Physikalische Medizin und Rehabilitation Veno

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4R7775E
NO. Jahrg., Heft 8 , August 1969
Physikalische
Medizin und
Rehabilitation
Aus dem Inhalt
Veno-Tebonin löst Venen-Probleme
durch seine direkte Wirkung auf
das Herz - Kreislaufsystem mit
therapeutischem Schwerpunkt
auf dem venösen Schenkel.
Veno-Tebonin enthalt pro Dragee'
Extr Ginkg bilob 3,5 mg,
Heptaminol hydrochlor 100,0mg,
Tnhydroxyaethylrutosid 75,0mg
Packungen OP mit40u 100 Dragees
Klinikpackung mit 1000 Dragees
Veno-Tebonin
löst Venen-Probleme
Diagnostik und
Therapie der Schilddrüsenerkrankung
mit nuklearmedizinischen Methoden
H. Weißenstein
Technik und Indikation der klassischen
Akupunktur
J. Bischko
DR WILLMAR SCHWABE
Karlsruhe
Inhaltsverzeichnis
Programm zum 37. Kongreß
.
Ankündigungen
II
VIII
Bewährte Therapeutika .
.
.
VIII
Weißenstein, Diagnostik und
Therapie der Schilddrüsenerkrankung mit nuklearmedizinischen Methoden . . . . 187
Bischko, Technik und Indikation
der klassischen Akupunktur . 194
Wulff/Planz,
Differentialdiagnose und -therapie der Reizblase
197
Frick, Blasenleiden in der kinderärztlichen Praxis . . . . 200
Böhlau, Aerosole und Inhalationsbehandlung
202
Medizingeschichte
205
Fortschritte der gesamten Rehabilitation
207
Buchbesprechungen
. . . . 211
ML Verlag GmbH.
311 Uelzen
Postfach 120/140. Tel. 0581/2357
Uelzen
4R7775E
Phys.Med. u.Reh.
Programm
37. Kongreß des Zentralverbandes der Ärzte für Naturheilverfahren
Anfragen wegen der Tagung an den Leiter
Dr. med. Hans Haferkamp, 65 Mainz, Adam-Karrillon-Str. 13,
Telefon 06131/63963
Ausstellung:
Die Aussteifung pharmazeutischer Firmen, der Nahrungsund Nährmittel-Industrie und die Ausstellung medizinischer
Apparate und Geräte wird auch in diesem Jahr wieder sehr
umfangreich sein. Sie finden diese Ausstellung im Kurhaus
und im Stadthaus. An allen Ständen erwarten führende
Herren der einzelnen Firmen Ihren Besuch, die sich freuen,
mit Ihnen ins Gespräch zu kommen. Die Ausstellung ist
während der Zeit der Hauptvorträge und Kurse geöffnet.
Kurse für Arztfrauen und Ärztliches Hilfspersonal
Diätkochkurs
Frau Schmidt, Hannover
Kosmetisches Praktikum
Frau Boegler, Überlingen
Yogakurs
A. Gottmann, Sobernheim
Tagungsprogramm
SONNABEND, 16. SEPTEMBER 1969
Gemeinschaftstagung mit der Internationalen Geseilschaft für Elektroakupunktur e. V.
9.15 Uhr
Tagesleiter: Dr. Voll, Plochingen
Dr. Voll, Plochingen; zum Tagungsthema:
Medikamenttestung, Beweise für ihre Richtigkeit und Probleme der Grundlagenforschung der
Medikamenttestung
Frau Dr. Kunst, Frankfurt:
Toxoplasmose diagnostiziert durch Nosoden, bewiesen durch serologische Untersuchungen
Dipl.-Ing. mach. et. el. Versari, Wolfsschlugen:
Physikalische Charakteristika von Medikamenten, gemessen mit der Makonischen Universalmeßbrücke
Dipl.-Ing. Dr. Werner, Stuttgart:
Korreferat
Dr. Kramer, Nürnberg:
Einen Beitrag zur Beweisführung der Medikamenttestung
Dr. Morell, Ottfingen über Olpe:
Messung von Medikamenten mittels der Bioelektronik nach Prof. Vincent
Dr. Jendrissek, WaJdkraiburg:
Korreferat
Dr. Voll, Plochingen:
Schlußwort
Unkostenbeiträge
Die Teilnehmergebühr
für den gesamten Kongreß beträgt
50,—DM
Für Assistenten und Ärzte in nicht selbständiger
Stellung sowie für Mitglieder des Zentralverbandes, der ihm angeschlossenen Gesellschaften und des Kneippärztebundes
30,— DM
Wochenendkarten
20,- DM
Tageskarten
10,—DM
Aktive Übungsbehandlung
20,— DM
Autogenes Training
30,— DM
Interferenzstromtherapie und Lymphdrainage
40,— DM
Klassische Akupunktur
100,-DM
Psycho-taktile Therapie
60,— DM
Saugwellen- und Staudrucktherapie
20,— DM
Yogakurs
40,- DM
Diätkochkurs (Frau Schmidt, Hannover)
20,-DM
Kosmetisches Praktikum
(Frau Boegler, Überlingen)
20,— DM
Allgemeines
Alle Vorträge finden im Stadthaus oder im Kurhaus statt.
Die Teilnahme an dem gesamten Kongreß zählt als Ausbildungsnachweis bei der Bewerbung um die Genehmigung
zur Führung der Bezeichnung „Naturheilverfahren" auf dem
Arztschild.
Zur Vermeidung einer Überlastung des Kongreßbüros wird
gebeten, die Formalitäten nach Möglichkeit bereits am
Sonnabend zu erledigen. Es wird darauf hingewiesen, daß
das Betreten des Stadthauses bzw. des Kurhauses und die
Teilnahme an den Sonderkursen nur gegen Vorzeigen der
Tagungs- bzw. Tages- resp. Kurkarte gestattet ist. Kontrollen werden durchgeführt.
Kongreßbüro:
Das Kongreßbüro befindet sich immer am Tagungsort
(Stadthaus oder Kurhaus). Hier erhalten die Teilnehmer
ihre Tagungs- oder Kurskarten.
Kurse und Sonderkurse
Im Rahmen des Herbstkongresses finden folgende Kurse
statt:
Kurse für Ärzte:
Dr. von Nathusius, Hirzenhein
Aktive Übungsbehandlung
(Bewegungstherapie)
Prof. Kleinsorge,
Autogenes Training
Ludwigshafen
I nte rf erenzstro mtherapie
und Lymphdrainage
Dr. Nemec, Rankweii
Klassische Akupunktur
Psycho-taktile Therapie
Saugwellen- und Staudrucktherapie
Yogakurs
Nachmittags
Gemeinschaftstagung mit der Internationalen Gesellschaft für Homotoxikologie und antihomotoxische Therapie
Tagungsleiter Dr. Reckeweg und Dr. Vosgerau,
Baden-Baden
14.05 Uhr
Dr. H.-H. Reckeweg, Baden-Baden:
Enzymologie, molekulare Biologie und antihomoloxische Therapie
Dr. Meyer-Langsdorff, Speyer:
Zusatzbehandlung bei der Karzinomtherapie aus
der Sicht des klinisch tätigen Röntgenologen
Dr. Winterberg, Heidelberg-Rohrbach:
Zusätzliche therapeutische Möglichkeiten beim
Bronchialkarzinom aus der Sicht des Klinikers
Dr. J. John, Baden-Baden:
Grundlagen der Virologie
Dr. H. D. Noeske, Frankfurt:
Zur Therapie von Viruskrankheiten, unter besonderer Berücksichtigung grippaler und Schleimhaut-Erkrankungen
Dr. H. Muggenthaler, Karlsruhe:
Chirurgische Kosmetik und antihomotoxische
Therapie
Mitgliederversammlung des Zentralverbandes der
Ärzte für Naturheilverfahren
Dr. Bischko, Wien
Dr. Glaser, Freudenstadt
SONNTAG, 14. SEPTEMBER 1969
Obering. Wagner, Steinhofen
A. Gottmann, Sobernheim
e.V.
Gemeinschaftstagung mit der Internationalen
Ärztegesellschaft für Neuraltherapie nach Huneke
Tagesleiter: Prof. Fleischhacker, Wien
9.30 Uhr
Dr. P. Dosch, Grünwald:
Das therapeutische Stiefkind Schilddrüse und die
Neuraltherapie
Dr. J. Göbel, Maxhütte-Haidhof:
Neuraltherapie in einer überfüllten Kassenpraxis
(als Einleitung und Auftakt zum Rundgespräch)
Dr. P. Reinhardt, Stuttgart:
Kurzreferat mit Patienten-Vorstellungen über neuraitherapeutische Heilerfolge bei drei Fällen von
„Anosmie"
RUNDGESPRÄCH
Mitgliederversammlung der Gesellschaft für Thermodiagnostik
15.30 Uhr
Fortsetzung des Rundgespräches
MONTAG, 15. SEPTEMBER 1969
Gemeinschaftstagung mit der Gesellschaft für
Thermodiagnostik e. V.
Tagesleiter: Dr. Schwamm
9.00 Uhr
Dr. Schwamm, Gengenbach:
Einführung
Prof. Dr. A. Pischinger, Wien:
Histologisch-biologische Probleme der Grundregulation
Doz. Dr. G. Kellner, Wien:
Beiträge zur Thermodiagnostik, Das Meßobjekt
Dr. habil. O. Lippross, Dortmund:
Physiologie und Pathologie der Gewebstemperaturen
Prof. Ch. Gros und Dr. P. Bourjat, Straßburg:
Beitrag der Thermographie mit flüssigen Kristallen zur Diagnose der Mammakarzinome
Dr. M. Gautherie, Straßburg:
Infrarot-thermometrische Messung der mittleren
Periode der Hautfemperaturschwankungen an
Fingerspitzen, als Beitrag zur Diagnose der Peripheren neuro-vasomotorischen Störungen
Dr. G. Notter, örebro, Schweden:
Erfahrungen mit der Thermographie
Symposion der Infrarot-Diagnostik
Mit Demonstration
Tagesleiter: Doz. Dr. G. Kellner, Dr. O. Maresch,
Wien:
Pros+a+a-
hyper+rophie
Cys+i+is
Pyeli+is
CEFAK-KEMPTEN
15.15 Uhr
Dr. Bernett, München:
Diagnostische Erfahrungen mit der Thermovision
der Mamma
Dr. E. Schuh, Baden bei Wien:
Thermisches Relief und Regulation
Dr. G. Buckle:
Kapillarmikroskopie und Regulation
Dr. O. Bergsmann, Gröbming, Österreich:
Thermoprojektion eines inneren Prozesses in das
dazugehörige Dermatom
Dipl.-Phys. Dr. Mörsdorf, Sandhausen:
Kombiniertes l. R. und Aktivitätscanning
Dr. O. Maresch, Wien:
Thermographie, Übersicht über die physikalischtechnische Seite
MONTAG, 15. SEPTEMBER 1969
Gemeinschaftstagung mit der Arbeitsgemeinschaft
Gesundheitsvorsorge und Prävention
Tagesleiter: Dr. Schauwecker, Schloß Schönborn:
Blick über die Grenzen — Epidemiologie und
Präventivmedizin in Ost- und West-Europa
9.15 Uhr
Akadem. Oberrat Dr. H. Müller-Dietz, Berlin:
Präventive Kardiologie in der Sowjetunion
Die älteste Herzsalbe,
aber ailen neuzeitlichen Forderungen entsprechend
O.P. Tube zu 3O g
Priv.-Doz. Dr. Blohmke, Heidelberg:
Ergebnisse epidemiologischer Herz-Kreislaufuntersuchungen in westeuropäischen Ländern
Doz. Dr. Jarolimek, Prag:
Verflechtung von präventiver und kurativer Medizin in der CSSR
Film
Medizin in der Sowjetunion
15.30 Uhr Diabetik
Tagesleiter: Prof. Kuhlmann, Essen
Prof. Glatze!, Dortmund:
Nährwerthemmende (nhaftsstoffe natürlicher Nahrungsmittel
Prof. Kuhlmann, Essen:
Magnesiummangelzustände
Frau Dr. Gedek, München:
Pilzerkrankungen des Magen-Darmkana!s
DIENSTAG, 16. SEPTEMBER 1969
TagesJe/ter: Dr. Breidenbach, Beuren:
Phytotherapieseminar
MITTWOCH, 17. SEPTEMBER 1969
Allergie und Praktischer Arzt
Tagesleiter: Dr. Ruppert, Köln:
9.15 Uhr
OA. Dr. Günthner, Bad Reichenhall:
Asthma bronchiale
Dr. Rüdiger, Bad Lippspringe:
Die allergische Rhinitis
Dr. Alexander, De Haan/Zee, Belgien:
Die Langzeitbehandlung des Bronchialasthmas
beim Kinde
Prof. Braun, Heidelberg:
Das iatrogene Kontaktekzem
15.30 Uhr Dr. Ruppert, Köln:
Allergiediagnostik und spezielle Therapie in der
internistischen Praxis
Dr. v. Preyss, Hamburg-Harburg:
Allergiediagnostik und spezielle Therapie in der
dermatologischen Praxis
9.15 Uhr
Prof. Peter, Karlsruhe:
Die Wfrkstabilität mehr als drei Jahre Phytotherapeutika
Prof. Mertz, Freiburg:
Lespedeza capitata und die Anwendung in der
Medizin
Prof. Mutschier, Mainz:
Über neue Entwicklungen auf dem Gebiet der
Phytotherapie
Dr. Massier, Karlsruhe:
Die Phytotherapie in der Urologie
Dr. Welss, Marstetten-Aitrach:
Neue Präparate auf dem Gebiet der Phytotherapie
DONNERSTAG, 18. SEPTEMBER 1969
Gemeinschaftstagung mit der Deutschen Gesellschaft für Rehabilitation e. V.
Tagesleiter: Prof. Woeber, Aachen
8 30 Uhr
Prof. Woeber, Aachen:
Einführung
Frau Dr. phil. /. Emich, Wien:
Filmvortrag: Aus dem Arbeitstag des Ohnhänders
Dr. L. Schmidt, Berlin:
Der Alkoholkranke und seine Rehabilitation
Prof. Dr. Howard, A. Rusk, Dr. W. Schweisheimer,
New York:
Filmvortrag: Zur Rehabilitation Hemicororektomierter
Dr. D. Kamocsay, Budapest:
Der Ultraschall bei der Behandlung der Sterilität
der Frau
15.15 Uhr Möglichkeiten der Therapie
Dr. Dr. Enkelmann, St. Goar:
Naturheilverfahren in der Chirurgie
Dr. Herget, Nürnberg:
Naturheilverfahren und deren therapeutische
Möglichkeiten in der Großstadtpraxis
Prof. Kleinsorge, Ludwigshafen:
Möglichkeiten und Grenzen der Selbstentspannung afs therapeutische Methode .
