Julius Drescher Bachelorarbeit final

Werbung
Entwicklung eines DSP Boards mit Audio Codecs
Bachelorarbeit
durchgeführt von
Julius Drescher
Institut für Signalverarbeitung und Sprachkommunikation
der Technischen Universität Graz
Betreuer: Dipl.-Ing. Dr.techn. Werner Magnes
Graz, im Juli 2013
EIDESSTATTLICHE ERKLÄRUNG
Ich erkläre an Eides statt, dass ich die vorliegende Arbeit selbstständig verfasst, andere als die
angegebenen Quellen/Hilfsmittel nicht benutzt und die den benutzten Quellen wörtlich und
inhaltlich entnommenen Stellen als solche kenntlich gemacht habe.
Graz, am ……………………………
………………………………………………..
(Unterschrift)
Bachelorarbeit
Entwicklung eines DSP Boards mit Audio Codecs
Zusammenfassung
2011 entstand zusammen mit einem Kommilitonen die Idee, einen aktiven 3-WegeStudiomonitor (Projektname: „BigMon“) zu bauen. Im Laufe der Entwicklung ergaben sich
zusehends Probleme, welche mit analoger Technik nur schwer lösbar waren. Allen voran die
Tatsache der verschiedenen akustischen Zentren und damit verbundenen Laufzeitdifferenzen
zwischen den Chassis. Analog kann eine Zeitverzögerung mit Allpässen hoher Ordnung
realisiert werden. Messtechnisch wurde die Notwendigkeit von 0.2 ms ermittelt. Das hätte
immensen Schaltungsaufwand und hohe Kosten bedeutet. Durch die Verwendung von
Hornsystemen zur Zeitanpassung entstehen Verzerrungen, sodass auch diese Möglichkeit
wegfiel. Aus Kosten und Leistungsgründen drängte sich die Verwendung eines digitalen
Signalprozessors (DSP) auf. Hiermit sollte dann die spätere Anpassung an den Raum und die
Einbindung
diverser
Schutzschaltungen
einfacher
realisierbar
sein.
Diese Arbeit beschreibt die Planung und Fertigung einer DSP-Platine. Der Prozessor wurde
nach den Kriterien ausgewählt, bei der Verwendung in BigMon, optimal ausgelastet zu
werden. Zudem könnten durch zwei Ein- und vier Ausgänge andere Projekte realisiert
werden. Dabei war es wichtig, dass die Platine am Ende ohne Kenntnisse einer
Programmiersprache
und
von
jedem
PC
aus
programmierbar
ist.
Um sich mit den einzelnen Komponenten einer DSP-Platine getrennt auseinander setzen zu
können, wurden zuerst einfache Test-Platinen für Netzteil, Programmiergerät und DSP
gefertigt, welche nur das Nötigste zur Verfügung stellen. Die Erfahrungen, die mit diesen
Platinen
gesammelt
wurden,
flossen
später
in
den
Prototypen
ein.
Bei der Fertigung wurde auch der finanzielle Aspekt beachtet. Kostengünstige Bauteile
wurden qualitativ hochwertigen vorgezogen, die Platine wurde in Through Hole Technology
(THT) gefertigt und die Herstellung erfolgte zu Hause. Dadurch auftretende Probleme wurden
erwartet und in Kauf genommen, da sie im späteren Anwendungsfall alle vermeidbar sind.
Um einen besseren Überblick über das Gesamtprojekt zu erhalten, wird im Folgenden ein
Blockschaltbild gezeigt (Abb. 1). In dieser Arbeit wird die Entwicklung und Herstellung des
DSPs inklusive Ein- und Ausgangsstufen und Netzteil behandelt.
Institut für Signalverarbeitung und Sprachkommunikation
3
Abstract
In 2011 the idea to build a studio monitor together with a fellow student was born. The project
got the name „BigMon“ due to its size. In the meantime of developing there´ve been
problems, which couldn´t be solved by analog circuits. Espacially the different acoustical
centre of the speakers and different inter-speaker-delay. In analog, a time delay can be
realized by all-passes of higher order. By measuring the need of 0,2 ms was determined,
which would be a high cost. With the use of horns for time-alignment, distortion is generated
so this wouldn´t be an option. The need of a DSP was now clear. Whith a DSP the adaption to
the room and a number of protection circuits would be possible, too.
This paper describes the planning and modeling of a DSP-board. The processor was choosen
to fit best in BigMon. It should have 2 inputs and 4 outputs so it can be used in other projects,
too. It was very important that the Board could be programmed without knowledge in any
programming
language
and
with
every
32-bit
personal
computer.
To learn the different components of a DSP-board, simple test-boards were built for power
supply, programmer and DSP, which have only the most necessary features. The experience
with
this
boards
flowed
into
the
prototype.
Also the financial aspect was pointed out. Cheap elements were pre-drawed to expensive
ones. The board was assembled in THT-technique and the fabrication took place at home.
problems induced by this fact were expected but no bigger attention was drawn to these
beacuse
in
the
case
of
BigMon,
better
parts
could
be
used.
To get a better overfiew over the whole project, a blockdiagram is shown in image 1. In this
paper the planning and modeling of the DSP with the in- and output circuits and the power
supply is shown.
Bachelorarbeit
Entwicklung eines DSP Boards mit Audio Codecs
Abbildung 1: Blockschaltbild "BigMon"
Institut für Signalverarbeitung und Sprachkommunikation
5
Bachelorarbeit
Entwicklung eines DSP Boards mit Audio Codecs
Inhaltsverzeichnis
Zusammenfassung..................................................................................................................................................3
Inhaltsverzeichnis...................................................................................................................................................5
Abbildungsverzeichnis...........................................................................................................................................7
1 Einleitung..............................................................................................................................................................9
1.1 Motivation...............................................................................................................9
1.2 Ziele und Anforderungen.........................................................................................9
1.2.1 Ein- und Ausgänge.........................................................................................9
1.2.2 Messtechnische Ziele...................................................................................10
1.2.3 Einsatzgebiete...............................................................................................10
1.2.4 Finanzierung.................................................................................................10
1.2.5 Herstellung...................................................................................................10
1.2.6 Erweiterbarkeit.............................................................................................11
1.2.7 Programmierung...........................................................................................11
1.2.8 Spannungsversorgung..................................................................................11
1.2.9 Sicherheit......................................................................................................11
2 Auswahl der Bauteile.........................................................................................................................................12
2.1 Signalprozessor......................................................................................................12
2.2 Programmierer.......................................................................................................12
2.2.1 RS232-Programmierer.................................................................................13
2.2.2 USB-RS232..................................................................................................13
2.2.3 EEPROM......................................................................................................13
3 Software...............................................................................................................................................................14
3.1 Target / Eagle.........................................................................................................14
3.2 PonyProg/IC-Prog.................................................................................................14
3.3 SigmaStudio...........................................................................................................15
3.4 Hex Editor Neo......................................................................................................15
3.5 RFsim99.................................................................................................................15
4 Aufbau von Testplatinen...................................................................................................................................16
4.1 Signalprozessor......................................................................................................16
4.2 EEPROM Programmierer......................................................................................17
4.3 Netzteil...................................................................................................................17
4.4 Inbetriebnahme der Testplatinen...........................................................................18
4.4.1 Allgemein.....................................................................................................18
4.4.2 Fehlersuche..................................................................................................18
4.4.3 Inbetriebnahme des EEPROM-Programmierers..........................................19
4.4.4 Inbetriebnahme des Signalprozessors..........................................................19
Institut für Signalverarbeitung und Sprachkommunikation
6
Bachelorarbeit
Entwicklung eines DSP Boards mit Audio Codecs
4.4.5 Inbetriebnahme des Netzteils.......................................................................19
5 Prototyp...............................................................................................................................................................20
5.1 Eingänge................................................................................................................21
5.1.1 Auszug des Schaltplans................................................................................21
5.1.2 Symmetrische Stereo Eingänge....................................................................21
5.1.3 Eingangsfilter...............................................................................................22
5.1.4 Differenzverstärker nach Douglas Self........................................................23
5.1.5 DSP Analoger Eingang................................................................................23
5.2 DSP........................................................................................................................24
5.2.1 Schaltplan (Auszug).....................................................................................24
5.2.2 Veränderungen zur Testplatine ...................................................................24
5.2.3 Common Mode.............................................................................................25
5.3 Asymmetrische Mono-Ausgänge..........................................................................25
5.4 Programmierer.......................................................................................................27
5.4.1 Schaltplan (Auszug).....................................................................................27
5.4.2 Veränderungen zur Test-Platine...................................................................29
5.5 Spannungsversorgung............................................................................................29
5.5.1 Schaltplan ....................................................................................................29
5.5.2 Spezifikationen.............................................................................................30
6 Inbetriebnahme und Test des Prototyps..........................................................................................................32
7 Messwerte und Programme...............................................................................................................................33
7.1 Messaufbau............................................................................................................33
7.2 44.1 kHz-Durchgangstest (Talkthrough→TT)......................................................36
7.3 96 kHz-TT.............................................................................................................39
7.3.1 Verzerrungen................................................................................................40
7.4 Drei-Wege Lautsprecher........................................................................................42
8 Ergebnisse und Ausblick...................................................................................................................................46
8.1 Messtechnische Ziele/Ergebnisse..........................................................................46
8.2 Einsatzbereich........................................................................................................46
