SEPTEMBER VIENNA 2 0 11 top class D ie Z eits c hri f t des R u dol f inerha u ses Geburtshilfe Univ.Prof. Dr. Kucera-Sliutz JEDER FRAU IHRE OPTIMALE Geburtssituation ermöglichen obstetrics Nuklearmedizin Schlaflabor Kooperation Effiziente Diagnostik mittels moderner Szintigraphie Schlaf ist wichtig für den Gesundheitszustand Rotes Kreuz und Rudolfiner-Verein Nuclear Medicine Sleep Laboratory Cooperation P.b.b. 1190 Wien, 07 Z 03 7511M www.rudolfinerhaus.at V I E N N A ‘ S L E A D I N G P R I VAT E H O S P I TA L SEPTEMBER 2 0 11 VIENNA EDITORIAL 3 Willkommen im neuen Top Class Im Dienste unserer Patienten! At the service of our patients! Hot off the press from the Rudolfinerhaus 8 Starke Partner! Kooperation von Rudolfiner-Verein und ÖRK Rudolfinerhaus Society and ÖRK cooperation 10 Auf Herz und Nieren Das ermöglicht die Nuklearmedizin inhalt ContentS INSIDE 4 News, Events & Lifestyle Druckfrisch aus dem Rudolfinerhaus Nuclear medicine has much to offer 12 Pflege verpflichtet! Patientenorientierung am Rudolfinerhaus Patient orientation at the Rudolfinerhaus 13 Campus Rudolfinerhaus Der neue Bachelor für Pflegewissenschaften New Bachelor of Science in Health Studies 14 Ärzte am Rudolfinerhaus auf einen Blick Institute, Ordinationen, Belegärzte Doctors and medical practices at the Rudolfinerhaus PERSONALITY 16 Interview mit Univ.Prof. Dr. Elisabeth Kucera-Sliutz Mit Kompetenz und Gefühl With competence and sensitivity SCIENCE 20 Spontangeburt oder Kaiserschnitt? Methoden bei der Geburtshilfe Methods for obstetrics 22 Anästhesie in der Geburtshilfe Keine Angst vor Wehenschmerzen No fear of contraction pain 23 Gute Nacht im Schlaflabor Was tun gegen Schlafstörungen? What to do in case of sleep disorders RECREATION 25 Hilfe zur Selbsthilfe Physikalische Medizin am Rudolfinerhaus Physical medicine at the Rudolfinerhaus 16 10 2 top class SEPTEMBER 2011 | DIE ZEITSCHRIFT DES RUDOLFINERHAUSES 25 23 SEPTEMBER VIENNA 2 0 11 editorial WIllkommen im neuen top clasS! WELCOME to THE NEW TOp CLASS! Einfach noch besser im Dienste unserer Patienten! Simply better - at the service of our patients! Die Geschäftsführung des Rudolfinerhauses hat in den letzten Monaten große Anstrengungen unternommen, um den Service für Patienten und Belegärzte zu optimieren. Darüber hinaus wurde eine Reihe von internen Prozessen unter die Lupe genommen, um in alle Richtungen und für alle Beteiligten eine Effizienzsteigerung zu erzielen. The Rudolfinerhaus Management Board has undertaken great efforts over the last few months to optimize the services provided to patients and attending physicians. Aber auch im Bereich der Vernetzung und Kommunikation gibt es Neuerungen: Zum 1. Mal finden Ende September die vom Rudolfiner-Verein – Rotes Kreuz initiierten RUDOLFINERGESPRÄCHE statt. Bundesminister für Gesundheit Alois Stöger, Mag. Dr. Hans Jörg Schelling, Vorsitzender des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungen, Prim. MR Dr. Walter Dorner, Präsident der Österreichischen Ärztekammer und Dr. Peter Eichler, Vorstandsvorsitzender der Uniqa Personenversicherung AG, diskutieren unter der Moderation von Mag. Patricia Pawlicki das Thema „Gesundheitswesen quo vadis: Privat oder Staat?“ In the area of networking and communications, too, there have been changes. For the first time the RUDOLFINER TALKS initiated by the Rudolfiner Society - Red Cross will take place in late September. Federal Minister of Health Alois Stöger, Mag. Dr. Hans Jörg Schelling, Chairman of the Central Association of the Austrian Social Insurance Institutions, Prim. MR Dr. Walter Dorner, President of the Austrian Medical Association and Dr. Peter Eichler, Chairman of the Board of Uniqa Personenversicherung AG, will be discussing the topic “Healthcare quo vadis: private or state-owned?“ moderated by Mag. Patricia Pawlicki. Die RUDOLFINERGESPRÄCHE finden künftig 2x pro Jahr statt. Dabei werden namhafte Persönlichkeiten aus Politik, Medizin und Wirtschaft zu aktuellen Themen in Form einer Podiumsdiskussion im Rudolfinerhaus zu Wort kommen. In future, the RUDOLFINER TALKS will take place twice a year. Notable people from politics, medicine and economy will have their say on current issues in the form of a panel discussion at the Rudolfinerhaus. Mit herzlichen Grüßen With warm regards, Gouverneur a. D. Dr. Klaus Liebscher Präsident Rudolfiner-Verein - Rotes Kreuz President Rudolfiner-Society - Red Cross IMPRESSUM Medieninhaber & Herausgeber: Rudolfinerhaus Privatklinik GmbH, Billrothstraße 78, 1190 Wien, www.rudolfinerhaus.at Redaktion: Univ.Prof. Dr. Paul Aiginger, DGKS Ruth Deutsch-Hohberg, MAS, Mag. Barbara Harold, MBA, Prim. Dr. Thomas Lang, Barbara Martinuzzi, Oliver Moser, Mag. Georg Reichlin-Meldegg, Dr. Michael Ressel, Dr. Brigitte Schedl-Richter, Mag. Scilla Steiner, MA. Konzept, redaktionelle u. grafische Produktion: arge|zeit|media, Neulinggasse 28/5, 1030 Wien, www.argezeit.at Druck: Offset 5020, Bayernstraße 27, 5072 Siezenheim Fotos: Agentur Diener/Österr. Frauenlauf GmbH, Michael Grünwald, KGP Events GmbH, Doris Kucera, Foto Weinwurm, istockphoto, Rudolfinerhaus, ÖRK/Anna Stöcker Offenlegung lt. § 25 MedienG: Geschäftsführung: Univ.Prof. Dr. Paul Aiginger, Ruth Deutsch-Hohberg, MAS, Mag. Dr. Gerhard Pöttler, MBA. Unternehmensgegenstand: Rudolfinerhaus Privatklinik GmbH ist Betreiber des Belegspitals Rudolfinerhaus. Top Class dient der Information der Patienten, Ärzte und der Vereinsmitglieder. Wir bitten um Verständnis, dass wir aus Gründen der Vereinfachung in unseren Texten auf die Genderformulierung verzichten. Die Verwendung von redaktionellen Inhalten ist nur mit ausdrücklicher schriftlicher Genehmigung durch den Herausgeber gestattet. Druck- und Satzfehler vorbehalten. topSEPTEMBER class2011 2|2010 ZEITSCHRIFTDESDESRUDOLFINERHAUSES RUDOLFINERHAUSES 3 3 top class | DIEDIEZEITSCHRIFT INSIDE INTERNATIONALE Gäste Immer in Bewegung bleiben! Leinen los! A uch in diesem Jahr hieß es wieder Leinen los beim Drachenbootcup 2011 im Strandbad Alte Donau. Das Team des Rudolfinerhauses mit 21 begeisterten Paddlerinnen und Paddlern stellte sich dieser Herausforderung mit Teamgeist und viel Spaß am Wettbewerb. Bei Österreichs größtem Business-Event wird in der Tradition der chinesischen Drachenboot-Rennen gepaddelt. Die Regattastrecke ist anstrengende 250m lang. Erfahrungsaustausch Hochrangigen Besuch erhielt das Rudolfinerhaus im Juli durch eine Delegation des saudi-arabischen Gesundheitsministeriums in Begleitung der Außenwirtschaftsabteilung der WKÖ. Gouverneur a.D. Dr. Klaus Liebscher, Präsident des RudolfinerVerein – Rotes Kreuz, hieß die Gäste gemeinsam mit der Rudolfinerhaus-Geschäftsführung herzlich willkommen. Am Programm standen eine Führung durch die Privatklinik, Präsentationen der einzelnen Fachabteilungen sowie ein Rundgang durch den „Campus Rudolfinerhaus“. Run for fun! D er Andrang beim Österreichischen dm Frauenlauf am 22. Mai 2011 war groß. Das Wetter zeigte sich von seiner sonnigen Seite und alle Sportlerinnen waren in bester Laufkondition. Die Vertreterinnen des Rudolfinerhauses waren auf der 5- bzw. 10-km-Strecke unterwegs. Ob vergnüglich oder ehrgeizig – wir gratulieren voller Bewunderung. HUMANITÄRES ENGAGEMENT U nd mit Power geht es im September weiter! Auch heuer starten wieder Mitarbeiter des Rudolfinerhauses beim Wien Energie Business Run. In 3er-Teams geht es laufend oder im Nordic-Walking-Bewerb über 4,2 km vom Ernst-Happel-Stadion durch den Wiener Prater und wieder retour. Für alle Laufbegeisterten die perfekte Gelegenheit, in Bewegung zu bleiben... MOVE YOUR bodY! Top: Austria’s biggest business event: the 250 m Dragon Boat Cup. Below: Austrian dm Women’s Race and the Wien Energie Business Run. 4 top class SEPTEMBER 2011 | DIE ZEITSCHRIFT DES RUDOLFINERHAUSES Für zwei russische Kleinkinder ist die Welt wieder in Ordnung. Durch die Unterstützung des Charity Vereines „Gift for Life“ war ihre Operation möglich gemacht und am Rudolfinerhaus durchgeführt worden. Prim. Dr. Thomas Lang, Vorstand der Anästhesiologie und Intermediate Care am Rudolfinerhaus, begrüßte zu diesem Anlass eine Delegation aus Russland mit Ärzten des Moskauer State Research Clinical Centers, einem Mitglied des Medical Councils von „Gift for Life“ sowie einem Moskauer Medienvertreter. INTERNATIONAL VISITORS Top: A visit from members of the Saudi Arabian Health Ministry. Below: “Gift for Life” charity enables surgery of two Russian toddlers at the Rudolfinerhaus. Großes Fest INSIDE für kleine Leute! Babyfest 2011 K asperl, Zauberer, Kinderschminken – am 18. Juni sorgte das Babyfest des Rudolfinerhauses wieder für strahlende Gesichter. Nach dem schlechtwetterbedingten Ausfall im Vorjahr fanden sich beim heurigen Babyfest knapp 350 große und kleine Gäste im herrlichen Garten des Rudolfinerhauses zu einem unterhaltsamen Nachmittag ein. Für eine gute Sache: Moderatorin Edith Rolles im Gespräch mit dem Ärztlichen Direktor des Rudolfinerhauses, Univ.Prof. Dr. Paul Aiginger, und bei der Scheckübergabe an den Generalsekretär-Stv. des Österr. Roten Kreuzes, Dr. Werner Kerschbaum. Das umfangreiche Programm bot sowohl eine Modenschau, bei der die Kleinsten Kreationen aus dem Haus „Himmelblau und Rosarot“ vorstellten, als auch eine Kasperlaufführung sowie die magische Welt des Zauberers Helmut. Die Tombola wartete mit vielen attraktiven Preisen auf. Wichtig für den dahinter liegenden Charity-Gedanken: Der Erlös der Tombola unterstützt einmal mehr eine bedürftige Familie. Außerdem wurde das Honorar von Johanna Vlk aus der ATV Fernsehproduktion „Teenager werden Mütter“ an die Organisation „YoungMum“ überreicht. Children’s Festival On 18 June, 350 big and small guests enjoyed the fashion show, puppet show and the magician Helmut. Proceeds from the raffle go to a family in need. Durch die Veranstaltung führte gut gelaunt TV Moderatorin Edith Rolles. top class SEPTEMBER 2011 | DIE ZEITSCHRIFT DES RUDOLFINERHAUSES 5 Preisverleihung INSIDE Abschied von Dr. Barbara Fellinger 31.05.1914 – 29.08.2011 Herausragende wissenschaftliche Arbeiten zum Thema „Pflege“ wurden erstmals mit dem „Elisabeth Seidl Preis“ ausgezeichnet. A Mit großer Betroffenheit gibt der Rudolfiner-Verein – Rotes Kreuz die traurige Nachricht bekannt, dass Frau Dr. Barbara Fellinger im 97. Lebensjahr verstorben ist. Als Gattin des ehemaligen Präsidenten des Rudolfiner-Verein – Rotes Kreuz, Herrn Univ.Prof. Dr. Karl Fellinger, war Frau Dr. Fellinger stets für ihre Menschlichkeit, Güte und Liebenswürdigkeit bekannt. Ihre berufliche Laufbahn als Juristin und erfolgreiche Pianistin hat sie aufgegeben, um sich bereits in jungen Jahren gemeinsam mit ihrem Gatten dem Wohle des Rudolfinerhauses zu widmen. Aufgrund ihres jahrzehntelangen Einsatzes sowie ihrer Liebe zum Rudolfinerhaus wurde Frau Dr. Barbara Fellinger im Jahr 2000 die Ehrenmitgliedschaft des Rudolfiner-Vereines verliehen. Zeitlebens hat Frau Dr. Fellinger großzügig das Rudolfinerhaus, den Rudolfiner-Verein, die Gesundheits- und Krankenpflegeschule und auch viele andere karitative Projekte unterstützt. Ihr Einsatz und ihre Liebe zum Rudolfinerhaus werden uns auch in Zukunft begleiten und Vorbild sein! Verwaltungsrat und Vorstand des Rudolfiner-Verein – Rotes Kreuz Geschäftsführung und Aufsichtsrat der Rudolfinerhaus Privatklinik GmbH 6 top class SEPTEMBER 2011 | DIE ZEITSCHRIFT DES RUDOLFINERHAUSES m 16. Juni 2011 war es so weit: Zum ersten Mal ging der „Elisabeth Seidl Preis“ an seine glücklichen Preisträger. Prof. Dr. Elisabeth Seidl, Pionierin der österreichischen Pflegewissenschaft, hat die Entwicklung der Pflege u.a. als langjährige Pflege- und Schuldirektorin am Rudolfinerhaus sowie als Wissenschaftlerin in besonderer Weise unterstützt. Aus diesem Grund stiftete das Rudolfinerhaus den „Elisabeth Seidl Preis“, der mit € 1000 (Masterarbeit) und mit € 500 (Bachelorarbeit) dotiert ist. Ziel ist es, den Nachwuchs in der Pflegewissenschaft zu fördern. Wir gratulieren den Preiträgern sehr herzlich! Die Fachjury betonte ausdrücklich die Qualität der eingereichten Arbeiten. Awards Ceremony For the first time this year, the “Elisabeth Seidl Preis“ for outstanding academic work in the area of healthcare was awarded for excellent BA/MA dissertations. Mit engagement „Uterus myomatosus Update“ lautete das Schwerpunktthema der medizinischen Vortragsrunde Mitte Juni am Rudolfinerhaus. Im Mittelpunkt der Beiträge von Dr. Bernhard Bartosch, OA Dr. Reinhold Tischler, OA Univ. Doz. Dr. Gernot Hudelist, MSc, sowie Prim. Univ.Prof. Dr. Siegfried Thurnher stand Neues und Wissenswertes über Myome der Gebärmutter, die häufigsten gutartigen Tumore der Frau. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher nützten das hohe fachliche Niveau der Veranstaltung. Von den Anwesenden besonders betont wurde übrigens die hervorragende Zusammenarbeit zwischen Gynäkologie und Radiologie am Rudolfinerhaus. Ein großes Danke an alle Beteiligten für das Engagement sowie den Firmen WERFEN und Johnson & Johnson für ihr Sponsoring. „Uterus myomatosus Update“ was the main focus of the medical lectures at the Rudolfinerhaus in June. Thank you to all participants and sponsors! So schön startete der Sommer Sommerfest 2011 D as Wetter war traumhaft, die Gäste in bester Stimmung und das Ambiente für diesen Abend absolut perfekt! Zahlreiche Gäste und Mitarbeiter ließen sich den Anlass nicht entgehen und kamen zum traditionellen Sommerfest des Rudolfinerhauses. Gouverneur a.D. Dr. Klaus Liebscher und die Geschäftsführung hatten auch heuer geladen und so wurde am 21. Juni 2011 im wunderschönen Ambiente des hauseigenen Gartens einmal mehr der kalendarische Sommerbeginn gefeiert. Nach Sektempfang und offizieller Begrüßung genossen die Gäste das Buffet oder trafen sich zum SmallTalk an der Cocktailbar. Getanzt wurde bis in den späten Abend – was für ein gelungenes Fest! SUMMER Festival After the champagne reception and welcome, guests enjoyed the buffet and cocktail bar and danced the night away. What a party! top class SEPTEMBER 2011 | DIE ZEITSCHRIFT DES RUDOLFINERHAUSES 7 Vertiefende Impulse setzte der 2010 erneuerte Kooperationsvertrag mit dem Österreichischen Roten Kreuz. Für ein gemeinsames humanitäres Engagement agieren hier: INSIDE Starke Partner! D en Rudolfiner-Verein und das Österreichische Rote Kreuz verbinden viele Parallelen. Beide wurden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ins Leben gerufen. Beide gehen auf große und außergewöhnliche Gründerpersönlichkeiten zurück. Während Henry Dunant – geprägt von den Grausamkeiten der Schlacht von Solferino – das Rote Kreuz mit dem ursprünglichen Ziel gründete, Kriegsverwundete unabhängig von ihrer Nationalität und einfach aufgrund der Schwere ihrer Verletzung medizinisch zu versorgen, ging es Theodor Billroth und Gustav Jurié vor allem um die Ausbildung von Krankenpflegepersonal für die Verwundeten in Kriegslazaretten. Und auch sie machten keinen Unterschied, ob eigene oder feindliche Soldaten zu behandeln waren. Tradition verpflichtet Über die Jahrzehnte sind aus beiden Initiativen moderne Unternehmen entstanden, die ihre humanitäre Ausrichtung in der Gegenwart fest verankert haben und ihre Verantwortung ernst nehmen. Allein in Österreich wird die RotkreuzBewegung von rund 55.000 freiwilligen Helfern getragen, die sich dem Leitsatz verpflichtet fühlen, „das Leben von Menschen in Not und sozial Schwachen durch die Kraft der Menschlichkeit zu verbessern“. Und auch in der bereits seit über 100 Jahren bestehenden Kooperation von Rudolfiner-Verein und Rotem Kreuz wird dieser Gedanke bis heute weitergeführt. GUT ZU WISSEN: Das Rote Kreuz in Österreich und weltweit Über 10 Mio. Arbeitsstunden wurden 2010 von freiwilligen Rotkreuz-Helfern in Österreich geleistet. Haupteinsatzbereiche waren der Rettungsdienst sowie Pflege- und Blutspendedienste. In Zukunft rechnet man aufgrund der demographischen Entwicklung mit einer Zunahme des Bedarfs der Altenpflege. Angesichts der zahlreichen Katastrophen im Vorjahr führte das ÖRK Einsätze in 40 Ländern mit über 9100 Einsatztagen durch. Weltweit gibt es 186 RK-Gesellschaften. Mehr zum Thema auf www.roteskreuz.at. 8 top class SEPTEMBER 2011 | DIE ZEITSCHRIFT DES RUDOLFINERHAUSES „Wir haben ja absolut ähnliche Werte und eine große Übereinstimmung in unseren Leitbildern“, so Dr. Werner Kerschbaum, Stv. Generalsekretär im Gespräch. „Sowohl dem Rudolfiner-Verein wie auch dem Roten Kreuz geht es um Respekt vor schwierigen Lebenssituationen, darum, Lebensqualität von Menschen in Not zu verbessern und um soziale Verantwortung.“ In den Vereinsstatuten des Rudolfiner-Verein – Rotes Kreuz ist dem- nach auch die Verpflichtung zu den Grundsätzen des Roten Kreuzes zu Menschlichkeit, Unparteilichkeit, Neutralität, Unabhängigkeit, Freiwilligkeit, Einheit und Universalität festgelegt. Moderne Kooperation „Mit der zuletzt gesetzten, gemeinsamen Initiative des vertieften Kooperationsvertrages wollten wir auch für die Öffentlichkeit dokumentieren, dass uns zum einen die Zusammenarbeit mit dem Rudolfiner-Verein und dem Rudolfinerhaus sehr wichtig ist, zum anderen dass wir die Zukunft gemeinsam wirkungsvoll gestalten möchten. D.h. mit neuen Impulsen, einer wirtschaftlichen Basis und einer lebendigen Kommunikationsstruktur“, so Kerschbaum, der das Rote Kreuz nun mit Sitz und Stimme im Verwaltungsrat des RudolfinerVereins sowie im Aufsichtsrat der Rudolfinerhaus Privatklinik GmbH vertritt, an der das ÖRK mit 5% beteiligt ist. „Für uns besitzt das Rudolfinerhaus die Autorität in der Gesundheitsund Krankenpflegeausbildung schlechthin. Und wir sind sehr froh darüber, dass das Rudolfinerhaus jährlich eine Reihe von z.T. sehr aufwendigen Operationen über- nimmt, die für die betroffenen, bedürftigen Menschen unentgeltlich sind. Ich persönlich bin in diesem Zusammenhang auch immer wieder von dem außergewöhnlichen Engagement der Ärzte am Rudolfinerhaus beeindruckt, die ihre Leistungen ja ebenfalls ohne Bezahlung zur Verfügung stellen. Für mich ist das der beste und schönste Beweis, dass hier humanitäre Bekenntnisse nicht nur Lippenbekenntnisse sind, sondern handfest in der Realität umgesetzt werden.