Situationsanalyse

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B i l d u n g s d e p a r t e m e n t
Angebote der frühkindlichen Bildung
Betreuung und Erziehung
in der Stadt Zug:
Situationsanalyse
Foto: Jacobs Foundation
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Herausgeberin:
Stadt Zug
Bildungsdepartement
Abteilung Kind Jugend Familie
Postfach 1258
6301 Zug
[email protected], 041 728 23 43
Titelbild: Jacobs Foundation, Zürich
Erarbeitet durch die Projektgruppe Primokiz, Stadt Zug:
Vroni Straub-Müller, Regula Roth-Koch, Esther Brandenberg, Hubert Weber, Susanna
Peyer-Fischer, Birgitta Michel Thenen, Lars Sommer
Externe Fachberatung:
Miriam Wetter
Verfasser: Lars Sommer, Fachstellenleiter Betreuung, Kind Jugend Familie
(Oktober 2013)
Situationsanalyse Stadt Zug
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Inhaltsverzeichnis
1
Management Summary ...................................................... 5
2
Ausgangslage: Gründe für eine Situationsanalyse der
frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung in der
Stadt Zug............................................................................ 6
2.1
Allgemeine Überlegungen zur Bedeutung der frühkindlichen Bildung,
Betreuung und Erziehung ........................................................................... 6
2.2
Aktuelle Ausgangslage in der Stadt Zug ..................................................... 6
3
Rechtliche Grundlagen ....................................................... 8
3.1
Internationale rechtliche Grundlagen und Bestimmungen für die
frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung ...................................... 8
3.2
Nationale rechtliche Grundlagen ................................................................ 9
3.3
Kantonale und kommunale Rechtsgrundlagen ......................................... 10
4
Fachliche Grundlagen der frühkindlichen Bildung,
Betreuung und Erziehung ................................................ 11
4.1
Modell Primokiz ........................................................................................ 12
4.2
Internationale Analysen und Empfehlungen ............................................ 13
4.3
Nationale Expertisen und Empfehlungen ................................................. 14
4.4
Programme des Bundes zur Förderung des Frühbereichs .......................... 15
4.5
Informationsplattformen zum Frühbereich in der Schweiz ....................... 16
4.6
Prävention und frühe Förderung .............................................................. 17
4.6.1
Prävention durch frühe Förderung ........................................................................ 17
4.6.2
Zusammenhang zwischen Gesundheitsverhalten, Befinden + sozialen Merkmalen
............................................................................................................................... 17
4.6.3
Die Bedeutung sozialer Solidarität ........................................................................ 18
4.7
Ausgewählte wissenschaftlich-fachliche Erkenntnisse .............................. 19
4.7.1
Vernetzung von Angeboten und Zugängen .......................................................... 19
4.7.2
Frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung innerhalb und ausserhalb der
Familie ................................................................................................................... 21
4.7.3
Frühe Förderung sprachlicher und literaler Kompetenzen ................................... 23
4.7.4
Hausbesuchsprogramme zur Stärkung elterlicher Kompetenzen ......................... 24
5
Ist- Zustand der FBBE in der Stadt Zug ............................ 26
5.1
Ausgangslage und Kontext ....................................................................... 26
5.1.1
Kommunale und kantonale Entscheidungsträger und zuständige Stellen ........... 26
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5.1.2
Legislaturziele des Stadtrats .................................................................................. 28
5.1.3
Datenlage zur Demographie .................................................................................. 29
5.2
Aktuelle Angebotslandschaft .................................................................... 31
5.2.1
Auswertungsergebnisse Fragebogen ..................................................................... 31
5.2.2
Angebote und die Nachfrage ................................................................................ 32
5.2.3
Angebote: Leistungen und Zielgruppen ................................................................ 33
5.3
Aktueller Stand: Nutzung und Angebote ................................................. 36
5.3.1
Angebotslandschaft, -typen, Sprache, Kosten ....................................................... 36
5.3.2
Akteure: Organisationsformen und Finanzierung ................................................. 39
5.3.3
Fazit: Ist- Zustand der Leistungen im FBBE Bereich ............................................... 41
5.4
Aktueller Stand: Kooperation, Vernetzung und Zusammenarbeit ............ 42
5.5
Aktueller Wissensstand: Qualitätssicherung ............................................. 43
5.6
Übersicht städtische Finanzierung ............................................................ 44
6
Einschätzung des Entwicklungskontexts ......................... 44
6.1
Gesamteinschätzung zu möglichen Entwicklungsthemen in Zug .............. 45
6.2
Vorschlag für Vorgehen bei partizipativer Konzepterarbeitung .............. 46
7
Beschreibung des Erarbeitungsprozess ........................... 46
7.1
Projektorganisation .................................................................................. 46
7.2
Erarbeitungsprozess .................................................................................. 46
7.3
Reflexion des Erarbeitungsprozesses ........................................................ 47
8
Sicht der Akteure: Einschätzungen zum Handlungsbedarf
......................................................................................... 48
9
Quellenverzeichnis ........................................................... 50
10
Angebotsübersicht in Zug ................................................ 53
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1
Management Summary
Mit dem Programm Primokiz Zug untersucht die Stadt Zug die aktuelle Situation im
Bereich der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung. Ein grosses Anliegen
ist es der Stadt Zug, für alle Kinder im Vorschulalter eine optimale soziale, gesundheitliche und pädagogische Unterstützung innerhalb und ausserhalb der Familie zu
gewährleisten. Folgende Ziele hat die Stadt dazu formuliert:
Lücken im Angebot wahrnehmen und entsprechende Massnahmen planen
Zugänglichkeit für alle Eltern und Kinder gewähren, insbesondere solche, die
auf Bring-Strukturen angewiesen sind.
Gezieltes Erreichen von Familien und Kinder mit besonderem Bedarf
Sicherung von Information und Beratung für alle Eltern
Vernetzung der Akteure und Abstimmung ihrer Ressourcen und Programme
und in diesem Sinne: Weiterentwicklung des Angebotsnetzes in Zug
Sicherstellung der Finanzen
Die Zahl der 0 - 6 jährigen Kinder ist in den letzten 10 Jahren von 1‘196 auf 1‘594
Kinder (2012) um 33% angewachsen. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung ist im
gleichen Zeitraum von 5,0% auf 5,8% gestiegen.
Die Datenlage zu demographischen Zahlen ist rudimentär. Viele Angaben sind aufgrund von fehlenden Statistiken ungenau oder nicht vorhanden. Spezifische Angaben zu Nutzerzahlen, zur Anzahl Familien, sozio-ökonomischen Verhältnissen von
Eltern und deren Berufstätigkeit sowie die Anzahl Einelternfamilien fehlen.
Im Mai 2013 führte das Bildungsdepartement eine Umfrage bei allen bekannten Anbietern und Trägerschaften durch. 51 Träger haben für 62 Dienstleistungen und Angebote den Fragebogen retourniert.
Die Angebotslandschaft zeigt sich in der Stadt Zug als vielfältig. Die Betreuungsorte
(Kitas, Spielgruppe, Tagesfamilie) sind aufgrund der Betreuungsintensität und der
regelmässigen Kontakte mit den Eltern wichtige Akteure im Projekt. Die allergrösste
Mehrheit der Angebote ist von privaten Institutionen getragen, mehrheitlich von
Non-Profit-Organisationen wie Vereinen. Die allergrösste Mehrheit der Angebote
hat als primäre Sprache schweizerdeutsch/deutsch. In den Begegnungsorten weist
eine Mehrheit der Kinder eine andere Muttersprache als Deutsch auf.
Die aufsuchenden Angebote sind nur teilweise vorhanden –neben der MütterVäterberatung und den Hebammen bieten insbesondere die Heilpädagogische Früherziehung, die Familienhilfe und die aufsuchende Familienbegleitung Entlastungsangebote mit aufsuchendem Charakter.
Treffstrukturen sind eher wenige vorhanden und die bestehenden finden in der Regel in einem zeitlich beschränkten Rahmen oder für eine kleinere Zielgruppe statt.
Die Anzahl der Akteure ist hoch. Die Zuständigkeit für Aufgaben – insbesondere im
Bereich der Bildung und Beratung - liegt teilweise bei der Gemeinde, beim Kanton
oder privaten Trägerschaften mit kantonalem Auftrag.
Aufgrund einer ersten Einschätzung zeigt sich, dass die Stadt Zug über ein vielfältiges Angebot verfügt, das jedoch wenig koordiniert und nicht für alle Familien g leich
zugänglich ist. Von Seiten der Akteure werden eine ungesicherte Finanzlage, ungesicherte Räumlichkeiten und Unterstützungsbedarf bei der Weiterbildung und der
Qualitätsarbeit sowie die Stärkung der Elternarbeit als Entwicklungsfelder genannt.
Im Rahmen der anschliessenden Konzeptphase werden auf Basis dieser Erkenntnisse
und unter Einbezug der Akteure mögliche Handlungsfelder definiert und priorisiert.
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2
Ausgangslage: Gründe für eine Situationsanalyse der
frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung in der
Stadt Zug
2.1
Allgemeine Überlegungen zur Bedeutung der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung
In der frühen Kindheit werden wichtige Weichen für die weiterführende Entwic klung von kognitiven und sozialen Fähigkeiten gestellt. Dabei spielen ein anregendes
Umfeld und die Qualität der Betreuung der Kinder eine entscheidende Rolle.
Der Begriff der frühkindlichen Bildung bezieht sich auf die individuellen Bildung sprozesse des Kindes. Er umfasst die Aneignungstätigkeit des Kindes, sich ein Bild von
der Welt zu konstruieren. „Bildung‚ wird in diesem Sinne als Beitrag des Kindes für
seine Entwicklung verstanden.‚Erziehung‚ und „Betreuung‚ sind die Beiträge der
Erwachsenen zur Bildungs- und Entwicklungsförderung von Kindern. „Erziehung‚
bezeichnet das Gestalten einer sozialen, räumlichen und materiellen Umwelt des
Kindes, sowie der Beziehungsgestaltung und die Art und Weise der sozialen Intera ktionen. „Betreuung‚ meint die soziale Unterstützung, die Versorgung und die Pflege
der Kinder, die emotionale Zuwendung, den Schutz vor Gefahren sowie den Aufbau
von wichtigen persönlichen Beziehungen (Wustmann/Simoni, 2012: 22).
Die Schweizerische UNESCO-Kommission betrachtet die frühkindliche Bildung insbesondere „als Schlüsselfaktor für den späteren Lern- und Lebenserfolg‚, da sie dazu
beiträgt ungleiche Startchancen auszugleichen. Eine wirkungsvolle frühkindliche
Bildung, Betreuung und Erziehung beginnt deshalb bei der Geburt und dauert bis
zum Eintritt in die Volksschule. Die Angebote und Massnahmen s ind vernetzt und
decken alle Lebenswelten der Kinder ab. Die Eltern-Kind-Beziehung wird gestärkt
und die pädagogische Qualität von Angeboten wird stets weiterentwickelt.
2.2
Aktuelle Ausgangslage in der Stadt Zug
Die Stadt Zug verfügt über eine hohe Standort- und Lebensqualität sowie eine hohe
wirtschaftliche Attraktivität. Sie zählte im Jahr 2012 27‘600 Einwohnerinnen und
Einwohner (2010: 26‘327). 5,5 Prozent davon, nämlich 1‘450 sind Kinder im Alter bis
5,5 Jahre. Im Jahr 2003 hat der Anteil der 1‘196 Kinder an der Gesamtbevölkerung
5,0% betragen. Die Bevölkerung verzeichnete in den letzten zehn Jahren (2000 bis
2010) eine Zunahme von 8,7%. Im stark wachsenden Stadtteil Zug West ist die B evölkerung im gleichen Zeitraum gar um 50% angewachsen. Die Erweiterung der
Wohngebiete im Westen und die rasche Verdichtung des Stadtzentrums haben in
den letzten Jahrzehnten einen beträchtlichen Bedarf an Infrastruktur in allen Bere ichen nach sich gezogen.
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Parallel dazu lassen sich in der Stadt Zug auch Verdrängungsprozesse feststellen. Die
hohen Mietkosten und der Verlust von Wohnraum für Einkommensschwächere führen auch zu Abwanderung aus der Stadt Zug 1.
Im Bereich der familienergänzenden Kinderbetreuung gibt es in der Stadt Zug ein
flächendeckendes, subventioniertes Angebot an Betreuungsplätzen, das in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgebaut wurde.
Im Bereich Beratung und Unterstützung (Eltern, Kind usw.) gibt es diverse Angebote
von verschiedenen Anbietern. Aufgrund der Grösse des Kantons arbeiten Gemeinden
teilweise mit einem gemeinsamen Leistungserbringer oder ist der Kanton für Ang ebotsbereiche zuständig.
2011 hat das Bildungsdepartement einen grösseren Stadtteilentwicklungsprozess im
westlichen Stadtteil von Zug gestartet mit Einbezug der Bevölkerung und diversen
Anbietern bzw. Anspruchsgruppen. Die erarbeiteten Massnahmenvorschläge werden
seit Sommer 2012 umgesetzt oder vertieft geprüft. Dadurch ergeben sich Optionen,
das soziokulturelle Zusammenleben der Wohnbevölkerung gezielt zu stärken.
Das Bildungsdepartement der Stadt Zug startet das Projekt Primokiz unter dem Titel
„Frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung“. Bildung wird dabei als Beitrag
des Kindes zu seiner Entwicklung verstanden. Bildung im Frühbereich findet im Alltag statt, geht von der Perspektive des Kindes aus und knüpft an seinen Interessen
an und ermöglicht ihm mit allen Sinnen die Welt zu entdecken. Betreuung und Erziehung umfassen als Beitrag der Erwachsenen die tägliche Versorgung der Grundbedürfnisse des Kindes und die Entwicklung des sozialen Umfelds und der Gestaltung einer anregungsreichen Umwelt.
Die Familie wird als erster Ort der frühkindlichen Förderung verstanden. Die famil ienergänzenden Angebote (Kindertagesstätten, Tagesfamilie) können als zweite Lebenswelt des Kindes betrachten werden. Die familienunterstützenden Angebote
(Spielgruppe, Mütter-Väterberatung, Elternbildung, Erziehungsberatung, Treffpunkte) sind weitere bedeutsame Dienstleistungen für die gelingende Entwicklung des
Kindes.
Als erste Zielgruppe werden im Projekt die Kinder im Vorschulalter im Alter von 0
bis 5,5 Jahre definiert. Dies schliesst die Kinder bis und mit dem ersten freiwilligen
Kindergartenjahr mit ein. Die Übergangsprozesse in das Schulsystem sind im Projekt
ebenfalls zu betrachten. Das zweite, obligatorische Kindergartenjahr wird bereits
dem Schulalter zugerechnet.
Damit alle Kinder in ihrem Lern- und Entwicklungsprozess unterstützt werden können, ist die pädagogische, gesundheitliche und soziale Unterstützung innerhalb und
ausserhalb ihrer Familie zentral. Das integrale Zusammenwirken aller Institutionen
im Bereich von Bildung, Betreuung und Erziehung ist notwendig und die Qualität sentwicklung der beteiligten Institutionen ist wichtig.
1
Flury, Die Stadt Zug als Nährboden für Gentrifizierung (2011)
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Für das Programm primokiz hat die Stadt Zug folgende Ziele im Bereich der frü hkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung definiert:
Lücken im Angebot wahrnehmen und entsprechende Massnahmen planen
Zugänglichkeit für alle Eltern und Kinder gewähren, insbesonder e solche, die
auf Bring-Strukturen angewiesen sind.
Gezieltes Erreichen von Familien und Kinder mit besonderem Bedarf
Sicherung von Information/Beratung für alle Eltern
Vernetzung der Akteure und Abstimmung ihrer Ressourcen und Programme
und in diesem Sinne: Weiterentwicklung des Angebotsnetzes in Zug
Sicherstellung der Finanzen
In der Stadt Zug fehlt eine Gesamtbetrachtung der Angebote in der frühen Kindheit.
Die Stadt Zug geht davon aus, dass die Förderung von Kindern ab Geburt von zentraler Bedeutung ist in Bezug auf die Prävention von späteren, teuren Massnahmen
im Schulalter. Frühe Förderung ermöglicht dabei auch eine Chancengleichheit der
Kinder im Bereich der sozialen und kulturellen Integration. Ein grosses Anliegen ist
es, den Bedarf von jungen Familien und ihren Kindern zu kennen und die Zusammenarbeit der Akteure zu stärken und dadurch den Bereich der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung wirkungsvoll unterstützen zu können.
Das Bildungsdepartement plant aufgrund der Situationsanalyse in einer zweiten Projektphase ein Konzept zu erarbeiten, dass der Stadt Zug eine fundierte Basis bietet,
um eine bedarfsgerechte Weiterentwicklung der frühkindlichen Bildungs - und
Betreuungsangebote zu gewährleisten.
3
Rechtliche Grundlagen
Die rechtlichen Grundlagen werden sowohl auf internationaler als auch nationaler
Ebene dargelegt. Von Bedeutung sind insbesondere die kantonale n sowie die kommunalen Bestimmungen, Richtlinien und Verordnungen zur Ausgestaltung frühkindlicher Angebote.
3.1
Internationale rechtliche Grundlagen und Bestimmungen für die
frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung
Die Konvention der Vereinten Nationen über die Rechte des Kindes aus dem Jahr
1989 legen eine erste Grundlage für ein Verständnis des bildungsorientierten De nkens und Handelns und damit auch zu einem Diskurs zur frühkindlichen Bildung. Die
Konvention über die Rechte des Kindes sind in der Schweiz seit 1997 in Kraft 2.
Das Kinderrechtsgebäude ruht auf drei inhaltlichen Pfeilern, nämlich dem Recht auf
Schutz, dem Recht auf Förderung und dem Recht auf Partizipation des Kindes.
2
http://www.unicef.ch/de/information/publikationen/kinderrechte/
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Die Artikel 18, 28, 29 und 31 befassen sich insbesondere mit den Aspekten Bildung,
Betreuung und Erziehung (vgl. Wustmann/Simoni 2012:34). Der Staat ist verpflichtet,
die Eltern bei der Erziehung des Kindes zu unterstützen. Er soll u.a. Kindern berufstätiger Eltern die Nutzung von familienergänzenden Bildungs- und Betreuungseinrichtungen mit einer guten Qualität ermöglichen. Explizit erwähnt ist das Recht jeden Kindes auf Bildung, die Förderung der Persönlichkeitsentwicklung des Kindes als
Bildungsziel sowie das Recht des Kindes auf Freizeit und Spiel und die Beteiligung
am kulturellen Leben.