8.3 Finanzierung..........................................................................................................46
8.4 Erweiterbarkeit......................................................................................................46
8.5 Programmierbarkeit...............................................................................................47
8.6 Versorgung............................................................................................................47
8.7 Schutzschaltungen.................................................................................................47
9 Fazit.....................................................................................................................................................................47
Anhang A:.............................................................................................................................................................48
Literaturverzeichnis.............................................................................................................................................55
Institut für Signalverarbeitung und Sprachkommunikation
7
Bachelorarbeit
Entwicklung eines DSP Boards mit Audio Codecs
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Blockschaltbild "BigMon"..............................................................................................................4
Abbildung 2: Blockschaltbild des Prototyps.......................................................................................................22
Abbildung 3: Eingang mit erweitertem Instrumentierungsverstärker............................................................23
Abbildung 4: Eingangsfilter mit Überspannungsschutz....................................................................................24
Abbildung 5: Amplituden- und Phasensimulation des Eingangsfilters...........................................................24
Abbildung 6: Comon Mode Differenzverstärker...............................................................................................26
Abbildung 7: DSP Schaltplan Auszug.................................................................................................................27
Abbildung 8: Common Mode Reference Buffer.................................................................................................28
Abbildung 9: Rekonstruktionsfilter aus dem Datenblatt S.21..........................................................................28
Abbildung 10: Simulation des aktiven Rekonstruktionsfilters.........................................................................29
Abbildung 11: Überspannungs Schutzschaltung...............................................................................................29
Abbildung 12: Common Mode Differenzverstärker mit Ausgangsrelais........................................................30
Abbildung 13: Schaltplan Programmierer.........................................................................................................30
Abbildung 14: Netzteil Schaltplan.......................................................................................................................33
Abbildung 15: THD+N Fireface UCX 192 kHz, 24-Bit.....................................................................................41
Abbildung 16: Klirrgang Fireface UCX 192kHz, 24-Bit...................................................................................41
Abbildung 17: Wandlerlinearität Fireface UCX 192 kHz, 24-Bit....................................................................41
Abbildung 18: Verzerrung vs. Amplitude Fireface UCX 192 kHz, 24-Bit......................................................42
Abbildung 19: Sigma Studio Eingang 1 zu Ausgang 1-4...................................................................................42
Abbildung 20: Frequenzgang Eingang 1 zu Ausgang 1, 44.1 kHz....................................................................43
Abbildung 21: Klirrgang, Eingang 1 zu Ausgang 1 44.1 kHz...........................................................................43
Abbildung 22: Verzerrungen vs. Amplitude, 44.1 kHz.....................................................................................44
Abbildung 23: THD+N, 44.1 kHz........................................................................................................................44
Abbildung 24: Wandlerlinearität, 44.1 kHz.......................................................................................................45
Abbildung 25: Frequenzgang Eingang 1 zu Ausgang 1-4, 96kHz....................................................................45
Abbildung 26: Klirrgang 96 kHz.........................................................................................................................46
Abbildung 27: Verzerrung vs. Amplitude, 96 kHz............................................................................................47
Abbildung 28: THD+N, 96 kHz...........................................................................................................................47
Abbildung 29: Wandlerlinearität, 96 kHz..........................................................................................................48
Abbildung 30: SigmaStudio 3-Wege Lautsprecher mit externen Elementen..................................................49
Abbildung 31: Frequenzgang 3-Wege Lautsprecher, mit und ohne EQ.........................................................50
Abbildung 32: Limiter Threshold -24 dB...........................................................................................................51
Abbildung 33: Schaltplan Testplatine.................................................................................................................55
Abbildung 34: Layout Testplatine.......................................................................................................................59
Abbildung 35: Schaltplan USB-Programmiergerät...........................................................................................60
Abbildung 36: Layout USB-Programmiergerät.................................................................................................60
Abbildung 37: Schaltplan Prototyp und Netzteil...............................................................................................61
Abbildung 38: Layout Prototyp und Netzteil Unterseite + Oberseite..............................................................62
Abbildung 39: Universal Programmierschnittstelle (Grundlage für EEPROM Programmiergerät)..........63
Institut für Signalverarbeitung und Sprachkommunikation
8
Bachelorarbeit
Entwicklung eines DSP Boards mit Audio Codecs
Abbildung 40: I2S Adapter (Grundlage für EEPROM Programmiergerät).................................................63
Abbildung 41: Prototyp Unterseite......................................................................................................................64
Abbildung 42: Prototyp Oberseite.......................................................................................................................64
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Datenblatt- und erwartete Werte............................................................................................................11
Tabelle 2: Beuteile und Funktionen im Programmierer..........................................................................................28
Tabelle 3: Drei-Wege Lautsprecher Filtereinstellungen.........................................................................................43
Institut für Signalverarbeitung und Sprachkommunikation
9
Bachelorarbeit
Entwicklung eines DSP Boards mit Audio Codecs
1 Einleitung
1.1 Motivation
Die Motivation besteht hauptsächlich in der Realisierung eines DSPs für das StudiomonitorProjekt „BigMon“. Des Weiteren wäre es wünschenswert, DSPs auf der Grundlage dieser
Arbeit in aktive Beschallungsanlagen implementieren zu können, welche privat hergestellt
werden. Bisher wurden dafür am Markt erhältliche Prozessoren verwendet, welche nicht
immer den Anforderungen in Punkto Rechenleistung und analogen Schnittstellen genügten.
1.2 Ziele und Anforderungen
1.2.1 Ein- und Ausgänge
Die Eingänge der Platine sollen hohen Anforderungen genügen. Sie sind so zu
dimensionieren, dass sie die Leistung der Analog-Digital-Umsetzer (ADC) in keiner Weise
beeinträchtigen. Um Frequenzen bis wenige Hertz phasenrichtig verarbeiten zu können, sollen
sie die Möglichkeit bieten, sowohl gleichspannungsentkoppelt als auch -gekoppelt zu
arbeiten. Dadurch lassen sich auch hochwertige Koppelkondensatoren nachträglich, extern
anschließen. Sowohl symmetrische als auch asymmetrische Signale sollen angeschlossen
werden können.
Die Ausgänge stellen aus gleichem Grund gleichspannungsentkoppelte als auch -gekoppelte
Signale zur Verfügung und sind als Puffer der Digital-Analog-Umsetzer (DAC) zu
dimensionieren. Der Signalausgang ist asymmetrisch, da in der Anwendung als
Studiomonitor-DSP kurze Kabellängen zwischen Ausgangsstufe und Endstufe bestehen. Das
Rausch- und Klirrverhalten soll so gering wie möglich ausfallen, sodass der Wirkungsgrad
des DAC nicht beeinträchtigt wird.
Institut für Signalverarbeitung und Sprachkommunikation
10
Bachelorarbeit
Entwicklung eines DSP Boards mit Audio Codecs
1.2.2 Messtechnische Ziele
Datenblatt-Werte von CODECs werden in der Realität nur unter optimalen Laborbedingungen
erreicht. Da es sich hierbei um ein Erstlingswerk mit wenig Erfahrung in digitalem
Schaltungsdesign handelt, wären die Werte der Zielsetzung (Tabelle 1) zufriedenstellend.
Durch den Einsatz hochwertiger Bauteile sollten dennoch annähernd Datenblattwerte
erreichbar sein.
Parameter
Datenblatt ADAU1701
Zielsetzung
THD+N
-83 dB
-75 dB
Interchannel Gain Missmatch 0.05-0.5 dB
0.1 dB
f-Gang 20Hz-20kHz
+/- 0.2 dB
+/- 0.2 dB
Tabelle 1: Datenblatt- und erwartete Werte
1.2.3 Einsatzgebiete
Die Schaltung soll so entworfen werden, dass sie sowohl für die Anwendung in „BigMon“,
als auch für andere Projekte ausreichend Ressourcen bietet. Das Hauptaugenmerk liegt dabei
bei den Ein- und Ausgängen. Diese sollen durch zusätzliche Codecs erweiterbar sein, sodass
auch komplexere Mehrwegsysteme oder 5.1 Surroundsysteme bearbeitet werden können.
1.2.4 Finanzierung
Das gesamte Projekt darf mitsamt Entwicklungskosten 200 Euro nicht überschreiten. Die
fertige Platine sollte höchstens einen Wert von 50 Euro haben. Durch die Verwendung von
hochwertigen Bauteilen ist dieser Preis schnell zu übertreffen. Diese Option soll bei dem
Prototypen aber nicht gewählt werden, sondern erst für die Anwendung in BigMon.
1.2.5 Herstellung
Sowohl aus finanziellen als auch praktischen Gründen sollen die Platinen selbst hergestellt
werden. Es sind somit keine professionellen Platinen mit echtem Lötstopplack und
galvanischer Durchkontaktierung realisierbar, dennoch bietet sich die Möglichkeit, zeitlich
unabhängig und günstig zu arbeiten. Ein großer Nachteil hierbei ist, dass hauptsächlich THTBauelemente verwendet werden. Durch ihre Größe und sich dadurch ergebende
Leiterbahnlängen besteht die Gefahr von Einstreuungen in Signalleitungen und unsauberen
Versorgungsspannungen.
Institut für Signalverarbeitung und Sprachkommunikation
11
Bachelorarbeit
Entwicklung eines DSP Boards mit Audio Codecs
1.2.6 Erweiterbarkeit
Um eine universelle Platine zu erhalten, sollen alle General Purpose Input-Outputs (GPIO)
auf Pins herausgeführt werden. Dies ermöglicht, sowohl externe Kontrollelemente, wie
Schalter, Potentiometer oder Taster, als auch Codecs hinzuzufügen. Für den Anwendungsfall
„BigMon“ bieten sich z.B. Potentiometer für die Lautstärkeregelung als auch Schalter/Taster
für die Raumentzerrung an.
1.2.7 Programmierung
Die Programmierung des DSPs sollte ohne Kenntnisse in einer Programmiersprache möglich
sein. Das verbietet die Verwendung eines µControllers in der Schaltung, ermöglicht jedoch
dem Endanwender schnelle Veränderungen am Setup durchzuführen und über eine graphische
Benutzeroberfläche fast wie mit einer DigitalenAudioWorkstation (DAW) zu arbeiten.
Allerdings wird die Auswahl passender DSP´s damit stark eingeschränkt, was auch zu
Leistungseinbußen führt.
1.2.8 Spannungsversorgung
Die Platine benötigt eine Vielzahl verschiedener Spannungen. Sowohl aus Sicherheits- als
auch Kostengründen sollte die DSP-Platine über eine symmetrische Spannungsversorgung
von +/-17 V versorgt werden. Dadurch ist die Verwendung eines handelsüblichen
Transformators möglich, um alle erforderlichen Spannungen zur Verfügung zu stellen. Da die
meisten AB-Verstärker mit symmetrischen Spannungen arbeiten, kann deren Versorgung
gleichzeitig auch für den DSP verwendet werden.
1.2.9 Sicherheit
Je nach Anwendungsgebiet werden Schutzschaltungen benötigt. Diese sind eingangsseitig als
Überspannungsschutz und ausgangsseitig als Relaisschaltung ausgelegt. Die Relais schließen
erst nach einer festgelegten Zeit, (oder einer aktiven Schutzschaltung) nachdem die
Betriebsspannung anliegt und öffnen, sobald sie einen bestimmten Wert unterschreitet. Der
Wert wird so festgelegt, dass der DSP zu dem Zeitpunkt noch ohne Einschränkung arbeiten
kann, um Ausschaltknacksen zu vermeiden.