Priv.-Doz. Dr. Kaesmann, Göttingen:
Die Kompressionsnagelung — Ein neues Verfahren zur stabilen Osteosynthese gebrochener Röhrenknochen — Prinzip-Jndikation — Ergebnisse
Dr. Glaser, Freudenstadt:
Orientierungsbericht über die psycho-taktife
Therapie
Für die streng eiweiß-arme Diät
®
Diät-
Teigwaren
Fadennudeln
Ringnudeln
Eiweiß
Fett
KH
weniger als
0,5%
0,1%
85,3%
Natrium weniger als 0,02%
Kalium weniger als 0,01%
100 g ~ 340 Kalorien
Versuchsmuster, Indikations- und Gebrauchshinweise durch RADEMANN, Dr. E. Priemer,
6380 Bad Homburg v. d. H., Postfach 45
kus Klinik und Forschung
9.15 Uhr Prof. Schmid, Aschaffenburg:
Möglichkeiten und Grenzen der Behandlung mongoloider Kinder
Dr. Stein, Heidelberg:
Derzeitiger Stand der Therapie mit Zellen und
Geweben
Dr. phil. Csupor (Dipl.-Chemiker), Göppingen:
Chemie und Pharmakologie der inha/tsstoffe von
Piper methysticum (Kawa-Kawa)
Priv.-Doz. Dr. Rosenkranz, Bochum:
Neuere Erkenntnisse über die Behandlung von
Herzrhythmusstörungen
5.00 Uhr Therapeutische Möglichkeiten der Allergiebehandlung
Dr. Schoeler, Karlsruhe:
Homöopathische Therapie der Allergie
Prof. Kuhlmann, Essen:
Nutritive und enterale Allergie
Dr. Weiss, Marstetten-Aitrach:
Phytotherapie der Allergie
Dr. Kolb, Wetzlar:
Die mikrobiologische Behandlung allergisch bedingter Erkrankungen
Frau Dr. Schütz, Gengenbach:
Psychotherapeutische Betrachtungen über den
allergischen Menschen
FREITAG, 19. SEPTEMBER 1969
Tagesleiter: Dr. Grandpierre, Stuttgart
Für die tägliche Praxis
gegen Alterserkrankungen
9.15 Uhr
Dr. Walther, Pforzheim:
Die Psoriasis vulgaris in ihrem verschiedenen
klinischen Bild und ihrer derzeitigen Therapie
Prof. Knick, Mainz:
Neue orale Antidiabetika
Dr. Preusser, Bad Harzburg
Manuelle Therapie rheumatischer Erkrankungen
Dr. Köhler, Bremen:
Physikalisch-diätetische Therapie in der Orthopädie
Obering. Wagner, Steinhofen:
Die Saugwellen- und Staudruck-Therapie in der
täglichen Praxis
Rationalisierung in der ärztlichen Praxis
15.30 Uhr
Dr. Kahlert, Bad Salzuflen:
Gemeinschaftspraxis — Praxisgemeinschaft
Automatische Datenverarbeitungsgesellschaft,
Nürnberg:
Der Einsatz der Datenverarbeitung in der Buchführung der ärztlichen Praxis
Nachmittags
Tagesleiter: Dr. Bischko, Wien
Der Arzt von heute und die klassische Akupunktur
15 30 Uhr
Dr. H. Schmidt, Stuttgart:
Akupunktur als Konstitutionsbegriff
Dr. J. Btschko, Wien:
Was verstehen wir unter Meridianen der Akupunktur?
Dr. H. Löffler, Frankfurt:
Die Anwendung der Akupunktur in der täglichen
Praxis (FaJJberichfe)
GERIATRICUM-SCHWARZHAUPT
Orale Procaln-Therapie durch sinnvolle KatalysatorHaematoporphyrin-Kombination
bei allgemeiner Erschöpfung, Ermattung, Depression,
Konzentrations- und Gedächtnisschwäche, Altersbeschwerden, Altersdemenz, Arteriosklerose, Arthritis
1 x täglich 1 Kapsel K.H.3, mindestens 3-5 Monate.
K.H.3 ist bestverträglich, ohne Nebenerscheinungen.
30 Kapsein K. H. 3
150 Kapseln K. H. 3
DM 10,40
DM 42,65
Nicht allgemein kassenübUch
Bestellschein: Schrifttum und kostenloses Versuchsmuster von K.H.3 erbeten
(Persönliche Unterschrift und Stempel des Arztes)
Phys
SONNABEND, 20. SEPTEMBER 1969
Gemeinschaftstagung mit der Gesellschaft für
Elektro-Neural-Diagnostik und -Therapie
teuere Ergebnisse aus Forschung und Praxis
Tagesteiter: Dr. Walb, Homberg
9.00 Uhr
Prof. Mehlhardt, Karlsruhe:
Der gemessene elektrische Hautwiderstand als
diagnostisches Hilfsmittel. — Eine Einführung —
Dr. Faust, Karlsruhe:
Das unterschiedliche funktionelle Verhalten des
elektr. Widerstandes von Haut- und Reaktionsstellen (Reaktionsstellen n. Croon)
Dr. Croon, Großen Buseck:
Die EN-Therapie im Vergleich zu den gebräuchlichen niederfrequenten Reizstromtherapien
Dr. Teichmann, Hamburg:
Übereinstimmung von Elektroneural- und Laborbefunden
Dr. Höllischer, Baden-Baden:
Über Oberbauch-Diagnostik mit dem Croonschen
Verfahren
Dr. Walb, Homberg:
Elektro-Neuralbefunde beim Kreuzschmerz
Dr. Brandt, Bad Homburg:
Behandlung der vegetativen Dystonie
Dr. Riedel, Schloß Diersfordt:
Klinik der Elektro-Neural-Medizin — Anwendbarkeit und Kritik
Zur Diskussion aufgefordert:
Prof. Dr. Thielemann, Frankfurt
SONNABEND, 20. SEPTEMBER 1969
Gemeinschaftstagung mit der Arbeitsgemeinschaft
Psychotherapieseminare
Tagesleiter: Dr. Graf O. Wittgenstein
9,15 Uhr
Dr. med. Graf O. Wittgenstein, München:
Einführung in das Thema Emanzipation: Begriffe
— Tendenzen — Reaktionen
Dr. W. Zander, Gauting/Münchsn:
Emanzipationsprobleme der heutigen Jugend
Dr. G. Wittich, Gengenbach:
Emanzipation des Arztes vom magischen Denken
in der Medizin
Dr. A. R. Bodenheimer, Zürich:
Emanzipation von der Psychologie
Ankündigungen
Die I. Internationale Tagung zur Erforschung herdbedingter
Erkrankungen und Regulationsstörungen findet gleichzeitig
mit der 20. Tagung der Deutschen Medizinischen Arbeitsgemeinschaft für Herdforschung und Herdbekämpfung e. V.
(DAH) in Baden bei Wien vom 16. bis 19. Oktober 1969
im Kongreßhaus statt.
Auf Grund der bereits vorliegenden Anmeldungen aus Europa und Übersee sind wir überzeugt, eine Tagung von
hohem wissenschaftlichen Charakter veranstalten zu können.
Als Hauptthemen sind vorgesehen:
I.Gesetzmäßigkeiten biologischer Regulationen (Grundlagen und Klinik)
2. Praevention — Balneologie — Sozialmedizin (Der Patient
im Kurort)
3. Emotion — Streß — Kreislauf
Anmeldungen und Anfragen sind an das Sekretariat zu
richten.
Bewährte Therapeutika
Isoptin® 80 mg
Hersteller: KNOLL AG, Chemische Fabriken, Ludwigshafen
Zusammensetzung: Isoptin ist a-!sopropyl-a-/(N-methyl-Nhomoveratryl) - Y - arninopropyl/-3,4-dimethoxyphenylacetonitril.
1 Dragee enthält 80 mg des Hydrochlorids.
Pharmazeutik: Isoptin führt zu einer signifikanten Steigerung der Koronardurchblutung. Worin sich Isoptin von den
meisten anderen koronarwirksamen Pharmaka unterscheidet, ist, daß es nicht nur die Kranzgefäße dilatiert, sondern
über einen anderen Wirkungsmechanismus gleichzeitig die
Herzarbeit ökonomisiert. Isoptin besitzt darüber hinaus
eine sehr starke antiarrhythmische Wirkung. Die gerade
beim Herzkranken so dringend notwendige sympathische
Regulationsfähigkeit des Herzens wird durch Isoptin nicht
beeinträchtigt.
Indikationen: Akute und chronische Koronarinsuffizienz,
Angina pectoris, paroxysmale Tachykardie, Tachyarrhythmie,
Extrasystolie, Vorbeugung und Nachbehandlung des Herzinfarktes, Altersherz; in Kombination mit Antihypertonika,
wie z. B. Reserpin, bei Hypertonie.
Dosierung: Erwachsene erhalten 1 Dragee 3mal täglich. Bei
rezidivierenden Tachyarrhythmien kann Isoptin 80 mg zur
Aufrechterhaltung einer normalen Kammerfrequenz auch in
kürzeren Abständen (1 Dragee alle 3—4 Stunden) gegeben
werden.
Packungen und Preise: Originalpackung mit 20 Dragees
6,25 DM m. MwSt, Originalpackung mit 50 Dragees
14,35 DM m. MwSt.
Stoyet© mite-Bronchialbalsam
Hersteller: Truw-Arzneimittel Hense KG.
Zusammensetzung: In 100 g Balsam sind enthalten: Oleum
Thujae 0,5 g ; Oleum Macidis 0,5 g ; Oleum Pini Pumil. 1,5 g ;
Oleum Terebinth. 1,5 g; Oleum Pini sibir. 8,5 g; Oleum
Eucalypti 8,5 g ; Kampfer 6,0 g.
Pharmazeutik: Terpene und Kampfer der ätherischen Öle
regen das Atemzentrum an und wirken über den Blutkreislauf sekretlösend, desinfizierend, entzündungshemmend
und spasmolytisch. Die durch sie hervorgerufene Reizung
bestimmter Hautfelder (Segmenttherapie) führt zur heilsamen Mehrdurchblutung des erkrankten Organs.
Indikation: Akute und chronische Katarrhe der oberen Luftwege, Bronchialkatarrhe, Bronchitis, Bronchiektasie, Pneumonie, Pleuritis. Zur kutanen Segmenttherapie.
Dosierung: Ein 3—5 cm langes Salbenstück (Kinder: 2 bis
4 cm, je nach Alter) mehrmals täglich und zur Nacht auf
Brust und Rücken gut verreiben. Zur Anwendung als Gesichtsdampfbad gibt man ein ca. 1—2 cm großes Salbenstück auf V2—1 Liter heißes Wasser und inhaliert, geschützt unter einem Badetuch.
Packung mit
20
g.
Progynova® 21
Hersteller: Schering AG Berlin.
Zusammensetzung: Progynova® 21, 1 Dragee zu 2 mg
östradiolvalerianat, Progynova® 21 mite, 1 Dragee zu 1 mg
Östradiolvalerianat.
Pharmazeutik: Für die Östrogentherapie klimakterischer
Beschwerden ist Östradiol der adäquate Wirkstoff. Durch
Bindung an Valeriansäure, aus der das Hormon im Organismus freigesetzt wird, gelang es, unverändertes östradiol für die orale Therapie zu nutzen.
Indikation: Beschwerden der Wechseljahre wie Hitzewallungen, Neigung zu Schweißausbrüchen, Schlaflosigkeit, depressiven Verstimmungen, Kopfschmerzen, Schwindelgefühl usw.
Dosierung: Nähere Einzelheiten siehe wissenschaftlicher
Prospekt.
Packung: Progynova 21, Kalenderpackung mit 21 Dragees
zu 2 mg östradioivalerianat, Progynova 21 mite, Kalenderpackung mit 21 Dragees zu 1 mg östradiolvalerianat.
10 Jahrgang
Heft 8
August 1969
Schriftleitung H Haferkamp
Physikalische
Medizin und
Rehabilitation
Zeitschrift für allgemeine
und spezielle Medizin
Wissenschaftlicher Beirat
K Albrecht (Undenheim) — H Bialonski (Bad Godesberg) — N Breidenbach (Stuttgart) — H Fleischhacker (Wien) — K Franke (Bad Lauterberg) — P Fnck (Mainz) — W Groh (Bad Durrheim) — H G Guttner (Dresden) — H Harmsen (Hamburg) - R G Heyer (Nußdorf/Inn) — M
Hochrein (Ludwigshafen/Rh ) - A Hoff (Bad Wonshofen) - W Huneke (Stuttgart) - K H Kahlert (Bad Salzuflen) - K Kotschau (Schloßberg) H Kolb (Wetzlar) — H Krauss (Berlin-Buch) — W Küster (Magdeburg) - H. Lampert (Bad Homburg) — R v Leitner (Berlin) — H Mommsen
(Frankfurt/M ) — W v Nathusius (Hirzenhain/Oberhessen) — G W Parade (Neustadt/Weinstraße) — H Paul (Linz) — A Pischinger (Wien) —
H P Rusch (Frankfurt) — H Seyfarth (Rostock) — W Schauwecker (Bensheim) — E G
Schenck (Aachen) — F X Schober (Munchberg) —
H Schoeler (Karlsruhe) - H Storck (Endbach) - H Tiegel (Halbergmoos) — R Voll (Plochingen) - H F Voss (Heidenheim/Brenz) - H L
_ - . . . .. _ Q r a f
_ . . . _ . .
Walb (Homburg) - R F Weiß (Marstetten-Aitrach)
Wittgenstein (München) — Kh Woeber (Aachen) - W Zabel (Berchtesgaden)
Aus der Nuklearmedizinischen Abteilung des Zentrallazarettes der Bundeswehr in Koblenz,
Leiter Oberarzt Dr Weißenstein
stein
Diagnostik und Therapie
der Schilddrüsenerkrankung mit nuklearmedizinischen Methoden
Die Untersuchung der Schilddrüse mit Radioisotopen, vornehmlich mit Jod-131, gründet sich auf die Tatsache, daß
die Schilddrüse radioaktives Jod nicht unterscheiden kann
von stabilem Jod-127
Es gilt ganz allgemein, daß die chemischen Eigenschaften
stabiler Atome die gleichen sind, wie diejenigen von radioaktiven Atomen Um den Radiojod-Schilddrusentest zu verstehen, sei daher kurz auf die Kinetik des stabilen, nicht
strahlenden Jod-127 eingegangen Der menschliche Korper
benotigt pro Tag etwa 50 Gamma Jod welches ihm mit der
Nahrung und mit dem Wasser zugeführt wird Dieses Jod
mit der Massenzahl 127 wird nach Aufnahme in dem Verdauungskanal resorbiert und zu etwa einem Drittel über
die Blutbahn in die Schilddrüse geleitet Die Schilddrüse
kann aus der Blutbahn nur das elementare Jod aufnehmen Sie hat die Fähigkeit, Jod aus der Biutbahn mit einer
hohen Aviditat herauszuziehen (Jodination) Durch Einbau
des aufgenommenen Jods in die Aminosäure Tyrosin und
anschließende verschiedene Kuppelungsprozesse entstehen die beiden Schilddrusenhormone Tnjodthyronm
(kurz genannt T-3) und Tyroxin (kurz genannt T-4) Beide
Schilddrusenhormone werden an ein Eiweiß, das Thyreogiobulm, in den Schilddrusenfollikeln gespeichert Wenn
Hormon benotigt wird, verlaßt das Hormon die Schilddrusenfollikel, gelangt in die Blutbahn und wird hier mit einem
Transporteiweißkorper (ein Globulin) in die penpheren
Zellen gebracht Die beiden Schilddrusenhormone haben
die Aufgaben, den Stoffwechsel in der Zelle zu stimulieren
Wirkungsvoll ist das vorher vom Globulin abgelöste Schilddrusenhormon
Wird soviel Schilddrusenhormon hergestellt, daß sich der Korper in
einer normalen Stoffwechsellage befindet, so spricht man von Euthyreose wird zu wenig Schilddrusenhormon hergestellt, so spricht man
von Schilddrusenunterfunktion oder Hypothyreose, wird zu viel Hör
mon produziert, so spricht man von Schilddrusenuberfunktion oder
Hyperthyreose
187
=hab
lahrg
Diese 3 Funktionszustande der Schilddrüse können bei allen
Großen der Schilddrüse vorkommen: Es gibt kleine, mittelgroße und übergroße Schilddrüsen, welche im Euthyreose-,
Hypotnyreose- oder Hyperthyreose-Zustand sind
Von
Kropf oder Struma spricht man nur dann wenn die Schilddrüse eine sichere Vergrößerung aufweist Vereinzelt wird
in der Literatur auch eine normal große Schilddrüse mit
einem Knoten bereits als Struma bezeichnet Eine solche
Schilddrüse wurde ich als knotig veränderte Schilddrüse
betrachten und ihr nicht den Namen Kropf geben Liegt
Schilddrusengewebe, nicht normal gelagert vor der Luftrohre und vor dem Schi/dfcnorpef, sondern z B im Zungengrund, so spricht man von dystopem Gewebe
Sowohl die Überprüfung der Funktion der Schilddruse, als
auch die Darstellung der Schilddrüse gelingt mit dem
radioaktiven Jod-131 Die Überprüfung der Funktion wird
auch kurz als Funktionsdiagnostik, die Darstellung mit dem
Szintigraphen als Lokalisationsdiagnostik bezeichnet Der
Radiojod-Schilddrusentest wird wie folgt ausgeführt. Nach
Aufnahme der Krankenvorgeschichte und nach Aufnahme
des Organbefundes, wobei besonders auf Lage, Große,
Form und Festigkeit der Schilddruse Rucksicht genommen
wird, erhalt der Patient den „Radiojodtrunk" Man benutzt
dabei meist das Jod-131, geliefert von einem radiochemischen Werk, welches die Halbwertszeit von acht Tagen und
die Gamma-Strahlenenergie von 360 KeV hat Sind von
dem Werk z B 5 mC Jod-131 in 5 ml geliefert, so nimmt
man z B , um 50 uC zu haben, aus der Ampulle den 100
Teil mit einer Spritze oder einer Pipette ab, in diesem
Fall also 0,05 ml Dieses Radiojod wird in einen Becher
gebracht und mit Wasser verdünnt Dieser .Probetrunk"
wird dann vor dem Trinken vor dem Meßgerat gemessen.