Abbildung 1: Das Gebäude der Kinderrechte (Quelle: www.unicef.ch )
Das Kindeswohl ist in allen Angelegenheiten, die das Kind betreffen, prioritär zu
berücksichtigen. Die Wahrung der Kinderrechte – explizit auch die Information über
die Rechte und die Unterstützung bei der Ausübung – obliegt den Eltern bzw. den
Inhabern der elterlichen Sorge und dem Staat.
3.2
Nationale rechtliche Grundlagen
Die Schweizerische Bundesverfassung vom 18. April 1999 hält in Art. 11 Abs. 1 fest,
dass Kinder und Jugendliche Anspruch auf besonderen Schutz ihrer Unversehrtheit
und auf Förderung ihrer Entwicklung haben 3.
Das Schweizerische Zivilgesetzbuch konkretisiert insbesondere im Teil Familienrecht
die Rechte der Kinder (z.B. das Recht auf Anhörung, auf einen eigenen Willen und
3
http://www.admin.ch/ch/d/sr/101/a11.html
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eine eigene Rechtsvertretung) sowie die Rechte und Pflichten ihrer Eltern und des
Staates.
Wichtige Bestimmungen für die Betreuung von Kindern ausserhalb ihrer Kernfamilie
enthält die aus dem Jahre 1977 stammende Pflegekinderverordnung (PAVO), die
eidgenössische Verordnung über die Aufnahme von Kindern zur Pflege und zur
Adoption vom 19. Oktober 1977 (PAVO; SR 211.222.338). Die Verordnung regelt Aufsicht und Bewilligungspflicht für die Aufnahme von Kindern in Heimen, bei Pflegefamilien sowie auch in Kindertagesstätten und bei Tagesfamilien. 4.
Eine zweite Teilrevision der PAVO ist abgeschlossen und per 1.1.2013 eingeführt
worden. Der Kinderbetreuungsbereich wurde darin nicht neu geregelt .
Im Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer (SR 142.20 AuG) sind im
Art. 53 die Förderung der Integration geregelt. Darin werden die Schaffung von
günstigen Rahmenbedingungen für Chancengleichheit und Teilhabe der ausländischen
Bevölkerung, die Förderung des Spracherwerbs und der Gesundheitsvorsorge, sowie die
Anliegen bei der Integration von Frauen und Kindern erwähnt.
3.3
Kantonale und kommunale Rechtsgrundlagen
Es bestehen diverse Rechtsgrundlagen auf kantonaler und kommunaler Ebene. Die
Übersicht zeigt die wichtigsten Regelungen für die frühkindliche Bildung, Betreuung
und Erziehung.
Ebene
Gesetzesnummer
Gesetzesartikel
Inhalt
Kanton
BGS 213.4: § 1 Abs. 2: Integration, Chancengleichheit und
Förderung der Entwicklung als
Zweck der familienergänzenden
Kinderbetreuung, § 3 Abs. 2:
Weiterentwicklung der Qualitätsanforderungen als kantonale Aufgabe, § 6: Beiträge der
Erziehungsberechtigten
Kantonales Gesetz über die familienergänzende Kinderbetreuung vom 29.
September 2005 (Stand 1. Januar
2013)
Rechtliche Grundlagen für die
pädagogische Qualität von
Spielgruppen und Kindertagesstätten und für die Förderung
von Sprachkenntnissen
Kanton
BGS 213.42 - A1
Anhang zur Kantonalen Verordnung
zum Gesetz über die familienergänzende Kinderbetreuung vom 14. November 2006 (Stand 1. Januar 2013)
Qualitätsanforderungen
Kanton
BGS 861.4 vom 16.12.1982
(Stand 1.1.2011): §§ 14, 15:
Persönliche Hilfe, § 34: Jugendförderung und Jugendschutz, § 37: Beiträge des
Kantons an Institutionen im
Kanton
Gesetz über die Sozialhilfe
Rechtliche Grundlagen für
Zielgruppenerreichung der
Informations- und Beratungsangebote
Kanton
Art. 171 ZGB: Ehe- und Familienberatung
Ehe- und Familienberatung
Rechtliche Grundlagen für
Zielgruppenerreichung der
Informations- und Beratungsangebote
4
http://www.admin.ch/ch/d/sr/c211_222_338.html
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Kanton
Art. 37 Heilpädagogische Früherziehung
412.11 Schulgesetz vom 27.9.2990
Förderung von Kindern, Beratung von Erziehungsberechtigten
Kanton
BGS 834.25
Unterstützung von Institutionen zur
Gesetzliche Grundlage zur
Betreuung ausländischer Arbeitskräfte Unterstützung Migrativom 30. April 2007
on/Integration
Kommunal
GGR Beschluss Nr. 1555 vom
26. September 2011
Reglement über die familienergänzende Kinderbetreuung von Kindern
der Stadt Zug
Organisation und Finanzierung
der von der Stadt Zug anerkannten oder selber betriebenen Einrichtungen der Kinderbetreuung
Kommunal
SR 8. September 1999
Kriterien für die Erteilung einer Betriebsbewilligung für Tageseinrichtungen zur Kinderbetreuung in der Stadt
Zug
Kriterien für Betriebsbewilligung
Kommunal
SR 2. November 2001
Kriterien für die Anerkennung von
Spielgruppen in der Stadt Zug
Anerkennungskriterien für
Spielgruppen
Tabelle 1: Kantonale und kommunale Rechtsgrundlagen
Im August 2013 hat der Regierungsrat des Kantons Zug das Konzept Frühkindliche
Bildung, Betreuung und Erziehung im Kanton Zug verabschiedet. Es ist strategisch
ausgerichtet und bildet einen Handlungsrahmen für das Engagement des Kantons in
den nächsten drei bis fünf Jahren. Die Situation von benachteiligten Kindern und
ihren Familien nimmt aufgrund der Legislaturziele 2010 – 2014 einen wichtigen Stellenwert ein. Das Konzept definiert insbesondere die Ausgangslage und den Handlungsbedarf, die Handlungsfelder und Leitlinien sowie das Vorgehen für die nächsten Entwicklungsschritte.
Am 22. September 2013 fand im Kanton Zug die kantonale Volksabstimmung zum
Gesetz über die Integration der Migrationsbevölkerung (Integrationsgesetz) statt.
Das Integrationsgesetz wurde von der Bevölkerung abgelehnt. Dadurch wurde ve rhindert, die Verantwortlichkeit der Integrationsförderung zwischen Kanton und
Gemeinden abschliessend zu regeln. Im Kanton Zug bleiben vorerst verschiedene
Fragen der Zuständigkeiten und der Aufgabenteilung zwischen Gemeinden und
Kanton ungeklärt.
4
Fachliche Grundlagen der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung
Im folgenden Kapitel werden die fachlichen Grundlagen zur frühkindlichen Bildung,
Betreuung und Erziehung des Modells Primokiz vorgestellt. Es vermittelt eine Gesamtschau über die grundlegenden nationalen und internationalen Studien, Analysen und Empfehlungen sowie aktuelle Forschungsberichte. Die Angaben sind den
Unterlagen der Jacobs Foundation entnommen.
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4.1
Modell Primokiz
Das Modell Primokiz beinhaltet ein integriertes Modell frühkindlicher Bildung,
Betreuung und Erziehung. Es dient als fachliche Arbeitsgrundlage im gleichnamigen
Programm der Jacobs Stiftung 5.
Das Modell Primokiz versteht eine Politik der frühen Kindheit, die jedem Kind mö glichst gleiche Chancen eröffnen und alle Kinder in ihrer Entwi cklung fördern will, als
gemeinsame Aufgabe des Bildungs-, Gesundheits- und Sozialsystems. Sie bilden die
tragenden Säulen einer umfassende frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erzi ehung.
Das Modell postuliert ferner, dass sich eine Politik der frühen Kindheit über familienund kinderfreundliche Rahmenbedingungen für alle bis hin zum Schutz des einzelnen Kindes erstreckt. Bedürfnisgerechte Leistungen für alle Kinder und Eltern, für
bestimmte Gruppen von Kindern und Eltern sowie für individuelle Kinder u nd Familien lassen sich in diesem Rahmen verorten. Familienpolitische und integrationspol itische Massnahmen bilden den Kitt zwischen den verschiedenen Ebenen.
Abbildung 2: Modell Primokiz (Jacobs Foundation 2012)
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Damit nicht Kinder und Familien durch die Maschen fallen, setzt das Modell Primokiz
ferner auf vertikale und horizontale Kohärenz. Gemeint ist damit erstens die A bstimmung von Leistungen und Strukturen für Kinder einer bestimmten Altersgruppe
und zweitens die Gestaltung von Übergängen von der Geburt bis zum Schuleintritt.
Eine Politik der frühen Kindheit nimmt auch Angebote und Strukturen in den Blick,
die sich nicht prioritär um den Frühbereich kümmern, also beispielsweise die Sozia lhilfe und die Schule.
4.2
Internationale Analysen und Empfehlungen
Die OECD (20016, 2006)7 empfiehlt (aufgrund ihrer Analysen im europäischen Vergleich) für die Weiterentwicklung der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung folgende Aspekte verstärkt zu berücksichtigen:
a) Betreuungs- und Bildungsangebote für Kinder im Vorschulalter
b) Unterstützungsmöglichkeiten von Familien
c) Qualitätsentwicklung
d) Vernetzung der beteiligten Institutionen.
Eine deutsche Zusammenfassung der OECD Empfehlung findet sich unter:
www.oecd.org/edu/preschoolandschool/37519496.pdf
Das Euridice Netz8 veröffentlicht 20099 einen Bericht zum Frühbereich mit dem Fokus
auf die Chancen(un)gleichheit:
ecea.ec.europa.eu/education/eurydice/documents/thematic_reports/098DE.pdf
Die UNICEF publiziert 200810 einen Vergleich zur frühkindlichen familienergänzenden Betreuung, der verschiedene ökonomisch gut situierte Länder einbezieht. Der
Vergleich attestiert der Schweiz nur gerade in drei von 10 Bereichen einen guten
Status, nämlich bezüglich Kinderarmut, bezüglich des Anteils ausgebildeten Pers onals und bezüglich des Zahlenverhältnisses Erziehende/betreute Kinder. Die Bereiche
mit ungenügendem Status sind: die Elternzeit im ersten Jahr nach Geburt mit 50%Gehalt, eine Nationale Strategie mit Priorisierung der benachteiligten Kindern, subventionierte Kinderbetreuungsangebote für 25% der unter-3jährigen Kinder, frühkindliche Bildungsangebote für 80% der 4jährigen Kinder, 50% der Betreuungspe rsonen in der frühkindlichen Bildung mit Tertiärausbildung, sowie Kinder-Gesundheitsdienste in guter Reichweite.
www.unicef-irc.org/publications/pdf/rc8_eng.pdf
6
7
OECD (2001). Starting Strong I: Early childhood education and care. Paris: Organisation for Economic Co-operation and Development.
OECD (2006). Starting Strong II: Early childhood education and care. Paris: Organisation for Economic Co-operation and Development.
8
http://www.edk.ch/dyn/12961.php
Eurydice-Netz (2009). Frühkindliche Betreuung, Bildung und Erziehung in Europa: ein Mittel zur Verringerung sozialer und kultureller
Ungleichheiten, Europäische Union.
10
UNICEF (2008). The child care transition. A league table of early childhood education and care in economically advanced countries.
Florence: UNICEF Innocenti Research Centre.
9
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4.3
Nationale Expertisen und Empfehlungen
In der Schweiz hat sich vorab die Eidgenössische Koordinationskommission für Familienfragen EKFF 200811 und 200912 mit zwei Publikationen zur Bedeutung und zur
Weiterentwicklung der frühen familienergänzenden Betreuung geäussert. Die EKFF
fordert ein ganzheitliches Bildungsverständnis sowie eine angemessene Berücksic htigung und Professionalisierung des Frühbereichs.
Die Schweizerische UNESCO-Kommission hat die folgenden fünf Empfehlungen 13 basierend auf einer von der UNESCO-Kommission in Auftrag gegebenen Grundlagenstudie14 formuliert:
1. Die Familie muss gestärkt werden, damit sie ihre Potenziale realisieren kann.
2. Familienergänzende Betreuungsangebote müssen zu Bildungsorten werden.
3. Forschung und Lehre zu frühkindlicher Bildung in der Schweiz sind markant
auszubauen.
4. Eine Neubeurteilung der politischen Zuständigkeiten für die frühkindliche
Bildung ist notwendig, weil es um mehr geht als um reine Sozialpolitik.
5. Es braucht mehr Investitionen in die frühkindliche Bildung, Betreuung und E rziehung.
Die Eidgenössische Kommission für Migrationsfragen EKM kommt aufgrund einer
Analyse15 zu ähnlichen Schlüssen wie die EKFF und die Schweizerische UNESCOKommission. Die EKM empfiehlt Verbesserungen in fünf Bereichen 16:
1. Politik: Dialog und Vernetzung auf lokaler und nationaler Ebene
2. Zielgruppen: Zugang für alle Eltern mit Kindern im Vorkindergartenalter zu
Angeboten der Frühförderung
3. Angebot: Koordinierte Weiterentwicklung und zielgerichteter Ausbau des B estehenden
4. Ausbildung: Qualifizierung der Aus- und Weiterbildungen
5. Forschung: Intensivierung der Forschung zur Wirkung der Frühförderung
In einem von der Schweizerischen Erziehungsdirektoren Konferenz EDK publizierten
Bericht17 formulieren die Autorinnen in sechs Bereichen Empfehlungen zur Verbess e11
Eidgenössische Koordinationskommission für Familienfragen EKFF (Hrsg.) (2008). Familien, Bildung, Erziehung, Bern.
Eidgenössische Koordinationskommission für Familienfragen EKFF (Hrsg.) (2009). Familien - und schulergänzende
Kinderbetreuung. Eine Bestandesaufnahme der Eidgenössischen Koordinationskommission für Familienfragen
EKFF, Bern.
12
13
Schweizerische UNESCO-Kommission (2009). Damit Kinder früh profitieren können: Forderungen zur Gestaltung
frühkindlicher Bildung in der Schweiz. Medienkonferenz Frühkindliche Bildung in der Schw eiz, 2009.
14
Stamm, M., Reinwand, V., Burger, K., Schmid, K., Viehauser, M. & Muheim, V. (2009). Frühkindliche Bildung in
der Schweiz: Eine Grundlagenstudie im Auftrag der UNESCO-Kommission Schweiz. Fribourg: Universität Fribourg.
15
Schulte-Haller, M. (2009). Frühe Förderung: Forschung, Praxis und Politik im Bereich der Frühförderung:
Bestandesaufnahme und Handlungsfelder. Eidgenössische Kommission für Migrationsfragen EKM, Bern.
16
Eidgenössische Kommission für Migrationsfragen (Hrsg). (2009). Frühförderung. Empfehlungen der
Eidgenössischen Kommission für Migrationsfragen EKM.
17
Moret, J. & Fibbi, R. (2010). Kinder mit Migrationshintergrund von 0 bis 6 Jahren: wie können Eltern
partizipieren? Schriftenreihe der EDK «studien + berichte»
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rung der Partizipation von Eltern von Kindern bis 6 Jahren und berichten zu jedem
der Bereiche über gute Umsetzungsbeispiele in der Praxis:
edudoc.ch/record/39051/files/StuB31A.pdf
Die Städteinitiative Sozialpolitik stellt in einem Papier mit Thesen und Forderungen
zur frühen Förderung explizit die Förderung bestimmter Gruppen von Kindern und
Familien in einen Gesamtkontext.
staedteinitiative.ch/de/Info/Positionen/Positionen
Die Thesen der Städteinitiative lauten im Einzelnen:
Frühförderung legt die Basis für faire Chancen in Schule und Berufswelt.
Frühförderung muss von der öffentlichen Hand gesteuert und gesellschaftlich
und politisch breit abgestützt werden.
Benachteiligte Familien werden in der Frühförderung gezielt berücksichtigt und
unterstützt.
Verschiedene Angebote der Frühförderung ergänzen sich und werden miteinander vernetzt.
Kinder brauchen zum Lernen Erfahrungsmöglichkeiten in ihrem alltäglichen Umfeld.
Frühe Förderung ist vor allem dann wirksam, wenn sie kontinuierlich erfolgt.
Kleinkinder werden primär in der Familie gefördert. Sie brauchen darüber hinaus Beziehungen zu anderen Kindern und Erwachsenen.
Sprachförderung ist für alle Kinder, nicht nur für fremdsprachige, zentral.
Fördermassnahmen im Vorschulbereich haben volkswirtschaftlich günstige Ef fekte.
4.4
Programme des Bundes zur Förderung des Frühbereichs
Das Bundesamt für Sozialversicherungen BSV unterstützt unter dem Titel Finanzhilfen für familienergänzende Kinderbetreuung mit einem Impulsprogramm seit 2003
den Auf- und Ausbau familienergänzender Betreuungsstrukturen. Das Impulsprogramm ist in einer Verlängerungsphase, die bis Ende 2015 befristet ist. Informati onen und Unterlagen finden sich unter:
www.bsv.admin.ch/praxis/kinderbetreuung/01153/index.html
Das Bundesamt für Migration BFM und die Eidgenössische Kommission für Migration
EKM haben für die Jahre 2009-2011 unter dem Titel Integrationsförderung im Frühbereich IFB eine gemeinsame Ausschreibung für die Unterstützung von Projekten
lanciert. Zurzeit setzt das Bundesamt für Migration unter dem Titel „Modellvorh aben 2012-2014‚ ein zweites Impulsprogramms zur Integrationsförderung im Frühbereich um. Der Schwerpunkt liegt auf der Qualifizierung des Personals und auf der
Durchführung von Studien.
www.bfm.admin.ch/bfm/de/home/themen/integration/foerderung/spezifisch/sc hwerp
unkteprogramm/modellvorhaben_bfm.html
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Das Programm 2009–2011 des Bundesamtes für Migration zur Integrationsförderung
im Frühbereich ist inzwischen abgeschlossen und ausgewertet. Die Publikation 18
vermittelt interessante ausgewählte Erkenntnisse aus den Projekten, die im Rahmen
des Programms durchgeführt worden sind. Im ersten Teil der Publikation ermögl ichen vier Lerngeschichten anregende und auch überraschende Einblicke in gute Be ispiele der frühen Förderung, insbesondere unter dem Blickwinkel des Einbezugs bestimmter Zielgruppen wie Väter oder Familien mit Migrationshintergrund. Im zwe iten Teil der Publikation werden zentrale Resultate der Evaluation der Projekte da rgestellt.
www.ekm.admin.ch/content/dam/data/ekm/dokumentation/materialien/mat_fruehfo
erderung_d_1.pdf
4.5
Informationsplattformen zum Frühbereich in der Schweiz
In der Schweiz gibt es mehrere Internetseiten, die einen ausgezeichneten Überblick
über Projekte, Konzepte und Grundlagen geben. Sie bieten Medienberichterstattung
und berichten teils über Angebote im Frühbereich, welche für alle interessant sind,
die sich mit der Konzept- und Qualitätsentwicklung im Frühbereich beschäftigen.
