Univ.Prof. Dr. Kucera-Sliutz

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SEPTEMBER
VIENNA
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top class
D ie Z eits c hri f t des R u dol f inerha u ses
Geburtshilfe
Univ.Prof. Dr.
Kucera-Sliutz
JEDER FRAU
IHRE OPTIMALE
Geburtssituation
ermöglichen
obstetrics
Nuklearmedizin
Schlaflabor
Kooperation
Effiziente Diagnostik mittels
moderner Szintigraphie
Schlaf ist wichtig für den
Gesundheitszustand
Rotes Kreuz und
Rudolfiner-Verein
Nuclear Medicine
Sleep Laboratory
Cooperation
P.b.b. 1190 Wien, 07 Z 03 7511M
www.rudolfinerhaus.at
V I E N N A ‘ S L E A D I N G P R I VAT E H O S P I TA L
SEPTEMBER
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VIENNA
EDITORIAL
3 Willkommen im neuen Top Class
Im Dienste unserer Patienten!
At the service of our patients!
Hot off the press from the Rudolfinerhaus
8 Starke Partner!
Kooperation von Rudolfiner-Verein und ÖRK
Rudolfinerhaus Society and ÖRK cooperation
10 Auf Herz und Nieren
Das ermöglicht die Nuklearmedizin
inhalt
ContentS
INSIDE
4 News, Events & Lifestyle
Druckfrisch aus dem Rudolfinerhaus
Nuclear medicine has much to offer
12 Pflege verpflichtet!
Patientenorientierung am Rudolfinerhaus
Patient orientation at the Rudolfinerhaus
13 Campus Rudolfinerhaus Der neue Bachelor für Pflegewissenschaften
New Bachelor of Science in Health Studies
14 Ärzte am Rudolfinerhaus auf einen Blick Institute, Ordinationen, Belegärzte
Doctors and medical practices at the Rudolfinerhaus
PERSONALITY
16 Interview mit Univ.Prof. Dr. Elisabeth Kucera-Sliutz
Mit Kompetenz und Gefühl
With competence and sensitivity
SCIENCE 20 Spontangeburt oder Kaiserschnitt?
Methoden bei der Geburtshilfe
Methods for obstetrics
22 Anästhesie in der Geburtshilfe
Keine Angst vor Wehenschmerzen
No fear of contraction pain
23 Gute Nacht im Schlaflabor
Was tun gegen Schlafstörungen?
What to do in case of sleep disorders
RECREATION 25 Hilfe zur Selbsthilfe
Physikalische Medizin am Rudolfinerhaus
Physical medicine at the Rudolfinerhaus
16
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SEPTEMBER 2011 | DIE ZEITSCHRIFT DES RUDOLFINERHAUSES
25
23
SEPTEMBER
VIENNA
2 0 11
editorial
WIllkommen im neuen top clasS!
WELCOME to THE NEW TOp CLASS!
Einfach noch besser im Dienste unserer Patienten!
Simply better - at the
service of our patients!
Die Geschäftsführung des Rudolfinerhauses hat in den
letzten Monaten große Anstrengungen unternommen,
um den Service für Patienten und Belegärzte zu
optimieren. Darüber hinaus wurde eine Reihe von
internen Prozessen unter die Lupe genommen, um in
alle Richtungen und für alle Beteiligten eine Effizienzsteigerung zu erzielen.
The Rudolfinerhaus Management Board
has undertaken great efforts over the last few
months to optimize the services provided to
patients and attending physicians.
Aber auch im Bereich der Vernetzung und Kommunikation gibt es Neuerungen: Zum 1. Mal finden
Ende September die vom Rudolfiner-Verein – Rotes
Kreuz initiierten RUDOLFINERGESPRÄCHE statt.
Bundesminister für Gesundheit Alois Stöger, Mag. Dr.
Hans Jörg Schelling, Vorsitzender des Hauptverbandes
der österreichischen Sozialversicherungen, Prim. MR Dr.
Walter Dorner, Präsident der Österreichischen Ärztekammer und Dr. Peter Eichler, Vorstandsvorsitzender
der Uniqa Personenversicherung AG, diskutieren unter
der Moderation von Mag. Patricia Pawlicki das Thema
„Gesundheitswesen quo vadis: Privat oder Staat?“
In the area of networking and communications, too, there have been changes. For
the first time the RUDOLFINER TALKS
initiated by the Rudolfiner Society - Red Cross
will take place in late September. Federal
Minister of Health Alois Stöger, Mag. Dr.
Hans Jörg Schelling, Chairman of the Central
Association of the Austrian Social Insurance
Institutions, Prim. MR Dr. Walter Dorner,
President of the Austrian Medical Association
and Dr. Peter Eichler, Chairman of the Board
of Uniqa Personenversicherung AG, will be
discussing the topic “Healthcare quo vadis:
private or state-owned?“ moderated by Mag.
Patricia Pawlicki.
Die RUDOLFINERGESPRÄCHE finden künftig 2x pro
Jahr statt. Dabei werden namhafte Persönlichkeiten
aus Politik, Medizin und Wirtschaft zu aktuellen
Themen in Form einer Podiumsdiskussion im Rudolfinerhaus zu Wort kommen.
In future, the RUDOLFINER TALKS will
take place twice a year. Notable people from
politics, medicine and economy will have their
say on current issues in the form of a panel
discussion at the Rudolfinerhaus.
Mit herzlichen Grüßen
With warm regards,
Gouverneur a. D. Dr. Klaus Liebscher
Präsident Rudolfiner-Verein - Rotes Kreuz
President Rudolfiner-Society - Red Cross
IMPRESSUM
Medieninhaber & Herausgeber: Rudolfinerhaus Privatklinik GmbH,
Billrothstraße 78, 1190 Wien, www.rudolfinerhaus.at
Redaktion: Univ.Prof. Dr. Paul Aiginger, DGKS Ruth Deutsch-Hohberg,
MAS, Mag. Barbara Harold, MBA, Prim. Dr. Thomas Lang,
Barbara Martinuzzi, Oliver Moser, Mag. Georg Reichlin-Meldegg,
Dr. Michael Ressel, Dr. Brigitte Schedl-Richter, Mag. Scilla Steiner, MA.
Konzept, redaktionelle u. grafische Produktion:
arge|zeit|media, Neulinggasse 28/5, 1030 Wien, www.argezeit.at
Druck: Offset 5020, Bayernstraße 27, 5072 Siezenheim
Fotos: Agentur Diener/Österr. Frauenlauf GmbH, Michael Grünwald,
KGP Events GmbH, Doris Kucera, Foto Weinwurm, istockphoto, Rudolfinerhaus, ÖRK/Anna Stöcker
Offenlegung lt. § 25 MedienG: Geschäftsführung: Univ.Prof. Dr. Paul
Aiginger, Ruth Deutsch-Hohberg, MAS, Mag. Dr. Gerhard Pöttler, MBA.
Unternehmensgegenstand: Rudolfinerhaus Privatklinik GmbH ist
Betreiber des Belegspitals Rudolfinerhaus. Top Class dient der
Information der Patienten, Ärzte und der Vereinsmitglieder.
Wir bitten um Verständnis, dass wir aus Gründen der Vereinfachung
in unseren Texten auf die Genderformulierung verzichten.
Die Verwendung von redaktionellen Inhalten ist nur mit ausdrücklicher schriftlicher Genehmigung durch den Herausgeber gestattet.
Druck- und Satzfehler vorbehalten.
topSEPTEMBER
class2011
2|2010
ZEITSCHRIFTDESDESRUDOLFINERHAUSES
RUDOLFINERHAUSES 3 3
top class
| DIEDIEZEITSCHRIFT
INSIDE
INTERNATIONALE Gäste
Immer in Bewegung
bleiben!
Leinen los!
A
uch in diesem Jahr hieß es wieder Leinen los beim Drachenbootcup
2011 im Strandbad Alte Donau. Das Team des Rudolfinerhauses mit
21 begeisterten Paddlerinnen und Paddlern stellte sich dieser Herausforderung mit Teamgeist und viel Spaß am Wettbewerb. Bei Österreichs größtem
Business-Event wird in der Tradition der chinesischen Drachenboot-Rennen
gepaddelt. Die Regattastrecke ist anstrengende 250m lang.
Erfahrungsaustausch
Hochrangigen Besuch erhielt das Rudolfinerhaus
im Juli durch eine Delegation des saudi-arabischen Gesundheitsministeriums in Begleitung der
Außenwirtschaftsabteilung der WKÖ. Gouverneur
a.D. Dr. Klaus Liebscher, Präsident des RudolfinerVerein – Rotes Kreuz, hieß die Gäste gemeinsam
mit der Rudolfinerhaus-Geschäftsführung herzlich
willkommen.
Am Programm standen eine Führung durch
die Privatklinik, Präsentationen der einzelnen
Fachabteilungen sowie ein Rundgang durch den
„Campus Rudolfinerhaus“.
Run for fun!
D
er Andrang beim Österreichischen dm Frauenlauf am 22. Mai 2011
war groß. Das Wetter zeigte sich von seiner sonnigen Seite und alle
Sportlerinnen waren in bester Laufkondition. Die Vertreterinnen des Rudolfinerhauses waren auf der 5- bzw. 10-km-Strecke unterwegs. Ob vergnüglich
oder ehrgeizig – wir gratulieren voller Bewunderung.
HUMANITÄRES ENGAGEMENT
U
nd mit Power geht es im September weiter! Auch heuer starten wieder
Mitarbeiter des Rudolfinerhauses beim Wien Energie Business Run. In
3er-Teams geht es laufend oder im Nordic-Walking-Bewerb über 4,2 km vom
Ernst-Happel-Stadion durch den Wiener Prater und wieder retour. Für alle
Laufbegeisterten die perfekte Gelegenheit, in Bewegung zu bleiben...
MOVE YOUR bodY!
Top: Austria’s biggest business event: the 250 m Dragon Boat Cup.
Below: Austrian dm Women’s Race and the Wien Energie Business Run.
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SEPTEMBER 2011 | DIE ZEITSCHRIFT DES RUDOLFINERHAUSES
Für zwei russische Kleinkinder ist die Welt wieder
in Ordnung. Durch die Unterstützung des Charity
Vereines „Gift for Life“ war ihre Operation
möglich gemacht und am Rudolfinerhaus durchgeführt worden. Prim. Dr. Thomas Lang, Vorstand
der Anästhesiologie und Intermediate Care am
Rudolfinerhaus, begrüßte zu diesem Anlass eine
Delegation aus Russland mit Ärzten des Moskauer
State Research Clinical Centers, einem Mitglied
des Medical Councils von „Gift for Life“ sowie
einem Moskauer Medienvertreter.
INTERNATIONAL VISITORS
Top: A visit from members of the Saudi
Arabian Health Ministry.
Below: “Gift for Life” charity enables
surgery of two Russian toddlers at the
Rudolfinerhaus.
Großes Fest
INSIDE
für kleine Leute!
Babyfest 2011
K
asperl, Zauberer, Kinderschminken – am 18. Juni sorgte das Babyfest des Rudolfinerhauses
wieder für strahlende Gesichter. Nach
dem schlechtwetterbedingten Ausfall im
Vorjahr fanden sich beim heurigen Babyfest knapp 350 große und kleine Gäste im
herrlichen Garten des Rudolfinerhauses zu
einem unterhaltsamen Nachmittag ein.
Für eine gute Sache:
Moderatorin Edith Rolles im Gespräch
mit dem Ärztlichen Direktor des Rudolfinerhauses, Univ.Prof. Dr.