Die ermittelte Impulszahl, z B im vorliegenden Fali
100 000 Impulse/min werden gleich 100% gesetzt Nachdem der Patient nüchtern diesen Probetrunk getrunken
hat, wird er sechs Stunden spater zur 1 Kontrollmessung bestellt In der gleichen Geometrie, in der vorher der
Becher gemessen wurde wird nun die Schilddrüse vor den
Detektor gesetzt, und die Impulszahl, welche die Schilddrüse ausstrahlt, gemessen Hat nach sechs Stunden im vorliegenden Beispiel der Patient 40 000 Impulse/min in der
Schilddruse, so hat er 4 0 % der gegebenen Radioaktivität
PBJ-131 bisO.2W1
Euthyreose
Hypothyr*os#
PBJ-131 uberO,2W1
Hyperthyraos«
authyreote Struma
behandelte Hyperthyreose
endokriner Exophthalmus
•• — Hyperthyreose
"•* ™^ Hypothyrwoa©
• • • • Jodaviditat
Abb. 1
gespeichert. Eine weitere Messung erfolgt nach 24 Stunden, die letzte Messung nach 48 Stunden; gleichzeitig wird
ihm (nach 48 Stunden) 20 ml Blut abgenommen.
Die Abbildung Nr. 1 zeigt den Kurvenverlauf bei Euthyreose, bei Hypothyreose, sowie bei Hyperthyreose. Bei der
Euthyreose steilen wir also, wie die Abbildung zeigt, im
allgemeinen zwischen der 10. und 48. Stunde liegendes
Plateau fest, mit der höchsten Speicherung von im allgemeinen 6 0 % . Bei der Unterfunktion stellten wir eine geringe Aufnahme von Radiojod und eine plateauförmige
Linie zwischen der 6. und 48. Stunde fest. Bei der Überfunktion finden wir eine schnelle und hohe Aufnahme in
den ersten 24 Stunden, sowie darauffolgend eine schnelle
Abgabe des Radiojods.
Die Blutabnahme 48 Stunden nach dem Radiojodtrunk
dient dazu, die Impulszahl im Blutserum und damit den
intralhyreoidalen Jodumsatz festzustellen.
Wir setzen diese Impulszahl in Beziehung zu der gegebenen Radioaktivität beim Radiojodtrunk. Normalerweise finden wir, bezogen auf 1 Liter Serum nach 48 Stunden weniger als 0 , 2 % der gegebenen Aktivität wieder. Diese Aktivität von im allgemeinen weniger als 0,2% pro Liter Serum bei euthyreoten Schilddrüsen setzt sich zusammen aus
Radiojod, welches im Molekül des Schilddrüsenhormones
sitzt, sowie aus anorganischem Jod und aus Radiojod,
welches aus Bruchstücken des Schilddrüsenhormones
stammt.
Von Bedeutung ist nur das an Protein gebundene Jod-131,
welches im allgemeinen als identisch betrachtet wird mit
dem Jod, das im Schilddrüsenhormon gebunden ist. Man
bezeichnet es als PBJ-131 (Protein bound jodine).
Liegt die Gesamtserumaktivität über 0,25% pro Liter Serum (in Bezug der Ausgangsaktivität), dann wird PBJ-131
durch Fällung im Serum mit Trichloressigsäure bestimmt.
Bei Schilddrüsenüberfunktion wird zu viel Schilddrüsenhormon gebildet. Daher ist bei Schilddrüsenüberfunktion
nicht nur die Gesamtserumaktivität nach 48 Stunden erhöht,
sondern auch PBJ-131. Das charakteristische der Schilddrüsenüberfunktion im Radiojod-Test ist also hohe Radiojod-Aufnahme, schnelle Radiojod-Abgabe aus der Schilddrüse — weil das aufgenommene Jod rasch in die Aminosäuren eingebaut wird, um Schilddrüsenhormon zu bilden
— anschließend schnelles Absondern des mit Jod-131 markierten Schilddrüsenhormons und Auftauchen des mit Jod131 markierten Schilddrüsenhormons im Blut.
Die Hormonbestimmung im Bfut kann auch unmittelbar
durchgeführt werden, ohne Verwendung von Radiojod. Man
drückt dieses Ergebnis als PBJ-127 aus. Eine euthyreote
Schilddrüse hat im Blutserum zwischen 4 und 8 Gamma
PBJ-127 pro 100 ml Serum. Ist der Wert von 8 Gamma
überschritten, muß man Schilddrüsenüberfunklion annehmen, es sei denn, daß der Patient große Mengen Jod vor-
her eingenommen hat, z. B. mit Mexaform S oder als Lugofsche Lösung oder als Röntgenkontrastmittel.
Hiermit komme ich auf die Störanfälligkeit des RadiojodSchilddrüsentestes:
Hat der Patient, bevor der Radiojod-Schilddrüsentest ausgeführt wird, irgend ein jodhaltes Präparat, wie z. B. Mexaform S eingenommen, so ist zunächst einmal der Jodspiegel im Blut erhöht und auch PBJ-127 könnte, als in-vitroTest allein auf eine Schilddrüsenüberfunktion hinweisen.
Es ergibt sich bereits aus diesem Hinweis, daß nur die
Durchführung von PBJ-127 zur Feststellung der Funktionslage der Schilddrüse unzureichend ist.
Das von der exogenen Jodzufuhr herrührende Jod-127 gelangt aber, wie oben ausgeführt, auf dem Blutwege zur
Schilddrüse und die Schilddrüse hat jetzt, Dank der Großzufuhr an Jod-127, ein Überangebot an Jod. Ein solches
Überangebot an stabilem radioinaktivem Jod-127 blockiert
beim Radiojod-Schilddrüsentest nachfolgend die Aufnahme
von Jod-131. Man findet also in solchen Fällen — wenn vorher Jod-127 mit Medikamenten oder aus anderen Gründen
eingenommen wurde — eine mangelhafte Jod-131-Aufnahme in die Schilddrüse. Es könnte die Kurve entstehen
wie bei Schifddrüsenunterfunktion. Stützt man sich afso —
ohne zu wissen, daß vorher Jod-127 eingenommen wurde
— allein auf den Radiojod-Schilddrüsentest ab, so wird man
hier die Diagnose Schilddrüsenunterfunktion stellen.
Vor dieser Fehldiagnose bewahrt einem jedoch die Ausführung der Untersuchung auf PBJ-127. Dies wird in solchen Fällen, wo exogene Jodzufuhr zur Blockade der
Schilddrüsen für Jod-131 führte, deutlich erhöht sein, meist
über 12 Gamma. Diese Diskrepanz muß den Arzt auf den
Gedanken führen, daß vorher Jod-127-Präparate eingenommen wurden. Es ist daher, an Hand dieses Beispiels, dringend erforderlich, vor Ansetzen des Radiojod-Schiiddrüsentestes eine Vorgeschichte aufzunehmen, die besonders
nach vorangegangener Medikation fahndet.
Seit einigen Jahren hat sich ein Test bewährt — es handelt sich um einen in-vitro-Test — bei dem untersucht wird,
wieviel spezifisches Transporteiweiß vom Schilddrüsenhormon besetzt ist. Im allgemeinen wird dieser Test als T 3 Test bezeichnet.
Dabei setzt man dem Serum des Patienten im Reagenzglas
radioaktives Schilddrüsenhormon zu und kann anschließend durch verschiedene Verfahren feststellen, inwieweit
der Serumtransportraum ausgenutzt ist, bzw. wie weit der
Serumtransportraum noch frei ist, Schilddrüsenhormon aufnehmen zu können. Ein Ergebnis des T3-Testes von z. B.
4 5 % weist auf übermäßige Ausnutzung des Transporteiweißes hin, deutet also auf Schilddrüsenüberfunktion.
Ein Ergebnis von 1 8 % deutet darauf hin, daß noch relativ
viel Transporteiweiß frei ist, um Schilddrüsenhormon zu
transportieren; dieses Ergebnis deutet also auf Unterfunktion. Es gibt jedoch eine Reihe Medikamente, die auch den
T3-Test beeinflussen. Insbesondere muß darauf hingewiesen werden, daß die Ovulationshemmer den T3-Test erniedrigen. Der T3-Test hat jedoch den Vorteil, daß er die
wahre Situation wiedergibt, auch wenn exogene Jodzufuhr,
z. B. durch Röntgenkontrastmittel erfolgt.
Die Funktionslage der Schilddrüse kann als relativ sicher
abgeklärt werden, wenn das Ergebnis der Radiojod-2-Phasen-Test-Untersuchung, das Ergebnis von PBJ-131, von
PBJ-127 und vom T3-Test vorliegt.
Die Funktionsdiagnostik, wie eben beschrieben, sollte jedoch nicht allein ausgeführt werden. Sie soll immer in Verbindung stehen mit der Lokafisationsdiagnostik, d. h. mit
der szintigraphischen Darstellung der Schilddrüse.
Im allgemeinen ist das Maximum der Radiojod-Speicherung in der
24. Stunde erreicht. Zu dieser Zeit oder, wie die Messung ergeben
hat, schon vorher oder auch spater, wird der Patient auf den Szintigraphen gelegt und das Szintigramm angefertigt. Die physikalische
Grundlage für die Szintigraphie ergibt sich aus der Tatsache, daß
die Schilddrüse Gammastrahlen des Radiojods aussendet. Diese
Gamma-Strahlen, die aus der Schilddrüse austreten, werden von
einem Detektor, der über die Schilddrüse meanderförmig fährt, aufgenommen. Fährt dieser Detektor also zeilenförmig über die Schilddrüse und ist er elektronisch so geschaltet, daß mit einfallenden
Strahlen gleichzeitig ein Druckpunkt oder Drucfcstrich auf einem Stück
Papier auffällt, dann werden wir auf diesem Stück Papier die Wiedergabe der Schilddrüse in bildlicher Form erhalten. Theoretisch könnten wir die Abbildung der Schilddrüse auch erreichen, in dem wir
einen normalen Röntgenfilm auf die Schilddrüse aufsetzen. Da jedoch
die Gammastrahlung rein mengenmäßig sehr gering ist, müßte ein
solcher Film viele Tage lang vor der Schilddrüse des Patienten getragen werden, was technisch unmöglich ist. Die elektronische Verstärkung, die sich an den Detektor anschließt, gibt uns jedoch die
Möglichkeit, die geringe aus der Schilddrüse austretende Strahlung
zu benutzen, eine bildliche Darstellung der Schilddrüse zu erlangen.
Eine solche bildliche Darstellung wird Szintigramm oder
Scan genannt. Der Szinligraph gibt die normale Größe der
Schilddrüse wieder, bringt also eine Abbildung im Größenverhältnis 1:1.*)
Wird dazu noch die Lage des Schildknorpels und des oberen Randes des Brustbeins im Szintigramm markiert, bekommt man eine absolut genaue Wiedergabe der Schilddrüse. Zunächst kann man sich über die Größe der Schilddrüse äußern. Ferner über die Lage und über die Symmetrie oder Asymmetrie; es können bereits am Halse im
Bereich der Schilddrüse tastbare Knoten wiedergegeben
werden. Tastbare Knoten können sich im Szintigramm als
Zonen besonderer Anreicherung von Radioaktivität oder afs
Zonen mit besonders wenig Radioaktivität darstellen; man
spricht von heißen und von kühlen Knoten. Kühle oder
kalte Knoten sind stets malignomverdächtig. Die Diagnose
Malignom ist vor allem dann naheliegend, wenn außer
Fall A. K., 32 Jahre.
Abb. 2a euthyreote, plumpe Schilddrüse unter dem Szintigraphen.
Abb. 2b die gleiche Schilddrüse unter der Anger-Kamera.
Abb. 2c die gleiche Schilddrüse unter dem Kernspeicher
(3-dimensional aufgenommen).
189
lehab.
Jahrg.
*) Ein modernes Abbildungsgerät ist die Anger-Kamera, die die Darstellung der Schilddrüse in kürzester Zeit erlaubt. Ist die AngerKamera mit einem Kernspeicher und Vielkanalgerät verbunden,
kann das Organ sogar 3-dimensional dargestellt werden. Abb.
2a, b, o.
einem kühlen bzw. kalten Bezirk der tastbare Knoten besonders derb ist.
Eine Anhäufung von Radioaktivität, ein sogenannter heißer
Bezirk, kann zustande kommen dadurch, daß an dieser
Stelle mehr Schilddrüsengewebe vorhanden ist, sozusagen
hier die Schilddrüse dicker ist und dadurch eine erhöhte
Aktivität in diesem Bereich vorgetäuscht wird. Ein solch heißer Knoten kann jedoch auch tatsächlich die erhöhte Aktivität in einem umschriebenen Bezirk der Schilddrüse wiedergeben. Man spricht in solch einem Fall von einem toxischen
kompensierten Adenom. Ist dieses toxische Adenom so
stark in Tätigkeit und wirft es soviel Schilddrüsenhormon
in die Peripherie, daß die registrierende Hypophyse kein
thyreotropes Hormon mehr abgibt, so wird das normale
Schilddrüsengewebe nicht mehr in Tätigkeit sein. Man
spricht in diesem Fall von einem toxischen dekompensierten Adenom. Ein kompensiertes toxisches Adenom kann
verbunden sein mit euthyreoter, jedoch auch mit hyperthyreoter Funktionslage. Ein toxisches dekompensiertes Adenom ist meist mit hyperthyreoter Funktionslage verbunden.
Würden wir im Falle eines toxischen dekompensierten
Adenoms lediglich den 2-Phasen-Radiojod-Test ausgeführt
haben, so hätten wir die Diagnose gestellt „Schilddrüsenüberfunktion". Nach konventioneller Methode hätten wir
einen Therapieversuch mit entsprechenden funktionsbremsenden Mitteln, z. B. Favistan unternommen. Auf die Dauer
gesehen würde jedoch eine medikamentöse Therapie eines
toxischen dekompensierten Adenoms zu keinem Erfolg führen. Ein toxisches dekompensiertes Adenom muß entweder
chirurgisch oder mit Radiojod reseziert werden.*)
Sehr oft finden wir bei von außen normal großer und unverdächtiger Schilddrüse im Szintigramm kühle oder heiße
Knoten. Funktionsmäßig kann es sich hier in solchen Fällen um eine Euthyreose handeln. Die wahre Diagnose
würde jedoch z. B. in solch einem Fall heißen: euthyreote,
knotig veränderte Riesenstruma, oder euthyreote parenchymatöse Struma, oder hyperthyreote, normal große Schilddrüse.
Im allgemeinen geht die Kurve der Schilcidrüsenunterfunktion (s. Abbildung 1) einher mit einer flauen Darstellung
der Schilddrüse im Szintigramm, weil die Schilddrüse wenig
Jod-131 aufnahm.
Es kann jedoch sein, daß der auf die normale Schilddrüse
gerichtete Detektor nicht alles strahlende Gewebe aufgenommen hat. Dies ist zuweilen der Fall bei der sogenannten Zungenschilddrüse. Bei der Zungenschilddrüse finden
wir Schilddrüsengewebe im Zungengrund. Auch dieses
Gewebe wird sich, wenn es sich normal darstellt, im Szintigramm finden lassen. Es gibt auch Fälle, wo neben der
normalen Schilddrüse zusätzlich eine Zungenschilddrüse
vorhanden ist.
Auch eine große substernale Struma kann dem normalen
Strahlenkegel des Detektors entgehen, das Bild einer Euthyreose im 2-Phasen-Test wiedergeben, jedoch erst im
Szintigramm finden wir einen sogenannten großen Tauchkropf.
Schließlich kann das Funktionsbild der Schilddrüsenunterfunktion zurückzuführen sein auf mangelhafte Abgabe von
thyreotropem Hormon seitens der Hypophyse. Wir sprechen
dann von sekundärer Schilddrüsenunterfunktion. Führt man
diesem Patienten thyreotropes Schilddrüsenhormon zu, so
finden wir anschließend eine normale Funktionskurve und
eine gute Darstellung der Schilddrüse. Man spricht von
einem Stimulationstest. Der Test wird auch ausgeführt,
wenn es sich um ein toxisches dekompensiertes Adenom
nach dem Szintigramm handelt. Das vorher von dem toxischen dekompensierten Adenom unterdrückte Schilddrüsengewebe wird sich nach Anregung von thyreotropem
*) Es kann sich aus einem warmen Knoten gelegentlich im Zeitraum
von wenigen Monaten entwickeln (Abb. 3a, b).