Eine Auswahl:
Netzwerk Kinderbetreuung Schweiz: www.netzwerk-kinderbetreuung.ch/ (deutsch
und französisch)
Schweizerische UNESCO-Kommission: www.fruehkindliche-bildung.ch/ (deutsch,
französisch, italienisch)
„Internetplattform Familie und Beruf: Massnahmen der Kantone und Gemeinden‚
der Bundesverwaltung mit Informationen über familienergänzende Betreuung und
familienfreundliche Arbeitsbedingungen:
www.berufundfamilie.admin.ch/informationsplattform (deutsch, französisch, italienisch verfügbar)
ARTIAS, Association romande et tessinoise des institutions d’actions sociale > enfance:
http://www.artias.ch/index.php?option=com_thema&rootid=85&catstr=x&Itemid=171
&pos=0
Revue d’information sociale > petite enfance:
http://www.reiso.org/spip.php?rubrique40
Kindertagesstätten Schweiz KiTaS: http://www.kitas.ch/ (deutsch und französisch verfügbar)
18
Eidgenössische Kommission für Migration (Hrsg.) (2012). Anleitung zu einer erfolgreichen Frühförderung.
Lerngeschichten und Erkenntnisse.
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4.6
Prävention und frühe Förderung
4.6.1
Prävention durch frühe Förderung
Wichtige Grundlagen und Erkenntnisse zur Bedeutung des Frühbereichs für präve ntive Massnahmen sind einer Publikation 19 der Fachhochschule Luzern zu entnehmen,
die im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit erarbeitet werden konnte. Der Bericht zeigt auf, wie präventive Massnahmen verschiedener Bereiche zusammenwi rken können und müssen. Die Publikation bringt Konzepte und Erkenntnisse zur fr ühen Präventions- und Gesundheitsförderung in einen Zusammenhang mit Konzepten
und Erkenntnissen Früher Förderung. Beide Disziplinen beschäftigen sich mit dem
Ziel, gelingende Entwicklung zu unterstützen.
Die Auseinandersetzung mit den Konzepten Prävention und Frühe Förderung rückt
auch die Frage nach der Zielsetzung von Unterstützungsangeboten und Massnahmen ins Blickfeld:
Verhinderung von künftigen gesundheitlichen und sozialen Problemen und
Folgekosten
eine erfolgreiche Schullaufbahn und Berufskarriere mit entsprechender Wer tschöpfung zu ermöglichen
Kindern eine Umwelt bereit zu stellen, die ihr Wohlbefinden und ihre Entwicklung gemäss aktuellen Erkenntnissen günstig beeinflusst.
Die verschiedenen Zielsetzungen widersprechen sich nicht. Fachliche Massnahmen
und Investitionen werden jedoch unterschiedlich legitimiert. Der sogenannte Return
of Investment (ROI) ist dabei eine mögliche Begründung, die Rechte des Kindes auf
förderliche Lebensbedingungen eine andere, die sich sinnvoll ergänzen.
4.6.2
Zusammenhang zwischen Gesundheitsverhalten, Befinden + sozialen
Merkmalen
Bezüglich Erkenntnissen zum Zusammenhang zwischen Gesundheitsverhalten, Befinden und sozialen Merkmalen kann auf die so genannte KiGGS Langzeitstudie des
Robert Koch Instituts zur gesundheitlichen Lage von Kindern und Jugendlichen in
Deutschland hingewiesen werden: http://www.kiggs-studie.de/
Eine umfassende Publikation 20 zur KiGGS Studie beschäftigt sich u.a. auch mit Erhebungen und Analysen für das frühe Kindesalter von 0 bis 6 Jahren (0-2 Jahre: N=
1389, 3-6 Jahre: N= 1925). Berücksichtigt werden in den Analysen zur Gesundheit, zu
Wohlbefinden und zum Gesundheitsverhalten der Kinder die soziale Lage, die Fam iliensituation, der Status mit/ohne Migration, die Wohn- und Umweltbedingungen.
Die Analysen zeigen vielfältige Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Aspekten. Die Untersuchung bestätigt sowohl die Bedeutung der Familie wie der Rahme n19
Hafen, Martin (2012). Better Together. Prävention durch Frühe Förderung. Präventionstheoretische Verortung der Förderung von Kindern
von 0-4 Jahren. Schlussbericht zu Handen des Bundesamtes für Gesundheit.
http://www.bag.admin.ch/jugendprogramme/10047/10049/index.html
20
Robert Koch Institut (Hrsg.) (2009). Lebensphasenspezifische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in
Deutschland. Ergebnisse des Nationalen Kinder- und Jugendsurveys .
www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Gesundheitsberichterstattung/GBEDownloadsB/KiGGS_SVR.pdf?__b
lob=publicationFile
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bedingungen des Aufwachsens im Hinblick auf die Gesundheit und das Wohlbefi nden der Kinder.
Im Folgenden werden einige ausgewählte Ergebnisse für die 0 - 6jährigen Kinder aus
dem genannten Bericht dargestellt:
In der Schwangerschaft rauchen Mütter mit einem tiefen sozialen Status mehr,
Mütter mit einem hohen sozialen Status konsumieren mehr Alkohol (S. 79).
Der Anteil übergewichtiger Kinder ist bei Familien mit einem tiefen sozialen St atus höher als bei Familien mit einem hohen sozialen Status (S. 85).
Eine ADHS Diagnose haben 2,8% der Kinder mit einem niederen sozialen Status
der Familie, gegenüber 0,9% von Kindern aus Familien mit einem hohen Sozialstatus. Dies ist ein ähnlich hoher Unterschied wie zwischen Knaben (2,4%) und
Mädchen (0,6%). Der Migrationsstatus hingegen korreliert nicht mit Aufmerksamkeitsstörungen (S. 88).
Bei 0 bis 2 Jährigen zeigt sich bezüglich des regelmässigen Gebrauchs des Kindes
von Saugerflaschen mit Süssgetränken ein Anteil von 12,6% bei tiefem und 7,3%
bei hohem Sozialstatus der Familie. Mit und ohne Migrationsstatus betragen die
Werte 11,0% resp. 8,6 % (S. 99).
Das Wohlbefinden der Kinder wird in sechs Skalen abgebildet. Vier davon steigen bei einem höheren sozialen Status: körperliches und psychisches Wohlbefinden, Selbstwert und Wohlbefinden in der Vorschule/im Kindergarten. Das Wohlbefinden der Familie fällt hingegen mit steigendem Sozialstatus ab. Die 3 bis 6
Jährigen ohne Migrationshintergrund erreichen höhere Skalenwerte beim
Selbstwert sowie beim Wohlbefinden in den Bereichen Freunde und Vorsch ule/Kindergarten als die Vergleichsgruppe mit Migrationshintergrund. Mädchen
ohne Migrationshintergrund, nicht hingegen Jungen, zeigen ein höheres generelles Wohlbefinden als mit Migrationshintergrund. Für die gesamte Gruppe der
Kinder mit Migrationshintergrund wird jedoch von einem signifikant höheren
Wohlbefinden in der Familie berichtet als für Familien ohne Migrationshintergrund (S. 90/91).
Zahlreiche Ergebnisse der KiGGS Studie zeigen, dass die Frage nach dem Zusamme nspiel bestimmter Merkmale nicht pauschal beantwortet werden kann. Insbesondere
ist ein bedachter Umgang mit den Kriterien „Migration‚ und „soziale Benachteiligung‚ geboten.
4.6.3
Die Bedeutung sozialer Solidarität
Eine Studie21, die Merkmale zur körperlichen Gesundheit, zur Lebenserwartung, zu
sozialen Fertigkeiten wie dem Lesen und zur Kriminalitätsrate mit ökonomischen
Merkmalen von Ländern und Regionen vergleicht, hat bemerkenswerte Erkenntnisse
zur Bedeutung sozialer Solidarität zu Tage gebracht: Für das Befinden der Bevölk erung und für den Zustand von Gemeinschaften hochentwickelter Gesellschaften e r-
21
Wilkinson, R. & Pickett, K. (2009) The Spirit Level: Why More Equal Societies Almost Always Do Better. London.
(Deutsch: Gleichheit ist Glück: Warum gerechte Gesellschaften für alle besser sind.)
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wies sich nicht der Reichtum eines Landes, sondern dessen Verteilung als entscheidend. Wenn die Ungleichheit in einem Land abnimmt, sinkt beispielsweise die Kr iminalität. Ausserdem profitieren nicht nur die Armen sondern auch die Reichen von
mehr sozialer Gerechtigkeit, was sich etwa in einer besseren Gesundheit und einer
steigenden Lebenserwartung zeigt.
4.7
Ausgewählte wissenschaftlich-fachliche Erkenntnisse
4.7.1
Vernetzung von Angeboten und Zugängen
4.7.1.1 Finnland und England
Finnland und England gelten für ihren konsequenten Einbezug der Gesundheitsförderung im Frühbereich als vorbildlich. In beiden Ländern beruht der Erfolg auf der
Weiterentwicklung bewährter Konzepte, in denen die Angebote der Gesundheit sförderungen in der Bevölkerung eine hohe Akzeptanz und Nutzung haben.
In Finnland gibt es die „Neuvolas‚, welche vom Staat und den Gemeinden getragen
werden und eine Basisvorsorge für Schwangere und Kleinkinder bis zu 6 Jahren a nbieten. Die Vorsorgeuntersuchungen werden von fast allen Müttern und Kindern
genutzt (99%). Wohlbefinden und Gesundheit der Kinder haben in Finnland eine
grosse Bedeutung. Kinder mit Behinderungen werden soweit wie möglich in Regeleinrichtungen integriert. Der Begriff „Risikokinder‚ wird grundsätzlich nicht ve rwendet. Multilinguale und interkulturelle Ansätze in der frühkindlichen Bildung,
Betreuung und Erziehung sollen zudem kulturelle Identitäten und kulturelles B ewusstsein stärken (vgl. Oberhuemer, 2010, S. 117). Das könnte ein Schlüssel für die
gesellschaftsweit durchgängig hohe Akzeptanz der Angebote bei werdenden Müttern und jungen Familien sein. Die „Neuvolas‚ bieten ein Präventionsangebot (Frü herkennung von Störungen in der Schwangerschaft, Früherkennung von Entwic klungsproblemen bei Kindern). Es wird ein breites Spektrum an medizinischen Hilfe n
angeboten: Es gibt 11 bis 15 Vorsorgeuntersuchungen während der Schwange rschaft, Elternvorbereitungskurse sowie eine Begleitung des Kindes und Gesundheit suntersuchungen bis zum Beginn der Schule mit 6 Jahren. Danach wird diese Aufgabe
von einer School Health Nurse weitergeführt. In den „Neuvolas‚ arbeiten „Public
Health Nurses‚, Hebammen und Ärzte, „Family Workers‚ und Spezialdienste. Alle
Dienstleistungen sind für die Familien kostenfrei. Ebenfalls kostenfrei ist ein Mutte rschaftspaket mit allen Dingen, die für die ersten Monate eines Neugeborenen benötigt werden und helfen, es gut zu betreuen.
In England sind es die „Sure Start Children`s and Family Centres‚, die die Gesundheitsförderung und –versorgung integrieren und Angebote wie Mütter- und Väterberatungen (Child Health Clinic), Schwangerschaftsberatungen (Antenatal Clinic) zur
Verbesserung der Gesundheit von Schwangeren und die Gesundheits - und Entwicklungsförderung von Kleinkindern anbieten. Als spezielle Programme für Familien mit
einem besonderen Bedarf gibt es neben der o.g. integralen Gesundheitsförderung
weitere zusätzliche Massnahmen, wie z.B. das „Parent Child Empowerment Pr o-
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gram‚. Hier werden Familien von einer Hebamme oder „Public Health Nurse‚ vor
und nach der Geburt besucht und betreut (bei Bedarf bis zum 12. Lebensmonat des
Kindes einmal monatlich).
4.7.1.2 Familienzentren in Deutschland
In Deutschland kommt der Entwicklung von Familienzentren für die Integration verschiedener Ziele der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung zurzeit e ine
Schlüsselposition zu. Sie werden zu zentralen Bestandteilen der kommunalen Kinder und Jugendhilfeplanung. Familienzentren, teilweise auch Kinder- und Familienzentren bzw. Eltern-Kind-Zentren genannt, stellen für Kinder und Eltern leicht zugängliche Angebote zur individuellen Unterstützung und Förderung bereit. Im Mittelpunkt
der Entstehung eines Familienzentrums steht in der Regel eine Kindertageseinric htung, die mit eigenen erweiterten Angeboten sowie mittels Kooperation und Ve rnetzung eine breite Palette von Angeboten der FBBE für Familien im regionalen Umfeld der Kita schafft. Neben dem Bildungsangebot für Kinder werden familienunte rstützende Dienstleistungen in einem integrierten Konzept angeboten. Ein Familie nzentrum stellt ein niederschwellig erreichbares, dezentrales Netzwerk für Eltern und
Kinder dar. Das Zentrum soll darüber hinaus eine generelle Öffnung als Sozialraum
(Sprach-, Bewegungs- und Schwangerschaftskurse, Kreativ-Angebote) bieten. Von
der Uni Bielefeld wurden von 2006 bis 2008, unter der Leitung der Professorin Sabine Andresen, die ersten Familienzentrumsgründungen in Bielefeld (Bundesland
NRW) begleitet und u.a. eine Elternbefragung zu den Bedürfnissen der Eltern durc hgeführt22. Die Schwerpunkte der Befragung lagen auf der Art der Angebote eines
Familienzentrums, den Öffnungszeiten und der Zusammenarbeit zwischen Eltern
und der Einrichtung. Ein wichtiges Ergebnis war, dass Eltern mit geringerem Bildungsstatus Eltern- und Bildungsangeboten mehr Bedeutung beimessen als Eltern
mit einem höheren Bildungsstatus. Es wurde in der Auswertung der Ergebnisse kritisch hinterfragt, ob die Angebote, die bisher den Eltern angeboten werden, sich zu
stark an den bildungsnahen Eltern orientieren und somit die bildungsfernen Schic hten nicht gut erreicht werden. Ebenfalls wurde die Frage aufgeworfen, inwieweit
Eltern mit den Elternbildungsangeboten nicht suggeriert wird, sie könnten alle fam iliären Probleme lösen, wenn sie sich nur richtig verhalten und die richtigen Elter nschulungen mitmachen. Ebenfalls wurde kritisch angemerkt, dass die Leiterinnen von
Kindertagesstätten für den Umfang und die Qualität der Kooperationsaufgaben
nicht genügend ausgebildet sind und zudem zu wenige Ressourcen zur Verfügung
gestellt werden.
4.7.1.3 Kombinierte Massnahmen (Projekt Primano, Stadt Bern)
Auf eine Kombination von Massnahmen zur frühen Förderung von Kindern aus soz ial benachteiligten Familien setzt auch das Programm Primano (www.primano.ch) der
Stadt Bern. Unterstützt werden Eltern (Hausbesuchsprogramm) sowie der Zugang zu
22
www.uni-bielefeld.de/erziehungswissenschaft//ag1/Dokumente/Abschlussbericht_Endfassung.pdf
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Kitas und Spielgruppen, die sich gezielt mit ihrer Qualitätsentwicklung beschäftigen
und das Personal entsprechend der Zielsetzungen schulen. Im Zwischenbericht vom
September 2011 sind die Erfahrungen der Projektphase 2007 bis 2010 dargestellt.
Die ersten Ergebnisse der Evaluation 23 zeigen, dass das Bündel von Frühfördermassnahmen die Entwicklung der Kinder positiv zu unterstützen vermag. Der Erfolg b asiert auf der Ermöglichung grundlegender, guter Lernvoraussetzungen für die Kinder. Das Projekt Primano vermag überdies auch die Eltern der Kinder zu stärken.
Wichtige Erfolgsfaktoren sind:
Der Zugang zu den Angeboten.
Die Stärkung der Eltern (ihnen respektvoll begegnen, sie informieren und mobilisieren).
Kindern entwicklungsförderliche Erfahrungen ermöglichen, mit qualitativ guten
Angeboten und einer ausreichenden Zeitspanne im Förderangebot.
Eine Zweiphasenstrategie der Sprachförderung; Förderung der Muttersprache in
frühen Angeboten und Förderung der deutschen Sprache mindestens ein Jahr
vor dem Kindergarteneintritt.
Ein kinder- und entwicklungsfreundliches Wohnumfeld unterstützt die Förderbestrebungen, das Potential besteht in der Vernetzung, in der Gemeinwesenarbeit
und in Beteiligungsgremien.
4.7.1.4 Interventionen zur Stärkung von Elternkompetenzen (Projekt Zeppelin)
In der deutschsprachigen Schweiz ist die seit langem bestens etablierte und g eschätzte Mütter- und Väter-Beratung ein Beispiel dafür, wie ausgehend von der Gesundheitsprävention in der frühsten Kindheit ein Angebot zu einem Kristallisation spunkt für die Unterstützung einer gelingenden Entwicklung von Kindern und Fam ilien werden kann. An vielen Orten der Deutschschweiz bietet die Mütter- und Väterberatung neben Unterstützung bei der Pflege und Betreuung des Säuglings Erziehungsberatung bis zum Schuleintritt des Kindes an. Sie kombiniert insbesondere
in der ersten Zeit nach der Geburt aufsuchende und institutionsbasierte Leistungen.