Institut für Signalverarbeitung und Sprachkommunikation
12
Bachelorarbeit
Entwicklung eines DSP Boards mit Audio Codecs
2 Auswahl der Bauteile
2.1 Signalprozessor
Nachdem durch die oben genannten Ziele die Auswahl an verfügbaren DSPs stark
eingeschränkt wurde, fiel die Wahl auf die SigmaDSP-Reihe von Analog Devices. Ein Grund
für diesen Hersteller lag z.B. in der sehr übersichtlichen Vergleichstabelle der verfügbaren
DSP´s. Andere Hersteller boten entweder keine, oder nur dürftig aufbereitete
Vergleichstabellen ihrer Produkte. Bei Analog Devices bietet sich die Möglichkeit, mit der
Software „SigmaStudio“ einen DSP graphisch zu programmieren. Dadurch, dass kein
µController vorhanden sein darf, fiel die Wahl auf den ADAU1701. Dieser DSP bietet
alleinstehendes Arbeiten mit 50MIPS (Million Instructions Per Sample) und 28-/56-Bit
Verarbeitung. Berechnungen mit doppelter Präzision sind möglich. Der Vorteil dieses Chips
liegt weiterhin in den integrierten Codecs. Diese entsprechen beinahe den oben genannten
Anforderungen. Durch 12 GPIOs kann jegliche externe Steuerung und visuelle Rückkopplung
(z.B. via LED) realisiert werden. Da der DSP nicht über genügend internen Speicher verfügt,
ist dieser auf ein externes, serielles EEPROM (I2C)1 angewiesen, welches das Programm
enthält. Um Programmdaten auf das EEPROM zu schreiben, wird im Folgenden der Bau
eines Programmiergerätes gezeigt.
2.2 Programmierer
Um auch später Änderungen am Programm vornehmen zu können, wurde ein
Programmiergerät entwickelt, welches dem Anwender ermöglichte, mit einem Windows-PC
(32-Bit) über die USB-Schnittstelle Programme auf das EEPROM zu laden. Da es sehr
einfache Programmierer über die RS232 Schnittstelle gibt, erschien es sinnvoll, einen USBRS232 Konverter einzusetzen. Zuerst jedoch sollte die Zuverlässigkeit von RS232Programmierern herausgefunden werden.
2.2.1 RS232-Programmierer
Mittels eines vorhandenen USB-RS232-Kabels wurde ein einfaches Gerät auf Lochrasterbasis
Institut für Signalverarbeitung und Sprachkommunikation
13
Bachelorarbeit
Entwicklung eines DSP Boards mit Audio Codecs
aufgebaut. Tests ergaben, dass das Gerät zwar funktioniert, aber vier bis fünf Stunden für das
Schreiben eines 24AA256 benötigt. Der verwendete USB-Seriell-Adapter unterstützt
Baudraten bis 9600. Da das Ziel erreicht war und das Programmieren eines EEPROMs
funktionierte, wurde nach einem Wandler von USB zu RS232 gesucht, welcher höhere
Baudraten unterstützt.
2.2.2 USB-RS232
Bei der Recherche im Internet fiel der Hersteller FTDI auf, der für seine USB-RS232-Chips
(z.B.: FT232R) einen erweiterten Treiber anbietet. Nach Modifikationen einiger
Installationsdateien oder der Windows-Registry können sehr hohe Datenraten bei Software,
die für native RS232-Ports geschrieben wurde, erreicht werden 2. Da dies der einzige
hochwertige Chip war, der auch für den Endkunden bzw. Studenten verfügbar zu sein schien,
fiel die Wahl auf diesen Typ. Der Schaltplan des Programmiergerätes richtet sich nach dem
RS232 Standard, sodass es nötig war, den Ausgangspegel des FT232 mittels zweier MAX232
auf Standardpegel heraufzusetzen.
2.2.3 EEPROM
Im Datenblatt des ADAU1701 wird ein 24AA256 empfohlen. Gleichzeitig wird dort erwähnt,
dass ein 8kByte großer Speicher ausreichend sei. Da das EEPROM nicht jedesmal ganz
beschrieben werden muss, ist die Größe, sofern >8 kByte, vernachlässigbar. Aufgrund der
Empfehlung im Datenblatt und der Verfügbarkeit wurde dieser Typ für die Arbeit verwendet.
Des Weiteren hat die xxAAxxxx-Serie einen sehr weiten Spannungsbereich von 1.7 V bis 5.5
V, sodass es sich sowohl für den USB-Programmierer (V cc=5 V), als auch später für die DSPPlatine (Vcc=3.3 V) eignet.
2
Application Note 107 FT232R Advanced Driver Options 6.5 Buffered Writes
Institut für Signalverarbeitung und Sprachkommunikation
14
Bachelorarbeit
Entwicklung eines DSP Boards mit Audio Codecs
3 Software
Im Folgenden wird die im Laufe der Entwicklung und Herstellung benötigte Software kurz
erläutert.
3.1 Target / Eagle
Anfangs wurde der Schaltplan mit Target erstellt. Mit der Zeit störten vermehrt unnötige
Schritte bis man in der Bibliothek ein Bauteil gefunden hatte. Gut hat die 3D-Simulation der
Leiterplatte gefallen, da man sich hiermit einen Überblick über die Größe und Aufteilung
verschaffen konnte3.
Eagle (Einfach Anzuwendender Graphischer Layout Editor) bietet eine ausführlichere
Bibliothek als Target, sodass nur wenige Bauteile selbst erstellt werden mussten. Dieses
Programm wurde fortan zur Schaltplanerstellung herangezogen4.
3.2 PonyProg/IC-Prog
PonyProg ist ein einfaches Programm für serielle EEPROMs. Die Software richtet sich – wie
IC-Prog - an Hobbyisten und ist Freeware. Es stellte sich heraus, dass PonyProg mit der
gebauten Hardware nur unzureichend funktioniert5.
Als Alternative bot sich IC-Prog an, welches nach der Konfiguration fehlerfrei arbeitete. Im
Gegensatz zu PonyProg lässt sich der Programmiervorgang jederzeit abbrechen. Somit ist es
möglich, mit der vorher errechneten Übertragungsrate und der Größe der zu schreibenden
Datei die ungefähre Programmierzeit zu ermitteln, und muss nicht das gesamte EEPROM
programmieren6.
3
http://www.ibfriedrich.com/ (letzter Zugriff 06.13)
Institut für Signalverarbeitung und Sprachkommunikation
15
Bachelorarbeit
Entwicklung eines DSP Boards mit Audio Codecs
3.3 SigmaStudio
SigmaStudio ist eine graphische Entwicklungs-Software, mit der Programme für SigmaDSP´s
entwickelt werden können. Hierbei arbeitet man ähnlich wie bei einer DAW mit
vorgefertigten Elementen, Effekten, Filtern usw., die mittels virtueller Kabel verbunden
werden. SigmaStudio wird ausschließlich mit den Evaluation-Kits von Analog Devices
ausgeliefert und benötigt zum Programmieren ein USB-Interface „USBi“. Über mehrere
Umwege kann das Programm auch ohne Evaluation-Board und USBi auf ein EEPROM
gebracht werden. Hierzu erstellt man in SigmaStudio einen beliebigen Audiosignalweg.
Durch „Link Compile Download“ und „Write Latest Compilation to E2PROM“ wird im
Projekt- Ordner eine „e2prom.hex“-Datei abgelegt. Im „WinE2PromLoader“ wird diese Datei
geladen, anschließend die Werte in die Zwischenablage kopiert und in den HexEditorNeo
geladen7 .
3.4 Hex Editor Neo
Es ist nicht möglich, die angezeigten Werte oder die .hex-Datei in IC-Prog zu importieren, da
SigmaStudio kein IntelHex ausgeben kann. Es muss deshalb der Umweg über einen
Hexadezimal-Editor, z.B. Hex Editor Neo8 , gemacht werden. Hierzu werden die Werte aus
SigmaStudio in den Editor geladen und als .bin abgespeichert. Die .bin-Datei kann nun in ICProg geladen und in der EEPROM geschrieben werden.
3.5 RFsim99
Schaltungssimulationen werden mit RFsim99 dargestellt. Dieses Programm ist als Freeware
aus dem Internet zu beziehen und reicht für einfache Schaltungs-Simulationen.
7
8
http://ez.analog.com/message/2694#2694, Zugriff 14.06.2013
http://www.hhdsoftware.com/hex-editor, Zugriff 14.06.2013
Institut für Signalverarbeitung und Sprachkommunikation
16
Bachelorarbeit
Entwicklung eines DSP Boards mit Audio Codecs
4 Aufbau von Testplatinen
Im Folgenden wird der Erstaufbau (Entwicklung und Inbetriebnahme) der drei Schaltungsteile
erläutert. Um Fehler besser finden und ausmerzen zu können, wurden alle Schaltungen
getrennt erstellt. Weiterhin wurden nur die wichtigsten Elemente integriert, die zur Funktion
der verschiedenen Bauteile nötig waren. Das Kapitel ist allgemein und kurz gehalten. Auf
Schaltpläne und Layouts wird hier verzichtet. Genaue Angaben und Herleitungen befinden
sich in Kapitel 5.
4.1 Signalprozessor
Der Schaltplan wurde nach den Vorgaben im Datenblatt erstellt9. Der Plan wurde modifiziert,
sodass jeder Kontroll-Pin (ADDR 0, 1; RESET; SELFBOOT; PLL_MODE0,1) mittels
Kurzschlussbrücken auf High oder Low gesetzt werden kann. Zusätzlich wurden bei den Einund Ausgängen ausschließlich Koppelkondensatoren mit 25V 47µF eingesetzt. Für die Filter
wurden statt 10µF Kondensatoren mit 15µF verwendet.
Das Layout wurde auf eine 10x8cm Platine geätzt. Hierbei wäre es allerdings sinnvoller
gewesen, den DSP auf der Rückseite der Platine zu positionieren. Dadurch hätte man 32
Durchkontaktierungen und Bohrungen einsparen können.
Institut für Signalverarbeitung und Sprachkommunikation
17
Bachelorarbeit
Entwicklung eines DSP Boards mit Audio Codecs
4.2 EEPROM Programmierer
Auf der Homepage von PonyProg wird ein Universal-Schaltplan für einen Programmierer
angeboten. Mittels kleiner Adapter lassen sich so unterschiedliche EEPROMS (I2C, PIC, etc.)
programmieren. Der Schaltplan wurde so modifiziert, dass nur die Programmierung von I 2CEEPROMs möglich ist. Statt des Spannungsreglers NVM3060 wurde trotz entsprechender
Warnung auf dem Plan ein Spannungsregler des Typs 7805 eingesetzt.
Die Verbindung zur USB-Schnittstelle wurde mittels des o.g. FT232R hergestellt. Der
Schaltplan wurde, wie im Datenblatt beschrieben10, aufgebaut. Es wurden jedoch
ausschließlich diejenigen Pins verwendet, die später auch für den Programmierer nötig waren.
