Know-How Heft

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Know-How Heft
Prüfungsvorbereitung | Version 1.0
Richard Hasler | Angela Müller | Mirjam Rüegg | Micha Dohner
04.01.2016
INHALTSVERZEICHNIS
Basis Stufe ........................................................................................................................................................ 2
Blachentechnik ................................................................................................................................................... 2
Seiltechnik........................................................................................................................................................... 5
Kartenkunde ....................................................................................................................................................... 8
Erste Hilfe ......................................................................................................................................................... 12
Feuertechnik ..................................................................................................................................................... 16
Bibelkenntnisse ................................................................................................................................................. 17
Erweiterte Stufe ............................................................................................................................................. 20
Blachenkunde ................................................................................................................................................... 20
Seilkunde .......................................................................................................................................................... 23
Kartenkunde ..................................................................................................................................................... 27
Erste Hilfe ......................................................................................................................................................... 30
Feuertechnik ..................................................................................................................................................... 39
Bibelkenntnisse ................................................................................................................................................. 43
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BASIS STUFE
BLACHENTECHNIK
LERNZIELE
In 2er Gruppen können die Prüflinge ein 2er Firstzelt korrekt aufstellen. Auf folgende Dinge muss
geachtet werden: Die Prüflinge wissen, ...
 ...wie man mit dem Material umgeht.
 ...welches Material (Anzahl) gebraucht wird.
 ...die richtige Ausrichtung gemäss dem Wetter und
der Landschaft.
 … Alle Zeltschnüre aus allen Blachen genommen
werden, damit das Wasser an den Kontaktstellen
nicht durch di Blache drückt.
 ...dass die Naht waagerecht verlaufen muss, damit
das Wasser darüber hinweg fliessen kann.
 ...dass die Zelteinheitssäcke nach dem Aufstellen an den Schnüren befestigt sein sollten.
 … alles nicht mehr verwendete Material, ob beim Aus- oder Abbau, wird ausschliesslich schön
geordnet auf eine übersichtliche Fläche gelegt. (Bspw. Blache). Damit nichts verloren geht.
 ...um ein Zelt richtig zu spannen, macht man ein Spanner in die Zeltschnur.
Jeder Prüfling weiss, wie man ein 10er Bund zusammenlegt.
THEORIE
BLACHEN
Gut zu wissen:
 Es wird nie auf der Blache herumgetreten.
 Vor und nach dem Zeltaufbau kontrolliert/zählt man das ganz Material. So geht nichts verloren.
 Es gibt Ausschlussblachen (teilweise gelbe Ecken, oder einfach löchrig). Diese können für Zeltboden
oder Zelteingänge verwendet werden.
 Nach dem Zelten wird das ganze Material gereinigt und die Blachen wieder mit Zeltschnüren bestückt,
damit die Nächsten wieder ein sauberes und vollständiges Material haben.
2ER FIRSTZELT
Das Firstzelt ist ein Schlauchzelt aus Militärblachen. Eine Einheit bietet Platz für 2-3 Personen.
Material (für eine Zelteinheit):
 4 Militärblachen (2 für die Einheit und 2 für
den Eingang und Ausgang)
 2 Zelteinheiten (mit je 3 Zeltstangen und 3
Heringe)
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Blachen knüpfen und Aufbau:
 Als Erstens werden aus allen Blachen die Zeltschnüre entfernt. Die Schnüre kommen in den
Hosensack, nicht auf den Boden, sonst verliert man sie.
 Die zwei Blachen werden nun richtig ausgelegt und könne zusammengeknüpft werden. Nach Bedarf
können an den Seiten noch mehr Blachen angeknüpft werden, um das Zelt später zu verschliessen.
(Die Blachen dabei nicht betreten)
 Jetzt werden jeweils drei Zeltstangen zusammengesteckt und in die Ösen, bei denen sich die beiden
Blachen überschneiden, gesteckt.
 Eine Person hält nun die zwei Stangen während die Andere das Zelt mit der Zeltschnur spannt. Um die
Spannung leicht zu regulieren, schiebt man ein kleines Holzstück durch die Schnurschlinge.
 Nach dem Spannen werden die Blachen noch zusätzlich mit den sechs Heringen nach aussen gespannt.
 Die Säcke der Zelteinheiten werden an den zwei Spanschnüren befestigt. So gehen sie nicht verloren.
Das Schema um Blachen auszulegen und zu knüpfen.
Durch den Spanner lässt sich die Spannung des
Zeltes leicht regulieren.
Zelten bei Regen (Diese Regeln gelten grundsätzlich immer!):
 Nur die imprägnierte Seite der Blache dem Regen aussetzen (Seite ohne Zeltschnüre).
 Die Mittelnaht der Blachen soll immer senkrecht verlaufen (Wasserabfluss), womöglich vorstehende
Nahtkante nach unten richten.
 Die Blachenkanten so knöpfen, dass die Öffnung auf der windgeschützten Seite liegt.
 Das Wetter kommt meisten aus dem Westen, deshalb den Zelteingang nicht nach Westen ausrichten.
 In einem Tal kommt das Wetter aus einer Richtung des Tales. Hier sollte mit einem benetzen Finger
die Windrichtung geprüft werden.
Die vorstehende Nahtkante nach unten
richten, damit das Wasser darüber fliessen
kann
Für das Dach des Zeltes gilt dasselbe wie für die Blachenkanten
Die Öffnung der Blachenkanten nach Wind- und
Regengeschützten Seite ausrichten
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Passender Platz für ein Zelt:
 Genügend Platz für Zelt und Zeltspannschnüre bemessen.
 Steine, grössere Erdhügel, Äste und Wurzeln entfernen, damit man bequem liegt.
 Den Zelteingang richtig ausrichten. (siehe „Zelten beim Regen“)
 Das Zelt nie unter einer Stromleitung aufstellen.
 Nie direkt am See- oder Flussufer zelten.
 Ein ebener Platz wäre von Vorteil.
 Findet man einen geeigneten Platz, um zu zelten. Immer den Besitzer, um Erlaubnis fragen.
Vor- und Nachteil des Firstzelts:
Vorteile:
 geringer Materialaufwand
 leicht zu transportieren
 einfach zum Aufbauen
 vergleichsweise viel Platz und grosse Höhe
Nachteile:
 kein Boden
 praktisch keine Temperaturspeicherung
 wenn nicht verschlossen, auf den Seiten
windexponiert
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SEILTECHNIK
LERNZIELE




Jeder Prüfling kann eigenständig und korrekt einen Samariterknoten machen
Jeder Prüfling kann eigenständig und korrekt einen Mastwurf machen
Jeder Prüfling kann eigenständig und korrekt einen doppelten Achterknoten machen
Jeder Prüfling kann eigenständig und korrekt ein Seil zusammen legen
THEORIE
SEILARTEN
Es gibt verschiedene Seilarten für unterschiedliche Verwendungszwecke. Sie unterscheiden sich in Bezug auf
Material, Festigkeit, Dehnbarkeit, Lebensdauer und natürlich auch der Preis. Als Material werden entweder
Kunstfasern oder Hanf verwendet, wobei die Kunstfasern den Hanfseilen in vieler Hinsicht überlegen sind
(leichter, höhere Reissfestigkeit, keine oder nur minimale Wasseraufnahme, weniger Verrottung). Der grosse
Nachteil der Kunststoffseile ist ihre Hitzeempfindlichkeit. In der untenstehenden Tabelle sind die
gebräuchlichsten Seilarten zusammengefasst.
Seilart
Material
Verwendung
Hanfseil
Hanf
Pioniertechnik
Ausführung
Wasseraufnahme
Temperatur-beständigkeit
Dehnung
Kanten- und Scheuerfestigkeit
Achtung!
gedreht
viel
Sehr gut
Gering
Fast unempfindlich
Seil verkürzt sich beim
Nasswerden und
lockert sich beim
Trocknen
Statikseil
Polyester
Seilbahnen
Seilbrücken
Abspannungen
Kernmantelseil
gering
Gut
Gering
Wenig empfindlich
Trotz robustem Mantel,
Vorsicht bei scharfen
Kanten
Bergseil
Nylon
Bergsteigen
Seilbremse für
Seilbahnen
Kernmantelseil
mittel
Gut
Sehr stark
Empfindlich
Im Allgemeinen
ungeeignet für
Pioniertechnik, nie unter
Dauerbelastung
verwenden
AUFROLLEN VON SEILEN
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DIE WICHTIGSTEN KNOTEN
Mastwurf
Der Mastwurf ist eine zulaufende Schlinge. Sie hält gut, auch wenn der Zug ungleichmässig auf die Seilenden
verteilt ist.
Der Mastwurf bracht man vor allen in den folgenden Anwendungen:

Verankerung eines Seils an einem Baum oder Pfosten

befestigen von Sprossen an einer Strickleiter

beim Kletten als Sicherungsknoten
Der Mastwurf wird wie folgt geknüpft:
1. Seil in zwei einfache und gleichartige Schlaufen legen.
2. Die rechte Schlaufe vor die linke schieben.
3. Die beiden parallel liegenden Schlaufen über einen Mast legen oder ein Schraubkarabiner einklinken.
Wenn an einem oder beiden Seilenden gezogen wird, zieht sich der Knoten fest und blockiert vollständig. Bei
nur einseitiger Belastung sollte der Mastwurf mit einem Brezelknoten gesichert werden.
Vorteile:
 Leicht und schnell geknüpft und gelöst
 Kann auch in der Mitte eines Seiles gemacht werden
 Hält grosser Belastung stand
Nachteile:
 Kann sich bei einseitiger Belastung lösen
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Samariterknoten
Der Samariter ist ein Knoten zum Verbinden zweier Seile. Für sichere Verbindungen ist der Achterknoten oder
der doppelte Spierenstich geeigneter.
Die Knüpfanleitung kann den untenstehenden Bildern entnommen werden. Wichtig ist, dass die beiden
Seilenden auf derselben Seite den Knoten verlassen. Der Samariter kann bei Bedarf mit zusätzlichen Knoten
(z.B. Brezel) gesichert werden.
Der Samariterknoten kann leicht verwechselt werden mit dem Altweiberknoten und dem Diebsknoten. Beim
Knoten ist hierbei zu beachten, dass die freien Enden einander nicht diagonal gegenüber liegen. Dies ist beim
Altweiberknoten, sowie beim Diebesknoten hingegen nicht der Fall. Der Samariterknoten sollte, wenn er eine
wichtige Funktion erfüllt, noch mit Brezeln an den losen Enden verstätet werden.
Achterknoten
Der Achterknoten wird beim Klettern und im nautischen Bereich viel verwendet und ist einer der einfachsten
und grundlegendsten Knoten.
Den Achterknoten bracht man vor allen in den folgenden Anwendungen:




Einfache nicht zulaufende Schlaufen
Anseilen eines Klettergurtes
Verbinden zweier Seile
Ausfransen von Seilenden verhindern
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KARTENKUNDE
LERNZIELE


