Zum als PDF: "Kometen

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Vortrag 13:
- Die Kometen –
Vagabunden im Kosmos
Einleitung:
"Ich befinde mich in der unglücklichen Lage, hier über Kometen
sprechen zu sollen. Kometen sind heute auch nicht mehr daß, was
sie früher waren."
( Arthur Stanley Eddington: Freitagabendgespräche an der Royal
Institution, London, 26. März 1909 )
>Millionen Jahre lang war die Sonne nichts weiter gewesen als die hellste Lichtquelle am Himmel, ein
kalter Stern, der sich wenig von den Abertausend anderen unterschieden hatte, die am schwarzen
Firmament sichtbar waren. Jetzt wurde sie Monat für Monat, Jahr für Jahr zusehends größer.
Die Veränderung war nicht ohne Präzedenzfall. Vor einer Milliarde Jahre war der Planetoid mit
einem die Erde weit jenseits des Plutos umkreisenden Trümmerstück kollidiert.
Die Wucht des
Zusammenpralls hatte seine Umlaufbahn für immer verändert. 111 Mal war der Planetoid tief in
das feurige Innere des Sonnensystems eingetaucht, war um die Sonne herumgewirbelt und hatte
sich dann ein weiteres Mal in die kalte Schwärze zurückgezogen. Jedesmal war das Ereignis von
einem Heller werden des fernen gelben Sterns angekündigt worden.
Etwa zu dem Zeitpunkt, als die Sonne als Scheibe erkennbar wurde, regten sich über den vereisten
Ebenen und Felsklüften ätherische Winde, denn Wasserstoff und Sauerstoff verwandelten sich
allmählich in Dampf. Die Winde waren zunächst so unstofflich wie Gespenster, kaum mehr als
einzelne Moleküle, die der schwachen Gravitation des Planetoiden entschlüpften. Später dann, als die
Sonne am Himmel noch größer wurde, begann die verschneite Oberfläche schwache Gasströme
auszustoßen, Staub und Dampf. So schwach sie auch war, reichte die Schwerkraft des Planetoiden
doch aus, ihn mit einer Schicht von hauchdünnem Nebel zu umhüllen. Als das fliegende Gebirge die
Umlaufbahn des Uranus kreuzte, war der Nebel so dicht geworden, das er den Planetoiden vor jedem
verbarg, der ihn unter den Hintergrundsternen anpeilen mochte. Nachdem er die Umlaufbahn des
Saturn passiert hatte, flog der Eindringling geradewegs auf das größte von Sols Kindern zu. Viele
Male hatte er sich der Sonne genähert. Jedesmal hatte es der Zufall gewollt, daß sich Jupiter in
weiter Entfernung von seiner Bahn aufhielt. Dieses Mal war es anders. Bei dieser Annäherung
zielte der Planetoid genau auf jene Welt, welche mehr planetarisches Treibgut mit ihrer Wölbung
auffing als jede andere.
Je näher er aber dem Jupiter kam desto mehr konnte man auch sehen, daß er den Jupiter nicht
treffen würde. Jupiter bewegte sich langsam aus der Flugbahn des Kometen. Der Jupiter blieb
schließlich ebenfalls hinter dem Wanderer durch die Ewigkeit zurück. Jupiters Schwerkraft hatte
bewirkt, daß sich die
Geschwindigkeit des Kometenkerns zusehends erhöht hatte.
Wie eine
Schleuder einen Stein wegschleudert, so hatte Jupiter sich seines Besuchers wieder entledigt.
Der Weg führte unseren Vagabunden weiter in Richtung auf die Sonne zu. Die Sonne ihrerseits
forderte einen stetigen Tribut von dem Planetoiden aus Eis. Die meisten flüchtigen Komponenten
der Oberfläche waren längst verdampft. Nur in den tiefsten Spalten fand sich noch gefrorener
Sauerstoff oder Wasserstoff. Die Krater und Ebenen waren einem ständig stärker werdenden
1
Sonnenwind ausgesetzt. Obwohl die Oberflächentemperatur noch immer deutlich unter ihren
Schmelzpunkten lag, begann Wasser, Methan und Kohlendioxid unter diesem Beschuß zu verdampfen.
Der neue Schwall ausströmender Gase vergrößerte
die
Dampfwolke, aus der sich bald der
Kometenschweif bilden würde. Die Verdampfungsrate stieg von Minute zu Minute und vergrößerte die
sich entfaltende Koma und den Schweif des Kometen. Davon abgesehen, stürzte der Komet immer
weiter auf die Sonne zu und tauschte Lageenergie gegen Geschwindigkeit ein. Der unsichtbare
Griff der Sonne bestimmte seine Flugbahn mit mathematischer Präzision. Jeder Tag brachte
ihn dem Perihel und dem Moment näher, da er um die Sonne herumschwingen und unwiderruflich
seine lange Reise in die kalte Schwärze des Weltraums antreten würde. <
So oder ähnlich, würde sich wohl der Reisebericht eines Kometen lesen lassen, wenn er denn einen
solchen verfassen könnte.
Nun, Kometen hatten schon seit ewigen Zeiten etwas mystisches an sich. Wenn wir also mehr über
die Kometen wissen wollen, dann fangen wir am besten damit an, zu verstehen was man früher über
sie dachte.
1. Ein böses Omen
Seit
mehr
als
einer Million Jahren bestaunen menschliche Beobachter die Pracht der
Kometen, die immer wieder den Himmel schmücken. Denkwürdige Kometen, die mit bloßem Auge
sichtbar waren, erschienen durchschnittlich einmal in einem Jahrzehnt, ein paarmal in einem
Lebensalter und hunderttausendmal, solange es Menschen auf der Erde gibt. Unsere
Vorfahren
hatten hundertausendmal Gelegenheit, einen diffusen Lichtstreifen zu entdecken, der Nacht für
Nacht heller wurde, manchmal sogar die hellsten Sterne überstrahlte und dann Wochen
oder
Monate
später ihren Blicken entschwand. Einhunderttausend Kometenerscheinungen, und
dennoch besitzen wir aus der Zeit vor drei oder vier Jahrtausenden kein einziges direktes
Zeugnis von einer Kometenerscheinung. Wir können nur vermuten, was unsere Vorfahren dachten,
wenn die heitere Ruhe des Himmels auf so spektakuläre Weise gestört wurde. In jenen Zeiten war
den Menschen der Himmel viel vertrauter als uns heute. Wir mögen viel besser darüber Bescheid
wissen, was sich dort oben abspielt, aber sie nahmen daran viel direkter Anteil. Nur ein dünner
transparenter Luftschleier war zwischen ihnen und dem Himmelszelt. Sie schliefen unter den
Sternen. Sie sahen zum Himmel hinauf, damit er ihnen sage, wann es an der Zeit war, daß Lager
aufzuschlagen, oder wann sie weiterziehen sollten, wann
sie das umherziehende Wild und die
Regenfälle oder die große Kälte zu erwarten hätten. Sie beobachteten den Himmel, als hinge ihr
Leben von ihm ab, und weil sie seine Schönheit rührte. Sie redeten über den Himmel mit Hypothesen,
Erklärungen und Metaphern, die wir heute Mythen nennen. Die Erscheinung eines Kometen ist eine
wiederkehrende Gelegenheit zur Verwunderung und Spekulation, und so stießen uns die Kometen
immer wieder an, während wir unseren Weg zum Bewußtsein suchten.
