwa 45%. In der Stadt Zug beträgt der Anteil der Kinder von 0 - 6 Jahren mit einer nicht-deutschen Nationalitätsangehörigkeit 29% (Deutschland und Österreich sind nicht einberechnet). Situationsanalyse Stadt Zug www.stadtzug.ch Seite 41 von 64 5.4 Aktueller Stand: Kooperation, Vernetzung und Zusammenarbeit Jedes Kind erlebt viele wichtige Übergänge in seiner Lebenswelt. Von den ersten Erfahrungen der Geburt, im Aktionsradius der eigenen Familie bis ins Wohnquartier, die Zugänge in die Betreuungsorte und zu den Treffstrukturen sowie der Wechsel/Übertritt von einem Angebot zum andern bis hin zum Eintritt ins erste Kindergartenjahr. Über die Zusammenarbeit der Anbieter aus diesem Blickwinkel kann wenig gesagt werden. 17 Betreuungsorte (80%) arbeiten mit andern Anbieter/Stellen zusammen (vgl. Abbildung 15). Bei den Begegnungsorten melden 12 Anbieter (67%), dass sie die Zusammenarbeit pflegen. Bei den Beratungsangeboten arbeiten alle Anbieter mit andern Stellen zusammen. Die Stadtschulen stellen fest, dass das verstärkte Zusammenwirken von Kinderga rtenstufe mit Kindertagesstätten und Spielgruppen wünschenswert ist. Aufgrund der Datenschutzgesetzgebung ist zu prüfen, wie und in welcher Form dies möglich ist. Abbildung 15: Quelle: Auswertung Umfrage Primokiz, Stadt Zug, Juni 2013 Die Auswertung zum Einsatz von interkulturellen ÜbersetzerInnen zeigt, dass diese in den Begegnungsorten nicht zum Einsatz kommen. Zwei Anbieter (1x Spielgruppe, 1x Begegnungsort) haben gemeldet, dass der Einsatz von interkulturellen Übersetz erinnen notwendig wäre, aber nicht geschieht. Situationsanalyse Stadt Zug www.stadtzug.ch Seite 42 von 64 Abbildung 16: Quelle: Auswertung Umfrage Primokiz, Stadt Zug, Juni 2013 Die Abteilung Kind Jugend Familie führt die Fachgruppe familienergänzende Ki nderbetreuung. An zwei Sitzungen pro Jahr werden wichtige Informationen für den Betreuungsbereich ausgetauscht. In der Kommission vertreten sind drei Kindertages stätten, das Tagesfamilien-Angebot, die IG Spielgruppen Zug, der Spielplatz Siehbach, die Mütter-Väterberatung, der Verein Schule und Elternhaus, die Kinder- und Jugendberatung Zug und die GGZ, gemeinnützige Gesellschaft Zug. 5.5 Aktueller Wissensstand: Qualitätssicherung Es sind bisher keine gemeinsamen Standards der Qualitätssicherung für die frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung und von Trägern gemeinsam ausformuliert worden. Im Bereich Betreuungsorte bestehen für die Kitas, Tagesfamilien und die Horte aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen für eine Betriebsbewilligung verbindliche Vorgaben bezüglich pädagogischer Grundlagen. Die Spielgruppen-Angebote orientieren sich in ihrer Arbeitshaltung an den Richtlinien des kantonalen Verbands. Situationsanalyse Stadt Zug www.stadtzug.ch Seite 43 von 64 5.6 Übersicht städtische Finanzierung Budget 2013 Mütter- und Väterberatung Subventionierte Kindertagesstätten Spielgruppen Tagesfamilien Spielplätze Sprachförderung Soziale Dienste Fachstelle Migration Bildung 111'000 Bildung Bildung Bildung Bildung 3'114'000 32'000 90'000 94'000 Soziales Soziales 145'000 89'000 3'675'000 2012 Budget 90'000 2012 effektiv 91'632 2011 effektiv 90'082 2010 effektiv 89'837 3'229'000 2'729'401 2'471'353 2'485'972 28'000 24'390 19'200 14'433 90'000 90'198 61'253 66'739 64'000 54'000 54'000 54'000 119'200 98'005 88'152 118'468 84'319 119'079 84'046 3'620'200 3'175'778 2'898'675 2'914'106 Tabelle 3: Städtische Finanzierung Die Ausgaben im Jahr 2012 zeigen, dass rund 86% der Ausgaben für die Subventi onierung von Betreuungsplätzen in Kindertagesstätten aufgewendet wird. 6 Einschätzung des Entwicklungskontexts Die Angebotslandschaft für Kinder im Vorschulalter und deren Eltern ist vielfältig. Für die Einschätzung der Angebote und Dienstleistungen sind Betreuung sumfang und Kontaktintensität höher zu gewichten als die reine Anzahl der Angebote und Nutzerzahlen. Aufgrund der Nutzungszahlen und der Betreuungsintensität sind die Betre uungsorte (Kindertagesstätten, Spielgruppen, Tagesfamilien) wichtige Akteure in der FBBE. Insbesondere die Kitas und Spielgruppen verfügen über den dire kten Zugang zu den Kindern und deren Eltern. Die meisten Beratungsangebote sind auf die Bedürfnisse der Erwachsenen au sgerichtet. Aus Sicht der Akteure werden in der Umfrage folgende Themen hervorgehoben (vgl. Kapitel 8, Einschätzung zum Handlungsbedarf): Hilfreich für die FBBE - Angebote sind gute Öffentlichkeitsarbeit, Zusammenarbeit/Vernetzung, gute