Jeder Prüfling kennt die wichtigsten Kartendarstellungen und Symbole und weiss damit umzugehen
Jeder Prüfling kann die Koordinaten eines bestimmten Punktes angeben oder auch umgekehrt
THEORIE
KARTENSCHRIFTEN
BERN
Stadt
Bauma
Cassarate
politische Gemeinde
Le Plan
Weiler, Häusergruppe
Berg
Ort, Quartier
Jungfrau
LIMMAT
LAGO MAGGIORE
Fluss
See
ÄQUIDISTANZEN
Äquidistanz = Höhenunterschied zwischen zwei benachbarten Höhenkurven (=Höhenlinien)
je nach Karte unterschiedlich
es steht auf der Karte, wie gross sie ist
Höhenkurve: alle Punkte darauf haben gleiche Höhe
Karte
1:25‘000
1:50‘000
1:100‘000
Äquidistanzen
Normal/Flachland
10 m
20 m
50 m
Äquidistanzen
Alpengebiet
20 m
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KARTENMASSSTÄBE
Kartenmassstab = Strecke auf Karte : Strecke in Wirklichkeit
gibt an, wievielmal kleiner der Kartenausschnitt zur Wirklichkeit ist
Beispiel: 1:25'000 was in Wirklichkeit 1 km ist, ist auf der Karte 4 cm
Tipp, um Distanzen zu messen: mit einer Schnur den Weg auf der Karte abfahren und dann die Länge
messen
Kartenmassstab
1:25'000
1:50'000
1:100'000
1:200’000/300’000/500'000
Farbe des Kartentitelblattes
braun
grün
rot
Übersichtskarten
GELÄNDEDARSTELLUNGEN
Je näher die Höhenkurven beieinanderliegen, desto steiler ist das Gelände; je weiter sie auseinanderliegen,
desto flacher ist es.
Farbe der Höhekurven
braun
schwarz
blau
Gelände
Fels, Wald
Fels
Gletscher/Gewässer
Jede fünfte Höhenkurve ist etwas dicker und mit der Höhe angeschrieben. Gestrichelte bzw. punktierte Linien
sind die halbe Äquidistanz bzw. ein Viertel der Äquidistanz.
Hügel:
Grube (links unten) und Böschung (rechts unten):
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KOORDINATEN
Koordinaten = Zahlen, die die genaue Lage eines Punktes angeben
Abstand zwischen Koordinaten = 1 km
Senkrechte Linien werden von links nach rechts (von West nach Ost) gezählt.  Rechtswert
Waagrechte Linien werden von unten nach oben (von Süd nach Nord) gezählt.  Hochwert
In der Schweiz ist der Rechtswert immer höher als der Hochwert.
Ein gesuchter Punkt liegt meistens nicht genau auf einer Linie sondern im Netzquadrat drin.
Wenn man die Koordinaten eines Punktes kennt, kann man den Punkt auf der Karte finden.
-
Beispiel:
Die Koordinaten eines Punktes sind: 687.669 / 255.325
Das heisst: Der gesuchte Punkt befindet sich im Quadrat mit dem Rechtswert 687 und dem Hochwert
255 (also die linke Linie vom Quadrat hat den Rechtswert 687 und die untere Linie den Hochwert
255). Nun misst man auf der Karte den Abstand zwischen 2 Koordinatenlinien (könnte z.B. 4 cm sein).
Diesen Abstand multipliziert man mit der Zahl, die bei der Koordinate hinter dem Punkt steht, in
unserem Beispiel mit 0.669.
 4 cm x 0.669 = 2.676 cm.
Das heisst, dass der gesuchte Punkt auf der Karte 2.676 cm weiter rechts (östlich) liegt als die
Koordinatenlinie mit dem Rechtswert 687. Beim Hochwert macht man das genauso.
 4 cm x 0.325 = 1.3 cm.
Das heisst, dass der gesuchte Punkt auf der Karte 1.3 cm weiter oben (nördlich) liegt als die
Koordinatenlinie mit dem Hochwert 255. Nun weiss man genau, wo der Punkt auf der Karte liegt.
Und wenn man einen Punkt auf der Karte kennt, kann man die Koordinaten davon bestimmen.
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Beispiel:
Man möchte die Koordinaten des Punktes X bestimmen.
Zuerst misst man auf der Karte den Abstand zwischen 2 Koordinatenlinien; in diesem Beispiel sind es 4
cm. Nun schaut man, in welchem Quadrat der Punkt X liegt. In diesem Beispiel befindet sich der Punkt
X im Quadrat mit dem Rechtswert 708 und dem Hochwert 247 (also die linke Linie vom Quadrat hat
den Rechtswert 708 und die untere Linie den Hochwert 247). Dann misst man den Abstand zwischen
dem Punkt X und der Linie mit dem Rechtswert 708 (Linie links vom Punkt); in diesem Beispiel sind das
2.6 cm. Diesen Abstand dividiert man mit dem Abstand zwischen zwei Koordinatenlinien und
multipliziert alles mit 1000.
 2.6 cm : 4 cm x 1000 = 650.
Nun nimmt man den Rechtswert der Linie links vom Punkt X, macht einen Punkt und setzt dahinter die
vorhin ausgerechnete Zahl. Also hat der Punkt X die Koordinate: 708.650. Das Gleiche macht man mit
dem Abstand zwischen dem Punkt X und der Linie mit dem Hochwert 247 (Linie unter dem Punkt); in
diesem Beispiel sind das 1.3 cm.
 1.3 cm : 4 cm x 1000 = 325.
Also lautet die zweite Koordinate vom Punkt X: 247.325. Und wenn man alles zusammensetzt sind die
Koordinaten vom Punkt X: 708.650 / 247.325
SIGNATUREN
Autobahn
1. Kl.-Strasse (6 m breit)
Feld-, Wald-, Fahrradweg
Fussweg
Landesgrenze
Bahnhof
Normalspurbahn
Senke
Haus
Kirche
Campingplatz
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ERSTE HILFE
LERNZIELE




Jeder Prüfling kennt das richtige Verhalten im Notfall (3-Ampel-Schema)
Jeder Prüfling kann einen Patienten in eine stabile Seitenlage bringen
Jeder Prüfling kann einen (Druck-)Verband anlegen
Jeder Prüfling kann mit einem Dreieckstuck einen Arm stabilisieren
THEORIE
VERHALTEN IM NOTFAL
Schauen
 Situation überblicken
 Was ist geschehen?
 Wer ist beteiligt?
 Wer ist betroffen?
Denken
 Gefahr für Helfende ausschliessen
 Gefahr für andere Personen ausschliessen
 Gefahr für Patienten ausschliessen
Handeln
 Notruf machen
 Selbstschutz
 Falls weiter Personen anwesend sind, Hilfe beiziehen
 Unfallstelle absichern und signalisieren (Pannendreieck, Wanblinker, etc.)
 Maschinen abschalten
 Nothilfe leisten
Folgende Angaben sind lebenswichtig, und man sollte sich an dieses Meldeschema halten:
 Vor dem Telefonieren wenn möglich Notizen machen, um Fragen der Notrufzentrale beantworten zu
können.
 Besondere Umstände bekannt geben: blockierte Strasse, auslaufendes Benzin, eingeklemmter Patient,
giftige Stoffe, Hochspannungsleitungen usw., Gewährleistung von Zutritt zu Gebäuden (Codes).
 In der Nacht Wohnung, Treppenhaus und Haustüre beleuchten.
 Weitere Personen bitten, den Rettungsdienst einzuweisen.
 Die Person, die alarmiert hat, meldet sich wieder auf der Unfallstelle zurück! Meldet sie sich nicht
innert nützlicher Frist: eine weitere Person mit der Alarmierung beauftragen.
 Wenn sich die Situation verändert. Nachalarmieren.
Das Meldeschema:
 Wo befindet sich die Unfallstelle?
 Wer telefoniert?
 Was ist passiert?
 Wann ist der Unfall geschehen?
 Wie viele Personen sind verletzt oder erkrankt?
 Weiteres?
 Rückmeldung
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NOTFALLNUMMERN
BEWUSSTLOSENLAGERUNG
In Rückenlage ist der bewusstlose Patient gefährdet durch eine mögliche Verstopfung der Atemwege, z.B.
durch Fremdkörper, Blut, Erbrochenes oder durch die zurückfallende Zunge. Zusätzlich können Husten- oder
Schluckreflexe fehlen. Jeder Bewusstlose gehört deshalb in die Bewusstlosenlagerung, damit die Atemwege frei
sind, der Sekretausfluss gewährleistet ist und der Patient stabil liegt.
Ziel:
 Atemwege frei
 Sekretausfluss gewährleistet
 Lagerung stabil
Sämtliche Handlungen sind gegenüber bewusstlosen Patienten zu erläutern, da sie ihre Umgebung immer noch
wahrnehmen können. Um den Patienten zu drehen, an Schultergürtel und Hüfte gleichzeitig fassen und
gleichmässig zum Helfer drehen. Die Drehung erfolgt „en bloc“, das heisst ohne Verdrehen der Längsachse, bis
die Bauchseite stark bodenwärts zeigt und auf den Oberschenkeln des Helfers abgestützt ist.
Ablauf der Bewusstlosen Lagerung:
1.
2.
3.
4.
5.
6.
Neben Patienten knien
Brille entfernen
Harte Gegenstände entfernen (Mobiltelefon,
Schlüsselbund aus der Hosentasche), ohne den
Patienten unnötig zu bewegen
Den zugewandten Arm des Patienten rechtwinklig
abspreizen
Den abgewandten Arm des Patienten hoch auf seine
Brust legen
Beine gestreckt nebeneinander legen
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7.
8.
9.
Patienten an Schultergürtel und Hüfte „en bloc“ zum Helfer drehen, bis die Bauchseite stark
bodenwärts zeigt und auf den Oberschenkel des Helfers abgestützt ist
Kopf vorsichtig nach hinten strecken, Mund geöffnet nach unten
Patienten gegen Witterung schützen
DRUCKVERBAND ANLEGEN
Bei jeder bedrohlichen Blutung an einer Extremität, also an Arm oder Bein, muss ein Druckverband angelegt
werden. Eine Blutung gilt als bedrohlich, wenn sie sehr stark blutet oder nach zehn Minuten von selbst nicht
zum Stillstand kommt. (Natürlich nicht erst 10min warten!)
Bei einer Arm- oder Beinverletzung können tiefergelegenen Blutgefässe beschädigt sein.
Der Druckverband drückt diese Gefässe zusammen und stoppt so die Blutung.
Lege den Betroffenen auf den Boden. Halte wenn möglich die betroffene Extremität nach oben. Sorge dafür,
dass ein Notruf abgesetzt wird. Wenn keine weitere Person verfügbar ist, rufe nach dem Anlegen des
Druckverbandes die Notrufnummer an.
So legt mein Druckverband an:
1.
2.
3.
4.
5.
6.
Ziehe Einmalhandschuhe an. Diese Massnahme dient deiner eigenen Sicherheit.
Lege dir mindestens drei Kompressoren, ein Dreiecksruck und ein Verbandspäckchen bereit.
Stelle aus dem Dreieckstuch eine Dreieckskrawatte her.
Öffne die Kompressoren und lege sie auf die Wunde.
Lege die Mitte der Dreieckskrawatte über die Verletzung.
Führe das Dreieckstuch auf die Rückseite des Armes oder Beines und überkreuze das Tuch. Führe es
anschliessend nach oben zurück.
7. Lege das geschlossene Verbandspäckchen direkt über die Wunde.
8. Verknote das Dreieckstuch über Wunde und Verbandspäckchen.
9. Ziehe den Knoten zu. Der Druck vom Knoten wird durch das Verbandspäckchen auf die Wunde
übertragen. Dadurch verschliessen sich die verletzten Gefässe.
10. Prüfe, ob du zu fest gezogen hast: Wenn sich die Hand oder der Fuss blau färben und kalt werden,
lockere den Verband etwas.
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Wenn kein Verbandspäckchen zur Hand ist, suche ein anderes Druckpolster. Grundsätzlich kann man
Gegenstände wie verpackte Tempotaschentücher oder volle Zigarettenschachteln verwenden. Anstelle einer
Dreieckskrawatte kann man als Improvisation auch einen Schal verwenden.
RUHIGSTELLUNG VON SCHULTER UND ARM
Brüche von Unter- und Oberarm sowie der Hand können mit einem Dreieckstuch und Dreieckstuchkrawatten
ruhig gestellt werden.
So werden die Brüche von Ersthelfer versorgt:
1. Dreiecktuch so auf die verletzte
Schulter legen, das die Spitze zum
Ellbogen zeigt. Ein Ende des Tuches
wird um den Nacken herum auf die
unverletzte Schulter gelegt.
2. Das andere Ende wird um den
Unterarm herum zur unverletzten
Schulter hochgeschlagen.
3. Beide Enden des Dreiecktuches
werden auf der unverletzten Schulter
verknotet, eventuell ist der Knoten zu
unterpolstern.
4. Die Spitze des Tuches im Bereich des
Ellbogens einstecken.
5. Mit einer Krawatte, die dicht über und
parallel zum Unterarm geführt wird,
wird das Armtragetuch zusätzlich
befestigt. Die zweite Krawatte liegt am
Oberarm, parallel zur ersten.
6. Beim Festknoten der Krawatten ist
darauf zu achten, dass sich durch den
Zug die Schmerzen nicht verstärken.
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FEUERTECHNIK
LERNZIELE

Jeder Prüfling kann innerhalb von 20min ein Pyramidenfeuer entfachen.
THEORIE
PYRAMIDENFEUER
Das klassische Lagerfeuer wird direkt auf dem Boden errichtet und daher auch Bodenfeuer genannt. Man
säubere eine Stelle von Laub und trockenem Gras um eine Ausbreitung des Feuers zu verhindern. Ein
Steinkranz ist stets von Vorteil. Kleinholz, Reisig, ein paar kleine Stöckchen oder Heckenmaterial sammeln. Je
mehr desto besser. Bei nassem Holz empfiehlt es sich Papier und/oder etwas Kartonagen mitzubringen.
Mittelgroße Stöcke sammeln. Zwischen finger- und unteramdick. Bei Holzscheiten wird vorher etwas mit der
Axt oder einer Hacke aufgespalten.
Das Kleinzeug zu einem kompakten "Feuernest/Feuerherz" aufhäufen. Die mittelgroßen Stücke außen herum
zu einer Pyramide aufstellen. Drum herum die großen Stücke oder lange Scheite aufstellen. Ebenfalls in
Pyramidenform. Bitte genügend Luft lassen, damit das Feuernest atmen kann. Falls ein leichter Wind weht,
kann dieser hilfreich sein. In dem Fall; in der Richtung, aus der der Wind kommt, ein etwas größeres Loch lassen
und auf der anderen Seite den ein oder anderen Holzscheit oder Stock zusätzlich anlehnen. Dann hilft der Wind
beim Anfachen. Selbstverständlich bereits beim Aufbau die Windrichtung beachten damit keine Funken in
einen Wald oder ins Gebüsch fliegen.
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BIBELKENNTNISSE
LERNZIELE



Entstehung der Bibel kennen
die 66 Bücher kennen (wie viele, welche, AT & NT, Evangelien)
Bibelstellen zu den wichtigsten Lebensumstände nennen und sinngemäss auswendig können
THEORIE
ENTSTEHUNG DER BIBEL
Seit der Schöpfung der Erde erzählten sich die Leute ihre Erfahrungen und Erlebnisse mit Gott. Aufgeschrieben
wurde aber noch nichts. So wurden die Geschichten mündlich von Generation zu Generation weitergegeben.
Irgendwann begann man, die alten Überlieferungen aufzuschreiben.
Die Könige in Israel liessen die Geschichten vom Volk Israel aufschreiben. Dazu gehören die Geschichte von
Abraham, die von Josef und die von Mose. Für den Tempel, den Gottesdienst und die Opfer wurden Regeln
gemacht, die man auch aufschrieb. Ausserdem schrieb man Gebete auf. Die stehen heute in den Psalmen.
Später wurden alle alten Schriften gesammelt und zusammengefasst. Die Juden bezeichneten zum ersten Mal
die Texte als “heilige Schrift“. Immer wieder kamen neue Texte hinzu und man überarbeitete alles nochmals.
Man versuchte, den Zusammenhang zwischen den Geschichten zu finden.
So entstanden verschiedene Bücher und daraus das Alte Testament.
Über die Geburt und das Leben von Jesus schrieb zuerst niemand etwas auf. Man erzählte es sich einfach
weiter. Nachdem Jesus in den Himmel zurückgekehrt war und die ersten Christen begannen, den Menschen auf
der ganzen Erde von Jesus zu erzählen, entstanden die ersten Briefe an die Gemeinden, die gegründet wurden.
Viele dieser Briefe hat der Apostel Paulus verfasst. Später begannen
vier Männer das aufzuschreiben, was sie über Jesus gehört haben.
Matthäus, Markus, Lukas und Johannes: Jeder dieser Männer schrieb
die Geschichten von Jesus so auf, wie er sie erlebt oder gehört hatte.
So entstanden die vier Evangelien.
Die Evangelien und Briefe zusammen wurden dann zum Neuen
Testament.
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DIE BIBEL…