Kometen waren für viele Menschen so etwas wie ein psychologischer Assoziationstest:
Eine
vollkommen unbekannte Erscheinung mußte mit gewöhnlichen Worten beschrieben werden. Die Tshi
in Zaire nennen Kometen >Haarsterne<.
Das Wort >Komet<, das in vielen modernen Sprachen
vorkommt, stammt aus dem Griechischen und bedeutet dort soviel wie >Haar<. Der Komet
erinnert tatsächlich an fließendes Haar.
Für die Chinesen waren die Kometen unter anderem >Besensterne<. In anderen Kulturen heißen
sie >Schweifsterne< oder >Sterne mit langen Federn<.
Bei den Tonga sind Kometen >Staubsterne<, was der Wahrheit schon sehr viel näher kommt.
Die Azteken betrachteten sie als >rauchende Sterne<.
2
Bei den Bantu-Kavirondo kehrt bei allen Erscheinungen ein und derselbe Komet zurück:
>Es gibt
nur einen Kometen, Awori, den Gefürchteten mit seiner Pfeife.<
Es lag nahe, den Kometen eine tiefere Bedeutung zuzuschreiben. Fast alle Kulturen taten das.
Diese Tendenz, jene Kometenerscheinung als Botschaft der Götter an die jeweiligen Bewohner
der Erde auszulegen, findet sich praktisch in allen Aufzeichnungen
über Kometen bis ins
sechzehnte Jahrhundert. Selten waren sich so viele verschiedene Kulturen auf der ganzen Welt so
einig. Der Inzest oder der Kindesmord wurde eher gebilligt, als die Erscheinung eines Kometen
für ein günstiges oder zumindest neutrales Vorzeichen zu halten. Mit nur wenigen Ausnahmen
waren Kometen überall auf der Welt Vorboten der Veränderung, des Unglücks und des Bösen. Die
verschiedenen Stämme Afrikas
haben
in
ihren
Mythen etwas von unseren ursprünglichen
Vorstellungen von Kometen bewahrt.
Bei den Massai in Ostafrika bedeutet ein Komet Hungersnot, bei den Zulu von Südafrika Krieg, bei
den Eghab in Nigeria Seuchen, bei den Djagga von Ostafrika etwas genauer die Pocken und bei den
Luba von Mittelafrika den Tod eines Häuptlings.
Die !Kung vom Oberen Omuraba, dem heutigen Namibia, standen allein mit ihrem Optimismus. Für
sie war der Komet der Garant für eine glückliche Zukunft. Das ist eine so ungewöhnlich positive
Interpretation, daß ihr Euch vielleicht fragen mögt, wer denn die !Kung sind. ( Das >!< bedeutet, daß
Ihr Eure Zunge gegen den Gaumen drücken müßt, um beim Aussprechen des >K< einen Schnalzlaut zu
erzeugen. Das erfordert ein wenig Übung. ) Sie sind Jäger und Sammler und haben eine reiche
Kultur, die der prähistorischen Lebensform des Menschen näher steht, als beinahe jeder anderen
Kultur heute.
In
der
gesamten
Literatur
über
Kometen dominiert eine überwältigende Düsterkeit.
Schwermütig und beharrlich informiert sie uns darüber, daß Unglück stets ein Bestandteil unserer
Welt war und daß jeder Komet, wann und wo er auch gesehen wird, eine Tragödie ankündigt, für die
er verantwortlich gemacht werden kann. Die Verbindung von Kometen mit Unglück taucht schon in den
ersten erhaltenen Schilderungen von Kometen auf, beispielsweise in einem chinesischen Satz aus dem
15. Jahrhundert v. Chr.:
Als Chieh seinen getreuen Berater hinrichten ließ,
erschien ein Komet.
Diese Worte, die Korruption und politischen Mord mit den ersten Regungen der Wissenschaft
verbinden, wurden zwei Jahrhunderte vor der Geburt Moses` geschrieben. Dreihundert Jahre später
bemerkte ein anderer Schriftsteller:
Als König Wu-wang einen Straffeldzug gegen König Chou
führte, erschien ein Komet, und sein Schweif zeigte auf
das Volk von Yin.
Die Meinungen was man aber gegen Kometen als Unglücksbringer tun könne gingen weit auseinander.
In dem >Kommentar zu den Frühlings und Herbstanalen< des Meisters Tso-ch`iu der zwischen 400
und 250 v. Chr. geschrieben wurde, gibt es eine Eintragung mit dem Titel >Yen Tsu argumentiert
gegen Gesetze, um Unglück durch Kometen abzuwenden<.
In diesem Jahr ( 516 v. Chr. ) erschien ein Komet im
Reiche der Ch`i. Der König von Ch`i wollte seine Minister
schicken, damit sie zum Himmel beteten. Yen-Tsu riet ihm
davon ab und sagte: >Das ist nutzlos. Sie halten sich nur
selbst zum Narren. Ob der Himmel ihnen Unglück oder Glück
schickt, steht ohnehin fest. Das wird sich nicht ändern.
3
Wie können sie glauben, daß ein Gebet irgend etwas
verändern kann? Ein Komet ist wie ein Besen: er zeigt an,
daß das Böse weggefegt wird. ( Deshalb Besenstern für die
Chinesen. ) Wenn Sie nichts Böses getan haben, warum
müssen Sie dann beten? Wenn Sie etwas Böses getan haben,
wird das Gebet das Unglück nicht abwenden. Die Arbeit der
Gebetsminister wird das Schicksal nicht verändern.< Der
König war entzückt von diesen orten und befahl, das Beten
einzustellen.
Ein
Blick
auf die frühe Geschichte der Kometenbeobachtung vermittelt den Eindruck, daß
beinahe 1000 Jahre lang alle Menschen außer den Chinesen früh zu Bett gegangen sind. Die
Chinesen verzeichnen
zwischen 1400 v.
Chr.
und 1600 n.
Chr.
mindestens 338
Kometenerscheinungen. Seit 240 v. Chr. haben sie die Wiederkehr des Halleyschen Kometen
nur ein einziges Mal, nämlich 164 v. Chr., verpaßt. Im Westen befindet sich bis ins fünfzehnte
Jahrhundert nichts was einer systematischen Beobachtung von Kometen auch nur ähneln würde.
Die frühesten eindeutigen Hinweise auf Kometen im Westen, kommen aus dem heutigen Irak. Die
wenigen erhaltenen
babylonischen
Fragmente
erinnern
uns
an ihre afrikanischen oder
chinesischen Gegenstücke. Lest folgenden Text aus der Zeit Nebukadnezars im zwölften Jahrhundert
v. Chr.:
Wenn ein Komet den Weg zur Sonne erreicht, wird Gan-ba
verringert sein. Zweimal wird ein Aufruhr sich erheben.
Und die Verringerung von Gan-ba ist eine schlecht Nachricht, dessen könnt Ihr gewiß sein.
Gelegentlich sind, wie im folgenden Text aus derselben Zeit und derselben Gegend, die Vorzeichen
günstig:
Wenn ein Stern scheint und sein Leuchten so hell ist wie
das Licht des Tages, [wenn] seine Strahlen einen Schweif
einem Skorpion ähnlich formen, dann ist er ein günstiges
Vorzeichen, nicht nur für den Herrn des Hauses, sondern
für das ganze Land.