Zudem übernimmt sie eine wichtige Funktion in der Triage der Familien zu anderen
Angeboten. Im Projekt Zeppelin der Hochschule für Heilpädagogik (www.zeppelinhfh.ch) wird nun erprobt und evaluiert, welche Wirkung gezielte Interventionen der
Mütterberaterin zur Stärkung von Elternkompetenzen bezüglich des Beziehungsau fbaus zum Kind haben können (siehe auch weiter unten zum Thema Hausbesuchsprogramme).
4.7.2
Frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung innerhalb und ausserhalb der Familie
Zum Thema frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung kleiner Kinder innerhalb und ausserhalb der Familie sind mittlerweile differenzierte Erkenntnisse ve r23
Alsaker & Gantenbein, 2011, Institut für Psychologie, Universität Bern
Situationsanalyse Stadt Zug
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fügbar. Sie verweisen darauf, dass der Familie für alle Kinder eine zentrale Bedeutung für die Bildungsbiografie zukommt. Die Qualität der Beziehung und Betreuung
ist im familialen wie im institutionellen Kontext von zentraler Bedeutung. Von den
Möglichkeiten qualitativ guter institutioneller Betreuungsangebote können bereits
kleine Kinder zusätzlich oder kompensatorisch zur Familie profitieren. Dies gilt besonders im Hinblick auf die Chance eines regelmässigen Kontakts mit anderen Ki ndern und im Hinblick auf sprachliche und literale Kompetenzen. Für Kinder aus einer
anregungsarmen Umgebung sind sozial aufmerksam vermittelte, vielfältige Anr egungen, wie sie eine Kita oder eine Spielgruppe bieten können, besonders wertvoll.
Belegt werden durch verschiedene Studien
kompensatorische Effekte einer guten und zeitlich ausreichenden familienergänzenden Betreuung für Kinder aus suboptimalen Familienverhältnissen
ein doppeltes Risiko beim Vorhandensein einer schlechten familialen und instit utionellen Betreuungsqualität und
verlorene Ressourcen, wenn Kinder, die zu Hause förderliche Bedingungen haben, viel Zeit in einer schlechten Betreuungsinstitution verbringen.
Der Orientierungsrahmen für frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung für
die Schweiz richtet sich an die verschiedenen Akteure, die sich mit dem Aufwachsen
kleiner Kinder direkt oder indirekt beschäftigen. Die enthaltenen Aussagen basieren
auf wissenschaftlichen und praktischen Erkenntnissen. www.orientierungsrahmen.ch
(deutsch, französisch, italienisch verfügbar).
Ergebnisse - insbesondere einer grossen Längsschnittstudie24 aus den USA mit über
1000 Kindern – zeigen deutlich, dass eine bedachte zeitliche Abstimmung zwischen
Familie und Kita, die den Bedürfnissen und Kompetenzen eines Kleinkindes, seiner
Eltern und den Erziehenden in der Kita entsprechen, ausgesprochen wichtig ist. Das
Thema Vereinbarkeit spielt auch in dieser Hinsicht eine bedeutsame Rolle. Zum e inen ist für den Aufbau und die Pflege der Beziehung zwischen Eltern und Kind ein
gewisses Mass an Zeit nötig. Zum anderen überfordern sehr lange institutionelle
Betreuungszeiten sowohl einen grossen Teil der Kleinstkinder wie die betreffenden
Institutionen.
Wissenschaftlich fundierte Beiträge, die aktuelle Erkenntnisse zu verschiedenen
Themen rund um die institutionelle Tagesbetreuung vermitteln und Bezüge zur Situation in der Schweiz herstellen, sind im Buch 25 „Frühkindliche Bildung, Betreuung
und Erziehung. Was kann die Schweiz lernen?‚ nachzulesen.
Eine Publikation26 der Deutschsprachigen Gesellschaft für die seelische Gesundheit in
der frühen Kindheit GAIMH beschäftigt sich aus entwicklungspsychologischer und
24
Belsky, Jay et al. (2007). Are there long-term effects of early child care? Child Development, 78, 681-701.
Auf der Hauptseite zur NICHD SECCYD Studie findet sich eine vollständige Liste mit Publikationen zur Studie:
http://www.nichd.nih.gov/research/supported/Pages/seccyd.aspx
25
Stamm, M. & Edelmann, D. (Hrsg.) (2010). Frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung. Was kann die Schweiz lernen? Zürich:
Rüegger.
26
GAIMH (Hrsg.) (2009). Verantwortung für Kinder unter drei Jahren. Empfehlungen der Gesellschaft für Seelische Gesundheit in der
Frühen Kindheit (GAIMH) zur Betreuung von Kleinkindern in Krippen. http://www.gaimh.org/publikationen/betreuung-in-krippen.html
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pädagogischer Sicht mit der Gestaltung von familienergänzender Tagesbetreuu ng
für Kinder unter drei Jahren.
Die erste Nummer der Fachzeitschrift „Frühe Bildung‚ beschäftigt sich mit dem
Thema Professionalisierung von Fachpersonen. Ausgehend von den normativen, i nhaltlichen, strukturellen und institutionellen Veränderungen der familienergänze nden Betreuung in den letzten Jahren wird im Hauptbeitrag 27 diskutiert, welchen Anforderungen die Kleinkindpädagogik heute genügen muss. So sind etwa die indiv iduelle Förderung der einzelnen Kinder allgemein und bezüglich Sprachkompetenzen
oder die Zusammenarbeit mit den Eltern anspruchsvolle Aufgaben einer frühkindl ichen Bildung, Betreuung und Erziehung in der Kita. Aufgrund von wissenschaftl ichen Erkenntnissen und Praxiserfahrungen ist bekannt, welche Merkmale eine zei tgemässe Professionalität in der familienergänzenden Kinderbetreuung ausmachen.
Sie müssen konkretisiert werden und in die Aus- und Weiterbildung der Fachperson
Betreuung und der Institutionsleitung einfliessen.
Die Frage des Returns of Investment (ROI) guter familienergänzender Betreuung
wird eindrücklich durch das Perry Perschool Program 28 beantwortet. 60 afroamerikanische Kinder aus Hochrisikofamilien, die im Rahmen des Programms eine
qualitativ hochwertige familienergänzende Betreuung genossen haben, zeigten bis
weit ins Erwachsenenalter eine sehr günstige Entwicklung bezüglich IQ, Ausbildung,
Sozialhilfebezug und Delikthäufigkeit. Die Autoren geben einen ROI von 16 an, was
bedeutet, dass jeder investierte Dollar 16 Dollar an Einsparungen eingebracht hat.
4.7.3
Frühe Förderung sprachlicher und literaler Kompetenzen
Die Förderung des Erwerbs der Umgebungssprache bei fremdsprachigen Kindern
wird bei vielen aktuellen Initiativen früher Förderung als zentrales Ziel genannt. Den
Kindern soll damit der Einstieg in die Schule erleichtert und eine Basis für eine e rfolgreiche Schullaufbahn gelegt werden. Zur frühen Unterstützung von sprachlichen
und literalen Kompetenzen gibt es mittlerweile eine Reihe fundierter Erkenntnisse.
Sie stammen zum einen aus Forschungsarbeiten und zum anderen aus Praxisproje kten, auch aus der Schweiz. Deutlich zeigt sich, dass die Unterstützung des Erwerbs
sprachlicher Kompetenzen früh über die Familiensprache und falls kompensatorische
Unterstützung nötig ist, sowohl eingebettet in den Alltag des Kindes als auch gezielt
erfolgen sollte. Eltern mit und ohne Migrationshintergrund sollten ermuntert und
bei Bedarf angeleitet werden, mit ihren Kindern von Anfang an im Gespräch zu sein
und die Erzählsprache als Brücke zum Lesen und Schreiben früh zu nutzen. Pädag ogische Fachkräfte sollten über ausreichende Kenntnisse zum Spracherwerb v on Kindern sowie über didaktische wie fachliche Kompetenzen verfügen, um Kinder alltä g-
27
Mischo Ch. & Fröhlich-Gildhoff K. (2011): Professionalisierung und Professionsentwicklung im Bereich frühe Bildung, 4-12.
Schweinhart, L. et al. (2005). Lifetime Effects: The High/Scope Perry Preschool Study Through Age. Ypsilanti, MI 48198: High/Scope
Press.
Zusammenfassung: Schweinhart, L. et al. (2011). The High/Scope Perry Preschool Study through Age 40. Summary, conclusions, and
frequently asked questions. High/Scope Press.
http://www.highscope.org/file/Research/PerryProject/specialsummary_rev2011_02_2.pdf
28
Situationsanalyse Stadt Zug
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lich und gezielt unterstützen zu können.
Über Erfahrungen mit Projekten zur Unterstützung von Familien bei der Vermittlung
literaler Fähigkeiten verfügt das Schweizerische Institut für Kinder- und Jugendmedien SIKJM www.sikjm.ch.
Gespannt sein darf man auf Erfahrungen und Erkenntnisse des Basler Projekts „Mit
ausreichend Deutschkenntnisse in den Kindergarten“ www.edbs.ch/bildung/volksschulen/sprachfoerderung. Das Projekt setzt auf die Schulung von
Fachpersonen des Frühbereichs sowie auf die Verankerung der Sprachförderung im
Alltag der Angebote.
Methoden und Erkenntnisse eines Praxisprojekts der Fachhochschule Nordwestschweiz zur lokal abgestimmten frühen Sprachbildung www.fhnw.ch/ph/zl sind in
den Publikationen29 nachzulesen.
Die vierte Nummer 2012 der Zeitschrift „Frühe Bildung‚ 30 ist dem Schwerpunktthema
„Kompensatorische Sprachförderung‚ gewidmet. In mehreren Beiträgen werden
internationale wissenschaftliche Erkenntnisse dazu dargestellt. Ein Beitrag über
amerikanische Studien zeigt auf, dass mittel- und langfristig dann positive Effekte
früher Sprachförderung zu erwarten sind, wenn die Unterstützung breit angelegt im
Alltag integriert (global) und gleichzeitig intensiv (sprach-spezifisch) erfolgt. Die Metaanalyse weist auch darauf hin, dass die Charakterisierung der Zielgruppe der Programme oft zu schwammig ist, um Effekte sinnvoll interpretieren oder gar vergle ichen zu können. So sagt etwa die Bezeichnung „sozial benachteiligte Familie‚ noch
wenig darüber aus, welche Anregungen ein Kind tatsächlich durch seine Familie erhält und welche nicht. Eine zweite Studie zeigt, dass ein gezieltes Training sprachl icher Fähigkeiten einer nicht standardisierten Förderung nicht überlegen ist. Wichtig
scheint jedoch zu sein, dass die Kinder bei Bedarf früh – vor dem dritten Lebensjahr
– beim Erwerb sprachlicher Kompetenzen unterstützt werden. Eine dritte Studie
zeigt, dass v.a. Kinder mit tiefen Ausgangswerten von einem gezielten Training ihres
phonologischen Bewusstseins profitieren und den anfänglich festgestellten Rückstand aufholen können. In dieser Risikogruppe spielt der Umstand, ob es sich um
Kinder aus Familien mit oder ohne Migrationshintergrund handelt keine Rolle.
4.7.4
Hausbesuchsprogramme zur Stärkung elterlicher Kompetenzen
Zur Wirkung von Hausbesuchsprogrammen zur frühen Stärkung elterlicher Erzi ehungskompetenz liegen mittlerweile auch Berichte vor, die im Vorfeld und im Ra hmen von Projekten in der Schweiz erarbeitet worden sind. So wurde zur Prüfung der
Einführung eines Elternprogramms im Rahmen des Projekts „Zeppelin‚ eine ausführ-
29
Isler, D. (2012a). Situierte Sprachförderung in Alltagsgesprächen. 4bis8 Nr. 8/2012, S. 38–39.
Isler, D. (2012b). Frühe Sprachbildung lokal entwickeln. Schweizer Gemeinde Nr. 6/2012, S. 26–27.
30
http://psycontent.metapress.com/content/t316892v7887/?p=dd595312cffa4b70943f67af1e559876&pi=0
Kruger, S. et al. (2012). Kompensatorische Sprachförderung. Was lässt sich aus US-amerikanischen Projekten lernen? Frühe Bildung, 1, 181
-193.
Sachse, S. et al. (2012). Evaluation einer Sprachfördermassnahme für Vorschulkinder. Frühe Bildung, 1, 194 -201.
Jäger, D. et al. (2012). Kompensatorische Förderung am Beispiel eines vorschulischen Trainings der phonologischen Bewusstheit. Frühe
Bildung, 1, 202-209.
Situationsanalyse Stadt Zug
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liche Recherche gemacht und analysiert 31.
Auch wenn im genannten Arbeitspapier das Programm Parents as Teachers PAT im
Fokus steht, werden darin grundlegende Erkenntnisse zur Wirkung von Hausb esuchsprogrammen mit entsprechenden Literaturhinweisen dargestellt. Die wichtigsten Erkenntnisse lassen sich wie folgt zusammenfassen:
Hausbesuchsprogramme wie PAT oder ähnliche Elternbildungsprogramme zeigen moderate, positive Effekte, insbesondere für den elterlichen Wissenszuwachs, den frühen Spracherwerb und frühe literale Fähigkeiten betreffend.
Effekte, die auf ein bestimmtes Programm zurückgeführt werden können, verflüchtigen sich im Laufe der Zeit.
Die Gestaltung und Begleitung von Übergängen, beispielsweise vom Programm
in die Kita oder in die Schule, muss eine besondere Beachtung erfahren.
Um bei Risikofamilien robuste Effekte zu erzielen, sind aufeinander abgestim mte Massnahmen nötig.
Die Effekte von Hausbesuchsprogrammen zur Stärkung elterlicher Kompetenzen
und die Effekte einer qualitativ guten familienergänzender Betreuung verstä rken sich.
Diese Erkenntnisse stimmen weitgehend mit internationalen und schweizerischen
Evaluationsergebnissen zum Programm schritt:weise32 überein. Es handelt sich dabei
um ein Hausbesuchsprogramm, in dem Laien, gecoacht von einer professionellen
Person, Eltern aus sozial benachteiligten Familien im entwicklungsadäquaten Umgang mit dem Kleinkind anleiten. Parallel dazu werden Gruppentreffen angeboten.
Die Evaluationsergebnisse zeigen, dass die Kinder und die Eltern von der Unterstützung profitieren. Dies zeigt sich in einer bewussteren Gestaltung des kindlichen Al ltags seitens der Eltern und in einer erfreulich guten Entwicklung der meisten Kinder.
Allerdings scheint die Frage der Nachhaltigkeit auch beim Programm schritt:weise
stark davon abzuhängen, ob es gelingt, Brücken in Folgeangebote zu bauen. Zum
Nutzen des Programms im Hinblick auf spezifische elterliche Kompetenzen liegen
bislang noch keine Ergebnisse vor.
Zur Frage des Return of Investment von Hausbesuchsprogrammen gibt es ebenfalls
beeindruckende Ergebnisse. In einer wegweisenden Untersuchung 33 eines aufsuchenden Unterstützungsprogramms von Müttern mit hoher Risikobelastung ab der
Schwangerschaft konnte nachgewiesen werden, dass sich der hohe personelle Aufwand im Hinblick auf die inhaltliche Wirkung und künftige finanzielle Ersparnisse
lohnt. Die Weiterbildung und Supervision des Teams sowie Verbesserungen des Pr ogramms aufgrund von Praxiserfahrungen erwiesen sich als wichtig. Als kritischer Faktor kann die Fähigkeit der eingesetzten Public Health Fachpersonen gelten, ein
Neuhauser, A. (2010). Forschungsüberblick zum Hausbesuchsprogramm PAT – Mit Eltern Lernen (PAT) unter besonderer
Berücksichtigung von Familien in psychosozialen Risikokonstellationen. Zürich: Hochschule für Heilpädagogik, unveröff. Arbeitspapier.
http://www.zeppelin-hfh.ch/webautor-data/29/4ZEP_FO-PAT.pdf
32
http://www.a-primo.ch/cms/de/angebote/evaluation.html
33
Olds, D, (2006). The nurse-family partnerschip: An evidence based preventive intervention. Infant Mental Health Jourmal, 27, 5-25.
31
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standardisiertes, evidenzbasiertes Programm angepasst an die individuellen Bedür fnisse der Mutter-Kind-Paare umzusetzen. Es zeigt sich, dass eine hohe fachliche Expertise und die Fähigkeit zu einer niederschwelligen Arbeitsweise wichtig sind.
Die Auseinandersetzung mit Hausbesuchsprogrammen zur Stärkung der Kompete nzen von Eltern in Risikofamilien führt auch zur Frage, wie sich die Kompetenzen der
unterstützenden Personen auswirken und welche Anforderungen an die Profession alität diesbezüglich zu stellen sind. So arbeiten Programme wie schritt:weise mit S emiprofessionellen, die eine Fortbildung erhalten und von Fachpersonen gecoacht
werden, während das Programm PAT, das im Projekt Zeppelin zum Einsatz kommt,
mit Fachpersonen arbeitet, die zusätzlich weitergebildet werden. In einer Studie 34
wurden drei hoch belastete Gruppen von Müttern mit Kleinkindern verglichen: die
eine Gruppe wurde nicht speziell unterstützt, die zweite und die dritte wurden in
den ersten beiden Jahren nach der Geburt eines Kindes entweder von Semiprofessionellen oder von spezialisierten Gesundheitsfachpersonen unterstützt. Es zeigte sich,
dass die Begleitung durch Semiprofessionelle und durch Gesundheitsspezialistinnen
je andere positive Wirkungen zeigten. Während die Semiprofessionellen die Frauen
eher in der alltäglichen Lebensbewältigung unterstützen konnten, vermochten die
Expertinnen das Gesundheitsverhalten und die Familienplanung der Frauen zu beeinflussen, was mit positiven Wirkungen auf die Entwicklung der Kinder einherging.