“ Zukunft gestalten „Das Rote Kreuz will andererseits für das Rudolfinerhaus und den Rudolfiner-Verein aktiver Netzwerkpartner sein und Inputs bzw. Erfahrungen für die Pflegeausbildung liefern, die hier sicher auf sehr fruchtbaren Boden fallen. Diese Konstellation ist“, so Kerschbaum, „für alle eine klassische Win-winSituation. Denn nur in einer aktiv gelebten Partnerschaft können Verbesserungen und Veränderungsprozesse in Gang gesetzt werden. Immerhin bewegen wir uns ja in Bereichen, die weitreichende gesellschaftliche Konsequenzen haben. Und diese möchten wir mit Verantwortungsbewusstsein, aber auch größtmöglicher Effizienz gestalten.“ STronG Partners! In 2010, the renewed cooperation contract with the Austrian Red Cross set the pace for the future. T he Red Cross’s 55,000 volunteers have the mission of improving the lives of vulnerable people by mobilizing the power of humanity. This is also the underlying thought of the cooperation with the Rudolfiner Society, which has existed for over 100 years. “We have absolutely similar values and great consensus in our mission statements,” says Deputy Secretary General Dr. Werner Kerschbaum. The recent initiative of the deepened cooperation contract aims to demonstrate to the public that the cooperation with the Rudolfinerhaus is important to the Red Cross and that the two organisations aim to plan for the future effectively. New impulses, an economic basis and a lively culture of communication are part and parcel of the cooperation. The Rudolfinerhaus carries out a range of often very complicated operations every year, which are free of charge for people in need. The Red Cross provides input and experience for healthcare education. A win-win situation! top class SEPTEMBER 2011 | DIE ZEITSCHRIFT DES RUDOLFINERHAUSES 9 INSIDE AUF HERZ UND Nieren Die genaue Diagnose ist der erste Schritt für eine erfolgreiche Therapie: Die Abteilung Nuklearmedizin am Rudolfinerhaus umfasst bildgebende Verfahren sowie ein Schilddrüsenzentrum auf höchstem Niveau. Ü ber 3 Milliarden Mal schlägt das Herz während der durchschnittlichen Lebensdauer eines Menschen. 3,5 Millionen Liter Luft atmet die Lunge eines gesunden Erwachsenen pro Jahr. 300-mal pro Tag fließt das gesamte Blut im Körper durch die Nieren. Solche Höchstleistungen können Organe nur erbringen, wenn sie gesund sind. Moderne Szintigraphie Die Nuklearmedizin liefert für die Diagnose und Therapie v.a. von den für den Stoffwechsel verantwortlichen Organen bereits seit über 50 Jahren wertvolle Ergebnisse. Dabei werden dem Patienten risikolose, radioaktive Substanzen verabreicht, und es wird mit einer Gammakamera aufgezeichnet, wie sich diese Substanzen im Körper räumlich und zeitlich verteilen. Kurz gefasst: Auf diese Art und Weise lassen sich Stoffwechselvorgänge sichtbar ma- 10 top class SEPTEMBER 2011 | DIE ZEITSCHRIFT DES RUDOLFINERHAUSES chen. Und da in einem erkrankten Gewebe der Stoffwechsel schneller oder langsamer als in einem gesunden abläuft, lässt sich aufgrund der verfolgten Radiopharmaka bzw. der unterschiedlichen Strahlung die Funktion der Organe beurteilen. Diese Untersuchungsmethode wird Szintigraphie genannt. Die wichtigste Anwendung nuklearmedizinischer Methoden war lange Zeit die Diagnostik und Therapie von Schilddrüsenerkrankungen. Heute werden auch zahlreiche andere Organe und Gewebe im Rahmen der Nuklearmedizin untersucht. Die Besonderheit der Szintigraphie ist die Funktionsdiagnostik, die durch die Differenzierung zwischen funktionell aktivem und inaktivem Gewebe möglich ist. In Ergänzung mit anderen bildgebenden Verfahren wie Röntgen, CT oder Ultraschall, die vor allem anatomische Informationen liefern, können Krankheiten und ihre GUT ZU WISSEN: Keine Angst vor Strahlenbelastung Für die nuklearmedizinische Diagnostik werden Arzneimittel eingesetzt, die mit einem radioaktiven Isotop markiert sind. Diese Arzneimittel werden Tracersubstanzen genannt und werden meist intravenös verabreicht. Die Szintigraphie wird häufig unmittelbar nach Verabreichung der Tracersubstanz durchgeführt. Je nach Untersuchung kann die Zeit zwischen Applikation und Durchführung der Aufnahmen allerdings auch mehrere Stunden betragen. Die auf diese Weise in den Körper gelangende Dosis an Radioaktivität ist äußerst gering. Die Tracersubstanzen besitzen nur kurze Halbwertszeiten von wenigen Stunden oder Tagen. Üblicherweise ist die Dosis mit der Strahlenbelastung einer Röntgenuntersuchung oder Computertomographie vergleichbar. Auslöser so identifiziert und effektiv behandelt werden. Rasche Befunde, kurze Wartezeiten Univ.Doz. DDr. Gerold Porenta, Leiter der Abteilung Nuklearmedizin am Rudolfinerhaus, betreut mit seinem Team stationäre und ambulante Patienten nach Zuweisung durch einen behandelnden Arzt. „Natürlich sind gerade in unserem Bereich oft Ängste und Unsicherheiten der Patienten groß. Wir bemühen uns deshalb, auf jeden Einzelnen in aller Ruhe einzugehen. Nachdem wir eine moderne Doppelkopf-Gammakamera haben, sind die Untersuchungszeiten überdies relativ kurz. Außerdem muss bei uns der Patient nicht in eine gefürchtete ‘Röhre‘ – bei uns bekommt also niemand Platzangst. Die Befunde werden noch am gleichen Tag erstellt. Darüber hinaus haben wir ein optimal vernetztes, digitales Bildarchiv, sodass die Aufnahmen sowohl hier im Haus den Stationen als auch den behandelnden Ärzten sofort zur Verfügung stehen.“ „Wir haben zwei Schwerpunkte in unserem Ambulatorium: Das ist zum einen die funktionelle Bildgebung mittels Szintigraphie. Die Funktionen von Herz, Lunge, Gehirn, Knochen und Nieren können auf diese Weise besonders aussagekräftig visualisiert werden. Eine Besonderheit ist dabei die Darstellung des Lymphabstroms der weiblichen Brustdrüse bei geplanten Brustoperationen mittels Sentinel Node Szintigraphie. Bisher wurden Achsellymphknoten weitgehend entfernt, was eine große Belastung für die Patientin dargestellt hat. Nun kann während der Operation durch die Untersuchung eines einzelnen Lymphknotens, der mit der Szintigraphie geortet wird, ausreichend Informationen über den Befall gewonnen werden. Gesunde Lymphknoten werden damit erkannt und bleiben auf alle Fälle erhalten. Erst kürzlich wurde dafür eine top-moderne Gammasonde angeschafft, wir sind somit medizintechnisch am letzten Stand. Zum anderen werden in unserem Schilddrüsenzentrum Hormonbestimmungen, Ultraschall und Szintigraphie zur Diagnose und Therapie von Erkrankungen der Schilddrüse durchgeführt.“ IM GESPRÄCH: Univ.Doz. DDr. Gerold Porenta Leiter der Abteilung Nuklearmedizin am Rudolfinerhaus Nuclear MEDICINE Imaging techniques and stateof-the-art thyroid centre at the nuclear medicine department D uring the average person’s lifespan, the heart beats over 3 billion times, the lungs inhale 3.5 million litres of air per year and the body’s entire blood passes through the kidneys 300 times a day. Such peak performance is only possible when the organs are healthy. Through nuclear medicine it becomes possible to make metabolic processes visible. In scintigraphy, radiopharmaceuticals are ingested intravenously and a gamma camera then records how these substances spread through the body. Combined with x-ray, CT or ultrasound, diseases can thus be identified and treated effectively. The so-called tracer substances used in this procedure contain small levels of radioactivity, comparable to the exposure during an x-ray or a CT. All equipment used at the Rudolfinerhaus, such as the gamma probe, is state-of-the-art and diagnostic findings are available right away. top class SEPTEMBER 2011 | DIE ZEITSCHRIFT DES RUDOLFINERHAUSES 11 INSIDE Pflege VERPFLICHTET! Der Grundsatz der „Patientenorientierung“ hat am Rudolfinerhaus besondere Bedeutung. Fixe Bestandteile sind die tägliche Pflegevisite und die regelmäßige Einbindung neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse. U ns geht es in erster Linie darum, dass die Pflege und die Betreuungsorganisation optimal auf die Wünsche des Patienten abgestimmt werden“. Dr. Andrea Smoliner, MNS, Leiterin der Stabstelle Pflegeentwicklung am Rudolfinerhaus, bringt die Zielsetzung auf den Punkt. Dabei sind Transparenz, Verständlichkeit, Informationsaustausch, hohe Professionalität, aber auch Kontinuität wesentliche Voraussetzungen. Deshalb hat jeder Patient im Rudolfinerhaus eine für ihn zuständige Pflegeperson. Das schafft Vertrauen von Seiten der Patienten und die optimale Beobachtungsmöglichkeit für die betreuenden Pflegepersonen. „Es gibt einmal am Tag in der Früh eine gemeinsame Tagesplanung, bei der mit dem Patienten die Tagesorganisation besprochen wird. Dabei können wir unkompliziert und im Vorhinein auf Patientenwünsche eingehen“, so Smoliner im Gespräch. „Am Nachmittag findet die Pflegevisite statt. Im Rahmen dieses Gespräches zwischen betreuender Pflegeperson und Patient wird der 12 top class SEPTEMBER 2011 | DIE ZEITSCHRIFT DES RUDOLFINERHAUSES Tag gemeinsam reflektiert, pflegerische Problemstellungen besprochen und weitere Informationen gegeben. Diese Form der Einbeziehung des Patienten in seinen Betreuungsprozess ist eine Besonderheit des Rudolfinerhauses.