Ein Komet, der mit der Sonne um die Helligkeit wetteifern konnte, mußte der Erde sehr nahe
gekommen sein.
Es ist erstaunlich, mit welchem
Selbstvertrauen
diese alten astrologischen
Ankündigungen vorgebracht wurden. Keine Beweise, keine Zweideutigkeit und keine Neugier. Die
Wissenschaft ist noch nicht erfunden.
Springen wir jetzt einmal ein wenig in der Zeit nach Vorne, und
gehen ins antike Griechenland !
In Griechenland wo Demokrit im Jahre 460 v. Chr. geboren wurde, und von dem wir durch
Aristoteles wissen, daß er Kometen für Himmelskörper hielt, die entstehen, wenn ein Planet nahe an
einem anderen vorbei ziehen würde, war Aristoteles anderer Ansicht.
Demokrit unterschied zwar richtigerweise einen Stern von einem Planeten, aber selbst wenn er
das nicht tat, weil Informationen über Demokrit leider nur unvollständig Vorhanden sind, war er doch
auf dem rechten Weg. Er sagte nämlich auch, daß Kometen Himmelskörper seien und durch
einen natürlichen Vorgang entstehen würden.
Aristoteles glaubte, diese Hypothese widerlegen zu können. Er wies darauf hin, daß Jupiter zu
seiner Zeit einem Stern im Sternbild der Zwillinge sehr nahe gekommen sei, und keinen Kometen
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erzeugt habe. Aristoteles wußte nicht, daß die Sterne Lichtjahre hinter den Planeten liegen, und
nur aus unserer Perspektive >nahe< an den Planeten vorbeiziehen. Demokrit war wie meistens der
bessere Astronom. Aber Aristoteles berief sich auf Beobachtungen und nicht auf Mythen und
traditionellen Überlieferungen.
Es war ein echter wissenschaftlicher Streit. Hier wurde
anscheinend auch erstmals erwähnt, daß Kometen vom Jupiter ausgestoßen werden. Dieser
Gedanke ist äußerst zählebig und war erst vor nicht allzu langer Zeit Thema einer Debatte in den
Vereinigten Staaten.
Aristoteles stützte seine These, daß die Kometen nicht zu den Planeten
gehören, zum Teil auf Beobachtungen. Er formulierte eine wissenschaftlich vertretbare Hypothese,
die ungefähr so lautete:
Der Tierkreis besteht aus einer Folge von Sternbildern, die vorwiegend nach Tieren benannt sind.
Die Planeten und die Sonne wandern über Monate und Jahre durch diese Sternbilder. ( Bei
Tageslicht erkennt man natürlich nicht durch welche Sternbilder die Sonne gerade läuft, aber das
läßt sich in der Morgen oder Abenddämmerung mit Hilfe einer Sternkarte feststellen. ) Der
Tierkreis läuft in einem bestimmten Winkel zum Horizont über den ganzen Himmel. Nach allem,
was unsere Vorfahren wußten, müßten die Planeten und die Sonne im Laufe eines Menschenlebens
durch jedes Sternbild wandern. Da das jedoch nicht geschieht, müssen alle Planeten beinahe auf
einer Ebene liegen.
Dagegen hat man jedoch beobachtet, das Kometen einmal innerhalb und dann wieder weit
außerhalb des Tierkreises umherwandern. Außerdem verändern Kometen, anders als Planeten, vor den
Augen der Beobachter innerhalb weniger Tage ihre Form. Deshalb können Kometen nichts mit
Planeten gemein haben. Sie müssen sublunarische Erscheinungen sein, Erscheinungen unterhalb
des Mondes, sich also innerhalb der Atmosphäre der Erde befinden.
( Aristoteles glaubte, der Mond bilde die äußerste Grenze der Atmosphäre. ) Die Schlußfolgerung
lag auf der Hand: Kometen waren eine Erscheinung des Wetters. Auch wenn darüber zunächst ein
wenig debattiert wurde, blieb diese Ansicht 2000 Jahre lang bestehen. Die gesamte Astronomie
des Aristoteles basierte auf seiner tiefen Überzeugung, das der Himmel >weder geworden ist, noch
vergehen kann..., vielmehr einzig und ewig ist, ohne Anfang und Ende in aller Ewigkeit, in sich
enthaltend und umschließend die unermeßliche Zeit.< Er glaubte, die Erde stehe absolut stationär
im Raum, als wäre sie festgenagelt. Der Himmel dagegen saust mit einer Umdrehung pro Tag um die
Erde. Der untere Teil der Atmosphäre sei wie die Erde stationär, die oberen Teile der Atmosphäre
würden mit dem Himmel rotieren.
Jetzt stellt Euch einmal vor, daß aus der Erde, vielleicht aus einem Riß, einer Spalte oder einem
Vulkan, heißes, trocknes Gas hervorströmt. Das Gas steigt zum Himmel hinauf und wird dort von der
Sonne so stark erhitzt, daß es zu brennen anfängt. Aber weil das brennende Gas die Gefilde des
Himmels bereits erreicht hat, muß es sich jetzt zusammen mit den Sternen und Planeten
weiterbewegen. So erklärte Aristoteles die Kometen. Und wenn man bedenkt, welche Grenzen der
Wissenschaft seiner Zeit gesetzt waren, ist diese Erklärung ganz und gar nicht närrisch. Indem
Aristoteles auf der Unveränderlichkeit des Himmels beharrte, tat
er in der Geschichte der
Astronomie den ersten, folgenreichen Schritt auf einen fast zwei Jahrtausende verfolgten Irrweg.
Aber Aristoteles kann nicht alleine dafür verantwortlich gemacht werden, daß die folgenden
Generationen seine Ansichten so vertrauensvoll akzeptierten.
Viele Herrscher und andere Persönlichkeiten sahen Kometen seit der Zeit Aristoteles kommen und
wieder gehen. Alle wurden mit Unglück und Katastrophen in Verbindung gebracht:
Seneca widerlegte Aristoteles teilweise als er sagte, daß das Gas sich nicht bei großen Windstärken
auflösen würde wie es Rauch normalerweise tun würde. Seneca sagte auch auf den Einwand, das man
die Sterne aber durch den Schweif eines Kometen zu sehen könne, daß dies nur auf den
Schweif nicht aber auf den Kopf zutreffe. Im Jahr 1066 wurde ein Komet sogar auf einem Teppich
dargestellt und zwar auf dem berühmten Teppich von Bayeux. Auf ihm ist König Harold zu
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sehen, der gerade den Normannen unterliegt. Eine Menge von Zuschauern bewundert den Kometen
und Harold fragt sich wohl ob der Komet etwas mit seiner Niederlage zu tun hatte.
Oder der aztekische Herrscher Montezuma, der wegen eines Kometen beunruhigt war, und der
Cortez Landung 1519 als die Erfüllung einer Prophezeiung ansah.
Gehen wir jetzt noch einen Schritt weiter in der Zeit und sehen uns im sechzehnten Jahrhundert
um.
Nach all den Ereignissen sollte man kaum glauben, daß in der Mitte des sechzehnten Jahrhunderts im
Verständnis von Kometen und vielen anderen Dingen eine Veränderung, ja eine Revolution stattfinden
würde. In Dänemark wurde im Todesjahr Luthers ein >Heide< geboren. Sein Name war Tycho
Brahe. Mit seiner künstlichen Nase, seinem Gefolge von Zwergen, seinen legendären Besäufnissen
und seiner einsamen Inselsternwarte war er nicht gerade ein typischer Astronom.