Ähnlich der DSP-Platine wurden alle Bauteile auf der Oberseite positioniert. Das TQFN32Gehäuse des FT232 hätte besser auf der Unterseite Platz gefunden, um sich wie beim DSP die
Durchkontaktierungen sparen zu können. Hierbei zeigte sich auch beim Löten die
Problematik, dass dieses Gehäuse keine herausgeführten Pins besitzt. Die Kontaktflächen sind
hauptsächlich auf der Unterseite und plan an den Seiten angebracht. Mit einer Lötnadel
konnte das Bauteil dennoch gut auf die Platine gelötet werden.
4.3 Netzteil
Douglas Self empfiehlt aufgrund des besseren Rauschverhaltens variable, lineare
Spannungsregler vom Typ LM31711. Da das Ziel der DSP-Platine die Funktionsprüfung und
nicht die best mögliche Audioqualität ist, wurde das Netzteil mit nur 2 Spannungen (3.3 V,
1.8 V) ausgeführt. Auch wenn die Audioqualität im Hintergrund steht, wurden LM317
eingesetzt, da entgegen dieser mit 78/79xx schon genügend Erfahrung vorhanden war. Hier
wird auf einen Schaltplan und ein Layout verzichtet und auf 4.4.5 verwiesen.
10
11
Datenblatt FT232R S.23
SELF 18.4
Institut für Signalverarbeitung und Sprachkommunikation
18
Bachelorarbeit
Entwicklung eines DSP Boards mit Audio Codecs
4.4 Inbetriebnahme der Testplatinen
4.4.1 Allgemein
Durch die fehlende Erfahrung im Selbstätzen von Platinen mittels UV-Röhre, Schablone und
photopositivem Basismaterial wurde das Ergebnis der DSP-Platine an den Rändern stark
beeinträchtigt. Es zeigte sich, dass bei einer 25W-UV-Leuchtstoffröhre und ca. 10 cm
Abstand, erst bei 11 Minuten gleichmäßiger Beleuchtung eine ausreichende Belichtung
stattgefunden hat. Auf die Funktion hatten diese Fehler aber keinen Einfluss.
In Eagle wurden die Standardgrößen für Durchkontaktierungen eingestellt, welche sich als zu
klein erwiesen. Hinzu kam, dass der Foto-Film mit einem Laserdrucker bedruckt wurde,
dessen Füllung und Randschärfe nicht ausreichend waren. Durch die fehlende Randschärfe
verkleinerte sich der Durchmesser der Durchkontaktierungsflächen zusätzlich. Beim Bohren
führte sowohl dieser Umstand als auch die teils mangelhafte Ausrichtung der Filme zu
Löchern in Leiterbahnzwischenräumen.
Um die Ätzlösung nicht zu sehr zu belasten, wurden alle leeren Flächen mit einem Abstand
von 1,27 mm zur nächsten Leiterbahn gefüllt. Bei größeren Lötflächen ergaben sich Brücken,
sodass für die finale Platine von der Füllung abgesehen wurde.
4.4.2 Fehlersuche
Zunächst wurde das Netzteil gebaut und geprüft. Die Spannungen lagen alle im
Toleranzbereich (3.3 V → 3.28 V; 1.8 V → 1.78V) und blieben bei Belastung mit einem
Lastwiderstand innerhalb der Spezifikationen.
Als Nächstes wurden die Widerstände der Versorgungsleitungen der DSP- / ProgrammierPlatine zueinander und die Leitungen auf korrekten Durchgang auf die ADAU1701- /
FT232R-Pads und EEPROM Anschlüsse gemessen. Auch hier gab es keinen Grund zur
Beanstandung. Die Platinen wurden bis auf ADAU1701, FT232, 24AA256 bestückt und mit
dem Netzteil verbunden. Im Anschluss wurden nochmals alle Spannungen an den
Anschlussstellen und Ströme in den Versorgungsleitungen gemessen. Nach erfolgreichem
Test wurden die fehlenden Bauteile hinzugefügt und die Platinen in Betrieb genommen. Es
zeigten sich folgende Probleme:
Institut für Signalverarbeitung und Sprachkommunikation
19
Bachelorarbeit
Entwicklung eines DSP Boards mit Audio Codecs
4.4.3 Inbetriebnahme des EEPROM-Programmierers
Die Spannungsversorgung für das EEPROM wurde laut Plan über die RS232-Schnittstelle
sichergestellt. Da diese über drei Dioden (4148N) an dem Spannungsregler 7805 anliegt, über
welchen zusätzliche Spannung abfällt und diese aus den Pins „DTR“, „RTS“, „DSR“ und
„TXD“ abgegriffen wird, die nicht zu jedem Zeitpunkt „high“ sind, ist die
Versorgungsspannung des EEPROMs sehr wellig. Diese Amplitude hatte beim Schreib-/
Lesevorgang Werte von bis zu 2Vpp. Die Spannungsversorgung über RS232 wurde später
auch für den Programmiervorgang durch 3.3 VIOVDD realisiert.
Der FT232R hat standardmäßig zwei Anschlüsse für Rx/Tx LEDs. Da diese bei der
vorliegenden Platine ausschließlich die USB-Erkennung des PC´s über zweifaches kurzes
Aufblinken signalisierten und sonst nutzlos waren, wurden sie für die neue Version
gestrichen.
4.4.4 Inbetriebnahme des Signalprozessors
Anfangs war die DSP-Platine nicht funktionsfähig. An den Anschlüssen „OSCO“ und
„MCLCK“ konnte man am Oszilloskop erkennen, dass der Quarz auf der richtigen Frequenz
(12.288 MHz) schwingt. Die Spannung an „MCLCK“ (1.5 V) genügte nicht den
Spezifikationen im Datenblatt, die mit 2.2 V angegeben waren. Wie sich später herausstellte,
lag der Fehler bei der Einstellung des Tastkopfes. Die Eingangsimpedanz des Oszilloskops
(25pF) liegt im Bereich der beiden Kapazitäten in der Oszillatorschaltung (22pF), wodurch
diese stark belastet wurde und die Spannung einbrach. Durch den Teiler 1:10 am Tastkopf
wurde die Eingangskapazität um den Faktor 10 kleiner und der Eingangswiderstand um den
Faktor 10 größer. Die dadurch verringerte Empfindlichkeit konnte bei dieser Messung
vernachlässigt werden.
Der Fehler lag schließlich an einer falschen Programmierung des EEPROMs. Die in Kap. 3.3
erwähnte e2prom.hex verwendet nicht das IntelHex-Format. PonyProg oder IC-Prog
interpretieren dieses, sodass die Werte nicht mehr übereinstimmten. Über den in 3.3 und 3.4
beschriebenen Umweg ließ sich das EEPROM richtig programmieren und das Programm
wurde geladen und ausgeführt.
4.4.5 Inbetriebnahme des Netzteils
Die Spannungen an den Netzteil-Ausgängen hatten im Betrieb Werte innerhalb der Toleranz.
Bei Schaltvorgängen kam es jedoch vor, dass Werte bis zur Betriebsspannung (12 V) an den
Klemmen messbar waren. Da dies mit Sicherheit auf längere Sicht zur Zerstörung der
nachfolgenden Komponenten geführt hätte, wurden am Schaltungsdesign für die endgültige
Platine Änderungen vollzogen. Diese beinhalten hauptsächlich eine sehr große Pufferung
(0.1F) mit einem Gold-Cap und Freilaufdioden von Aus- zu Eingang des LM317, wie es auch
bei 78/79xx-Typen standard ist12.
12
SELF 18.2
Institut für Signalverarbeitung und Sprachkommunikation
20
Bachelorarbeit
Entwicklung eines DSP Boards mit Audio Codecs
5 Prototyp
Die Erfahrungen, die bisher gesammelt wurden, flossen in die Entwicklung des Prototyps ein.
Anschließend wird detailliert auf die verschiedenen Baugruppen der Schaltung eingegangen.
Abb. 2 ist ein vereinfachtes Blockschaltbild des Prototyps.
Abbildung 2: Blockschaltbild des Prototyps
Institut für Signalverarbeitung und Sprachkommunikation
21
Bachelorarbeit
Entwicklung eines DSP Boards mit Audio Codecs
5.1 Eingänge
Wie in 1.2 beschrieben sollten die Eingänge höchsten Anforderungen in Bezug auf Rauschen
und Klirrfaktor genügen. Hier wurde ein Schaltungsdesign von Douglas Self 13 adaptiert,
welches einen erweiterten, niederohmigen Instrumentierungsverstärker verwendet. Als
Operationsverstärker kamen NE5532 zum Einsatz, welche im Audiobereich seit Jahren
Standardbauteile sind. Aufgrund des niedrigen Stromrauschens (0.7 pA/√Hz) und der
Fähigkeit große Lasten (600 Ω)14 treiben zu können, bietet sich ein niederohmiges
Schaltungsdesign an. Wegen der zu erwartenden Ströme, wurde jeder OPV mit 0.33µF
gepuffert, um eine möglichst glatte Versorgung gewährleisten zu können.
5.1.1 Auszug des Schaltplans
Abbildung 3: Eingang mit erweitertem Instrumentierungsverstärker
5.1.2 Symmetrische Stereo Eingänge
In professioneller Audio-Umgebung sind symmetrische Anschlüsse Standard. Auch diese
Platine wurde deshalb mit symmetrischen Anschlüssen bestückt. Diese wurden so ausgelegt,
dass auch unsymmetrische Quellen, z.B. mittels eines Klinke-XLR-Adapters, angeschlossen
werden können. Um anderen Einsatzgebieten gerecht zu werden, wurden die Eingänge in
Stereo ausgeführt. Dies kann man sich z.B. bei „BigMon“ zu Nutzen machen. Die im
Datenblatt angegebenen Werte der ADCs sind schlechter als die der DACs. Speist man beide
13
SELF 16.29
14
Datenblatt NE5532 S.1
Institut für Signalverarbeitung und Sprachkommunikation
22
Bachelorarbeit
Entwicklung eines DSP Boards mit Audio Codecs
ADCs mit demselben Signalpegel (z.B. 0 dBFS), summiert diese beiden Signale im Prozessor
(+6dBFS Signalpegel) und schwächt vor den D/A Umsetzern das Signal um -6dB ab, erhält
man statt einem THD+N von -83 dB, eine Absenkung um 3dB zu -86 dB. Der Grund ist das
sich unkorreliert addierende Rauschen und das sich korreliert addierende Signal.
5.1.3 Eingangsfilter
Abbildung 4: Eingangsfilter mit
Überspannungsschutz
Bei aktiven Bauelementen ist es von Nöten, hohe Frequenzen, die nicht im hörbaren Bereich
liegen, auszublenden15. Einstreuungen und Demodulationen in den hörbaren Bereich werden
damit vermieden. In dieser Schaltung kommt ein Eingangsfilter mit 1.4 MHz Grenzfrequenz
zum Einsatz. Die Dioden D1 bis D4, welche gegen die Versorgungsspannung +/- 15V
geschaltet sind, schützen den Eingang vor Spannungsspitzen und defekten angeschlossenen
Bauteilen. Bei hohen Eingangspegeln können diese jedoch Verzerrungen erzeugen 16 , sodass
sie in „BigMon“ nicht verwendet werden.