Paul Aiginger, und bei der
Scheckübergabe an den
Generalsekretär-Stv. des
Österr. Roten Kreuzes, Dr.
Werner Kerschbaum.
Das umfangreiche Programm bot sowohl
eine Modenschau, bei der die Kleinsten
Kreationen aus dem Haus „Himmelblau
und Rosarot“ vorstellten, als auch eine
Kasperlaufführung sowie die magische Welt
des Zauberers Helmut. Die Tombola wartete mit vielen attraktiven Preisen
auf.
Wichtig für den dahinter liegenden Charity-Gedanken:
Der Erlös der Tombola
unterstützt einmal mehr
eine bedürftige Familie. Außerdem wurde das Honorar
von Johanna Vlk aus der ATV
Fernsehproduktion „Teenager
werden Mütter“ an die Organisation „YoungMum“ überreicht.
Children’s Festival
On 18 June, 350 big and
small guests enjoyed the
fashion show, puppet show
and the magician Helmut.
Proceeds from the raffle go
to a family in need.
Durch die Veranstaltung
führte gut gelaunt TV Moderatorin Edith Rolles.
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SEPTEMBER 2011 | DIE ZEITSCHRIFT DES RUDOLFINERHAUSES
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Preisverleihung
INSIDE
Abschied von
Dr. Barbara Fellinger
31.05.1914 – 29.08.2011
Herausragende wissenschaftliche Arbeiten zum Thema „Pflege“
wurden erstmals mit dem „Elisabeth Seidl Preis“ ausgezeichnet.
A
Mit großer Betroffenheit gibt der Rudolfiner-Verein –
Rotes Kreuz die traurige Nachricht bekannt, dass Frau
Dr. Barbara Fellinger
im 97. Lebensjahr verstorben ist.
Als Gattin des ehemaligen Präsidenten des
Rudolfiner-Verein – Rotes Kreuz, Herrn Univ.Prof.
Dr. Karl Fellinger, war Frau Dr. Fellinger stets für ihre
Menschlichkeit, Güte und Liebenswürdigkeit bekannt.
Ihre berufliche Laufbahn als Juristin und erfolgreiche
Pianistin hat sie aufgegeben, um sich bereits in jungen
Jahren gemeinsam mit ihrem Gatten dem Wohle
des Rudolfinerhauses zu widmen.
Aufgrund ihres jahrzehntelangen Einsatzes sowie ihrer
Liebe zum Rudolfinerhaus wurde Frau Dr. Barbara
Fellinger im Jahr 2000 die Ehrenmitgliedschaft
des Rudolfiner-Vereines verliehen.
Zeitlebens hat Frau Dr. Fellinger großzügig
das Rudolfinerhaus, den Rudolfiner-Verein, die Gesundheits- und Krankenpflegeschule und auch viele andere
karitative Projekte unterstützt.
Ihr Einsatz und ihre Liebe zum Rudolfinerhaus werden
uns auch in Zukunft begleiten und Vorbild sein!
Verwaltungsrat und Vorstand
des Rudolfiner-Verein – Rotes Kreuz
Geschäftsführung und Aufsichtsrat
der Rudolfinerhaus Privatklinik GmbH
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SEPTEMBER 2011 | DIE ZEITSCHRIFT DES RUDOLFINERHAUSES
m 16. Juni 2011 war es so weit: Zum ersten Mal
ging der „Elisabeth Seidl Preis“ an seine glücklichen Preisträger. Prof. Dr. Elisabeth Seidl, Pionierin der
österreichischen Pflegewissenschaft, hat die Entwicklung
der Pflege u.a. als langjährige Pflege- und Schuldirektorin am Rudolfinerhaus sowie als Wissenschaftlerin in
besonderer Weise unterstützt.
Aus diesem Grund stiftete das Rudolfinerhaus den „Elisabeth Seidl Preis“, der mit € 1000 (Masterarbeit) und mit
€ 500 (Bachelorarbeit) dotiert ist. Ziel ist es, den Nachwuchs in der Pflegewissenschaft zu fördern. Wir gratulieren den Preiträgern sehr herzlich! Die Fachjury betonte
ausdrücklich die Qualität der eingereichten Arbeiten.
Awards Ceremony
For the first time this year, the “Elisabeth Seidl Preis“ for outstanding academic work in the area of healthcare was awarded
for excellent BA/MA dissertations.
Mit engagement
„Uterus myomatosus Update“ lautete das Schwerpunktthema der
medizinischen Vortragsrunde Mitte Juni am Rudolfinerhaus.
Im Mittelpunkt der Beiträge von Dr. Bernhard Bartosch, OA Dr. Reinhold
Tischler, OA Univ. Doz. Dr. Gernot Hudelist, MSc, sowie Prim. Univ.Prof.
Dr. Siegfried Thurnher stand Neues und Wissenswertes über Myome der
Gebärmutter, die häufigsten gutartigen Tumore der Frau. Zahlreiche
Besucherinnen und Besucher nützten das hohe fachliche Niveau der
Veranstaltung. Von den Anwesenden besonders betont wurde übrigens die
hervorragende Zusammenarbeit zwischen Gynäkologie und Radiologie am
Rudolfinerhaus. Ein großes Danke an alle Beteiligten für das Engagement
sowie den Firmen WERFEN und Johnson & Johnson für ihr Sponsoring.
„Uterus myomatosus Update“
was the main focus of the medical lectures at the Rudolfinerhaus
in June. Thank you to all participants and sponsors!
So schön startete
der Sommer
Sommerfest 2011
D
as Wetter war traumhaft, die
Gäste in bester Stimmung
und das Ambiente für diesen Abend
absolut perfekt!
Zahlreiche Gäste und Mitarbeiter
ließen sich den Anlass nicht entgehen und kamen zum traditionellen
Sommerfest des Rudolfinerhauses.
Gouverneur a.D. Dr. Klaus Liebscher
und die Geschäftsführung hatten auch
heuer geladen und so wurde am 21.
Juni 2011 im wunderschönen Ambiente des hauseigenen Gartens einmal
mehr der kalendarische Sommerbeginn gefeiert.
Nach Sektempfang und offizieller
Begrüßung genossen die Gäste das
Buffet oder trafen sich zum SmallTalk an der Cocktailbar. Getanzt
wurde bis in den späten Abend –
was für ein gelungenes Fest!
SUMMER Festival
After the champagne reception and
welcome, guests enjoyed the buffet and
cocktail bar and danced the night away.
What a party!
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SEPTEMBER 2011 | DIE ZEITSCHRIFT DES RUDOLFINERHAUSES
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Vertiefende Impulse setzte der 2010 erneuerte
Kooperationsvertrag mit dem Österreichischen Roten Kreuz.
Für ein gemeinsames humanitäres Engagement agieren hier:
INSIDE
Starke
Partner!
D
en Rudolfiner-Verein und
das Österreichische Rote
Kreuz verbinden viele
Parallelen. Beide wurden in der
zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts
ins Leben gerufen. Beide gehen auf
große und außergewöhnliche
Gründerpersönlichkeiten
zurück.
Während Henry Dunant –
geprägt von den Grausamkeiten der Schlacht von
Solferino – das Rote
Kreuz mit dem ursprünglichen Ziel
gründete, Kriegsverwundete unabhängig von ihrer Nationalität und
einfach aufgrund der Schwere ihrer
Verletzung medizinisch zu versorgen, ging es Theodor Billroth und
Gustav Jurié vor allem um
die Ausbildung von
Krankenpflegepersonal für die Verwundeten in Kriegslazaretten. Und auch
sie machten keinen
Unterschied, ob
eigene oder feindliche
Soldaten zu behandeln waren.
Tradition verpflichtet
Über die Jahrzehnte sind aus beiden
Initiativen moderne Unternehmen
entstanden, die ihre humanitäre
Ausrichtung in der Gegenwart fest
verankert haben und ihre Verantwortung ernst nehmen. Allein in
Österreich wird die RotkreuzBewegung von rund 55.000 freiwilligen Helfern getragen, die sich
dem Leitsatz verpflichtet fühlen,
„das Leben von Menschen in Not
und sozial Schwachen durch die
Kraft der Menschlichkeit zu verbessern“.
Und auch in der bereits seit über
100 Jahren bestehenden Kooperation von Rudolfiner-Verein und
Rotem Kreuz wird dieser Gedanke
bis heute weitergeführt.
GUT ZU WISSEN:
Das Rote Kreuz in Österreich und weltweit
Über 10 Mio. Arbeitsstunden wurden 2010 von freiwilligen Rotkreuz-Helfern in Österreich geleistet.
Haupteinsatzbereiche waren der Rettungsdienst sowie Pflege- und Blutspendedienste. In Zukunft rechnet
man aufgrund der demographischen Entwicklung mit einer Zunahme des Bedarfs der Altenpflege.
Angesichts der zahlreichen Katastrophen im Vorjahr führte das ÖRK Einsätze in 40 Ländern mit über
9100 Einsatztagen durch. Weltweit gibt es 186 RK-Gesellschaften. Mehr zum Thema auf www.roteskreuz.at.
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SEPTEMBER 2011 | DIE ZEITSCHRIFT DES RUDOLFINERHAUSES
„Wir haben ja absolut ähnliche
Werte und eine große Übereinstimmung in unseren Leitbildern“,
so Dr. Werner Kerschbaum, Stv.
Generalsekretär im Gespräch. „Sowohl dem Rudolfiner-Verein wie
auch dem Roten Kreuz geht es um
Respekt vor schwierigen Lebenssituationen, darum, Lebensqualität
von Menschen in Not zu verbessern
und um soziale Verantwortung.“
In den Vereinsstatuten des Rudolfiner-Verein – Rotes Kreuz ist dem-
nach auch die Verpflichtung zu den
Grundsätzen des Roten Kreuzes zu
Menschlichkeit, Unparteilichkeit,
Neutralität, Unabhängigkeit, Freiwilligkeit, Einheit und Universalität
festgelegt.
Moderne Kooperation
„Mit der zuletzt gesetzten, gemeinsamen Initiative des vertieften
Kooperationsvertrages wollten wir
auch für die Öffentlichkeit dokumentieren, dass uns zum einen die
Zusammenarbeit mit dem Rudolfiner-Verein und dem Rudolfinerhaus sehr wichtig ist, zum anderen
dass wir die Zukunft gemeinsam
wirkungsvoll gestalten möchten.
D.h. mit neuen Impulsen, einer
wirtschaftlichen Basis und einer
lebendigen Kommunikationsstruktur“, so Kerschbaum, der das Rote
Kreuz nun mit Sitz und Stimme
im Verwaltungsrat des RudolfinerVereins sowie im Aufsichtsrat der
Rudolfinerhaus Privatklinik GmbH
vertritt, an der das ÖRK mit 5%
beteiligt ist.
„Für uns besitzt das Rudolfinerhaus
die Autorität in der Gesundheitsund Krankenpflegeausbildung
schlechthin. Und wir sind sehr froh
darüber, dass das Rudolfinerhaus
jährlich eine Reihe von z.T. sehr
aufwendigen Operationen über-
nimmt, die für die betroffenen, bedürftigen Menschen unentgeltlich
sind. Ich persönlich bin in diesem
Zusammenhang auch immer wieder von dem außergewöhnlichen
Engagement der Ärzte am Rudolfinerhaus beeindruckt, die ihre Leistungen ja ebenfalls ohne Bezahlung
zur Verfügung stellen. Für mich ist
das der beste und schönste Beweis,
dass hier humanitäre Bekenntnisse
nicht nur Lippenbekenntnisse sind,
sondern handfest in der Realität
umgesetzt werden.“
Zukunft gestalten
„Das Rote Kreuz will andererseits
für das Rudolfinerhaus und den
Rudolfiner-Verein aktiver Netzwerkpartner sein und Inputs bzw.