… nennt man auch “Buch der Bücher“, “Gottes Wort“ oder “Heilige Schrift“
… ist unterteilt ins Alte Testament (AT) und ins Neue Testament (NT)
… hat 66 Bücher; davon sind 39 im Alten Testament und 27 im Neuen Testament
Die Bücher der Bibel:
Altes Testament:
-
1.Mose
2.Mose
3.Mose
4.Mose
5.Mose
Josua
Richter
Ruth
1.Samuel
2.Samuel
1.Könige
2.Könige
1.Chronik
2.Chronik
Esra
Nehemia
Ester
Hiob
Psalm
Sprüche
Prediger
Hohelied
Jesaja
Jeremia
Klagelieder
Hesekiel
Daniel
Neues Testament:
-
Hosea
Joel
Amos
Obadja
Jona
Micha
Nahum
Habakuk
Zephanja
Haggai
Sacharja
Maleachi
-
Matthäus
Markus
Lukas
Johannes
Apostelgeschichte
Römer
1.Korinther
2.Korinther
Galater
Epheser
Philipper
Kolosser
1.Thessalonicher
2.Thessalonicher
1.Timotheus
2.Timotheus
Titus
Philemon
Hebräer
Jakobus
1.Petrus
2.Petrus
1.Johannes
2.Johannes,
3.Johannes
Judas
Offenbarung
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BIBELSTELLEN ZU WICHTIGEN LEBENSUMSTÄNDEN
Freude:


Psalm 16,11: Du führst mich den Weg zum Leben. In deiner Nähe finde ich ungetrübte Freude; aus
deiner Hand kommt mir ewiges Glück.
Philipper 4,4: Freut euch immerzu, mit der Freude, die vom Herrn kommt! Und noch einmal sage ich:
Freut euch!
Trauer:

2. Korinther 1,4: Auch wenn ich viel durchstehen muss, gibt Gott mir immer wieder Mut. Darum kann
ich auch anderen Mut machen, die Ähnliches durchstehen müssen. Ich kann sie trösten und
ermutigen, so wie Gott mich selbst getröstet und ermutigt hat.
Hoffnung:


Psalm 62,6: Immer wieder muss ich es mir sagen: Vertrau auf Gott, dann findest du Ruhe! Er allein gibt
mir Hoffnung.
Psalm 71,14: Ich gebe die Hoffnung niemals auf; auch in Zukunft werde ich dich preisen.
Angst:

Jesaja 41,10: Fürchte dich nicht, ich stehe dir bei! Hab keine Angst, ich bin dein Gott! Ich mache dich
stark, ich helfe dir, ich schütze dich mit meiner siegreichen Hand!
Liebe:


Johannes 3,16: Gott hat die Menschen so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hergab. Nun
werden alle, die sich auf den Sohn Gottes verlassen, nicht zugrunde gehen, sondern ewig leben.
Matthäus 22, 37-39: Jesus antwortete: »›Liebe den Herrn, deinen Gott, von ganzem Herzen, mit
ganzem Willen und mit deinem ganzen Verstand!‹ Dies ist das größte und wichtigste Gebot. Aber
gleich wichtig ist ein zweites: ›Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst!‹
Kummer:

Psalm 50,15: Bist du in Not, so rufe mich zu Hilfe! Ich werde dir helfen und du wirst mich preisen.
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ERWEITERTE STUFE
BLACHENKUNDE
LERNZIELE
In 4er Gruppen können die Prüflinge einen Berliner korrekt aufstellen. Auf folgende Dinge muss geachtet
werden: Die Prüflinge wissen, ...
 ...wie man mit dem Material umgeht.
 ...welches Material (Anzahl) gebraucht wird.
 ...die richtige Ausrichtung gemäss dem Wetter und der Landschaft.
 … Alle Zeltschnüre aus allen Blachen genommen werden, damit das Wasser an den Kontaktstellen
nicht durch di Blache drückt.
 ...dass die Naht waagerecht verlaufen muss, damit das Wasser darüber hinweg fliessen kann.
 ...dass die Zelteinheitssäcke nach dem Aufstellen an den Schnüren befestigt sein sollten.
 … alles nicht mehr verwendete Material, ob beim Aus- oder Abbau, wird ausschliesslich schön
geordnet auf eine übersichtliche Fläche gelegt. (Bspw. Blache). Damit nichts verloren geht.
 ...um ein Zelt richtig zu spannen, macht man ein Spanner in die Zeltschnur.
Jeder Prüfling weiss, wie man ein 10er Bund zusammenlegt.
THEORIE
Gut zu wissen:
 Es wird nie auf der Blache herumgetreten.
 Vor und nach dem Zeltaufbau kontrolliert/zählt man das ganz Material. So geht nichts verloren.
 Es gibt Ausschlussblachen (teilweise gelbe Ecken, oder einfach löchrig). Diese können für Zeltboden
oder Zelteingänge verwendet werden.
 Nach dem Zelten wird das ganze Material gereinigt und die Blachen wieder mit Zeltschnüren bestückt,
damit die Nächsten wieder ein sauberes und vollständiges Material haben.
DER BERLINER
Der Berliner ist ein geschlossenes Blachenzelt mit Boden und daher gut geeignet für kalte eher Nächte bietet
Platz für 4-5 Personen.
Material (für eine Zelteinheit):
 8 Militärblachen
 4 Zelteinheiten (mit 3 Zeltstangen und 3 Heringe)
Blachen knüpfen und Aufbau:


Als Erstens werden aus allen Blachen die Zeltschnüre
entfernt.
Nun können je zweimal 4 Blachen zu einem grossen
Quadrat ausgelegt und zusammengeknüpft werden.
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
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


Diese zwei grossen Quadrate werden nun versetzt übereinandergelegt. Achtung: Die Blachen müssen
richtig geknüpft sein.
Die zwei grossen Quadrate können nun zusammengeknüpft werden. Eine Ecke wird für den Eingang
noch offen gelassen.
In einem weiteren Schritt werden die Zelteinheizen eingesetzt. In den 4 Ecken jeweils 2 Zeltstangen
und in der Mitte 3 hoch.
Während einige Personen die Zeltstangen festhalten, können weitere Personen das Zelt spannen und
fixieren. Der Zeltboden wird an den Mittelschlaufen der Blachen durchHeringe am Boden festgemacht.
An den 4 Ecken werden nun Zeltschnüre befestigt und gespannt.
Die Säcke der Zelteinheiten werden an den zwei Spanschnüren befestigt. So gehen sie nicht verloren.
Zelten bei Regen (Diese Regeln gelten grundsätzlich immer!):
 Nur die imprägnierte Seite der Blache dem Regen aussetzen (Seite ohne Zeltschnüre).
 Die Mittelnaht der Blachen soll immer senkrecht verlaufen (Wasserabfluss), womöglich vorstehende
Nahtkante nach unten richten.
 Die Blachenkanten so knöpfen, dass die Öffnung auf der windgeschützten Seite liegt.
 Das Wetter kommt meisten aus dem Westen, deshalb den Zelteingang nicht nach Westen ausrichten.
 In einem Tal kommt das Wetter aus einer Richtung des Tales. Hier sollte mit einem benetzen Finger
die Windrichtung geprüft werden.
Die vorstehende Nahtkante nach unten
richten, damit das Wasser darüber fliessen
kann
Die Öffnung der Blachenkanten nach Wind- und
Regengeschützten Seite ausrichten
Für das Dach des Zeltes gilt dasselbe wie für die Blachenkanten
Passender Platz für ein Zelt:
 Genügend Platz für Zelt und Zeltspannschnüre bemessen.
 Steine, grössere Erdhügel, Äste und Wurzeln entfernen, damit man bequem liegt.
 Den Zelteingang richtig ausrichten. (siehe „Zelten beim Regen“)
 Das Zelt nie unter einer Stromleitung aufstellen.
 Nie direkt am See- oder Flussufer zelten.
 Ein ebener Platz wäre von Vorteil.
 Findet man einen geeigneten Platz, um zu zelten. Immer den Besitzer, um Erlaubnis fragen.
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Vor- und Nachteil des Firstzelts:
Nachteile:
Vorteile:
 wetterfest
 speichert Wärme
 Hat einen Boden aus Blachen (gegen Nässe)



Es wird viel Material benötigt.
Im Inneren ist es sehr dunkel.
hat ein etwas kleiner Eingang
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SEILKUNDE
LERNZIELE