Abbildung 5: Amplituden- und Phasensimulation des Eingangsfilters
15
SELF 16.3,16.4
16
SELF 16.27
Institut für Signalverarbeitung und Sprachkommunikation
23
Bachelorarbeit
Entwicklung eines DSP Boards mit Audio Codecs
5.1.4 Differenzverstärker nach Douglas Self
Der Instrumentierungsverstärker nach Self basiert auf einer aktiven Summierung von
niederohmigen Differenzverstärkern. Bei diesen (IC11 und IC12, Abbildung 35) wird eine
Verstärkung von 1 vorausgesetzt. Alle Widerstände sind mit 820 Ω angegeben. Aus
Ermangelung dieser wurden 1 kΩ-Typen eingesetzt, die das Rauschen nicht merklich
anhoben. Die Ausgänge der Differenzverstärker wurden über 10 Ω-Widerstände summiert.
Schon bei der Lektüre erschien dieser Wert sehr gering, was sich später bewahrheiten sollte.
Dem Differenzverstärker wurde eine Spannungs-Anhebung mittels eines weiteren
Differenzverstärkers (IC13) mit Verstärkung = 1 nachgeschaltet. Dies ist nötig, da die DSPEin- und Ausgänge ein auf 1.5V-DC aufmoduliertes Signal benötigen. Parallel dazu kann
mittels
Kurzschlussbrücke
diese
Stufe
umgangen
werden
und
die
Gleichspannungsentkopplung mittels Kondensator durchgeführt werden. Hier kam der OPV
Opa2604 von Burr Brown zum Einsatz, da dieser ein um 32 dB besseres Übersprechverhalten
aufweist und für Eingang 1 und 2 zugleich genutzt wird.
5.1.5 DSP Analoger Eingang
Abbildung 6: Comon Mode
Differenzverstärker
Der ADAU1701 besitzt keinen Spannungseingang, sondern einen Stromeingang 17. Intern wird
über einen 2 kΩ-Widerstand eine Spannung abgegriffen. Um den ADC auf 0dBFS
auszusteuern, ist ein Strom von 100 µA(rms) nötig. Das erleichtert die Dimensionierung der
Eingangsstufe, da sich der maximale Eingangspegel mittels Vorwiderständen an ADC_0 und
ADC_1 einstellen lässt. Bei Mischpulten liegt die 0 dB-Marke standardmäßig bei +4 dBu.
Mit einem Puffer von ca. 4 dB nach oben erreicht man mit 18 kΩ-Eingangswiderstand eine
maximale Eingangsspannung von 2 V(rms), welche 8.24 dBu entspricht. Da Vorwiderstand
und ADC_Ref-Widerstand Abtastfrequenz abhängig sind, müssen diese für jeden
Anwendungsfall neu berechnet werden.
Der Vorwiderstand errechnet sich aus:
R Eingang gesamt =
17
U i ∗10kΩ∗48000
rms
fs neu
Datenblatt ADAU1701 S.20 Audio ADCs
Institut für Signalverarbeitung und Sprachkommunikation
24
Bachelorarbeit
Entwicklung eines DSP Boards mit Audio Codecs
5.2 DSP
5.2.1 Schaltplan (Auszug)
Abbildung 7: DSP Schaltplan Auszug
5.2.2 Veränderungen zur Testplatine
Im Vergleich zur Testplatine wurden kaum Veränderungen vorgenommen. Lediglich wurden
die GPIOs auf Steckbrücken herausgeführt sowie jeder Pin für die Spannungsversorgung mit
einem eigenen Anschluss versehen .
Weiterhin wurde GPIO 7 fest über einen 2 kΩ-Widerstand mit Pin 20 „WB“ verbunden. An
GPIO 7 kann somit z.B. ein Rechteck Oszillator mit 1 Hz Grundfrequenz programmiert
werden, sodass Veränderungen, welche z.B. extern über ein digitales Potentiometer oder
Taster erfolgt sind, per „Write-Back“ alle 1 s im EEPROM abgespeichert werden.
Institut für Signalverarbeitung und Sprachkommunikation
25
Bachelorarbeit
Entwicklung eines DSP Boards mit Audio Codecs
5.2.3 Common Mode
Abbildung 8: Common Mode Reference
Buffer
Wie im Datenblatt beschrieben 18 kann am Common Mode-Ausgang (Pin 40 CM) die
Offsetspannung für die Ein- und Ausgänge abgegriffen werden. Da dieser Pin keinen Strom
liefern kann, wurde eine Pufferstufe (Abbildung 8) eingesetzt, die es ermöglicht, bis zu 38mA
zu liefern, ohne dass Pin 40 belastet wird. Sowohl die Ein- als auch Ausgänge des OPV´s
wurden mit großen Kapazitäten (47 µF + 100 nF) gepuffert.
5.3 Asymmetrische Mono-Ausgänge
Die Audio-Ausgänge des DSP´s wurden, wie die Eingänge, aus niederohmigen Stufen
aufgebaut, um Rauschen zu vermeiden. Auch hier kamen Demodulationsfilter mit gleicher
Charakteristik wie bei den Eingängen zum Einsatz. Um die DACs nicht zu überlasten, wurde
der Ausgang direkt mittels OPV gepuffert und danach mit Hilfe eines Differenzverstärkers
der Verstärkung = 1 das Gleichspannungs-Offset abgezogen. Die Möglichkeit der
Gleichspannungsentkopplung besteht auch hier mittels Kurzschlussbrücken.
Im Datenblatt des ADAU1701 sind zwei empfohlene Schaltungen für Ein- und Ausgänge zu
finden19. Ein passiver Ausgangsfilter und ein aktiver Rekonstruktionsfilter. Bei der
Betrachtung fiel die hohe Kapazität an C8 mit 470 µF auf. Der Rekonstruktionsfilter ist mit
einer Grenzfrequenz von 50kHz angegeben. Die Simulationen zeigt, dass mit C8 = 450pF
eine Grenzfrequenz von 90 kHz erreicht wird. Die Datenblattwerte sind somit falsch.
Abbildung 9: Rekonstruktionsfilter aus dem Datenblatt
S.21
18
19
Datenblatt ADAU1701 S.13 Pin Config.
Datenblatt ADAU1701 S.20/21
Institut für Signalverarbeitung und Sprachkommunikation
26
Bachelorarbeit
Entwicklung eines DSP Boards mit Audio Codecs
Abbildung 10: Simulation des aktiven
Rekonstruktionsfilters
Der DSP soll mit verschiedenen Abtastfrequenzen betrieben werden können. Deshalb wurde
auf den Ausgangsfilter verzichtet. Es hat sich am Oszilloskop gezeigt, dass bei einem Sinus
(f=20kHz, fs = 41.1 kHz, U=2Vpp) bereits Treppenstufen mit einer Höhe von 0.25 V
erkennbar waren. Es ist bei niedrigen Abtastraten sinnvoll, eine niedrigere Grenzfrequenz des
Filters als bei hohen Abtastraten zu setzen.
Der analoge Ausgang der Schaltung spiegelt die Pegel des DSP´s (0.9 Vrms) wider. Je nach
Anwendungsfall müssen deshalb Verstärker oder Dämpfer nachgeschaltet werden, um an
nachfolgende Geräte angepasst zu werden. Der Einfachheit halber sind jegliche Ein- und
Ausgänge über Pinheader im Rastermaß 2.54 mm ausgeführt, sodass eine einfache Adaption
an jede Art von Stecksystemen möglich ist.
Abbildung 11: Überspannungs
Schutzschaltung
Die Dioden D1 bis D4, welche gegen die Versorgungsspannung +/-15 V geschaltet sind,
schützen den Eingang vor Spannungsspitzen und defekten Quellen. Bei hohem Eingangspegel
können diese jedoch Verzerrungen erzeugen, sodass sie im Anwendungsfall Studiomonitor
nicht verwendet werden.
Institut für Signalverarbeitung und Sprachkommunikation
27
Bachelorarbeit
Entwicklung eines DSP Boards mit Audio Codecs
Abbildung 12: Common Mode
Differenzverstärker mit Ausgangsrelais
Ausgangsseitig werden Reed-Ralais (exemplarisch Ausgang 4 mit K1, Abbildung 12)
verwendet. Diese zeichnen sich durch kurze Schließ- und Öffnungszeiten aus und können ab
+3.3 V betrieben werden. Die Ansteuerung findet vom Netzteil aus statt und ist in diesem Fall
ein RC-Glied, welches langsames Ein- und schnelles Ausschalten ermöglicht. In 5.5.7 wird
näher auf diese Schaltung eingegangen.
5.4 Programmierer
Die Erfahrungen mit dem Programmiergerät waren bis auf die oben genannten Probleme der
Spannungsversorgung positiv. Daher wird der Schaltplan auf die Anwendung zur
Programmierung in der DSP-Schaltung modifiziert.
5.4.1 Schaltplan (Auszug)
Abbildung 13: Schaltplan Programmierer
Um zwei verschiedene EEPROM Gehäuse (DIP8, SOIC8) verwenden zu können, wurden IC2
und IC 25 parallel geschaltet (Abbildung 13). In der nachfolgenden Tabelle (Tabelle 2)
werden die Bauteile und deren Funktionen im Schaltplan aufgezeigt.
Institut für Signalverarbeitung und Sprachkommunikation
28
Bachelorarbeit
Entwicklung eines DSP Boards mit Audio Codecs
X1
USB Buchse Typ-B
USBPUF, SUPUF
100nF Tantal Kondensator zur Glättung der USB
Versorgungsspannung.
FTPUF
100nF Tantal Kondensator zur Glättung der 3.3V
Spannung des FT232 (IC3).
IC3
FT232R
IC5
Max232
C5C1, C5C2
25V
47µF
Elektrolytkondensator
Hochsetzsteller in IC5.
IC5V- ; IC5V+
25V 47µF Elektrolyt-Pufferkondensatoren für die im
Hochsetzsteller generierte Spannung.
RDTR, RDSR/RTS
Überstromschutz
ZDDSR/RTS, ZDDTR/CTS
3.3 V Zenerdioden, da Umax(SDA,SCL) = 3.3 V
IC2, IC25
I2C serielles EEPROM
R70, R13, R12
2.2 kΩ-Pull-up-Widerstände
K5
Reed Relais, setzt den Hardware-Schreibschutz des
EEPROMs beim Anstecken eines USB Kabels auf „0“.