Räumlichkeiten und Lage sowie das Ausbildungsniveau der Mitarbeitenden Als Stolpersteine werden von den Akteuren die ungesicherte oder mangelnde Finanzlage, ungesicherte Räumlichkeiten und mangelnde Öffentlichkeitsarbeit sowie mangelndes qualifiziertes Personal erwähnt. Situationsanalyse Stadt Zug www.stadtzug.ch Seite 44 von 64 Beim Unterstützungsbedarf wird die Weiterbildung/Unterstützung beim Qual itätsmanagement, mehr Vernetzung und Zusammenarbeit sowie eine bessere Unterstützung durch den Kanton aufgezählt. Beim Handlungsbedarf werden neben einer verstärkten Zusammenarbeit und Vernetzung, die Stärkung der Elternarbeit, die Einführung von aufsuchenden Angeboten sowie eine verbesserte finanzielle Situation thematisiert. 6.1 Gesamteinschätzung zu möglichen Entwicklungsthemen in Zug Aufgrund der ersten Einschätzungen der Projektgruppe zur Ausgangslage sind folgende Entwicklungsthemen und Handlungsansätze denkbar: Die aufsuchenden Angebote sind nur teilweise vorhanden –neben der MütterVäterberatung und den Hebammen bieten insbesondere die Heilpädagogische Früherziehung, die Familienhilfe und die aufsuchende Familienbegleitung En tlastungsangebote mit aufsuchendem Charakter. Welche Eltern und Kinder werden heute noch nicht erreicht und sind auf Unterstützung und Informationen angewiesen? Bestehende Zugänge optimal nutzen: die Mütter-Väterberatung und die Hebammen haben durch ihren direkten Zugang zu jungen Familien eine Schlüsselfunktion Strategie im Bereich Sprachförderung: wer macht was, wer braucht welche Unterstützung? Mit welchen Massnahmen kann das Angebot der Spielgruppen gestärkt werden? Niederschwellige Treffangebote sind nur wenige vorhanden. Aufbau von durc hgehenden Treffstrukturen unterstützen sowohl quartierbezogene, als auch konstante Angebote. Es ist zu prüfen, in wie fern die Höhe von Elternbeiträgen die Nutzung von A ngeboten durch Kinder von einkommensschwachen Eltern verunmöglicht. Es bestehen zum Beispiel auf städtischer Seite keine unkompliziert zugänglichen finanziellen Mittel, um einer Familien den Besuch einer Spielgruppe zu subventionieren. Stärkung und Unterstützung der Eltern: was brauchen Eltern, woran haben sie Interesse? Wie kann die Erreichbarkeit der Eltern verbessert werden? Vernetzung der privaten Träger in der Stadt, Zusammenarbeit und Koordination. Unterstützung bei Weiterbildung und Qualitätsmanagement. Welche Art von Unterstützung wird von den heterogenen Anbieter-Gruppen nachgefragt? Die Übergänge des Kindes gut gestalten, insbesondere den Eintritt des Kindes in den Kindergarten. Es ist unklar, welcher Handlungsbedarf bei den Übergängen besteht. Lerngelegenheiten für Eltern und Kinder schaffen Situationsanalyse Stadt Zug www.stadtzug.ch Seite 45 von 64 6.2 Vorschlag für Vorgehen bei partizipativer Konzepterarbeitung Für das weitere Vorgehen betrachtet die Projektgruppe folgende Aspekte als zentral: - Einbezug der verschiedenen Verwaltungseinheiten in der Projektgruppe - Prüfen der Gründung einer Begleitgruppe, in welcher die Akteure/Anbieter Einsitz nehmen - Stakeholderanlässe und bilateraler Austausch mit den Akteuren haben für die Konkretisierung einen hohen Stellenwert, um realisierbare und wirkungsvolle Ansätze zu finden - Bei den vielen Handlungsfeldern sind eine Priorisierung und klare Schritte notwendig, um sich in der Vielfalt der Möglichkeiten zu orientieren. - Die Akzeptanz und das Verständnis für die Themen der FBBE und die zu bearbeitenden Handlungsfelder werden mit den politischen VertreterInnen era rbeitet. 7 Beschreibung des Erarbeitungsprozess 7.1 Projektorganisation Vroni Straub-Müller, Vorsteherin Bildung Regula Roth-Koch, Abteilungsleiterin Kind Jugend Familie Hubert Weber, Sozialarbeiter, Soziale Dienste Esther Brandenberg, Pro-Rektorin Stadtschulen Regina Elsener, Bibliothek Zug Birgitta Michel Thenen, Koordinationsstelle familienergänzende Kinderbetreuung, Kant. Sozialamt Susanna Peyer-Fischer, Fachstellenleiterin Soziokultur, Kind Jugend Familie Lars Sommer, Fachstellenleiter Betreuung, Kind Jugend Familie (Projektleitung) Miriam Wetter, mcw Beratung, Beraterin aus dem Primokiz-Expertenpool 7.2 Erarbeitungsprozess Bei der Auswahl der Projektmitglieder war wichtig, dass die drei Bereiche Bildung, Soziales und Gesundheit vertreten sind. Dabei hat sich herausgestellt, dass in der städtischen Verwaltung eine verantwortliche Stelle, die für die Gesundheit im Frü hbereich zuständig ist, fehlt. Durch den Einbezug einer Vertreterin der kantonalen