:
all O. G,, 34 Jahre.
Hypothalamus
. 3a
a) Struma mit warmem Bezirk, euthyreot, am 30. 9. 68.
Beschwerden: schiechter Schlaf, mäßige Halsumfangszunahme in den letzten Monaten.
wenig
Abb. 3b
b) Entwicklung zu einem toxischen dekompensierten Adenom, Szintigramm vom 9. 1. 69, noch euthyreote Funktionslage.
Im Hinblick auf das Alter Empfehlung der chirurgischen
Resektion des toxischen dekompensierten Adenoms.
Hormon gut zur Darstellung bringen lassen. Erst dann können wir nach diesem Test mit Recht und ohne Zweifel von
toxischen dekompensierten Adenomen sprechen. Eine auch
mit thyreotropen Hormon nicht ausreichend zur Tätigkeit
führende Schilddrüse zeigt eine primäre Unterfunktion.
Zuweilen besteht Zweifel darüber, ob schon Überfunktion
vorliegt oder noch Euthyreose vorhanden ist. In diesem
Fall lassen wir den Patienten 5 Tage hintereinander je
100 Gamma Thybon schlucken. Ist bei einem nachfolgenden zweiten Test die Aufnahme von Radiojod um mehr als
3 0 % herabgesetzt, können wir sagen, daß der sogenannte
Suppressionstest bewiesen hat, daß es sich um eine Euthyreose handeft. fm affgemeinen ist hyperthyreotes Scfiifddrüsengewebe vom Reglerkreis (Abb. 4) unabhängig, so
daß selbst die Zufuhr von Schilddrüsenhormon in Form von
Medikamenten, das überfunktionierende Gewebe nicht
bremst. Der Suppressionstest kann demnach auch dazu
dienen, einen heißen oder warmen Knoten abzutrennen
von einem toxischen kompensierten Adenom. Bei einem
toxischen kompensierten Adenom werden wir nach Verabreichung von Schilddrüsenhormon das gesunde Gewebe
beim 2. Test unterdrückt haben und nur noch den heißen
Knoten im Szintigramm zur Darstellung bringen können.
SchJießJfch sei an die akute, subakute Schilddrüsenentzündung (De Quervain) sowie an die chronischen Schilddrüsenentzündungen des Typs Hashimoto und des Typs
Riedel gedacht.
Fehlverwertung
T3
T4-
Abb. 4
Darstellung des Reglerkreises und die Beeinflussung des
Reglerkreises von außen:
Der Hypophysenvorderlappen liefert das thyreotrope Hormon. In der Jodinationsphase rafft die Schilddrüse das Jod.
In der Jodisationsphase wird das Jod an Thyrosin gekoppelt.
Die Schilddrüse liefert die Hormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3). Das in der Biutbahn kreisende Schilddrüsenhormon beeinflußt die Tätigkeit des Hypophysenvorderlappens bezüglich der Abgabe von thyreotropem Hormon (TSH). Die Tätigkeit der Schilddrüse kann diagnostisch
überwacht werden durch Untersuchung auf PBJ-127 und T3
sowie durch den 2-Phasen-Radiojod-Test mit PBJ-131. Das
bei Jodfehlverwertung aus der Schilddrüse freiwerdende
Jod beeinflußt nicht den Reglerkreis. Diagnostisch und
therapeutisch kann die Schilddrüse beeinflußt werden durch
Stimulierung mit thyreotropem Hormon (TSH) sowie durch
Jod. Dabei kann Jodzufuhr sowohl zur Überfunktion als
auch bei großen Gaben zur Blockade der Schilddrüse
fuhren. Beim Suppressionstest wird durch medikamentös
zugeführtes Schilddrüsenhormon die Abgabe von TSH aus
dem Hypophysenvorderlappen vermindert. Die wichtigsten
antithyreoidalen Substanzen sind:
Perchlorat, Methylthiouracil, Propylthiouracil und Methylmerkaptoimidazol.
Funktionen verlaufen alle Schilddrüsenentzündungen meist
wie eine Schilddrüsenunterfunktion. Im befallenen Gebiet
findet man im Szintigramm meist eine Minderstrichelung.
Bei der subakuten De-Quervain-Schilddrüse findet man
meist einen festen harten Knoten, der an Malignom denken
läßt. Solche Schilddrüsen werden daher meist unter Malignomverdacht operiert, und erst der Pathologe bringt den
Befund De Quervain.
Auch bei der chronischen Schilddrüsenentzündung des
Typs Hashimoto sowie des Typs Riedel wird vorzugsweise
an Malignom gedacht, weil ein kühler Bezirk im Szintigramm festgestellt und weil tastmäßig der befallene Bezirk
hart ist.
Die beste Prognose hat die akute Schilddrüsenentzündung,
wenn sie rechtzeitig erkannt, mit Antibiotika und zu Beginn mit Röntgenbestrahlung (Entzündungsbestrahlung) behandelt wurde.
Auch bei der subakuten Thyreoiditis De Quervain kann eine
Entzündungsbestrahlung angebracht erscheinen.
Die meisten Schifddrüsenentzüncfungen befaffen nicht das
ganze Organ, sondern nur Teile davon. Daran muß gedacht
werden. Nach Ablauf einer Entzündung bleibt zuweilen ein
kleiner arbeitender Parenchymrest stehen.
Bis jetzt wurde nicht auf die Klinik der Schilddrüsenüberoder Unterfunktion eingegangen. Es gibt keine klinischen
sicheren Zeichen, welche eine Schilddrüsenüberfunktion
beweisen. Das häufigste klinische Zeichen der Schifddrüsenüberfunktion ist jedoch das Gefäßrauschen, mit dem
Stethoskop hörbar über der Schilddrüse. Das tastbare
Schwirren ist selten. Es muß darauf hingewiesen werden,
daß auch eine ausgeheilte Schilddrüsenüberfunktion, welche
sich nach der Therapie in euthyreoter Funktionslage befindet, oft das Gefäßrauschen beibehält. Jedoch zeigt das
Fehlen des Gefäßrauschens über der Schilddrüse nicht, daß
keine Schilddrüsenüberfunktion vorliegt. Die Therapie der
Schilddrüsenüberfunktion richtet sich vor allem nach dem
Grad der Überfunktion, nach der Größe der Schilddrüse
sowie nach dem Alter des Patienten. Eine normal große,
überfunktionierende Schilddrüse eines Patienten bis zum
35. Lebensjahr wird man mit funktionsbremsenden Mitteln
wie Favistan behandeln. Niemals sollte ein funktionsbremsendes Mittel allein gegeben werden, weil thyreotropes
Schilddrüsenhormon von der Hypophyse dann vermehrt abgegeben wird und die Schilddrüse zur Vergrößerung anregt. Die Folge einer Favistantherapie ohne gleichzeitige
Verabreichung von Schilddrüsenhormon würde also zwar
eine normale Funktionslage, jedoch die Entwicklung eines
Kropfes zur Folge haben. Eine überfunktionierende Struma
bei einem Patienten unter 35 Jahren kann neben medikamentöser Therapie auch chirurgischer Resektion zugeführt
werden. Jenseits der 35 Jahre kann man bei alten Schilddrüsenüberfunktionen an Radiojod-Resektion denken. Sie
ist bei kreislaufgeschwächten Patienten die Therapie der
Wahl.
Das Prinzip der sogenannten Radiojod-Resektion bei
Schilddrüsenüberfunktion:
Die Wirkung der Radiojod-Behandlung bei der Schilddrüsenüberfunktion beruht auf der Tatsache, daß Radiojod
auch Betastrahlen aussendet, welche im Gewebe einige
Millimeter weit eine ionisierende und zellvernichtende Wirkung haben. Es gibt mehrere Rechenverfahren, um die
Dosis von Radiojod festzulegen, die notwendig ist, um die
entsprechende Schilddrüsenüberfunktion zu behandeln.
Alle diese Rechenverfahren bringen jedoch kein überzeugendes Resultat. Die Erfahrung in der Behandlung mit
Radiojod bei Schilddrüsenüberfunktion ist durch kein
Rechenverfahren zu ersetzen.
Im allgemeinen wird eine normal große, überfunktionierende Schilddrüse mit 4—6 mC Radiojod behandelt. Je
größer die Schilddrüse ist, desto mehr Radiojod kann gegeben werden. Es hat sich das Verfahren der fraktionierten
Radiojod-Behandlung bewährt, das heißt, daß man zunächst eine kleinere Dosis Radiojod gibt, kleiner als man
zunächst glaubt die Oberfunktion behandeln zu müssen. Da
die Wirkung der Radiojod-Behandlung erst nach 4—8
Wochen zum Tragen kommt, kann man nach V4-V2 Jahr
ggfs. eine Nachresektion, vielleicht sogar später eine zweite
oder dritte Nachresektion ausführen.
191
tehab
Jahrg!
Weil, wie oben dargelegt, das Jod-131 neben der nur
Millimeter weit dringenden Beta-Strahlung vor allem die
Gammastrahlung, welche zur Diagnostik benutzt wird, aussendet, muß der sich der Radiojod-Resektion unterziehende
Patient nach der Ersten Strahlenschutzverordnung für einige
Tage in ein Einzelzimmer gelegt werden, zumindest so
lange, bis er in der Schilddrüse nur noch 2 mC Radiojod
hat.
Ein toxisches dekompensiertes Adenom benötigt im allgemeinen 10—20 mC Radiojod. Neuerdings ist man auch dazu
übergegangen euthyreote Strumen, vor allem bei älteren
Leuten, mit Radiojod vorteilhaft zu behandeln. Man kann
mit Radiojod-Behandlung der Strumen doch meist eine
Halsumfangsverkleinerung um einige Zentimeter erreichen.
Wichtig zu wissen ist, daß die Radiojod-Wirkung, wie dargelegt, erst einige Wochen nach Verabreichung zur Auswirkung kommt. Es gilt deshalb auch oft die Zeit zwischen
der Radiojod-Gabe und dem Einsetzen der Wirkung zu
überbrücken. Dazu eignet sich z. B. Reserpin oder die
üblichen dämpfenden Mittel. Frühestens nach einer Woche
sollte man mit Favistan beginnen, weil Favistan ja das
rücklaufende Radiojod hindert, wieder in die Schilddrüse
hineinzukommen. Weil die Radiojod-W/rkung so spät zum
Tragen kommt, kann eine Thyreotoxikose zunächst auch
nicht mit Radiojod behandelt werden. Im Vordergrund der
Behandlung der Thyreotoxikose steht die starke Jodzufuhr, z. B. mit 500 mg Jod als Tagesdosis in Form von
Lugoischen Tropfen peroral oder in Form von z. B. 4 ml
indojodin als Injektion. Wegen der Erschöpfung der Nebennierenrinde kann zusätzlich mit 100—200 mg Cortisol in
Form eines Dauertropfs behandelt werden.
Zusätzlich können Breitbandantibiotika erforderlich werden.
Die Gabe von Atosil und Haloperidol ist vorteilhaft.
Bei starker Austrocknung ist intravenöse Flüssigkeitszufuhr notwendig. Erst wenn die Thyreotoxikose überwunden
ist, kann an Radiojod-Zufuhr gedacht werden. Die Radiojod-Therapie ist aber erst dann sinnvoll, wenn die Blockade
der Schilddrüse durch die vorangegangene Jodgabe aufgehoben ist. Da vorher viel Jod gegeben wurde, um die
Thyreotoxikose zu beheben, kommt also eine Radiojod-Behandfung meist erst viele Wochen nach Überstehen der
Thyreotoxikose in Frage. Die Behandlung der Schilddrüsenüberfunktion sowie die Behandlung von Strumen mit Radiojod kommt in unserer Abteilung erst in Frage bei Patienten
jenseits des 35. Lebensjahres, im allgemeinen jenseits des
45. Lebensjahres. Man muß wissen, daß, gleichgültig, ob
die Schilddrüsenüberfunktion mit Radiojod oder durch
chirurgische Resektion behandelt wurde, nach der Therapie
der Radiojod-2-Phasen-Test meist in gleicher Form verläuft
wie vor der Überfunktion. Die Ursache ist darin zu sehen,
daß das verbliebene Gewebe meist weiterhin in Überfunktionslage liegt. Man spricht von limitierter Überfunktion.
Selbst PBJ-131 bleibt erhöht, weil der sogenannte Jodpool
verkleinert ist und beschleunigt Radiojod durch das verbJiebene Schiiddrüsengewebe hindurchgeschleust wird.
Auch nach erfolgreicher Behandlung mit Favistan haben
wir solche Kurven wie bei Überfunktion oft weiterhin beobachtet. In solchen Fällen bewährt sich der T3-Test und
PBJ-127, welche Ergebnisse bringen, die die wahre Funktionslage wiedergeben (Abb. 5). Unser Institut liegt mitten
in einem endemischen Kropfgebiet: Koblenz liegt sozusagen im Mittelpunkt von Hunsrück, Eifel und Westerwald.
Die häufigste Diagnose ist also bei uns Struma. Diese
Struma ist meistens euthyreot.
Noch häufiger als die Diagnose euthyreote Struma ist jedoch die Diagnose normaf große, euthyreote Schilddrüse.
Eine solche Diagnose wird oft vom überweisenden Arzt
widerwillig entgegengenommen. Er hatte eine sichere
Überfunktion angenommen und ist enttäuscht, daß diese
Überfunktion durch den Radiojod-Test nicht bestätigt ist,
Der überweisende Arzt sollte sich jedoch mit dieser Diagnose zufrieden geben und sollte froh sein, daß die Schilddrüsenüberfunktion ausgeschlossen ist und daß er praktisch einen Patienten mit der sogenannten „vegetativen
Dystonie" vor sich hat. Der Nuklearmediziner kann ihm in
diesem Fall empfehlen zu behandeln wie bei „vegetativer
Dystonie". Euthyreote, normal große Schilddrüse ist eine
Diagnose, die dem überweisenden Arzt auch sagt, daß ein
Fall K. A. I2jähriges Mädchen.
Fall G. M, 40 Jahre
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Abb. 5
Struma mit ungleichmäßiger Aktivitätsverteilung; RadiojodTest: Nach 8 Stunden 75%, nach 47 Stunden 56% gespeichert; PBJ-131 1,57'%/1. Deutliches Gefäßschwirren
über dem rechten Schilddrüsenlappen. T3-Test jedoch mit
24% und PBJ-127 mit 4 Gamma normal. Vorausgegangen
war eine Behandlung mit Pitufrin. Der T3-Test und PBJ127 beweisen, daß trotz des hier für Schilddrüsenüberfunktion typischen Kurvenverlaufs und trotz des erhöhten
PBJ-131 zum Zeitpunkt der Untersuchung eine euthyreote
Struma vorlag.
evtl. bestehender Hochdruck nicht auf die Schilddrüse zurückzuführen ist; eine Diagnose, die ihm mitteilt, daß die
Herzbeschwerden nicht auf die Schilddrüse zurückzuführen
sind, eine Diagnose, die aussagt, daß die Schilddrüse nicht
die Ursache für eine Körpergewichtsabnahme ist. Eine
Diagnose, die sicher aussagt, daß die nervösen Erscheinungen des Patienten nicht auf die Schilddrüse zurückzuführen
sind. In diesem Sinne ist eine solche Ausschlußdiagnose
überaus wertvoll. Relativ selten ist die Diagnose Schilddrüsenunterfunktion, die zunächst zu trennen ist in primäre
Unterfunktion, wenn kein Schilddrüsengewebe vorhanden
ist und wenn der Stimulationstest ebenfalls keine Schilddrüsenaklivität mehr erbrachte. Hier hilft nur Substitution
mit Schilddrüsenhormon, z. B. täglich 1 Tablette Novothyral.
Bei der sekundären Schilddrüsenunterfunktion, bei der zu
wenig thyreotropes Hormon von der Hypophyse abgegeben
wird, hilft die Verabreichung von TSH nur vorübergehend.
Eine sekundäre Schilddrüsenunterfunktion zwingt den Arzt
dazu, eine gezielte Hypophysenuntersuchung zu veranlassen sowie schließlich auch Schilddrüsenhormon zu verabreichen.
Wie oben ausgeführt, ist die Schilddrüsenunterfunktion
häufig die Folge einer Schilddrüsenentzündung. Sie kann
auch die Folge einer zu starken Radiojod-Resektion oder
einer übermäßigen chirurgischen Resektion sein. Schließlich ist an die angeborene Schilddrüsenunterfunktion zu
denken. Eine Patientin mit einer Schilddrüsenunterfunktion wird im allgemeinen ein euthyreotes Kind gebären.