Jeder Prüfling kann in einer 4er Gruppe korrekt eine Seilbrücke aufstellen
Jeder Prüfling kennt die Eigenschaften und Verwendungen der folgenden Seilarten: Hanfseil,
Plypropylenseil, Bergseil, Statikseil
THEORIE
SEILARTEN
Es gibt verschiedene Seilarten für unterschiedliche Verwendungszwecke. Sie unterscheiden sich in Bezug auf
Material, Festigkeit, Dehnbarkeit, Lebensdauer und natürlich auch der Preis. Als Material werden entweder
Kunstfasern oder Hanf verwendet, wobei die Kunstfasern den Hanfseilen in vieler Hinsicht überlegen sind
(leichter, höhere Reissfestigkeit, keine oder nur minimale Wasseraufnahme, weniger Verrottung). Der grosse
Nachteil der Kunststoffseile ist ihre Hitzeempfindlichkeit. In der untenstehenden Tabelle sind die
gebräuchlichsten Seilarten zusammengefasst.
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SEILBRÜCKE
Vorbereitung
Dein Wissens- und Erfahrungsstand:
Übe dich in den verschiedenen Knoten, die zur Anwendung kommen. Es nützt nichts, wenn du zwar die
richtigen Seile verwendest und ein Sicherungsseil spannst, die Knoten aber falsch gemacht sind.
Bevor irgendeine Person eine Seilbrücke betritt, musst du dich vergewissern, dass alle Knoten korrekt gemacht
sind. Jeder von dir gemachte Knoten wird von einem zuverlässigen und erfahrenen Mitleiter überprüft
(«Vieraugenprinzip»).
Der richtige Standort:
Den geeigneten Standort zu finden ist nicht immer einfach. Übe zuerst auf flachem Gelände ohne
Gefahrenpotenzial bei einem Sturz von der Brücke. Dazu wählst du zwei Bäume mit etwa 10 m Distanz. Diese
Bäume sollten mindestens 30 cm dick sein. Je grösser der Durchmesser ist, desto einfach der Einstieg in die
Brücke. Als Fortgeschrittener wählst du ein Tobel, an welchem zu beiden Seiten dicke, gesunde Bäume stehen
und du einen sicheren Zugang zum Ein- und Ausstieg gewährleisten kannst.
Viele Unfälle ereignen sich bereits bevor die Seilbrücke überhaupt erreicht ist. Deshalb darf im Bereich des Einoder Ausstiegs keinesfalls eine Absturzgefahr bestehen. Die gewählten Bäume weisen einen Mindestabstand
zur Tobelkante von zwei Metern auf und sind gut begehbar.
Allgemeines Material
Jegliches verwendete Material hat in einwandfreiem Zustand zu sein. Nach jedem Einsatz des Materiales wird
ausserdem das gebrauchte Material wieder kontrolliert und darüber befunden, ob es noch einwandfrei ist.
Defektes Material wird sofort aussortiert und nicht mehr mit dem einwandfreien Material zusammen versorgt.
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Die richtigen Seile:
Für Seilbrücken werden Hanf-, statische Kernmantel- oder Polypropylen-Seile verwendet. Wichtig ist, dass es
sich um nicht dehnbare Seile handelt. Die zu verwendenden Seile haben eine Mindestreisskraft von 1000 kg,
was einem Durchmesser von 12mm und mehr entspricht.
Die richtigen Knoten:
Verwende nur korrekt angewandte Knoten. Es sei hier noch einmal darauf hingewiesen, dass jeder Knoten von
einer zweiten Person überprüft wird. Als Seilverankerung verwenden wir den Mastwurf. Er schont das Seil und
lässt sich selbst nach grössten Belastungen wieder lösen. Er kann zudem in der Seilmitte geknotet werden (z.B.
bei sehr langen Seilen) und ebenso am Seilanfang. Dann allerdings muss er mit einem halben Spierenstich oder
einem Bretzeli gesichert werden. Zum Spannen der Seile wird der Spanner oder ein Flaschenzug angewendet.
Dort wo Seile aufeinander reiben, werden Karabiner eingesetzt. Das schont die Seile und verhindert ein
Durchschmelzen. Um das Gschtältli an der Verbindung zum Sicherungsseil zu befestigen kommt der
«Achterknoten» zum Einsatz. Auch hier muss ein (gesicherter) Karabiner verwendet werden.
Karabiner und Seilrollen:
Als Karabiner sollen nur gesicherte Karabiner verwendet werden.
Gschtältli:
Bei Kindern sitzt der Schwerpunkt höher als bei Erwachsenen und ihre Hüften sind noch nicht genügend
ausgebildet. Verwende deshalb unbedingt Gschtältli in Kombination mit einem Brustgurt. Die Riemen müssen
so angezogen werden, dass das Kind keinesfalls aus dem Gschtältli rutschen kann.
Sicherheitsmassnahmen
Nebst den bereits erwähnten Sicherheitselementen (Ausbildung, richtiger Seiltyp, Vieraugenprinzip) müssen
weitere Regeln beachtet werden:
 Das Sicherungsseil ist in bestem Zustand und verfügt über die höchste Reissfestigkeit.
 Erst nach dem Okay des verantwortlichen Leiters wird die Brücke betreten.
 Die Brücke wird nur unter Aufsicht des verantwortlichen Leiters betreten.
 Nur eine Person betritt die Seilbrücke.
 Jede Person auf der Seilbrücke ist gesichert.
 Auf den Seilen wird nicht herumgeturnt.
Belastung von Seilen:
Je stärker ein Seil gespannt wird, desto kleiner ist die erlaubte Belastung. Für ein nicht gespanntes Seil gehe von
einem Viertel der Reissfestigkeit des fabrikneuen Seils aus. Wird das Seil gespannt, reduziert sich die
Belastungsgrenze weiter. Bei einem Durchhang von 30 % (z.B. 6 m Durchhang bei 20 m Spannweite) reduziert
sich die Belastungsgrenze auf die Hälfte. Bei 5% Durchhang (1 m auf 20 m) können gerade mal noch 10 % der
Belastung angehängt werden. Das bedeutet für ein 12mm Polypropseil, dass statt der auf der Etikette
abzulesenden Reissfestigkeit von 2100 kg noch ganze 55 kg das Seil betreten können.
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Spannerknoten / Fuhrmannsknoten
Die zu spannende Seite der Seilbrücke wird mit einem sogenanten
Spannerknoten oder auch Fuhrmannsknoten gemacht. Angefangen
wird mit einem Strickleiterknoten (Bild 1) welcher 2x gedreht wird.
Anschliessend wird eine Schlinge gezogen und durch den
Strickleiterknoten gezogen (Bild 2). Mit dem losen Ende des Seiles
muss dann durch die Schlinge gehen und den ganzen Knoten so
anziehen (Bild 3). Sobald das Seil genügend angezogen wurde, wird
der Spanner mit einem Weberknoten befestigt (Bild 3 und 4). Da
der Weberknoten bei hoher Spannung des Seiles schwierig zu
machen ist, empfiehlt es sich, das Seil nach dem Spannerknoten
noch ein oder mehrere Male um den Baum zu wickeln und dann
mit einem Brezel zu sichern.
Mastwurf
Wie man einen Mastwurf macht, kannst du aus dem Kapitel Seiltechnik in der Basisstufe entnehmen.
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KARTENKUNDE
LERNZIELE
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
Jeder Prüfling kennt die wichtigsten Signaturen der Strassen/Wege, Grenzen, Bahnen, Gelände,
Einzelsignaturen, Vegetationen und Gewässer.
Jeder Prüfling kann eigenständig:
o Richtungsübertragung Gelände->Karte (Rückwärtseinschneiden)
vom eigenen Standort A im Gelände einen Punkt B auf der Karte bestimmen
o Richtungsübertragung Karte-> Gelände (Vorwärtsschneiden)
In unbekanntem oder unübersichtlichen Gelände die Richtung vom eigenen Standort A zum
unbekannten Punkt B bestimmen. Auf der Karte ist die Lage beider Punkte bekannt.
THEORIE
SIGNATUREN
Strassen / Wege
Autobahn
Bahnen
Bahnhof
Autostrasse
1. Kl.-Strasse (mind. 6m
breit)
2. Kl.-Strasse (mind. 4m
breit)
Feld-, Wald-, Fahrradweg
Fussweg
Haltepunkt
Normalspurbahn mit Brücke
Gewässer
Kantonsgrenze
Bach mit Quelle
Gemeindegrenze
Luftseil-, Sessel-, Gondelbahn
Grenzen
Landesgrenze
Sumpf
See, Ufer
Wasserbecken, Brunnen
Vegetationen
Wald
Öffentliches Schwimmbad
Einzelbaum
Reservoir
Gebüsch
Einzelsignaturen
Haus
Gelände
Senke
Ruine
Turm
Kirche
Erdböschung
Kapelle
Friedhof
Campingplatz
Mauer
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RICHTUNGSÜBERTRAGUNG GELÄNDE -> KARTE
Du siehst von deinem Standort A im Gelände einen Punkt B, den du auf der Karte bestimmen willst.
Visiere mit dem waagrecht gehaltenen Kompass den Punkt B an (mit dem Index = “schwarze
Zeigemarke“ nach vorne).
-
-
Dreh die Kompassskala soweit, bis die Nordmarken (die drehen mit) bei der Magnetnadel (die nach
Norden zeigt) sind (bei ausgestrecktem Kompass im Spiegel kontrollierbar).
Beim Index kannst du nun den Winkel ablesen. (Dem Winkel sagt man Azimut, es ist der Winkel
zwischen Norden und dem Punkt B, gemessen im Uhrzeigersinn)  Lass den Winkel so eingestellt.
Bestimme auf der Karte deinen Standort A.
Leg den Kompass so auf die Karte, dass eine Ecke der hinteren Kante (die Kante, wo falls vorhanden
die Schnur ist) auf deinem Standort A liegt.
Dreh den Kompass um den Standort A (die Ecke bleibt auf dem Punkt A liegen), bis die Nordmarken in
die gleiche Richtung zeigen wie das Norden auf der Karte (Magnetnadel muss nicht berücksichtigt
werden).
Punkt B ist nun auf der Geraden in Richtung der Kompasskante, die beim Standort A beginnt.
Schätze die Distanz im Gelände zwischen deinem Standort und Punkt B
Übertrage diese Distanz (natürlich mit dem richtigen Kartenmassstab) auf die Gerade.
So kannst du Punkt b bestimmen.
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RICHTUNGSÜBERTRAGUNG KARTE -> GELÄNDE
Du willst im Gelände die Richtung von deinem Standort A zum unbekannten Punkt B bestimmen. Auf der Karte
ist dir die Lage beider Punkte bekannt.
Leg den Kompass so auf die Karte, dass eine Längskante des Kompasses auf der Verbindungslinie von
Standort A zu Punkt B zu liegen kommt.
Dreh die Kompassskala soweit, bis die Nordmarken in die gleiche Richtung zeigen wie das Norden auf
der Karte (Magnetnadel muss nicht berücksichtigt werden).
-
Beim Index kannst du nun den Winkel (Azimut) ablesen.  Lass den Winkel so eingestellt.
Strecke von deinem Standort A den waagrecht gehaltenen Kompass nach vorne.
Dreh dich soweit, bis die Magnetnadel und die Nordmarke aufeinandertreffen (bei ausgestrecktem
Kompass im Spiegel kontrollierbar).
Die Ziellinie (parallele zu Längskante, in der Mitte des Kompasses) zeigt in Richtung des Punkt B.
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ERSTE HILFE
LERNZIELE
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
Jeder Prüfling kann eigenständig einen Patienten mit Unterkühlung oder mit Hitzeschäden richtig
behandeln
Jeder Prüfling weiss, wie man auf Verbrennungen 1. bis 3. Graden umgeht
Jeder Prüfling weiss, wie man auf Dehydration, Gehirnerschütterung und Stromunfälle reagiert
THEORIE
UNTERKÜHLUNG
Sensoren im gesamten Körper melden dem Gehirn jeweils die aktuelle Temperatur. Das
Regulationszentrum versucht jeweils bei sinkender Körpertemperatur diese zu erhöhen. Dies geschieht
einerseits durch Muskelzittern und andererseits durch Reduzierung der Wärmeabgabe über die Haut und
Extremitäten, indem die Durchblutung in diesen Gebieten vermindert wird (Peripherie). Durch diese
Funktionen wird die Körpertemperatur konstant gehalten und die Sauerstoffversorgung der wichtigsten
Organe gewährleistet (zentral).
Die Kältetoleranz unseres Körpers ist sehr gering, so dass der Regulationsmechanismus nur bis zu einem
Temperaturabfall auf ca. 35 Grad Celsius Körperkerntemperatur funktioniert. Kühlt der Körper weiter ab,
so spricht man von einer Unterkühlung.
Risikofaktoren für das Auftreten einer Unterkühlung
 Tiefe Umgebungstemperatur
 Wind (verstärkt den Kälteeffekt um den Faktor 10)
 Nässe (verstärkt den Kälteeffekt um Faktor 14)
 Alkohol, Drogen, Medikamente
 Lange Kälteexposition
 Erschöpfung
 Kleinkinder (Verlust über den Kopf)
Symptome
 Muskelzittern
 Schnelle Atmung
 Schneller Puls
ERSTE HILFE
 Trockene, warme Kleidung anziehen
 Windgeschützten Ort aufsuchen
 Schluckweise warme, klare Flüssigkeit trinken
 Wärmedecke/-folie verwenden
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Lokale Kälteschäden
Exponierte Körperstellen (Zehen, Finger, Ohren, Nase) reagieren schnell auf andauernde Kälteeinwirkung.
Durch Engstellung der Gefässe, Verlangsamung des Blutflusses mit Aktivierung der Blutgerinnung und einer
damit einhergehenden Sauerstoffunterversorgung werden diese empfindlichen Körperstellen besonders
schnell geschädigt. Das Ausmass einer Erfrierung ist oft erst nach Erwärmen der betroffenen Region ersichtlich.
Erfrierungen werden in Grad 1-4 eingeteilt.
Erfrierungsgrad
Erfrierungen Grad 1
Erfrierungen Grad 2
Erfrierungen Grad 3
Erfrierungen Grad 4
Symptome
Rötung der Haut, Schwellung und Schmerzen
Blasenbildung mit klarer Flüssigkeit und Schmerzen
Blasenbildung mit blutiger Flüssigkeit, keine
Schmerzen mehr
Abgestorbenes, zerstörtes, dunkles Gewebe, keine
Schmerzen mehr
Symptome
 Haut blass und gefühlslos
 Nach Aufwärmen:
 Gesteigerte Durchblutung (Rötung,
Marmorierung)
 Starke Schmerzen (Grad 1-2)
 Blasenbildung (Grad 2-3)
ERSTE HILFE
 Den betroffenen Körperteil in lauwarmem Wasser (mit Desinfektionsmittel, z.B. Betadine)
aufwärmen, dabei so viel heisses Wasser hinzu giessen wie es schmerzbedingt tolerabel ist (ca. 30
Minuten lang bis auf 38°C)
 Den Körperteil hochlagern
 Bewegungen sind erlaubt
 Erneute Kälteeinwirkung meiden
 Gezuckerte, warme Getränke zu sich nehmen
 Schmerzlindernde Medikamente verwenden (z.B. Ibuprofen, Aspirin)
 Blasen belassen (nicht öffnen!!) und das betroffene Hautareal desinfizieren
 Hausarzt kontaktieren
Kalte und unempfindliche Hände bei Unterkühlung nicht Reiben, da so die Haut da so die Haut
geschädigt werden kann
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SONNENSTICH
Ist der Kopf für längere Zeit ungeschützt intensiver Sonnenbestrahlung ausgesetzt, kann es zu einer Reizung der
Hirnhaut mit Anschwellung des Gehirns kommen. Die daraus entstehenden Symptome werden
umgangssprachlich als Sonnenstich bezeichnet.
Symptome:
 Symptome treten typischerweise zeitlich verzögert auf (z.B. am Abend oder in der Nacht)
 Hochroter, heisser Kopf, Rest des Körpers eher kühl und kaltschweissig
 Typischerweise keine erhöhte Körpertemperatur
 Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen
 Erschöpfung und Müdigkeit
 Gelegentlich Nackenschmerzen bis zu Nackensteifigkeit (Kinn kann nur unter starken Schmerzen auf
das Brustbein gebeugt werden)
 Bewusstseinseinschränkungen bis zu Bewusstlosigkeit
ERSTE HILFE
 Abkühlung suchen an einem kühlen, schattigen Ort
 Entspannte Lagerung mit erhöhtem Oberkörper
 Kühlen des Kopfes / Nacken mit Wasser oder feuchten Tüchern
 Bei vorhandenem Bewusstsein: kühle, alkoholfreie (;P) Flüssigkeit zu sich nehmen
 Bei Bewusstlosigkeit mit normaler Atmung: stabile Seitenlage, Sanität 144
 Bei Nackensteifigkeit, Zunahme der Beschwerden: Notaufnahme / Sanität 144
HITZESCHLAG UND HITZEKOLAPS
Der Körper ist bestrebt, die Temperatur konstant auf +/- 36.8 Grad Celsius zu halten. Zur Senkung der
Temperatur steigert der Köper die Hautdurchblutung zur Wärmeabgabe. Durch Schwitzen entsteht eine
kühlende Verdunstung des Schweisses auf der Haut. Allerdings kommt es dadurch auch zu einem Verlust von
Flüssigkeit. Reichen diese Funktionen nicht aus um den Köper zu kühlen, so kommt es zu einer gefährlichen
Überhitzung des Körpers. Bei einem Hitzeschlag kommt es im Gegensatz zu einem Sonnenstich zu einer
Erhöhung der Körpertemperatur auf bis zu über 40 Grad Celsius.
Vorbeugende Massnahmen
 Kopfbedeckung tragen
 Viel Wasser trinken (an heissen Tagen isotonische Getränke)
 Helle, luftige Kleidung tragen
 Vorwiegend im Schatten aufhalten, Mittagshitze meiden
 Kinder und ältere Personen sowie Personen mit starkem Übergewicht sind besonders gefährdet
Symptome
 Vorausgehen können die Symptome eines Sonnenstichs
 Hohes Fieber, massives Durstgefühl
 Trockene, heisse Haut
 Schneller und schwacher Puls
 Blutdruckabfall (Schwindel, Schwarzwerden vor Augen)
 Erschöpfung, Bewusstseinseinschränkung bis zu Bewusstlosigkeit
ERSTE HILFE
 Betroffenes Kind in Schatten bringen, Kleider öffnen
 Gesamten Körper mit Wasser und feuchten Tücher kühlen