Erfahrungen für die Pflegeausbildung liefern, die hier sicher auf sehr
fruchtbaren Boden fallen. Diese
Konstellation ist“, so Kerschbaum,
„für alle eine klassische Win-winSituation. Denn nur in einer aktiv
gelebten Partnerschaft können
Verbesserungen und Veränderungsprozesse in Gang gesetzt werden.
Immerhin bewegen wir uns ja in
Bereichen, die weitreichende
gesellschaftliche Konsequenzen
haben. Und diese möchten wir
mit Verantwortungsbewusstsein,
aber auch größtmöglicher Effizienz
gestalten.“
STronG
Partners!
In 2010, the renewed cooperation
contract with the Austrian Red
Cross set the pace for the future.
T
he Red Cross’s 55,000 volunteers
have the mission of improving
the lives of vulnerable people by
mobilizing the power of humanity.
This is also the underlying thought of
the cooperation with the Rudolfiner
Society, which has existed for over 100
years. “We have absolutely similar
values and great consensus in our mission statements,” says Deputy Secretary
General Dr. Werner Kerschbaum.
The recent initiative of the deepened
cooperation contract aims to demonstrate to the public that the cooperation with the Rudolfinerhaus is
important to the Red Cross and that
the two organisations aim to plan for
the future effectively. New impulses, an
economic basis and a lively culture of
communication are part and parcel of
the cooperation.
The Rudolfinerhaus carries out a range
of often very complicated operations
every year, which are free of charge for
people in need. The Red Cross provides
input and experience for healthcare
education. A win-win situation!
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SEPTEMBER 2011 | DIE ZEITSCHRIFT DES RUDOLFINERHAUSES
9
INSIDE
AUF HERZ UND
Nieren
Die genaue Diagnose ist der erste Schritt
für eine erfolgreiche Therapie:
Die Abteilung Nuklearmedizin am Rudolfinerhaus
umfasst bildgebende Verfahren sowie ein
Schilddrüsenzentrum auf höchstem Niveau.
Ü
ber 3 Milliarden Mal
schlägt das Herz während
der durchschnittlichen
Lebensdauer eines Menschen. 3,5
Millionen Liter Luft atmet die
Lunge eines gesunden Erwachsenen
pro Jahr. 300-mal pro Tag fließt das
gesamte Blut im Körper durch die
Nieren. Solche Höchstleistungen
können Organe nur erbringen,
wenn sie gesund sind.
Moderne Szintigraphie
Die Nuklearmedizin liefert für die
Diagnose und Therapie v.a. von den
für den Stoffwechsel verantwortlichen Organen bereits seit über 50
Jahren wertvolle Ergebnisse. Dabei
werden dem Patienten risikolose,
radioaktive Substanzen verabreicht,
und es wird mit einer Gammakamera aufgezeichnet, wie sich diese
Substanzen im Körper räumlich
und zeitlich verteilen. Kurz gefasst:
Auf diese Art und Weise lassen sich
Stoffwechselvorgänge sichtbar ma-
10
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SEPTEMBER 2011 | DIE ZEITSCHRIFT DES RUDOLFINERHAUSES
chen. Und da in einem erkrankten
Gewebe der Stoffwechsel schneller
oder langsamer als in einem gesunden abläuft, lässt sich aufgrund der
verfolgten Radiopharmaka bzw. der
unterschiedlichen Strahlung die
Funktion der Organe beurteilen.
Diese Untersuchungsmethode wird
Szintigraphie genannt.
Die wichtigste Anwendung nuklearmedizinischer Methoden war
lange Zeit die Diagnostik und
Therapie von Schilddrüsenerkrankungen. Heute werden auch zahlreiche andere Organe und Gewebe
im Rahmen der Nuklearmedizin
untersucht. Die Besonderheit der
Szintigraphie ist die Funktionsdiagnostik, die durch die Differenzierung zwischen funktionell aktivem
und inaktivem Gewebe möglich ist.
In Ergänzung mit anderen bildgebenden Verfahren wie Röntgen,
CT oder Ultraschall, die vor allem
anatomische Informationen liefern,
können Krankheiten und ihre
GUT ZU WISSEN:
Keine Angst vor Strahlenbelastung
Für die nuklearmedizinische Diagnostik werden Arzneimittel eingesetzt, die mit einem
radioaktiven Isotop markiert sind. Diese Arzneimittel werden Tracersubstanzen genannt
und werden meist intravenös verabreicht.
Die Szintigraphie wird häufig unmittelbar
nach Verabreichung der Tracersubstanz
durchgeführt. Je nach Untersuchung kann
die Zeit zwischen Applikation und Durchführung der Aufnahmen allerdings auch
mehrere Stunden betragen.
Die auf diese Weise in den Körper gelangende Dosis an Radioaktivität ist äußerst
gering. Die Tracersubstanzen besitzen nur
kurze Halbwertszeiten von wenigen Stunden
oder Tagen. Üblicherweise ist die Dosis
mit der Strahlenbelastung einer Röntgenuntersuchung oder Computertomographie
vergleichbar.
Auslöser so
identifiziert und
effektiv behandelt werden.
Rasche Befunde, kurze Wartezeiten
Univ.Doz. DDr. Gerold Porenta,
Leiter der Abteilung Nuklearmedizin am Rudolfinerhaus, betreut
mit seinem Team stationäre und
ambulante Patienten nach Zuweisung durch einen behandelnden
Arzt. „Natürlich sind gerade in
unserem Bereich oft Ängste und
Unsicherheiten der Patienten
groß. Wir bemühen uns deshalb,
auf jeden Einzelnen in aller Ruhe
einzugehen. Nachdem wir eine moderne Doppelkopf-Gammakamera
haben, sind die Untersuchungszeiten überdies relativ kurz. Außerdem
muss bei uns der Patient nicht in
eine gefürchtete ‘Röhre‘ – bei uns
bekommt also niemand Platzangst.
Die Befunde werden noch am gleichen Tag erstellt. Darüber hinaus
haben wir ein optimal vernetztes,
digitales Bildarchiv, sodass die Aufnahmen sowohl hier im Haus den
Stationen als auch den behandelnden Ärzten sofort zur Verfügung
stehen.“
„Wir haben zwei Schwerpunkte
in unserem Ambulatorium: Das
ist zum einen die funktionelle
Bildgebung mittels Szintigraphie.
Die Funktionen von Herz, Lunge, Gehirn, Knochen und Nieren
können auf diese Weise besonders
aussagekräftig visualisiert werden.
Eine Besonderheit ist dabei die
Darstellung des Lymphabstroms
der weiblichen Brustdrüse bei
geplanten Brustoperationen mittels
Sentinel Node Szintigraphie.
Bisher wurden Achsellymphknoten
weitgehend entfernt, was eine große
Belastung für die Patientin dargestellt hat. Nun kann während der
Operation durch die Untersuchung
eines einzelnen Lymphknotens, der
mit der Szintigraphie geortet wird,
ausreichend Informationen über
den Befall gewonnen werden. Gesunde Lymphknoten werden damit
erkannt und bleiben auf alle Fälle
erhalten. Erst kürzlich wurde dafür
eine top-moderne Gammasonde
angeschafft, wir sind somit medizintechnisch am letzten Stand.
Zum anderen werden in unserem
Schilddrüsenzentrum Hormonbestimmungen, Ultraschall und
Szintigraphie zur Diagnose und
Therapie von Erkrankungen der
Schilddrüse durchgeführt.“
IM GESPRÄCH:
Univ.Doz.
DDr. Gerold Porenta
Leiter der Abteilung
Nuklearmedizin
am Rudolfinerhaus
Nuclear
MEDICINE
Imaging techniques and stateof-the-art thyroid centre at the
nuclear medicine department
D
uring the average person’s
lifespan, the heart beats over
3 billion times, the lungs inhale 3.5
million litres of air per year and the
body’s entire blood passes through the
kidneys 300 times a day. Such peak
performance is only possible when the
organs are healthy.
Through nuclear medicine it becomes
possible to make metabolic processes
visible. In scintigraphy, radiopharmaceuticals are ingested intravenously
and a gamma camera then records
how these substances spread through
the body. Combined with x-ray, CT
or ultrasound, diseases can thus be
identified and treated effectively.
The so-called tracer substances used in
this procedure contain small levels of
radioactivity, comparable to the exposure during an x-ray or a CT.
All equipment used at the Rudolfinerhaus, such as the gamma probe, is
state-of-the-art and diagnostic findings
are available right away.
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SEPTEMBER 2011 | DIE ZEITSCHRIFT DES RUDOLFINERHAUSES
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INSIDE
Pflege
VERPFLICHTET!
Der Grundsatz der „Patientenorientierung“ hat am
Rudolfinerhaus besondere Bedeutung. Fixe Bestandteile
sind die tägliche Pflegevisite und die regelmäßige
Einbindung neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse.
U
ns geht es in erster Linie
darum, dass die Pflege und
die Betreuungsorganisation optimal auf die Wünsche des
Patienten abgestimmt werden“. Dr.
Andrea Smoliner, MNS, Leiterin
der Stabstelle Pflegeentwicklung am
Rudolfinerhaus, bringt die Zielsetzung auf den Punkt.
Dabei sind Transparenz, Verständlichkeit, Informationsaustausch,
hohe Professionalität, aber auch
Kontinuität wesentliche Voraussetzungen. Deshalb hat jeder Patient
im Rudolfinerhaus eine für ihn zuständige Pflegeperson. Das schafft
Vertrauen von Seiten der Patienten
und die optimale Beobachtungsmöglichkeit für die betreuenden
Pflegepersonen.
„Es gibt einmal am Tag in der Früh
eine gemeinsame Tagesplanung, bei
der mit dem Patienten die Tagesorganisation besprochen wird. Dabei
können wir unkompliziert und im
Vorhinein auf Patientenwünsche
eingehen“, so Smoliner im Gespräch. „Am Nachmittag findet die
Pflegevisite statt. Im Rahmen dieses
Gespräches zwischen betreuender
Pflegeperson und Patient wird der
12
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SEPTEMBER 2011 | DIE ZEITSCHRIFT DES RUDOLFINERHAUSES
Tag gemeinsam reflektiert, pflegerische Problemstellungen besprochen
und weitere Informationen gegeben. Diese Form der Einbeziehung
des Patienten in seinen Betreuungsprozess ist eine Besonderheit des
Rudolfinerhauses.“
Einen ebenfalls hohen Anspruch
setzt man sich in Wiens renommierter Privatklinik punkto Pflegestandards. Dazu gehört auch,
„wissenschaftlich up-to-date zu
sein“. Das wird vor allem durch das
permanente Screening wissenschaftlicher Publikationen garantiert.
Liegen neue Erkenntnisse auf dem
Tisch, werden diese in die bestehenden Pflegestandards eingearbeitet,
an die Pflegenden weitergegeben
und deren Anwendung in der Praxis evaluiert.
„Für unsere Pflegenden ist das ein
wesentlicher Rückhalt in ihrer täg
IM GESPRÄCH:
Dr. Andrea Smoliner, MNS
Leiterin Stabsstelle
Pflegeentwicklung
am Rudolfinerhaus
lichen Arbeit“, so Smoliner. „Ihre
Tätigkeiten haben damit einen
immer wieder neu wissenschaftlich
abgesicherten Status und auch das
Gespräch mit den Patienten steht
so auf einer fundierten Basis.“
Da überrascht auch nicht die
Kooperation mit dem Pflegewissenschaftlichen Institut der Uni Wien
oder mit der UMIT in Hall/Tirol,
deren Studenten die Möglichkeit
haben, ihre Diplomarbeiten am
Rudolfinerhaus durchzuführen.