Tycho Brahe
erschütterte das bisher bekannte Weltbild. Er bewies, daß die Theorie von Aristoteles nicht so ganz
richtig sein konnte, denn er sah einen Stern, den vor ihm, noch nie ein anderer Mensch gesehen
hatte, und so sagte er sich, und jedem der ihn anhören wollte, und konnte, daß der Himmel
nicht unveränderlich sein könne. Tychos Stern war eine Supernova im Sternbild der Cassiopeia die
nach seiner Entdeckung im Jahr 1572 benannt wurde. ( Novus/Nova ist das lateinische Wort für
>neu<. ) Aristoteles und die Kirche hatten sich also doch geirrt ! Der Himmel war nicht
unveränderlich. Und der Komet des Jahres 1577 machte schließlich dieser Theorie endgültig den
Gar aus. Tycho konnte diesen Kometen über einen längeren Zeitraum beobachten. Er kam auf eine
Idee die man auch heute noch zur Entfernungsbestimmung naher Sterne benutzt. Er maß die
Parallaxe eines Kometen. Was ist jetzt aber eine Parallaxe? Und wie mißt man so etwas?
Dazu machen wir mal ein kleines Experiment das man sofort zu Hause nachmachen kann:
Zuerst räumt Ihr vielleicht mal einen Tisch ab, so daß eine große Fläche ohne Gegenstände darauf
entsteht.
Kniet Euch jetzt bitte einmal hin, und zwar so, daß sich Eure Augen ungefähr in der Höhe der
Tischplatte befinden. Stellt jetzt noch ein Glas auf den Tisch und fixiert das Glas über den Tisch
und merkt Euch die Position des Glases vor der Wand im Hintergrund. ( Eine Wand sollte da
dann auch vorhanden sein. ;-)
Jetzt schließt bitte jeweils abwechselnd ein Auge und fixiert bitte erneut das Glas vor seinem
Hintergrund. Ihr werdet feststellen, daß das Glas jetzt seine Position vor dem Hintergrund förmlich
hin und her wechselt. Das Glas springt abwechselnd nach rechts und dann nach links. Wenn Ihr das
Glas jetzt weiter von Euch wegstellt und das Experiment wiederholt, dann wird der Effekt noch
weniger stark und somit geringer sein.
Ähnlich machte es jetzt Tycho Brahe. Er stellte sich vor wie ein Komet in großer Entfernung, also
unter den Sternen aussehen müßte, wenn man ihn von der Erde aus beobachten würde, und stellte ihn
sich dann vor, wie er wohl in der nähe der Erde aussehen müßte. Er wiederholte also das Experiment
mit dem Glas, nur das er nicht ein Glas anvisierte, sondern den Kometen von 1577. Als
Hintergrund war da der Sternenhimmel nützlich genug für Tycho. Wenn man den Kometen von
zwei verschiedenen Sternwarten aus beobachten würde, dann kann man seine Positionsveränderung
vor dem Sternhintergrund ( seine Parallaxe ) messen. Wenn der Komet der Erde sehr nahe ist,
dann wird die Verschiebung der Perspektive zwischen beiden Sternwarten sehr groß sein, wenn er
sehr weit weg ist, dann wird man ihn in beiden Sternwarten vor dem selben Sternbild sehen.
Eigentlich hätte eine solche Messung bereits vor langer Zeit stattfinden können, da man für eine
solche Messung noch nicht einmal ein Teleskop gebraucht hätte. Tycho verwendete aber eins, und
soweit wir das wissen war er der Erste der dies Tat.
Tycho konnte aber überhaupt keine Parallaxe feststellen als er den Kometen von 1577 vermaß.
Seine Berechnungen ergaben, das der Komet weiter weg war als der Mond. Also mußte sich der Komet
hoch droben bei den Sternen und den Planeten befinden. Wenn dies alles schon früher bekannt
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gewesen wäre, und alle Menschen gewußt hätten in welchen Höhen sich die Kometen befinden, dann
wäre die Angst vor ihnen bestimmt viel geringer gewesen.
Tycho brachte die Astronomen wieder auf den rechten Weg, aber Edmund Halley war der Mann,
dessen Leben wohl am meisten mit einem Kometen in Zusammenhang gebracht wird, dem >Halleyschen
Kometen<.
2. Edmund Halley
Auch an dieser Stelle muß ich mich aus Platzgründen wieder einmal einschränken.
Gerne hätte ich
an dieser Stelle die Lebensgeschichte Edmund Halleys, soweit sie uns bekannt ist, erzählt.
Aber auch hier muß ich mich wieder einmal auf das wesentliche
beschränken.
Eine
vollständigere Version der unglaublich interessanten Lebensgeschichte findet Ihr im Buch der
>Der Komet< von Carl Sagan.
Im Alter von 39 Jahren begann Halley das Werk, durch das er in die Geschichte eingegangen ist.
Newton hatte gezeigt, daß sich die Kometen ( und die Planeten ) auf Umlaufbahnen bewegen, die
Kegelschnitte sind. Aber was für Kegelschnitte das sind, war umstritten. Newton selbst war der
Ansicht, daß Kometen sich auf offenen, parabolischen Umlaufbahnen bewegen würden. Cassini zog
Kreise vor, und der Bischof von Salisbury, den Halley bei der ersten Veröffentlichung seiner
ersten Arbeit nicht hatte beleidigen wollen, neigte zur Ellipse. Es gab auch solche, die eine
Hyperbel favorisierten. Was nun tatsächlich richtig war, konnte nur sehr schwer festgestellt
werden, weil die irdischen Beobachter mit ihren schwachen Teleskopen die Kometen nur sehen
konnten, wenn sie der Sonne sehr nahe kamen.
Halley nahm die Herausforderung, den Aufenthaltsort eines Kometen während der Zeit zu
bestimmen, in der er Unsichtbar ist, mit der Disziplin eines großen Detektivs an. Er vertieft sich in
alle aufgezeichneten Zeugnisse zu diesem Thema, in alle Erklärungen, die von einer Reihe von
Augenzeugen abgegeben wurden, bis zurück zu Seneca.
Mit der Differentialrechnung und der
Gravitationstheorie hatte Newton das Instrumentarium für die Ermittlung zur Verfügung gestellt,
und Halley beherrschte diese Rechenarten. Und dann kam noch ein bißchen Glück dazu. Halley
hatte nämlich das große Glück, in einem Jahrhundert zu leben, das mit einer Unmenge Kometen
gesegnet war, und deshalb hatte er neue und relativ genaue Angaben über ihr Verhalten. Was den
Komet von 1682 betraf, hielt Halley Flamsteed für den verläßlichsten Beobachter und wandte sich mit
der Bitte an Newton, die Aufzeichnungen über die Beobachtungen Flamsteeds zu besorgen, denn
"Ihnen wird er sie nicht verweigern,
aber ich weiß, daß er sie mir verweigern wird." ( Flamsteed und Halley
waren wegen einer
früheren Angelegenheit bereits zu erbitterten Feinden geworden. Die Feindschaft, ging aber
eindeutig von Flamsteed aus und war zudem unbegründet. ) Newton kam jedenfalls der Bitte Halleys
nach.