 Kind anregen viel zu trinken
 Bei anhaltenden oder zunehmenden Beschwerden: Sanität 144
 Bei Blutdruckabfall: Beine hochlagern

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VERBRENNUNGEN
GRAD 1: SONNENBRAND
ERSTE HILFE
 Weiter Sonnenbestrahlung vermeiden
 Kühlen der Betroffenen Haut mit feuchten
Tüchern
 Ggf. Emulsionen auftragen (z.B. Flammazine,
Solarcaine…)
 Evt. Schmerzlindernde Medikamente
GRAD 2
Blasenbildung der Haut mit starken Schmerzen, Rötung. In diesem Stadium kann die Haut noch narbenfrei
abheilen oder es bleiben geringe Narben zurück.
ERSTE HILFE
 Betroffenes Hautareal Kühlen mit ca. 20 Grad
warmen Leitungswasser
 Haut trocken und sauber verbinden

 Aufgeplatzte Blasen: steril verbinden, Häutchen
dürfen entfernt werden
 Verbrennungen im Gesicht, Genitalien oder
über Gelenken: Arzt aufsuchen / Sanität 144
GRAD 3
Verbrennung reicht bis in die Unterhaut und zerstört die dort liegenden Nervenendigungen, so dass unter
Umständen keine Schmerzen mehr empfunden werden. Sind bei einem Erwachsenen ca. 10%, beim Kind ca.
5% der Körperoberfläche verbrannt, so kann es zu lebensgefährlichen Komplikationen kommen. (Entzündung,
Kreislaufschock)
Faustregel zur Abschätzung des Verbrennungsausnasses: Grösse der
Handfläche des Patienten = 1% der Körperoberfläche.
ERSTE HILFE
 Sanität 144
 KEINE Kühlung mit Wasser (Unterkühlungsgefahr!)
 Brandwunde trocken verbinden
 Der Betroffene soll nicht Essen und nicht Trinken -> ggf. Notoperation
notwendig.
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STROMUNFÄLLE
Elektrischer Strom kann für einen Menschen lebensgefährlich sein. In Haushalsgeräten und Steckdosen fliess
nur Strom unter 1000 Volt (Niedervolt). Entscheidend ist, wie lange der Strom auf den Körper einwirkt und
welchen Weg er durch den Körper nimmt. Je kürzer der Strom auf den Körper einwirkt und je weniger
lebenswichtige Organe wie z.B. das Herz betroffen sind, desto geringere Schäden sind zu erwarten.
UNFALL MIT HAUSHALTGERÄTEN
Ursachen
Unsachgemässer Umgang mit elektrischen Apparaten oder defekten Geräten führen zu
Niedervoltstromunfällen. Schon geringer Stromfluss birgt die Gefahr von Muskelverkrampfungen, so dass der
Betroffene den elektrischen Leiter nicht mehr loslassen kann.
Symptome
 Gefühlsstörungen
 Verkrampfungen der Muskulatur
 Atembeschwerden bis Atemstillstand
 Herzrhythmusstörungen
 Bewusstlosigkeit
 Herzkreislaufstillstand
ERSTE HILFE
 Alarmieren der Sanität 144
 EIGENSCHUTZ: Stromquelle abschalt
 Stromleiter mit einem nicht leitenden Gegenstand entfernen (z.B. Besenstiel aus Holz)
 Bei Bewusstlosigkeit mit normaler Atmung: Stabile Seitenlage
 Bei Bewusstlosigkeit ohne normale Atmung: Herzdruckmassage
STROM UND WASSER
Wasser enthält stromleitende Partikel (Elektrolyte). Kommt nun Strom mit Wasser und z.B. einem Menschen in
Verbindung, so wird das Nervensystem des Körpers so stark geschädigt, das Unfälle nicht selten tödlich enden.
Elektrogeräte gehören nicht in die Nähe von Wasser (Lavabo, Badewanne etc…) Erste Hilfe Massnahmen siehe
oben. Bei Bewusstlosem Patienten ohne normale Atmung: Herzdruckmassage. Wenn Defibrillator vorhanden
->Pat. gut abtrocknen vor Anbringen der Elektroden. Der Patient darf bei allfälliger Defibrillation nicht im
Wasser liegen.
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HOCHSPANNUNG
Strom über 1000 Volt wird als Hochspannung bezeichnet. Er wird in Zügen, Überlandleitungen oder
Transformatorenstationen verwendet. Fliesst Strom dieser Spannung durch unseren Körper, so kann diese
grosse Verbrennung verursachen und zu lebensbedrohlichen Organschäden führen. Da Strom stets den Weg
des geringsten Widerstandes nimmt und unser Körper in bestimmten Situationen einen geringeren Widerstand
als Luft hat, können wir selbst als Stromleiter wirken. Will man bei einem Stromunfall helfen, so hat der
Eigenschutz immer oberste Priorität! Die Stromquelle muss unbedingt ausgeschaltet sein, bevor der betroffene
berührt werden darf.
Symptome
 Haut und Weichteilverbrennungen
 Oft sieht die Person äusserlich unversehrt aus (innere Verbrennungen können vorliegen)
 Bewusstseinseinschränkungen bis zu Bewusstlosigkeit
 Herzrhythmusstörungen bis Herzkreislaufstillstand
 Begleitverletzung durch Sturz
ERSTE HILFE
 Alarmieren der Sanität 144
 Eigenschutz! Stromquelle muss von Fachpersonal (Feuerwehr, Bahn etc…) ausgeschaltet werden. Bis
dahin Sicherheitsabstand einhalten (1cm / 1000V -> 5-10 Meter) Bergung der Person grundsätzlich nur
in Anwesenheit von Fachpersonal.
 Bei Bewusstlosigkeit mit normaler Atmung: Stabile Seitenlage
 Bei Bewusstlosigkeit ohne normale Atmung: Herzdruckmassage
BLITZSCHLAG
Bei Gewittern entstehen Blitze mit bis zu 100 Millionen Volt Spannung. Dabei ist eine direkte oder indirekte
Einwirkung auf den Körper möglich.
Vorbeugende Massnahmen
 Exponierte Aufenthaltsorte (z.B. Kuppen) meiden
 >2 Meter Abstand von Felswänden
 Beine geschlossen halten, nicht auf den Boden setzen, nicht anlehnen
 Suche einen geschlossenen Raum auf (z.B. Haus, Auto)
 Im Wald bieten vor allem junge Bäume Schutz
 Halte Abstand von Seen, Bächen, Pfützen
 Lege Metallgegenstände weg
Wird eine Person vom Blitz getroffen so kann sie bewusstlos werden. Es kommt zu starken Muskelkrämpfen,
wodurch Knochenbrüche entstehen können. Auch das Rückenmark kann geschädigt werden. Am gefährlichsten
jedoch sind Herzrhythmusstörungen, die zum Tod führen können.
ERSTE HILFE siehe oben.
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DEHYDRATION
Definition
Unter Dehydration (Dehydrierung) verstehen Mediziner einen Flüssigkeitsmangel, der auftritt, wenn der Körper
vermehrt Flüssigkeit verliert, ohne ausgleichend Flüssigkeit aufzunehmen. Weitere Bezeichnungen für den
Verlust von Flüssigkeit (Austrocknen) sind Dehydrierung und Dehydratation.
Mögliche Ursachen von Dehydration sind Durchfall und Erbrechen, zu häufiges Wasserlassen,
vermehrtes Schwitzen sowie ein grosser Blutverlust. Bei fiebrigen Erkrankungen oder starker körperlicher
Anstrengung verliert der Körper besonders viel Flüssigkeit. Aber auch eine Reihe von anderen Erkrankungen,
etwa Nierenleiden, kann zu einer starken Dehydrierung führen.
Der menschliche Körper besteht zu einem Grossteil aus Wasser. Dieses ist für sämtliche Stoffwechselprozesse
wichtig. Im Wasser selbst sind verschiedene Salze (Mineralstoffe, Elektrolyte) in einer bestimmten
Konzentration gelöst. Wichtige Elektrolyte sind unter anderem Natrium, Kalium, Kalzium und Magnesium.
Nur wenn ausreichend Flüssigkeit und Salze vorhanden sind, ist der Wasserhaushalt ausgeglichen und
Körperfunktionen und Prozesse – wie etwa die Funktion des Nervensystems – können problemlos ablaufen.
Fehlen Flüssigkeit und/oder Salze, kommt es zu Beschwerden wie Durst, Schwäche, Kopfschmerzen und
weiteren Störungen. In schweren Fällen von Dehydration drohen
Herzrasen, Muskelkrämpfe und Bewusstlosigkeit – ein starker Flüssigkeitsmangel ist lebensbedrohlich.
Dehydration kann Menschen jeden Alters betreffen. Erwachsene tolerieren einen Flüssigkeitsverlust jedoch
meist besser als Säuglinge und Kleinkinder. Sie können besonders schnell – zum Beispiel infolge von Durchfall
und Erbrechen – dehydriert sein.
Mediziner unterscheiden drei Arten der Dehydration:
Isotone Dehydration: Bei der sogenannten isotonen Dehydration gehen gleichermassen Wasser und Salze (u.a.
Natrium) verloren. Ursache ist häufig zu weniges Trinken, akutes oder chronisches Nierenversagen sowie
Erbrechen oder Durchfall.
Hypertone Dehydration: Eine hypertone Dehydration entsteht, wenn dem Körper Wasser, aber keine Salze
(Elektrolyte, v.a. Natrium) fehlen. Dies kann z.B. bei Fieber und beim Verdursten der Fall sein.
Hypotone Dehydration: Eine hypotone Dehydration entsteht, wenn im Verhältnis zur Menge des vorhandenen
Wassers zu wenig Salz (Natrium) vorhanden ist. Dies geschieht, wenn der Körper zu viel Salz ausscheidet, z.B.
bei starkem Schwitzen. Diese Form der Dehydrierung spielt bei starken körperlichen Betätigungen eine
wichtige Rolle.
Ursachen
Dehydration (Flüssigkeitsmangel, Dehydrierung) kann vielfältige Ursachen haben. Häufig tritt ein
Flüssigkeitsmangel auf, wenn die betroffenen Personen zu wenig trinken. Aber auch schwere organische
Erkrankungen, zum Beispiel Erkrankungen der Nieren, können eine Dehydration hervorrufen. Weitere
Ursachen sind:
 unzureichende Aufnahme von Flüssigkeit, besonders bei grosser Hitze, schweren Belastungen
sowie häufig durch ein geringes Trinkbedürfnis bei älteren und/oder pflegebedürftigen Menschen
 Erbrechen
 Durchfall
 vermehrtes Schwitzen (z.B. Hitzeerschöpfung)
 Fieber
 Verbrennungen
 Missbrauch von Abführmitteln (Laxanzienabusus)
 grössere Blutverluste, etwa während einer Operation oder nach einem Unfall
 Diabetes mellitus
 Diabetes insipidus
 Nebennieren-Schwäche
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Diagnose
Bei Dehydration (Flüssigkeitsmangel, Dehydrierung) ist es wichtig, für die Diagnose einen Arzt aufzusuchen.
Dieser informiert sich darüber, wie lange der Zustand schon anhält. Der Arzt stellt zudem weitere Fragen, die
bei Dehydration für die Diagnose beziehungsweise für die Ursachenforschung wichtig sind, zum Beispiel:
Haben Sie häufiger einen Flüssigkeitsmangel?
Haben Sie bei grosser Hitze schwer körperlich gearbeitet?
Trinken Sie genug?
Was haben Sie getrunken und in welcher Menge?
Nehmen Sie regelmässig Medikamente ein oder machen Sie gerade eine Diät?
Hatten Sie kürzlich eine Darmerkrankung mit Erbrechen und/oder anhaltendem Durchfall?
Gibt es Vorerkrankungen wie etwa Diabetes mellitus oder Nierenerkrankungen?
Müssen Sie weniger Urin lassen (Oligurie)?
Anschliessend erfolgt eine körperliche Untersuchung, um das Ausmass und die Ursache der Dehydration
festzustellen. Der Arzt schaut nach Anzeichen der Dehydrierung wie trockenen Schleimhäuten, Augenringen
(halonierte Augen), verminderter Hautspannung, Bewusstseinstrübungen, Kopfschmerzen und Übelkeit.
Zusätzlich misst er den Blutdruck und den Puls.
Auch starker Durst ist ein Zeichen für eine Dehydrierung.
Therapie
Bei Dehydration (Flüssigkeitsmangel, Dehydrierung) ist eine rasche Therapie wichtig, um den
Flüssigkeitsmangel sowie den damit verbundenen Mangel an Salzen möglichst schnell auszugleichen. Häufig
reicht es aus, wenn Sie bei einer Dehydrierung schluckweise viel trinken. Besonders eignen sich mineralhaltige
Getränke wie Wasser, Mineralwasser, Früchte- und Kräutertees, Saftschorlen oder Bouillon.
Ist die Dehydration fortgeschritten und zeigen sich bereits deutliche Anzeichen wie Bewusstseinstrübungen,
kann eine Infusion von Flüssigkeit und Mineralstoffen (Elektrolyten) notwendig sein.
Bei einer zugrunde liegenden Erkrankung, wie etwa Diabetes mellitus, ist es erforderlich, zunächst den
Flüssigkeitsmangel zu beheben und im weiteren Verlauf die Grunderkrankung ärztlich behandeln zu lassen.
GERHINERSCHÜTTERUNG
Definition
Durch äussere Gewalteinwirkung (Schlag, Unfall etc.) kommt es vorübergehend zu einer Fehlfunktion der
Nervenzellen, was kurzfristige Störungen einiger Gehirnfunktionen zur Folge haben kann. Dabei können auch
Nervenzellen zerstört werden, was aber nicht unbedingt zu einem bleibenden Schaden führen muss
Ursache
Eine Gehirnerschütterung ist die Folge eines Schlages auf den Kopf, eines Sturzes oder eines sonstigen Unfalles,
wo der Kopf heftig beschleunigt oder gebremst wird. Man nennt die Gehirnerschütterung auch
leichtes Schädel-Hirn-Trauma.
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Symptome (Beschwerden)
 In der Regel kommt es zu einer kurzfristigen, nicht länger als einige Minuten dauernden,
Bewusstseinsstörung.
 Kopfschmerzen .
 Der Patient kann verwirrt sein und unter Gedächtnislücken leiden (Amnesie ).
 Schwindel , Übelkeit und Erbrechen
Diagnose (Untersuchung)
 Krankengeschichte (Anamnese) unter Einbezug der Symptome; Zeugen oder Begleiter sollen
ebenfalls nach dem Hergang und dem Zustand des Patienten befragt werden
 Körperliche Untersuchung (vor allem Neurostatus)
 Röntgenaufnahme des Kopfes zum Ausschluss einer Knochenverletzung am Kopf und eventuell
eine Computertomographie bei Verdacht auf Hirnschädigung oder Blutung
Therapie (Behandlung)
Allgemeine Massnahmen:
Patienten mit Gehirnerschütterung müssen während ca. 24 Stunden nach dem Ereignis beobachtet werden.
Bei Verdacht auf Gehirnerschütterung können leichte Orientierungsfragen gestellt werden (Geburtsdatum,
Wochentag, Adresse etc). Beschwerden oder Bewusstseinsveränderungen, die erst abgeklungen waren und
dann erneut auftreten, z.B. Übelkeit, Erbrechen, extrem starke Kopfschmerzen, müssen unbedingt ärztlich
abgeklärt werden.
Nach einer Gehirnerschütterung soll sich der Patient schonen (Bettruhe). Fernsehen, Computerarbeit, Kino und
Sport sollten vermieden werden.
Medikamente:
 Schmerzmittel gegen Kopfschmerzen
 Wirkstoffe gegen Übelkeit
Notfallmassnahmen (Erste Hilfe):
Bei nahezu jeder akuten Sportverletzung kann nach dem PECH-Schema vorgegangen werden. Schnelles
Handeln ist gefragt.
P = Pause - sofortiger Sportunterbruch
E = Eis - Kühlen der verletzten Stelle, sofern es sich nicht um eine offene Wunde handelt. Es muss nicht
unbedingt Eis sein, auch kalte Umschläge können helfen
C = Compression - Druckverband wirkt der Schwellung entgegen; Achtung: Nicht zu fest anlegen, damit die
Druchblutung der Extremität nicht unterbunden wird
H = Hochlagern - Bei Verletzungen, welche die Extremitäten (Arme, Beine) betreffen, wird der Rückfluss des
Blutes und der Schwellflüssigkeit durch Hochlagern erleichtert. Natürlich gilt das nicht für Menschen, die
bewusstlos sind und bei denen der Verdacht auf eine Kopf- Schulter- und Rückenverletzung besteht. Im
Zweifelsfall Eiswickel machen oder die verletzte Extremität ruhig stellen und ab zum nächsten Arzt oder Spital.
Mögliche Komplikationen
Normalerweise bleibt eine Gehirnerschütterung folgenlos. Anhaltende Kopfschmerzen,
Befindlichkeitsstörungen, vermindertes Leistungsvermögen oder depressive Verstimmung deuten auf ein
chronisch posttraumatisches Syndrom hin und müssen abgeklärt werden.
In wenigen Fällen kann das Beschwerdebild (Schwindel , Sehstörungen ,Müdigkeit ,
Lärmempfindlichkeit, Konzentrationsschwierigkeiten) über mehrere Wochen andauern.
Seite 38 von 50
FEUERTECHNIK
LERNZIELE