K6
Reed Relais, setzt Rückschreib-Trigger auf 0, wenn
USB-Kabel angesteckt ist, sodass USB als einzig
schreibendes Element in der Schaltung fungiert.
R11
2.2 kΩ-Überstromschutz. Wenn K6 geschlossen, kein
Kurzschluss zwischen GPIO 7 und Masse.
R8, R9, R10
10 kΩ-Pull-down-Widerstand für den Fall, dass RST,
SB, AD0 nicht kurzgeschlossen sind.
für
den
Tabelle 2: Beuteile und Funktionen im Programmierer
Institut für Signalverarbeitung und Sprachkommunikation
29
Bachelorarbeit
Entwicklung eines DSP Boards mit Audio Codecs
5.4.2 Veränderungen zur Test-Platine
Die Spannungsversorgung der EEPROMs wird über +3.3 V des DSP´s realisiert. Dadurch
ergibt sich die Einschränkung, dass nur EEPROMs des Typs xxAAxxxx verwendet werden
können und keine beliebigen, seriellen I2C EEPROMs.
5.5 Spannungsversorgung
Im Folgenden wird detailliert auf den Entwurf der Spannungsversorgung eingegangen. Diese
unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von dem Netzteil der Testplatine.
5.5.1 Schaltplan
Abbildung 14: Netzteil Schaltplan
Institut für Signalverarbeitung und Sprachkommunikation
30
Bachelorarbeit
Entwicklung eines DSP Boards mit Audio Codecs
5.5.2 Spezifikationen
Um die im Datenblatt des DSPs angegebenen Werte 20 zu erreichen, bedurfte es eines
ausgereiften Netzteils, welches alle Einzelspannungen gut gesiebt und gepuffert zur
Verfügung stellt. Das Ziel dabei war, eine maximale Welligkeit und Rauschspannung von 1
mV (= -57 dBu) zu generieren, da die Dämpfung der Versorgungsspannung im DSP nur 50
dB beträgt. Des Weiteren muss die Pufferung einen Betrieb des DSP´s von mindestens eine
Sekunde nach dem Abschalten der Versorgungsspannung gewährleisten, um die Relais öffnen
zu können. Da die Spannungen für den DSP sehr gering sind, bietet sich die Verwendung von
Gold-Caps (Kondensatoren mit sehr hoher Kapazität) an. Die Spannungen sollten von den
Spezifikationen um nicht mehr als +/-0.05 V abweichen.
Für die +/-15 V-Leitungen wurden lineare Spannungsregler vom Typ 78/7915 gewählt. Auch
wenn deren Rauschen um 23 dB größer ist als bei LM317-Reglern, genügt deren Qualität bei
der Verwendung von NE5532 (CMRR = 100 dB). D9 und D10 sorgen für sicheres entladen
von C56, C57.
Für die beiden +5 V-Leitungen, die zur Funktion der Platine nicht beitragen, sondern für
Erweiterungen gedacht sind, wurden Spannungsregler des Typs 7805 eingesetzt.
Der DSP benötigt drei unabhängig gefilterte 3.3 V-Leitungen (AVDD, PVDD, IOVDD).
Aufgrund der geringen Dämpfung von Störungen über die Versorgungsleitungen wurden
LM317 als lineare Spannungsregler eingesetzt. Mit der Formel aus dem Datenblatt 21 lassen
sich die Widerstandsverhältnisse berechnen, die für eine Ausgangsspannung von 3.3 V oder
ähnliche benötigt werden.
V Out =1.25V1
R2
I ADJ  R2
R1
Für 3.3 V ergeben sich die Widerstände R89, R91, R92 mit 500 Ω und R88, R90, R93 zu
820 Ω. Um das Ausgangsrauschen zu vermindern, wurden von Pin 1 (ADJ)
Pufferkondensatoren (47µF) mit Bypasskondensatoren (680nF) eingesetzt. Dadurch wird die
Referenzspannung, die intern verstärkt wird, im Rauschen gedämpft und die
Ausgangsspannung glatter22. Die Pufferung der Ausgangsspannung erfolgt jeweils mit einem
Goldcap (5.5 V 0.1 F) und Bypasskondensator (680 nF). Für den Fall eines Kurzschlusses
werden D18, D19, D20 verbaut, sodass C79, C87, C88, C89, C90, C91 geschützt entladen
werden können.
Für die 1.8 V-Schiene wurden Widerstände R94 mit 500 Ω und R95 mit 220 Ω eingesetzt.
Die Ausgangspuffer und Schutzschaltungen sind zu 5.5.5 ident. Für den Fall eines
Kurzschlusses wird D21 gesetzt, sodass C78 und C88 geschützt entladen werden können.
Um ein zeitversetztes Schließen und abruptes Öffnen der Ausgangsrelais zu ermöglichen,
wurde eine RCD-Schaltung entwickelt. D17 (4007) fungiert als Halbwellen-Gleichrichter,
während C93 (20 V, 2200 µF) über D22 (4007) ausschließlich geladen werden kann. D23 ist
als Zenerdiode mit 5.1 V ausgelegt, um Überspannungen an den Relais zu vermeiden.
20
21
22
Datenblatt ADAU1701 S.5 Spec.
Datenblatt LM317 S.11
SELF 18.4
Institut für Signalverarbeitung und Sprachkommunikation
31
Bachelorarbeit
Entwicklung eines DSP Boards mit Audio Codecs
Beim Einschaltvorgang fällt viel Spannung an R87 ab, der C93 lädt. Die Spannung genügt
nicht, um die Relais zu schließen. Je voller C93, desto mehr Spannung fällt an den Relais ab
bis sie schließen. Da diese Leitung ungepuffert ist, öffnen die Relais, sobald die
Spannungsversorgung abgeschalten wird. Bei den Tests hat sich herausgestellt, dass die
Relais manchmal in eine 50Hz Schwingung geraten. Das Einfügen eines kleinen
Pufferkondensators (47 µF) zwischen den Klemmen der Relais hat dieses Problem behoben,
ohne die Zeit der Öffnung stark zu verlängern.
Institut für Signalverarbeitung und Sprachkommunikation
32
Bachelorarbeit
Entwicklung eines DSP Boards mit Audio Codecs
6 Inbetriebnahme und Test des Prototyps
Wie bei den Test-Platinen wurden auch hier erst alle passiven Bauteile bestückt und nach und
nach unter ständiger Überprüfung aktive Bauteile bis zum ADAU1701/FT232R hinzugefügt.
Bei den Überprüfungen fiel auf, dass der Operationsverstärker , der für die Offsetspannung
am Eingang zuständig ist (IC13), verpolte Versorgungsspannungen erhielt. Dies war auf eine
Unachtsamkeit bei der Erstellung des Schaltplans zurückzuführen und wurde mittels
Lötbrücken korrigiert.
Ein DSP-Chip wurde beim Löten zu heiß, sodass die Eingänge nicht funktionierten. Es
konnten Programme geschrieben und geladen werden, welche Oszillatoren an den Ausgängen
bereitstellten, sodass verifiziert werden konnte, dass der DSP funktioniert und die
Programmierung zuverlässig läuft. Nach dem Auflöten eines neuen Chips waren keine
größeren Probleme mehr zu erkennen.
Die Differenzverstärker an den Eingangskanälen wurden im Betrieb sehr heiß (ca. 100 °C).
Es stellte sich heraus, dass die 10 Ω-Widerstände, die als Summierer fungierten, viel zu
unterdimensioniert waren. Trotz sorgfältiger Selektierung aller 1 kΩ-Widerstände auf gleiche
Werte, müssen die Pegelunterschiede am Ausgang der Differenzierer so groß gewesen sein,
dass Strom von dort in die Ausgänge benachbarter OPV´s geflossen ist. Speziell bei der
asymmetrischen Beschaltung kann das zu großen Problemen führen, wenn über insgesamt 20
Ω Spannungen bis zu 2 V(rms) in die Ausgänge von Operationsverstärkern fließen.
Am Oszilloskop konnten ab einem Eingangspegel von 0.9 V starke Verzerrungen gemessen
werden. Dies führte dazu, dass alle 10 Ω-Widerstände durch 100 Ω-Typen mit 0.1 % Toleranz
ausgetauscht wurden. Das Rauschen, das durch diese Änderung zusätzlich entsteht, ist
vernachlässigbar.
Institut für Signalverarbeitung und Sprachkommunikation
33
Bachelorarbeit
Entwicklung eines DSP Boards mit Audio Codecs
7 Messwerte und Programme
Im Folgenden werden Messwerte mit zwei typischen Abtastfrequenzen dargelegt. Die
Messungen wurden mit der Soundkarte „Fireface UCX“ von RME-Audio und der Software
„ARTA“ sowie „STEPS“ (Artalabs, Kroatien) durchgeführt. ARTA bietet die Möglichkeit
Frequenzgangmessungen mittels MLS, Sinus-Sweep oder Rauschen zu messen. Auch die
Ermittlung des THD+N ist mit dem implementierten Sinusgenerator möglich. STEPS misst
mittels gestepptem Sinus in x/Oct-Schritten sowohl Klirrgang, als auch Wandlerlinearität und
Verzerrung vs. Amplitude. Es werden zwei DSP-Programme gezeigt, bei denen
ausschließlich Audiodaten durchgereicht werden. Als Drittes wird ein exemplarisches
Programm für einen Drei-Wege-Lautsprecher mit Schutzschaltungen und externen
Kontrollelementen gezeigt. Da die Wandler dieser Soundkarte qualitativ herausragend sind,
sollte eine Messung mit ihnen ausreichend genau sein. Das Softwarepaket ARTA soll hier
nicht im Detail erklärt werden, da es den Rahmen dieser Bachelorarbeit sprengen würde.