Zu guter Letzt kommen Inputs zur
Pflegeoptimierung nicht nur von
externen Quellen. Das Rudolfinerhaus hat eine lange Tradition in der
eigenständigen Weiterentwicklung
und Optimierung der Pflege.
Committed to
Care!
“Patient orientation” has special
significance at the Rudolfinerhaus.
T
o fulfill individual requirements,
each patient has a personal attendant. This relationship of trust, along with
efforts to remain up-to-date with recent
scientific findings at all times, is what
makes the Rudolfinerhaus so unique.
BESTNOTEN in der ausbildung
Campus
RUDOLFINERHAUS
Studierende berichten vom Bachelorstudiengang
„Gesundheits- und Krankenpflege“, der letzten
Oktober am Rudolfinerhaus in Kooperation mit der
Fachhochschule Wiener Neustadt startete.
D
ie Ausbildung von Pflegepersonen auf höchstem
Niveau hat am Rudolfinerhaus lange Tradition – und ist dabei
stets am Puls der Zeit.
Wissenschaftlich fundiert und
praxisnah zugleich erweist sich der
neue Studiengang in Kooperation
mit der FH Wiener Neustadt für
die knapp 20 Studierenden, die in
diesem Sommer die ersten zwei der
insgesamt sechs Semester absolviert
haben.
„Das Studium am Rudolfinerhaus
inkludiert Inhalte, die in anderen
Curricula nicht präsent sind“, erzählt
Egmont Weber, Student, auf die
Qualität seiner Ausbildung angesprochen. „Gesundheitsförderung,
Obdachlosenbetreuung oder familienorientierte Pflege sind nur einige
der Bereiche, die ein viel umfangreicheres Bild von Gesundheits- und
Krankenpflege vermitteln, als man es
zunächst hat.“ Der Zivildienst bei
der Rettung gab für ihn schon eine
bestimmte Richtung vor, doch einiges sei ihm dort noch abgegangen:
„Der soziale Schwerpunkt ist bei der
Pflege deutlich ausgeprägter.“
Seine Studienkollegin, Mag. Alice
Spann, pflichtet ihm bei: „Am
Rudolfinerhaus verbindet sich die theoretische Ausbildung, die teilweise an
der FH Wiener Neustadt stattfindet,
mit umfangreicher Praxis. Diese hat
mir bei meinem vorigen Studium der
Pflegewissenschaft gefehlt. Hier macht
sie 50 Prozent des Studiums aus.“
Praxisnähe und soziale Kompetenz
„Die praktische Ausbildung findet
sowohl im Rudolfinerhaus selbst als
auch außerhalb statt, zum Beispiel in
der Hauskrankenpflege, in Rehabilitationseinrichtungen und in Pflegeheimen. Im fünften Semester ist auch
ein Praktikum im Ausland vorgesehen. Zuerst setzen wir allerdings die
erlernte Theorie in der hauseigenen
Lernwerkstatt um und probieren unser pflegerisches Können in geschütztem Rahmen aneinander aus. Als
nächstes begleiten wir Pflegepersonen
auf den Stationen und sehen ihnen
zunächst nur zu. Schließlich bekommen wir Aufgaben, wie z.B. das
Messen der Vitalfunktionen, übertragen – natürlich unter Aufsicht. Erst
der letzte Schritt ist das selbständige
Durchführen.“
Dass man für die Pflege ein hohes Maß an sozialer Kompetenz
mitbringen müsse, sind sich die beiden mit Charlotte Fuchs einig. Sie
entschied sich für diesen speziellen
FH-Lehrgang, weil sie Menschen in
schwierigen Situationen beistehen
möchte. Außerdem ist sie überzeugt: „Gut ausgebildete Pflegepersonen werden in Zukunft noch mehr
gebraucht werden.“
The Rudolfinerhaus
Healthcare
Campus
First class of 20 students reports
on the new BA Science in Health
Studies.
S
tudents praise the practice-oriented
focus of the course, which makes up
50% of their teaching and takes place
at the hospital itself as well as externally.
Social competences are also a crucial aspect
of the BA. “There will be even greater
demand for healthcare staff in the future,”
says student Charlotte Fuchs.
top class
SEPTEMBER 2011 | DIE ZEITSCHRIFT DES RUDOLFINERHAUSES
13
institute
aBTEILUNG für Anästhesie und Intermediate Care
Prim. Dr. Thomas Lang
[email protected] | Anmeldung: +43 (0)1 36036-6040
Prim. Univ.Doz. Dr. Andreas Neuhold, MBA
[email protected] | Anmeldung: +43 (0)1 36036-6301
Institut für nichtinvasive kardiologische Diagnostik
Prim. Univ.Prof. Dr. Shapour Djavan
[email protected] | Anmeldung: +43 (0)1 36036-6341
Institut für Bildgebende Diagnostik
Institut für invasive Kardiologie und GefäSSdiagnostik
OA Dr. Thomas Brunner
[email protected] | Anmeldung: +43 (0)1 36036-6421
Univ.Doz. DDr. Gerold Porenta
[email protected] | Anmeldung: +43 (0)1 36036-6321
Ambulatorium für Nuklearmedizin
Institut für Physikalische Therapie
Histologisch-zytologisches Labor
Institut für Medizinisch-Chemische Labordiagnostik
ordinationen
KONTAKT:
+43 (0)1 360 36-0
Billrothstr. 78, 1190 Wien
AUGEN
Dr.Robert Biowski
Univ.Prof. Dr. Wolfgang HaufF
Univ.Prof. Dr. Julius Lukas
Dr. Beatrix Neumaier-Ammerer
Univ.Prof. Dr. Michael Radda
Dr. Elena Borisowa ROSENAUER
Dr. Gabriel Rudnay
Priv.Doz. Dr. Eva STIFTER
Chirurgie
Prim. Univ.Doz. Dr. Georg Bischof
Prim. Univ.Prof. Dr. Manfred Deutsch
Prim. Dr. Klaus Dittrich
Univ.Doz. Dr. Peter Hollaus
Univ.Prof. Dr. Nikolai Korpan
Prim. Dr. Dieter H. Sponer
Dr. Markus Thalman
14
A M R u dol f inerha u s
top class
OA Dr. Wafa Yeganehfar
Dermatologie
Univ.Prof. Dr. Eva-Maria Kokoschka
Prim. Univ.Prof. Dr. Beatrix Volc-Platzer
GefäSSchirurgiE
Prim. Dr. Afshin Assadian
Univ.Prof. Dr. Peter Polterauer
Gynäkologie
Dr. Bernhard BARTOSCH
HALS-NASEN-OHREN
Univ.Prof. Dr. Monika CARTELLIERI
Dr. Mualla DUMAN
Univ.Prof. Dr. Klemens FREI
Univ.Prof. Dr. Sasan HAMZAVI
Dr. Henriette HOSPODKA
Prim. Univ.Prof. Dr. Christoph REISSER
Univ.Prof. Dr. Michael ZRUNEK
Innere Medizin
Univ.Prof. Dr. Paul AIGINGER
Dir. Prim. Prof. Dr. Franz BÖHMER
Univ.Prof. Dr. Othmar FÖRSTER
SEPTEMBER 2011 | DIE ZEITSCHRIFT DES RUDOLFINERHAUSES
Dr. Pia Adrario
[email protected] | [email protected] | Anmeldung: +43 (0)1 36036-6351
Prim. Dr. Nikolaus Neuhold
Univ.Prof. Dr. Gerhard Breitenecker
[email protected] | Anmeldung: +43 (0)1 36036-6441
Dr. Renée Tauffer
[email protected] | Anmeldung: +43 (0)1 36036-6430
A M R u dol f inerha u s
Univ.Doz. Dr. Martin BUCHELT
Prim. Dr. Rudolf HANSLIK, MSc
Univ.Prof. Dr. FlorianGOTTSAUNER-WOLF
Dr. Peter LAURINGER
Dr. Alexander KRAFT
Prim. Univ.Prof. Dr. Rudolf PRAGER
Dr. Gabriele KRIEGS-AU
Dr. Mag. Anna Maria RIEDL
Prim. Dr. K. Michael RIEDL
Univ.Doz. Dr. Karl-Peter SAGASTER
Dr. Andreas SCHIESSEL
Univ.Prof. Dr. Josef SCHWARZMEIER
Univ.Prof. Dr. Wolfgang SCHWÄGERL
Dr. Michael WASILEWSKI
Univ.Prof. Dr. Gobert SKRBENSKY
Interventionelle Radiologie
Dr. Rudolf STOFFELLA
Dr. Ivan DOBROCKY, PhD, MSc
KinderheilkundeUniv.Prof. Dr. Reinhard WINDHAGER
PlastISCHE Chirurgie
Univ.Prof. Dr. Kurt WIDHALM
Prim. Univ.Prof. Dr. Maria DEUTINGER
Neurochirurgie
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OA Dr. Hans P. AMMERER
Dr. Paul POINTINGER
NeurologiE
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Praktische Ärzte
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MR Dr. Maher DAMEN-BARAKAT
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Nuklearmedizin-Schilddrüse
Psychotherapie
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Orthopädie
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Pulmologie
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Thoraxchirurgie
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Unfallchirurgie
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OA Dr. Martin LEIXNERING
Prim. Univ.Prof. Dr. Mehdi MOUSAVI
Univ.Prof. Dr. Johannes POIGENFÜRST
Prim. Univ.Prof. Dr. Wolfgang SCHARF
Dr. Paul STAMPFL
OA Dr. Peter VALENTIN
Urologie
Univ.Prof. Dr. Bob DJAVAN
Univ.Prof. Dr. Christian SCHMIDBAUER
Dr. Igor STANCIK
www.rudolfinerhaus.at
belegärzte
a
b
c
d
e
f
g
h
i
Dr. Alexander AICHELBURG
Univ.Prof. Dr. Paul AIGINGER
Dr. Michael Yaser AKTA
OA Dr. Erich ALTENBURGER
OA Dr. Hans P. AMMERER
Prim. Dr. Wilhelm H. APPEL
Univ.Prof. Dr. Leopold AUERBACH
Dr. Bernhard BARTOSCH
Univ.Prof. Dr. Wolf Dieter BAUMGARTNER
Prim. Dr. Klaus BECKER
Dr. Gilbert BERAN
Univ.Doz. Dr. Arthur BOHDJALIAN
Prof. Dr. Franz BÖHMER
Univ.Doz. Dr. Friedrich BREIER
OA Dr. Thomas BRUNNER
Univ.Doz. Dr. Martin BUCHELT
MedR. Dr. HorstCAUCIG
OA Dr. Klaus DANN
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Univ.Prof. Dr. Bob DJAVAN
Prim. Univ.Prof. Dr. Shapour DJAVAN
Dr. Ivan DOBROCKY, PhD, MSc
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Dr. Mualla DUMAN
Univ.Prof. Dr. Emmerich EGKHER
Prim. Univ.Doz. Dr. Ludwig ERLACHER
Prim. Univ.Prof. HerbertFRANK
Univ.Prof. Dr. KlemensFREI
Priv.Doz. Dr. RenéFORTELNY
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Univ.Prof. Dr. Florian GOTTSAUNER-WOLF
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Dr. Andrea GSCHNAIT
Univ.Prof. Dr. Sasan HAMZAVI
Prim. Dr. Rudolf HANSLIK, MSc
Univ.Prof. Dr. Engelbert HANZAL
Univ.Prof. Dr. Wolfgang HAUFF
Univ.Prof. Dr. Michael HAYDE
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Univ.Doz. Dr. Ralf HERWIG
Dr. Georg Jörg HOFMANN
Prim. Univ.Prof. Dr. Wolfgang HÖLTL
Dr. Reinoud HOMAN
Univ.Prof. Dr. Ernst Paul HORCHER
Univ.Prof. Dr. Peter HUSSLEIN
OA Dr. Georg ITTNER
j
k
l
m
n
o
p
r
VIENNA‘S LEADING
PRIVATE HOSPITAL
VIENNA
Dr. Johannes JAGENBREIN
Prim.MedR. Dr. M. KAZEMI
Dr. Katharina KISS
Univ.Prof. Dr. Eva-Maria KOKOSCHKA
Prim. Univ.Prof. Dr. Rupert KOLLER
OA Dr. Stefan KÖNIG
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Dr. Gabriele KRIEGS-AU
Dr. Andreas KRÖNER
Dr. Harald KUBIENA
Univ.Prof. Dr. Elisabeth KUCERA-SLIUTZ
Dr. Andrea KULISEV
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Univ.Doz. Dr. Rafic KUZBARI
Dr. Herbert LAGER
OA Dr. Clemens LEITGEB
OA Dr. Martin LEIXNERING
Dr. Christian LHOTKA
OA Dr. Nikolaus LILGENAU
Univ.Doz. Dr. Werner LILL
Dr. Walter LINGARD
Univ.Prof. Dr. Julius LUKAS
Univ.Prof. Dr. Georg MAILATH-POKORNY
Prim. Univ.Prof. Dr. Bruno MAMOLI
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Dr. Barbara MARINGER-HAMBÖCK
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Prim. Dr. Wolfgang METKA
Dr. Albert MICHITSCH
Univ.Doz. Dr. Thomas NAU
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Dr. Sibylle OKRESEK
Prim. Univ.Prof. Dr. Roland OPPOLZER
Dr. Bernhard PARTSCH
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OA Dr. Christoph PEZZEI
Prim. Univ.Doz. Dr. Eugen PLAS
OA Dr. Johannes POLLAK
Univ.Prof. Dr. Wolfgang POPP
Univ.Doz. DDr. Gerold PORENTA
Prim. Univ.Prof. Dr. Michael RADDA
Dr. Modjtaba RADJABY-RASSET
Prim. Univ.Doz. Dr. Michael RAUCHENWALD
OA Dr. Friedrich REH
Prim. Univ.Prof. Dr. ChristophREISSER
Prim. Dr. K.Michael RIEDL
Eine vollständige Liste unserer Belegärzte finden Sie auf www.rudolfinerhaus.at.