5
Ist- Zustand der FBBE in der Stadt Zug
5.1
Ausgangslage und Kontext
5.1.1
Kommunale und kantonale Entscheidungsträger und zuständige Stellen
Nach dem Modell primokiz sind die tragenden Pfeiler für die frühkindliche Bildung,
Betreuung und Erziehung die Bereiche Bildung, Gesundheit und Soziales. Diese können in der Stadt Zug in zwei Departementen verortet werden:
a) Das Bildungsdepartement
Bildungsdepartement
Stadtschulen
Kind Jugend Familie
Bibliothek Zug
Musikschule
Sport
Abbildung 3: Organigramm Bildungsdepartement
34
Olds, D. et al. (2004). Effects of home visits by paraprofessionals and by nurses: Age 4 follow-up results of a randomized trial, Pediatrics,
114, 1560-1568.
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Stadträtin Vroni Straub-Müller leitet als Vorsteherin das Bildungsdepartement mit
insgesamt fünf Abteilungen.
Die Abteilung Kind Jugend Familie ist für die familienergänzende Kinderbetreuung
im Vorschul- und im Schulalter sowie für die Soziokultur zuständig. Sie führt die fünf
Einrichtungen der schulergänzenden Betreuung als eigenes, subventioniertes Angebot. Im Vorschulalter arbeitet die Stadt Zug ausschliesslich mit privaten Trägern zusammen und subventioniert Betreuungsplätze in Kitas und Tagesfamilien. Im Frühbereich werden zudem Beiträge an die privaten Spielgruppen ausgerichtet. Der Verein Fachstelle Punkto Jugend und Kind wird für die Mütter-Väterberatung und das
Elterncoaching direkt unterstützt. Ab 2014 werden die Beiträge für die MütterVäterberatung direkt durch den Kanton finanziert und ist über eine Leistungsvereinbarung mit dem Kanton übergemeindlich organisiert. Dem Bereich Soziokultur
sind Angebote des Zusammenlebens im Quartier zugeordnet, insbesondere die Kontaktpflege zu den Quartiervereinen und Organisationen, Spielplätze, die Ludothek,
die Spielanimation sowie Projekte der Kinderpartizipation und der Nutzung des öffentlichen Raums.
Das erste Kindergartenjahr ist in der Stadt Zug freiwillig. Die Stadtschulen sind für
die Kindergartenstufe und für das Angebot Deutsch als Zweitsprache (DaZ) während
der zweijährigen Kindergartenzeit zuständig. Die Kindergarten-Lehrperson bestimmt in Absprache mit der DaZ-Lehrperson die Kinder, die am DaZ Unterricht teilnehmen. Im Schuljahr 2013/14 wird das Gesamtkonzept des DaZ-Unterrichts (für die
Kindergarten- und Primarschulstufe) überarbeitet und angepasst. Etwa 96% der
Kinder besuchen das erste freiwillige Kindergartenjahr 35.
Die Bibliothek Zug (vormals Stadt- und Kantonsbibliothek Zug) ist die allgemeine
öffentliche Bibliothek der Stadt Zug sowie die Studien- und Bildungsbibliothek für
Stadt und Kanton Zug. Sie stellt einen breiten und aktuellen Bestand an Medien für
alle Altersgruppen zur Verfügung. Ein Aufgabenbereich betrifft auch Massnahmen
zur Sprach- und Leseförderung. Dabei geht es um die Bereitstellung der entsprechenden Medien für den Spracherwerb und die Leseschulung und –übung. Die eigentliche Schulung wird nicht von den Bibliotheksmitarbeitenden vorgenommen, da
u.a. die entsprechende Qualifikation fehlt. Die Zusammenarbeit mit den spezialisie rten Stellen/Fachpersonen und die optimale Gestaltung dieser Angebote und Aktivitäten sind Ziele der Bibliothek Zug. In der Bibliothek werden Führungen für Kindergartenkinder und auch themenbezogene Führungen angeboten. Die Veranstaltungsreihe „Gschychtezyt Chum und los‚ findet einmal pro Monat statt und richtet sich an
Kinder im Vorschulalter.
35
Alle 4jährigen Kinder, die bis Ende Februar Geburtstag haben, werden im Sommer automatisch in
das erste Kindergartenjahr aufgenommen.
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b) Departement Soziales, Umwelt, Sicherheit
Departement
Soziales, Umwelt,
Sicherheit (SUS)
Soziale Dienste
Fachstelle Alter
und Gesundheit
Verkehr
Umwelt und
Energie
Sicherheit
Feuerwehr
Abbildung 4: Organigramm Departement Soziales, Umwelt, Sicherheit SUS
Stadtrat Andreas Bossard leitet als Vorsteher das Departement Soziales, Umwelt, S icherheit. Die Sozialen Dienste sind innerhalb der Stadtverwaltung zuständig für die
soziale Integration. Der Stadtrat hat die Sozialen Dienste auf der Grundlage des Berichtes „Soziale Integration‚ im Jahr 2000 beauftragt, insbesondere Deutschkurse für
Kinder im Vorschulalter und für Erwachsene durchzuführen und punktuell Integrat ionsprojekte der Stadt Zug zu unterstützen. Es ist geplant, den Bericht Sozial Integration im Jahr 2014 zu überarbeiten. Weiter sind die sozialen Dienste zuständig für die
Bewilligungen und Aufsicht der Einrichtungen der familienergänzenden Kinde rbetreuung (Kindertagesstätten, Tagesfamilien, Hort und Randzeitenbetreuung für
Schulkinder).
Die Fachstelle Alter und Gesundheit berät und unterstützt ältere Menschen zur
Wohnsituation, vermittelt Alterswohnungen und ist zuständig für die Leistungserbringer der Alters- und Pflegezentren. Im Gesundheitsbereich von Familien und Kindern gibt es aktuell keine spezifischen Projekte und Aufgaben in der Fachstelle. Die
Ressourcen zur Mitarbeit in neuen Projekten sind beschränkt.
In der städtischen Verwaltung fehlt eine verantwortliche Stelle, die f ür die Gesundheit im Frühbereich zuständig ist.
5.1.2
Legislaturziele des Stadtrats
Der Stadtrat von Zug hat sich für die Legislatur 2011 - 2014 folgende Ziele gesetzt:
eine „aktive und verantwortungsvolle Gestaltung des Lebensraums‚ und „eine sichere und wohnliche Stadt für Menschen jeden Alters und jeder Herkunft‚. Zur Erhaltung der Lebensqualität soll eine exzellente Infrastruktur u.a. in den Bereichen
Wohnen, Alter, Bildung, Kultur, Freizeit und öffentlicher Raum gesichert werden.
Um diese Ziele zu erreichen, will er Dienstleistungen bürgernah und in hoher Qualität erbringen und dabei Vielfalt und Traditionen pflegen. Im Bildungsbereich soll
dieses Ziel mit Quartierentwicklungsprojekten, der Umsetzung des Kinder - und Jugendkonzepts und der Schulraumplanung erreicht werden. Im Sozialbereich wird der
Bericht soziale Integration aktualisiert.
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5.1.3
Datenlage zur Demographie
Die Stadt Zug zählte im Jahr 2012 27‘600 Einwohnerinnen und Einwohner (2010:
26‘327). 5,5 Prozent davon, nämlich 1‘450 sind Kinder im Alter zwischen 0 und 5,5
Jahren. Die Bevölkerung verzeichnete in den letzten zehn Jahren (2000 bis 2010) e ine Zunahme von 8,7%. Im stark wachsenden Stadtteil Zug West ist die Bevölkerung
im gleichen Zeitraum gar um 50% angewachsen.
Geburtenrate
Die Anzahl der geborenen Kinder in der Stadt Zug variiert von Jahr zu Jahr. Seit
2006 liegt die Zahl deutlich über 250 neu geborenen Kindern pro Jahr. Im Jahr 2009
wurde ein Höchstwert von 307 neu geborenen Kindern verzeichnet. 287 Geburten
(2012) entsprechen einem Anteil von 1,04% der gesamten Wohnbevölkerung.
Anzahl neugeborene Kinder in Stadt Zug
350
300
250
Anzahl Geburten in Stadt
Zug
200
150
2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012
Abbildung 5: Quelle: Mütter-Väterberatung Jahres-/Leistungsberichte 2005 - 2013
Die Zahl der 0-6 jährigen Kinder ist in den letzten 10 Jahren um 33% angewachsen
und hat auch im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung zugenommen. Die Anzahl der
0 - 6 jährigen Kinder ist von 1‘196 Kinder im Jahr 2003 (Anteil 5,0% an Gesamtbevö lkerung von 23‘714 Einwohnern) auf 1‘594 Kinder im Jahr 2012 um insgesamt 33%
angestiegen (Anteil 5,8% von 27‘600).
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Abbildung 6: Quelle: Einwohnerkontrolle Stadt Zug, interne Statistik
Die Jahrgangs-Statistik der Einwohnerkontrolle zeigt die Nationalität der Kinder bis
zum Alter von 5,5 Jahren. Von der Nationalität her kann nicht automatisch auf eine
Fremdsprachigkeit geschlossen werden. Die Daten zeigen, dass 920 Kinder (63,8%)
über die Schweizer Staatsangehörigkeit verfügen. Insgesamt stammen 1‘028 Kinder
aus dem deutschen Sprachraum (71,3%). Die restlichen 28,7% stammen aus einem
Land mit Nicht-Deutscher-Sprache. Die zehn Herkunftsländer mit der grössten Anzahl von Kindern sind einzeln aufgeführt.
Total pro Jahrgang
Schweiz
Deutschland
Österreich
Grossbritannien
Italien
Kosovo
Portugal
USA
Niederlande
Frankreich
Bosnien u. Herzegowina
Spanien
Türkei
46 andere Nationen
2008
242
164
17
2
6
7
1
6
4
2
2
1
0
30
2009
247
161
18
0
3
4
4
3
4
2
5
5
4
34
2010
290
172
21
2
9
12
4
8
4
5
7
1
3
4
38
2011
287
190
20
2
8
4
8
5
2
4
2
4
1
1
36
2012
287
181
16
2
13
8
7
3
4
4
4
1
3
5
36
2013
88
52
6
2
3
4
3
2
1
2
2
0
11
Total
1'441
920
98
10
42
35
28
28
18
17
16
15
15
14
185
Tabelle 2: Quelle: Einwohnerkontrolle Zug (Mai 2013)
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Aus Datenschutzgründen sind für die Stadt Zug keine Angaben über die Berufstätigkeit von Eltern mit Kindern von 0 - 6 Jahren, die Anzahl der Einelternfamilien und
über Familien mit nichtdeutscher Erstsprache erhältlich.
5.2
Aktuelle Angebotslandschaft
5.2.1
Auswertungsergebnisse Fragebogen
Am 11. April 2013 startete das Bildungsdepartement eine Umfrage zum Projekt pr imokiz zug. Befragt wurden Trägerschaften, die mit ihren Angeboten und Dienstleistungen, den Kindern im Vorschulalter bzw. deren Familien eine soziale, gesundheitliche und pädagogische Unterstützung gewähren. Ziel war es, eine aktuelle Übersicht über Angebot und Struktur der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erzi ehung in Zug zu erhalten.
51 Trägerschaften haben insgesamt 62 Fragebogen eingereicht.
Im Mai 2012 hat das Kantonale Sozialamt bereits eine Befragung mit teilweise denselben Fragen durch das Büro von Interface durchführen lassen. Bei 5 Trägerschaften
wurden die Daten aus der kantonalen Erhebung übertragen.
Der Fragebogen wurde an alle bekannten Akteure der frühkindlichen Bildung und
Betreuung versandt. Diese bieten insgesamt 75 Angebote und Dienstleistungen für
diesen Bereich an. 51 verschiedene Trägerschaften haben über 62 Angebote und
Dienstleistungen Auskunft gegeben.
Es wird somit ein Rücklauf von 83% verzeichnet. Die Befragung ist insofern repräsentativ, weil davon auszugehen ist, dass alle bekannten und relevanten Träge rschaften befragt werden konnten, der Rücklauf bei unterschiedlichen Angebotst ypen unauffällig verteilt war und so zu wichtigen Fragestellungen ein Gesamtbild der
aktuellen Situation entstehen kann.
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Abbildung 7: Quelle: Auswertung Umfrage Primokiz, Stadt Zug, Juni 2013
Bei der Auswertung der Resultate ist zu beachten, dass zwischen den einzelnen A ngebotstypen Unterschiede bestehen, die bei der Interpretation der Daten zu beachten sind. So weisen die Kinderbetreuungsangebote eine hohe Konstanz an Kontakten und einen hohen Betreuungsumfang auf, hingegen erreichen einige Beratungsangebote jährlich nur vereinzelte Kinder der Zielgruppe und diese Kontakte sind
teilweise einmalig oder kurz.
5.2.2
Angebote und die Nachfrage
Die Nachfrage wird für die Angebote Kindertagesstätten, Tagesfamilien und Fre izeitbetreuung einmal jährlich im Bericht Quintessenz erhoben. Im Bereich der Begegnungsorte, der Bildungs- und Beratungsangebote ist keine einheitliche Datenlage vorhanden um allgemein gültige Aussagen für die Stadt Zug vorzunehmen.
Die Stadt Zug weist in der jährlichen Bestandsaufnahme Quintessenz 2012 36 (Stichtag
15.11.2012) für die Betreuungsangebote (Kindertagesstätten, Tagesfamilien) den
Versorgungsgrad aus:
Insgesamt 17% aller Babys (0 -18. Altersmonat) nehmen ein Betreuungsangebot in
Anspruch. Das Quartier Guthirt weist mit 12% den tiefsten Versorgungsgrad aus. Im
Durchschnitt sind 42% aller Vorschulkinder (im Alter von 19 Monaten bis 4 1/6 Jahren) betreut. Die Quartiere Zentrum mit 54% und Oberwil mit 52% erreichen die
höchsten Werte. Der Versorgungsgrad im Quartier Guthirt liegt mit 30% unter dem
städtischen Durchschnitt.
Der durchschnittliche Betreuungsumfang in der Kita beträgt 59%, sprich rund drei
Tage pro Woche.
36
https://secure.i-web.ch/gemweb/zug/de/redverwaltung/online-schalter/?action=showdetail&dienst_id=9416
(Zugriff 10.07.2013)
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Mit der Schaffung von neuen subventionierten Kita-Plätzen im Jahr 2012 konnte das
Angebot zusätzlich ausgebaut werden. Ende Jahr bestehen 439 Kita-Plätze, 184 Plätze (42%) sind subventioniert. Im Jahresdurchschnitt waren 167 subventionierte Plätze belegt. In der Stadt Zug wird von den zwei grössten Trägerschaften im November
2012 ein zusätzlicher Platzbedarf von insgesamt 28 subventionierten Betreuungsplätzen für Vorschulkinder und von 27 subventionierten Betreuungsplätzen für Babys gemeldet. Insgesamt wurde für 87 Kinder (Vorjahr: 64 Kinder) ein subventionie rter Betreuungsplatz nachgefragt, dies entspricht einem Bedarf von 9% aller Babys
und 7% aller Vorschulkinder.
5.2.3
Angebote: Leistungen und Zielgruppen
Eine tabellarische Übersicht mit allen Angeboten und Anbietern befindet sich im
Anhang des Berichts.
Betreuungsorte
Die Kindertagesstätten sind mit 13 Standorten zahlenmässig die grösste Gruppe. In sgesamt besuchen 419 Stadtzuger Kinder die Einrichtungen in der Stadt Zug. Dies
entspricht einem Versorgungsgrad von 26% (aller Kinder von 0 – 5,5 Jahre). Die
Spielgruppen mit 6 Standorten sind die zweitgrösste Gruppe und erreichen 275 Kinder (17%). In den städtischen Horten werden Kinder von 4,5 bis 12 Jahren betreut.
Rund 60 Kindergarten-Kinder bis 5,5 Jahre besuchen dieses Angebot, dies entspricht
einem Versorgungsgrad von 4%. Die Tagesfamilien erreichen mit ihrer Dienstlei stung 37 Kinder (2%).
Begegnungsorte
Die meisten der bestehenden Treffmöglichkeiten sind zeitlich beschränkt (auf Jahreszeiten oder kürzere Öffnungszeiten), und sind dabei oft auf einzelne Quartiere
oder bestimmte Zielgruppe fokussiert.
Die Sprachförderung der Kinder wird von der Stadt Zug mit den zwei Angeboten
„Deutschkurse für Kinder im Vorschulalter‚ und „mobiler Deutschunterricht in
Spielgruppen und Kindertagesstätten‚ unterstützt.
Die „Deutschkurse für Kinder im Vorschulalter‚ werden von einem privaten Anbieter
durchgeführt und von der Stadt Zug teilsubventioniert. Die Eltern wählen den Kurs
für ihr Kind und bezahlen aktuell Beiträge von CHF 147.- (inklusive Materialkosten)
für 15 Lektionen. Die Kurse finden in den Schulhäusern Herti, Guthirt und Riedmatt
statt. Im Jahr 2012 haben 72 Stadtzuger Kinder die Deutschkurse in den Schulhäusern besucht.
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Das Angebot „Mobiler Deutschunterricht in Spielgruppen und Kindertagesstätten‚
wird seit Mai 2007 durch den privat organisierten Leistungspartner Wunderfitz und
Redeblitz im Auftrag der Stadt durchgeführt. Der Bedarf wird von den Leiterinnen
der Stadtzuger Spielgruppen oder Kindertagesstätten je nach Zusammensetzung der
Kindergruppe und Zahl der fremdsprachigen Kinder gemeldet. Im Jahr 2012 wurden
insgesamt 12 Spielgruppen oder Kindertagesstätten besucht. Es nahmen 103 Stadtzuger Kinder an den Kursen teil. Das Konzept „Spielend Deutsch‚ ist vom Träger
Wunderfitz und Redeblitz entwickelt worden.
Die Deutschlehrerin von Wunderfitz und Redeblitz besucht wöchentlich einige Spielgruppen und Kinderkrippen in der Stadt Zug und unterrichtet die fremdsprachigen
Kinder in Deutsch. Die Lektionen à 30 Minuten werden parallel zum Betreuungsalltag durchgeführt. Jede Woche bringt die Lehrperson eine Kiste mit Lernmaterial zu
spannenden Themen (wie z.B. Piraten, Hexen, Tiere usw.) mit, welche alle Sinne anregen. Dadurch wird die angeborene Neugierde der Kinder geweckt, sodass sie m otiviert werden Neues zu entdecken und ihren Wortschatz spielerisch zu erweitern.
Für die Fortschritte ist entscheidend, altersgerecht in kleinen Lernportionen zu unterrichten und die Sprache mit allen Sinnen zu erfassen. Die Kinder sind auf eine
ganzheitliche Förderung angewiesen, um Sprache zu begreifen.