Jeder Prüfling kennt die Eigenarten der bekanntesten Feuerarten
Jeder Prüfling kann innert 20min jedes beliebige Feuer entfachen
THEORIE
PYRAMIDENFEUER
Das klassische Lagerfeuer wird direkt auf dem Boden errichtet und daher auch Bodenfeuer genannt. Man
säubere eine Stelle von Laub und trockenem Gras um eine Ausbreitung des Feuers zu verhindern. Ein
Steinkranz ist stets von Vorteil. Kleinholz, Reisig, ein paar kleine Stöckchen oder Heckenmaterial sammeln. Je
mehr desto besser. Bei nassem Holz empfiehlt es sich Papier und/oder etwas Kartonagen mitzubringen.
Mittelgroße Stöcke sammeln. Zwischen finger- und unteramdick. Bei Holzscheiten wird vorher etwas mit der
Axt oder einer Hacke aufgespalten.
Das Kleinzeug zu einem kompakten "Feuernest/Feuerherz" aufhäufen. Die mittelgroßen Stücke außen herum
zu einer Pyramide aufstellen. Drum herum die großen Stücke oder lange Scheite aufstellen. Ebenfalls in
Pyramidenform. Bitte genügend Luft lassen, damit das Feuernest atmen kann. Falls ein leichter Wind weht,
kann dieser hilfreich sein. In dem Fall; in der Richtung, aus der der Wind kommt, ein etwas größeres Loch lassen
und auf der anderen Seite den ein oder anderen Holzscheit oder Stock zusätzlich anlehnen. Dann hilft der Wind
beim Anfachen. Selbstverständlich bereits beim Aufbau die Windrichtung beachten damit keine Funken in
einen Wald oder ins Gebüsch fliegen.
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BLOCKFEUER
Ein großes Feuer! Dieses Feuer ist für große Partys in einer Sandgrube oder auf dem freien Feld, einer großen
Kiesbank oder Ähnlichem geeignet. Ein Hitzeherd für viele Personen. Ich würde sagen zwischen 10 und 30
Leuten. Vorsicht! Wenn der Block mal brennt , bekommt den nur die Feuerwehr oder ein Gartenschlauch mit
viel Druck aus. Generell ist dieses Feuer eher nicht für den Garten geeignet, es sei denn man hat ein echt
großes Grundstück.
Allerdings ist ein hoher Spaßfaktor aber auch ein hoher Holzverbrauch garantiert. Man benötigt hierzu ca. 40
bis 50 Kanthölzer, Rundlinge oder kleinere Baumstämme von ca. 1,20 Meter Kantenlänge. Man kann auch
80cm bis 100cm lange Rundlinge nehmen, dann wird's etwas kleiner. Je nach Dicke der Hölzer zwischen 8 und
12 Lagen aufeinander Stapeln.
Ein richtiges Blockfeuer ist es dann, wenn's ein Würfel ist. Alles andere ist ein Gitterfeuer :-)
Nun stapelt man die Hölzer entweder wie ein Blockhaus aufeinander, oder man macht Lagen wie bei einem
Gitterfeuer. Achtung, bei einem richtigen Block brennt das Teil die ganze Nacht. Eigentlich sind der Kreativität
keine Grenzen gesetzt. Man kann den Block aussenrum bauen und richtig fixieren. Danach füllt man in der
Mitte mit unförmigen Stöcken, Wurzeln und Stämmen auf... Das Ding gibt dann richtig Gas! Bitte auch hier,
unten in der Mitte, nicht das Feuernest bzw. Feuerherz vergessen. Sonst brennt der Block nicht von innen nach
außen an.
PAGODENFEUER
Ist im Grunde das gleiche. Der Unterschied ist nur die Form, die wie eine Pagode nach oben zusammenläuft.
Also quasi oben spitz ist. Wer hier richtig ambitioniert ist, oder seine Gäste beeindrucken möchte, der
kombiniert Block und Pagode und hat dann ein brennendes Blockhausfeuer. Die Bauzeit für so ein Teil beträgt
mindestens ein bis zwei Stunden. Je nachdem wie routiniert jemand ist.
Ein Blockhausfeuer würde ich für Hochzeiten oder runde Geburtstage empfehlen. Aussenherum Bierbänke
oder Baumstämme zum drauf sitzen und die Sache läuft. Noch eine Regentonne mit Gartenschlauch (die kann
man dann auch gleich als Bierkühlschrank nutzen) macht die Attraktion perfekt .
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STERNFEUER
Auch hier wird natürlich vorher der Untergrund etwas gesäubert. Alle Brennbaren Materialien werden entfernt
oder aber auch in die Mitte gescharrt. So hat man gleich ein brennbares Nest. Zunächst sollte man aber wie
beim Pyramidenfeuer beginnen. Allerdings und einiges kleiner. Ein Feuernest bauen, kleine Stöcke, Kleinholz,
Tannenzapfen etc. um das Feuernest aufschichten. Drum herum einige Stöcke oder Holzscheite zu einer kleinen
Pyramide aufstellen.
Dann werden Äste / Stämme oder Holzscheite von außen sternförmig an das Nest herangelegt, so dass die
Spitzen anbrennen. Das Nest anzünden und richtig anbrennen lassen. Das sternförmig angelegte Holz immer
schön nachschieben so dass ein Glutherd und Feuer in der Mitte entsteht. Dieses Feuer eignet sich sehr gut als
lang brennendes Lagerfeuer. Es ist sicher zu bedienen, das man nicht mit den Händen über die Glut greifen
muss um nach zu legen. Also ein Kinder- und familienfreundliches Feuer. Geringer Holzverbrauch und
außerdem super zum Kochen und um einen Topf darüber zu hängen.
BALKENFEUER (LEHNSTUHL)
Diese Feuer eignen sich zum Spießgrillen kleiner Tiere und Vögel. Ehrlich gesagt ist es kein besonders
praktikables Feuer. Das Problem ist, dass die Balken recht lang sein müssen damit die Pfosten nicht
abbrennen. Dadurch brennen die Teile aber nur in der Mitte ab... Man zieht also die Seitenteile heraus damit
man oben frische Balken nachlegen kann. Die herausgezogenen Teile werden in der Mitte verbrannt.
Man schlägt also vier angespitzte Pfosten in den Boden. Zum Beispiel von einer Birke o.ä. Dazwischen werden
drei bis vier Balken oder kleine Stämme von ca. 1,20 m Länge aufgestapelt. Diese werden mit einer Hacke oder
einem Messer angespannt. So dass die Späne in die Zwischenräume stehen. Das Ganze dann mit trockenem
Material, Reisig etc. auffüllen. Unten wieder ein kleines Feuernest einbauen und kleine Stöcke zum nachfüttern
bereithalten. Brennt lange und hat einen relativ geringen Holzverbrauch. Bei Weichholz ergibt sich ein
wärmeres Feuer. An diesem Feuer kann man gut kleine Tiere oder Fische zubereiten wenn man einen großen
flachen Stein davor legt. Von unten wird dann quasi gebacken und von oben gegrillt und geräuchert
gleichzeitig.
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GRUBENFEUER
Dieses Feuer ist für die Geheimniskrämer unter uns geeignet... aber auch ein ideales Kochfeuer für mehrere
Tage das dem Koch so einiges an Schweiß erspart. Drei Vorteile bietet ein Grubenfeuer: Es hat lange Glut ohne
nachgeschürt zu werden. Es sondert die Hitze nach oben ab ohne einem dabei die Beine zu verbrennen. Es ist
nicht sonderlich weit zu sehen. Nachteile sind: Wenig Licht, geringere Wärmestrahlung.
Zunächst mit einem Spaten, Klappspaten, Mistgabel oder meinetwegen auch mit den Fingernägeln ein Loch
graben. Dieses Loch sollte je nach Zweck ca. 40cm bis 70cm Durchmesser haben und um die 50cm tief sein.
Bitte daran denken dass Wurzeln auch unterirdisch durchglühen können. Daher ist im Wald besondere Vorsicht
geboten. Nun stellt man außen an die Lochwände Stöcke und kleine Stämme an. Die dürfen anfangs ruhig über
den Rand herausschauen. In der Mitte das bekannte Feuernest mit Kleinholz. Wenn das Nest brennt einfach
einzelne Stöcke nachfeuern. Vorsicht, nicht zu viel sonst erstickt das Feuer. Will man das Grubenfeuer für ein
Lager nutzen das mehrere Tage stehen bleiben soll kann man ein größeres Loch wählen und mit Hartholz
anheizen. Dann hat man einen prima Gluttopf.
Grubenfeuer mit Luftkanal
Das gleiche wie oben. Allerdings wird hier nach der Seite ein Luftkanal gegraben. Entweder man hat stabile
Erde, in dem Fall gräbt man einfach einen Lufttunnel oder man nimmt einen Stein und stützt das ganze etwas
ab. Der Tunnel wird in die Richtung gegraben aus der der Wind kommt.
Grubenfeuer mit Glutpfanne
Hier wird neben der Grube einfach eine Vertiefung ausgehoben. So ähnlich wie eine Pfanne. Hier kann später
zum Kochen oder zum Grillen mit einem kleinen Rost, etwas Glut hinüber geschaufelt werden.
REFLEKTORFEUER
Dieses Feuer ist eine besondere Art. Hiermit kann man nasse Stämme trocknen und viel Wärme erzeugen, aber
auch ein Feuer bauen das sich in der Theorie selbst nachschürt. Dieses Feuer ist im Winter besonders zu
empfehlen.
Zwei Stöcke bzw. Stämme werden schräg in die Erde geschlagen. Daran schlichtet man runde Balken oder
Stämme auf. Auch Kantholz ist möglich, dann klappt das Nachrutschen jedoch nicht. Der Trockeneffekt tritt
trotzdem auf. Auch reflektiert das Holz die Wärme. Darunter wird in der Mitte ein klassisches Pyramidenfeuer
entzündet.
Hat man nun noch eine Felswand oder ein Lager im Rücken ist dieses Feuer ein idealer Wärmespender.
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BIBELKENNTNISSE
LERNZIELE