s
t
u
v
w
z
Univ.Prof. Dr. Suzanne RÖDLER
OA Dr. Reinhard ROEHLE
Prim. Univ.Prof. Dr. AlexanderROKITANSKY
OMR Dr. Norbert ROGOVITS
Dr. Gabriel RUDNAY
Univ.Prof. MR Dr. Raimund SAAM
Dr. Walter SACHER
Univ.Prof. Dr. Bernd SALETU
Priv.Doz. Dr. Michael SALETU
Dr. Harald SALZMANN
Dr. Liane SAXER-NOVOTNY
Univ.Doz. Dr. Ingrid SCHLENZ
Univ.Prof. Dr. Christian SCHMIDBAUER
Univ.Doz. Dr. Margot SCHMITZ
Univ.Prof. Dr. Wolfgang SCHWÄGERL
Univ.Prof. Dr. Josef SCHWARZMEIER
Dir.Prim. Univ.Prof. Dr. ChristianSEBESTA
Univ.Prof. Dr. Paul SEVELDA
Dr. Raphael SIEGERT
Dr. Bernhard SLAVICEK
Dr. Paul STAMPFL
Dr. Igor STANCIK
Univ.Prof. Dr. Günter STEURER
Dr. Johannes STIEDL
OA Dr. Beate STOCKER
Dr. Rudolf STOFFELLA
Prim. Dr. Christian STRACKE
Dr. Edith SUNDER-PLASSMANN
Prim. Dr. Josef SZIMAK
Dr. Beatrix SZIMAK-HUPFER
OA Dr. Reinhold TISCHLER
Univ.Prof. Dr. Wolfgang TRUBEL
Univ.Prof. DDr. GerhardUNDT
OA Dr. Peter VALENTIN
OA Dr. Kimon VAFIADIS
Univ.Prof. Dr. Kurt VINZENZ
Univ.Doz. Dr. Theodor WANKE
Dr. Matthäus WEGMANN
Univ.Doz. Dr. Werner WEISSENHOFER
Univ.Doz. Dr. Manfred WENINGER
Univ.Prof. Dr. Peter WESSELY
Univ.Prof. Dr. Kurt WIDHALM
Univ.Prof. Dr. Reinhard WINDHAGER
OA Dr. Thomas WINKLER
Univ.Prof. Dr. Johannes ZACHERL
Univ.Prof. Dr. Bela ZELEKY
Prim. Univ.Doz. Dr. Udo ZIFKO
Univ.Prof. Dr. Michael ZRUNEK
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SEPTEMBER 2011 | DIE ZEITSCHRIFT DES RUDOLFINERHAUSES
15
PERSONALITY
Mit
Kompetenz
UND GEFÜHL
Im August 2011 hat die erfahrene Gynäkologin
Univ.Prof. Dr. Elisabeth Kucera-Sliutz die Koordination
der Geburtshilfestation am Rudolfinerhaus übernommen.
Ihr Credo: Mit einem hoch kompetenten Team von Ärzten, Hebammen
und Schwestern sowie mit viel Sensibilität Frauen auf ihrem Weg
zur individuellen Geburt zu begleiten.
TOP CLASS: Frau Prof. Kucera-Sliutz, das Rudolfinerhaus hat eine lange Tradition im Bereich
der Geburtshilfe. Ist dieser Umstand für Sie eine
besondere Herausforderung?
PROF. KUCERA-SLIUTZ: Da besteht gar
kein Zweifel – ich fühle mich dem
Grundgedanken von Theodor Billroth bzw. des Rudolfinerhauses sehr
verbunden. Großartige Leistungen,
die in der Vergangenheit passiert
sind, können eigentlich immer
nur ein Ansporn sein. Immerhin
waren schon in den 1920er und
30er Jahren ein Viertel aller medizinischen Leistungen hier im Haus
Entbindungen. Meine Aufgabe ist
16
top class
SEPTEMBER 2011 | DIE ZEITSCHRIFT DES RUDOLFINERHAUSES
es, die hohen Ansprüche an die
Geburtshilfe am Rudolfinerhaus
fortzusetzen.
Sie selbst haben viel theoretische und praktische
Erfahrung im Bereich der Geburtshilfe, etwa
durch Ihre wissenschaftlichen Aktivitäten, Ihre
Tätigkeit am AKH oder durch Ihre eigene Praxis.
Was sind Ihrer Meinung nach die wichtigsten
Faktoren, die eine für Mutter und Kind „optimale“ Geburt ausmachen?
Man muss eines vorausschicken:
Geburtshilfe ist kein Wunschprogramm. Da lässt sich nichts per
Knopfdruck herbeiführen oder
planen. Jede Frau empfindet anders,
erwartet Unterschiedliches, hat
andere Bedürfnisse und medizinische Notwendigkeiten. Deshalb ist
meiner Meinung nach das Wichtigste, auf die ganz spezielle Situation der werdenden Mutter individuell einzugehen. Und dafür Sorge
zu tragen, dass alle medizinischen
Vorkehrungen punkto Sicherheit
getroffen sind.
Ich bin außerdem eine wirkliche
Verfechterin der Spontangeburt,
denn es gibt nicht nur sehr gewichtige medizinische Argumente, die
dafür sprechen. Das Geburtserlebnis selbst hat eine unglaublich
emotionale Dimension, die im
Bewusstsein und Selbstverständnis
der Frau Vieles in Bewegung setzt.
Wenn es möglich ist, sollte „Frau“
sich dieser Erfahrung nicht verschließen. Für mich ist eine Geburt
eines der stärksten Erlebnisse, die es
im Leben gibt.
Allerdings wünschen viele Frauen heute eine
geplante Schnittentbindung...
Das ist richtig. Ungefähr jede
vierte Entbindung erfolgt heute per
Kaiserschnitt. Das ist deutlich mehr
als noch vor 10 oder 15 Jahren. Vor
allem Frauen ab 35 oder 40 wünschen sich vermehrt eine Sectio, um
die angeblichen Risikofaktoren zu
minimieren. Dabei können auch
Spätgebärende eine ganz normale
Spontangeburt haben – sogar Frauen, die schon einmal einen Kaiserschnitt hatten.
Den teilweise künstlich generierten
Trend zu Kaiserschnitt-Geburten
beurteile ich eher kritisch. Eine Sectio hat für eine Frau, die spontan
gebären könnte, eher Nach- als Vorteile – vor allem in der postnatalen
Phase. Dennoch: Das Wichtigste
ist – und das sehe ich als unsere
zentrale Aufgabe hier am Rudolfinerhaus – für jede Frau die für
sie optimale Geburtssituation zu
schaffen, sie auf ihrem individuellen
Weg zur Entbindung mit Geduld
und einem hohen persönlichen
Betreuungsfaktor zu begleiten und
darüber hinaus natürlich die besten
medizinischen Rahmenbedingungen bzw. notwendigen Maßnahmen
sicherzustellen.
D.h. wir zeigen unseren Patientinnen die verschiedenen Wege zur
optimalen Geburt – die werdende
Mutter entscheidet, mit welcher
Methode, ob spontan oder per
Schnittentbindung, sie sich
am wohlsten fühlt.
Welche Besonderheiten bietet die
Geburtshilfe am Rudolfinerhaus?
Zum einen: Wir haben hier
am Haus eine Gynäkologie, die wirklich alles
abdeckt: von der Geburtshilfe über die
Gynäkologische
Chirurgie, eine
Anästhesie, die
24 Stunden
am Tag zur
Verfügung
steht,
top class
SEPTEMBER 2011 | DIE ZEITSCHRIFT DES RUDOLFINERHAUSES
17
PERSONALITY
außerdem zwei diensthabende Ärzte
rund um die Uhr. Unsere Kreissäle
sind medizintechnisch top ausgestattet.
Zum zweiten – wie vorhin schon
erwähnt und sicher ungewöhnlich
für ein Privatspital: Wir sagen „JA“
zur natürlichen Geburt und wir
unterstützen unsere Patientinnen
bei all ihren diesbezüglichen Wünschen. Außerdem ist die Aufzahlung auf Einzelzimmer möglich,
weil sich immer wieder zeigt, dass
in dieser ganz besonderen Phase für
Mutter und Kind eine ungestörte
Atmosphäre vorrangig ist.
Darüber hinaus kümmern sich
derzeit acht erfahrene Hebammen
um unsere kleinen und großen Patienten. Vier von ihnen bieten auch
private Geburtsbegleitung an. D.h.
sie betreuen Patientinnen nicht nur
im Rahmen der Geburtsvorbereitung, sondern auch während der
gesamten Geburt im Kreissaal und
anschließend im Wochenbett. Aber
natürlich sind auch externe Hebammen an unserer Station herzlich
willkommen!