Verwaltung konnte eine gute Verbindung zu den aktuellen Aktivitäten und Prozessen des Kantons in den Bereichen Frühe Förderung, Sprachförderung, Integration und Gesundheitsprävention im Frühbereich geschaffen werden. Die Projektgruppe hat zwischen März und August während drei Sitzungen die Grundlagen für die Befragung der Akteure, die Auswertung der Ergebnisse und die Erstellung des Situationsberichts erarbeitet. Situationsanalyse Stadt Zug www.stadtzug.ch Seite 46 von 64 7.3 Reflexion des Erarbeitungsprozesses Die Projektgruppe war erstaunt, wie umfangreich und breit sich die Angebotslan dschaft darstellt. Die meisten Beteiligten stellten fest, dass sie neue, bisher unbekannte Angebote ‚entdecken‘ konnten. Gleichzeitig konnte die Projektgruppe feststellen, dass eine Vielzahl von privaten Trägern und Akteuren im Bereich der FBBE tätig sind. Viele – aufgrund der Grösse des Kantons – mit einem gemeindeübergreifenden Auftrag bzw. mit kantonaler Leistungsvereinbarung. Bei den Nutzerzahlen gibt es oft wenig genaue Angaben zu der Zielgruppe der Kinder im Alter von 0 – 5,5 Jahren oder spezifische Zahlenangaben für die Stadt Zug. In der Projektgruppe waren die Anbieter von Beratungsdienstleistungen am wenigsten stark eingebunden. Eine zuständige Verwaltungsstelle für die Gesundheit im Frühbereich fehlt. Die Datenlage ist rudimentär, viele Angaben sind aufgrund von fehlenden Statistiken oder wegen dem Datenschutz nicht erhältlich. Insbesondere die Anzahl der Familien, spezifische Angaben zu Wohnquartieren, die sozio-ökonomischen Verhältnissen der Eltern, Anzahl der Einelternfamilien, Angaben über die Berufstätigkeit und Arbeitspensen der Eltern, u.ä.m.. Somit kommen viele Aussagen einer ersten Annäherung gleich und müssen in der Konzeptphase vertieft mit den Akteuren geprüft und verifiziert werden. Situationsanalyse Stadt Zug www.stadtzug.ch Seite 47 von 64 8 Sicht der Akteure: Einschätzungen zum Handlungsbedarf Trefforte 3 1 1 2 5 3 1 Gute Zusammenarbeit / Vernetzung Räumlichkeiten & Lage 2 2 1 Ausgebildetes Personal 2 2 2 Gesicherte Finanzierung 1 Subventionierte Tarife 2 Hohe Qualität 2 3 Tagesfamilien Kurse 2 Beratung Internet, Broschüre & Werbung Spielgruppen Was ist hilfreich, um Ihr Angebot gut anbieten zu können: Kitas In der Befragung vom Mai 2013 haben die Akteure ihre Einschätzung zum aktuellen Handlungsbedarf formuliert. Die tabellarische Darstellung zeigt die Auswertung zu den Fragestellungen: 1 1 Finanzierung (mehr Geld würde Angebotsausbau ermöglichen) Kurse Trefforte Tagesfamilien 3 3 2 1 1 Räumlichkeiten 3 Bekanntheitsgrad, Öffentlichkeitsarbeit, Erreichbarkeit der Eltern Zuwenig (qualifiziertes) Personal 1 5 1 1 Über-Reglementierung 2 Überangebot in Zug 1 Keine subventionierten Plätze 1 3 1 2 Fehlende Anerkennung Diverse Beratung Unsichere / mangelnde Finanzlage Was wird als Stolperstein/Hindernis für die Weiterentwicklung Ihres Angebots betrachtet: Kitas Spielgruppen 1 2 1 1 1 Abbildung 17: Quelle: Auswertung Umfrage Primokiz, Stadt Zug, Juni 2013 Situationsanalyse Stadt Zug www.stadtzug.ch Seite 48 von 64 Tagesfamilien Diverse 2 Trefforte Weiterbildung/Unterstützung bei Qualitätsmanagement Kurse X Beratung Kitas Die finanzielle Unterstützung wird in allen Gruppen genannt. Spielgruppen Welcher Unterstützung würden Sie sich für die Weiterentwicklung Ihres Angebots wünschen: X X X X X X 1 1 1 1 1 2 1 1 1 1 Mehr Vernetzung / Zusammenarbeit Unterstützung durch Kanton 1 Öffentlichkeitsarbeit Gesicherte Raumverhältnisse / günstige Räume 2 Anerkennung der Arbeit 1 Nutzung städtische Infrastruktur Niederschwellige fin. Unterstützung für einkommensschwache Familien 1 1 1 1 1 Verbindlicher Leistungsauftrag 4 Eltern besser unterstützen / mehr erreichen 2 1 1 Bessere Entlöhnung / mehr Finanzen 2 3 Qualifikation Personal 3 1 1 1 2 Personal / Arbeitsbedingungen Personal 1 1 1 1 Aufsuchende Angebote / Selbsthilfe Eltern stärken 2 Diverse 2 Tagesfamilien Beratung 1 Trefforte Spielgruppen Stärkere Vernetzung / Zusammenarbeit / Koordination Kurse Wo sehen Sie Handlungsbedarf für eine qualitativ gute FBBE der Kinder innerhalb und ausserhalb der Familien zu gewährleisten: Kitas 1 1 1 1 1 Abbildung 18: Quelle: Auswertung Umfrage Primokiz, Stadt Zug, Juni 2013 Situationsanalyse Stadt Zug www.stadtzug.ch Seite 49 von 64 9 Quellenverzeichnis Alsaker & Gantenbein, 2011, Institut für Psychologie, Universität Bern Belsky, Jay et al. (2007). Are there long-term effects of early child care? Child Development, 78, 681-701. Auf