Die Durchführung des Radiojod-Schilddrüsentestes, insbesondere jedoch die Durchführung der Radiojod-Resektion
während der Schwangerschaft ist nicht erlaubt. In diesem
Fall muß man sich mit den in-vitro-Testen, dem PBJ-127
und dem T3-Test behelfen.
Bei Kindern verabreicht man eine besonders kleine Dosis
Radiojod, um die Funktion zu untersuchen, benutzt aber
zur Darstellung der Schilddrüse im Szintigramm das dem
RadioJod-131 gleichwertige Radio-Tectmetium, das den Vorteil hat, ein reiner Gamma-Strahler zu sein, der die Schilddrüse praktisch nicht schädigt. Die Szintigraphie mit Radio-
Abb. 6
Normalgroße, unauffällige Schilddrüse in euthyreoter Funktionslage. Kein Knoten in der Schilddrüse tastbar; jedoch
harter Lymphknoten am Hals re.
Exstirpation des Knotens und histologische Untersuchung
(Prof Dr. med. H. Kaiserling): Metastase eines malignen
pappiiären Adenoms der Schilddrüse.
Erneute Szintigraphie der Schilddrüse unter den verschiedensten Bedingungen; in keinem Szintigramm war ein
kalter Knoten auffindbar.
Freilegung der Schilddrüse: Über reiskorngroßer Primärtumor im rechten Schilddrüsenlappen.
technetium setzt sich gegenüber der Szintigraphie mit
Jod-131 aus Gründen der Strahlenbelastung mehr und
mehr durch.
Zur Therapie des Schilddrüsenmalignoms:
In einem heißen Knoten ist außerordentlich selten Malignität nachzuweisen. Malignome befinden sich vorwiegend in
kalten Zonen der Schilddrüse. Findet man einen derben,
kalten Knoten, so ist der Patient möglichst schnell dem
Chirurgen zuzuführen. Ihm bleibt überlassen, ob er nur
den Knoten, einen Lappen oder die gesamte Schilddrüse
reseziert (Abb. 6).
Der Versuch einer Radiojod-Resektion eines Mafignoms
der Schilddrüse ist deshalb meist ohne Zweck und ohne
Sinn, weil ja der Knoten Radiojod nicht oder zu wenig
speichert. Nur bei Speicherung von Radiojod, eine Tatsache, die sich aus dem Szintigramm ergibt, ist RadiojodResektion des Malignoms möglich. Es ist nicht selten, daß
Metastasen eines Schilddrüsenmalignoms in Wirbelsäule,
Brustbein und Knochen gefunden werden. Speichert eine
solche Metastase Radiojod, dann ist der Versuch der Radiojod-Therapie der Metastase sinnvoll.
Leider wird jedoch, obwohl Radiojod dann in massiven
Dosen gegeben wird, obwohl auch die Metastasen im
Knochensystem zum Verschwinden gebracht werden, auf
die Dauer gesehen, keine Heilung erreicht. Auch die Behandlung einer Knotenstruma mit vorwiegend kühlen Knoten ist sinnlos, weil die kühlen Knoten ja Radiojod nicht
aufnehmen. Auch hier bleibt nur die chirurgische Resektion
übrig. Strumenträger unter 25 Jahren sollten jedoch im allgemeinen dem Chirurgen noch nicht zugeführt werden. Bei
Patienten unter 25 Jahren hat sich immer noch die medikamentöse Therapie mit der Verabreichung von Schilddrüsenhormon sehr bewährt. Die Gabe von täglich V2 oder
1 ganzen Tablette Novothyral greift in den Reglerkreis oft
so genügend ein, daß über die Hypophyse das Wachstum
der Schilddrüse gebremst wird, ja sie sich sogar zurückbildet. Die Medikation muß mindestens V2—I Jahr durchgeführt werden. Findet man im Radiojod-2-Phasentest eine
besonders hohe Jodavidität und kann man an Jodmangelstruma denken, so kann zusätzlich die Verabreichung von
kleinen Mengen Jod, z. B. alle 14 Tage 10 Tropfen Lugolscher Lösung in einem Glas Wasser, vorteilhaft sein.
Auch nach chirurgischer Resektion einer Struma sollte der
Radiojod-Test wiederholt werden, um die Funktion des verbliebenen Gewebes festzustellen.
192
Physik
10. Jäh
Insbesondere erscheint die Rezidivbehandlung mit Schilddrüsenhormon vorteilhaft zu sein.
Praktisch verschreiben wir jedem Patienten, der sich einer
chirurgischen Strumaresektion unterzog, für mehrere Monate Schilddrüsenhormon, um über die Hypophyse in den
Regierkreis einzugreifen, um ein Rezidiv zu vermeiden.
Spricht man von der Schilddrüsenfunktion, so sollte nicht
vergessen werden, an die endokrine Ophthalmopathie zu
denken. Ein endokriner Exophthalmus liegt dann vor, wenn
PBJ-131 erhöht ist, wenn der Suppressionstest festgestellt
hat, daß vom Reglerkreis unabhängig arbeitendes Gewebe
in der Schilddrüse vorhanden ist. Ist der Exophthalmus
mit Schilddrüsenüberfunktion verbunden, so kann man
höchstwahrscheinlich in jedem Fall von endokriner Ophthalmopathie sprechen. Die fraktionierte Radiojod-Resektion
erscheint zur Behandlung eines Exophthalmus vorteilhafter
als die chirurgische Resektion. Nach chirurgischer Resektion ist nicht selten eine Verschlechterung des Exophthalmus zu beobachten. Ein endokriner Exophthalmus ist nicht
ausgeschlossen, wenn der Radiojod-2-Phasen-Test ein normales Ergebnis erbracht hat.
In diesem Zusammenhang sei noch einmal auf die Bedeutung von PBJ-131 hingewiesen: PBJ-131 ist so gut wie
immer erhöht bei der Schilddrüsenüberfunktion. Es ist sehr
häufig erhöht nach Radiojod- oder chirurgischer Resektion
einer Schilddrüsenüberfunktion oder einer Struma. PBJ-131
ist aber auch oft erhöht nur beim Vorliegen einer euthyreoten Struma. In einzelnen Fällen kann man die Erhöhung
des PBJ-13"! in die vorliegenden Krankheitsfälle nicht einordnen.
Besteht der Exophthalmus nicht allzu lange und ist PBJ-131
erhöht, muß man einen endokrinen Exophthalmus annehmen.
Ist PBJ-131 stark erniedrigt und die Serumaktivität hoch,
so muß an Jodfehlverwertung gedacht werden: In diesem
Fall wird zwar genügend Jod von der Schilddrüse angenommen, jedoch ist das von der Schilddrüse abgegebene
jodhaltige Molekül kein vollwertiges Schilddrüsenhormon.
Jodfehlverwertungen sind daher so gut wie immer mit Vergrößerung der Schilddrüse verbunden, weil die Hypophyse
vermehrt thyreotropes Hormon abgibt, um die Schilddrüse
selbst zur Produktion von ausreichendem Schilddrüsenhormon anzuregen. Schließlich muß noch an die seltenen
Fälle gedacht werden, bei denen klinisch das absolut
sichere Bild einer Schflddrüsenüberfunktion vorliegt, jedoch der Radiojod-2-Phasen-Test nicht die klassische Umsatzsteigerung in der Kurve und in PBJ-131 bringt. Hier
muß daran gedacht werden, daß nicht das normale Verhältnis von T4 und T3 in der Produktion vorliegt. Normalerweise wird bedeutend mehr Thyroxin als Trijodthyronin
gebildet. In seltenen Fällen jedoch wird mehr Trijodthyronin als Thyroxin von der Schilddrüse hergestellt.
Dabei muß man wissen, daß Trijodthyronin etwa die 5- bis
8fache biologische Wirkung des Thyroxin hat. Wird also
bedeutend mehr Trijodthyronin als Thyroxin hergestellt, so
193
tehab.
Jahrg.
kann der Radiojod-2-Phasen-Test normal verlaufen, aber
das klassische Bild der Sch'üddrüsenüberfunktion vorliegen.
In solchen Fällen kann endgültig nur die Diagnose damit
gestellt werden, daß funktionsbremsende Mittel wie Favistan, lrenat, Methylthiouracil, Propylthiouracil gegeben werden, und man nach positivem Erfolg der Tablettentherapie
sich schließlich dazu äußern kann, daß in diesem seltenen
Fall mehr T3 als T4 produziert wurde.
Zusammenfassend kann gesagt werden:
Die Radiojod-Schilddrüsenuntersuchung setzt sich zusammen aus der Funktionsdiagnostik und der Lokalisationsdiagnostik.
Es gehört zum Radiojod-Schilddrüsentest die Untersuchung
auf die Funktion mit Hilfe der Messung des Radiojods über
der Schilddrüse sowie mit Hilfe der Bestimmung von PBJ131. Ferner gehört zur Radiojod-Schilddrüsenuntersuchung
die Herstellung eines Szintigramms, um festzustellen, in
welchen Teilen der Schilddrüse das Radiojod gespeichert
wird. Aus der Funktionsdiagnostik und dem Szintigramm
ergibt sich der Vorschlag der Therapie.
In 80—90'% der Fälle wird man eine richtige Diagnose
stellen können. Den. Prozentsatz kann man erhöhen, wenn
zusätzlich PBJ-127 und der T3-Test ausgeführt werden.
Mit diesen zusätzlichen Untersuchungen wird man sich dem
wahren Befund auf fast 100% nähern können.
Die Radiojod-Diagnostik sollte nicht bei Schwangeren ausgeführt werden. Die Radiojod-Therapie kommt im allgemeinen erst bei Patienten über 35 Jahren in Frage. Bei jeder
unklaren Herzerkrankung, bei jeder Tachycardie, bei jeder
psychiatrischen Erkrankung sollte an toxisches kompensiertes bzw. toxisches dekompensiertes Adenom gedacht
werden. Die Diagnose euthyreote, normalgroße Schilddrüse
gibt dem überweisenden Arzt den wertvollen Hinweis, daß
Körpergewichtsabnahme, Herzbeschwerden, Übererregbarkeit, Kloßgefühl im Hals, starkes Schwitzen usw. nicht von
der Schilddrüse herrühren. Er hat die Ursache der angegebenen Symptome anderenorts zu suchen. Die medikamentöse Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion oder
-Unterfunktion sowie die chirurgische oder Radiojod-Resektion einer Schilddrüse sollte ohne Radiojod-Test nicht stattfinden.
Literatur
H. SCHWIEGK und F. TURBA: Künstliche radioaktive Isotope in Physiologie, Diagnostik und Therapie. Springer-Verlag (Berlin — Göttingen — Heidelberg), 1961, Seite 576—644.
H. WEISSENSTEIN und E. FELLER: Die Ergebnisse des Radiojodschilddrüsentestes bei Wehrpflichtigen. Wehrmedizinische Monatsschrift, 11. Jahrgang, 1967, Heft 6, Seite 179-186.
W. HORST: Klinische Radiojoddiagnostik der Schilddrüsenerkrankungen,
in Strahlenbiologie, Strahlentherapie, Nuklearmedizin und
Krebsforschung Ergebnisse 1952—1958. Georg-Thieme-Verlag, Stuttgart 1959.
K. OBERDISSE und E. KLEIN. Die Krankheiten der Schilddrüse, im
Georg-Thieme-Verlag, Stuttgart, 1967.
L. HEILMEYER, G. HOFFMANN, W. KEIDERLING: Radio-Isotop© in der
Endokrinologie. Erste Jahrestagung der Gesellschaft für Nuklearmedizin. Freiburg i. Br., 17.—19. Oktober 1963. F. K. Schattauerverlag, Stuttgart, 1965.
Anschrift des Verf.: Dr. med. WEISSENSTEIN, 54 Koblenz, Zentrallazarett d. Bundeswehr.
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Technik und Indikation der klassischen Akupunktur
Man darf heute annehmen, daß alle Ärzte schon über Akupunktur gehört haben, wenn auch vielleicht nur teilweise.
Auf Grund des Themas, möchte ich besonders zum Praktiker sprechen, kann ihm aber ein Minimum an Theorie nicht
ersparen. Aufbau und Gliederung der Akupunktur haben wir
vollinhaltlich aus China übernommen. In diesen alten Quellen ist Medizinisches sehr stark mit Philosophie durchsetzt.
Wir versuchen, das Essentielle herauszuheben.
Nach diesen Vorstellungen kreist im Organismus eine Energie (Tsri), die als Summe aller Lebensvorgänge definiert
wird, in genau vorgezeichneten Bahnen, — den sogenannten Meridianen oder Kings, — auf denen die Punkte der
Akupunktur liegen, und die diesen Energiestrom steuern
können. Diese Energie kommt in zwei Qualitäten vor, die
Yang und Yin genannt werden. Als Mediziner dürfen wir
statt dessen Sympaticus und Vagus sagen. Damit sind wir
wieder in unserem modernen medizinischen Denken. Die
Meridiane sind mittels elektrischer Hautwiderstandsmessungen von der Umgebung zu isolieren, jedoch histologisch
nicht nachweisbar. Einige von ihnen entsprechen bekannten Schmerzverläufen, so z. B. der sogenannte Herzmeridian dem Ausstrahlungsschmerz der Angina pectoris, ein
Teil des Blasenmeridian dem Ischiasschmerz, usw.
Auch die Punkte entsprechen in Lokalisation und Indikation den wenigen, normalerweise in unserer Medizin bekannten und verwendeten Hautpunkten, so z. B. die Valleyschen Druckpunkte, der Boassche Punkt, der Virchowsche
Drüsenpunkt etc. Sie unterscheiden sich ebenfalls in der
elektrischen Hautwiderstandsmessung signifikant von ihrer
Umgebung, sind jedoch auch histologisch als besondere
Hautpunkte nachweisbar (Kellner). Sicher werden Sie entweder persönlich oder bei Ihren Patienten schon manchmal
erlebt haben, daß ein Punkt auf der Haut ohne ersichtlichen Grund spontan oder bei Berührung ein anderes,
manchmal sogar unangenehmes Gefühl vermittelt, als Hautzonen unmittelbar daneben. Dann hat man meist einen echten Akupunkturpunkt vor Augen. Die Haut selbst hat eine
Mittlerfunktion zur Umwelt, die Subcutis stellt die Verbindung einzelner Körperpartien über den ganzen Organismus
her. In ihr finden wir größere Mengen von Bindegewebe.
Durch die Arbeiten Pischingers wissen wir, daß eine im
Bindegewebe einige Zeit verweilende Metallnadel in der
Lage ist, regulative Änderungen des Gesamtorganismus
hervorzurufen, die mit geeigneten Meßmethoden dargesteift
werden können. Dies ist ein Beweis für das Grundsystem
der Akupunktur. Die von uns behauptete und in der täglichen Praxis immer wieder gesehene spezifische Wirkung
der verschiedenen Punkte wurde von Bergsmann, Bischko
und Stacher in verschiedenen Versuchen aufgezeigt. Auf
andere Weise kamen auch zahlreiche andere Autoren zum
selben Schluß. Wir wissen — wieder von Pischinger — daß
die Regulation von drei Steuerzentren oder Polen aus vor
sich geht, nämlich einem nervalen (für die rasche Reaktion
verantwortlich, wie etwa beim Sekundenphänomen), dann
einem neurohormonellen (etwa im Sinne der Streßbeantwortung mit phasischem Ablauf) und schließlich einem humoralen, das die protrahierte Wirkung eines Reizes hervorruft, als primitives Grundregulationssystem angesehen werden darf und, beispielsweise bei einem Stich, den Gesetzen
der Wundheilung folgt (Kellner). In der Akupunktur wird
nun gerade an diesen zitierten Punkten eine Metallnadel,
in der klassischen Form eine Gold- oder Silbernadel, mehr
oder minder tief, jedoch immer in die Subcutis reichend,
eingestochen und je nachdem zwei bis zehn Minuten liegen gelassen. Die Akupunktur trägt somit Zeichen einer
Hautreiztherapie (jedoch nur auf kleine, etwa 5 mm im
Durchmesser große, spezifische Hautpunkte wirkend), ferner die einer Neuraltherapie (jedoch ohne Einspritzung
eines Wirkstoffes, aber mit längerem Verweilen in Cutis
und Subcutis), darüberhinaus bewirkt sie aber noch eine
energetische Steuerung, wobei dieser Begriff hier noch
neu ist. Da wir vorher die Energie als die Summe aller
Lebensäußerungen definiert haben, andererseits aus der
Physik wissen, daß Energie von physikalischen Größen auf
chemische und umgekehrt umgewandelt werden kann, dürfen wir annehmen, daß solche Änderungen auch durch den
Nadelstich sowohl physikalisch (insbesondere elektrisch) als
auch chemisch (im Verlaufe der Wundheilung) hervorzurufen sind. Wir wissen weiter, daß der physikalische Reiz
bei nervös-vegetativen Efferenzen im terminalen Bereich
chemisch sich umwandelt und so wirkungsvoll wird. Ebensolche Vorgänge finden sicher bei der Akupunktur statt und
können damit den Begriff humoral erklären, der uns auch
aus der Milieutheorie her geläufig ist. Näher auf die Theorie,
sowie die beweisenden Versuche, einzugehen, soll dem
Kurs vorbehalten bleiben.