7.1 Messaufbau
Sowohl für ARTA als auch STEPS wurde eine Zwei-Kanal-Messung (192 kHz, 24-Bit)
durchgeführt. Dabei verwendet die Software Kanal 1 als Messkanal und Kanal 2 als
Referenzkanal. Es wird zwischen den Ausgang des 1. Kanals und den dazugehörigen Eingang
das zu messende Objekt eingeschliffen. Ausgang 2 und Eingang 2 bilden eine Schleife. Zuerst
wurden die Kanäle aufeinander abgeglichen um Differenzen egalisieren zu können. Der
Abgleich war in diesem Fall auf 0.002 dB genau. ARTA und STEPS vergleichen bei den
Messungen immer Kanal 1 und Kanal 2. Die Differenz ergibt das Messergebnis. Je
hochwertiger die Soundkarte ist, desto geringer sind deren Unterschiede zwischen den
Kanälen und desto genauer das Messergebnis. Gemessen wurde entweder mit einem
logarithmischen Sinus-Sweep (Frequenzgang 20Hz-20kHz bis zu 5Hz-100kHz), gestepptem
Sinus (Linearität, THD, Verzerrung vs. Amplitude) und 1 kHz-Sinus (THD+N). Um einen
möglichst großen Signal-Rausch-Abstand zu erhalten wurden für den logarithmischen Sweep
10 s Signaldauer und für den gesteppten Sinus 200 ms Einschwingzeit, 500 ms Signaldauer
und 300 ms Ausschwingzeit gewählt. Im Folgenden werden Referenzmessungen des Fireface
dargelegt, welche der Information dienen sollen. Die Legenden der Abbildungen 15-18 sind
jeweils von der Software erstellt und nicht veränderbar. Die Kurven in Abb. 16 bezeichnen
den Klirrgang, also die Verzerrungen z.B. D2 → 2. Harmonische über den gesamten
Frequenzbereich. Bei den Graphen des Frequenzganges ist zu beachten, dass das Programm
ARTA zur Messung von Lautsprechern mit Messmikrofonen konzipiert wurde. Deshalb
scheinen bei der Messung des Frequenzganges an der x-Achse keine dBFS auf, sondern dB
relativ zu 20 µP/V. Die Messungen wurden deswegen relativ zueinander auf die 0 dB-Marke
skaliert, um eine Abschätzung der Differenzen zu erleichtern. Als Amplitude für die THDMessungen wurden -8,7 dBFS (ref. +4 dBU) gewählt, da die Soundkarte hier die besten
Werte liefert.
Institut für Signalverarbeitung und Sprachkommunikation
34
Bachelorarbeit
Entwicklung eines DSP Boards mit Audio Codecs
Abbildung 15: THD+N Fireface UCX 192 kHz, 24-Bit
Abbildung 16: Klirrgang Fireface UCX 192kHz, 24-Bit
Institut für Signalverarbeitung und Sprachkommunikation
35
Bachelorarbeit
Entwicklung eines DSP Boards mit Audio Codecs
Abbildung 17: Wandlerlinearität Fireface UCX 192 kHz, 24-Bit
Abbildung 18: Verzerrung vs. Amplitude Fireface UCX 192 kHz, 24-Bit
Institut für Signalverarbeitung und Sprachkommunikation
36
Bachelorarbeit
Entwicklung eines DSP Boards mit Audio Codecs
7.2 44.1 kHz-Durchgangstest (Talkthrough→TT)
Abbildung 19: Sigma Studio Eingang 1 zu Ausgang 1-4
Abbildung 20: Frequenzgang Eingang 1 zu Ausgang 1, 44.1 kHz
Die Messung erfolgte von Eingangskanal 1 auf alle 4 Ausgänge. Der Frequenzgang ist stetig
wellig, allerdings in einem Kanal von weniger als 0.05 dB. Ein Kanal weist einen anderen
Verstärkungsfaktor (+0.2 dB) auf. Diese Welligkeit wird auch im Datenblatt, allerdings mit
verringerter Amplitude (< 0.02 dB), angegeben 23. Ein Kanal weist einen anderen
Verstärkungsfaktor (+0.2 dB) auf. Auffällig ist weiterhin die Störung bei 75 Hz in allen
Kanälen. Dies könnte in einer Einstreuung z.B. eines Bildschirmes begründet werden.
23
Datenblatt ADAU1701 S. 14 Typ. Perf.
Institut für Signalverarbeitung und Sprachkommunikation
37
Bachelorarbeit
Entwicklung eines DSP Boards mit Audio Codecs
Entgegen dem Datenblatt fällt die Messkurve aller Kanäle ab 5 kHz bis zum Einsetzen des
Filters vor der Nyquistfrequenz gleichmäßig um 0.35 dB ab.
Abbildung 21: Klirrgang, Eingang 1 zu Ausgang 1 44.1 kHz
Abb. 21 zeigt mehrere Graphen, welche die Verzerrungen über den gesamten relevanten
Audiofrequenzbereich abdeckt. D2-D6+ geben die Harmonischen wieder. Der Signalfluss ist
ohne Bearbeitung von Eingang 1 zu Ausgang 1. Im Vergleich zum Fireface sind die Graphen
sehr wellig und kammfilterartig. Jedoch sind die Verzerrungen über den gesamten Bereich
gleichmäßig hoch und unter 0.02 %, was einen guten Wert darstellt. Alle anderen
Ausgangskanäle bewegen sich in vergleichbaren Bereichen.
Abbildung 22: Verzerrungen vs. Amplitude, 44.1 kHz
Bei dieser Messung (Abb. 22) zeigt sich deutlich, dass die gesamte Schaltung bei 0.73 V die
geringsten Verzerrungen von 0.027 % aufweist. Gemessen wurde mit 1 kHz und 24-Bit
Auflösung.
Institut für Signalverarbeitung und Sprachkommunikation
38
Bachelorarbeit
Entwicklung eines DSP Boards mit Audio Codecs
Abbildung 23: THD+N, 44.1 kHz
Bei der Messung des THD+N, welcher mit 0.031 % (-70.17 dBFS) sehr schlecht ausfällt,
fallen vor Allem zwei Frequenzbereiche auf. Es gibt bei 50 Hz und deren Oberwellen Peaks,
die von dem verwendeten Transformator (2x 15 V, 600 mA) herrühren. Die Einstreuungen
ließen sich sowohl auf der Platine als insbesondere auch im Bereich Kabelverbindung
zwischen Netzteil und Platine ausmachen. Zusätzlich zu den tieffrequenten Störungen gibt es
bei 48 kHz und 96 kHz Einstreuungen der Aliasingfilter des DACs.
Abbildung 24: Wandlerlinearität, 44.1 kHz
Die Linearität der Wandler ist ab einem Eingangspegel von 0.1 mV ausreichend gut. Darunter
verschwindet das Signal im Rauschteppich, sodass keine aussagekräftigen Messungen
durchgeführt werden können.
Institut für Signalverarbeitung und Sprachkommunikation
39
Bachelorarbeit
Entwicklung eines DSP Boards mit Audio Codecs
7.3 96 kHz-TT
Dieses Programm ist vom Signalfluss her ident zu dem vorherigen. Lediglich die Abtastrate
wurde auf 96 kHz gesetzt. Auch hier wird ein Kanal exemplarisch präsentiert.
Abbildung 25: Frequenzgang Eingang 1 zu Ausgang 1-4, 96kHz
Beim Frequenzgang zeigte sich im Vergleich zu der Messung mit 44.1 kHz, dass die Kurven
näher zusammen liegen. Negativ fällt allerdings der Einbruch um 22 Hz auf. Dieser wird zwar
im Anwendungsfall nicht stören, da es nur 0.05 dB sind, trotzdem mindert es die Qualität der
Platine. Wie schon bei 44.1 kHz fallen die Graphen oberhalb 5 kHz ab. Das lässt auf eine
parasitäre Kapazität im analogen Schaltungsdesign schließen. Vermutet werden hier lange,
parallele Signalleitungen, die durch den mehrfachen Differenzverstärker verursacht werden.
Institut für Signalverarbeitung und Sprachkommunikation
40
Bachelorarbeit
Entwicklung eines DSP Boards mit Audio Codecs
7.3.1 Verzerrungen
Abbildung 26: Klirrgang 96 kHz
Über den Audio-Übertragungsbereich verhalten sich die Verzerrungen identisch zu jenen bei
44.1 kHz Abtastrate.
Abbildung 27: Verzerrung vs. Amplitude, 96 kHz
Im Vergleich zu 44.1 kHz Abtastrate fällt die niedrigste Verzerrung mit 0.0025 % bei 0.6 V
statt 0.73 V aus. Ansonsten verhält sich die Schaltung nahezu identisch. Die kleinen
Unterschiede ergeben sich durch Rauschen.
Institut für Signalverarbeitung und Sprachkommunikation
41
Bachelorarbeit
Entwicklung eines DSP Boards mit Audio Codecs
Abbildung 28: THD+N, 96 kHz
Der Messwert des THD+N bei 1 kHz ist um 0.01 % (→ -73.5 dBFS) besser, als bei 44.1 kHz.
Hier erkennt man zudem die Einstreuungen des Netzteils genauer. Sollte sich dieser Fehler
beheben lassen, wird der Wert weiter sinken.
Abbildung 29: Wandlerlinearität, 96 kHz
Wie aus dem Graphen ersichtlich ist, ist die Wandlerlinearität annähernd gleich bei 44.1 kHz,
wie auch bei 96 kHz.
Institut für Signalverarbeitung und Sprachkommunikation
42
Bachelorarbeit
Entwicklung eines DSP Boards mit Audio Codecs
7.4 Drei-Wege Lautsprecher
Um die Möglichkeiten der Platine exemplarisch auszutesten, wurde ein Programm erstellt,
welches von zwei Eingängen drei Ausgänge mit verschiedenen Frequenzbereichen zur
Verfügung stellt. Um den THD+N der Schaltung zu erhöhen, wurden die beiden Eingänge
intern summiert und um 6 dB abgesenkt. Es wurden an jedem Kanal ein Equalizer- Band und
ein Limiter eingeschliffen. Um die Wirkung der Equalizer zu sehen, fertigte man
Vergleichskurven ohne diese an. Vor der Aufteilung auf die Frequenzbereiche wurde ein
externes Bedienelement (analoges Potentiometer) zur Lautstärkeanpassung eingesetzt. Dieses
wurde an der Platine zwischen Masse und +3.3 V installiert, wobei der Schleifkontakt mit
dem AUX_ADC_0 (GPIO 9) verbunden wurde. Die Limiter liefern jeweils ein
„limiter_active_flag“ an einen GPIO, sodass dort mittels LED der Zustand überwacht werden
kann.
Abbildung 30: SigmaStudio 3-Wege Lautsprecher mit externen Elementen
Abb. 30 zeigt den Signalfluss in Sigma Studio. Hier wurden einige Plugins eingesetzt, um
einen fiktiven 3-Wege-Lautsprecher darzustellen. Tabelle 3 verdeutlicht deren Funktionen.
Institut für Signalverarbeitung und Sprachkommunikation
43
Bachelorarbeit
Entwicklung eines DSP Boards mit Audio Codecs
Input 1
Wahl der Eingänge des ADAU 1701
2XMixer1
Summierer
SWvol1
Lautstärkeregler mit externer Ansteuerung
ADCin1
Ansteuerung für Hilfs-ADC um mittels
Potentiometer SWvol1 steuern zu können
T1
T-Connection zum Splitten von Signalen
Output4
DAC3, erhält das ungefilterte Signal
Crossover1
Mehrwege-Frequenzweiche mit editierbaren
Filtern
MidEQx
Bell-Filter
Limiterx
Limiter mit Ansteuerung für externes
Element (z.B. LED)
Output1-3
DAC0-2, Audio-DACs
GPOx
General-Purpose Output, digitaler Ausgang,
konfiguriert zur Anzeige eines aktiven
Limiters via LED.