Standardmäßig werden Kurse zur
Geburtsvorbereitung angeboten,
ebenso Schwangerschaftsgymnastik,
Wochenbettbetreuung oder ein
Besuch zu Hause nach der Geburt,
um den Übergang in die veränder-
18
top class
MAI 2011 | DIE ZEITSCHRIFT DES RUDOLFINERHAUSES
WISSENSChaft & PRAXIS
Zur Person: Univ.Prof. Dr.
Elisabeth Kucera-Sliutz
Aus einer begeisterten Arztfamilie kommend, war
der berufliche Weg von Univ.Prof. Dr. Elisabeth
Kucera-Sliutz schon beinahe vorgezeichnet:
Arztstudium an der Universität Wien, Turnus im
Spital Göttlicher Heiland, anschließend mehrjährige
Tätigkeit in der Abteilung für Gynäkologie und
Geburtshilfe am AKH sowie Habilitation.
Zahlreiche Veröffentlichungen im Rahmen ihrer
wissenschaftlichen Tätigkeit, Autorin von Fachpublikationen und Mitarbeit an gynäkologisch-geburtshilflichen Lehrbüchern, Vortrags- und Lehrtätigkeit an der
Universität Wien.
FACHGEBIETE: Allgemeine Gynäkologie, Geburtshilfe,
operative Gynäkologie, gynäkologische Onkologie,
Senologie, Akupunktur.
te Alltagssituation zu erleichtern.
Unsere Kinderschwestern sind mit
viel Liebe und Begeisterung für unsere Kleinen da. Die Neugeborenen
werden in unserem Kinderzimmer
optimal umsorgt. Immerhin bleiben
unsere Patientinnen durchschnittlich
fünf bis sechs Tage bei uns im Haus.
Was sehr sinnvoll ist, um der neuen
Mutter-Kind-Beziehung einen stressfreien Start zu ermöglichen.
Sie selbst haben auch am Rudolfinerhaus
entbunden?
Richtig, ich habe meine beiden
Töchter vor einigen Jahren im Rudolfinerhaus bekommen und habe
mich hier sehr wohl und perfekt
betreut gefühlt. Das war übrigens
auch einer der Gründe, warum ich
diese Stelle sehr gerne angenommen habe. Es stimmen hier einfach
die Rahmenbedingungen. Nicht
umsonst schätzen das immer mehr
Belegärzte, die mit ihren Patientinnen zu uns kommen.
Sie haben nun die Funktion der Fachkoordinatorin für Geburtshilfe am Rudolfinerhaus
übernommen. Was kann man sich darunter
vorstellen?
Um diese Funktion zu verstehen,
muss man vorausschicken, dass
eine Geburt nur so gut wie das
betreuende Team ist. Deshalb sehe
ich meine Aufgaben im Bereich
Koordination und Teambuilding.
Zum einen geht es um die optimale
und reibungslose Zusammenarbeit
mit anderen Abteilungen im Sinne
unserer Patientinnen – z. B. mit der
Anästhesie oder mit der Orthopädie. Zum anderen geht es um ideale
Bedingungen für unsere Belegärzte.
Darüber hinaus verstehe ich mich
vor allem aber auch als Repräsentantin der Geburtshilfe am Rudolfinerhaus nach außen.
Apropos Belegärzte: Generell werden
Kollegialität und gegenseitige Wertschätzung am Rudolfinerhaus sehr
groß geschrieben. So ist bereits vor
einigen Jahren aufgrund des Engagements von Herrn Dr. Bartosch
5
WITH COMPETENCE
eine Bereitschaftsliste entstanden,
die zu jeder Tages- und Nachtzeit
einen der kompetenten Kollegen zur
Assistenz bei einem unvorhergesehenen Kaiserschnitt oder einer Operation sichert. Teilnehmer an dieser
Bereitschaftsliste sind Dr. Bartosch,
Frau Dr. Okresek, OA Dr. Reh, Dr.
Sacher und Dr. Siegert. Herrn Dr.
Bartosch verdanke ich übrigens die
gute, kollegiale Aufnahme am Rudolfinerhaus vor einigen Jahren.
Ganz wichtig ist mir auch, mich bei
dieser Gelegenheit bei Herrn Dr. Sacher für sein jahrelanges Engagement
um die Geburtshilfe am Rudolfinerhaus und seine unzähligen Geburten
hier zu bedanken. Ich freue mich auf
die weitere gute Zusammenarbeit.
Zu guter Letzt muss natürlich auch
die Administration für unsere Patientinnen rundum stimmen – die
Sprechstunden, die Beratung, die
Führung durch die Kreissäle. Unsere Zimmer bekommen demnächst
einen „neuen Anstrich“ und werden
nach Feng-Shui-Kriterien mit allem
erdenklichen Wohlfühl-Komfort
ausgestattet...
Sie sehen, es sind interessante
Aufgaben, die auf mich zukommen
und auf die ich mich freue. Denn
wir haben noch viel vor mit der
Geburtshilfe am Rudolfinerhaus.
Vielen Dank für das Gespräch!
and sensitivity
In August 2011, the experienced
gynaecologist Univ.Prof. Dr. Elisabeth Kucera-Sliutz took over as
specialist coordinator at the obstetrics ward at the Rudolfinerhaus.
tions, needs and medical requirements,
she says, and she is also a great advocate
of spontaneous delivery, not least because
of the many medical factors in favour of
it. The experience of giving birth has an
enormous emotional dimension, too. At
er credo: accompanying women on the Rudolfinerhaus, patients are shown
their individual journey of giving the different paths to optimal delivery.
The mother-to-be decides which method,
birth with a highly competent team of
be it spontaneous or caesarean section, she
doctors, midwives and nurses, always
with great sensitivity. The Rudolfinerhaus is most comfortable with.
has a long history of obstetrics – even
Dr. Kucera-Sliutz’s new role primarily
in the 1920s and 30s, a quarter of all
entails coordination and teambuilding, i.e.
medical services provided here were
the optimal and seamless cooperation with
deliveries. Dr. Kucera-Sliutz sees it as
other departments such as anaesthetics and
her task to uphold the high standards of
orthopaedics, as well as ensuring ideal
obstetrics at the Rudolfinerhaus. Each
conditions for the attending doctors.
woman has different feelings, expecta-
H
AUS PATIENTENSICHT:
Für Susanne Rella war SONNTAG,
der 17. April, ein besonderer tag.
Ihr jüngster Sohn Massimo kam
gesund im Rudolfinerhaus zur Welt.
„Es war bereits meine zweite Geburt im Rudolfinerhaus und auch diesmal die absolut richtige Wahl.
Hier wird alles getan, damit man sich in dieser nicht
gerade einfachen Situation wohlfühlt. Ich hatte eine
Spontangeburt, allerdings 23 Stunden Wehen, bis es
so weit war. Nachdem mich diese lange Zeit doch
sehr erschöpft hat, habe ich erstmals eine Epiduralanästhesie durchführen lassen. Die Erleichterung, die
daraufhin eingetreten ist, war wirklich unglaublich.
Ich schätze am Rudolfinerhaus das enorm kompetente und fürsorgliche Team. Mein Arzt, Dr.
Bernhard Bartosch, war bei der Geburt dabei, außerdem eine Hebamme vom Haus, dazu
die Schwestern und auch die Anästhesie – man merkt einfach, dass alle gut harmonieren
und perfekt zusammenarbeiten. Man wird als Patientin überdies zu keiner Entscheidung gedrängt oder beeinflusst. Es wird einem eine einfach wohltuende Fürsorge entgegengebracht
und man ist sich sicher, hier in jedem eintretenden Fall gut aufgehoben zu sein. Auch die
Kinderschwestern in den Tagen nach der Geburt waren hilfsbereit und einfühlsam und
gehen auf den Rhythmus der Frau sowie die kleinen und großen Wünsche, die man hat,
uneingeschränkt ein.
In unserer Familie vertraut man übrigens in der nunmehr 4. Generation dem Rudolfinerhaus: Großvater, Vater, mein Mann und meine beiden Söhne sind hier zur Welt gekommen.
top class
MAI 2011 | DIE ZEITSCHRIFT DES RUDOLFINERHAUSES
19
Viele Frauen haben Angst vor dem Geburtsschmerz und
stehen deshalb oft vor der Überlegung:
SCIENCE
SPONTANGEBURT ODER
Kaiserschnitt?
Schnitt geht aber doch durch mehrere Gewebeschichten, die Zeit zur
Heilung benötigen.
Rasche Hilfe
E
ndlich ist es so weit! Ein
kleiner, neuer Erdenbürger
hat das Licht der Welt erblickt. Mutter und Kind sind wohlauf. Vergessen die monatelangen
Überlegungen, wie und auf welche
Weise die Geburt verlaufen soll.
Vernunft-bestimmt
Immer mehr Frauen tendieren in
den hoch technisierten westlichen
Gesellschaften zur angeblich risikobefreiten Entbindung per Kaiserschnitt. Die europaweit höchsten
Raten an Schnittgeburten finden
sich in Italien und Portugal mit
teilweise weit über 30 Prozent. In
Deutschland wurden 31,3 Prozent
der Frauen, die 2009 ihr Kind im
20
top class
SEPTEMBER 2011 | DIE ZEITSCHRIFT DES RUDOLFINERHAUSES
Krankenhaus zur Welt brachten,
mit Kaiserschnitt entbunden, in
Österreich hat sich die Quote in
den vergangenen 10 Jahren von 13
auf 25% beinahe verdoppelt.
Viele Frauen bevorzugen eine
Schnittentbindung aufgrund des
einfacheren Zeitmanagements und
weil sie der Meinung sind, sich bei
dieser Vorgangsweise Schmerzen
zu ersparen. Doch Fakt ist, dass
Schmerzen der werdenden Mutter
nur in den seltensten Fällen erspart
bleiben, da diese in der Regel vor
allem nach dem operativen Eingriff
auftreten.
Die Wunde kann zwar heutzutage
sehr klein gehalten werden, der
Abgesehen davon gibt es aber
natürlich auch eine Reihe medizinischer Indikationen, die einen
Kaiserschnitt empfehlenswert oder
notwendig machen. Z.B. wenn
die normale Geburt wegen eines
Missverhältnisses von Becken und
Kindesgröße unwahrscheinlich ist
bzw. Komplikationen erwarten
lässt. Auch bei Rhesusfaktor-Unverträglichkeit, Zwillingsgeburten
oder vorzeitigem Blasensprung
wird heute ein Kaiserschnitt
vorgenommen. Bei schweren
Erkrankungen der Schwangeren,
vorhergegangenen Eingriffen an
der Gebärmutter, einer vorliegenden HIV-Infektion (bei der sich
das Kind bei der Geburt anstecken
könnte) oder einer vor dem Muttermund liegenden Plazenta ist ein
Kaiserschnitt unumgänglich.
Die Sectio wird auch vorgenommen, wenn das Überleben der
Mutter oder des Kindes gefährdet
ist, z.B. wenn Geburtsstillstand
vorliegt. Gefahr in Verzug besteht
für das Kind, wenn die Nabelschnur eingeklemmt ist und Sauerstoffmangel droht. Auch konstant
schwächer werdende Herztöne des
Kindes könnten das Geburtshelferteam veranlassen, sich spontan für
einen Kaiserschnitt zu entscheiden.
Einmal Kaiserschnitt – immer Kaiserschnitt?