Die Kurse „Deutsch lernen in der Gemeinde‚ richten sich an Erwachsene, finden in
der Freizeitanlage Loreto statt und werden von der Stadt Zug finanziell unterstützt.
Durch einen gleichzeitig stattfindenden Kinderhüte-Dienst können Eltern Sprache
lernen ohne Kinderbetreuung separat zu organisieren. Im Jahr 2012 wurden 13
Deutschkurse durchgeführt (4 Kurse mit Kinderhort und 9 Kurse ohne Kinderhort),
wovon 5 Standardkurse und 8 Intensivkurse waren. Insgesamt nahmen 118 Teilne hmerinnen und Teilnehmer an den Kursen teil. Insgesamt wurden 62 Kinder im Ki nderhort betreut. Im Jahr 2012 konnten 15 Kursanmeldungen aufgrund der fehlenden
Platzkapazität nicht berücksichtigt werden.
Beratungsorte
Die Beratungsangebote unterscheiden sich stark. Anbieter mit Fokus auf Familien,
Paare, Erziehung oder Elternbildung richten sich primär und hauptsächlich an Erwachsene. Oft sind keine näheren Angaben zur Zielgruppe der Kinder im Vorschula lter erhältlich.
Der Verein Zuger Fachstelle punkto Jugend und Kind ist der Leistungserbringer für
die Zuger Gemeinden. Er arbeitet im Auftrag der Direktion des Innern/ der Gesundheitsdirektion des Kantons Zug sowie der Zuger Gemeinden. Der Verein führt die
Zuger Fachstelle für Kinder, Jugendliche und Familien mit den Bereichen Jugend und Familienberatung, Mütter-Väterberatung und Jugendförderung. Die Mütterund Väterberatung ist das Beratungsangebot für Eltern von Säuglingen und Kleinkindern bis fünf Jahre. Die Mütter-Väterberatung bietet neben der telefonischen
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und persönlichen Beratung und Unterstützung der Eltern auch Hausbesuche und
Babymassage-Kurse für alle Gemeinden an. Das Elterncoaching der Abteilung Familienberatung bietet Eltern von Säuglingen und Kleinkindern spezifische Beratung.
Im Jahr 2012 wurden für Stadtzuger Eltern 651 Beratungsgespräche durchgeführt.
Zudem wurden 187 erste Hausbesuche sowie 25 Folgehausbesuche gezählt. 95% der
Eltern wurden erreicht, davon durch erste Hausbesuche 65% und weitere 30% der
Eltern durch eine Kontaktaufnahme per Telefon, Briefpost oder per Email.
Die Baby-Massagekurse werden für Eltern mit Wohnsitz im Kanton Zug angeboten.
Es sind keine Teilnahme-Zahlen der Stadtzuger Eltern vorhanden.
Der Interkulturelle Krabbeltreff plus ist ein gemeinsames Angebot der Zuger Fachstelle punkto Jugend und Kind und von eff-zett, Fachzentrum Zug. Es ist ein kostenpflichtiger, teilsubventionierter Elternbildungskurs in 6 Modulen für Eltern mit
Kleinkindern, inklusive Hütedienst für Kinder. Der Kurs ist so aufgebaut, dass auch
Personen mit wenig Deutschkenntnissen den Ausführungen gut folgen können.
Aufgrund Zahlen des Schweizerischen Hebammenverbands 37 nehmen rund die Hälfte
aller Frauen in der Schweiz während der Mutterschaft die Leistungen einer frei pra ktizierenden Hebamme in Anspruch. Etwa 2% aller Geburten in der Schweiz finden in
einem Geburtshaus statt, etwa 1% sind Hausgeburten. Im Kanton Zug wurden im
Jahr 2010 60% aller Mütter von freiberuflichen Hebammen während Schwangerschaft, bei Geburt oder im Wochenbett begleitet (Jahr 2009: 51%). Der Anteil hat
2011 und 2012 nochmals zugenommen. Im Jahr 2010 wurden im Durchschnitt 4,64
Betreuungstage im Wochenbett durch die freiberuflichen Hebammen verzeichnet .
Spezifische Zahlen für die Stadt Zug sind nicht bekannt. Die Hebamme leistet bei
ihrer Tätigkeit einen wesentlichen Beitrag zur Gesundheitsförderung von Mutter
und Kind. Sie unterstützt die Eltern durch Beratung und Information bereits während der Schwangerschaft der Mutter, während der Geburt und des Wochenbetts
und hat einen direkten Zugang zur jungen Familie.
Der Heilpädagogische Dienst bietet mit der Heilpädagogischen Früherziehung ein
aufsuchendes Angebot. Dabei finden Hausbesuche meist wöchentlich und über e inen längeren Zeitraum (von Geburt bis und mit Eintritt in Kindergarten) statt. Ziel
der Hausbesuche ist die Förderung des Kindes und die Beratung seiner Bezugspe rson.
Die Fachstelle Migration Zug (FMZ) ist seit 1964 Anlaufstelle für Migrantinnen und
Migranten im Kanton Zug. Sie informiert und berät in 12 Sprachen über alle Fragen,
die der Alltag mit sich bringt. Die FMZ arbeitet im Auftrag des Kantons und der Zuger Gemeinden auf Basis einer Leistungsvereinbarung.
Die Arbeit der Fachstelle Migration gliedert sich in die Bereiche: Welcome Desk,
37
http://www.hebamme.ch/de/elt/
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telefonische oder persönliche Beratungen, Veranstaltungen und Projekte (FMZ führt
– in Zusammenarbeit mit kantonalen und kommunalen Stellen - mehrere Projekte
für Neuzuziehende sowie bereits länger im Kanton Zug wohnhafte Migrantinnen
und Migranten, Integrationskurse und gemeindlichen Deutschkurse für die Prüfungszertifizierungen durch das Goethe Institut durch). Vernetzung mit kantonalen
und kommunalen Stellen sowie Vertretungen der Migranten (Ausländervereine) sowie Einsätze von interkulturellen ÜbersetzerInnen. Mit dem Projekt „Eine Stunde
für…‚ berät und informiert FMZ die Ausländervereine im Kanton Zug zu spezif ischen Themen wie Bildung, Kinder, Gesundheit, Finanzen.
FMZ hat für das Jahr 2012 berechnet, dass 871 Neuzuzüger aus dem Ausland („mit
ausländischer Nationalität‚) mit 132 Kindern in die Stadt Zug zugezogen sind. Die
Hälfte dieser Kinder ist im Vorschulalter. Mit 233 der erwachsenen Personen wurde
durch FMZ ein Erstberatungsgespräch geführt. Diese Personen hatten 77 Kinder, d avon war schätzungsweise die Hälfte im Alterssegment 0-6 Jahre.
5.3
Aktueller Stand: Nutzung und Angebote
5.3.1
Angebotslandschaft, -typen, Sprache, Kosten
Bei den Angeboten können vier Gruppen gebildet werden:
Betreuungsorte
Begegnungsorte
Beratung und Unterstützung
Prävention und Gesundheitsförderung.
Abbildung 8: Anzahl Angebote nach Angebotsart: Auswertung Umfrage Primokiz, Stadt Zug, Juni 2013
Anzahlmässig sind die Betreuungsorte am stärksten vertreten (siehe Abb. 8. Anzahl
Angebote nach Angebotsart). Bei den Betreuungsorten sind nicht die Anzahl der
Trägerschaften sondern jeder Betreuungs-Standort je einzeln gezählt worden. Bei
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den Trefforten und den Beratungs- und Unterstützungsangeboten sind je etwa 20
Angebote bekannt. Die Trennung zwischen den zwei Bereichen PräventionGesundheitsförderung und Beratung-Unterstützung ist eher unscharf, da viele Angebote beides beinhalten.
Abbildung 9 gibt Auskunft darüber, welche Art von Angeboten unter den Betreuungsorten und den Begegnungsorten subsummiert sind. Die Betreuungsorte weisen
sechs verschiedene Unterformen auf, davon bilden die 13 Kindertagesstätten die
grösste Gruppe. Bei den Trefforten können vier Arten unterschieden (Eltern-KindTreff, Eltern-Kind-Kurs, Eltern-Kind-Sprachkurs, Kind-Sprachkurs/Sprachförderung)
werden.
Anzahl Angebote sortiert nach Angebotsart
13
Begegnungsorte
Kita - Standorte
Tagesfamilie
Spielgruppe
Städtischer Hort
Kita mit Tagesschule
Kinder-Hütedienst
1
6
5
2
1
6
Eltern-Kind-Treff
Eltern-Kind-Kurs
Eltern-Kind-Sprachkurs
Sprachkurs Kind/Sprachförderung
Weitere
5
2
3
4
19
Beratung und Unterstützung
2
Prävention und Gesundheitsförderung
0
2
4
6
8
10
12
14
16
18
20
Abbildung 9: Quelle: Auswertung Umfrage Primokiz, Stadt Zug, Juni 2013
Die Auswertung zu den Sprachen der Angebote (Abb. 10) zeigt, dass 59 Angebote/Dienstleistungen, bzw. 87%, in Deutsch/ Schweizerdeutsch angeboten werden.
Fünf Angebote werden mehrsprachig in Kombination mit Deutsch geführt. Nur ein
Angebot ist in Englisch. Bei den mehrsprachigen Angeboten ist insbesondere die
FMZ Fachstelle Migration Zug hervorzuheben. Sie bietet Beratung in den Sprachen
Englisch, Französisch, Italienisch, Portugiesisch, Spanisch, Tamilisch, Türkisch, Bo snisch und Albanisch an.
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Abbildung 10: Quelle: Auswertung Umfrage Primokiz, Stadt Zug, Juni 2013
Insgesamt sind 23 der 69 Angebote kostenlos (vgl. Abbildung 11), dies entspricht
einem Anteil von 37.7%. Die Angebote im Bereich Betreuung sind alle kostenpflic htig. Ein anderes Bild zeigt sich bei den Begegnungsorten, je die Hälfte der Angebote
ist kostenlos. Kostenpflichtig sind in dieser Kategorie insbesondere Kurse und ähnl iches. 12 Angebote im Bereich Beratung sind kostenlos (dies entspricht 63%).
Abbildung 11: Quelle: Auswertung Umfrage Primokiz, Stadt Zug, Juni 2013
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5.3.2
Akteure: Organisationsformen und Finanzierung
Abbildung 12: Quelle: Auswertung Umfrage Primokiz, Stadt Zug, Juni 2013
30 Akteure, bzw. 59% der Anbieter sind als Non-Profit-Organisation organisiert. 7
Akteure (14%) sind als Privatperson aktiv.
Je 59% der Angebote erheben Elternbeiträge und erhalten Beiträge von den Gemeinden (vgl. Abbildung 7). 24, bzw. 39.3% der Angebote erhalten Beiträge des
Kantons. Die Kitas mit Tagesschule (2), der Kinder-Hütedienst (1) sowie die von der
Kirche getragenen Treff-Angebote (4) erhalten weder von der Gemeinde noch vom
Kanton oder Bund Beiträge, dies entspricht 11,8% aller Träger.
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Abbildung 13: Quelle: Auswertung Umfrage Primokiz, Stadt Zug, Juni 2013
20 Akteure (44%) verfügen über einen Vertrag mit der öffentlichen Hand in Form
einer Leistungsvereinbarung, ein Drittel der Akteure erhalten Beiträge nach effekt iver Leistung (vgl. Abbildung 8). Beispiel: Unterstützungsbeiträge an Spielgruppen
werden aufgrund eines vom Stadtrat verabschiedeten Beitragsreglements ausbezahlt. Die anerkannten Spielgruppen können je nach Anzahl ihrer Angebote einen
Beitrag für ihre Arbeit erhalten. Eine vertragliche Vereinbarung zwischen Spielgru ppe und Stadt existiert dabei nicht.
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Abbildung 14: Quelle: Auswertung Umfrage Primokiz, Stadt Zug, Juni 2013
5.3.3
Fazit: Ist- Zustand der Leistungen im FBBE Bereich
Die Angebotslandschaft für Kinder im Vorschulalter und deren Eltern sind vielfältig.
Für die Einschätzung der Angebote und Dienstleistungen sind Betreuungsumfang
und Kontaktintensität höher zu gewichten als die reine Anzahl der Angebote und
Nutzerzahlen.
Aufgrund der Nutzungszahlen und der Betreuungsintensität sind die Betreuungsorte
wichtige Akteure in der FBBE. Insbesondere die Kitas und Spielgruppen verfügen
über den direkten Zugang zu den Kindern und deren Eltern.
Die allergrösste Mehrheit der Angebote ist von privaten Institutionen getragen,
mehrheitlich von Non-Profit-Organisationen wie Vereinen.
Die allergrösste Mehrheit der Angebote hat als primäre Sprache schweizerdeutsch/deutsch.
Die Angebote lassen sich in die Typen Betreuungsorte, Begegnungsorte und Ber atungsorte einteilen, wobei die Grenzen nicht überall klar sind. Begegnungsorte und
Beratungsorte richten sich häufiger an spezifische, kleinere Zielgruppen als Betre uungsorte.
In den Begegnungsorten weist eine Mehrheit der Kinder eine andere Muttersprache
als Deutsch auf. Dies ist insbesondere auf die Sprachkurse und SprachförderAngebote zurückzuführen. In den Beratungsangeboten ist der geschätzte Anteil der
fremdsprachigen Kinder mit 60% hoch. In den Betreuungsangeboten entspricht der
Anteil an fremdsprachigen Kindern etwa 45%. In der Stadt Zug beträgt der Anteil
der Kinder von 0 - 6 Jahren mit einer nicht-deutschen Nationalitätsangehörigkeit
29% (Deutschland und Österreich sind nicht einberechnet).
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5.4
Aktueller Stand: Kooperation, Vernetzung und Zusammenarbeit
Jedes Kind erlebt viele wichtige Übergänge in seiner Lebenswelt. Von den ersten
Erfahrungen der Geburt, im Aktionsradius der eigenen Familie bis ins Wohnquartier,
die Zugänge in die Betreuungsorte und zu den Treffstrukturen sowie der Wechsel/Übertritt von einem Angebot zum andern bis hin zum Eintritt ins erste Kindergartenjahr. Über die Zusammenarbeit der Anbieter aus diesem Blickwinkel kann wenig
gesagt werden. 17 Betreuungsorte (80%) arbeiten mit andern Anbieter/Stellen zusammen (vgl. Abbildung 15). Bei den Begegnungsorten melden 12 Anbieter (67%),
dass sie die Zusammenarbeit pflegen. Bei den Beratungsangeboten arbeiten alle Anbieter mit andern Stellen zusammen.
Die Stadtschulen stellen fest, dass das verstärkte Zusammenwirken von Kinderga rtenstufe mit Kindertagesstätten und Spielgruppen wünschenswert ist. Aufgrund der
Datenschutzgesetzgebung ist zu prüfen, wie und in welcher Form dies möglich ist.
Abbildung 15: Quelle: Auswertung Umfrage Primokiz, Stadt Zug, Juni 2013
Die Auswertung zum Einsatz von interkulturellen ÜbersetzerInnen zeigt, dass diese
in den Begegnungsorten nicht zum Einsatz kommen. Zwei Anbieter (1x Spielgruppe,
1x Begegnungsort) haben gemeldet, dass der Einsatz von interkulturellen Übersetz erinnen notwendig wäre, aber nicht geschieht.
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Abbildung 16: Quelle: Auswertung Umfrage Primokiz, Stadt Zug, Juni 2013
Die Abteilung Kind Jugend Familie führt die Fachgruppe familienergänzende Ki nderbetreuung. An zwei Sitzungen pro Jahr werden wichtige Informationen für den
Betreuungsbereich ausgetauscht. In der Kommission vertreten sind drei Kindertages stätten, das Tagesfamilien-Angebot, die IG Spielgruppen Zug, der Spielplatz Siehbach, die Mütter-Väterberatung, der Verein Schule und Elternhaus, die Kinder- und
Jugendberatung Zug und die GGZ, gemeinnützige Gesellschaft Zug.
5.5
Aktueller Wissensstand: Qualitätssicherung
Es sind bisher keine gemeinsamen Standards der Qualitätssicherung für die frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung und von Trägern gemeinsam ausformuliert
worden.
Im Bereich Betreuungsorte bestehen für die Kitas, Tagesfamilien und die Horte aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen für eine Betriebsbewilligung verbindliche
Vorgaben bezüglich pädagogischer Grundlagen.
Die Spielgruppen-Angebote orientieren sich in ihrer Arbeitshaltung an den Richtlinien des kantonalen Verbands.
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5.6
Übersicht städtische Finanzierung
Budget
2013
Mütter- und Väterberatung
Subventionierte Kindertagesstätten
Spielgruppen
Tagesfamilien
Spielplätze
Sprachförderung Soziale
Dienste
Fachstelle Migration
Bildung
111'000
Bildung
Bildung
Bildung
Bildung
3'114'000
32'000
90'000
94'000
Soziales
Soziales
145'000
89'000
3'675'000
2012
Budget
90'000
2012
effektiv
91'632
2011
effektiv
90'082
2010
effektiv
89'837
3'229'000 2'729'401 2'471'353 2'485'972
28'000
24'390
19'200
14'433
90'000
90'198
61'253
66'739
64'000
54'000
54'000
54'000
119'200
98'005
88'152
118'468
84'319
119'079
84'046
3'620'200 3'175'778 2'898'675 2'914'106
Tabelle 3: Städtische Finanzierung
Die Ausgaben im Jahr 2012 zeigen, dass rund 86% der Ausgaben für die Subventi onierung von Betreuungsplätzen in Kindertagesstätten aufgewendet wird.
6
Einschätzung des Entwicklungskontexts
 Die Angebotslandschaft für Kinder im Vorschulalter und deren Eltern ist vielfältig. Für die Einschätzung der Angebote und Dienstleistungen sind Betreuung sumfang und Kontaktintensität höher zu gewichten als die reine Anzahl der
Angebote und Nutzerzahlen.
 Aufgrund der Nutzungszahlen und der Betreuungsintensität sind die Betre uungsorte (Kindertagesstätten, Spielgruppen, Tagesfamilien) wichtige Akteure
in der FBBE. Insbesondere die Kitas und Spielgruppen verfügen über den dire kten Zugang zu den Kindern und deren Eltern.