der Hauptseite zur NICHD SECCYD Studie findet sich eine vollständige Liste mit Publikationen zur Studie: http://www.nichd.nih.gov/research/supported/Pages/seccyd.aspx Eidgenössische Koordinationskommission für Familienfragen EKFF (Hrsg.) (2008). Familien, Bildung, Erziehung, Bern. Eidgenössische Koordinationskommission für Familienfragen EKFF (Hrsg.) (2009). Familien- und schulergänzende Kinderbetreuung. Eine Bestandesaufnahme der Eidgenössischen Koordinationskommission für Familienfragen EKFF, Bern. Eidgenössische Kommission für Migration (Hrsg.) (2012). Anleitung zu einer erfolgreichen Frühförderung. Lerngeschichten und Erkenntnisse. Eidgenössische Kommission für Migrationsfragen (Hrsg). (2009). Frühförderung. Empfehlungen der Eidgenössischen Kommission für Migrationsfragen EKM. Eurydice-Netz (2009). Frühkindliche Betreuung, Bildung und Erziehung in Europa: ein Mittel zur Verringerung sozialer und kultureller Ungleichheiten, Europäische Union. Flury Martin (2011). Die Stadt Zug als Nährboden für Gentrifizierung GAIMH (Hrsg.) (2009). Verantwortung für Kinder unter drei Jahren. Empfehlungen der Gesellschaft für Seelische Gesundheit in der Frühen Kindheit (GAIMH) zur Betreuung von Kleinkindern in Krippen. http://www.gaimh.org/publikationen/betreuung-in-krippen.html Hafen, Martin (2012). Better Together. Prävention durch Frühe Förderung. Präventionstheoretische Verortung der Förderung von Kindern von 0-4 Jahren. Schlussbericht zu Handen des Bundesamtes für Gesundheit. Isler, D. (2012a). Situierte Sprachförderung in Alltagsgesprächen. 4bis8 Nr. 8/2012, S. 38– 39. Isler, D. (2012b). Frühe Sprachbildung lokal entwickeln. Schweizer Gemeinde Nr. 6/2012, S. 26–27. Jäger, D. et al. (2012). Kompensatorische Förderung am Beispiel eines vorschulischen Trainings der phonologischen Bewusstheit. Frühe Bildung, 1, 202-209. Moret, J. & Fibbi, R. (2010). Kinder mit Migrationshintergrund von 0 bis 6 Jahren: wie können Eltern partizipieren? Schriftenreihe der EDK «studien + berichte» Neuhauser, A. (2010). Forschungsüberblick zum Hausbesuchsprogramm PAT – Mit Eltern Lernen (PAT) unter besonderer Berücksichtigung von Familien in psychosozialen Risikokonstellationen. Zürich: Hochschule für Heilpädagogik, unveröff. Arbeitspapier. OECD (2006). Starting Strong II: Early childhood education and care. Paris: Organisation for Economic Co-operation and Development. OECD (2001). Starting Strong I: Early childhood education and care. Paris: Organisation for Economic Co-operation and Development. Olds, D, (2006). The nurse-family partnership: An evidence based preventive intervention. Infant Mental Health Jourmal, 27, 5-25. Situationsanalyse Stadt Zug www.stadtzug.ch Seite 50 von 64 Olds, D. et al. (2004). Effects of home visits by paraprofessionals and by nurses: Age 4 follow-up results of a randomized trial, Pediatrics, 114, 1560-1568. Robert Koch Institut (Hrsg.) (2009). Lebensphasenspezifische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Ergebnisse des Nationalen Kinder - und Jugendsurveys. Kruger, S. et al. (2012). Kompensatorische Sprachförderung. Was lässt sich aus US amerikanischen Projekten lernen? Frühe Bildung, 1, 181 -193 Mischo Ch. & Fröhlich-Gildhoff K. (2011): Professionalisierung und Professionsentwicklung im Bereich frühe Bildung, 4-12. Sachse, S. et al. (2012). Evaluation einer Sprachfördermassnahme für Vorschulkinder. Frühe Bildung, 1, 194 -201. Schulte-Haller, M. (2009). Frühe Förderung: Forschung, Praxis und Politik im Bereich der Frühförderung: Bestandesaufnahme und Handlungsfelder. Eidgenössische Kommission für Migrationsfragen EKM, Bern. Schweinhart, L. et al. (2005). Lifetime Effects: The High/Scope Perry Preschool Study Through Age. Ypsilanti, MI 48198: High/Scope Press.Zusammenfassung: Schweinhart, L. et al. (2011). The High/Scope Perry Preschool Study through Age 40. Summary, conclusions, and frequently asked questions. High/Scope Press. http://www.highscope.org/file/Research/PerryProject/specialsummary_rev2011_02_2.pdf Schweizerischen Erziehungsdirektoren Konferenz EDK Empfehlungen zur Verbesserung der Partizipation von Eltern von Kindern edudoc.ch/record/39051/files/StuB31A.pdf Schweizerische UNESCO-Kommission (2009). Damit Kinder früh profitieren können: Forderungen zur Gestaltung frühkindlicher Bildung in der Schweiz. Medienkonferenz Frühkindliche Bildung in der Schweiz, 2009. Städteinitiative Sozialpolitik (2012). Thesen und Forderungen zur frühen Förderung staedteinitiative.ch/de/Info/Positionen/Positionen