“ Einen ebenfalls hohen Anspruch setzt man sich in Wiens renommierter Privatklinik punkto Pflegestandards. Dazu gehört auch, „wissenschaftlich up-to-date zu sein“. Das wird vor allem durch das permanente Screening wissenschaftlicher Publikationen garantiert. Liegen neue Erkenntnisse auf dem Tisch, werden diese in die bestehenden Pflegestandards eingearbeitet, an die Pflegenden weitergegeben und deren Anwendung in der Praxis evaluiert. „Für unsere Pflegenden ist das ein wesentlicher Rückhalt in ihrer täg IM GESPRÄCH: Dr. Andrea Smoliner, MNS Leiterin Stabsstelle Pflegeentwicklung am Rudolfinerhaus lichen Arbeit“, so Smoliner. „Ihre Tätigkeiten haben damit einen immer wieder neu wissenschaftlich abgesicherten Status und auch das Gespräch mit den Patienten steht so auf einer fundierten Basis.“ Da überrascht auch nicht die Kooperation mit dem Pflegewissenschaftlichen Institut der Uni Wien oder mit der UMIT in Hall/Tirol, deren Studenten die Möglichkeit haben, ihre Diplomarbeiten am Rudolfinerhaus durchzuführen. Zu guter Letzt kommen Inputs zur Pflegeoptimierung nicht nur von externen Quellen. Das Rudolfinerhaus hat eine lange Tradition in der eigenständigen Weiterentwicklung und Optimierung der Pflege. Committed to Care! “Patient orientation” has special significance at the Rudolfinerhaus. T o fulfill individual requirements, each patient has a personal attendant. This relationship of trust, along with efforts to remain up-to-date with recent scientific findings at all times, is what makes the Rudolfinerhaus so unique. BESTNOTEN in der ausbildung Campus RUDOLFINERHAUS Studierende berichten vom Bachelorstudiengang „Gesundheits- und Krankenpflege“, der letzten Oktober am Rudolfinerhaus in Kooperation mit der Fachhochschule Wiener Neustadt startete. D ie Ausbildung von Pflegepersonen auf höchstem Niveau hat am Rudolfinerhaus lange Tradition – und ist dabei stets am Puls der Zeit. Wissenschaftlich fundiert und praxisnah zugleich erweist sich der neue Studiengang in Kooperation mit der FH Wiener Neustadt für die knapp 20 Studierenden, die in diesem Sommer die ersten zwei der insgesamt sechs Semester absolviert haben. „Das Studium am Rudolfinerhaus inkludiert Inhalte, die in anderen Curricula nicht präsent sind“, erzählt Egmont Weber, Student, auf die Qualität seiner Ausbildung angesprochen. „Gesundheitsförderung, Obdachlosenbetreuung oder familienorientierte Pflege sind nur einige der Bereiche, die ein viel umfangreicheres Bild von Gesundheits- und Krankenpflege vermitteln, als man es zunächst hat.“ Der Zivildienst bei der Rettung gab für ihn schon eine bestimmte Richtung vor, doch einiges sei ihm dort noch abgegangen: „Der soziale Schwerpunkt ist bei der Pflege deutlich ausgeprägter.“ Seine Studienkollegin, Mag. Alice Spann, pflichtet ihm bei: „Am Rudolfinerhaus verbindet sich die theoretische Ausbildung, die teilweise an der FH Wiener Neustadt stattfindet, mit umfangreicher Praxis. Diese hat mir bei meinem vorigen Studium der Pflegewissenschaft gefehlt. Hier macht sie 50 Prozent des Studiums aus.“ Praxisnähe und soziale Kompetenz „Die praktische Ausbildung findet sowohl im Rudolfinerhaus selbst als auch außerhalb statt, zum Beispiel in der Hauskrankenpflege, in Rehabilitationseinrichtungen und in Pflegeheimen. Im fünften Semester ist auch ein Praktikum im Ausland vorgesehen. Zuerst setzen wir allerdings die erlernte Theorie in der hauseigenen Lernwerkstatt um und probieren unser pflegerisches Können in geschütztem Rahmen aneinander aus. Als nächstes begleiten wir Pflegepersonen auf den Stationen und sehen ihnen zunächst nur zu. Schließlich bekommen wir Aufgaben, wie z.B. das Messen der Vitalfunktionen, übertragen – natürlich unter Aufsicht. Erst der letzte Schritt ist das selbständige Durchführen.“ Dass man für die Pflege ein hohes Maß an sozialer Kompetenz mitbringen müsse, sind sich die beiden mit Charlotte Fuchs einig. Sie entschied sich für diesen speziellen FH-Lehrgang, weil sie Menschen in schwierigen Situationen beistehen möchte. Außerdem ist sie überzeugt: „Gut ausgebildete Pflegepersonen werden in Zukunft noch mehr gebraucht werden.“ The Rudolfinerhaus Healthcare Campus First class of 20 students reports on the new BA Science in Health Studies. S tudents praise the practice-oriented focus of the course, which makes up 50% of their teaching and takes place at the hospital itself as well as externally. Social competences are also a crucial aspect of the BA. “There will be even greater demand for healthcare staff in the future,” says student Charlotte Fuchs. top class SEPTEMBER 2011 | DIE ZEITSCHRIFT DES RUDOLFINERHAUSES 13 institute aBTEILUNG für Anästhesie und Intermediate Care Prim. Dr. Thomas Lang [email protected] | Anmeldung: +43 (0)1 36036-6040 Prim. Univ.Doz. Dr. Andreas Neuhold, MBA [email protected] | Anmeldung: +43 (0)1 36036-6301 Institut für nichtinvasive kardiologische Diagnostik Prim. Univ.Prof. Dr. Shapour Djavan [email protected] | Anmeldung: +43 (0)1 36036-6341 Institut für Bildgebende Diagnostik Institut für invasive Kardiologie und GefäSSdiagnostik OA Dr. Thomas Brunner [email protected] | Anmeldung: +43 (0)1 36036-6421 Univ.Doz. DDr. Gerold Porenta [email protected] | Anmeldung: +43 (0)1 36036-6321 Ambulatorium für Nuklearmedizin Institut für Physikalische Therapie Histologisch-zytologisches Labor Institut für Medizinisch-Chemische Labordiagnostik ordinationen KONTAKT: +43 (0)1 360 36-0 Billrothstr. 78, 1190 Wien AUGEN Dr.Robert Biowski Univ.Prof. Dr. Wolfgang HaufF Univ.Prof. Dr. Julius Lukas Dr. Beatrix Neumaier-Ammerer Univ.Prof. Dr. Michael Radda Dr. Elena Borisowa ROSENAUER Dr. Gabriel Rudnay Priv.Doz. Dr. Eva STIFTER Chirurgie Prim. Univ.Doz. Dr. Georg Bischof Prim. Univ.Prof. Dr. Manfred Deutsch Prim. Dr. Klaus Dittrich Univ.Doz. Dr. Peter Hollaus Univ.Prof. Dr. Nikolai Korpan Prim. Dr. Dieter H. Sponer Dr. Markus Thalman 14 A M R u dol f inerha u s top class OA Dr. Wafa Yeganehfar Dermatologie Univ.Prof. Dr. Eva-Maria Kokoschka Prim. Univ.Prof. Dr. Beatrix Volc-Platzer GefäSSchirurgiE Prim. Dr. Afshin Assadian Univ.Prof. Dr. Peter Polterauer Gynäkologie Dr. Bernhard BARTOSCH HALS-NASEN-OHREN Univ.Prof. Dr. Monika CARTELLIERI Dr. Mualla DUMAN Univ.Prof. Dr. Klemens FREI Univ.Prof. Dr. Sasan HAMZAVI Dr. Henriette HOSPODKA Prim. Univ.Prof. Dr. Christoph REISSER Univ.Prof. Dr. Michael ZRUNEK Innere Medizin Univ.Prof. Dr. Paul AIGINGER Dir. Prim. Prof. Dr. Franz BÖHMER Univ.Prof. Dr. Othmar FÖRSTER SEPTEMBER 2011 | DIE ZEITSCHRIFT DES RUDOLFINERHAUSES Dr. Pia Adrario [email protected] | [email protected] | Anmeldung: +43 (0)1 36036-6351 Prim. Dr. Nikolaus Neuhold Univ.Prof. Dr. Gerhard Breitenecker [email protected] | Anmeldung: +43 (0)1 36036-6441 Dr. Renée Tauffer [email protected] | Anmeldung: +43 (0)1 36036-6430 A M R u dol f inerha u s Univ.Doz. Dr. Martin BUCHELT Prim. Dr. Rudolf HANSLIK, MSc Univ.Prof. Dr. FlorianGOTTSAUNER-WOLF Dr. Peter LAURINGER Dr. Alexander KRAFT Prim. Univ.Prof. Dr. Rudolf PRAGER Dr. Gabriele KRIEGS-AU Dr. Mag. Anna Maria RIEDL Prim. Dr. K. Michael RIEDL Univ.Doz. Dr. Karl-Peter SAGASTER Dr. Andreas SCHIESSEL Univ.Prof. Dr. Josef SCHWARZMEIER Univ.Prof. Dr. Wolfgang SCHWÄGERL Dr. Michael WASILEWSKI Univ.Prof. Dr. Gobert SKRBENSKY Interventionelle Radiologie Dr. Rudolf STOFFELLA Dr. Ivan DOBROCKY, PhD, MSc KinderheilkundeUniv.Prof. Dr. Reinhard WINDHAGER PlastISCHE Chirurgie Univ.Prof. Dr. Kurt WIDHALM Prim. Univ.Prof. Dr. Maria DEUTINGER Neurochirurgie Dr. Harald KUBIENA OA Dr. Hans P. AMMERER Dr. Paul POINTINGER NeurologiE Dr. Hans-Peter WÜSTINGER Univ.Prof. Dr. Nadeja BRANDSTÄTTER Praktische Ärzte Univ.Prof. Dr. Lüder DEECKE MR Dr. Maher DAMEN-BARAKAT Prim. Univ.Doz. Dr. Udo ZIFKO Dr. Ulli ENZENBERG (Allergie) Nuklearmedizin-Schilddrüse Psychotherapie Prim. Univ.Prof. Dr. Amir KURTARAN Dr. Luise Zieser-Stelzhammer Orthopädie Dr. Matthias BRENNER Pulmologie Univ.Prof. Dr. Ventzislav PETKOV Thoraxchirurgie Univ.Doz. Dr. Clemens AIGNER Unfallchirurgie OA Dr. Klaus DANN Dr. Tina-Maria DONNER-WIELKE Univ.Prof. Dr. Emmerich EGKHER OA Dr. Georg ITTNER Prim. Univ.Prof. Dr. Heinz KUDERNA OA Dr. Martin LEIXNERING Prim. Univ.Prof. Dr. Mehdi MOUSAVI Univ.Prof. Dr. Johannes POIGENFÜRST Prim. Univ.Prof. Dr. Wolfgang SCHARF Dr. Paul STAMPFL OA Dr. Peter VALENTIN Urologie Univ.Prof. Dr. Bob DJAVAN Univ.Prof. Dr. Christian SCHMIDBAUER Dr. Igor STANCIK www.rudolfinerhaus.at belegärzte a b c d e f g h i Dr. Alexander AICHELBURG Univ.Prof. Dr. Paul AIGINGER Dr. Michael Yaser AKTA OA Dr. Erich ALTENBURGER OA Dr. Hans P. AMMERER Prim. Dr. Wilhelm H. APPEL Univ.Prof. Dr. Leopold AUERBACH Dr. Bernhard BARTOSCH Univ.Prof. Dr. Wolf Dieter BAUMGARTNER Prim. Dr. Klaus BECKER Dr. Gilbert BERAN Univ.Doz. Dr. Arthur BOHDJALIAN Prof. Dr. Franz BÖHMER Univ.Doz. Dr. Friedrich BREIER OA Dr. Thomas BRUNNER Univ.Doz. Dr. Martin BUCHELT MedR. Dr. HorstCAUCIG OA Dr. Klaus DANN Dr. Gertraud DEECKE OA Dr. Peter DITTRICH Univ.Prof. Dr. Bob DJAVAN Prim. Univ.Prof. Dr. Shapour DJAVAN Dr. Ivan DOBROCKY, PhD, MSc Dr. Walter DORALT Dr. Mualla DUMAN Univ.Prof. Dr. Emmerich EGKHER Prim. Univ.Doz. Dr. Ludwig ERLACHER Prim. Univ.Prof. HerbertFRANK Univ.Prof. Dr. KlemensFREI Priv.Doz. Dr. RenéFORTELNY Univ.Prof. Dr. Christoph GASCHE Prim. Univ.Prof. Dr. Karl GLASER Univ.Prof. Dr. Florian GOTTSAUNER-WOLF Dr. Brigitte GREINER-PESAU Dr. Andrea GSCHNAIT Univ.Prof. Dr. Sasan HAMZAVI Prim. Dr. Rudolf HANSLIK, MSc Univ.Prof. Dr. Engelbert HANZAL Univ.Prof. Dr. Wolfgang HAUFF Univ.Prof. Dr. Michael HAYDE Prim. Univ.Prof. Dr. Michael HERMANN Univ.Doz. Dr. Ralf HERWIG Dr. Georg Jörg HOFMANN