Halley verglich die Charakteristika der Umlaufbahnen beziehungsweise der Bahnelemente
der Kometen von 1531, 1607 und 1682 und stellte viele erstaunliche Ähnlichkeiten fest. Diese
Ähnlichkeiten reichten bereits für die Annahme aus, daß es sich bei diesen drei Erscheinungen um
ein und denselben Kometen handelte.
Dann verglich Halley die Jahreszahlen der Erscheinungen und stellte so etwas wie eine
periodische Rückkehr fest. Genau das hatte Newton mit einer anderen seiner Theorien vorausgesagt,
falls sich die Kometen auf einer elliptischen Umlaufbahn bewegen sollten. Der Fall war beinahe
gelöst. Kleine Abweichungen in den Bahndaten, welche Halley Anfangs nicht gefallen wollten, erklärte
man mit einer großen Anziehungskraft des Planeten Jupiter, an dem der Komet in einigen Jahren
vorbeizog. Halley schätzte grob die Stärke der Anziehungskraft ab, und fand, daß diese gut zu
seinen Berechnungen paßten. Halley schloß nun daraus, daß die verschiedenen Erscheinungen, die
Besuche ein und desselben Kometen waren, der wie alle Reisenden Umleitungen, Verspätungen und
schlechte Straßen in Kauf nehmen mußte. Halleys Untersuchungen der Kometen war ein Enormes
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Unternehmen, das die gewissenhafte Berechnung der Umlaufbahnen von 24 Kometen erforderte,
die zwischen 1337 und 1698 ihren sogenannten Periheldurchgang hatten.
( Der Perihel ist der Punkt einer Umlaufbahn um die Sonne, an der sich der Komet der Sonne am
nächsten befindet. )
Er fand auch heraus, daß sich die Periheldurchgänge der Kometen alle voneinander unterschieden.
Die größte Nähe, die ein Komet jemals zu Halleys Zeit erreichte betrug weniger als 0,01 AE und der
Bursche kratzte nur Haarscharf an der Sonne vorbei. Es war dies der Komet von 1680. Der
Sonnenfernste Punkt der Umlaufbahn eines Kometen lag weit hinter dem Saturn, der bis zu dieser
Zeit die Grenze des bekannten Sonnensystems markierte.
Im Jahr 1705 veröffentlichte Halley die Ergebnisse seiner "gewaltigen Mühen" in einem Buch
mit dem Titel A Synopsis of the Astronomy of Comets ( >Ein Überblick über die Astronomie von
Kometen< ). In diesem Buch wurden die Gesetze des Universums, die von Newton entdeckt worden
waren erstmals von einem anderen Wissenschaftler als Newton angewendet, um ein
astronomisches Geheimnis zu lüften. Das alleine hätte schon ausgereicht, um Halley einen Platz in
der Geschichte der Wissenschaft zu sichern. Aber er ging weiter.
Jahrtausende lang waren
Kometen fast ausschließlich das Eigentum der Mystiker und gewesen, der Menschen, die
Kometen für schlechte Vorzeichen, Symbole oder Geistererscheinungen hielten, aber nicht für
Gegenstände.
Halley erschütterte ihr Monopol, indem er sie mit einer Waffe schlug, die kein
Wissenschaftler vor ihm benutzt hatte: mit der Vorhersage. Er prophezeite, daß der Komet von
1531, 1607 und 1682 nach mehr als 50 Jahren in der Zukunft zurückkehren würde. Und er sicherte
sich in keiner Weise gegen ein mögliches Ausbleiben des prophezeiten Ereignisses ab. Der
Komet würde wiederkommen, stellte er definitiv fest, und zwar zur Weihnachtszeit 1758, aus einem
bestimmten Teil des Himmels und mit bestimmten Bahnelementen. Es gibt kaum eine
Prophezeiung jener Schwärmer, die sich um vergleichbare Präzision auch nur bemühten.
Halley selbst sollte nie das Glück haben, seine Theorien und Berechnungen, durch einen Blick auf
den Kometen zu bestätigen, der seinen Namen trägt, und der, auch wie vorausberechnet, zur genau
vorausberechneten Zeit, und aus dem berechneten Himmelsteil kam.
Halley starb am 14. Januar 1742 im Alter von 86 Jahren. Seine letzten Worte waren die Bitte um
ein Glas Wein. Er trank es, in einem Sessel sitzend aus. Als das Glas leer war starb er. Edmund
Halley war nicht nur ein Mann, der eine Kometenbahn berechnete. Tatsächlich war die Entdeckung
eines Kometen eine der wenigen wissenschaftlichen Unternehmungen, an denen er sich nicht
beteiligte.
3. Kometen - erste Erkenntnisse über ihren Aufbau und Zusammensetzung
Die triumphale Wiederkehr des Halleyschen Kometen im Jahr 1758 bestärkte allerdings die
Menschen auf der ganzen Welt in der Newtonschen Ansicht, daß wir in einem Universum leben, das
wie ein Uhrwerk funktioniert.
Neue Kometen zu finden und ihre vorläufige Umlaufbahn zu bestimmen, wurde zu einem
neumodischen Hobby. Als aber eine größere Anzahl von Kometen untersucht worden war, stellte man
doch einige Abweichungen von der Newtonschen Regelmäßigkeit fest. Es wurde eine neue Gruppe
von Kometen entdeckt. Es sind kurzperiodische Kometen, die ständig im Inneren Sonnensystem
verbleiben und es nie wieder verlassen. Natürlich umrunden auch sie die Sonne wie ihre kosmischen
>Brüder< die langperiodischen
Kometen. Der Enckesche Komet zum Beispiel, der 1786 entdeckt wurde, kommt auf seiner
Umlaufbahn der Sonne näher als der Planet Merkur, der innerste Planet. Im Jahre 1819 studierte
J.F. Encke die wiederholten Erscheinungen des Kometen, der seinen Namen trägt. Da seine Periode
nur 3,3 Jahre beträgt, konnte er eine ganze Reihe von Umlaufbahnen untersuchen. Encke konnte
zu seinem eigenen Erstaunen feststellen, das jeder Periheldurchgang des Kometen früher
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stattfand, obgleich eine Störung durch Jupiter oder die anderen Planeten bereits berücksichtigt
waren. Encke sollte aber nie den Grund für die Verspätung seines Kometen herausfinden, denn er
verstarb zu früh. Den Kometen Biela/Gambert ereilte ein ebenfalls sehr seltsames Ereignis:
Bei seinem vorhergesagten Periheldurchgang im Jahr 1839 war der Komet sehr nahe an der Sonne
und konnte deshalb nicht beobachtet werden. Als er aber dann 1846 das nächste Mal Erschien,
entdeckten die Astronomen nicht mehr nur einen Kometen sondern an die Stelle des einen waren
zwei Kometen getreten, die auf annähernd identischen Umlaufbahnen die Sonne umrundeten. Als
man ihn beobachtete erschien es so, daß der Komet unregelmäßig flackern würde. Mal leuchtete
er heller, dann wurde er dunkler. Im Jahr 1852 wurden, da man den ersten Teilungsvorgang für einen
Fehler in der Verarbeitung des Teleskops hielt, allen Erwartungen zum Trotz auch wieder zwei
Kometen auf besagten identischen Umlaufbahnen gesehen. Allerdings in einem doch schon recht
großen Abstand voneinander. Danach wurden beide Kometen nie wieder gesehen. Kometen die zu
früh oder zu spät erscheinen, die sich teilen oder verdoppeln, Kometen die verschwinden - all das
paßte überhaupt nicht zu Himmelskörpern, die sich anstandslos in das Newtonsche Uhrwerk
einfügten. Den Kometen Biela/Gambert sah man zwar nie wieder, aber statt dessen erblickte man
zu einem Zeitpunkt,
an
dem
die Erde genau durch die Flugbahn des Kometen flog einen
Sternschnuppenregen, wie man ihn nur sehr selten sieht.