Stamm, M. & Edelmann, D. (Hrsg.) (2010). Frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung. Was kann die Schweiz lernen? Zürich: Rüegger. Stamm, M., Reinwand, V., Burger, K., Schmid, K., Viehauser, M. & Muheim, V. (2009). Frühkindliche Bildung in der Schweiz: Eine Grundlagenstudie im Auftrag der UNESCOKommission Schweiz. Fribourg: Universität Fribourg. Unicef (2012). Das Gebäude der Kinderrechte http://www.unicef.ch/de/information/publikationen/kinderrechte/ UNICEF (2008). The child care transition. A league table of early childhood education and care in economically advanced countries. Florence: UNICEF Innocenti Research Centre. Wilkinson, R. & Pickett, K. (2009) The Spirit Level: Why More Equal Societies Almost Always Do Better. London. (Deutsch: Gleichheit ist Glück: Warum gerechte Gesellschaften für alle besser sind.) Wustmann Seiler Corina /Simoni Heidi (2012). Orientierungsrahmen für frühkindliche Bi ldung, Betreuung und Erziehung in der Schweiz Situationsanalyse Stadt Zug www.stadtzug.ch Seite 51 von 64 Abbildungs- und Tabellenverzeichnis Seite Seite Seite Seite Seite 9 12 26 28 29 Seite 30 Seite 32 Seite 36 Seite Seite Seite Seite Seite Seite Seite Seite Seite Seite 37 38 38 39 40 41 42 43 48 49 Seite 10 Seite 30 Seite 44 Abbildung 1: Das Gebäude der Kinderrechte (Quelle: www.unicef.ch) Abbildung 2: Modell Primokiz (Jacobs Foundation 2012) Abbildung 3: Organigramm Bildungsdepartement Abbildung 4: Organigramm Departement Soziales, Umwelt, Sicherheit SUS Abbildung 5: Quelle: Mütter-Väterberatung Jahres-/Leistungsberichte 2005 - 2013 Abbildung 6: Quelle: Einwohnerkontrolle Stadt Zug, interne Statistik Abbildung 7: Quelle: Auswertung Umfrage Primokiz, Stadt Zug, Juni 2013 Abbildung 8: Anzahl Angebote nach Angebotsart: Auswertung Umfrage Primokiz, Stadt Zug, Juni 2013 Abbildung 9: Quelle: Auswertung Umfrage Primokiz, Stadt Zug, Juni 2013 Abbildung 10: Quelle: Auswertung Umfrage Primokiz, Stadt Zug, Juni 2013 Abbildung 11: Quelle: Auswertung Umfrage Primokiz, Stadt Zug, Juni 2013 Abbildung 12: Quelle: Auswertung Umfrage Primokiz, Stadt Zug, Juni 2013 Abbildung 13: Quelle: Auswertung Umfrage Primokiz, Stadt Zug, Juni 2013 Abbildung 14: Quelle: Auswertung Umfrage Primokiz, Stadt Zug, Juni 2013 Abbildung 15: Quelle: Auswertung Umfrage Primokiz, Stadt Zug, Juni 2013 Abbildung 16: Quelle: Auswertung Umfrage Primokiz, Stadt Zug, Juni 2013 Abbildung 17: Quelle: Auswertung Umfrage Primokiz Stadt Zug, Juni 2013 Abbildung 18: Quelle: Auswertung Umfrage Primokiz Stadt Zug, Juni 2013 Tabelle 1: Kantonale und kommunale Rechtsgrundlagen Tabelle 2: Quelle: Einwohnerkontrolle Zug (Mai 2013) Tabelle 3: Städtische Finanzierung Situationsanalyse Stadt Zug www.stadtzug.ch Seite 52 von 64 10 Angebotsübersicht in Zug Angebote für Kinder Tagesbetreuung für Kinder von 0-6 Jahren (Kitas, Tagesfamilien, Hort) Kibiz Kinderbetreuung Stampfi Kibiz Kinderbetreuung Hofmatt Kibiz Kinderbetreuung Guthirt Kibiz Kinderbetreuung Eichwald Zuger Chinderhüser Fuchsloch Zuger Chinderhüser Frauensteinmatt Zuger Chinderhüser Zugerberg Kita Chäferli kantonal interkommunal Zusammenarbeit (Form) staatliches Angebot Kommunal für die FBBE verantwortliche Stelle Kontakt (ja / nein) Kind Jugend AnerkenFamilie nung Soziale Dienste Kanton Soziales/ Gesundheit Bestehende Angebote FBBE und ihre strukturellen Merkmale zuständiges politisches Departement/ Verwaltungseinheit Bildung Inventar Frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung (FBBE) Stadt Zug Bewilligungspflicht Angebote der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung (FBBE) für Kinder und ihre Eltern in der Stadt Zug im Oktober 20 13: Angaben zum Angebot privates Angebot Trägerschaft LeisSubven- tungs- Selbst tionierte verein- traPlätze barung gend X X X Ja LV Verein Ja Ja Ja X X X Ja LV Verein Ja Ja Ja X X X Ja LV Verein Ja Ja Ja X X X Ja LV Verein Ja Ja Ja X X X Ja LV Verein Ja Ja Ja X X X Ja LV Verein Ja Ja Ja X X X Ja LV Verein Ja Ja Ja X X X Ja LV Verein Ja Ja Ja www.stadtzug.ch Seite 53 von 64 Angebot Altersgruppe 4 Mt. 6. J. 4 Mt. 6. J. 4 Mt. 6. J. 4 Mt. 6. J. 4 Mt. 6. J. 4 Mt. 6. J. 4 Mt. 6. J. 4 Mt. 6.J. Anzahl Plätze 36 32 24 39 19 21 15 12 kantonal interkommunal Zusammenarbeit (Form) Kommunal Kontakt (ja / nein) Kind Jugend Familie Soziale Dienste Kanton Soziales/ Gesundheit Bildung Bestehende Angebote FBBE und ihre strukturellen Merkmale Trägerschaft LeisSubven- tungs- Selbst tionierte verein- traPlätze barung gend Early Years Academy