Die reine Technik der Nadelung ist relativ einfach. Auf die
Punkte, die je nach Symptomatik bzw. energetischer Ausgangslage gewählt werden — und deren Topographie und
Indikation man natürlich kennen muß — sticht man Goldoder Sifbernadefn von etwa zwei bis vier Zentimeter Länge
ungefähr 2 bis 8 Millimeter tief ein, je nach Hautpartie
verschieden. Der Einstich ist kaum schmerzhaft, es kommt
nach kurzer, individuell verschiedener Zeit zur Ausbildung
eines roten Hofes um die liegende Nadel, der 2-MarkstückGröße nicht überschreiten soll. Sodann werden die Nadeln
herausgezogen, was ganz leicht und ohne Widerstand möglich sein muß. Während der Nadelung spüren die Patienten ein eigenartiges, als elektrischer Schfag, Kribbeln oder
Wärmegefühl beschriebenes Gefühl, das nicht selten über
eine längere Strecke sich fortsetzt, die wieder dem Verlauf
der sogenannten Meridiane entspricht. Die Nadeln können
nach oberflächlicher Reinigung mittels Alkohol wieder verwendet werden, da es, auf Grund der oligodynamischen
Wirkung der Edelmetalle, Infektionen nicht gibt.
Was geschieht nun bei dieser Akupunktur und wo ist sie
angezeigt? Wir wissen noch immer nicht hundertprozentig,
warum diese oder jene Phänomene nach unseren Stichen
auftreten, aber das weiß man auch nicht immer in der allgemeinen Medizin und sol! uns daher nicht betrüben, wichtig ist, daß sie stereotyp auftreten. Die Grenzen ihrer Anwendung müssen wir aber sehr genau stecken, am besten
mittels eines Lehrspruches von de la Fuye, dem Vater der
modernen, europäischen Akupunktur. Er sagt: Die Akupunktur benützt Einstiche von Gold- und Silbernadeln in genau
festgelegte, spontan — oder druckempfindliche Hautpunkte
zu diagnostischen und/oder therapeutischen Zwecken bei
funktioneffen, reversiblen Erkrankungen oder Störungen.
Das ergibt also ein breites Spektrum durch die gesamte
Medizin, wobei als Vorteil noch zu bemerken wäre, daß
die Akupunktur insbesondere dort wirksam ist, wo man mit
üblichen Methoden kaum Resultate erzielen kann. Dies
erklärt sich durch die ausschließliche Wirkung der Akupunktur auf und über das vegetative System, das wir in unserer Medizin sonst bedeutend weniger beeinflussen können. Ganz kurz könnte man ihre Grenzen auch noch folgendermaßen definieren: Sie wirkt überall dort, wo etwas
gestört ist und nicht, wo etwas zerstört ist.
Hier kann ich natürlich nur die Eigenschaften einzelner
wichtiger Punkte bringen, aber schon dieses Wenige kann
man in jeder Praxis sowohl diagnostisch als auch therapeutisch verwenden. Natürlich kann man am Anfang statt
den vorschriftsmäßi.qen Nadein notfalls eine Kanüle (allerdings steril), aber auch Einspritzungen an diesen Punkten
verwenden bzw. vornehmen. Die von mir angeführten
Punkte werden mit der Kurzform der Meridianbezeichnung
und einer Nummer angeführt Es gibt zwölf solche Meridiane, beiderseitig am Körper spieaelbildlich gleich vorhanden, auf denen eine Zahl von 9 bis 67 Punkten liegen.
Diagnostisch kann man die Punkte dahingehend ausnützen,
J. Bis«
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195
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daß etwa ein besonderer Spontanschmerz oder ein inadäquater Druckschmerz als Hinweis auf eine Schädigung des
dem Meridian entsprechenden Organs oder einer Funktionsgruppe gewertet werden kann Natürlich können in
der Therapie mehrere Punkte kombiniert gegeben werden,
ferner kann man auch die Akupunktur mit allen anderen
medizinischen Methoden verbinden, mit Ausnahme der
Strahlentherapie.
Bevor wir zu den Kriterien und der Lokalisation einiger
wesentlicher Punkte kommen, mochte ich ein kurzes
Schema der Meridiane geben.
1 Herz
(H) (besonders psychisch wirksam)
2 Dünndarm
(DuD) (schleimhautwirksam und
spasmolytisch)
3 Blase
(Bl) (Ausscheidungsmeridian)
4 Niere
(N) (Dissimilation und Kreislauf
NNi)
5 Kreislauf-Sexualität (KS) (dem Namen entsprechend
verwendbar)
6 Dreifacher Erwarmer (3E) (ein rem funktioneller Meridian, der die Atmungs-, Verdauungs- und Urogenitalfunktion gemeinsam verkörpert)
7 Gallenblase
(Qb) (psychisch und antispasmodisch verwendet)
8 Leber
(Le) (Meridian der Assimilation)
9 Lunge
(Lu) (Atmungsfunktion
und Stauungen)
10 Dickdarm
(DiD) (Schleimhaut
und Ausscheidung)
11 Magen
(M) (Verdauung, psychisch und
Kreislauf)
12 Milz-Pankreas
(MP) (Bindegewebe)
Damit haben wir die Meridiane abgeschlossen, es folgen
noch 2 sogenannte Gefäße oder Mo auf denen auch zahlreiche Punkte liegen, die jedoch mit dem oben beschriebenen kontinuierlichen Energiefluß nichts zu tun haben
13 Konzeptionsgefaß (KG) (es entspricht der ventralen
(Jenn-Mo)
Medianen und ist somatisch
wirksam)
14 Gouverneurgefaß
(GG) (es entspricht der dorsalen
(Tou-Mo)
Medianen zieht über alle
Dornfortsatzspitzen und ist
mehr psychisch wirksam
Aber nun zu den eigentlichen Punkten
Im Gesicht finden wir im Foramen supraorbitale den Punkt
Blase 2 Er ist wichtig bei Sinusitis, Rhimtis vasomotona
und Stirnkopfschmerzen Er wird gerne kombiniert, zur besseren Wirkung, mit PdM (Point de merveille), der auf der
Mitte der Nasenwurzel gelegen ist und praktisch gleiche
Indikationen hat Für die blumigen Namen bin ich nicht
verantwortlich, man sollte sich aber nicht daran stoßen
Alle Punkte auf Mittellinien sind nur einfach vorhanden
Dickdarm 20 liegt am oberen Ende der Nasolabialfalte,
naturlich wieder beiderseits Er ist ebenfalls ein Hauptpunkt
der Rhimtis vasomotona und kann ebenfalls zu den vorgenannten hinzugefugt werden Er gibt sofort freie Nasenatmung, auch nur bei Druck mit dem Fingernagel Auch
bei Anosmie wird man diesen Punkt einsetzen.
Gallenblase 3 liegt etwa V2 Querfinger oberhalb der Mitte
des Jochbeins Auch er wirkt bei allen Rhimtisformen
unterstutzend, seine Hauptwirkung ist jedoch bei Kopfschmerzen und Regelstörungen gegeben Auch bei Schwindel und Meniere wird er stets verwendet Bei den Regelstörungen kombinieren wir ihn gerne mit GG 16, Bl 31
und MP 6 (siehe diese) Vielleicht darf ich an seinem Beis |e
P ' kurz einmal die rein diagnostische Verwendung eines
Akupunkturpunktes aufzeigen Ist also dieser Punkt spon-
*6n3D
Jahrg
tan- oder druckschmerzhaft
wissen wir
daß etwa be-
stehende Kopfschmerzen eine hormonelle Komponente (bei
Frauen) haben oder mit Schwindel einhergehen Finden wir
nun bei einer Frau auch die Punkte GG 16 und Bl 31 stark
druckempfindlich, können wir den Schwindel streichen
und uns ganz auf eine hormonelle Ursache festlegen. Sind
sie n'cht empfindlich, so überprüft man die Schwindelpunkte etwa KG 6 ist dieser auch sehr irritiert, wird man
eine Schwindelbehandlung beginnen Ist er nicht empfindlich, untersucht man Bl 2 und DiD 20, die Punkte der
Rhimtis und Sinusitis Sind diese schmerzhaft, so haben
wir eine Sinusitis oder Rhimtis als Ursache der Cephalea
vor uns und können diese nun behandeln, wobei es freisteht, welcher Heilmethode man sich bedient
Aus dem bisher Gesagten ergibt sich also für den Praktiker insbesondere am Land, eine sehr schnelle und zuverlässige Methode der Orientierung, die ihm einen sofortigen zielstrebigen Einsatz jedweder Therapie bietet Sinngemäß gilt dieses Beispiel natürlich auch für alle weiteren
angeführten Indikationen der Punkte Doch nun zum Hinterkopf
Blase 10 er liegt am unteren Rand des Occiputs, zwei
Querfinger lateral der Medianen an den distal weisenden
Spitzen des Knochens Er ist ein Hauptpunkt der Cephaleen und wirkt auf den Vagus, wahrend
Gallenblase 20 gleiche Indikationen hat, aber auf den Sympathicus wirkt Er liegt knapp dorsal des Mastoids, ebenfalls
am unteren Occipitalrand Alle Punkte der Cephalea können auch bei Migräne gegeben werden Auch hier wieder
klare Unterschiede bei gleichen Anzeigen
Gouverneur 19 er liegt am Schnittpunkt von Lambda- und
Pfeilnaht in der dorsalen Medianen, ist daher nicht beiderseits vorhanden. Ebenfalls ein Kopfschmerzpunkt, jedoch
auch sehr stark psychisch wirksam Gemeinsam mit KG 15
gegeben, entfalten die Punkte eine dem Bellergal entsprechende Wirkung
Gouverneur 16. er liegt am Unterrand des Occiputs in der
dorsalen Medianen Es handelt sich um einen auf die Hypophyse wirkenden Punkt, der bei hormorellen Störungen
(Regelstörungen, Impotenz etc ) große Bedeutung hat, aber
auch bei Kopfschmerzen sehr wirksam ist
Begeben wir uns weiter abwärts, finden wir im Bereiche
von Hals und Nacken ebenfalls sehr wertvolle Punkte Besonders hervorheben mochte ich
Gouverneur 13 er liegt auf der Spitze des Dornfortsatzes
von C 7 Seine Hauptindikation ist das Cervicalsyndrom
sowie die Migra'ne cervicale Aber auch beim Torticollis,
Paresen der oberen Extremitäten und allen Algien derselben, sollte er stets hinzugefugt werden Die Franzosen
nennen ihn auch „die Spinne", weil man von ihm aus, wie
eine solche, Verbindungen zu Bl 10, Gb 20, GG 16 und 19,
3E 15, DiD 15, M 12 und DuD 9 herstellen kann Dies ist
besonders in der chinesischen Massage wichtig, die ebenfalls die Akupunkturpunkte benutzt, sowie die Meridiane,
und eine verfeinerte Bindegewebsmassage darstellt
Dreifacher Erwarmer 15 liegt am oberen Trapeziusrand in
Schultermitle Er ist der Hauptpunkt für alle Erkrankungen,
die durch Feuchtigkeit und Wetter ausgelost, bzw verschlimmert werden. Er wird also in allen solchen Fallen,
einerlei um welche Grundkrankheit es sich handelt, hinzugefugt werden und dient auch nur diagnostisch zur Feststellung der Wetterfuhligkeit, die ja, als subjektive Angabe
des Patienten sonst nicht überprüft werden kann
An der ventralen Seite mochte ich nur 2 Punkte zitieren,
das sind
Magen 72 am cranialen Clavicularand, zwischen den Ansätzen des Sternocleidomastoideus, also entsprechend der
Virchowschen Druse Als Indikationen zeigt er Aufstoßen,
Erbrechen, Gastritis Hyperaciditat etc
Konzeption 21 er liegt in der Mitte und am hinteren Rand
der Incisura jugulans wirkt bei Sodbrennen, Übersäuerung
und Gastritis, auch bei übermäßigem Alkoholgenuß Kann
jederzeit durch Massage mit dem Fingernagel im Bedarfsfall selbst überprüft werden.
Nun wollen wir die Punkte am Thorax besprechen. Ventral
finden wir besonders
Konzeption 12: in der ventralen Medianen, knapp oberhalb
der Streckenmitte Umbilicus-Xyphoidspitze. Wesentlicher
Magenpunkt bei Gastritis, UIcera, Dyspepsien etc., meist
zusammen mit BJ 21.
Konzeption 15: unmittelbar unter der Schwertfortsatzspitze,
wieder in der ventralen Medianen gelegen. Er hat eine sehr
breite psychische oder besser noch psychosomatische Wirkung, insbesondere kombiniert mit GG 19. Ähnlich breite
Wirkung finden wir bei dem Punkt
Konzeption 17: in der Medianen über dem Sternum, in
Höhe des 4. ICR gelegen. Dieser Punkt wirkt auf alle Störungen im Thoraxraum, also sowohl auf Asthma bronchiale
und spastische Bronchitis als auch auf den Römheldschen
Symptomenkomplex und die Angine pectorale fausse.
Wenn Sie die bisher genannten Punkte vergleichen, finden
Sie auch für die rein diagnostische Verwendung des Gedankenguts der Akupunktur wieder reiche Möglichkeiten.
Insbesondere die Neuraltherapeuten können diese Gedanken sehr gut in ihre Methode einbauen. Dorsal am Thorax
finden wir vor allem
Blase 11: er liegt zwischen den Querfortsätzen von Thorakale 1 und 2 eEwa zwei Querfinger lateral der dorsalen
Medianen. Er ist besonders indiziert bei allen Erkrankun
gen der Wirbelsäule sowie auch des gesamten Skeletts und
weist bei kleineren Kindern bei Druckschmerzhaftigkeit und
blauen SMeren auf die Gefahr einer Skoliosebildung hin.
Blase 17: er liegt wie Bl 11, aber zwischen Thorakale 7 und
8. Er ist der Hauptpunkt für die Motilität des Zwerchfells,
wirkt daher gut bei Römheld, Asthma und Bronchitis, aber
auch bei Aerogastrie und ähnlichen Störungen. Ferner wird
er auch bei Blutgerinnungsstörungen häufig mit Erfolg gegeben.
Blase 21: auch er liegt in gleicher Position, aber zwischen
Thorakale 12 und Lumbale 1. Wird auch der Meisterpunkt
des Magens genannt, woraus sich seine Indikationen erge-,
ben: Gastritis, Enteritis, insuffiziente Verdauung, Milcherbrechen der Kinder, Hyperemesis gravidarum.
Blase 39: er liegt am inneren Scapularand, in Höhe der
4. Rippe. Um ihn aufzusuchen, muß der Patient einen Katzenbuckel machen, da der Punkt sonst von der Scapula
verdeckt ist. Es ist unser Hauptpunkt für alle Bluterkrankungen, insbesondere Anämien, und man sieht nach seiner Reizung rasche Zunahme der Erythrocyten.
Eine Reihe wichtiger Punkte finden wir auch im Bauchbereich, ventral z. B.
Konzeption 6: er liegt in der ventralen Medianen, etwa 2
Querfinger unterhalb des Nabels. Er ist ein allgemein roborierender Punkt, wird auch „Meer der Energie" genannt.
So verwenden wir ihn in der Rekonvaleszenz, bei Impotenz, aber auch beim Schwindel, insbesondere dann, wenn
dieser beim Blick nach oben auftritt. Hier ist die Wirkung
eine augenblickliche und hält auch an.
Gallenblase 26: liegt auf dem höchsten Punkt des Darmbeinkammes. Es ist ein Hauptpunkt für die Behandlung von
Ischias und Lumbago, wird aber auch bei Störungen des
inneren Genitales, seltener bei Verdauungsstörungen gegeben. Auch bei Rheuma und Spondylarthrosis wird man
sich seiner mit Gewinn bedienen.