Daher ist anzunehmen, das sich der gesamte Komet aufgesplittert hatte und nur noch meteoritische
Fragmente hinterließ.
Den Astronomen ging nun aber, sozusagen, ein Licht auf. Von da an machte man sich erstmals eine
Vorstellung wie denn ein Komet überhaupt aufgebaut sein könnte. Über die Beschaffenheit eines
Kometen wußte man zu dieser Zeit kaum etwas. Zwar gab und gibt es zwischen einem Meteoriten und
einem Kometen am Himmel große Unterschiede, zum Beispiel zuckt ein Meteor nur kurz über den
Himmel und ein Komet ist manchmal Tagelang zu sehen, doch erschien es vielen Astronomen so, als
wären Meteorit und Komet miteinander verwandt.
Das erste Modell, oder besser eine Modellvorstellung, war, daß es sich bei einem Kometen um eine
Art fliegende Sandbank handelte. Man glaubte nur so, eine Teilung oder die Verdoppelung eines
Kometen, und sein Zerbrechen in Meteorite, erklären zu können. Man nahm an, daß sich die
einzelnen Partikel gegenseitig anziehen würden und bei einer Begegnung mit einem Planeten diese
Anziehung einfach nur gestört wird und so einzelne Partikel dieser >Sandbank< Meteore bilden
würden.
Gehen wir einmal für eine Weile von dieser Theorie aus und wenden uns einem anderen Thema der
Kometenbeobachtung zu.
Von den Kometen, so wissen wir, gehen immer, wenn sie sich der Sonne nähern, mehr oder weniger
große Schweife aus. Bei den größten beobachteten Kometen können sich die Schweife über den
halben Himmel erstrecken. Woraus besteht aber dieser schöne Kometenschweif, der immer
schon einen großen Reiz auf die Völker der Erde ausübte? Warum wird dieser Schweif nur gebildet,
wenn sich der Komet der Sonne nähert? Und warum ist dieser Schweif stets von der Sonne
weggerichtet?
All diese Fragen werden uns schließlich zu einer neuen Theorie über die Bestandteile und den
Aufbau von Kometen bringen. Aber beginnen wir mal mit der ersten Frage, und beschäftigen uns mit
den Schweifen und wie sie entstehen.
4. Eis
Im 16. und 17. Jahrhundert dachten die Zeitgenossen von Aristoteles, aus der Erde würden
Gase steigen und durch die Reflektion des Sonnenlichtes würden diese leuchten.
Newton,
klarsichtig wie immer, hatte da seine eigenen Gedanken. Ihm fiel auf, daß der Komet von 1680 der
Sonne sehr nahe kam. Im Sonnennächsten Punkt seiner Bahn waren es nur sechs Tausendstel einer
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Astronomischen Einheit. Das ist etwas weniger als eine Million Kilometer. Er schätzte, daß der
Komet sich dabei auf eine Temperatur aufgeheitzt hatte, bei der Eisen zu glühen anfängt.
Daraus folgerte er, daß der Komet nicht nur aus Dämpfen und Ausdünstungen bestehen konnte,
weil dann sich seine Substanz während der größten Annäherung zu schnell verflüchtigt hätte. Er
schloß daraus, daß >die Körper der Kometen massiv, fest, starr und dauerhaft wie die Körper der
Planeten sind.<
Nach der Annäherung war der Schweif prächtiger als vorher und so meinte Newton, daß der Schweif
durch die Hitze der Sonne entstehen würde. Diese Dämpfe aber gingen vom Kometenkern aus. Das
führt uns wieder zu der Frage, woraus der Kern denn besteht. Wir sagten, der Kern bestehe aus
einer Art Sand der in loser Form auf einer Bahn um die Sonne kreist. Wenn dies aber so wäre,
dann würde sich der Komet nach einer so großen Annäherung anders
verhalten.
Er würde sich fein im Raum wie Staub verteilen und nicht
in
Form einer
Zusammenballung diesen nächsten Punkt verlassen. Also, Newton hatte recht behalten, der Komet
mußte einen festen starren massiven Kern besitzen. Damit aber stehen wir erneut vor der Frage:
Woraus besteht denn nun ein Komet wirklich?
Heute wissen wir auch noch etwas anderes. Ein Komet bildet bereits in einer Entfernung einen
Schweif aus, bei der Eisen noch nicht sonderlich warm ist. Die Temperatur, bei der ein Komet
einen Schweif ausbildet, liegt bei etwa minus 100 Grad Celsius ( - 100° Celsius ) und bei einer
solchen "hohen" Temperatur ist ein Eisenkomet nicht in der Lage einen Schweif auszubilden. Also ist
ein Mann namens Fred Whipple von einer anderen Seite an das Problem herangetreten. Er ging von
der Annahme aus, daß sich um die Sandkörner der Sandbanktheorie, an die er auch noch glaubte, viel
Eis befände.
Vielleicht würde das Eis sogar für einen festeren Zusammenhalt sorgen. Die
sogenannte >Schneeballtheorie< war geboren.
Heute geht man nach spektroskopischen
Untersuchungen davon aus, daß ein Komet zu 60% aus festem Gestein und Staub besteht. Der
Rest von etwa 40% besteht demnach aus gefrorenen Gasen die in irgendeiner Form an das Gestein
gebunden sind. In diesen gefrorenen Gasen kommen auch viele andere Bestandteile vor. Wassereis ist
hierbei zwar bestimmt ebenfalls vorhanden, aber nicht in der Menge wie man meint, wenn man an
einen Schneeball denkt.
Werden nun die Gase auf eine Temperatur gebracht, bei der sie wieder gasförmig werden, dann
steigen sie von der Oberfläche auf, und werden durch Partikel, die von der Sonne stammen in den
Weltraum geblasen. Diese Partikel heißen auch >Sonnenwind<. Es sind Teilchen, die von der Sonne
stammen und bei der Kernfusion im inneren der Sonne immer noch entstehen. Daher ist der
Schweif eines Kometen immer von der Sonne weggerichtet. Je näher sich jetzt der Komet an der
Sonne vorbeizieht, desto stärker und desto größer ist auch der Schweif des entsprechenden
Kometen. Es sind auch Kometen bekannt, die nur einen sehr dünnen Schweif besitzen. Daran können
jetzt mehrere Faktoren schuld sein:
Entweder der Komet ist noch sehr weit von der Sonne weg, und er nähert sich der Sonne auch nicht
sehr. Oder der Komet ist schon so oft an der Sonne vorbeigeflogen, daß er einfach kein festes Gas
mehr an seiner Oberfläche besitzt und somit auch nicht verflüchtigen kann. Daher bildet er
eben auch keinen Schweif, oder einen nur dünnen wenn sich die Gasmenge nur reduziert hat aber
noch vorhanden ist.
Als sich 1910 der Halleysche Komet erneut der Erde näherte, haben die Astronomen festgestellt,
daß sich in diesem Gas, welches den Schweif bildet, auch geringe Mengen Cyangas ( Blausäuregas )
befindet.