Hat eine Frau ihr Kind mittels
Kaiserschnitt zur Welt gebracht,
bedeutet dies nicht zwangsläufig,
dass eine nachfolgende Geburt
ebenso eine Sectio sein muss. Studien zeigen, dass 75% der Frauen, die
ihr erstes Kind mittels Kaiserschnitt
zur Welt gebracht haben, danach
eine ganz normale Spontangeburt
erleben konnten.
GUT ZU WISSEN:
Ärzte und Hebammen im Team
Weltweit werden die meisten Geburten von Hebammen durchgeführt. In Europa dominieren vor allem
unterschiedlich besetzte Geburtshilfeteams von Ärzten
und Hebammen in Zusammenarbeit.
Was sich dabei oftmals zeigt, ist, dass Hebammen und
Ärzte mit differenzierten Leistungsansätzen ihre Rolle
als Geburtshelfer wahrnehmen. Hebammen tendieren
häufiger zu Empathie-starken Methoden, während Ärzte
in der Mehrzahl medizintechnische Analysefaktoren
höher bewerten. Insofern ergeben gemischte Geburtshilfeteams optimale Rahmenbedingungen für die Geburt.
Regelmäßige Studien zu diesen Themen führt
die international renommierte Cochrane Collaboration durch, ein internationales Netzwerk von
Wissenschaftlern und Ärzten zur Verbesserung der
wissenschaftlichen Grundlagen für Entscheidungen in
Gesundheitssystemen.
Natürlich gesund?
Spontangeburten haben gemessen
an diesen Faktoren eine Reihe von
Vorteilen. Frauen, die auf natürlichem Wege gebären, sind nach Verlassen des Kreissaales meist deutlich
schneller wieder auf den Beinen
und können sich so besser auf ihr
Neugeborenes konzentrieren.
Auch bildet sich die Gebärmutter
nach einem Kaiserschnitt etwas
langsamer zurück als nach einer
natürlichen Geburt. Der Wochenfluss ist nach einem Kaiserschnitt
etwas geringer, dauert dafür aber
ein wenig länger.
Für das Neugeborene ergeben sich
andere Konsequenzen: Dadurch,
dass sich das Baby bei einem Kaiserschnitt nicht durch den Geburtskanal schieben muss, wird manchmal die Flüssigkeit nicht vollständig
aus den Lungen gepresst und das
Baby könnte unmittelbar nach der
Geburt Schwierigkeiten mit der
Atmung haben.
Weiters übernehmen Babys, die auf
natürliche Weise geboren werden,
im Geburtskanal die nützlichen
Bakterien der Mutter, die vor
Krankheitserregern schützen. Dasselbe gilt auch für die Darmbakterien der Mutter, die die Darmflora des Kindes unterstützen.
Spontaneous delivery OR
caesarean
section?
More and more women in the
Western world choose to give
birth by caesarean section.
I
n Austria, the percentage doubled
to 25% in the last ten years. Many
women believe that this procedure will
spare them a lot of pain, but this can,
in fact, very rarely be avoided, as pain
occurs primarily after the operation in
most cases.
But there is, of course, a range of medical
indications that can make a caesarean
section recommendable or necessary, and
it is also carried out when the survival of
mother or child is in danger.
Contrary to a widely held belief, it is
not true that women who once had a
caesarean can never give birth spontaneously again. In fact, 75% of women who
had a caesarean can experience a normal
spontaneous birth later.
Spontaneous delivery has many advantages. For one, the mother usually recovers
much more quickly and can better
dedicate her attention to the newborn.
Possible breathing problems for the
newborn are prevented and the baby
receives important antibodies from the
mother’s birth canal.
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SEPTEMBER 2011 | DIE ZEITSCHRIFT DES RUDOLFINERHAUSES
21
SCIENCE
Von einer effektiven Schmerzreduktion bis hin zur „Schmerzfreiheit“
bei der Geburt profitieren Mutter und Kind.
ANÄSTHESIE IN DER
Geburtshilfe
nen gerne zur Verfügung. Nützen
Sie dafür z.B. unsere wöchentliche
Präanästhesie-Sprechstunde.
Anmeldung über das Ärztesekretariat,
Tel +43 (0)1 36036-6019
(Fr. Dr. Giesecke).
S
chmerz verursacht Stress,
Stress bedeutet Anspannung,
stressbedingte Anspannung
ist nicht förderlich – weder für die
Mutter noch für das Kind. Werden
unter der Geburt zu viele Stresshormone ausgeschüttet, verengen sich
Gefäße, die Wehen werden unregelmäßig, im Extremfall kommt
es zum Geburtsstillstand – eine
Situation, die vor allem hinsichtlich
der Gesundheit des Kindes vermieden werden soll.
Die Entwicklung der modernen
Medizin hat es möglich gemacht,
dass schmerzreduzierende Medikamente mit unterschiedlichsten
Techniken genau an jene Nervenstrukturen heran gebracht werden
können, die für den Wehenschmerz
verantwortlich sind.
In der Geburtshilfe wird heute
häufig die Epiduralanästhesie (auch
Periduralanästhesie) angewendet.
Ihr Vorteil: Während die Wehenschmerzen reduziert werden, bleibt
die Motorik – also Beweglichkeit
und Muskelkraft – erhalten. Fällt
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SEPTEMBER 2011 | DIE ZEITSCHRIFT DES RUDOLFINERHAUSES
die Entscheidung für einen Kaiserschnitt, kann man entweder die
dann schon vorab gelegte Epiduralanästhesie indirekt für den
operativen Eingriff nützen oder
man bringt das Lokalanästhetikum
mittels einer hauchdünnen Nadel
direkt zu den zentralen Nervenstrukturen (Spinalanästhesie). So
kann die werdende Mutter – oft
im Beisein ihres Partners – auch
die Geburt mittels Kaiserschnitt
bei vollem Bewusstsein schmerzfrei
miterleben.
Zahlenmäßig abgenommen haben
jene Schnittentbindungen, bei denen eine Vollnarkose durchgeführt
wird. Medizinische Indikationen sind in speziellen Fällen aber
durchaus gegeben, mit modernsten
Geräten ist die Anästhesie hierfür
jederzeit gerüstet.
KONTAKT UND INFORMATION
Um das weitreichende Thema
„Anästhesie in der Geburtshilfe“
besser kennenzulernen, stehen wir
Ihnen für Fragen und Informatio-
Oder besuchen Sie unsere Abteilung auf der Hompage des Rudolfinerhauses (www.rudolfinerhaus.at),
wo Ihnen unser anästhesiologisches
Team vorgestellt wird. Detaillierte
Informationen erhalten Sie überdies
im Rahmen der Geburtsvorbereitungskurse am Rudolfinerhaus.
Anmeldungen hierfür auf
www.geburtshilfewien.at.
Anaesthetics
in obstetrics
Mothers and babies benefit from
effective pain reduction or even a
“pain free” birth
Pain causes stress. Stress causes tension.
Neither is beneficial during delivery.
Modern medicine provides relief. See
our homepage for further information:
www.rudolfinerhaus.at.
AUTOR:
Prim. Dr. Thomas Lang
Vorstand der
Anästhesiologie und
Intermediate Care
am Rudolfinerhaus
Rund ein Viertel der Bevölkerung leidet an Schlafstörungen,
zunehmend bereits in jüngerem Alter.
SCIENCE
GUTE NACHT IM
Schlaflabor
R
und ein Viertel aller Österreicher leidet an Schlafstörungen,
80% davon länger als
ein Jahr. Dennoch konsultiert nur
jeder dritte Betroffene einen Arzt.
Meist werden die Beschwerden von
den Schlafgestörten einfach hingenommen oder die Ursachen werden
verkannt, wodurch eine mögliche
Lösung verborgen bleibt.
kommt, dass Betroffene 7-mal so
häufig Arbeitsunfälle und 2,5-mal
so häufig Verkehrsunfälle haben.
Während manche Schlafstörungen
sogar unmittelbar lebensgefährlich
sein oder zu Herzerkrankungen und
Schlaganfall führen können, stellen
andere vor allem für den Partner
eine Belastung dar. Dies müsste
allerdings nicht sein, denn heutige
Therapien sind sehr erfolgreich.
Schlafstörungen sind vielfältig
Doch Schlafstörungen sind nicht
so harmlos, wie oft angenommen
wird. Schlafgestörte haben vermehrt gesundheitliche Probleme
physischer und psychischer Art
sowie eine verkürzte Lebenserwartung. Tagesmüdigkeit, Konzentrations- und Gedächtnisschwäche
vermindern die Lebensqualität
deutlich und haben eine geringere
Arbeitsleistung zur Folge. Dazu
Als häufigste Schlafstörung gilt
die Schlaflosigkeit als Folge einer
akuten psychischen oder physischen
Belastung. Doch Schlafstörungen
sind äußerst vielfältig, sodass mehr
als 100 verschiedene Arten unterschieden werden.
zogene Atmungsstörungen, Schlafwandeln, Alpträume, extreme Tagesmüdigkeit oder das Restless-LegsSyndrom. Rund 70% der Schlafprobleme haben psychische Ursachen,
30% organische, wobei oft mehr als
nur eine einzelne Ursache für eine
Störung verantwortlich ist.
Analyse im Schlaflabor
Entsprechend der Vielfalt an Schlafstörungen, ist eine eingehende Diagnose anzuraten. Im Schlaflabor des
Rudolfinerhauses geht Univ.Prof.
Dr. Bernd Saletu, als international
Dazu zählen neben den Ein- und
Durchschlafstörungen u.a. schlafbe-
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SEPTEMBER 2011 | DIE ZEITSCHRIFT DES RUDOLFINERHAUSES
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SCIENCE
Im Schlaflabor
Tageslichtlampe
erfahrenener Experte der Schlafforschung, mit seinem Team den
Schlafstörungen seiner Patienten auf
den Grund, um die jeweils geeignete Therapie zu ermitteln.
Der Aufenthalt im Schlaflabor
umfasst 3 Nächte: eine Adaptationsnacht zur Gewöhnung an
das Schlaflabor, eine Basisnacht
zur diagnostischen Beurteilung
der Schlafstörung und eine Behandlungsnacht, in welcher der
Therapieeffekt der vorgeschlagenen
Behandlung überprüft wird.
Vor jedem Schlafengehen wird die
GUT ZU WISSEN:
Ao. Univ.Prof. Dr.
Bernd Saletu, Doyen
der österreichischen
Schlafforschung, leitet
heute das Schlaflabor
im Rudolfinerhaus.
Der renommierte Wissenschafter und Facharzt für Psychiatrie,
Neurologie und klinische Pharmakologie mit internationaler Erfahrung betont den interdisziplinären
Ansatz bei der Behandlung von Schlafstörungen.
„Deshalb ist auch die gute Zusammenarbeit mit
anderen Fachärzten am Rudolfinerhaus so wichtig.“
Das Schlaflabor im Rudolfinerhaus bietet derzeit noch
relativ kurze Wartezeiten für eine Untersuchung!
Anmeldung und Information unter
Tel: +43 (0)676 510 7236
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SEPTEMBER 2011 | DIE ZEITSCHRIFT DES RUDOLFINERHAUSES
Schnarchschiene
Polysomnografie vorbereitet, eine
umfangreiche, kontinuierliche
Überwachung unterschiedlicher
Körperfunktionen. Elektroden zur
Messung von Hirnströmen und
Muskelaktivitäten werden appliziert. Ein kleines Mikrofon zum
Registrieren möglicher Schnarchgeräusche wird am Hals angebracht.
Der Atemfluss wird mit Hilfe einer
Nasenkanüle und eines Atemthermistors gemessen. Mit zwei
über Brust und Bauch befestigten
Atemgurten werden die Atembewegungen erfasst. Auch Herzaktivität, Sauerstoffsättigung und Puls
werden laufend aufgezeichnet.