Magen 25: er liegt auf der Mitte einer Linie vom Nabe!
zum oberen Darmbeinkamm. Er ist einer der Hauptpunkte
in der Behandlung der Colitis, Meteorismen und Dyspepsien.
Blase 31: liegt im medialen Anteil des ersten Sakralloches
in dessen Mitte. Es ist der Hauptpunkt für Ischias, aber
auch ein stark hormoneil wirkender Punkt, wir nennen ihn
auch den „Meisterpunkt
der Menopause", obgleich er
natürlich auch Regelstörungen etc. bei jüngeren Frauen
zu beeinflussen in der Lage ist.
Gouverneur 4: auf der Dornfortsatzspitze von Lumbale 3
in der dorsalen Medianen gelegen, ist ein wichtiger Punkt
für alle körperlichen und seelischen Erschöpfungszustände,
aber auch für Anämien und Impotenz, da besonders bei der
Ejaculatio praecox.
Sehr viele Punkte, insbesondere alle für die Steuerung des
Energiestromes benötigten, finden sich auf den Extremitäten.
Auch hier kann ich nur einige wenige hervorheben und
will auf deren streng akupunkturistische Eigenschaften, wie
Tonisierungspunkt (zur Verstärkung der Energie) oder Sedativpunkt (zur Dämpfung), die ersteren meist in Gold, die
letzteren in Silber gestochen, sowie auf andere Steuerungsqualitäten nicht eingehen. Wollen wir mit der oberen Extremität beginnen und als ersten Punkt
Dickdarm 4: besprechen. Er liegt dorsal auf der Hand im
Winkel zwischen Metacarpale 1. und 2. Er ist einer unserer
wichtigsten Punkte, die eine Wirkung auf alle Schleimhäute haben. Man kann ihn bei der Therapie der Gastritis
ebenso einsetzen wie bei der Colitis, bei Rhinitis (vasomotoria) wie bei Sinusitis. Er hat auch eine, ganz allgemein
den Stoffwechsel harmonisierende, Wirksamkeit. Daher verwenden wir ihn auch in der Therapie der Hautkrankheiten,
wie z. B. Akne.
Dickdarm 10: er liegt zirka 3 Querfinger unterhalb der
Ellbogenfurche am dorso-lateralen Anteil des Unterarms
über der Streckmuskulatur. Ist er spontan druckschmerzhaft, weist das auf eine spastische Obstipation hin. Wir
verwenden ihn sowohl dagegen, als auch bei Paresen und
Algien der oberen Extremitäten, ähnlich wie
Dickdarm 15: der unser Hauptpunkt für alle Paresen ist. Er
liegt am lateralen Schulterrand unter dem Akromeon.
Dündarm 9: hat eine ganz spezielle Indikation. Wir verwenden ihn bei Schmerzen oder Spasmen des Armes,
wobei der Arm nicht nach hinten bewegt werden kann.
Diese häufige Beschwerde verschwindet daraufhin meist
augenblicklich. Er wird selten bei einer Behandlung einer
Omarthritis oder eines Schulter-Armsyndroms fehlen. Wir
finden ihn 2 Querfinger oberhalb des dorsalen Endes der
AcnseJfalte, bei herabhängendem Oberarm.
Dreifacher Erwärmer 4: dieser Punkt ist diagnostisch sehr
interessant. Er liegt am Dorsum manus über dem Geienksspalt von Metacarpale 4 und dem Os hamatum. Er ist
unser Hauptpunkt für rein vasculäre Kopfschmerzen und
kann durch einfachen Druck mit dem Fingernagel sofort
den Schmerz sistieren, wenn auch nur kurzzeitig.
Schließlich wenden wir uns noch der unteren Extremität zu,
beginnend bei
Blase 54: er liegt in der Mitte der Poplitea. Es handelt sich
um einen wesentlichen Punkt zur Behandlung aller Hautleiden, aber auch von Paresen und Algien (Ischias) der unteren Extremität.
Blase 58: er liegt in der Mitte des lateralen Bauches des
Musculus gastrognemius und ist unser Spezialpunkt für
alle spastischen Beschwerden der Beine, auch der Claudicatio intermittens.
Blase 60: ist einer der universellsten Punkte der Akupunktur. Er wirkt praktisch gegen alle Schmerzen, egal wo sie
sich manifestieren. Seine Lage ist der laterale Oberrand
des Fersenbeins, in der Mitte der Strecke Achillessehne—
äußerer Knöchel.
Magen 36: er liegt 2 Querfinger unterhalb des Fibulaköpfchens und einen halben Querfinger lateral der vorderen
Tibiakante. Er hat eine sehr breite, harmonisierende Allgemeinwirkung, so bei Erschöpfung, Hyper- und Hypotonie
etc. Seine Hauptwirkungen charakterisieren seine Namen:
„göttlicher Gleichmut", der auch wirklich damit erzielt werden kann und „Drei Dörfer", die man dann weit gehen
kann, ohne müde zu werden oder Schmerzen zu haben.
Der Appendixpunkt tragt keine Nummer, liegt etwa einen
Querfinger tiefer auf dem Musculus tibialis antenor und ist
diagnostisch beweisend für das Vorliegen einer Appendicitis Die Chinesen vermeiden damit auch die Operation
Gallenblase 34 ist der Hauptpunkt der Muskulatur Er wird
bei allen Spasmen, Paresen und Algien stets gegeben Wir
finden ihn in dem Grubchen vor und unterhalb des Fibulakopfchens
Leber 3 liegt dorsal im Winkel zwischen Metatarsale 1 und
2 Er ist einer unserer Hauptspasmenpunkte und wirkt diesbezüglich überall hin
Milz-Pankreas 4 ist der Hauptpunkt gegen alle Diarrhöen
Er ist am inneren Fußrand zu suchen, über dem Gelenk
Metatarsale 1- Cuneiforme 1
Milz-Pankreas 5 ist der Hauptpunkt zur Behebung der
bindegewebigen Schwache Er wird auch beim Varizenschmerz mit sofortiger Wirkung gegeben Wir finden ihn
in dem Grubchen, das sich im Winkel der Sehne des
M tibialis antenor und dem Os naviculare zeigt
Milz-Pankreas 6 er heißt auch der „Herr des Blutes" Wir
verwenden ihn bei allen Durchblutungsstörungen der Beine
ebenso wie bei Erkrankungen des kleinen Beckens z B
Regelstörungen, oder auch Colitiden
Diese sehr bescheidene Auswahl aus etwa 700 Punkten
gestattet eine, wenn auch beschrankte, personliche Überprüfung des soeben Gesagten Wenn man auch nicht geneigt ist, die Akupunktur selbst ausüben zu wollen so erweisen sich Kenntnisse in ihr doch als nützlich einerseits
aus diagnostischen Gründen andererseits um gegebenenfalls einen bisher therapieresistenten Fall einem erfahrenen Kollegen zur Akupunktur zu überweisen Von den
vielen Kollegen die sich bisher etwas eingehender, als das
hier möglich war, mit der Materie beschäftigt haben, hat
das noch keiner bedauert nicht zuletzt deshalb weil diese
Methode das ml nocere absolut erfüllt
Anschrift des Verfassers
Tivolig 65
Dr
Johannes BISCHKO
A 1120
Wien,
Aus der Urologischen Universitätsklinik Mainz (Direktor Professor Dr Hohenfellner)
D. Wulff
C. Planz
197
u Rehab
10 Jahrg
Differentialdiagnose und -therapie der Reizblase
Unter der sogenannten Reizblase versteht man einen wohldefimerten Symptomenkomplex ohne nachweisbares pathologisch-anatomisches Substrat Auf die Symptomatologie
ist in seinem voraufgegangenen Vortrag Herr Professor
Weber eingegangen
Mißempfindungen oder Schmerzen verschiedenen Charakters und unterschiedlicher Starke in der Blasengegend,
suprasymphysar, am Damm oder Genitale mit Ausstrahlung in die iliacale und lumbosacrale Region, häufiger bis
standiger Harndrang mit Pollakisune ohne Polyune, verstärkte Schmerzempfindung in Blase und Harnrohre wahrend der Miktion, negativer Sedimentbefund, besonders
aber fehlender Nachweis pathogener Keime, treten aber
auch bei anderen, zum Teil ernsthaften und sogar lebensbedrohlichen Erkrankungen auf Die differentialdiagnostische Abgrenzung des eigentlichen Krankheitsbildes der
Reizblase von der symptomatischen Reizblase ist deshalb
von nicht zu unterschätzender Bedeutung Zum Beispiel
kann die gesamte, geschilderte Symptomatologie der Reizblase im Anfangsstadium des Btasencarcinoms und des
Prostatacarcinoms beobachtet werden
Für die Abgrenzung des Krankheitsbildes gegen das
Symptom Reizblase ist die Anamnese wichtig Durch sie
laßt sich zum Beispiel oft schon klaren, ob es sich um eine
reine Pollakisune auf Grund einer Blasenerkrankung oder
um eine Polyune auf Grund einer endokrinen oder nephrogenen Erkrankung handelt Häufig kristallisieren sich hier
auch schon die Falle heraus, die einer psychiatrischen oder
psychologischen Behandlung zugeführt werden müssen
Der nächste Schritt bei der Untersuchung jedes Reizblasenpatienten ist die Urin- und Serumuntersuchung Bei der
Urinuntersuchung mochten wir noch einmal auf den Wert
der Kammerzahlung (10) zur Bestimmung der Leukozytenzahl hinweisen Die Kammerzahlung ist wesentlich einfacher als die Anfertigung eines Sedimentes und erlaubt
eine genauere Aussage über Schweregrad und Verlauf
einer Nieren- und Blasenerkrankung Von besonderem
Wert ist beim Manne zur Differenzierung der Prostatitis
von der Prostatopathie die Untersuchung des Urins in drei
getrennten Portionen, wobei die letzte Portion nach Prostatamassage gewonnen wird In die Routine der Blutuntersuchung gehört die Bestimmung der harnpflichtigen
Substanzen, der Serumetektrolyte und im Verdachtsfalle
des Blutzuckers Wenn sich bis jetzt noch kein eindeutiger
Befund z B das Vorliegen eines Diabetes mellitus, er-
geben hat, schließt sich die Rontgenuntersuchung in Form
eines Urogramms und evtl eines Urethrogramms an Der
letzte und wichtigste Schritt in der Differentialdiagnose der
Reizblase ist die Cystoskopie Nur durch direkte Betrachtung
der Blasenschleimhaut lassen sich lokale Veränderungen als
Ursache der Reizblasensymptomatik aufdecken Im Einzelfall
sind dann auf Grund der bei diesen Untersuchungen gewonnenen Ergebnisse noch weitere SpezialUntersuchungen erforderlich
Dieser genaue Untersuchungsgang ist eine absolute Voraussetzung zur Abgrenzung des eigentlichen Krankheitsbildes Reizblase von der symptomatischei Reizblase, die
ihre Ursache in den im folgenden aufgeführten Erkrankungen haben kann
Differentialdiagnose der symptomatischen Reizblase '
I Psycho-sexuelle Störungen
Endokrine Störungen
III Cardio-vasculare Störungen
IV Renale Erkrankungen
V Erkrankungen des Harnleiters
VI Prozesse im kleinen Becken
VII Erkrankungen des weiblichen Genitale
VIII Erkrankungen des männlichen Genitale
IX Erkrankungen der Blase
I
Etwa 10% der Reizblasen beruhen ursächlich auf psychischen Störungen Wie vom Vorredner schon dargelegt
wurde, geschieht hier die Einwirkung auf die Nieren und
die Blase über das vegetative Nervensystem, Hypophyse
und Nebennierenrinde Es kommt zu Störungen der Nierenfunktion mit Zunahme der produzierten Unnmenge und
vermehrter Ausscheidung gewisser Harnbestandteile, z B
der Phosphate und zur Störung der neuromuskularen
Mechanismen der Blase Vorwiegend handelt es sich bei
den Patienten um jüngere Frauen Als typisch für dieses
psychogene Reizblasensyndrom können angesehen werden (11)
1
Groteske Beschwerden und Schmerzen ungewöhnlichen
Charakters
2 Fehlen jeder organischen Erkrankungen, oder die vorliegende Erkrankung erklart nicht die Beschwerden
3 Der Beginn der Beschwerden fallt mit einer psychischen
Knsensituation zusammen
4. Bei allen Patienten lassen sich psycho-sexuelle Schwierigkeiten aufdecken.
5. Bei lokaler oder chirurgischer Behandlung kommt es
häufig zur Verschlimmerung.
In leichter Ausprägung und schnell vorübergehend sind
solche Erscheinungen jedem aus eigener Erfahrung bekannt: z. B. Pollakisurie im Examen, Unfähigkeit zum
Wasserlassen in öffentlichen Bedürfnisanstalten. Von Guyon
(zitiert nach 11) stammt der Ausspruch, daß die Blase keine
anatomische, sondern nur eine physiologische Kapazität
hat, die von ihrer Reaktion auf die Füllung abhängt. So
findet man bei dieser nervösen Blase immer wieder, daß
bei der cystoskopischen Untersuchung eine Füllung von
300 ml ohne weiteres möglich ist, während sonst schon
bei 100 ml ein unwiderstehlicher Harndrang ausgelöst wird.
Bei der entzündlichen Cystitis entspricht die Füllungskapazität der Urinmenge, die einen Harndrang auslöst (11).
Aber auch diese nervöse Blase kann letzten Endes zu einer
irreversiblen Schrumpfblase führen (1).
Vor der Behandlung ist auch hier die gründliche Durchuntersuchung, die auch die Cystoskopie einschließt, erforderlich. Dabei sollte keine Rücksicht darauf genommen
werden, daß diese Frauen oft schon eine erhebliche Anzahl von Cystoskopien hinter sich haben. Nach Ausschluß
aller organischen Veränderungen, wobei die typischen Zeichen der Reizblase einschließlich von Blasenhalsexkreszenzen gefunden werden können, ist hier neben der symptomatischen Behandlung eine psychotherapeutische Einwirkung lohnend. Die Erfolge sind doch in einer Anzahl
von Fällen gut und anhaltend (2).
II.
Störungen der endokrinen Regulation des Flüssigkeitsund Elektrolythaushalts einschließlich der neurovegetativen
Dysregulation können zu vermehrter Urinproduktion führen,
die durch häufiges und vermehrtes Wasserlassen einen
Reizzustand der Blase bedingt. Diagnose und Therapie
dieser Krankheitsbilder gehören in das Fachgebiet der
Inneren Medizin, wir möchten sie hier nur kurz und der
Vollständigkeit halber erwähnen.
1. Erkrankungen des Hypophysenzwischenhirnsystems, z. B.
der Diabetes insipidus.
2. Erkrankungen der Nebennfere, z. ß. das Conn-Syndrom
oder Salzverlustsyndrom als Folge verschiedener Nebennierenrindenerkrankungen, die mit einer zeitweisen
Polyurie und Pollakisurie einhergehen können (5). Beim
Conn-Syndrom ist eine vorzugsweise nachts auftretende
Harnflut mit Urinmengen bis zu 7 Litern charakteristisch,
was auch als Pseudodiabetes insipidus bezeichnet wird.
Hier ergibt sich schon anamnestisch ein wesentlicher
Unterschied zur eigentlichen Reizblase, deren Beschwerden vorzugsweise tagsüber bestehen, bei meist
ungestörter Nachtruhe. Zu dieser Harnflut kommt es
auf Grund der vermehrten Aldosteronausscheidung
durch den Nebennierentumor, die eine typische Elektrolytverschiebung bewfrkt (5). Auch beim Tumor des
Nebennierenmarks, dem Phaechromozytom, stellt sich
beim Abklingen des typischen Anfalls eine Polyurie mit
Schweißausbruch ein, während der eigentliche Anfall
durchaus als vegetative Krise imponieren kann (5).
3. In diese Gruppe gehört auch die von uns in seltenen
Fällen beobachtete Reizblase nach Einnahme von oralen Antikonzeptiva. Als Ursache wird eine direkte hormoneile Beeinflussung der Blase und der Blasenschleimhaut diskutiert. Dies ist um so verständlicher,
wenn man die embryologische Entwicklung aus einer
gemeinsamen Anlage berücksichtigt Beim Absetzen des
Medikamentes muß man den gewünschten therapeutischen Effekt gegen die unerwünschten Nebenwirkungen
abgrenzen. Die Reizblase nach der Menopause im Zusammenhang mit einer allgemeinen Atrophie des inneren und äußeren weiblichen Genitale kann unter Hor-
monsubstitution abklingen. Bewährt haben sich hier die
Kombinationspräparate weiblicher und männlicher Hormone. Bekannt sind auch pollakisurische Beschwerden
wählend der Menses, die weiter keiner Behandlung bedürfen.
