Dornschwanzagame

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Dornschwanzagame | Tierlexikon für Kinder - Archiv | SWR Kindernetz OLI's Wilde Welt
Dornschwanzagame
Urom astyx
Mit ihrem dicken, dicht mit Stacheln besetzten Schwanz sehen die
harmlosen Dornschwanzagame wie gefährliche Urzeit-Echsen aus.
Aussehen
Dornschwanzagame gehören zu den Kriechtieren.
Sie sehen den südamerikanischen Leguanen nicht nur ähnlich, sondern
bewohnen in Afrika, Asien und Australien auch ähnliche Lebensräume wie
sie.
Dornschwanzagame erinnern an urzeitliche Reptilien:
Der flache Körper wirkt ziemlich plump, sie
haben einen großen Kopf, einen langen Schwanz und lange Beine.
Der Körper ist mit kleinen Schuppen besetzt.
Vom Kopf bis zur Schwanzspitze können sie bis zu 40 Zentimeter lang
werden. In Gefangenschaft gehaltene Tiere können sogar 60 bis 70
Zentimeter lang werden.
In ihrem Schwanz, der etwa ein Drittel ihrer Körperlänge ausmacht, können
die Tiere Wasser speichern. Außerdem ist er rundherum mit Stacheln
besetzt und dient als Waffe.
Die Färbung der Dornschwanzagame kann sehr verschieden sein: Beim
Nordafrikanischen Dornschwanz ist sie zum Beispiel schwärzlich mit
gelben, orangeroten und roten Flecken und Bändern, oder braun bis
olivgrün bei der Ägyptischen Dornschwanzagame.
Die Indische Dornschwanzagame ist khakifarben bis sandgelb und hat kleine dunkle Schuppen.
Dornschwanzagame können ihre Hautfarbe aber verändern, so sind sie
zum Beispiel frühmorgens dunkler, um mehr Sonnenwärme
aufzunehmen.
Steigt die Körpertemperatur, breiten sich die hellen Farbzellen der Haut
aus, so dass sie weniger Wärme aufnehmen.
Heimat
Dornschwanzagame leben vor allem in den trockenen Gebieten Nordafrikas und Asiens von Marokko
bis nach Afghanistan und Indien.
Lebensraum
Dornschwanzagame fühlen sich nur in sehr heißen, trockenen Gebieten wohl. Deshalb findet man sie
vor allem in der Steppe und in Wüsten, wo die Sonneneinstrahlung sehr hoch ist.
Rassen und Arten
Es gibt 16 verschiedene Arten der Dornschwanzagame.
Bekannt sind neben der Nordafrikanischen Dornschwanzagame
(Uromastix acanthinura), die Ägyptische Dornschwanzagame (Uromastix
aegyptia), die Jemen-Dornschwanzagame (Uromastix benti) oder die
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Geschmückte Dornschwanzagame (Uromastix ocellata).
Lebenserwartung
Dornschwanzagame werden recht alt: Je nach Art können sie zehn bis 20, manchmal sogar 33 Jahre
lang leben.
Alltag
Dornschwänze sind tagaktive Tiere und leben auf dem Boden. Sie graben
gerne Höhlen und Gänge, von denen sie sich nur selten weit entfernen.
Auch ihr Futter suchen sie meist in der Nähe ihrer Wohnhöhlen; wenn sie
sich einmal zu weit von ihrer schützenden Höhle entfernt haben, werden
sie nervös und unruhig.
Sobald Gefahr droht, sind sie blitzschnell in ihrer Höhle verschwunden.
Dabei haben sie eine besondere Technik, um sich zu schützen: Sie blasen ihren Körper so stark mit
Luft auf, dass sie sich richtig in ihrer Höhle verkeilen und verschließen den Eingang mit dem Schwanz.
Gegen Feinde setzen sie sich auch mit ihrem Schwanz zur Wehr, indem sie heftig peitschend mit ihm
zuschlagen.
Dornschwanzagame müssen sich wie alle Kriechtiere regelmäßig häuten
und sind wechselwarm, das heißt die Temperatur ihres Körpers hängt von
der Temperatur der Umgebung ab. Die Tiere können sogar Temperaturen
von etwa 55 °C aushalten.
Ihr Körper ist außerdem darauf eingerichtet, mit sehr wenig Wasser
auszukommen.