AG: Little Star Day School X X X Ja LV AG Ja Ja Ja Little Butterfly X X X Ja LV Verein Ja Ja Ja Ameisiland X X Nein privat Nein Nein Ja Lernort Moosbachhof X X Nein privat Nein Nein Ja Creche Pilutje Oberaltstadt X X Nein GmbH Nein Nein Ja Creche Pilutje Poststrasse X X Nein GmbH Nein Nein Ja globegarden zug Metalli X X Nein GmbH Nein Nein Ja globegarden zug Industriestrasse X X Nein GmbH Nein Nein Ja globegarden zug uptown X X Nein GmbH Nein Nein Ja X X Nein AG Nein Nein Ja X X Verein Ja Ja Nein Child Care Center Childrens World KiBiZ Kinderbetreuung Tagesfamilien X Ja LV Ja Spielgruppe Am Hang X X Ja privat Nein Nein Ja Spielgruppe Oberwil X X Ja privat Nein Nein Ja Spielgruppe Kinderhütte X X Ja Verein Nein Nein Ja Spielgruppe St. Johannes X X Ja privat Nein Nein Ja Spielgruppe Regenbogen X X Ja privat Nein Nein Ja Spielgruppe Zottelbär X X Ja privat Nein Nein Ja Situationsanalyse Stadt Zug www.stadtzug.ch Seite 54 von 64 Angebot Altersgruppe 4 Mt. 6. J. 4 Mt. 6. J. 4 Mt. 6. J. 3 J. - 6 J. 4 Mt. 6. J. 4 Mt. 6. J. 4 Mt. 6. J. 4 Mt. 6. J. 4 Mt. 6. J. 4 Mt. 6. J. 4 Mt. 6. J. 3J-5 J. 3J-5 J. 1,5 J 5J 2,5 J 5J 1,5 J 5J. 2 J -5J Anzahl Plätze 31 20 10 10 (18) 12 19 31,5 34,5 29,5 Freizeitbetreuung Guthirt Freizeitbetreuung Oberwil Freizeitbetreuung Herti Freizeitbetreuung Zentrum Freizeitbetreuung Riedmatt Kinderhüeti (Reformierte Kirche Zug) Babysittervermittlung Stadt Zug (SRK Kursabsolventinnen) Angebot KiBeBe (fam.erg. Betreuung für Kinder mit besonderen Betreuungsbedürfnissen im Vorschulalter) (Heilpäd. Dienst HPD) Stepping Stones (KinderTagesschule) Situationsanalyse Stadt Zug X X X X X X X X X X X X X Nein www.stadtzug.ch kantonal Angebot Altersgruppe Ja Nein 4-12 Jahre 60 Nein 4-12 Jahre 40 Mittag, 25 Nachmittag Nein 4-12 Jahre 90 Mittag, 55 Nachmittag Nein 4-12 Jahre 90 Mittag, 50 Nachmittag Nein 4-12 Jahre 45 Mittag, 35 Nachmittag Gemeinde Ja Gemeinde Ja Gemeinde Ja Gemeinde Ja Gemeinde Ja Kirche Nein privat Nein Ja Nein Trägerschaft LeisSubven- tungs- Selbst tionierte verein- traPlätze barung gend Ja Nein Nei Nei n n X interkommunal Zusammenarbeit (Form) Kommunal Kontakt (ja / nein) Kind Jugend Familie Soziale Dienste Kanton Soziales/ Gesundheit Bildung Bestehende Angebote FBBE und ihre strukturellen Merkmale Ja Ja Ja Ja Verein privat Seite 55 von 64 Nein Nein Ja Ja Nein Ja 1 - 6 J. Nein Ja 2J-7 J Anzahl Plätze Four Forest Bilingual International School International School of Central Switzerland ISOCS Pflegefamilien und Einrichtungen mit Plätzen für Kinder von 0-6 J. Instiutionelle Pflegeplätze: Notaufnahme und Beobachtungsplätze und langfristige Plätze in professionell geleiteten Pflegefamilien (Fachstelle Kinderbetreuung) Frühförderung / Früherziehung, Heilpädagogik, Logopädie und weitere therapeutische Angebote inkl. Abklärungsstellen Logopädie im Frühbereich (HPD) Abklärung, Förderung und Beratung für Eltern Heilpädagogische Früherziehung (HPD) Beratungstelefon für Fachleute im Frühund Vorschulbereich Ambulatorischer psychiatrischer Dienst (APD KJ) Heilpäd. Schul- und Beratungszentrum Sonnenberg (Heilpädagogische Früherziehungmit Schwerpunkt Sehen) Situationsanalyse Stadt Zug X X X Ja Nein Nein Ja Nein privat Nein Nein Ja kantonal privat interkommunal Nein Zusammenarbeit (Form) Kommunal Trägerschaft LeisSubven- tungs- Selbst tionierte verein- traPlätze barung gend Kontakt (ja / nein) Kind Jugend Familie Soziale Dienste Kanton Soziales/ Gesundheit Bildung Bestehende Angebote FBBE und ihre strukturellen Merkmale Nein Ja Verein Ja Nein X Nein Ja Verein Ja Nein X Nein Ja Verein Ja Nein X Nein Ja Kanton Ja Nein X Nein www.stadtzug.ch Verein Seite 56 von 64 Ja Ja Angebot Altersgruppe Anzahl Plätze 3J- 6 J 3J- 6 J 90 ab Geburt Heilpäd. Schul- und Beratungszentrum Sonnenberg (Integrative Sonderschulung) Heilpäd. Schul- und Beratungszentrum Sonnenberg (separative Sonderschulung von sehbehinderten/blinden und von mehrfachbehinderten sehbehinderten/blinden Kindern) Angebote für Eltern und Kinder Öffentliche Spielplätze Abenteuerspielplatz Fröschenmatt Spielplatz Siehbach Kinder- oder Familienbeauftragte → Liste der bestehenden Angebote / Dienste Begegnungsorte für Eltern und Kinder im Vorschulalter (z.B. Gemeinschaftszentren) Ludothek Zug ökumenische Chnöpflifiir (Kath. Pfarrei/ref. Kirche) Familientreff St. Johannes (Kirche St. Johannes) Kleinkindfeier (Kath. Kirche Zug) Situationsanalyse Stadt Zug kantonal interkommunal Zusammenarbeit (Form) Kommunal Kontakt (ja / nein) Kind Jugend Familie Soziale