Prim. Univ.Prof. Dr. Wolfgang HÖLTL Dr. Reinoud HOMAN Univ.Prof. Dr. Ernst Paul HORCHER Univ.Prof. Dr. Peter HUSSLEIN OA Dr. Georg ITTNER j k l m n o p r VIENNA‘S LEADING PRIVATE HOSPITAL VIENNA Dr. Johannes JAGENBREIN Prim.MedR. Dr. M. KAZEMI Dr. Katharina KISS Univ.Prof. Dr. Eva-Maria KOKOSCHKA Prim. Univ.Prof. Dr. Rupert KOLLER OA Dr. Stefan KÖNIG Univ.Prof. Dr. Nikolai KORPAN Dr. Gabriele KRIEGS-AU Dr. Andreas KRÖNER Dr. Harald KUBIENA Univ.Prof. Dr. Elisabeth KUCERA-SLIUTZ Dr. Andrea KULISEV Univ.Prof. Dr. Rainer KUNSTFELD Univ.Doz. Dr. Rafic KUZBARI Dr. Herbert LAGER OA Dr. Clemens LEITGEB OA Dr. Martin LEIXNERING Dr. Christian LHOTKA OA Dr. Nikolaus LILGENAU Univ.Doz. Dr. Werner LILL Dr. Walter LINGARD Univ.Prof. Dr. Julius LUKAS Univ.Prof. Dr. Georg MAILATH-POKORNY Prim. Univ.Prof. Dr. Bruno MAMOLI Univ.Prof. Dr. J.Michael MARBERGER Dr. Barbara MARINGER-HAMBÖCK Univ.Prof. DDr. Michael MATEJKA Prim. Dr. Wolfgang METKA Dr. Albert MICHITSCH Univ.Doz. Dr. Thomas NAU Dr. Beatrix NEUMAIER-AMMERER Dr. Sibylle OKRESEK Prim. Univ.Prof. Dr. Roland OPPOLZER Dr. Bernhard PARTSCH Univ.Prof. Dr. Tatjana PATERNOSTRO-SLUGA OA Dr. Gedeon PERNECZKY Univ.Prof. Dr. Ventzislav PETKOV OA Dr. Christoph PEZZEI Prim. Univ.Doz. Dr. Eugen PLAS OA Dr. Johannes POLLAK Univ.Prof. Dr. Wolfgang POPP Univ.Doz. DDr. Gerold PORENTA Prim. Univ.Prof. Dr. Michael RADDA Dr. Modjtaba RADJABY-RASSET Prim. Univ.Doz. Dr. Michael RAUCHENWALD OA Dr. Friedrich REH Prim. Univ.Prof. Dr. ChristophREISSER Prim. Dr. K.Michael RIEDL Eine vollständige Liste unserer Belegärzte finden Sie auf www.rudolfinerhaus.at. s t u v w z Univ.Prof. Dr. Suzanne RÖDLER OA Dr. Reinhard ROEHLE Prim. Univ.Prof. Dr. AlexanderROKITANSKY OMR Dr. Norbert ROGOVITS Dr. Gabriel RUDNAY Univ.Prof. MR Dr. Raimund SAAM Dr. Walter SACHER Univ.Prof. Dr. Bernd SALETU Priv.Doz. Dr. Michael SALETU Dr. Harald SALZMANN Dr. Liane SAXER-NOVOTNY Univ.Doz. Dr. Ingrid SCHLENZ Univ.Prof. Dr. Christian SCHMIDBAUER Univ.Doz. Dr. Margot SCHMITZ Univ.Prof. Dr. Wolfgang SCHWÄGERL Univ.Prof. Dr. Josef SCHWARZMEIER Dir.Prim. Univ.Prof. Dr. ChristianSEBESTA Univ.Prof. Dr. Paul SEVELDA Dr. Raphael SIEGERT Dr. Bernhard SLAVICEK Dr. Paul STAMPFL Dr. Igor STANCIK Univ.Prof. Dr. Günter STEURER Dr. Johannes STIEDL OA Dr. Beate STOCKER Dr. Rudolf STOFFELLA Prim. Dr. Christian STRACKE Dr. Edith SUNDER-PLASSMANN Prim. Dr. Josef SZIMAK Dr. Beatrix SZIMAK-HUPFER OA Dr. Reinhold TISCHLER Univ.Prof. Dr. Wolfgang TRUBEL Univ.Prof. DDr. GerhardUNDT OA Dr. Peter VALENTIN OA Dr. Kimon VAFIADIS Univ.Prof. Dr. Kurt VINZENZ Univ.Doz. Dr. Theodor WANKE Dr. Matthäus WEGMANN Univ.Doz. Dr. Werner WEISSENHOFER Univ.Doz. Dr. Manfred WENINGER Univ.Prof. Dr. Peter WESSELY Univ.Prof. Dr. Kurt WIDHALM Univ.Prof. Dr. Reinhard WINDHAGER OA Dr. Thomas WINKLER Univ.Prof. Dr. Johannes ZACHERL Univ.Prof. Dr. Bela ZELEKY Prim. Univ.Doz. Dr. Udo ZIFKO Univ.Prof. Dr. Michael ZRUNEK top class SEPTEMBER 2011 | DIE ZEITSCHRIFT DES RUDOLFINERHAUSES 15 PERSONALITY Mit Kompetenz UND GEFÜHL Im August 2011 hat die erfahrene Gynäkologin Univ.Prof. Dr. Elisabeth Kucera-Sliutz die Koordination der Geburtshilfestation am Rudolfinerhaus übernommen. Ihr Credo: Mit einem hoch kompetenten Team von Ärzten, Hebammen und Schwestern sowie mit viel Sensibilität Frauen auf ihrem Weg zur individuellen Geburt zu begleiten. TOP CLASS: Frau Prof. Kucera-Sliutz, das Rudolfinerhaus hat eine lange Tradition im Bereich der Geburtshilfe. Ist dieser Umstand für Sie eine besondere Herausforderung? PROF. KUCERA-SLIUTZ: Da besteht gar kein Zweifel – ich fühle mich dem Grundgedanken von Theodor Billroth bzw. des Rudolfinerhauses sehr verbunden. Großartige Leistungen, die in der Vergangenheit passiert sind, können eigentlich immer nur ein Ansporn sein. Immerhin waren schon in den 1920er und 30er Jahren ein Viertel aller medizinischen Leistungen hier im Haus Entbindungen. Meine Aufgabe ist 16 top class SEPTEMBER 2011 | DIE ZEITSCHRIFT DES RUDOLFINERHAUSES es, die hohen Ansprüche an die Geburtshilfe am Rudolfinerhaus fortzusetzen. Sie selbst haben viel theoretische und praktische Erfahrung im Bereich der Geburtshilfe, etwa durch Ihre wissenschaftlichen Aktivitäten, Ihre Tätigkeit am AKH oder durch Ihre eigene Praxis. Was sind Ihrer Meinung nach die wichtigsten Faktoren, die eine für Mutter und Kind „optimale“ Geburt ausmachen? Man muss eines vorausschicken: Geburtshilfe ist kein Wunschprogramm. Da lässt sich nichts per Knopfdruck herbeiführen oder planen. Jede Frau empfindet anders, erwartet Unterschiedliches, hat andere Bedürfnisse und medizinische Notwendigkeiten. Deshalb ist meiner Meinung nach das Wichtigste, auf die ganz spezielle Situation der werdenden Mutter individuell einzugehen. Und dafür Sorge zu tragen, dass alle medizinischen Vorkehrungen punkto Sicherheit getroffen sind. Ich bin außerdem eine wirkliche Verfechterin der Spontangeburt, denn es gibt nicht nur sehr gewichtige medizinische Argumente, die dafür sprechen. Das Geburtserlebnis selbst hat eine unglaublich emotionale Dimension, die im Bewusstsein und Selbstverständnis der Frau Vieles in Bewegung setzt. Wenn es möglich ist, sollte „Frau“ sich dieser Erfahrung nicht verschließen. Für mich ist eine Geburt eines der stärksten Erlebnisse, die es im Leben gibt. Allerdings wünschen viele Frauen heute eine geplante Schnittentbindung... Das ist richtig. Ungefähr jede vierte Entbindung erfolgt heute per Kaiserschnitt. Das ist deutlich mehr als noch vor 10 oder 15 Jahren. Vor allem Frauen ab 35 oder 40 wünschen sich vermehrt eine Sectio, um die angeblichen Risikofaktoren zu minimieren. Dabei können auch Spätgebärende eine ganz normale Spontangeburt haben – sogar Frauen, die schon einmal einen Kaiserschnitt hatten. Den teilweise künstlich generierten Trend zu Kaiserschnitt-Geburten beurteile ich eher kritisch. Eine Sectio hat für eine Frau, die spontan gebären könnte, eher Nach- als Vorteile – vor allem in der postnatalen Phase. Dennoch: Das Wichtigste ist – und das sehe ich als unsere zentrale Aufgabe hier am Rudolfinerhaus – für jede Frau die für sie optimale Geburtssituation zu schaffen, sie auf ihrem individuellen Weg zur Entbindung mit Geduld und einem hohen persönlichen Betreuungsfaktor zu begleiten und darüber hinaus natürlich die besten medizinischen Rahmenbedingungen bzw. notwendigen Maßnahmen sicherzustellen. D.h. wir zeigen unseren Patientinnen die verschiedenen Wege zur optimalen Geburt – die werdende Mutter entscheidet, mit welcher Methode, ob spontan oder per Schnittentbindung, sie sich am wohlsten fühlt. Welche Besonderheiten bietet die Geburtshilfe am Rudolfinerhaus? Zum einen: Wir haben hier am Haus eine Gynäkologie, die wirklich alles abdeckt: von der Geburtshilfe über die Gynäkologische Chirurgie, eine Anästhesie, die 24 Stunden am Tag zur Verfügung steht, top class SEPTEMBER 2011 | DIE ZEITSCHRIFT DES RUDOLFINERHAUSES 17 PERSONALITY außerdem zwei diensthabende Ärzte rund um die Uhr. Unsere Kreissäle sind medizintechnisch top ausgestattet. Zum zweiten – wie vorhin schon erwähnt und sicher ungewöhnlich für ein Privatspital: Wir sagen „JA“ zur natürlichen Geburt und wir unterstützen unsere Patientinnen bei all ihren diesbezüglichen Wünschen. Außerdem ist die Aufzahlung auf Einzelzimmer möglich, weil sich immer wieder zeigt, dass in dieser ganz besonderen Phase für Mutter und Kind eine ungestörte Atmosphäre vorrangig ist. Darüber hinaus kümmern sich derzeit acht erfahrene Hebammen um unsere kleinen und großen Patienten. Vier von ihnen bieten auch private Geburtsbegleitung an. D.h. sie betreuen Patientinnen nicht nur im Rahmen der Geburtsvorbereitung, sondern auch während der gesamten Geburt im Kreissaal und anschließend im Wochenbett. Aber natürlich sind auch externe Hebammen an unserer Station herzlich willkommen! Standardmäßig werden Kurse zur Geburtsvorbereitung angeboten, ebenso Schwangerschaftsgymnastik, Wochenbettbetreuung oder ein Besuch zu Hause nach der Geburt, um den Übergang in die veränder- 18 top class MAI 2011 | DIE ZEITSCHRIFT DES RUDOLFINERHAUSES WISSENSChaft & PRAXIS Zur Person: Univ.Prof. Dr. Elisabeth Kucera-Sliutz Aus einer begeisterten Arztfamilie kommend, war der berufliche Weg von Univ.Prof. Dr. Elisabeth Kucera-Sliutz schon beinahe vorgezeichnet: Arztstudium an der Universität Wien, Turnus im Spital Göttlicher Heiland, anschließend mehrjährige Tätigkeit in der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe am AKH sowie Habilitation. Zahlreiche Veröffentlichungen im Rahmen ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit, Autorin von Fachpublikationen und Mitarbeit an gynäkologisch-geburtshilflichen Lehrbüchern, Vortrags- und Lehrtätigkeit an der Universität Wien. FACHGEBIETE: Allgemeine Gynäkologie, Geburtshilfe, operative Gynäkologie, gynäkologische Onkologie, Senologie, Akupunktur. te Alltagssituation zu erleichtern. Unsere Kinderschwestern sind mit viel Liebe und Begeisterung für unsere Kleinen da. Die Neugeborenen werden in unserem Kinderzimmer optimal umsorgt. Immerhin bleiben unsere Patientinnen durchschnittlich fünf bis sechs Tage bei uns im Haus. Was sehr sinnvoll ist, um der neuen Mutter-Kind-Beziehung einen stressfreien Start zu ermöglichen. Sie selbst haben auch am Rudolfinerhaus