Daraufhin kam es zu einer regelrechten Massenhysterie, als fast zur gleichen Zeit bekannt wurde,
daß die Erde nur wenige Tage, nachdem der Komet sich durch die Erdbahn bewegt hatte, ( die Erde
war zu dieser Zeit noch einige Tage weit weg ) die Erde durch den Kometenschweif bewegen würde.
Es wurden Gasmasken verteilt und Flugblätter ausgegeben auf denen Maßnahmen standen, die gegen
eine Gasvergiftung helfen sollten. Man stellte jedoch fest, daß sich keinerlei Folgen dieser
Schweifdurchwanderung bemerkbar machten, und nur die Kassen der Händler die mit AntiKometen-Gasmasken handelten waren gefüllt worden.
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Etwas, ist aber für sehr viele Menschen, weitaus erschreckender als eine Schweifdurchquerung.
Viele Menschen glauben, daß Kometen nicht nur die Boten einer Katastrophe sind, sondern auch
Katastrophen selbst auslösen könnten. Sie rechnen damit, daß vielleicht ein Komet auf seinem Weg
um die Sonne, die Erde treffen könnte.
Tatsächlich gibt es Hinweise darauf, daß ein solcher
fataler Zusammenstoß mit einem großen Komet, oder Meteorit das Aussterben der Dinosaurier
ausgelöst haben könnte. Ich will hier an dieser Stelle nur soviel dazu sagen:
Es ist möglich, daß ein Komet die Erde treffen kann, schließlich passierte etwas ähnliches mit dem
Komet >P Shoemaker Levy 9< der auf den Jupiter traf. Aber wir dürfen auch nicht vergessen, daß
der Jupiter weitaus größer ist als die Erde. Der Jupiter ist wohl der Himmelskörper, der die meisten
Kometen aus ihren Bahnen lenkt. Daher ist er auch der Himmelskörper, der von den meisten Kometen
getroffen wird. ( Sieht man einmal von der Sonne ab ) Von der Sonne weis man auch, daß sie von
vielen Kometen getroffen wird.
Um noch einmal auf die Kometen und die Sonne zurückzukommen: In früheren Zeiten waren sogar
die Kometen daran schuld, daß die Sonne überhaupt leuchtet! ( So dachte man an. )
Man nahm an, das durch die Reibungshitze die entsteht, wenn ein Komet durch die Atmosphäre
der Sonne fliegt, diese aufgeheitzt werden würde, und bei einem Aufschlag sich die ganze
Kinetische Energie eines Kometen in Wärmeenergie verwandeln würde. Richtig ist zwar, daß
Kometen mit der Sonne zusammenstoßen können, ( der Tewfiksche Komet ( 1882 )) wäre fast mit der
Sonne zusammengestoßen und seit dieser Zeit nennt man diese Kometen auch >Sungrazer<
( Sonnenkratzer ) jedoch haben diese keinerlei Bedeutung für die Sonne. Sie "spürt" von den
Einschlägen nicht mal etwas. Hier paßt durchaus der Vergleich zwischen dem Moskito und dem
Elefanten:
Der Moskito kann den Elefanten zwar stechen, doch der muß sich noch nicht einmal
kratzen!
Der Komet Howard-Koomin-Michaels ( 1979 XI ) umrundete die Sonne auf einer Bahn, bei der er der
Sonne zu nahe kam. Er stieß Gase und Rauch aus, taumelte hin und her, spaltete sich auf und
verdampfte einfach in einem Stakkato kleiner Blitze, bis alles Material verbraucht war. Die
Korona der Sonne erhellte das Material für ein paar Stunden, aber das war auch schon alles.
Heute nimmt man an, daß etwa ein Komet im Jahr mit der Sonne kollidiert. Und keiner merkt
etwas davon !
Woher aber kommen jetzt eigentlich die Kometen ?
Diese Frage beschäftigte auch schon Generationen von Menschen und alle hatten zu diesem Thema
verschiedene Theorien. Die Heute wohl beste Theorie, beste, weil am besten verstanden und
erklärbare Theorie, besagt:
Kometen entstanden schon bei der Entstehung des Sonnensystems. Unser Sonnensystem entstand
aus einer großen Gas und Staubwolke die sich erst in bestimmten Bereichen verdichtet hat, dann
wurde die Sonne gebildet. Die Sonne hat den leichten Schutt der sich in einer Ebene um die Sonne,
in der Ekliptik bewegte, weggeblasen. Nur der schwere "Schutt" der die Planeten bildete, wurde von
dem >Sonnenwind< nicht weggeblasen sondern in eine Umlaufbahn um die Sonne gezwungen. Erst
weiter draußen im Weltraum, in einer Entfernung von etwa einem halben Lichtjahr wird man auf
diesen Schutt des Sonnensystems treffen sollte man den Wunsch verspüren diesen Schutt zu
suchen.
Ja nun aber geschieht es hin und wieder, daß
sich einzelne Trümmerteile dieses
Abfallproduktes treffen und miteinander kollidieren.
Dabei werden dann Teile der Trümmer in
Richtung der Sonne fliegen und nach einer recht großen Zeitspanne schließlich ins Sonnensystem
eintreten, vorbei an den Planeten auf die Sonne zufliegen, und zu den Kometen werden die die
Menschheit schon seit so langer Zeit kennt. Die Trümmerwolke ist nach ihrem "Erfinder"
Oort
benannt, und heißt entsprechend Oort`sche Kometenwolke oder Oort`sches Kometennest.
5. Kometen und die Zukunft
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Bei der Begegnung der Erde mit dem Kometen Halleys im Jahr 1910, waren auf den Halleyschen
Kometen viele Fernrohre und andere Meßgeräte gerichtet.
Erst beim letzten Treffen im Jahr 1986 konnte man den Kometen tatsächlich besuchen. Viele
Länder traten ich zusammen und konstruierten Robotsonden, die sich frühzeitig genug auf den
Weg machten, um zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein und Messungen aus weit geringerem
Abstand als es je möglich war, zu machen.
Die Japaner benutzen zwei Sonden mit den Namen Sakigake und Planet A. Diese Sonden flogen
allerdings in einer sehr großen Entfernung am Halleyschen Kometen vorbei und erforschten den
Schweif des Kometen. Allein für diesen Zweck waren sie auch nur konstruiert worden.
Die Sowjets starteten ebenfalls zwei Sonden die sich dem Kometen schon auf eine Entfernung von
nur 10000 Kilometern nähern sollten. Diese Sonden hatten allerdings schon vorher einen Auftrag
erfolgreich beendet, nämlich einen Flug zum Planeten Venus, der nach dem Erfolgreichen abwerfen
einiger Meßinstrumente, welche in Ballons verpackt waren, weiter zum Kometen führte.
Den Vogel und damit die größte Annäherung schoß aber die europäische Raumsonde ab. Die
Europäer konstruierten eine Raumsonde mit dem Ziel in nur einer Entfernung von ca. 100 oder
weniger Kilometern am Halleyschen Kometen vorbeizufliegen und dabei Fotos von seinem
eigentlichen Kern aufzunehmen. Dieses Unternehmen war unglaublich kompliziert und schwierig in
seiner Durchführung.