Dornschwanzagame verständigen sich untereinander mit Gesten und
optischen Signalen. Einem Gegner drohen sie, indem sie mit weit aufgerissenem Maul fauchen.
Dornschwanzagamen-Arten, die aus den nördlichen Regionen ihres Verbreitungs-Gebietes stammen,
brauchen zwei bis drei Wochen Winterruhe bei etwa 10 bis 15 °C.
Das ist besonders wichtig, wenn man die Tiere züchten will, weil sie durch
die Winterruhe gesünder bleiben. Vor der Winterruhe bekommen sie zwei
bis drei Wochen nichts mehr zu fressen, die Beleuchtungsdauer im
Terrarium wird immer kürzer und die Temperatur sollte etwas niedriger
sein als sonst.
Um trotzdem Salz aus dem Körper ausscheiden zu können, haben sie
spezielle Drüsen an den Nasenöffnungen, über die sie das
überschüssige Salz, das sie mit der Pflanzennahrung aufgenommen haben, wieder ausscheiden
können. Deshalb sind an ihren Nasenöffnungen häufig kleine, weiße Hügel zu sehen.
Freunde und Feinde
Jungen Dornschwanzagamen können vor allem Raubtiere und Greifvögel gefährlich werden.
Nachwuchs
Paarungszeit bei den Dornschwanzagamen ist meist im März und April.
Die Männchen werben um ein Weibchen, indem sie Bewegungen
machen, die wie Liegestützen aussehen. Dann folgt der so genannte
Kreiseltanz: Das Männchen läuft in ganz engen Kreisen umher, manchmal
sogar auf dem Rücken des Weibchens.
Ist das Weibchen nicht bereit zur Paarung, wirft es sich auf den Rücken,
und das Männchen zieht sich daraufhin zurück. Will sich das Weibchen
paaren, beißt sich das Männchen im Hals des Weibchens fest, und schiebt seine Kloake - die
Körperöffnung - unter die des Weibchens.
Nach der Paarung wird das Weibchen immer dicker und legt schließlich bis zu 20 Eier in die Erde ab.
Nach 80 bis 100 Tagen Brutzeit schlüpfen die sechs bis zehn Zentimeter langen Jungtiere. Erst im Alter
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von drei bis fünf Jahren sind sie geschlechtsreif.
Ernährung
Dornschwanzagame sind Allesfresser. Sie ernähren sich in erster Linie
von Pflanzen, fressen aber auch mal gerne Grillen und Heuschrecken.
Im Terrarium, bekommen sie Klee, klein geraspelte Möhren, Löwenzahn,
Kohl, Spitzwegerich, Spinat, Feldsalat, Eisbergsalat, Chicoree und Früchte.
Jungtiere brauchen mehr tierische Nahrung als erwachsene Tiere, die nur
einmal pro Woche Heuschrecken oder Grillen bekommen.
Haltung
Weil Dornschschwanzagame ziemlich groß werden, muss das Terrarium
mindestens 120 x 100 x 80 Zentimeter groß sein. Wenn man Platz für
einen größeren Behälter hat, ist das für die Tiere natürlich besser.
Der Boden wird 25 Zentimeter dick mit grobem Sand ausgestreut und mit
Steinen, Korkröhren und Ästen eingerichtet: Wichtig ist, dass die Tiere sich
auch mal zurückziehen und verstecken können.
Das Terrarium muss mit einer speziellen Lampe beleuchtet werden, die
es auch beheizt. Da Dornschwanzagame aus der Wüste kommen,
brauchen sie auch im Terrarium ein richtiges Wüstenklima: Tagsüber
muss die Temperatur bei 32 bis 35 °C liegen, nachts bei 21 bis 24 °C. Die
Luft sollte so trocken wie möglich sein.
Nur während der Häutung sollte man alle paar Tage etwas Wasser
versprühen.
In einem Terrarium sollten immer nur zwei Jungtiere oder ein Paar gehalten werden - setzt man mehr
Tiere hinein, kommt es oft zu Streit.
Pflegeplan
Dornschwanzagame müssen täglich gefüttert werden.
Auch wenn sie Wüstentiere sind und mit wenig Wasser auskommen,
sollten sie im Terrarium immer einen Napf mit frischem Trinkwasser
haben.
Und natürlich muss das Terrarium regelmäßig gereinigt werden. Wichtig
ist, dass Futterreste jeden Tag entfernt werden.
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© Südw estrundfunk 2016
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