entbunden? Richtig, ich habe meine beiden Töchter vor einigen Jahren im Rudolfinerhaus bekommen und habe mich hier sehr wohl und perfekt betreut gefühlt. Das war übrigens auch einer der Gründe, warum ich diese Stelle sehr gerne angenommen habe. Es stimmen hier einfach die Rahmenbedingungen. Nicht umsonst schätzen das immer mehr Belegärzte, die mit ihren Patientinnen zu uns kommen. Sie haben nun die Funktion der Fachkoordinatorin für Geburtshilfe am Rudolfinerhaus übernommen. Was kann man sich darunter vorstellen? Um diese Funktion zu verstehen, muss man vorausschicken, dass eine Geburt nur so gut wie das betreuende Team ist. Deshalb sehe ich meine Aufgaben im Bereich Koordination und Teambuilding. Zum einen geht es um die optimale und reibungslose Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen im Sinne unserer Patientinnen – z. B. mit der Anästhesie oder mit der Orthopädie. Zum anderen geht es um ideale Bedingungen für unsere Belegärzte. Darüber hinaus verstehe ich mich vor allem aber auch als Repräsentantin der Geburtshilfe am Rudolfinerhaus nach außen. Apropos Belegärzte: Generell werden Kollegialität und gegenseitige Wertschätzung am Rudolfinerhaus sehr groß geschrieben. So ist bereits vor einigen Jahren aufgrund des Engagements von Herrn Dr. Bartosch 5 WITH COMPETENCE eine Bereitschaftsliste entstanden, die zu jeder Tages- und Nachtzeit einen der kompetenten Kollegen zur Assistenz bei einem unvorhergesehenen Kaiserschnitt oder einer Operation sichert. Teilnehmer an dieser Bereitschaftsliste sind Dr. Bartosch, Frau Dr. Okresek, OA Dr. Reh, Dr. Sacher und Dr. Siegert. Herrn Dr. Bartosch verdanke ich übrigens die gute, kollegiale Aufnahme am Rudolfinerhaus vor einigen Jahren. Ganz wichtig ist mir auch, mich bei dieser Gelegenheit bei Herrn Dr. Sacher für sein jahrelanges Engagement um die Geburtshilfe am Rudolfinerhaus und seine unzähligen Geburten hier zu bedanken. Ich freue mich auf die weitere gute Zusammenarbeit. Zu guter Letzt muss natürlich auch die Administration für unsere Patientinnen rundum stimmen – die Sprechstunden, die Beratung, die Führung durch die Kreissäle. Unsere Zimmer bekommen demnächst einen „neuen Anstrich“ und werden nach Feng-Shui-Kriterien mit allem erdenklichen Wohlfühl-Komfort ausgestattet... Sie sehen, es sind interessante Aufgaben, die auf mich zukommen und auf die ich mich freue. Denn wir haben noch viel vor mit der Geburtshilfe am Rudolfinerhaus. Vielen Dank für das Gespräch! and sensitivity In August 2011, the experienced gynaecologist Univ.Prof. Dr. Elisabeth Kucera-Sliutz took over as specialist coordinator at the obstetrics ward at the Rudolfinerhaus. tions, needs and medical requirements, she says, and she is also a great advocate of spontaneous delivery, not least because of the many medical factors in favour of it. The experience of giving birth has an enormous emotional dimension, too. At er credo: accompanying women on the Rudolfinerhaus, patients are shown their individual journey of giving the different paths to optimal delivery. The mother-to-be decides which method, birth with a highly competent team of be it spontaneous or caesarean section, she doctors, midwives and nurses, always with great sensitivity. The Rudolfinerhaus is most comfortable with. has a long history of obstetrics – even Dr. Kucera-Sliutz’s new role primarily in the 1920s and 30s, a quarter of all entails coordination and teambuilding, i.e. medical services provided here were the optimal and seamless cooperation with deliveries. Dr. Kucera-Sliutz sees it as other departments such as anaesthetics and her task to uphold the high standards of orthopaedics, as well as ensuring ideal obstetrics at the Rudolfinerhaus. Each conditions for the attending doctors. woman has different feelings, expecta- H AUS PATIENTENSICHT: Für Susanne Rella war SONNTAG, der 17. April, ein besonderer tag. Ihr jüngster Sohn Massimo kam gesund im Rudolfinerhaus zur Welt. „Es war bereits meine zweite Geburt im Rudolfinerhaus und auch diesmal die absolut richtige Wahl. Hier wird alles getan, damit man sich in dieser nicht gerade einfachen Situation wohlfühlt. Ich hatte eine Spontangeburt, allerdings 23 Stunden Wehen, bis es so weit war. Nachdem mich diese lange Zeit doch sehr erschöpft hat, habe ich erstmals eine Epiduralanästhesie durchführen lassen. Die Erleichterung, die daraufhin eingetreten ist, war wirklich unglaublich. Ich schätze am Rudolfinerhaus das enorm kompetente und fürsorgliche Team. Mein Arzt, Dr. Bernhard Bartosch, war bei der Geburt dabei, außerdem eine Hebamme vom Haus, dazu die Schwestern und auch die Anästhesie – man merkt einfach, dass alle gut harmonieren und perfekt zusammenarbeiten. Man wird als Patientin überdies zu keiner Entscheidung gedrängt oder beeinflusst. Es wird einem eine einfach wohltuende Fürsorge entgegengebracht und man ist sich sicher, hier in jedem eintretenden Fall gut aufgehoben zu sein. Auch die Kinderschwestern in den Tagen nach der Geburt waren hilfsbereit und einfühlsam und gehen auf den Rhythmus der Frau sowie die kleinen und großen Wünsche, die man hat, uneingeschränkt ein. In unserer Familie vertraut man übrigens in der nunmehr 4. Generation dem Rudolfinerhaus: Großvater, Vater, mein Mann und meine beiden Söhne sind hier zur Welt gekommen. top class MAI 2011 | DIE ZEITSCHRIFT DES RUDOLFINERHAUSES 19 Viele Frauen haben Angst vor dem Geburtsschmerz und stehen deshalb oft vor der Überlegung: SCIENCE SPONTANGEBURT ODER Kaiserschnitt? Schnitt geht aber doch durch mehrere Gewebeschichten, die Zeit zur Heilung benötigen. Rasche Hilfe E ndlich ist es so weit! Ein kleiner, neuer Erdenbürger hat das Licht der Welt erblickt. Mutter und Kind sind wohlauf. Vergessen die monatelangen Überlegungen, wie und auf welche Weise die Geburt verlaufen soll. Vernunft-bestimmt Immer mehr Frauen tendieren in den hoch technisierten westlichen Gesellschaften zur angeblich risikobefreiten Entbindung per Kaiserschnitt. Die europaweit höchsten Raten an Schnittgeburten finden sich in Italien und Portugal mit teilweise weit über 30 Prozent. In Deutschland wurden 31,3 Prozent der Frauen, die 2009 ihr Kind im 20 top class SEPTEMBER 2011 | DIE ZEITSCHRIFT DES RUDOLFINERHAUSES Krankenhaus zur Welt brachten, mit Kaiserschnitt entbunden, in Österreich hat sich die Quote in den vergangenen 10 Jahren von 13 auf 25% beinahe verdoppelt. Viele Frauen bevorzugen eine Schnittentbindung aufgrund des einfacheren Zeitmanagements und weil sie der Meinung sind, sich bei dieser Vorgangsweise Schmerzen zu ersparen. Doch Fakt ist, dass Schmerzen der werdenden Mutter nur in den seltensten Fällen erspart bleiben, da diese in der Regel vor allem nach dem operativen Eingriff auftreten. Die Wunde kann zwar heutzutage sehr klein gehalten werden, der Abgesehen davon gibt es aber natürlich auch eine Reihe medizinischer Indikationen, die einen Kaiserschnitt empfehlenswert oder notwendig machen. Z.B. wenn die normale Geburt wegen eines Missverhältnisses von Becken und Kindesgröße unwahrscheinlich ist bzw. Komplikationen erwarten lässt. Auch bei Rhesusfaktor-Unverträglichkeit, Zwillingsgeburten oder vorzeitigem Blasensprung wird heute ein Kaiserschnitt vorgenommen. Bei schweren Erkrankungen der Schwangeren, vorhergegangenen Eingriffen an der Gebärmutter, einer vorliegenden HIV-Infektion (bei der sich das Kind bei der Geburt anstecken könnte) oder einer vor dem Muttermund liegenden Plazenta ist ein Kaiserschnitt unumgänglich. Die Sectio wird auch vorgenommen, wenn das Überleben der Mutter oder des Kindes gefährdet ist, z.B. wenn Geburtsstillstand vorliegt. Gefahr in Verzug besteht für das Kind, wenn die Nabelschnur eingeklemmt ist und Sauerstoffmangel droht. Auch konstant schwächer werdende Herztöne des Kindes könnten das Geburtshelferteam veranlassen, sich spontan für einen Kaiserschnitt zu entscheiden. Einmal Kaiserschnitt – immer Kaiserschnitt? Hat eine Frau ihr Kind mittels Kaiserschnitt zur Welt gebracht, bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass eine nachfolgende Geburt ebenso eine Sectio sein muss. Studien zeigen, dass 75% der Frauen, die ihr erstes Kind mittels Kaiserschnitt zur Welt gebracht haben, danach eine ganz normale Spontangeburt erleben konnten. GUT ZU WISSEN: Ärzte und Hebammen im Team Weltweit werden die meisten Geburten von Hebammen durchgeführt. In Europa dominieren vor allem unterschiedlich besetzte Geburtshilfeteams von Ärzten und Hebammen in Zusammenarbeit. Was sich dabei oftmals zeigt, ist, dass Hebammen und Ärzte mit differenzierten Leistungsansätzen ihre Rolle als Geburtshelfer wahrnehmen. Hebammen tendieren häufiger zu Empathie-starken Methoden, während Ärzte in der Mehrzahl medizintechnische Analysefaktoren höher bewerten. Insofern ergeben gemischte Geburtshilfeteams optimale Rahmenbedingungen für die Geburt. Regelmäßige Studien zu diesen Themen führt die international renommierte Cochrane Collaboration durch, ein internationales Netzwerk von Wissenschaftlern und Ärzten zur Verbesserung der wissenschaftlichen Grundlagen für Entscheidungen in Gesundheitssystemen. Natürlich gesund? Spontangeburten haben gemessen an diesen Faktoren eine Reihe von Vorteilen. Frauen, die auf natürlichem Wege gebären, sind nach