Biographien der wichtigsten Figuren der Bibel erläutern können (Abraham, Josef, Moses, Ruth, David,
Ester, Jesaja, Elija, Jesus, Paulus)
THEORIE
ABRAHAM (1. MOSE 11,27 – 25,10)
Abraham heisst ursprünglich Abram.
Als sein Vater Terach stirbt, fordert Gott Abram auf, in ein anderes Land zu ziehen. Er zieht mit seiner Frau
Sarai und seinem Neffen Lot nach Kanaan. Später ziehen sie wegen einer Hungersnot nach Ägypten, wo Abram
Sarai als seine Schwester ausgibt. Der Pharao nimmt Sarai zu sich, erfährt aber später von der Lüge. Da lässt er
Abrams Sippe gehen. Zwischen den Hirten von Abram und Lot gibt es Streit, also trennen sie sich. Nun
verspricht Gott Abram zahlreiche Nachkommen und Landesbesitz in Kanaan.
Abram befreit Lot, der in einem Krieg Sodoms gefangengenommen wurde. Und immer wieder bekräftigt Gott
sein Versprechen (zahlreichen Nachkommen und Land). Aber Sarai bekommt keine Kinder. Da zeugt Abram mit
der Sklavin Hagar einen Sohn, Ismael. Während der Schwangerschaft flieht Hagar wegen einem Streit mit Sarai
in die Wüste. Dort fordert ein Engel sie auf, zurückzukehren; was sie dann
auch tut. Bald darauf kommt Ismael kommt zur Welt.
Gott gibt Abram den neuen Namen Abraham und Sarai den Namen Sara. Gott
verspricht, dass Sara in einem Jahr ein Sohn zur Welt bringen wir, von
welchem Völker und Könige abstammen werden. Das bekräftig Gott, indem er
drei Männer bei Abraham vorbeschickt, die ihm nochmals einen Sohn von
Sara versprechen. Sara lacht nur.
Unterdessen geht es in Sodom und Gomorra Böse zu und her. Abraham bittet
Gott, die Stadt zu verschonen, wenn es dort fünfzig gerechte Menschen gibt.
Gott willigt ein. Abraham handelt die Zahl bis auf zehn gerechte Menschen
herunter. Trotzdem wird Sodom und Gomorra zerstört, denn Lot und seine Familie waren die einzigen
gottesfürchtigen Menschen. Lot kann dann auch fliehen, aber seine Frau erstarrt zu einer Salzsäule, weil sie
sich gegen das Gebot umgesehen hat.
Sara wird tatsächlich schwanger und bringt Isaak zur Welt, als Abraham 100 Jahre alt ist. Abraham schickt
Hagar und Ismael fort. Gott befiehlt Abraham, Isaak zu opfern. Er gehorcht Gott, doch im letzten Augenblick
schickt Gott einen Widder, damit Abraham diesen an Stelle seines Sohnes opfert.
Abraham stirbt im Alter von 175 Jahren.
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JOSEF (1. MOSE 37 – 50)
Josef ist ein Sohn von Jakob und Rahel und hat zehn ältere
Halbbrüder sowie einen kleineren Bruder, Benjamin. Josef ist
Jakobs Lieblingssohn, deshalb schenkt Jakob ihm ein farbiges
Kleid. Seine Brüder ärgern sich darüber. Dieser Ärger verstärkt
sich, als Josef ihnen von seinen zwei Träumen erzählt, in
denen sich die Familie vor ihm verneigt.
Eines Tages werfen die Brüder Josef in eine Zisterne, um ihn
später zu töten. Doch dann verkaufen sie ihn an
Sklavenhändler von Ägypten. In Ägypten wird Josef an den
Potifar, einen mächtigen Mann des Pharaos, verkauft.
Josefs Brüder tauchen Josefs Mantel in Lammblut und bringen ihn ihrem Vater. Der glaubt, sein Sohn sei tot.
In Ägypten, im Haus Potifars, macht Josef seine Arbeit gut, sodass er Potifars höchster Diener wird. Potifars
Frau verliebt sich in Josef und bedrängt ihn, doch Josef bleibt Gott treu. Aus Rache klagt sie ihn an, dass er sie
bedrängt habe. Darauf kommt Josef ins Gefängnis. Dort gewährt ihm der Gefängniswärter grosse Freiheiten.
Auch der Mundschenk und der Bäcker des Pharaos werden ins Gefängnis geworfen. Sie haben beide einen
Traum. Josef kann ihre Träume deuten und sie erfüllen sich. Der Bäcker muss sterben, der Mundschenk geht
zurück zum Pharao. Josef bittet den Mundschenk, beim Pharao ein gutes Wort für ihn einzulegen. Doch der
Mundschenk vergisst es. Zwei Jahre später hat der Pharao zwei Träume. Da erinnert sich der Mundschenk,
dass Josef Träume deuten kann. Und so lässt man Josef holen. Er kann dem Pharao seine Träume erklären: Es
werden sieben fruchtbare Jahre kommen und dann sieben Jahre mit Dürre. Auch ratet Josef dem Pharao, dass
er einen Mann anstellen soll, der in den ersten sieben Jahren die Ernte aufbewahrt. Der Pharao ernennt Josef
dann zu diesem Verwalter und auch zu seinem Stellvertreter. Josef wird verheiratet und zeugt zwei Söhne,
Manasse und Ephraim. In den sieben ertragreichen Jahren sammelt Josef alle Vorräte. In den Jahren der Dürre
und der Hungersnot verkauft er das gesammelte Korn.
Auch Josefs Brüder leiden an einer Hungersnot. Sie kommen nach Ägypten, um Getreide zukaufen. Josef gibt
sich ihnen nicht zu erkennen. Er sperrt sein Bruder Simeon ein, solange bis die anderen Brüder Benjamin zu
ihm bringen. So schickt Josef die anderen Brüder mit vollen Säcken wieder nach Hause. Später kommen dann
die Brüder mit Benjamin zusammen wieder. Josef lässt Simeon frei und isst mit seinen Brüdern zusammen.
Dann gibt er ihnen Getreide und schickte sie wieder heim. Da beschuldigt Josefs Verwalter die Brüder, dass sie
seinen Herrn bestohlen haben, denn in Benjamins Sack war ein silberner Becher. Josef droht, Benjamin ins
Gefängnis zu werfen. Die Brüder setzten sich aber für Benjamin ein. Da merkt Josef, dass sich seine Brüder
verändert haben. Er gibt sich ihnen zu erkennen und lässt seinen Vater, Jakob, nach Ägypten kommen. In
Ägypten segnet Jakob Josefs Söhne und bald darauf stirbt er.
Josef stirbt mit 110 Jahren.
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MOSES (2. – 5. MOSE)
Die Israeliten sind in Ägypten und werden vom Pharao unterdrückt. Das Volk
Israel vermehrt sich und der Pharao bekommt Angst, dass sie ihm Widerstand
leisten würden. Deshalb befiehlt er, alle neugeborenen Jungen der Israeliten zu
töten. Zu dieser Zeit kommt Mose zu Welt, ein Kind aus dem Stamm Levi. Seine
Eltern sind Amram und Jochebed. Zunächst wird Mose zu Hause versteckt, doch
irgendwann ist das nicht mehr möglich. Seine Mutter setzt ihn am Nilufer in
einem Schilfkörbchen aus. Dort findet es die Tochter des Pharaos und sie rettet
das Kind. Mirjam, die Schwester von Mose, hat sich währenddessen in der Nähe
des Ufers aufgehalten, um alles zu beobachten. Nun geht sie zur Tochter des
Pharaos und sagt, sie kenne eine Frau, die das gefundene Kind stillen könnte. Und so kam Mose nochmals
zurück zu seiner Mutter. Als er älter wird, kommt er an den Hof des Pharaos.
Eines Tages tötet der erwachsene Mose einen ägyptischen Aufseher, der einen Israeliten geschlagen hat.
Darauf flieht Mose in die Wüste nach Midian. Dort heiratet er Zippora, die Tochter von Reguel (auch Jitro
genannt). Hier kann er die Schafe von Reguel hüten. Da offenbart sich Gott ihm in einem brennenden
Dornbusch. Gott fordert ihn auf, das Volk Israel aus Ägypten zu befreien. Mose zögert, denn er ist kein
Redetalent. Deshalb stellt ihm Gott seinen Bruder Aaron zur Seite. Daraufhin kehrt Mose nach Ägypten zurück
und bittet dort den Pharao, das Volk Israel ziehen zu lassen. Doch der Pharao bleibt hart. Auch die ersten neun
Plagen bringen ihn nicht dazu, das Volk gehen zu lassen. Erst die zehnte Plage, die Tötung aller Erstgeborenen
der Ägypter, führt dazu, dass der Pharao sie entlässt.
Die Israeliten ziehen aus Ägypten aus. Da ändert der Pharao seine Meinung und verfolgt sie. Am Meer
erreichen die Verfolger die Israeliten. Mose bittet Gott, ihnen zu helfen, und er hilft. Mit einem Schlag auf das
Meer teilt sich das Wasser und die Israeliten können unter Moses Führung weiterziehen. Die Ägypter
vertrinken im Wasser, das den Durchgang hinter den Israeliten wieder verschlossen hat.
Unter den Israeliten kommt es zu Konflikten, da es zu wenig Essen und Trinken hat. Nachdem Mose Gott um
Hilfe gebeten hat, kommen Manna und Wachteln vom Himmel. Eine weitere Herausforderung sind die
Amalekiter. Doch Josua und Mose besiegen sie.
Schliesslich erreicht das Volk den Berg Sinai. Oben auf dem Berg bekommt Mose von Gott die Tafeln mit den
10 Geboten. Unterdessen wartet das Volk unten auf Mose. Aus Ungeduld bauen sie sich ein goldenes Kalb, das
sie anbeten können. Als Mose vom Berg hinabsteigt und den Lärm von der um das Kalb tanzenden Menge hört,
zerschlägt er die Steintafeln. Schliesslich muss Mose die Gesetzestafeln selber nochmals schreiben.
Vierzig Jahre lang ziehen die Israeliten in der Wüste herum. Endlich gelangen sie an die Grenze des
verheissenen Landes. Am Jordan hält Mose seine Abschiedsrede und stirbt.
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RUTH (BUCH RUT)
Elimelech und Noomi ziehen mit ihren beiden Söhnen wegen einer
Hungersnot nach Moab. Bald darauf stirbt Elimelech. Die Söhne
heiraten zwei moabitische Frauen, Rut und Orpa, bleiben aber
kinderlos. Nachdem auch die Söhne gestorben sind, bleiben Noomi
und ihre zwei verwitweten Schwiegertöchter allein zurück. Orpa
bleibt in Moab, doch Rut begleitet Noomi, die nach Israel zieht. Dort
arbeitet Rut bei Boas, einem Verwandten von Noomi. Bei ihm kann
sie die bei der Ernte übriggebliebenen Ähren zusammenlesen.
Noomi möchte, dass Rut wieder einen Mann bekommt. Also gibt sie
Rut den Rat, sich nachts zu Boas zu legen. Als sie das dann macht, verspricht Boas ihr, sie zu heiraten.
Eigentlich gibt es noch einen anderen Verwandten, der die Pflicht hat, Rut zu heiraten. Doch da dieser ablehnt,
kann Boas Rut zur Frau nehmen.
Rut bekommt einen Sohn, Obed. Das ist der Grossvater Davids. Also ist Rut die Urgrossmutter David und somit
auch mit Jesus verwandt.
ESTER (BUCH ESTER)
Der persische König Ahasveros ist beleidigt, weil seine Frau, Königin Waschti, seinem Befehl nicht gehorcht
hat. Er verweist sie vom Königshof. Nun werden junge Mädchen gesucht, von denen eine neue Königin
ausgesucht werden soll. Auch das Waisenkind Ester wird als mögliche Königin in den Palast gebracht. Sie wird
schliesslich vom König zur neuen Königin ausgewählt. Sie verheimlicht aber ihre jüdische Abstammung, wie es
ihr Cousin Mordechai, der am Königshof einen Posten hat, befohlen hat.
Haman ist der höchste Regierungsbeamte und alle müssen sich beim Vorbeigehen vor ihm verneigen. Doch
Mordechai weigert sich, was Haman wütend macht. Haman weiss, dass Mordechai Jude ist. Das nützt er aus
und überzeugt den König, das jüdische Volk zu vernichten. Der König besiegelt, dass ab einem bestimmten
Datum (13. Tag des 12. Monats) die Juden vernichtet werden dürfen.
Mordechai sieht die einzige Lösung in Ester. Er fordert sie auf, sich für das jüdische Volk beim König
einzusetzen. Ester fasst sich ein Herz und geht unangemeldet zum König, obwohl das mit dem Tod bestraft
werden kann. Der König ist gnädig und hört sich Esters Geschichte an. Er erkennt die bösen Hintergedanken
und Absichten von Haman und lässt ihn am Galgen aufhängen.
Doch weil der König den Erlass, die Juden zu töten, besiegelt hat, kann er ihn nicht einfach wieder aufheben.
Deshalb erlässt Ester die Anordnung, dass sich die Juden wehren, für ihr Leben kämpfen und ihre Feinde töten
dürfen. So töten die Juden ihre Feinde und niemand wagt es mehr, sich den Juden entgegenzustellen.
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DAVID (1. SAMUEL 16 – 1. KÖNIGE 2,10)
David ist der jüngste Sohn von Isai und hütet die Schafe
seines Vaters. Schon als Knabe wird er von Samuel zum