Während der nächsten 7,5 Stunden
findet die detaillierte Schlafaufzeichnung statt, die von einem
Assistenten überwacht wird. Am
nächsten Morgen erhält der Patient
einen Ausdruck seines Schlafprofils
und eine Zusammenfassung der
wichtigsten Schlafvariablen. Offline
werden die Ergebnisse noch visuell
nachklassifiziert und statistisch im
Vergleich zu europäischen Normdaten berechnet.
Zudem werden Schlaf- und Aufwachqualität der Patienten sowohl
subjektiv mittels Fremd- und
Selbstbeurteilungsskalen ermittelt
als auch objektiv mittels psychometrischer Testbatterien gemessen und
mit Normdaten verglichen.
Bei der Testung
Differenzierte Therapie
Je nach diagnostizierter Schlafstörung können psychologische
Therapien (z.B. Entspannungs- und
Verhaltenstherapien), somatische
(wie operative Interventionen,
Schnarchschienen, nasale kontinuierliche Überdruckbeatmung) oder
medikamentöse Therapien (z.B.
Neuroleptika, Dopaminergika)
angewandt werden.
Da eine Schlafstörung oft mit
anderen Erkrankungen einhergeht,
besteht im Rudolfinerhaus eine
enge Zusammenarbeit mit anderen
Fachärzten.
Good night, sleep tight…
…in the sleep
laboratory
Around a quarter of Austrians
suffer from sleep disorders. These can
cause severe health problems, both
physically and psychologically, as well
as accident proneness.
In close cooperation with other departments,
in the sleep laboratory, the right treatment
for each patient is found. Every night, a
polysomnography is carried out to measure
brain waves, eye movements, muscle activity,
respiration, snoring and electrocardiographic
function. The subsequent evaluation and
statistical comparison with normal values
results in diagnosis and rational treatment
according to a “key-lock principle“.
Selten lässt sich das Wechselspiel von Körper und Psyche so unmittelbar
beobachten wie im Bereich der Physikalischen Medizin.
RECREATION
HILFE ZUR
Selbsthilfe
H
ohe Anforderungen im
Beruf, hohe Erwartungen
in der Familie – wer heute
gesund leben will, hat es trotz aller
Fortschritte in der Medizin nicht
einfach. Private und berufliche
Situationen verlangen oft viel von
uns. Auf der Strecke bleibt die Zeit
für einen schonenden Umgang mit
unserem Körper, Zeit für Vorsorge,
Zeit für Rekreation.
Die Suche nach Heilung oder einfach nur Wohlfühlen ist – wie jeder
Mann und jede Frau aus eigener Erfahrung weiß – gar nicht so einfach,
sieht man sich doch einem wachsenden und schwer zu durchdringenden Angebot unterschiedlichster
Behandlungsmethoden gegenüber.
Da ist guter Rat oft teuer, was sinnvoll und auch tatsächlich wirkungsvoll ist.
Noch schlimmer, wenn Unfall,
Krankheit oder Operation das
gesundheitliche Gleichgewicht aus
den Fugen bringt. Unsere „Wohlfühl-Balance“ ist dann – oftmals
aufgrund eines beeinträchtigten
Bewegungsapparates – meist auf
lange Zeit vehement gestört.
Ob Ayurveda, Esalen, Klangmassage, Shiatsu, Thai oder Tuina,
Watsu, Hot Stone, Akupunktur,
Schröpf- oder Reflexzonenmassage
– sie alle liegen für jenen, der nicht
darin bewandert ist, schnell im
selben „Topf“, ohne dass sich eine
sinnvolle Entscheidung treffen lässt.
Ärztlicher Rat und fundierte Information sollten bei dieser Vielfalt
an Methoden deshalb unter keinen
Umständen fehlen. Falsch oder
unfachgemäß angewendet können
die Konsequenzen ja auch mitunter
negativ und unkontrollierbar sein.
Physikalische Therapie am Rudolfinerhaus
Das Institut für Physikalische Medizin und Rehabilitation am Rudolfinerhaus bietet sowohl ambulanten
als auch stationären Patienten ein
umfangreiches Angebot an physikalischen Therapiemöglichkeiten. Im
Mittelpunkt stehen Erkrankungen
des Bewegungsapparates, neurologische Erkrankungen, rheumatologische Erkrankungen oder die
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SEPTEMBER 2011 | DIE ZEITSCHRIFT DES RUDOLFINERHAUSES
25
RECREATION
Unterstützung der Rehabilitation
vor und nach Operationen.
Dr. Pia Adrario hat gemeinsam
mit Frau Univ.Prof. Dr. Tatjana
Paternostro-Sluga und einem engagierten 15-köpfigen Team an Physiotherapeuten, Medizinisch-technischen Fachkräften und Masseuren
ein umfangreiches Therapieangebot
zur Verfügung, das auf ärztliche
Verordnung und unter fachärztlicher Kontrolle durchgeführt wird.
vermittelt, ‘Was kann ich selbst
dazu beitragen, meinen Zustand zu
verbessern?‘.“
Die angebotenen Behandlungen
sind vielfältig und hoch erprobt.
Zum einen stehen den Patienten
unterschiedliche Bewegungstherapien wie Wirbelsäulentherapie,
Gehtraining, Sturzprävention, die
Behandlung von Gelenksproblemen
und neurologischen Bewegungsstörungen sowie Therapien für
die Kräftigung und Verbesserung
immer wieder bemerkenswerte
Ergebnisse auch bei psychischen
Erkrankungen wie Depression
oder Burn-out feststellen. Auch die
Akupunktur-Massage hat beachtliche Fernwirkungen. Mit der
„Für mich ist immer das wichtigste Ziel, Hilfe zur Selbsthilfe zu
geben“, so Adrario im Gespräch.
„D.h. es geht natürlich um eine
medizinische Leistung, die nicht
nur auf Heilung, sondern auch auf
Wohlbefinden abzielt. Und die dem
Patienten im Idealfall gleichzeitig
von Ausdauer und Fitness bzw.
Schmerzreduktion zur Verfügung.
Darüber hinaus werden aber auch
spezielle Anwendungen angeboten
– es gehören dazu Atemtherapie,
klassische Massagen, die manuelle
Lymphdrainage, Reflexmassagen
(Fußzonenreflexmassage, Marnitz,
Tuina), aber auch Packungen,
Paraffinbäder, Elektrotherapie oder
Magnetfeldtherapie.
„Viele spezielle Anwendungen sind
nicht zu unterschätzen. Wir können
z.B. mit der Reflexzonenmassage
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SEPTEMBER 2011 | DIE ZEITSCHRIFT DES RUDOLFINERHAUSES
Lymphdrainage kann man vor allem im postoperativen Bereich tolle
Ergebnisse erzielen, wenn es etwa
um das Abklingen von Schwellungen oder Blutergüssen geht.“
SCHNELL MOBiL
„Was sich übrigens in den letzten
Jahren drastisch verändert hat,
ist der Anspruch, nach einer OP
schnell wieder mobil zu werden.
Wir haben mit unseren Patienten
aus dem Haus deshalb meist schon
am Tag ihrer Operation oder tags
RECREATION
Helping patients
to help themselves
GUT ZU WISSEN:
Darauf sollten Sie im
Alltag achten:*)
danach zu tun. Das ist unter anderem
deshalb so wichtig, weil Bewegung
natürlich den Kreislauf anregt und
damit die Gesamtheilung unterstützt.
Auch hier ist ganz wichtig, dass mit
dem Patienten nicht nur physiothera-
Das Sitzen
...ist aus der Sicht des Bewegungsapparates eine
sehr ungünstige Haltung. Deshalb sollte
• der Bürosessel vielfach verstellbar sein.
• der bequeme Sessel nicht tiefer als z.B. ein
Küchensessel sein.
• der Autositz vor allem eine gute Stütze für
die Lendenwirbelsäule bieten.
Das Gehen
Achten Sie beim Gehen vor allem auf Folgendes:
• Tragen Sie weiche Schuhe mit weichem Boden.
• Gehen Sie nicht schlaksig, sondern mit
Haltung.
• Tragen Sie keine hohen Absätze.
• Tragen Sie nicht viel und nicht einseitig.
Das Heben
• Möglichst wenig auf einmal!
• Heben Sie immer körpernahe.
• Heben Sie symmetrisch.
Das Stehen
•
•
•
•
Stehen Sie nicht mit überstreckten Knien.
Machen Sie die Schultern breit.
Bauch einziehen und Gesäß anspannen!
Bei längerem Stehen: Gewicht abwechselnd auf
das linke bzw. rechte Bein verlagern.
*) Q uelle: „Die Wirbelsäule. Stabilität und
Dynamik.“ Institut für Physikalische Medizin
und Rehabilitation am Rudolfinerhaus.
peutisch gearbeitet wird, sondern
dass wir auch ein gewisses Bewusstsein wecken, was der Patient in
Zukunft für seine Heilung oder
vielleicht zur Prävention von
Folgeerkrankungen beitragen kann.
Erst wenn uns das gelingt, haben wir
unsere Aufgabe richtig erfüllt.“
IM GESPRÄCH:
Dr. Pia Adrario
Leiterin des Instituts
für Physikalische
Medizin und
Rehabilitation am
Rudolfinerhaus
Living a healthy life in today’s
stressful world can be challenging,
and all the more so when illness or
accidents upset the body’s balance.
A
s we all know from experience,
finding the right treatment options
to achieve health and well-being can
be difficult. The physical therapy centre
at the Rudolfinerhaus offers a range
of treatment options, particularly for
diseases of the musculoskeletal system,
neurological or rheumatologic diseases,
and for rehabilitation before and after
operations.
Dr. Pia Adrario with Univ.Prof. Dr.
Tatjana Paternostro-Sluga and her team
of 15 at the physical therapy centre aim
to provide medical services that bring
about healing as well as well-being
and, ideally, teach patients what they
themselves can contribute to improving
their situation.
Various types of exercise therapy are
available to patients, as well as strengthening and improving endurance and
fitness, and a number of special applications such as breathing therapy, classic
massages, manual lymphatic drainage
and many more.
It is very important, says Adrario, that
we provide not only physiotherapy to
patients, but that we heighten their
consciousness so that the patient can
contribute to his/her healing and
prevention of future complications.
“Only when we achieve this have we
fulfilled our duty correctly.”
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SEPTEMBER 2011 | DIE ZEITSCHRIFT DES RUDOLFINERHAUSES
27
„Das Vertrauen
unserer Patientinnen & Patienten
spiegelt auch die
Grundwerte
des Rudolfinerhauses wider.“
Denn es sind unsere Patienten, die höchste
Ansprüche an die Kompetenz und Betreuung
unserer bestqualifizierten Ärzte- und
Pflege-Teams, an das hochmoderne medizinische Equipment sowie an unsere Administration stellen. Dass diese Erwartungen rund
um die Uhr erfüllt werden, darauf beruht die
international herausragende Reputation der
traditionsreichsten privaten Krankenanstalt
Wiens.
Our patients have come to expect
the highest standards of competency
and care from our highly-qualified
staff of doctors and nurses, as well
as state-of-the-art equipment and
our administration. Fulfilling
these expectations round the clock
is the foundation of Vienna’s oldest
private hospital’s international
reputation of excellence.
Rudolfinerhaus Wien
VIENNA
www.rudolfinerhaus.at
VIENNA‘S LEADING PRIVATE HOSPITAL
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