Tabelle 3: Funktionen der Plugins in Sigma Studio
Institut für Signalverarbeitung und Sprachkommunikation
44
Bachelorarbeit
Entwicklung eines DSP Boards mit Audio Codecs
Abbildung 31: Frequenzgang 3-Wege Lautsprecher, mit und ohne EQ
Abb.31 zeigt die Amplitudenfrequenzgänge des DAC 0-2 bei aktivierten Frequenzweichen.
Die im „FR Overlay Manager“ mit eq gekennzeichneten Kurven zeigen die Wirkung der BellFilter, wobei die Kurven ohne Kennzeichnung ausschließlich die Frequenzübergänge
darstellen.
Die verwendeten Filter sind in folgender Tabelle zusammengefasst.
Ausgang
Filter
Einstellung
1
TP Linkwitz Riley
F = 1.6 kHz; 24 dB/Oct
1
Bell
F = 2 kHz, G = -3 dB, Q = 9
2
BP Linkwitz Riley
F1 = 1.6 Hz, f2 = 5 kHz, 24 dB/Oct
2
Bell
F = 3.2 kHz, G = +3 dB. Q = 3
3
HP Linkwitz Riley
F = 5 kHz 24 dB/Oct
3
Bell
F = 18 kHz, G = -2 dB, Q = 1
Tabelle 4: Drei-Wege Lautsprecher Filtereinstellungen
Institut für Signalverarbeitung und Sprachkommunikation
45
Bachelorarbeit
Entwicklung eines DSP Boards mit Audio Codecs
Zum Schutz der Lautsprecher vor Überlastung wurde ein Limiter integriert. Exemplarisch
wurde ein Threshold von -24 dB angegeben, sodass die Kurve deutlich die Arbeit des
Limiters zeigt.
Abbildung 32: Limiter Threshold -24 dB
Institut für Signalverarbeitung und Sprachkommunikation
46
Bachelorarbeit
Entwicklung eines DSP Boards mit Audio Codecs
8 Ergebnisse und Ausblick
8.1 Messtechnische Ziele/Ergebnisse
Obwohl von vornherein bekannt war, dass die Datenblattwerte nicht zu erreichen waren,
wurden die anfangs gesetzten Ziele zumindest im Bereich des THD+N annähernd erreicht.
Es wird sich nun in einer weiteren Version zeigen, ob es positive Auswirkungen hat, die
Platine in SMD fertigen zu lassen, was jedoch nicht mehr Teil dieser Arbeit sein wird.
Grundsätzlich ist das Ergebnis jedoch zufriedenstellend, da die Qualität ausreicht, um die
Platine als Frequenzweiche für Lautsprecher einzusetzen.
8.2 Einsatzbereich
Das Layout ist nahezu modular ausgelegt. Es lässt sich problemlos eine Stufe hinzufügen oder
einsparen, sodass - vorausgesetzt die Werte lassen sich optimieren - dem Einsatzzweck kaum
Grenzen gesetzt sind. Durch die geringen Abmessungen und einfache Spannungsversorgung
lässt sich auch eine DSP-Nachrüstung für aktive Lautsprecher leicht realisieren.
8.3 Finanzierung
Obwohl während der Entwicklung und Fertigung aufgrund von Fehlbelichtungen und
unerwarteten Spannungsspitzen zwei Chips und eine Platine ihren Dienst versagten, beliefen
sich die Kosten insgesamt auf 190 Euro. Das sind 10 Euro weniger als maximal zur
Verfügung standen. Die fertige Platine hat einen Wert von ca. 40 Euro.
8.4 Erweiterbarkeit
Es ist gelungen, eine Platine zu entwickeln, die durch Zusatzmodule erweitert werden kann.
Dazu zählen sowohl externe Kontrollanzeigen als auch externe Veränderungen des
Programmmaterials. Auch die Erweiterung mittels weiterer ADC/DACs und digitaler
Konverter scheint möglich. Dies wurde jedoch bisher noch nicht getestet.
Institut für Signalverarbeitung und Sprachkommunikation
47
Bachelorarbeit
Entwicklung eines DSP Boards mit Audio Codecs
8.5 Programmierbarkeit
Die Programmierung ohne den Zukauf von USBi oder anderen kommerziellen
Programmierern verlangt nach kleinen Umwegen. Dennoch funktioniert sie ausreichend
schnell und zuverlässig. Es ist gelungen, ein USB-basiertes Programmiergerät zu fertigen,
welches an jedem PC mit Windows (32Bit)- oder Linux- Betriebsystemen zukunftssicher
funktionieren wird.
8.6 Versorgung
Bei der Spannungsversorgung ist es gelungen, verschiedene exakte Spannungen aus einer
symmetrischen Spannung zu erzeugen. Es hat sich gezeigt, dass Netzeinstreuungen die
Qualität der Schaltung beeinträchtigen. Durch eine Optimierung des Netzteils und des
Layouts ließe sich das vermeiden.
8.7 Schutzschaltungen
Durch die Implementierung von Schaltungen, die vor Überspannung an den Eingängen und
nachfolgende Verstärker und Lautsprecher vor Ein- und Ausschaltknacksern schützt, ist die
Platine universell einsetzbar. Es bietet sich die Möglichkeit, die Ausgangsrelais durch eine
intelligentere Schaltung anzusteuern. Dadurch werden auch Fehler, die während des Betriebs
auf der Platine entstehen erkannt (DC-Offset an den Ausgängen, hochfrequente
Schwingungen etc.), und die nachfolgenden Schaltungen wirkungsvoll geschützt.
9 Fazit
Auch wenn die Messwerte nicht immer die angestrebten Ziele erreicht haben, ist ein Produkt
entstanden, das als Basis für weitere Erfahrungen in diesem Bereich dienen kann. Durch die
genannten Optimierungsmöglichkeiten lassen sich mit Sicherheit noch ein um 5-8 dB besserer
THD+N und ein glatterer Frequenz- und Verzerrungsverlauf erreichen. Das modulare Layout
erlaubt es,
ohne größere Veränderungen an der Grundschaltung vielseitige
Einsatzmöglichkeiten zu realisieren.
Institut für Signalverarbeitung und Sprachkommunikation
48
Bachelorarbeit
Entwicklung eines DSP Boards mit Audio Codecs
Anhang A:
Abbildung 33: Schaltplan Testplatine
Institut für Signalverarbeitung und Sprachkommunikation
49
Bachelorarbeit
Entwicklung eines DSP Boards mit Audio Codecs
Abbildung 34: Layout Testplatine
Abb. 34 zeigt das Layout der Testplatine. Hier und bei dem Programmiergerät wird bewusst
die Überlagerung beider Layer gewählt, um zu verdeutlichen, dass der DSP und der USBRS232 Umsetzer mit sehr wenig Peripherie auskommen. Deutlich zu sehen sind auch die
Durchkontaktierungen, welche man sich komplett hätte ersparen können, wenn der DSP auf
der Unterseite montiert worden wäre. Für den Prototypen werden im Folgenden Ober- und
Unterseite getrennt aufgeführt.
Institut für Signalverarbeitung und Sprachkommunikation
50
Bachelorarbeit
Entwicklung eines DSP Boards mit Audio Codecs
Abbildung 35: Schaltplan USB-Programmiergerät
Abbildung 36: Layout USB-Programmiergerät
Institut für Signalverarbeitung und Sprachkommunikation
51
Bachelorarbeit
Entwicklung eines DSP Boards mit Audio Codecs
Abbildung 37: Schaltplan Prototyp und Netzteil
Institut für Signalverarbeitung und Sprachkommunikation
52
Bachelorarbeit
Entwicklung eines DSP Boards mit Audio Codecs
Abbildung 38: Layout Prototyp und Netzteil Unterseite + Oberseite
Institut für Signalverarbeitung und Sprachkommunikation
53
Bachelorarbeit
Entwicklung eines DSP Boards mit Audio Codecs
Abbildung 39: Universal Programmierschnittstelle (Grundlage für EEPROM
Programmiergerät)
Abbildung 40: I2S Adapter (Grundlage
für EEPROM Programmiergerät)
Institut für Signalverarbeitung und Sprachkommunikation
54
Bachelorarbeit
Entwicklung eines DSP Boards mit Audio Codecs
Abbildung 41: Prototyp Unterseite
Abbildung 42: Prototyp Oberseite
Institut für Signalverarbeitung und Sprachkommunikation
55
Bachelorarbeit
Entwicklung eines DSP Boards mit Audio Codecs
Literaturverzeichnis
[BEUTH] BEUTH Klaus, BEUTH Olaf: Elementare Elektronik, Vogel Buchverlag,
Deutschland, 2003
[HOROWITZ] HOROWITZ Paul, HILL Winfield: THE ART OF ELECTRONICS,
Cambridge University Press, USA, 2008
[SELF] SELF Douglas: THE DESIGN OF ACTIVE CROSSOVERS, Focal Press, USA, 2011
**********************
[AD-EZ] ANALOG DEVICES ENGINEER ZONE, http://ez.analog.com
→ /message/2694#2694
(creating productionready file) letzter Zugriff 06.2013
→ /message/64476#64476
(decision selfboot or µC) letzter Zugriff 06.13
→ /thread/6784
(setting up register for digital in and out) letzter Zugriff 06.13
Institut für Signalverarbeitung und Sprachkommunikation
56
Bachelorarbeit
Entwicklung eines DSP Boards mit Audio Codecs
Abkürzungsverzeichnis
ADC
Analog-Digital-Umsetzer
BP
Bandpass
CM
Common Mode
CMRR
Common Mode Rejection Ratio
CODEC
Kodierer, Enkodierer
DAC
Digital-Analog-Umsetzer
DAW
Digital Audio Workstation
DIP
Dual Inline Package
DSP
Digitaler Signalprozessor
E2Prom
EEPROM
GPIO
General Purpose Input/Output
Hex
Hexadezimal
HP
Hochpass
HT
Hochton
LED
Leuchtdiode
LS
Lautsprecher
MIPS
Million Instructions Per Sample
MT
Mittelton
NT
Netzteil
OPV
Operationsverstärker
THD+N
Total Harmonic Distortion plus Noise
Institut für Signalverarbeitung und Sprachkommunikation
57
Bachelorarbeit
Entwicklung eines DSP Boards mit Audio Codecs
THT
Through Hole Technology
TP
Tiefpass
TT
Tiefton
TTL
Transistor-Transistor-Logik
USB
Universal Serial Bus
WB
Write Back
Institut für Signalverarbeitung und Sprachkommunikation
58
Herunterladen