 Die meisten Beratungsangebote sind auf die Bedürfnisse der Erwachsenen au sgerichtet.
Aus Sicht der Akteure werden in der Umfrage folgende Themen hervorgehoben (vgl.
Kapitel 8, Einschätzung zum Handlungsbedarf):
 Hilfreich für die FBBE - Angebote sind gute Öffentlichkeitsarbeit, Zusammenarbeit/Vernetzung, gute Räumlichkeiten und Lage sowie das Ausbildungsniveau
der Mitarbeitenden
 Als Stolpersteine werden von den Akteuren die ungesicherte oder mangelnde
Finanzlage, ungesicherte Räumlichkeiten und mangelnde Öffentlichkeitsarbeit
sowie mangelndes qualifiziertes Personal erwähnt.
Situationsanalyse Stadt Zug
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 Beim Unterstützungsbedarf wird die Weiterbildung/Unterstützung beim Qual itätsmanagement, mehr Vernetzung und Zusammenarbeit sowie eine bessere
Unterstützung durch den Kanton aufgezählt.
 Beim Handlungsbedarf werden neben einer verstärkten Zusammenarbeit und
Vernetzung, die Stärkung der Elternarbeit, die Einführung von aufsuchenden
Angeboten sowie eine verbesserte finanzielle Situation thematisiert.
6.1
Gesamteinschätzung zu möglichen Entwicklungsthemen in Zug
Aufgrund der ersten Einschätzungen der Projektgruppe zur Ausgangslage sind folgende Entwicklungsthemen und Handlungsansätze denkbar:
 Die aufsuchenden Angebote sind nur teilweise vorhanden –neben der MütterVäterberatung und den Hebammen bieten insbesondere die Heilpädagogische
Früherziehung, die Familienhilfe und die aufsuchende Familienbegleitung En tlastungsangebote mit aufsuchendem Charakter. Welche Eltern und Kinder werden heute noch nicht erreicht und sind auf Unterstützung und Informationen
angewiesen?
 Bestehende Zugänge optimal nutzen: die Mütter-Väterberatung und die Hebammen haben durch ihren direkten Zugang zu jungen Familien eine Schlüsselfunktion
 Strategie im Bereich Sprachförderung: wer macht was, wer braucht welche Unterstützung?
 Mit welchen Massnahmen kann das Angebot der Spielgruppen gestärkt werden?
 Niederschwellige Treffangebote sind nur wenige vorhanden. Aufbau von durc hgehenden Treffstrukturen unterstützen sowohl quartierbezogene, als auch konstante Angebote.
 Es ist zu prüfen, in wie fern die Höhe von Elternbeiträgen die Nutzung von A ngeboten durch Kinder von einkommensschwachen Eltern verunmöglicht. Es bestehen zum Beispiel auf städtischer Seite keine unkompliziert zugänglichen finanziellen Mittel, um einer Familien den Besuch einer Spielgruppe zu subventionieren.
 Stärkung und Unterstützung der Eltern: was brauchen Eltern, woran haben sie
Interesse? Wie kann die Erreichbarkeit der Eltern verbessert werden?
 Vernetzung der privaten Träger in der Stadt, Zusammenarbeit und Koordination.
 Unterstützung bei Weiterbildung und Qualitätsmanagement. Welche Art von
Unterstützung wird von den heterogenen Anbieter-Gruppen nachgefragt?
 Die Übergänge des Kindes gut gestalten, insbesondere den Eintritt des Kindes in
den Kindergarten. Es ist unklar, welcher Handlungsbedarf bei den Übergängen
besteht.
 Lerngelegenheiten für Eltern und Kinder schaffen
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6.2
Vorschlag für Vorgehen bei partizipativer Konzepterarbeitung
Für das weitere Vorgehen betrachtet die Projektgruppe folgende Aspekte als zentral:
- Einbezug der verschiedenen Verwaltungseinheiten in der Projektgruppe
- Prüfen der Gründung einer Begleitgruppe, in welcher die Akteure/Anbieter
Einsitz nehmen
- Stakeholderanlässe und bilateraler Austausch mit den Akteuren haben für die
Konkretisierung einen hohen Stellenwert, um realisierbare und wirkungsvolle
Ansätze zu finden
- Bei den vielen Handlungsfeldern sind eine Priorisierung und klare Schritte
notwendig, um sich in der Vielfalt der Möglichkeiten zu orientieren.
- Die Akzeptanz und das Verständnis für die Themen der FBBE und die zu bearbeitenden Handlungsfelder werden mit den politischen VertreterInnen era rbeitet.
7
Beschreibung des Erarbeitungsprozess
7.1
Projektorganisation
Vroni Straub-Müller, Vorsteherin Bildung
Regula Roth-Koch, Abteilungsleiterin Kind Jugend Familie
Hubert Weber, Sozialarbeiter, Soziale Dienste
Esther Brandenberg, Pro-Rektorin Stadtschulen
Regina Elsener, Bibliothek Zug
Birgitta Michel Thenen, Koordinationsstelle familienergänzende Kinderbetreuung,
Kant. Sozialamt
Susanna Peyer-Fischer, Fachstellenleiterin Soziokultur, Kind Jugend Familie
Lars Sommer, Fachstellenleiter Betreuung, Kind Jugend Familie (Projektleitung)
Miriam Wetter, mcw Beratung, Beraterin aus dem Primokiz-Expertenpool
7.2
Erarbeitungsprozess
Bei der Auswahl der Projektmitglieder war wichtig, dass die drei Bereiche Bildung,
Soziales und Gesundheit vertreten sind. Dabei hat sich herausgestellt, dass in der
städtischen Verwaltung eine verantwortliche Stelle, die für die Gesundheit im Frü hbereich zuständig ist, fehlt.
Durch den Einbezug einer Vertreterin der kantonalen Verwaltung konnte eine gute
Verbindung zu den aktuellen Aktivitäten und Prozessen des Kantons in den Bereichen Frühe Förderung, Sprachförderung, Integration und Gesundheitsprävention im
Frühbereich geschaffen werden.
Die Projektgruppe hat zwischen März und August während drei Sitzungen die
Grundlagen für die Befragung der Akteure, die Auswertung der Ergebnisse und die
Erstellung des Situationsberichts erarbeitet.
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7.3
Reflexion des Erarbeitungsprozesses
Die Projektgruppe war erstaunt, wie umfangreich und breit sich die Angebotslan dschaft darstellt. Die meisten Beteiligten stellten fest, dass sie neue, bisher unbekannte Angebote ‚entdecken‘ konnten.
Gleichzeitig konnte die Projektgruppe feststellen, dass eine Vielzahl von privaten
Trägern und Akteuren im Bereich der FBBE tätig sind. Viele – aufgrund der Grösse
des Kantons – mit einem gemeindeübergreifenden Auftrag bzw. mit kantonaler
Leistungsvereinbarung. Bei den Nutzerzahlen gibt es oft wenig genaue Angaben zu
der Zielgruppe der Kinder im Alter von 0 – 5,5 Jahren oder spezifische Zahlenangaben für die Stadt Zug.
In der Projektgruppe waren die Anbieter von Beratungsdienstleistungen am wenigsten stark eingebunden.
Eine zuständige Verwaltungsstelle für die Gesundheit im Frühbereich fehlt.
Die Datenlage ist rudimentär, viele Angaben sind aufgrund von fehlenden Statistiken oder wegen dem Datenschutz nicht erhältlich. Insbesondere die Anzahl der Familien, spezifische Angaben zu Wohnquartieren, die sozio-ökonomischen Verhältnissen der Eltern, Anzahl der Einelternfamilien, Angaben über die Berufstätigkeit und
Arbeitspensen der Eltern, u.ä.m..
Somit kommen viele Aussagen einer ersten Annäherung gleich und müssen in der
Konzeptphase vertieft mit den Akteuren geprüft und verifiziert werden.
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8
Sicht der Akteure: Einschätzungen zum Handlungsbedarf
Trefforte
3
1
1
2
5
3
1
Gute Zusammenarbeit / Vernetzung
Räumlichkeiten & Lage
2
2
1
Ausgebildetes Personal
2
2
2
Gesicherte Finanzierung
1
Subventionierte Tarife
2
Hohe Qualität
2
3
Tagesfamilien
Kurse
2
Beratung
Internet, Broschüre & Werbung
Spielgruppen
Was ist hilfreich, um Ihr Angebot gut anbieten zu können:
Kitas
In der Befragung vom Mai 2013 haben die Akteure ihre Einschätzung zum aktuellen
Handlungsbedarf formuliert. Die tabellarische Darstellung zeigt die Auswertung zu
den Fragestellungen:
1
1
Finanzierung (mehr Geld würde Angebotsausbau ermöglichen)
Kurse
Trefforte
Tagesfamilien
3
3
2
1
1
Räumlichkeiten
3
Bekanntheitsgrad, Öffentlichkeitsarbeit, Erreichbarkeit der Eltern
Zuwenig (qualifiziertes) Personal
1
5
1
1
Über-Reglementierung
2
Überangebot in Zug
1
Keine subventionierten Plätze
1
3
1
2
Fehlende Anerkennung
Diverse
Beratung
Unsichere / mangelnde Finanzlage
Was wird als Stolperstein/Hindernis für die Weiterentwicklung
Ihres Angebots betrachtet:
Kitas
Spielgruppen
1
2
1
1
1
Abbildung 17: Quelle: Auswertung Umfrage Primokiz, Stadt Zug, Juni 2013
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Tagesfamilien
Diverse
2
Trefforte
Weiterbildung/Unterstützung bei Qualitätsmanagement
Kurse
X
Beratung
Kitas
Die finanzielle Unterstützung wird in allen Gruppen genannt.
Spielgruppen
Welcher Unterstützung würden Sie sich für die Weiterentwicklung Ihres Angebots wünschen:
X
X
X
X
X
X
1
1
1
1
1
2
1
1
1
1
Mehr Vernetzung / Zusammenarbeit
Unterstützung durch Kanton
1
Öffentlichkeitsarbeit
Gesicherte Raumverhältnisse / günstige Räume
2
Anerkennung der Arbeit
1
Nutzung städtische Infrastruktur
Niederschwellige fin. Unterstützung für einkommensschwache Familien
1
1
1
1
1
Verbindlicher Leistungsauftrag
4
Eltern besser unterstützen / mehr erreichen
2
1
1
Bessere Entlöhnung / mehr Finanzen
2
3
Qualifikation Personal
3
1
1
1
2
Personal / Arbeitsbedingungen Personal
1
1
1
1
Aufsuchende Angebote / Selbsthilfe Eltern stärken
2
Diverse
2
Tagesfamilien
Beratung
1
Trefforte
Spielgruppen
Stärkere Vernetzung / Zusammenarbeit / Koordination
Kurse
Wo sehen Sie Handlungsbedarf für eine qualitativ gute FBBE der
Kinder innerhalb und ausserhalb der Familien zu gewährleisten:
Kitas
1
1
1
1
1
Abbildung 18: Quelle: Auswertung Umfrage Primokiz, Stadt Zug, Juni 2013
Situationsanalyse Stadt Zug
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9
Quellenverzeichnis
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Familien- und schulergänzende Kinderbetreuung. Eine Bestandesaufnahme der
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Situationsanalyse Stadt Zug
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Abbildungs- und Tabellenverzeichnis
Seite
Seite
Seite
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9
12
26
28
29
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Seite
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38
38
39
40
41
42
43
48
49
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Abbildung 1: Das Gebäude der Kinderrechte (Quelle: www.unicef.ch)
Abbildung 2: Modell Primokiz (Jacobs Foundation 2012)
Abbildung 3: Organigramm Bildungsdepartement
Abbildung 4: Organigramm Departement Soziales, Umwelt, Sicherheit SUS
Abbildung 5: Quelle: Mütter-Väterberatung Jahres-/Leistungsberichte
2005 - 2013
Abbildung 6: Quelle: Einwohnerkontrolle Stadt Zug, interne Statistik
Abbildung 7: Quelle: Auswertung Umfrage Primokiz, Stadt Zug, Juni 2013
Abbildung 8: Anzahl Angebote nach Angebotsart: Auswertung Umfrage
Primokiz, Stadt Zug, Juni 2013
Abbildung 9: Quelle: Auswertung Umfrage Primokiz, Stadt Zug, Juni 2013
Abbildung 10: Quelle: Auswertung Umfrage Primokiz, Stadt Zug, Juni 2013
Abbildung 11: Quelle: Auswertung Umfrage Primokiz, Stadt Zug, Juni 2013
Abbildung 12: Quelle: Auswertung Umfrage Primokiz, Stadt Zug, Juni 2013
Abbildung 13: Quelle: Auswertung Umfrage Primokiz, Stadt Zug, Juni 2013
Abbildung 14: Quelle: Auswertung Umfrage Primokiz, Stadt Zug, Juni 2013
Abbildung 15: Quelle: Auswertung Umfrage Primokiz, Stadt Zug, Juni 2013
Abbildung 16: Quelle: Auswertung Umfrage Primokiz, Stadt Zug, Juni 2013
Abbildung 17: Quelle: Auswertung Umfrage Primokiz Stadt Zug, Juni 2013
Abbildung 18: Quelle: Auswertung Umfrage Primokiz Stadt Zug, Juni 2013
Tabelle 1: Kantonale und kommunale Rechtsgrundlagen
Tabelle 2: Quelle: Einwohnerkontrolle Zug (Mai 2013)
Tabelle 3: Städtische Finanzierung
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10
Angebotsübersicht in Zug
Angebote für Kinder
Tagesbetreuung für Kinder
von 0-6 Jahren (Kitas, Tagesfamilien, Hort)
Kibiz Kinderbetreuung
Stampfi
Kibiz Kinderbetreuung Hofmatt
Kibiz Kinderbetreuung Guthirt
Kibiz Kinderbetreuung Eichwald
Zuger Chinderhüser Fuchsloch
Zuger Chinderhüser Frauensteinmatt
Zuger Chinderhüser Zugerberg
Kita Chäferli
kantonal
interkommunal
Zusammenarbeit (Form)
staatliches Angebot
Kommunal
für die FBBE verantwortliche Stelle
Kontakt
(ja / nein)
Kind Jugend AnerkenFamilie
nung
Soziale
Dienste
Kanton
Soziales/
Gesundheit
Bestehende Angebote
FBBE und ihre strukturellen Merkmale
zuständiges politisches Departement/ Verwaltungseinheit
Bildung
Inventar Frühkindliche
Bildung, Betreuung
und Erziehung (FBBE)
Stadt Zug
Bewilligungspflicht
Angebote der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung (FBBE) für Kinder und ihre Eltern in der Stadt Zug im Oktober 20 13:
Angaben zum
Angebot
privates Angebot
Trägerschaft
LeisSubven- tungs- Selbst
tionierte verein- traPlätze
barung gend
X
X
X
Ja
LV
Verein
Ja
Ja
Ja
X
X
X
Ja
LV
Verein
Ja
Ja
Ja
X
X
X
Ja
LV
Verein
Ja
Ja
Ja
X
X
X
Ja
LV
Verein
Ja
Ja
Ja
X
X
X
Ja
LV
Verein
Ja
Ja
Ja
X
X
X
Ja
LV
Verein
Ja
Ja
Ja
X
X
X
Ja
LV
Verein
Ja
Ja
Ja
X
X
X
Ja
LV
Verein
Ja
Ja
Ja
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Angebot
Altersgruppe
4 Mt. 6. J.
4 Mt. 6. J.
4 Mt. 6. J.
4 Mt. 6. J.
4 Mt. 6. J.
4 Mt. 6. J.
4 Mt. 6. J.
4 Mt.
6.J.
Anzahl
Plätze
36
32
24
39
19
21
15
12
kantonal
interkommunal
Zusammenarbeit (Form)
Kommunal
Kontakt
(ja / nein)
Kind Jugend
Familie
Soziale
Dienste
Kanton
Soziales/
Gesundheit
Bildung
Bestehende Angebote
FBBE und ihre strukturellen Merkmale
Trägerschaft
LeisSubven- tungs- Selbst
tionierte verein- traPlätze
barung gend
Early Years Academy AG:
Little Star Day School
X
X
X
Ja
LV
AG
Ja
Ja
Ja
Little Butterfly
X
X
X
Ja
LV
Verein
Ja
Ja
Ja
Ameisiland
X
X
Nein
privat
Nein
Nein
Ja
Lernort Moosbachhof
X
X
Nein
privat
Nein
Nein
Ja
Creche Pilutje Oberaltstadt
X
X
Nein
GmbH
Nein
Nein
Ja
Creche Pilutje Poststrasse
X
X
Nein
GmbH
Nein
Nein
Ja
globegarden zug Metalli
X
X
Nein
GmbH
Nein
Nein
Ja
globegarden zug Industriestrasse
X
X
Nein
GmbH
Nein
Nein
Ja
globegarden zug uptown
X
X
Nein
GmbH
Nein
Nein
Ja
X
X
Nein
AG
Nein
Nein
Ja
X
X
Verein
Ja
Ja
Nein
Child Care Center Childrens
World
KiBiZ Kinderbetreuung Tagesfamilien
X
Ja
LV
Ja
Spielgruppe Am Hang
X
X
Ja
privat
Nein
Nein
Ja
Spielgruppe Oberwil
X
X
Ja
privat
Nein
Nein
Ja
Spielgruppe Kinderhütte
X
X
Ja
Verein
Nein
Nein
Ja
Spielgruppe St. Johannes
X
X
Ja
privat
Nein
Nein
Ja
Spielgruppe Regenbogen
X
X
Ja
privat
Nein
Nein
Ja
Spielgruppe Zottelbär
X
X
Ja
privat
Nein
Nein
Ja
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Angebot
Altersgruppe
4 Mt. 6. J.
4 Mt. 6. J.
4 Mt. 6. J.
3 J. - 6
J.
4 Mt. 6. J.
4 Mt. 6. J.
4 Mt. 6. J.
4 Mt. 6. J.
4 Mt. 6. J.
4 Mt. 6. J.
4 Mt. 6. J.
3J-5
J.
3J-5
J.
1,5 J 5J
2,5 J 5J
1,5 J 5J.