Als erstes mußte man die genaueste Bahnbestimmung des Kometen bekommen die man auch nur
bekommen konnte. Hier halfen die sowjetischen Raumsonden mit. Anhand der ersten Bilder die von
der sowjetischen
Vega-Raumsonde gesendet wurden konnte man die genaue Bahnbestimmung
durchführen.
Die europäische Sonde Giotto konnte durch diese Daten in ihrem Kurs korrigiert
werden. Giotto mußte nämlich auch ein kompliziertes Manöver fliegen, denn um winzige Details auf
dem Kometenkern zu sehen mußte die Sonde zwar sehr dicht an den Kern herangebracht werden,
aber sie mußte auf der beleuchteten Seite des Kometen vorbeifliegen. Wäre sie auf der Nachtseite
vorbeigeflogen hätte man nur schwarze Bilder bekommen, die keinem genutzt hätten. Oder sie
hätte den Kometen verfehlt und wäre in einer größeren Entfernung an ihm vorbei geflogen. Dann
hätte man durch den Koma-Staubschleier, der den Kern umgibt, ebenfalls nichts beobachtet. Oder
sie hätte den Kern auch genau treffen können, obwohl diese Möglichkeit sehr gering gewesen ist.
Dann hätten unsere Nachfahren, die den Kometen bei seiner nächsten Annäherung eventuell besuchen
werden, die Fragmente einer Maschine von der Erde gefunden, die in den Kometenschnee, wie
Kapitän Ahabs Leiche an den Weißen Wal Moby Dick, gekettet wurde. Zum Schutz vor kleinsten
meteoritischen Körpern bekam Giotto so eine Art, Schutzschild, wie eine Kugelsichere Weste,
verpaßt. Sie sollte sie davor bewahren schon vorzeitig Schaden zu nehmen.
Immerhin flog sie mit einer Geschwindigkeit von 75 Kilometern pro Sekunde am Kometenkern
vorbei. Das ist schneller als so manche Kugel die ein Gewehr verschießen kann.
Der Vorbeiflug jedenfalls gelang und Giotto sendete die erwarteten Daten und Bilder zur Erde.
Dabei wurde sie nur unerheblich beschädigt und konnte sogar noch an einem anderen Kometen
vorbeifliegen, den sie erst mehrere Jahre später
erreichen sollte.
Alles in allem waren die
Unternehmungen aller Länder ein voller Erfolg.
6. Sterne des großen Kapitäns
Schon Jules Verne beschrieb in einem phantastischen Roman die Möglichkeit mit einem Kometen
das gesamte Sonnensystem ( soweit ihm bekannt ) zu bereisen. Er schickte einfach einige Personen zu
einem Kometen die dann auf diesem Kometen blieben bis dieser einmal durch das Sonnensystem
geflogen war und als die Erde wieder in der Nähe war flog man mit Hilfe eines Ballons wieder zurück
zur Erde. So phantastisch es vielleicht heute noch erscheinen mag, so unglaublich ist diese
Vorstellung heute eigentlich nicht mehr. Zwar muß man mit anderen Mittel den Kometen anfliegen
12
und auch nicht wenn er in der Nähe der Erde ist, auch der Rückflug dürfte natürlich anders
verlaufen, aber ein Komet ist ein durchaus brauchbares Objekt um einen solchen Flug zu erlauben.
Die Kometen sind schneller als so manches Raumschiff der heutigen Tage, zumindest in Sonnennähe.
Sie sind groß genug um eine Station auf, oder vielmehr in ihnen Aufbauen zu können. In dieser
Station haben Menschen eine durchaus gut Chance einen solchen Flug zu überleben. Sie würden zum
Überleben Luft und Wasser, sowie Nahrung benötigen. Nahrung stellt noch das größere Problem dar,
denn Wasser könnte man aus dem kometaren Eis gewinnen. Ebenso Sauerstoff durch sogenannte
Elektrolyseverfahren. Den ebenfalls entstehenden Wasserstoff zum Heizen der Station. Also wenn
man es sich genau überlegt, dann ist eine solche Reise durchaus nicht unmöglich. Oder eine andere
Vorstellung der Wissenschaftler:
Man kann Kometen vielleicht einfach einfangen und dann kann man allerlei Dinge mit ihnen anfangen.
Ob man sie in eine Erdumlaufbahn befördert um ihre eventuell vorhandenen Bodenschätze wie
Gold, Silber oder andere Arten von Edelmetallen zu gewinnen, oder ob man nur das Kometeneis nutzt.
All dies, sind Möglichkeiten, die mit einer nur etwas fortschrittlicheren Technologie möglich sind. Das
Eis, benötigt man zur Gewinnung von Wasser und Luftsauerstoff, sowie für den Wasserstoff des
Antriebssystems interplanetarer Raketen, oder zur Heizung einer Station in der Erdumlaufbahn.
Wirtschaftliche Überlegungen belegen, daß solche Transporte sich vor allem für Wassereis lohnen
würden. Sie würden den wohl größten Gewinn versprechen, den ein Firmenkonsortium mit solchen
Transporten erreichen könnte. Aber auch die Metalle Nickel und Eisen können einen immer noch
recht schönen Gewinn versprechen. Sogar als Sprungbrett in den interstellaren Weltraum wären sie
geeignete Kandidaten. Immerhin liegt die größte beobachtete Entfernung eines Kometen in der
Nähe der Plutoumlaufbahn, runde 40 AE entfernt von der Erde. Die Befürchtung, daß Kometen die
Erde zerstören könnten wurde im übrigen zum ersten Mal in einem Science-Fiction-Roman
erwähnt, ebenso wie eine Möglichkeit sich vor solchen Kometen zu schützen.
Kometen können aber auch um andere Sterne existieren und dort, zum Beispiel
in
einem
Doppelsternensystem zwei Schweife ausbilden. Wenn sie in einer Acht um die beiden Sterne
fliegen, könnte man sie, als so eine Art Trittstein zwischen den Sternen sehen, die eine fremde
Kultur, benutzen könnte, um zwischen Planeten, die jeweils um die Sterne kreisen, reisen zu können.
Im Jahr 1986 erlebte die Menschheit die Jungfernfahrt zu einem Kometen. Irgendwann wird es
vielleicht größere Expeditionen zu den Kometen geben und schließlich wird sich der Mensch auf den
Weg machen um zu den Sternen, aus denen er einst Entstand, zurückzukehren.
Eines Tages, vielleicht schon im nächsten Jahrhundert, werden wir auf den Kometen leben und sie
mit Hilfe von Raketenantrieben und Newtons Bewegungsgesetzen steuern. Wenn dieser Tag kommt,
wird der Glaube der !Kung, der beinahe einzigen menschlichen Kultur, die Kometen als gute
Vorzeichen betrachtet, bestätigt sein. In der Sprache der !Kung sind Kometen die >Sterne des
großen Kapitäns.<
E N D E
13
Anhang
Einige Daten des Halleyschen Kometen:
Annäherungen des Kometen an die Sonne ( Periheldurchgänge )
- 66
- 141
- 218
- 295
- 374
- 451
- 530
- 607
- 684
- 760
- 837
- 912
- 989
- 1066
- 1145
- 1222
- 1301
- 1378
- 1456
- 1531
- 1607
- 1682
- 1759
- 1835
- 1910 20. April
- 1986 9. Februar
- 2061 28. Juli
- 2134 27. März
Jedes Erscheinen wurde, mit Ausnahme der letzten beiden, von Astronomen aufgezeichnet.
ENDE
14
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