Verlassen des Kreissaales meist deutlich schneller wieder auf den Beinen und können sich so besser auf ihr Neugeborenes konzentrieren. Auch bildet sich die Gebärmutter nach einem Kaiserschnitt etwas langsamer zurück als nach einer natürlichen Geburt. Der Wochenfluss ist nach einem Kaiserschnitt etwas geringer, dauert dafür aber ein wenig länger. Für das Neugeborene ergeben sich andere Konsequenzen: Dadurch, dass sich das Baby bei einem Kaiserschnitt nicht durch den Geburtskanal schieben muss, wird manchmal die Flüssigkeit nicht vollständig aus den Lungen gepresst und das Baby könnte unmittelbar nach der Geburt Schwierigkeiten mit der Atmung haben. Weiters übernehmen Babys, die auf natürliche Weise geboren werden, im Geburtskanal die nützlichen Bakterien der Mutter, die vor Krankheitserregern schützen. Dasselbe gilt auch für die Darmbakterien der Mutter, die die Darmflora des Kindes unterstützen. Spontaneous delivery OR caesarean section? More and more women in the Western world choose to give birth by caesarean section. I n Austria, the percentage doubled to 25% in the last ten years. Many women believe that this procedure will spare them a lot of pain, but this can, in fact, very rarely be avoided, as pain occurs primarily after the operation in most cases. But there is, of course, a range of medical indications that can make a caesarean section recommendable or necessary, and it is also carried out when the survival of mother or child is in danger. Contrary to a widely held belief, it is not true that women who once had a caesarean can never give birth spontaneously again. In fact, 75% of women who had a caesarean can experience a normal spontaneous birth later. Spontaneous delivery has many advantages. For one, the mother usually recovers much more quickly and can better dedicate her attention to the newborn. Possible breathing problems for the newborn are prevented and the baby receives important antibodies from the mother’s birth canal. top class SEPTEMBER 2011 | DIE ZEITSCHRIFT DES RUDOLFINERHAUSES 21 SCIENCE Von einer effektiven Schmerzreduktion bis hin zur „Schmerzfreiheit“ bei der Geburt profitieren Mutter und Kind. ANÄSTHESIE IN DER Geburtshilfe nen gerne zur Verfügung. Nützen Sie dafür z.B. unsere wöchentliche Präanästhesie-Sprechstunde. Anmeldung über das Ärztesekretariat, Tel +43 (0)1 36036-6019 (Fr. Dr. Giesecke). S chmerz verursacht Stress, Stress bedeutet Anspannung, stressbedingte Anspannung ist nicht förderlich – weder für die Mutter noch für das Kind. Werden unter der Geburt zu viele Stresshormone ausgeschüttet, verengen sich Gefäße, die Wehen werden unregelmäßig, im Extremfall kommt es zum Geburtsstillstand – eine Situation, die vor allem hinsichtlich der Gesundheit des Kindes vermieden werden soll. Die Entwicklung der modernen Medizin hat es möglich gemacht, dass schmerzreduzierende Medikamente mit unterschiedlichsten Techniken genau an jene Nervenstrukturen heran gebracht werden können, die für den Wehenschmerz verantwortlich sind. In der Geburtshilfe wird heute häufig die Epiduralanästhesie (auch Periduralanästhesie) angewendet. Ihr Vorteil: Während die Wehenschmerzen reduziert werden, bleibt die Motorik – also Beweglichkeit und Muskelkraft – erhalten. Fällt 22 top class SEPTEMBER 2011 | DIE ZEITSCHRIFT DES RUDOLFINERHAUSES die Entscheidung für einen Kaiserschnitt, kann man entweder die dann schon vorab gelegte Epiduralanästhesie indirekt für den operativen Eingriff nützen oder man bringt das Lokalanästhetikum mittels einer hauchdünnen Nadel direkt zu den zentralen Nervenstrukturen (Spinalanästhesie). So kann die werdende Mutter – oft im Beisein ihres Partners – auch die Geburt mittels Kaiserschnitt bei vollem Bewusstsein schmerzfrei miterleben. Zahlenmäßig abgenommen haben jene Schnittentbindungen, bei denen eine Vollnarkose durchgeführt wird. Medizinische Indikationen sind in speziellen Fällen aber durchaus gegeben, mit modernsten Geräten ist die Anästhesie hierfür jederzeit gerüstet. KONTAKT UND INFORMATION Um das weitreichende Thema „Anästhesie in der Geburtshilfe“ besser kennenzulernen, stehen wir Ihnen für Fragen und Informatio- Oder besuchen Sie unsere Abteilung auf der Hompage des Rudolfinerhauses (www.rudolfinerhaus.at), wo Ihnen unser anästhesiologisches Team vorgestellt wird. Detaillierte Informationen erhalten Sie überdies im Rahmen der Geburtsvorbereitungskurse am Rudolfinerhaus. Anmeldungen hierfür auf www.geburtshilfewien.at. Anaesthetics in obstetrics Mothers and babies benefit from effective pain reduction or even a “pain free” birth Pain causes stress. Stress causes tension. Neither is beneficial during delivery. Modern medicine provides relief. See our homepage for further information: www.rudolfinerhaus.at. AUTOR: Prim. Dr. Thomas Lang Vorstand der Anästhesiologie und Intermediate Care am Rudolfinerhaus Rund ein Viertel der Bevölkerung leidet an Schlafstörungen, zunehmend bereits in jüngerem Alter. SCIENCE GUTE NACHT IM Schlaflabor R und ein Viertel aller Österreicher leidet an Schlafstörungen, 80% davon länger als ein Jahr. Dennoch konsultiert nur jeder dritte Betroffene einen Arzt. Meist werden die Beschwerden von den Schlafgestörten einfach hingenommen oder die Ursachen werden verkannt, wodurch eine mögliche Lösung verborgen bleibt. kommt, dass Betroffene 7-mal so häufig Arbeitsunfälle und 2,5-mal so häufig Verkehrsunfälle haben. Während manche Schlafstörungen sogar unmittelbar lebensgefährlich sein oder zu Herzerkrankungen und Schlaganfall führen können, stellen andere vor allem für den Partner eine Belastung dar. Dies müsste allerdings nicht sein, denn heutige Therapien sind sehr erfolgreich. Schlafstörungen sind vielfältig Doch Schlafstörungen sind nicht so harmlos, wie oft angenommen wird. Schlafgestörte haben vermehrt gesundheitliche Probleme physischer und psychischer Art sowie eine verkürzte Lebenserwartung. Tagesmüdigkeit, Konzentrations- und Gedächtnisschwäche vermindern die Lebensqualität deutlich und haben eine geringere Arbeitsleistung zur Folge. Dazu Als häufigste Schlafstörung gilt die Schlaflosigkeit als Folge einer akuten psychischen oder physischen Belastung. Doch Schlafstörungen sind äußerst vielfältig, sodass mehr als 100 verschiedene Arten unterschieden werden. zogene Atmungsstörungen, Schlafwandeln, Alpträume, extreme Tagesmüdigkeit oder das Restless-LegsSyndrom. Rund 70% der Schlafprobleme haben psychische Ursachen, 30% organische, wobei oft mehr als nur eine einzelne Ursache für eine Störung verantwortlich ist. Analyse im Schlaflabor Entsprechend der Vielfalt an Schlafstörungen, ist eine eingehende Diagnose anzuraten. Im Schlaflabor des Rudolfinerhauses geht Univ.Prof. Dr. Bernd Saletu, als international Dazu zählen neben den Ein- und Durchschlafstörungen u.a. schlafbe- top class SEPTEMBER 2011 | DIE ZEITSCHRIFT DES RUDOLFINERHAUSES 23 SCIENCE Im Schlaflabor Tageslichtlampe erfahrenener Experte der Schlafforschung, mit seinem Team den Schlafstörungen seiner Patienten auf den Grund, um die jeweils geeignete Therapie zu ermitteln. Der Aufenthalt im Schlaflabor umfasst 3 Nächte: eine Adaptationsnacht zur Gewöhnung an das Schlaflabor, eine Basisnacht zur diagnostischen Beurteilung der Schlafstörung und eine Behandlungsnacht, in welcher der Therapieeffekt der vorgeschlagenen Behandlung überprüft wird. Vor jedem Schlafengehen wird die GUT ZU WISSEN: Ao. Univ.Prof. Dr. Bernd Saletu, Doyen der österreichischen Schlafforschung, leitet heute das Schlaflabor im Rudolfinerhaus. Der renommierte Wissenschafter und Facharzt für Psychiatrie, Neurologie und klinische Pharmakologie mit internationaler Erfahrung betont den interdisziplinären Ansatz bei der Behandlung von Schlafstörungen. „Deshalb ist auch die gute Zusammenarbeit mit anderen Fachärzten am Rudolfinerhaus so wichtig.“ Das Schlaflabor im Rudolfinerhaus bietet derzeit noch relativ kurze Wartezeiten für eine Untersuchung! Anmeldung und Information unter Tel: +43 (0)676 510 7236 24 top class SEPTEMBER 2011 | DIE ZEITSCHRIFT DES RUDOLFINERHAUSES Schnarchschiene Polysomnografie vorbereitet, eine umfangreiche, kontinuierliche Überwachung unterschiedlicher Körperfunktionen. Elektroden zur Messung von Hirnströmen und Muskelaktivitäten werden appliziert. Ein kleines Mikrofon zum Registrieren möglicher Schnarchgeräusche wird am Hals angebracht. Der Atemfluss wird mit Hilfe einer Nasenkanüle und eines Atemthermistors gemessen. Mit zwei über Brust und Bauch befestigten Atemgurten werden die Atembewegungen erfasst. Auch Herzaktivität, Sauerstoffsättigung und Puls werden laufend aufgezeichnet. Während der nächsten 7,5 Stunden findet die detaillierte Schlafaufzeichnung statt, die von einem Assistenten überwacht wird. Am nächsten Morgen erhält der Patient einen Ausdruck seines Schlafprofils und eine Zusammenfassung der wichtigsten Schlafvariablen. Offline werden die Ergebnisse noch visuell nachklassifiziert und statistisch im Vergleich zu europäischen Normdaten berechnet. Zudem werden Schlaf- und Aufwachqualität der Patienten sowohl subjektiv mittels Fremd- und Selbstbeurteilungsskalen ermittelt als auch objektiv mittels psychometrischer Testbatterien gemessen und mit Normdaten verglichen. Bei der Testung Differenzierte