2 J -5J
Anzahl
Plätze
31
20
10
10 (18)
12
19
31,5
34,5
29,5
Freizeitbetreuung Guthirt
Freizeitbetreuung Oberwil
Freizeitbetreuung Herti
Freizeitbetreuung Zentrum
Freizeitbetreuung Riedmatt
Kinderhüeti (Reformierte
Kirche Zug)
Babysittervermittlung Stadt
Zug (SRK Kursabsolventinnen)
Angebot KiBeBe (fam.erg.
Betreuung für Kinder mit
besonderen Betreuungsbedürfnissen im Vorschulalter) (Heilpäd. Dienst HPD)
Stepping Stones (KinderTagesschule)
Situationsanalyse Stadt Zug
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
Nein
www.stadtzug.ch
kantonal
Angebot
Altersgruppe
Ja
Nein
4-12
Jahre
60
Nein
4-12
Jahre
40 Mittag, 25
Nachmittag
Nein
4-12
Jahre
90 Mittag, 55
Nachmittag
Nein
4-12
Jahre
90 Mittag, 50
Nachmittag
Nein
4-12
Jahre
45 Mittag, 35
Nachmittag
Gemeinde
Ja
Gemeinde
Ja
Gemeinde
Ja
Gemeinde
Ja
Gemeinde
Ja
Kirche
Nein
privat
Nein
Ja
Nein
Trägerschaft
LeisSubven- tungs- Selbst
tionierte verein- traPlätze
barung gend
Ja
Nein
Nei Nei
n n
X
interkommunal
Zusammenarbeit (Form)
Kommunal
Kontakt
(ja / nein)
Kind Jugend
Familie
Soziale
Dienste
Kanton
Soziales/
Gesundheit
Bildung
Bestehende Angebote
FBBE und ihre strukturellen Merkmale
Ja
Ja
Ja
Ja
Verein
privat
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Nein
Nein
Ja
Ja
Nein
Ja
1 - 6 J.
Nein
Ja
2J-7
J
Anzahl
Plätze
Four Forest Bilingual International School
International School of Central Switzerland ISOCS
Pflegefamilien und Einrichtungen mit Plätzen für Kinder von 0-6 J.
Instiutionelle Pflegeplätze:
Notaufnahme und Beobachtungsplätze und langfristige
Plätze in professionell geleiteten Pflegefamilien (Fachstelle Kinderbetreuung)
Frühförderung / Früherziehung, Heilpädagogik, Logopädie und weitere therapeutische Angebote inkl.
Abklärungsstellen
Logopädie im Frühbereich
(HPD) Abklärung, Förderung
und Beratung für Eltern
Heilpädagogische Früherziehung (HPD) Beratungstelefon für Fachleute im Frühund Vorschulbereich
Ambulatorischer psychiatrischer Dienst (APD KJ)
Heilpäd. Schul- und Beratungszentrum Sonnenberg
(Heilpädagogische Früherziehungmit Schwerpunkt
Sehen)
Situationsanalyse Stadt Zug
X
X
X
Ja
Nein
Nein
Ja
Nein
privat
Nein
Nein
Ja
kantonal
privat
interkommunal
Nein
Zusammenarbeit (Form)
Kommunal
Trägerschaft
LeisSubven- tungs- Selbst
tionierte verein- traPlätze
barung gend
Kontakt
(ja / nein)
Kind Jugend
Familie
Soziale
Dienste
Kanton
Soziales/
Gesundheit
Bildung
Bestehende Angebote
FBBE und ihre strukturellen Merkmale
Nein
Ja
Verein
Ja
Nein
X
Nein
Ja
Verein
Ja
Nein
X
Nein
Ja
Verein
Ja
Nein
X
Nein
Ja
Kanton
Ja
Nein
X
Nein
www.stadtzug.ch
Verein
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Ja
Ja
Angebot
Altersgruppe
Anzahl
Plätze
3J- 6
J
3J- 6
J
90
ab
Geburt
Heilpäd. Schul- und Beratungszentrum Sonnenberg
(Integrative Sonderschulung)
Heilpäd. Schul- und Beratungszentrum Sonnenberg
(separative Sonderschulung
von sehbehinderten/blinden
und von mehrfachbehinderten sehbehinderten/blinden
Kindern)
Angebote für Eltern und
Kinder
Öffentliche Spielplätze
Abenteuerspielplatz Fröschenmatt
Spielplatz Siehbach
Kinder- oder Familienbeauftragte
→ Liste der bestehenden
Angebote / Dienste
Begegnungsorte für Eltern
und Kinder im Vorschulalter (z.B. Gemeinschaftszentren)
Ludothek Zug
ökumenische Chnöpflifiir
(Kath. Pfarrei/ref. Kirche)
Familientreff St. Johannes
(Kirche St. Johannes)
Kleinkindfeier (Kath. Kirche
Zug)
Situationsanalyse Stadt Zug
kantonal
interkommunal
Zusammenarbeit (Form)
Kommunal
Kontakt
(ja / nein)
Kind Jugend
Familie
Soziale
Dienste
Kanton
Soziales/
Gesundheit
Bildung
Bestehende Angebote
FBBE und ihre strukturellen Merkmale
Trägerschaft
LeisSubven- tungs- Selbst
tionierte verein- traPlätze
barung gend
Angebot
Altersgruppe
X
X
Nein
Verein
Ja
ab 1.
KiGa
Jahr
X
X
Nein
Verein
Ja
ab 4
Jahre
X
Ja
Ja
Verein
Ja
Nein
X
Ja
Ja
Verein
Ja
Nein
Verein
Beitrag
X
Nein
Kirche
Nein
Kirche
Nein
Ja
Nein
Kirche
Nein
Ja
www.stadtzug.ch
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Ja
Anzahl
Plätze
Situationsanalyse Stadt Zug
X
Nein
interkommunal
Trägerschaft
Ja
Kanton
LeisSubven- tungs- Selbst
tionierte verein- traPlätze
barung gend
Ja
Kirche
Ja
Nein
Kirche
Ja
Nein
privat
Nein
Ja
X
Ja
Ja
Kanton
Gemeinde
Ja
LV
Nein
Nein
Ja
Ja
Nein
Nein
Ja
Ja
Verein
Ja
Nein
X
Nein
LV SUS
privat
Nein
Ja
Ja
X
Nein
LV SUS
privat
Nein
Ja
Ja
Gemeinde
Nein
X
Ja
www.stadtzug.ch
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Anzahl
Plätze
Nein
Verein
Nein
Angebot
Altersgruppe
Nein
Nein
X
X
Kommunal
Kontakt
(ja / nein)
Kind Jugend
Familie
Soziale
Dienste
Kanton
Soziales/
Gesundheit
X
Zusammenarbeit (Form)
kantonal
Angebote für Familien und
Kinder, Burg Zug
Gruppe junger Familien
(Frauenforum St. Michael)
Stärnlifiir (Kath. Kirche Gut
Hirt)
International Mum and Kids
Club (Zug
Museum für Urgeschichte
Begegnungsorte mit spezifischer fachlicher Begleitung
Mobile Spielanimation (Kind
Jugend Familie)
Familienkafi
(jaz, Verein ZJT)
Gruppenangebote (z.B.
Mutter/Vater-Kindgruppen,
Chrabbelgruppen, ElternKind-Turnen)
Interkultureller Krabbeltreff
Plus (Eff-Zett + Fachstelle
Punkto Jugend und Kind)
Deutschkurse für Kinder im
Vorschulalter (Wunderfitz u
Redeblitz)
Deutschkurse für Kinder in
Kitas /Spielgruppen (Wunderfitz&Redeblitz)
Chum und Los Gschychtezyt
(Bibliothek Zug)
Bildung
Bestehende Angebote
FBBE und ihre strukturellen Merkmale
Nein
Kinder 4x13TN/
0-5J
J.
Deutsch Lernen in der Gemeinde (mit u. ohne Kinderhort) Freizeitanlage Loreto
Kinderturnen KiTu (SVKT
Frauensportverein Zug)
Deutschkurs Erwachsene mit
Kinderbetreuung (Pro Arbeit)
MuKi-Turnen (SVKT Frauensportverein Zug)
Krabbelgruppe Quartiertreff
Guthirt
Notfall-Kinderkurs (Samariterverband Kt. Zug)
Babymassage (Fachstelle
punkto Jugend und Kind)
Mütter-/Väterberatung
Mütter-Väterberatung (Fachstelle punkto Jugend und
Kind)
Erziehungsberatung
Elternbildung/Familienberatung (effzett)
Kinder- und Jugendberatung
Zug
Familien, Erziehungsberatung (Pro Infirmis)
Triangel Beratungsdienste
Paar- und Einzelberatung
(Zuger Kantonaler Frauenbund)
Situationsanalyse Stadt Zug
Kind Jugend
Familie
Nein
Verein
Nein
Ja
Nein
X
Nein
Verein
Nein
Ja
Nein
X
Nein
Verein
Nein
Ja
Nein
Nein
Privat
Nein
Nein
Ja
Nein
Verein
Nein
Nein
Ja
X
Nein
Verein
Nein
X
Ja
Verein
Ja
Ja
Nein
X
Nein
Verein
Nein
Nein
Ja
Nein
Verein
Ja
Ja
Nein
Verein
Ja
Ja
Nein
Ja
Nein
Ja
Nein
X
X
X
X
X
Nein
kantonal
X
interkommunal
Ja
Zusammenarbeit (Form)
Kommunal
Verein
Kontakt
(ja / nein)
Nein
X
Soziale
Dienste
Trägerschaft
LeisSubven- tungs- Selbst
tionierte verein- traPlätze
barung gend
Kanton
Soziales/
Gesundheit
Bildung
Bestehende Angebote
FBBE und ihre strukturellen Merkmale
Ja
Nein
Verein
Nein
Verein
www.stadtzug.ch
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Ja
Nein
Ja
Angebot
Altersgruppe
Anzahl
Plätze
Situationsanalyse Stadt Zug
Kind Jugend
Familie
Ja
Verein
Nein
Ja
Verein
Nein
Ja
Verein
X
Nein
Ja
Verein
Nein
Ja
X
Nein
Ja
Verein
Nein
Ja
Nein
Ja
Verein
Kt. Lu
Nein
LV Kanton
X
X
X
X
Nein
www.stadtzug.ch
interkommunal
Ja
Nein
Zusammenarbeit (Form)
Kommunal
Verein
Kontakt
(ja / nein)
Ja
X
Soziale
Dienste
Trägerschaft
LeisSubven- tungs- Selbst
tionierte verein- traPlätze
barung gend
Kanton
Soziales/
Gesundheit
kantonal
Elterncoaching, Erziehungsund Familien-beratung
(Fachstelle punkto Jugend
und Kind)
Familienentlastungsangebote
Familienhilfe Kanton Zug
Entlastungsdienst (Pro Infirmis)
Pflege von Kinder zu Hause,
Unterstützung im Haushalt
und Betreuung (Spitex Kanton Zug)
Sozialpraktikum Pro Juventute Zentralschweiz SOPRA
(Familienentlastung durch
Einsatz von PraktikantIn,
www.soprazentralschweiz.ch)
Pro Juventute (Göttibatzen)
Sozialpädagogische Familienberatung
Ambulante Hilfe für Familien
KOFA, Erziehungstrainings,
Abklärungen etc. (Fachstelle
Kinderbetreuung)
Aufsuchende Familienbegleitung u. begleitete Besuchstage (Kinder-JugendBeratung Zug)
Aufsuchende Programme,
Hausbesuchsprogramme
Bildung
Bestehende Angebote
FBBE und ihre strukturellen Merkmale
Verein
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Ja
Ja
Nein
Ja
Nein
Ja
Nein
Nein
Ja
Nein
Angebot
Altersgruppe
Anzahl
Plätze
Situationsanalyse Stadt Zug
interkommunal
Kommunal
Kontakt
(ja / nein)
Kind Jugend
Familie
X
Nein
Ja
Verein
Ja
Nein
X
Nein
Ja
Verein
Nein
Ja
X
Nein
Ja
Verein
Nein
Ja
X
Nein
LV
Ja
Verein
Nein
Ja
Nein
X
Nein
LV
Ja
Verein
Nein
Ja
Nein
X
Nein
LV
Ja
Verein
Nein
Ja
Nein
X
Nein
Ja
Verein
Soziale
Dienste
Trägerschaft
Kanton
Soziales/
Gesundheit
LeisSubven- tungs- Selbst
tionierte verein- traPlätze
barung gend
kantonal
Heilpädagogische Früherziehung (HPD) Haus-besuche
für die heilpädagogische
Früherziehung
Eltern / Kind Therapien
→ Liste der bestehenden
Angebote / Dienste
Angebote für Kinder
Pro Juventute (telefonische
Beratung 147)
Pro Juventute (Interaktives
Finanzlehrangebot Potz Tuusig)
Angebote für Eltern
Angebote, welche Informationen zur kindlichen Entwicklung verfügbar machen
Elternberatung (Fachstelle
Punkto Jugend und Kind)
Elternnotruf (Fachstelle
Punkto Jugend und Kind)
Versand Pro Juventute Elternbriefe (durch Fachstelle
Punkto Jugend und Kind)
Pro Juventute Kanton Zug
(zweisprachiger Elternratgeber "Unser Kind")
Informationsstelle oder –
plattform für Familien mit
Vorschulkinder (Angebotsübersicht, Veranstal-
Bildung
Bestehende Angebote
FBBE und ihre strukturellen Merkmale
Zusammenarbeit (Form)
www.stadtzug.ch
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Ja
Angebot
Altersgruppe
0-6
Jahre
ab 5
Jahre
1-6
Jahre
Anzahl
Plätze
Nein
Ja
Verein
Ja
Ja
Nein
X
X
Nein
Ja
Verein
Ja
Ja
Nein
X
Nein
Verein
Nein
Ja
Nein
interkommunal
X
Zusammenarbeit (Form)
Kommunal
X
Kontakt
(ja / nein)
kantonal
Kind Jugend
Familie
Kanton
Trägerschaft
Soziale
Dienste
Soziales/
Gesundheit
Bildung
Bestehende Angebote
FBBE und ihre strukturellen Merkmale
LeisSubven- tungs- Selbst
tionierte verein- traPlätze
barung gend
tungskalender)
→ Liste der bestehenden
Angebote / Dienste
Gruppenangebote (z.B.
regionale Elternrunde,
Femmes Tische, Anlässe /
Kurse zu Erziehungsthemen etc.)
"Eine Stunde für…" (Fachstelle Migration Zug)
In Zug Zuhause (Fachstelle
Migration Zug)
Femmes-Tische (eff-zett)
IG Alleinerziehende (Zuger
Kantonaler Frauenbund)
Angebote “rund um die
Geburt” (z.B. Geburtshilfe,
Stillberatung)
Freipraktizierende Hebammen Kanton Zug,
www.hebammenzentralschweiz.ch
Prävention/Gesundheit
Kantonales Aktionsprogramm "Gesundes Körpergewicht" (Gesundheitsamt
Kt. Zug)
Schweiz. Verband dipl. Ernährungsberaterinnen
HF/FH, www.svde.ch mit
Situationsanalyse Stadt Zug
Nein
X
nein
X
Ja
X
Nein
www.stadtzug.ch
Ja
Verein
Ja
Freiberufliche
Nein
Nein
Ja
Ja
Kanton
Ja
Ja
Nein
Ja
Freiberufliche
Nein
Ja
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Angebot
Altersgruppe
Anzahl
Plätze
LeisSubven- tungs- Selbst
tionierte verein- traPlätze
barung gend
kantonal
interkommunal
Kommunal
Kontakt
(ja / nein)
Kind Jugend
Familie
Soziale
Dienste
Kanton
Soziales/
Gesundheit
Bildung
Bestehende Angebote
FBBE und ihre strukturellen Merkmale
Trägerschaft
Ja
Kanton
Ja
Nein
privat
Ja
Nein
privat
Ja
Nein
privat
Ja
Nein
privat
Ja
Zusammenarbeit (Form)
Liste der freiberuflichen dipl.
ERB im Kt. Zug
an die FBBE angrenzende
Angebote
Medizinische Versorgung
und Betreuung von
Schwangeren (z.B. Gynäkologie, spez. Beratungsstellen)
→ Liste der bestehenden
Angebote / Dienste
Medizinische Versorgung:
PädiaterInnen
Dr. Viktoria Marty, Dr. Raoul
Schmid, Dr. Michael Hitzler,
Kantonsspital, Rigistrasse
15, Baar
Dr. Sylvia Gschwend, Baarerstrasse 12, Zug
Dr. Werner Weiss, Grafenauweg 11, Zug
Kinderzentrum Lindenpark
AG, Dr. Pius Bürki, Dr. Katharina Eikamp, Dr. Isabell
Terwey, Dr. Christina Spörri,
Lindenstrasse 10, 6340 Baar
Praxis Kunterbunt: Dr. Romedius Alber, Dr. Corina
Wilhelm, Dr. Jörg Zimmerli,
Neuhofstrasse 3b, Baar
Schuleingangsstufe
Situationsanalyse Stadt Zug
Nein
www.stadtzug.ch
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Angebot
Altersgruppe
Anzahl
Plätze
Deutsch als Zweitsprache
(DaZ) (Stadtschulen)
Schulpsychologie
Schulpsychologischer Dienst,
Zug
Sozialhilfe
Sprachförderung und soziale
Integration (Soziale Dienste)
Kinderspitex
KinderSpitex Zentralschweiz
weitere Angebote
Mentoringprojekt Primarschüler Guthirt (PH Zug)
Hörclub, Erzählfestival (PH
Zug Zentrum Mündlichkeit)
Fachstelle Integration: Weiterbildung Sprachförderung
(Kant. Sozialamt)
Situationsanalyse Stadt Zug
X
X
X
Ja
kantonal
interkommunal
Zusammenarbeit (Form)
Kommunal
Kontakt
(ja / nein)
Kind Jugend
Familie
Soziale
Dienste
Kanton
Soziales/
Gesundheit
Bildung
Bestehende Angebote
FBBE und ihre strukturellen Merkmale
Trägerschaft
LeisSubven- tungs- Selbst
tionierte verein- traPlätze
barung gend
Gemeinde
Ja
Ja
Nein
Nein
Kanton
Ja
Gemeinde
X
Nein
Verein
X
Nein
Schule
Ja
Nein
X
Nein
Schule
Ja
Nein
X
nein
Kanton
Ja
Nein
X
www.stadtzug.ch
X
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Nein
Ja
Ja
Angebot
Altersgruppe
Anzahl
Plätze
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