Zunehmender Kathetergebrauch über zwei Jahre bei chronisch

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ZUNEHMENDER KATHETERGEBRAUCH ÜBER ZWEI JAHRE BEI
CHRONISCH AMBULANTEN DIALYSEPATIENTEN
G von Gersdorff1, M Hollenbeck 2, B Krumme 3*, M Schaller1 und C Barth4
Klinik für Innere Medizin II – Nephrologie, Rheumatologie, Diabetologie und Allgemeine Innere Medizin,
Uniklinik Köln
2 Klinik für Nephrologie, Rheumatologie und Intensivmedizin, Knappschaftskrankenhaus Bottrop und KfH
Nierenzentrum Bottrop
3 Deutsche Klinik für Diagnostik, Wiesbaden und KfH Nierenzentrum Wiesbaden*
4 KfH Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation e.V., Neu-Isenburg
1
Hintergrund:
Methoden :
Vorhof-Dauerkatheter als Gefäßzugang bei der Hämodialyse sind im
Vergleich mit nativen AV-Fisteln bzw. AV-Prothesen mit erhöhter Morbidität
und Mortalität assoziiert. In den DOPPS Phasen 1996 – 2010 aus
Deutschland war eine Zunahme des Katheteranteils zu erkennen (Abb. 1).
Design: retrospektive Kohortenstudie aus der QiN Datenbank des KfH
Rahmen: ca. 200 ambulante Nierenzentren in Deutschland mit
prospektiver elektronischer Aktenführung
Patienten: Patienten (Pt) in den Quartalen Q1-2011 – Q4-2012, die seit
mindestens 90 Tagen mit der Hämodialyse behandelt werden
Definitionen/ Messungen:
• „Katheter“ wurden gewertet auch wenn gleichzeitig andere
Gefäßzugänge dokumentiert waren
• Der Anteil Pt mit Katheter wurde bezogen auf alle Pt mit dokumentiertem
Zugang pro Quartal berechnet.
Ziel:
Analyse und Beschreibung des Kathetergebrauchs bei ambulanten
Hämodialysepatienten im Verlauf der letzten zwei Jahre
Ergebnisse :
A)
Shunt
13548 Patienten (Pt) erfüllten die Einschlusskriterien (Tabelle 1),
der Dialysezugang war bei 92,3% aller Pt dokumentiert.
Prothese
Katheter
22,2%
Tabelle 1: Patientencharakteristika
Anzahl insgesamt
Alter [J] (IQR)
Patienten < 55 J [%]
Patienten 56 - 75 J [%]
Patienten > 75 J [%]
Anteil Frauen [%]
Patienten mit Diabetes [%]
Patienten mit KHK [%]
Patienten mit pAVK [%]
B)
7,5%
13548
68 (59 – 79)
19,3
43,4
37,3
39,6
39,2
38,4
27,9
Insgesamt lag der Anteil Katheter Ende 2012 bei 22,2% aller Pt. Bei
Frauen war er fast doppelt so hoch wie bei Männern (29,1 vs 17,7%) und
bei Pt >75 J mit 31,3% etwa doppelt so hoch wie bei Pt < 55 J (12,7%).
70,3%
Q4-2012
Abb 1: Verteilung der Zugangsarten bei Hämodialyse: A) DOPPS Jahresbericht Deutschland 2010.
B) eigenes Kollektiv Q4-2012
Im Verlauf der letzten zwei Jahre zeigte sich eine Zunahme von Kathetern
von ca. 2% pro Jahr. Abhängig von Alter und Geschlecht stieg die
Katheterrate um 4,6% bei Pt >75J bzw. um 3,1% bei Pat. <55 J. Bei
Frauen nahm sie um 4,7% zu bzw. um 3,1% bei Männern. Gleichzeitig
änderte sich die Alters- und Geschlechtszusammensetzung der Kohorte
kaum (Abb 2a, b).
Die Zuwachsrate war bei Frauen in allen Altersgruppen steiler als bei
Männern, aber zwischen den Altersgruppen sehr ähnlich. Bei Männern
dagegen war der Anstieg vor allem getragen von älteren Pt (+1,8% bei
Männern <55 J vs. + 4,3% bei > 75-jährigen; Abb. 3).
Abb 2a: Entwicklung der Katheter nach Altersgruppen
Abb 3: Entwicklung der Katheter nach Alter und Geschlecht
Abb 2b: Entwicklung der Katheter nach Geschlecht
Schlussfolgerung:
Der in DOPPS beschriebene Trend zu höheren Katheterraten zeigt sich auch in dieser Kohorte. Dabei lässt sich der beobachtete Gesamttrend nicht nur
durch einen zunehmenden Anteil von Frauen oder älteren Pt erklären: während bei Männern vor allem ältere vermehrt mit einem Katheter dialysiert
wurden, zeigte sich dieser Trend bei Frauen in allen Altersgruppen. Die Ursachen hierfür sind bisher unklar, haben aber angesichts des hohen Morbiditätsund Mortalitätsrisikos bei Katheterpatienten eine hohe Bedeutung. Ebenso muss analysiert werden, ob der Verlauf durch eine Begrenzung der
Katheterraten, wie sie im Rahmen der Qualitätssicherung diskutiert wird, beeinflusst werden kann. Allen Mitarbeitern in den KfH-Nierenzentren gebührt
großer Dank für das Zustandekommen dieser Daten.
* Wir widmen dieses Poster in besonderem Maße unserem lieben Kollegen Bernd Krumme. Er hat sich für dieses Projekt mit der gleichen Hingabe
eingesetzt, die auch seine sonstige klinische und wissenschaftliche Arbeit auszeichnete.
Korrespondenzadresse: [email protected] oder c/o QiN-Gruppe, Gleueler Str. 176-178, D-50935 Köln
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