Therapie Je nach diagnostizierter Schlafstörung können psychologische Therapien (z.B. Entspannungs- und Verhaltenstherapien), somatische (wie operative Interventionen, Schnarchschienen, nasale kontinuierliche Überdruckbeatmung) oder medikamentöse Therapien (z.B. Neuroleptika, Dopaminergika) angewandt werden. Da eine Schlafstörung oft mit anderen Erkrankungen einhergeht, besteht im Rudolfinerhaus eine enge Zusammenarbeit mit anderen Fachärzten. Good night, sleep tight… …in the sleep laboratory Around a quarter of Austrians suffer from sleep disorders. These can cause severe health problems, both physically and psychologically, as well as accident proneness. In close cooperation with other departments, in the sleep laboratory, the right treatment for each patient is found. Every night, a polysomnography is carried out to measure brain waves, eye movements, muscle activity, respiration, snoring and electrocardiographic function. The subsequent evaluation and statistical comparison with normal values results in diagnosis and rational treatment according to a “key-lock principle“. Selten lässt sich das Wechselspiel von Körper und Psyche so unmittelbar beobachten wie im Bereich der Physikalischen Medizin. RECREATION HILFE ZUR Selbsthilfe H ohe Anforderungen im Beruf, hohe Erwartungen in der Familie – wer heute gesund leben will, hat es trotz aller Fortschritte in der Medizin nicht einfach. Private und berufliche Situationen verlangen oft viel von uns. Auf der Strecke bleibt die Zeit für einen schonenden Umgang mit unserem Körper, Zeit für Vorsorge, Zeit für Rekreation. Die Suche nach Heilung oder einfach nur Wohlfühlen ist – wie jeder Mann und jede Frau aus eigener Erfahrung weiß – gar nicht so einfach, sieht man sich doch einem wachsenden und schwer zu durchdringenden Angebot unterschiedlichster Behandlungsmethoden gegenüber. Da ist guter Rat oft teuer, was sinnvoll und auch tatsächlich wirkungsvoll ist. Noch schlimmer, wenn Unfall, Krankheit oder Operation das gesundheitliche Gleichgewicht aus den Fugen bringt. Unsere „Wohlfühl-Balance“ ist dann – oftmals aufgrund eines beeinträchtigten Bewegungsapparates – meist auf lange Zeit vehement gestört. Ob Ayurveda, Esalen, Klangmassage, Shiatsu, Thai oder Tuina, Watsu, Hot Stone, Akupunktur, Schröpf- oder Reflexzonenmassage – sie alle liegen für jenen, der nicht darin bewandert ist, schnell im selben „Topf“, ohne dass sich eine sinnvolle Entscheidung treffen lässt. Ärztlicher Rat und fundierte Information sollten bei dieser Vielfalt an Methoden deshalb unter keinen Umständen fehlen. Falsch oder unfachgemäß angewendet können die Konsequenzen ja auch mitunter negativ und unkontrollierbar sein. Physikalische Therapie am Rudolfinerhaus Das Institut für Physikalische Medizin und Rehabilitation am Rudolfinerhaus bietet sowohl ambulanten als auch stationären Patienten ein umfangreiches Angebot an physikalischen Therapiemöglichkeiten. Im Mittelpunkt stehen Erkrankungen des Bewegungsapparates, neurologische Erkrankungen, rheumatologische Erkrankungen oder die top class SEPTEMBER 2011 | DIE ZEITSCHRIFT DES RUDOLFINERHAUSES 25 RECREATION Unterstützung der Rehabilitation vor und nach Operationen. Dr. Pia Adrario hat gemeinsam mit Frau Univ.Prof. Dr. Tatjana Paternostro-Sluga und einem engagierten 15-köpfigen Team an Physiotherapeuten, Medizinisch-technischen Fachkräften und Masseuren ein umfangreiches Therapieangebot zur Verfügung, das auf ärztliche Verordnung und unter fachärztlicher Kontrolle durchgeführt wird. vermittelt, ‘Was kann ich selbst dazu beitragen, meinen Zustand zu verbessern?‘.“ Die angebotenen Behandlungen sind vielfältig und hoch erprobt. Zum einen stehen den Patienten unterschiedliche Bewegungstherapien wie Wirbelsäulentherapie, Gehtraining, Sturzprävention, die Behandlung von Gelenksproblemen und neurologischen Bewegungsstörungen sowie Therapien für die Kräftigung und Verbesserung immer wieder bemerkenswerte Ergebnisse auch bei psychischen Erkrankungen wie Depression oder Burn-out feststellen. Auch die Akupunktur-Massage hat beachtliche Fernwirkungen. Mit der „Für mich ist immer das wichtigste Ziel, Hilfe zur Selbsthilfe zu geben“, so Adrario im Gespräch. „D.h. es geht natürlich um eine medizinische Leistung, die nicht nur auf Heilung, sondern auch auf Wohlbefinden abzielt. Und die dem Patienten im Idealfall gleichzeitig von Ausdauer und Fitness bzw. Schmerzreduktion zur Verfügung. Darüber hinaus werden aber auch spezielle Anwendungen angeboten – es gehören dazu Atemtherapie, klassische Massagen, die manuelle Lymphdrainage, Reflexmassagen (Fußzonenreflexmassage, Marnitz, Tuina), aber auch Packungen, Paraffinbäder, Elektrotherapie oder Magnetfeldtherapie. „Viele spezielle Anwendungen sind nicht zu unterschätzen. Wir können z.B. mit der Reflexzonenmassage 26 top class SEPTEMBER 2011 | DIE ZEITSCHRIFT DES RUDOLFINERHAUSES Lymphdrainage kann man vor allem im postoperativen Bereich tolle Ergebnisse erzielen, wenn es etwa um das Abklingen von Schwellungen oder Blutergüssen geht.“ SCHNELL MOBiL „Was sich übrigens in den letzten Jahren drastisch verändert hat, ist der Anspruch, nach einer OP schnell wieder mobil zu werden. Wir haben mit unseren Patienten aus dem Haus deshalb meist schon am Tag ihrer Operation oder tags RECREATION Helping patients to help themselves GUT ZU WISSEN: Darauf sollten Sie im Alltag achten:*) danach zu tun. Das ist unter anderem deshalb so wichtig, weil Bewegung natürlich den Kreislauf anregt und damit die Gesamtheilung unterstützt. Auch hier ist ganz wichtig, dass mit dem Patienten nicht nur physiothera- Das Sitzen ...ist aus der Sicht des Bewegungsapparates eine sehr ungünstige Haltung. Deshalb sollte • der Bürosessel vielfach verstellbar sein. • der bequeme Sessel nicht tiefer als z.B. ein Küchensessel sein. • der Autositz vor allem eine gute Stütze für die Lendenwirbelsäule bieten. Das Gehen Achten Sie beim Gehen vor allem auf Folgendes: • Tragen Sie weiche Schuhe mit weichem Boden. • Gehen Sie nicht schlaksig, sondern mit Haltung. • Tragen Sie keine hohen Absätze. • Tragen Sie nicht viel und nicht einseitig. Das Heben • Möglichst wenig auf einmal! • Heben Sie immer körpernahe. • Heben Sie symmetrisch. Das Stehen • • • • Stehen Sie nicht mit überstreckten Knien. Machen Sie die Schultern breit. Bauch einziehen und Gesäß anspannen! Bei längerem Stehen: Gewicht abwechselnd auf das linke bzw. rechte Bein verlagern. *) Q uelle: „Die Wirbelsäule. Stabilität und Dynamik.“ Institut für Physikalische Medizin und Rehabilitation am Rudolfinerhaus. peutisch gearbeitet wird, sondern dass wir auch ein gewisses Bewusstsein wecken, was der Patient in Zukunft für seine Heilung oder vielleicht zur Prävention von Folgeerkrankungen beitragen kann. Erst wenn uns das gelingt, haben wir unsere Aufgabe richtig erfüllt.“ IM GESPRÄCH: Dr. Pia Adrario Leiterin des Instituts für Physikalische Medizin und Rehabilitation am Rudolfinerhaus Living a healthy life in today’s stressful world can be challenging, and all the more so when illness or accidents upset the body’s balance. A s we all know from experience, finding the right treatment options to achieve health and well-being can be difficult. The physical therapy centre at the Rudolfinerhaus offers a range of treatment options, particularly for diseases of the musculoskeletal system, neurological or rheumatologic diseases, and for rehabilitation before and after operations. Dr. Pia Adrario with Univ.Prof. Dr. Tatjana Paternostro-Sluga and her team of 15 at the physical therapy centre aim to provide medical services that bring about healing as well as well-being and, ideally, teach patients what they themselves can contribute to improving their situation. Various types of exercise therapy are available to patients, as well as strengthening and improving endurance and fitness, and a number of special applications such as breathing therapy, classic massages, manual lymphatic drainage and many more. It is very important, says Adrario, that we provide not only physiotherapy to patients, but that we heighten their consciousness so that the patient can contribute to his/her healing and prevention of future complications. “Only when we achieve this have we fulfilled our duty correctly.” top class SEPTEMBER 2011 | DIE ZEITSCHRIFT DES RUDOLFINERHAUSES 27 „Das Vertrauen unserer Patientinnen & Patienten spiegelt auch die Grundwerte des Rudolfinerhauses wider.“ Denn es sind unsere Patienten, die höchste Ansprüche an die Kompetenz und Betreuung unserer bestqualifizierten Ärzte- und Pflege-Teams, an das hochmoderne medizinische Equipment sowie an unsere Administration stellen. Dass diese Erwartungen rund um die Uhr erfüllt werden, darauf beruht die international herausragende Reputation der traditionsreichsten privaten Krankenanstalt Wiens. Our patients have come to expect the highest standards of competency and care from our highly-qualified staff of doctors and nurses, as well as state-of-the-art equipment and our administration. Fulfilling these expectations round the clock is the foundation of Vienna’s oldest private hospital’s international reputation of excellence. Rudolfinerhaus Wien VIENNA www.rudolfinerhaus.at VIENNA‘S LEADING PRIVATE HOSPITAL