Dienste Kanton Soziales/ Gesundheit Bildung Bestehende Angebote FBBE und ihre strukturellen Merkmale Trägerschaft LeisSubven- tungs- Selbst tionierte verein- traPlätze barung gend Angebot Altersgruppe X X Nein Verein Ja ab 1. KiGa Jahr X X Nein Verein Ja ab 4 Jahre X Ja Ja Verein Ja Nein X Ja Ja Verein Ja Nein Verein Beitrag X Nein Kirche Nein Kirche Nein Ja Nein Kirche Nein Ja www.stadtzug.ch Seite 57 von 64 Ja Anzahl Plätze Situationsanalyse Stadt Zug X Nein interkommunal Trägerschaft Ja Kanton LeisSubven- tungs- Selbst tionierte verein- traPlätze barung gend Ja Kirche Ja Nein Kirche Ja Nein privat Nein Ja X Ja Ja Kanton Gemeinde Ja LV Nein Nein Ja Ja Nein Nein Ja Ja Verein Ja Nein X Nein LV SUS privat Nein Ja Ja X Nein LV SUS privat Nein Ja Ja Gemeinde Nein X Ja www.stadtzug.ch Seite 58 von 64 Anzahl Plätze Nein Verein Nein Angebot Altersgruppe Nein Nein X X Kommunal Kontakt (ja / nein) Kind Jugend Familie Soziale Dienste Kanton Soziales/ Gesundheit X Zusammenarbeit (Form) kantonal Angebote für Familien und Kinder, Burg Zug Gruppe junger Familien (Frauenforum St. Michael) Stärnlifiir (Kath. Kirche Gut Hirt) International Mum and Kids Club (Zug Museum für Urgeschichte Begegnungsorte mit spezifischer fachlicher Begleitung Mobile Spielanimation (Kind Jugend Familie) Familienkafi (jaz, Verein ZJT) Gruppenangebote (z.B. Mutter/Vater-Kindgruppen, Chrabbelgruppen, ElternKind-Turnen) Interkultureller Krabbeltreff Plus (Eff-Zett + Fachstelle Punkto Jugend und Kind) Deutschkurse für Kinder im Vorschulalter (Wunderfitz u Redeblitz) Deutschkurse für Kinder in Kitas /Spielgruppen (Wunderfitz&Redeblitz) Chum und Los Gschychtezyt (Bibliothek Zug) Bildung Bestehende Angebote FBBE und ihre strukturellen Merkmale Nein Kinder 4x13TN/ 0-5J J. Deutsch Lernen in der Gemeinde (mit u. ohne Kinderhort) Freizeitanlage Loreto Kinderturnen KiTu (SVKT Frauensportverein Zug) Deutschkurs Erwachsene mit Kinderbetreuung (Pro Arbeit) MuKi-Turnen (SVKT Frauensportverein Zug) Krabbelgruppe Quartiertreff Guthirt Notfall-Kinderkurs (Samariterverband Kt. Zug) Babymassage (Fachstelle punkto Jugend und Kind) Mütter-/Väterberatung Mütter-Väterberatung (Fachstelle punkto Jugend und Kind) Erziehungsberatung Elternbildung/Familienberatung (effzett) Kinder- und Jugendberatung Zug Familien, Erziehungsberatung (Pro Infirmis) Triangel Beratungsdienste Paar- und Einzelberatung (Zuger Kantonaler Frauenbund) Situationsanalyse Stadt Zug Kind Jugend Familie Nein Verein Nein Ja Nein X Nein Verein Nein Ja Nein X Nein Verein Nein Ja Nein Nein Privat Nein Nein Ja Nein Verein Nein Nein Ja X Nein Verein Nein X Ja Verein Ja Ja Nein X Nein Verein Nein Nein Ja Nein Verein Ja Ja Nein Verein Ja Ja Nein Ja Nein Ja Nein X X X X X Nein kantonal X interkommunal Ja Zusammenarbeit (Form) Kommunal Verein Kontakt (ja / nein) Nein X Soziale Dienste Trägerschaft LeisSubven- tungs- Selbst tionierte verein- traPlätze barung gend Kanton Soziales/ Gesundheit Bildung Bestehende Angebote FBBE und ihre strukturellen Merkmale Ja Nein Verein Nein Verein www.stadtzug.ch Seite 59 von 64 Ja Nein Ja Angebot Altersgruppe Anzahl Plätze Situationsanalyse Stadt Zug Kind Jugend Familie Ja Verein Nein Ja Verein Nein Ja Verein X Nein Ja Verein Nein Ja X Nein Ja Verein Nein Ja Nein Ja Verein Kt. Lu Nein LV Kanton X X X X Nein www.stadtzug.ch interkommunal Ja Nein Zusammenarbeit (Form) Kommunal Verein Kontakt (ja / nein) Ja X Soziale Dienste Trägerschaft LeisSubven- tungs- Selbst tionierte verein- traPlätze barung gend Kanton Soziales/ Gesundheit kantonal Elterncoaching, Erziehungsund Familien-beratung (Fachstelle punkto Jugend und Kind) Familienentlastungsangebote Familienhilfe Kanton Zug Entlastungsdienst (Pro Infirmis) Pflege von Kinder zu Hause, Unterstützung im Haushalt und Betreuung (Spitex Kanton Zug) Sozialpraktikum Pro Juventute Zentralschweiz SOPRA (Familienentlastung durch Einsatz von PraktikantIn, www.soprazentralschweiz.ch) Pro Juventute (Göttibatzen) Sozialpädagogische Familienberatung Ambulante Hilfe für Familien KOFA, Erziehungstrainings, Abklärungen etc. (Fachstelle Kinderbetreuung) Aufsuchende Familienbegleitung u. begleitete Besuchstage (Kinder-JugendBeratung Zug) Aufsuchende Programme, Hausbesuchsprogramme Bildung Bestehende Angebote FBBE und ihre strukturellen Merkmale Verein Seite 60 von 64 Ja Ja Nein Ja Nein Ja Nein Nein Ja Nein Angebot Altersgruppe Anzahl Plätze Situationsanalyse Stadt Zug interkommunal Kommunal Kontakt (ja / nein) Kind Jugend Familie X Nein Ja Verein