König gesalbt. Der momentan herrschende König, Saul,
wird oft von einem bösen Geist geplagt. Er lässt David
holen, damit er ihm durch sein Spiel auf der Harfe
aufmuntern kann.
Kurz danach kommt die Geschichte mit Goliath. Der
Hirtenjunge David hat sich vom Riesen Goliath
herausfordern lassen. Ohne Rüstung, nur mit einer Steinschleuder ausgestattet, hat David den Philister
getötet.
Am Königshof wird Saul eifersüchtig auf David, da David als grösserer Held angeschaut wird als der König. So
versucht Saul mehrmals, David zu töten, was ihm aber nicht gelingt. Da gibt er David seine Tochter Michal zur
Frau. Michal warnt David vor weiteren Mordabsichten ihres Vaters und verhilft ihm zur Flucht. Auch Sauls Sohn
Jonatan, Davids engster Freund, unterstützt ihn.
Auf seiner Flucht wird David von Saul und seinen Soldaten gejagt. Einmal geht Saul genau in die Höhle, in der
sich David und seine Leute versteckt halten. Während Saul seine Notdurft verrichtet, schneidet David einen
Zipfel seines Gewandes ab, statt ihn zu töten, wie seine Leute es gefordert haben. Vor der Höhle zeigt er dann
Saul den Zipfel. Tief berührt von Davids Loyalität verspricht Saul, ihm nie mehr etwas Böses zu tun und er lässt
ihn ziehen.
In einem Kampf gegen die Philister sterben Saul und sein Sohn Jonatan. Nun wird David König über Israel und
er erobert Jerusalem. Bald darauf bringt er die Bundeslade nach Jerusalem und führt meist erfolgreiche Kriege
gegen Nachbarsvölker.
Während alle Männer in einem Krieg gegen die Ammoniter sind, schläft David mit Bathseba, der Frau von Urija,
der im Krieg ist. Kurz darauf erfährt David, dass Bathseba schwanger ist. Da will er Urija möglichst schnell
loshaben. Er ordnete an, Urija im Krieg an die vorderste Front zu stellen, damit er stirbt. Davids Plan geht auf
und er heiratet Bathseba. Zur Strafe stirbt aber das Kind von Bathseba.
Später bekommt Bathseba erneut ein Kind, Salomo.
Ein anderer Sohn von David ist Abschalom. Dieser versucht, sein Vater zu stürzen, was ihm aber nur fast
gelungen ist.
Kurz vor seinem Tod bestimmt David Salomo zu seinem Nachfolger und salbt ihn zum König.
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JESAJA (BUCH JESAJA)
Jesaja kommt aus einer vornehmen Familie, ist verheiratet und hat Kinder. Er
wird zum Propheten berufen mit dem Auftrag, dem Volk seinen Unglauben
aufzuzeigen und ihnen gleichzeitig vom kommenden Heil und Frieden zu
erzählen. Diese Heilsankündigung hat man später als einen Hinweis auf Jesus
gedeutet.
Das jüdische Volk und besonders die Könige hören oft nicht auf Jesaja und
vertrauen Gott nicht. So gerät Jesaja auch häufig in Konflikte mit den Königen von
Juda.
Einmal, als sich Syrien und das Nordreich Israel gegen Juda verbünden, prophezeit Jesaja, dass diese Gegner
verlieren werden. Gleichzeitig prophezeit er aber auch das schnelle Vordringen der Assyrer. Dies passiert auch,
doch Juda bleibt verschont.
Obwohl Gott immer wieder geholfen hat, kann das Volk Gott nicht wirklich vertrauen.
Schliesslich wird Jesaja vom König Manasse getötet.
ELIJA (1. KÖNIGE 16,29 – 2. KÖNIGE 2,12)
Elija ist ein Prophet und er lebt zu einer Zeit, wo sich das jüdische Volk von Gott abgewendet hat und fremde
Götter anbetet. Auch König Ahab beginnt, die Götzen seiner Frau Isebel zu verehren. Da geht der Prophet Elija
zum König und kündigt ihm eine jahrelange regenlose Dürrezeit an. Tatsächlich gibt es eine schlimme Dürre
und alles trocknet aus. Die Bäche haben kein Wasser mehr, Menschen und Tier verdursten, die Pflanzen
verdorren. All das lässt Gott zu, damit sich das Volk Israel ändert und seinen Ungehorsam gegenüber Gott
erkennt. Elija geht zum Bach Kerit, wo es noch ein wenig Wasser hat. Immer wieder kommen Raben, die ihm
Brot und Fleisch bringen. Doch irgendwann trocknet auch der Bach aus. Da sendet Gott Elija fort in ein anderes
Dorf. Dort trifft er eine arme Witwe, die am Holz sammeln ist, um Brot zu backen. Sie ist so freundlich, dass sie
mit dem letzten Mehl und Öl, das sie noch hat, einen Brotfladen für Elija macht. Gott belohnt ihre
Gastfreundschaft, indem ihr Ölkrug und Mehlkrug nie leer wird. Elija bleibt ein wenig bei dieser Frau. Als der
Sohn dieser Frau stirbt, kann Elija ihn durch Gottes Kraft wieder zum Leben erwecken.
Dann sagt Gott zu Elija, er soll zum König Ahab zurückgehen und
ihm ankünden, dass die Dürre bald vorbei sei. Elija gehorcht Gott
und fordert Ahab auf, dass sich das Volk Israel und auch die
vielen Propheten Isebels auf dem Berg Karmel versammeln
sollen. Dort will er den Leuten zeigen, wer der wahre Gott ist. Er
befiehlt, zwei Opferstiere auf zwei Holzhaufen zu legen. Dann
soll jede Partei, die Baalspropheten und Elija, ihren Gott um
Feuer für das Brandopfer bitten. Der Gott, der Feuer schicken
wird, ist der wahre Gott. Und so beginnen die Baalspropheten
ihren Gott anzurufen – vergeblich. Dann kommt Elia an die Reihe. Bevor er Gott um Feuer bittet, leert er noch
eine Menge Wasser über das Opfer. Sobald er seinen Gott anruft, fällt Feuer vom Himmel und verbrennt den
Opferstier. Da erkennt das Volk, wer der wahre Gott ist und Elija lässt die falschen Propheten töten. Ahab steigt
auf den Gipfel des Karmels und beginnt zu beten. Und bald darauf beginnt es heftig zu regnen.
Als Isebel von all dem hört, wird sie zornig wird und schwört Rache. Elija bekommt Angst und flieht. Er wandert
40 Tage und 40 Nächte zum Berg Horeb, wo Gott ihm befiehlt, sich auf den Berg ihn eine Höhle zu stellen.
Dann schickt Gott nacheinander einen Sturm, ein Erdbeben und ein Feuer, doch Gott ist nicht darin. Erst im
sanften Windhauch erscheint Gott. Da kommt Elija aus seiner Höhle und Gott ermutigt ihn. Elija geht zurück
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und macht Elisa zu seinem Nachfolger als Prophet, indem er ihm, als er am Pflügen ist, seinen Mantel
überwirft. Nun ziehen die beiden zusammen umher, bis plötzlich ein Feuerwagen zwischen ihnen erscheint.
Mit dem wird Elia im Wirbelwind Richtung Himmel hinaufgenommen und Elisa bleibt allein zurück.
JESUS (VIER EVANGELIEN)
An Weihnachten feiern wir die Geburt von Jesus. Jesus wird in Bethlehem von Maria geboren. Bald darauf
muss die Familie nach Ägypten fliehen, weil Herodes den neugeborenen Jesus töten will. Ein paar Jahre später,
als Herodes tot ist, kehren sie nach Israel zurück. Als Jesus zwölfjährig ist, reist er mit seinen Eltern für das
Passahfest (grosses, religiöses Fest) nach Jerusalem und geht dort in den Tempel, um mit den Gesetzeslehrern
zu diskutieren. Seine Eltern suchen Jesus deshalb drei Tage lang. Dann gehen sie wieder zurück nach Nazareth,
wo Jesus willig seinen Eltern gehorcht und bei seinem „Vater“ Josef (Marias Mann) als Zimmermann arbeitet.
Als er älter wird, lässt er sich von Johannes dem Täufer taufen. Mit etwa dreissig Jahren beginnt er zu wirken.
Das heisst, die ersten Leute folgen ihm nach und werden zu seinen Jünger. Der bekannteste davon ist wohl
Simon Petrus. Nun heilt Jesus viele Blinde, Gelähmte, Aussätzige… und geht zu Menschen, die von den anderen
verachtet werden. Auch predigt er immer wieder. Dazu gehört die bekannte Bergpredigt. Um den Leuten
Sachen über Gott zu erklären, erzählt Jesus oft Gleichnisse, wie das vom verlorenen Sohn oder vom
barmherzigen Samariter. Zwischendurch versucht er den Jüngern seinen Tod anzukündigen, doch die Jünger
begreifen es nicht. Nach einem gemeinsamen Abendessen mit seinen Jüngern, wird er dann im Garten
Getsemani gefangen genommen. Er kommt vor Pontius Pilatus, wird verurteilt und schliesslich gekreuzigt. Er
stirbt und wird in ein Grab gelegt. Am dritten Tag nach seinem Tod merken Frauen, dass sein Grab leer ist und
gleich darauf begegnet der auferstandene Jesus seinen Jüngern. Bald darauf wird er von Gott in den Himmel
aufgenommen.
Mit seinem Tod am Kreuz hat Jesus all unsere Sünden auf sich genommen und ist für uns gestorben. Deshalb
dürfen wir Gott immer um Vergebung bitten und schliesslich ewig im Himmel leben.
Alter von
Jesus
0
Jahr
Ereignis
6 – 4 vor
unserer
Zeitrechnung
Jesus wird in Bethlehem geboren. (Lukas 2, 1 - 7)
Acht Tage später wird er beschnitten. (Lukas 2, 21)
1 Monat
Die Familie von Jesus flieht nach Ägypten. (Matthäus 2, 13-15)
1-3 Jahre
6
Die Familie kehrt zurück nach Israel. (Matthäus 2, 19-23)
Jesus wird wahrscheinlich in der Synagoge eingeschult. (Hierfür gibt es keinen
direkten Beleg. Das war damals aber üblich.)
Jesus reist mit seinen Eltern nach Jerusalem, um am Passahfest
teilzunehmen, einem jährlich stattfindenden, großen religiösen Fest. (Lukas 2,
41-52)
Jesus wird im Betrieb seines Vaters zum Zimmermann ausgebildet. (Hinweis
in Markus 6, 3)
Jesus tritt in die Öffentlichkeit. (Lukas 3, 23)
Jesus reist mit seinen Freunden wieder zum Passahfest nach Jerusalem.
(Matthäus 21; Johannes 12, 12 – 19)
Jesus hält das letzte gemeinsame Abendessen mit seinen Freunden. (Lukas
22) Danach wird er gefangengenommen. (Johannes 18; Lukas 22)
Jesus wird verurteilt und gekreuzigt. Am gleichen Tag stirbt er und wird in ein
Felsengrab gelegt. (Lukas 22, 63 – 23, 56)
Mehrere Frauen finden das leere Grab. Jesus begegnet gleich darauf seinen
Freunden. (Lukas 24)
12
14 – 29
30
~ 33
~ 33
~ 33
~ 33
~ 33
28 unserer
Zeitrechnung
Donnerstag vor
dem Passahfest
Freitag vor dem
Passahfest
Sonntag nach
dem Passahfest
und danach
Die Wochen
danach
Jesus begegnet über 500 Menschen (1. Korinther 15, 5-6) und wird bald
darauf in den Himmel aufgenommen. (Lukas 24)
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PAULUS (APOSTELGESCHICHTE)
Saulus (so hat Paulus zuerst geheissen) ist ein griechischer Jude und Pharisäer, also er studiert das Alte
Testament. Nebenbei lernt er auch das Handwerk des Zeltmachers. Einst hat er die Anhänger von Jesus, die
Christen, verfolgt. Doch dann auf dem Weg nach Damaskus erblindet Saulus und hört Jesus Stimme. Da
bekehrt er sich und lässt sich in Damaskus taufen, nachdem er wieder sehen kann. Nun fühlt er sich von Gott
berufen, den Menschen die gute Nachricht vom ewigen Leben zu verkünden. Jetzt heisst er nicht mehr Saulus,
sondern Paulus, weil dieser Name für Aussenstehende verständlicher ist. Er reist an verschiedene Orte ums
Mittelmeer herum, erzählt den Leuten von Jesus und gründet einige christliche Gemeinden. Seine Reisen
lassen sich in drei Missionsreisen einteilen. In der ersten geht er mit Barnabas nach Zypern und in weitere
Städte. Dabei wird er immer wieder verfolgt. In der zweiten Reise besucht er die Gemeinden, die er auf der
ersten Reise gegründet hat. Dann geht er nach Griechenland, Korinth und Antiochien. Auch da stösst er immer
wieder auf Ablehnung und Verfolgung. Die dritte Missionsreise besteht aus einem Aufenthalt in Ephesus, einer
Rundreise durch Griechenland und einer Reise nach Jerusalem. Immer wieder schreibt Paulus Briefen an die
gegründeten Gemeinden, um mit ihnen in Kontakt zu bleiben. Mehrmals kommt er auch ins Gefängnis und
auch dort schreibt er ermutigende Briefe. Schliesslich wird er gefangen nach Rom gebracht. Von Paulus Ende
steht nichts in der Bibel, vermutlich wird er in Rom wegen der Christenverfolgung unter Kaiser Nero getötet.
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