Ja Nein X Nein Ja Verein Nein Ja X Nein Ja Verein Nein Ja X Nein LV Ja Verein Nein Ja Nein X Nein LV Ja Verein Nein Ja Nein X Nein LV Ja Verein Nein Ja Nein X Nein Ja Verein Soziale Dienste Trägerschaft Kanton Soziales/ Gesundheit LeisSubven- tungs- Selbst tionierte verein- traPlätze barung gend kantonal Heilpädagogische Früherziehung (HPD) Haus-besuche für die heilpädagogische Früherziehung Eltern / Kind Therapien → Liste der bestehenden Angebote / Dienste Angebote für Kinder Pro Juventute (telefonische Beratung 147) Pro Juventute (Interaktives Finanzlehrangebot Potz Tuusig) Angebote für Eltern Angebote, welche Informationen zur kindlichen Entwicklung verfügbar machen Elternberatung (Fachstelle Punkto Jugend und Kind) Elternnotruf (Fachstelle Punkto Jugend und Kind) Versand Pro Juventute Elternbriefe (durch Fachstelle Punkto Jugend und Kind) Pro Juventute Kanton Zug (zweisprachiger Elternratgeber "Unser Kind") Informationsstelle oder – plattform für Familien mit Vorschulkinder (Angebotsübersicht, Veranstal- Bildung Bestehende Angebote FBBE und ihre strukturellen Merkmale Zusammenarbeit (Form) www.stadtzug.ch Seite 61 von 64 Ja Angebot Altersgruppe 0-6 Jahre ab 5 Jahre 1-6 Jahre Anzahl Plätze Nein Ja Verein Ja Ja Nein X X Nein Ja Verein Ja Ja Nein X Nein Verein Nein Ja Nein interkommunal X Zusammenarbeit (Form) Kommunal X Kontakt (ja / nein) kantonal Kind Jugend Familie Kanton Trägerschaft Soziale Dienste Soziales/ Gesundheit Bildung Bestehende Angebote FBBE und ihre strukturellen Merkmale LeisSubven- tungs- Selbst tionierte verein- traPlätze barung gend tungskalender) → Liste der bestehenden Angebote / Dienste Gruppenangebote (z.B. regionale Elternrunde, Femmes Tische, Anlässe / Kurse zu Erziehungsthemen etc.) "Eine Stunde für…" (Fachstelle Migration Zug) In Zug Zuhause (Fachstelle Migration Zug) Femmes-Tische (eff-zett) IG Alleinerziehende (Zuger Kantonaler Frauenbund) Angebote “rund um die Geburt” (z.B. Geburtshilfe, Stillberatung) Freipraktizierende Hebammen Kanton Zug, www.hebammenzentralschweiz.ch Prävention/Gesundheit Kantonales Aktionsprogramm "Gesundes Körpergewicht" (Gesundheitsamt Kt. Zug) Schweiz. Verband dipl. Ernährungsberaterinnen HF/FH, www.svde.ch mit Situationsanalyse Stadt Zug Nein X nein X Ja X Nein www.stadtzug.ch Ja Verein Ja Freiberufliche Nein Nein Ja Ja Kanton Ja Ja Nein Ja Freiberufliche Nein Ja Seite 62 von 64 Angebot Altersgruppe Anzahl Plätze LeisSubven- tungs- Selbst tionierte verein- traPlätze barung gend kantonal interkommunal Kommunal Kontakt (ja / nein) Kind Jugend Familie Soziale Dienste Kanton Soziales/ Gesundheit Bildung Bestehende Angebote FBBE und ihre strukturellen Merkmale Trägerschaft Ja Kanton Ja Nein privat Ja Nein privat Ja Nein privat Ja Nein privat Ja Zusammenarbeit (Form) Liste der freiberuflichen dipl. ERB im Kt. Zug an die FBBE angrenzende Angebote Medizinische Versorgung und Betreuung von Schwangeren (z.B. Gynäkologie, spez. Beratungsstellen) → Liste der bestehenden Angebote / Dienste Medizinische Versorgung: PädiaterInnen Dr. Viktoria Marty, Dr. Raoul Schmid, Dr. Michael Hitzler, Kantonsspital, Rigistrasse 15, Baar Dr. Sylvia Gschwend, Baarerstrasse 12, Zug Dr. Werner Weiss, Grafenauweg 11, Zug Kinderzentrum Lindenpark AG, Dr. Pius Bürki, Dr. Katharina Eikamp, Dr. Isabell Terwey, Dr. Christina Spörri, Lindenstrasse 10, 6340 Baar Praxis Kunterbunt: Dr. Romedius Alber, Dr. Corina Wilhelm, Dr. Jörg Zimmerli, Neuhofstrasse 3b, Baar Schuleingangsstufe Situationsanalyse Stadt Zug Nein www.stadtzug.ch Seite 63 von 64 Angebot Altersgruppe Anzahl Plätze Deutsch als Zweitsprache (DaZ) (Stadtschulen) Schulpsychologie Schulpsychologischer Dienst, Zug Sozialhilfe Sprachförderung und soziale Integration (Soziale Dienste) Kinderspitex KinderSpitex Zentralschweiz weitere Angebote Mentoringprojekt Primarschüler Guthirt (PH Zug) Hörclub, Erzählfestival (PH Zug Zentrum Mündlichkeit) Fachstelle Integration: Weiterbildung Sprachförderung (Kant. Sozialamt) Situationsanalyse Stadt Zug X X X Ja kantonal interkommunal Zusammenarbeit (Form) Kommunal Kontakt (ja / nein) Kind Jugend Familie Soziale Dienste Kanton Soziales/ Gesundheit Bildung Bestehende Angebote FBBE und ihre strukturellen Merkmale Trägerschaft LeisSubven- tungs- Selbst tionierte verein- traPlätze barung gend Gemeinde Ja Ja Nein Nein Kanton Ja Gemeinde X Nein Verein X Nein Schule Ja Nein X Nein Schule Ja Nein X nein Kanton Ja Nein X www.stadtzug.ch X Seite 64 von 64 Nein Ja Ja Angebot Altersgruppe Anzahl Plätze