4. Auch die unbewußte Polydipsie veranlaßt die Patienten,
wegen der resultierenden Pollakisurie den Arzt aufzusuchen (11). Hier bestehen die Beschwerden wie bei
der echten Reizblase tagsüber, charakteristisch ist aber
das niedrige spezifische Gewicht des Urins. Dasselbe
Phänomen kann bei der beliebten Obstdiät zur Abmagerung auftreten.
5. Eine Sonderform der neurovegetativen Dysregulation,
das sogenannte Effort- oder DaCosta-Syndrom, führt zu
anfallsweise auftretender Harnflut mit gehäuften Miktionen (5).
III.
Kardiovasculäre Erkrankungen manifestieren sich häufig
mit dem Erslsymptom der Nykturie, das von den Patienten
meist als Blasenstörung angesehen wird. Die typische
Symptomatologie mit der Nykturie im Gegensatz zu den
tagsüber bestehenden Beschwerden der eigentlichen Reizblase führt hier im Zusammenhang mit dem weiteren klinischen Befund von selbst zur Diagnose und Therapie.
IV.
Auch renale Erkrankungen gehen häufig mit einer Reizblasensymptomatik einher. So kann sich z. B. hinter einer
Polyurie der Restzustand einer entzündlichen Nierenerkrankung verbergen, der sonst keine klinische Symptomatik aufweist, d. h. keine Blutdrucksteigerung und einen
negativen Sedimentbefund, und nur zur vermehrten Flüssigkeitsausscheidung führt. Dasselbe gilt für die Endzustände entzündlicher Erkrankungen, allerdings ist hier
neben der Polyurie meist ein Sedimentbefund nachweisbar.
Die angeborene polycystische Nierendegeneration nimmt
sogar in der Regel diesen Verlauf, wenn nicht vorher als
Komplikation eine renale Blutung oder ein renaler Hypertonus aufgetreten sind. Auch Steinerkrankungen der Niere
können in seltenen Fällen als einziges Symptom einen verstärkten Harndrang und eine gehäufte Blasenentleerung
auslösen.
V.
Erkrankungen des Harnleiters: Geradezu pathognomonisch ist der Reizblasenzustand für die prävesicalen Harnleiterkonkremente. Der prävesicale Harnleiterstein kann bei
einer lang zurückliegenden Kolik, die beim Patienten bereits in Vergessenheit geraten ist, in diese Lage gewandert
sein. Er liegt dann in einer divertikelartigen Ausstülpung
der Harnleiterwand, ohne ein Abflußhindernis darzustellen.
Er unterhält aber eine typische Reizblasensymptomatik.
Die Differentialdiagnose ist sehr schwierig, da jede andere
Symptomatik fehlen kann: der Harnbefund kann völlig
negativ sein, ein Infekt liegt meist nicht vor, und die Beschwerden können sich über einen Zeitraum von vielen
Monaten erstrecken. Der Nachweis gelingt röntgenologisch.
Die ursächliche Therapie besteht in der Entfernung des
Steins.
Im Kindesalter muß auch ein vesico-ureteraler oder vesicouretero-renaler Reflux ausgeschlossen werden. Der auslösende Mechanismus für die Entstehung der Reizblase ist
hier der unter Umständen sehr erhebliche Pendelurin, der
bei der Miktion in Harnleiter und Nierenbecken gepreßt wird
und erst nach Abschluß der Miktion wieder in die Blase gelangt. Die Ureterocele ist bei genügender Größe durch den
ausgelösten Fremdkörperreiz genauso wie der Harnleiterstein mit der typischen Reizblasensymptomatik verbunden.
Auch der ein- oder doppelseitige Megaureter mit prävesicaler Harnleiterstenose kann durch die Raumforderung im
kleinen Becken und die Verdrängung der Blase sowie ebenfalls durch Harnleiterentleerung im Anschluß an die Mik-
tion zur typischen Symptomatik mit Mißempfindung in der
Blasengegend und am Damm, ständigem Harndrang und
Pollakisurie führen. In diesen Fällen besteht aber in der
Regel ein zusätzlicher, zumindest zeitweise und rezidivierend auftretender Harninfekt. Dadurch wird die Diagnose
erleichtert, da ja jeder rezidivierende Harninfekt ohne
Rücksicht auf die sonstige Symptomatik zur Röntgenuntersuchung führt. Die Therapie kann natürlich nur eine operative sein und führt immer zum vollständigen Abklingen der
Beschwerden.
Am Rande erwähnt seien auch noch die ek- oder dystopen
Harnleitermündungen. Die Diagnose kann sehr schwer sein,
da der ektope Harnleiter meist zu einem nur ganz gering
funktionsfähigen Nierenanteil gehört. Da diese Mißbildung
nicht nur sehr unangenehme subjektive Beschwerden unterhält, sondern auch neben dem ständigen Harnträufeln bei
Mündung außerhalb der Blase einen chronischen Infekt und
als Spätkomplikation einen nephrogenen Hypertonus auslösen kann, muß bei dem geringsten Verdacht der röntgenologische Nachweis durch das Infusionsurogramm versucht werden. Mit abnehmender Nierenfunktion kann die
Harnmenge so gering sein, daß nur ein vaginaler Fluor
oder eine milde Inkontinenz vorgetäuscht werden, besonders bei geringen Trinkmengen.
Der Verdacht auf eine extrasphinktäre Harnleitermündung
ergibt sich immer dann, wenn neben einer normalen bzw.
im Sinne einer Reizblase gestörten Miktion ein ständiges
Harnträufeln besteht. Durch den Reiz des austretenden
Urins in der Dammgegend wird nicht nur eine Pollakisurie
mit ständigem Harndrang unterhalten, in einem unserer
Fälle bestand sogar eine erhebliche, mehrfach nachgewiesen© Restharnbildung mit Balkenblase jonne anatomisches Abflußhindernis. Die Beschwerden verschwanden
nach operativer Entfernung des befallenen, schwer geschädigten Nierenanteils und des dazugehörigen Harnleiters schlagartig, einschließlich der Restharnbildung (3).
VI.
Erkrankungen außerhalb der Blase im kleinen Becken
sind ebenfalls oft Ursache eines Reizzustandes der Blase.
Vom Darm ausgehend kommt hfer die Appendici'tis und
Divertlkulitis des Sigmas in Frage. Die Appendix kann
enge, topographische Beziehungen zur Blase haben. Die
Diagnose einer solchen Appendicitis ist aber sehr schwierig, da bis kurz vor der Perforation außer den typischen
Reizblasenbeschwerden kein weiterer pathologischer Befund, insbesondere kein cystoskopischer, erhoben werden
kann. Im Verdachtsfalle muß die Diagnose operativ gestellt
werden. Der Nachweis der Divertikulitis des Sigmas gelingt meist röntgenologisch. Wenn ein konservativer Behandlungsversuch nicht zum Ziel führt, bzw. in schweren
Fällen, ist die Behandlung eine chirurgische. Wird die
Diagnose nicht oder zu spät gestellt, kann es sowohl von
der Appendicitis als auch von der Divertikulitis her zur
Perforation in die Blase kommen. Vor dem Durchbruch kann
jahrelang eine Reizblasensymptomatik bestehen. Der erfolgte Durchbruch kann cystoskopisch leicht erkannt werden, dem Patienten fällt als charakteristisches Symptom der
Abgang von Luft und evtl. von Stuhl durch die Harnrönre
auf. Die operative Therapie ist bei frühzeitiger Diagnose
einfacher als nach erfolgter Perforation, wo sie einen
großen und für den Patienten sehr belastenden Eingriff
darstellt.
Seltener ist die Mitbeteiligung der Blase bei Carcinomen
des Darmes, bevor Symptome von Seiten des Darmes auftreten. Aber auch daran sollte man denken. So hatten wir
vor kurzem eine 45jährige Patientin mit einem Sigmacarcinom, die wegen seit längerer Zeit bestehender Blasenbeschwerden im Sinne einer Reizblase zu uns kam. Das
Carcinom konnte nur noch palliativ und unter Mitnahme
der linken Niere entfernt werden. Beschwerden von Seiten
des Darmes hatten nie bestanden.
In den Endstadien des inoperablen Darmcarcinoms ist die
Mitbeteiligung der Blase fast die Regel.
VII.
Der wohl größte Anteil der symptomatischen Reizblase
der Frau entfällt auf die Mitbeteiligung der Blase bei gutoder bösartigen Erkrankungen des inneren weiblichen Genitale und beim Descencus uteri mit Cystocele. Die Anamnese führt meist schon auf den richtigen Weg: neben den
Blasenbeschwerden werden Unregelmäßigkeiten der Periode, Blutungen und Fluor angegeben. Eine gründliche
gynäkologische Untersuchung ist dann erforderlich. Die
seltene Blasenendometriose ist charakterisiert durch das
periodische Auftreten der Beschwerden und die meist
gleichzeitig bestehende Blutung aus der Blase während
der Menstruation. Eine unangenehme Komplikation ist auch
die Perforation von eitrigen Adnexentzündungen, einschließlich der tuberkulösen und von gutartigen Adnexcysten, insbesondere der Dermoidcysten, in die Blase (8).
VIII.
Gleichermaßen unangenehm für Patient und Arzt ist
die Reizblase des Mannes als Symptom einer Entzündung
von Prostata und Samenblasen. Die Therapie entspricht
der der Reizblase, wie sie vom Vorredner schon dargestellt
wurde. Zusätzlich empfiehlt sich der Einsatz von Antibiotika, besonders wenn es gelingt, bakteriologisch den
Erregernachweis zu führen. Bei negativem Erregernachweis, bei der sogenannten Prostatopathie, ist der Einsatz
von Antibiotika sinnlos. Die Mitbeteiligung der Blase bei
der akuten oder chronischen Epididymitis stellt wegen des
auffälligen Lokalbefundes keine differentialdiagnostischen
Schwierigkeiten.
IX.
Erkrankungen der Blase als Ursache der Reizblasensymptomatik stellen häufig differentialdiagnostische Probleme, obwohl sie eigentlich das Naheliegendste sind. Eine
akute Cystitis läßt sich ohne weiteres aus Anamnese und
Sedimentbefund diagnostizieren, aber schon die nicht
seltene interstitielle Cystitis hat oft einen negativen Sedimentbefund, ebenso wie die Reizerscheinungen nach abgeklungener hämorrhagischer Cystitis. Auch die tuberkulöse Cystitis kann ohne Sedimentbefund verlaufen. Ein unspezifischer Erregernachweis gelingt in der Regel nicht,
erst die spezifischen Kulturen und Tierversuche decken
das Vorliegen einer tuberkulösen Erkrankung auf.
Das Ulcus Simplex oder Hunnersche Ulcus (6), das meist
mit der interstitiellen Cystitis in Zusammenhang gebracht
wird, kann auf Grund der überaus heftigen Schmerzen, die
vom Patienten angegeben werden, schon vermutet werden.
Während die Diagnose der interstitiellen Cystitis sehr
schwierig ist: der Harnbefund ist meist negativ, cystoskopisch kann nur ein uncharakteristischer Befund erhoben
werden, da die Veränderungen intramural vor sich gehen
und Schleimhautveränderungen erst sehr spät auftreten (9),
ist die Diagnose des Hunnerschen Ulcus cystoskopisch
leicht. Die Behandlung kann konservativ durch Instillationen, in hartnäckigen Fällen chirurgisch durch transurethrale
Elektroresektion oder Blasenteilresektion erfolgen. Mit der
chirurgischen Intervention sollte man nicht zu lange warten,
da eine maligne Umwandlung bekannt ist.
Die Strahlencystitis kann dann diagnostische Schwierigkeiten machen, wenn sie nach einer langen Latenzzeit, die
bis zu zwei Jahrzehnte betragen kann, auftritt. Charakteristisch ist hier aber auch die gestörte Nachtruhe durch den
ständigen Harndrang im Gegensatz zu der eigentlichen
Reizblase. Bei der interstitiellen Cystitis, die sich an die
akute hämorrhagische Cystitis nach Endoxan® anschließen
kann, lassen sich teilweise sehr gute Erfolge mit der
kombinierten Gabe von Antibiotika und Corticosteroiden
erzielen.
Im Kindesalter ist auch immer an einen durch die Urethra
oder in die Vagina versehentlich eingedrungenen oder zu
masfurbatorischen Zwecken eingeführten Fremdkörper, der
oft auch noch nach sofortiger Entfernung die Ursache erheblicher, lang anhallender Reizblasenbeschwerden sein
kann, zu denken.
Bei Männern im entsprechenden Alter ist die Prostatahypertrophie oder das Prostata-Carcinom die häufigste
Ursache der Blasenreizzustände. Ursächlich spielen hier
der im Blasenhals sitzende Tumor, die Restharnbildung
und der oft vorhandene Infekt eine Rolle. Die Diagnose
wird nach rektaler Untersuchung, Cystoskopie und evtl. Entnahme einer Probeexcision gestellt. Wir halten in diesen
Fällen die Frühoperation, solange der Patient noch operabel ist, für angezeigt. Die Behandlung mit Gestagenen
bringt zwar eine subjektive Besserung, aber keineswegs
eine objektive, d. h. das Adenom verkleinert sich nicht.
Das gleiche gilt für das Präparat Spasmo-Urgenin®: Trotz
lang anhaltender subjektiver Besserung bleibt das Adenom
unbeeinflußt.
Bei der Urinuntersuchung muß auch an die in den letzten
Jahren sehr häufig gewordene Trichomonaden-Infektion gedacht werden. Sie ist Ursache typischer Reizblasenbeschwerden. Der Nachweis,gelingt leicht unter dem Mikroskop im frischgelassenen, noch warmen Urin. Die Behandlung mit Clont® oder Flagyl® ist immer erfolgreich und
führt zur raschen Symptomfreiheit.
Auch die Billharziose der Blase muß man heute als Ursache von Blasenbeschwerden in Betracht ziehen, besonders wenn die Anamnese einen Aufenthalt in einem infektionsgefährdeten Gebiet ergibt. Im Frühstadium ist die
Diagnose auf Grund der Hämaturie einfach. Im Spätstadium bestehen typische Reizblasenbeschwerden. Dann muß
der Nachweis serologisch vorgenommen werden, oft gelingt er aber auch röntgenologisch, wenn Kalkeinlagerungen in der Blasenwand vorhanden sind.
Nicht so ganz selten sind Blasentumoren, die monosymptomatisch nur eine Reizblase verursachen, ohne Hämaturie
oder röntgenologische Faßbarkeit (4). Als Beispiel dafür
können wir den Fall eines unserer Patienten anführen, der
zur Übernahme einer Stellung in den Tropen mehrfach
komplett ohne Erhebung eines pathologischen Befundes
durchuntersucht worden war. Eine mehrmalige Urinuntersuchung und eine Röntgenuntersuchung der ableitenden
Harnwege waren unauffällig gewesen. Wegen der leichten,
seit einigen Wochen bestehenden Reizblasensymptomatik
wurde er aber doch zu uns zur Cystokopie geschickt. Dabei fand sich dann ein etwa kirschgroßes, papillär wachsendes, histologisch durch die Entnahme einer PE gesichertes
Blasen-Carcinom.
Zusammenfassung
Bei jedem Patienten mit den Symptomen einer Reizblase
sind sorgfältige differentialdiagnostische Erwägungen und
Untersuchungen erforderlich, selbst wenn die Schilderung
der Beschwerden eine sichere Lokalisation auf die Blase
zuläßt, und eine MitbeteiUgung von Nachbarorganen ausgeschlossen ist. Die gesamte urologische Diagnostik, einschließlich der Röntgenuntersuchung, kompletter Urinuntersuchungen und unspezifischen und spezifischen Harnkulturen und Tierversuchen, muß hier neben der in jedem
Fall durchzuführenden sorgfältigen Urethrocystoskopie eingesetzt werden. Erst nach Ausschluß aller anderen organischen Erkrankungen und bei Nachweis der typischen
vegetativen Zeichen und Blasenveränderungen darf man
sich mit der Diagnose Reizblase zufriedengeben.
Literatur
1. ALKAN, L.: Anatomische Organkrankheiten aus seelischer Ursache.
Hippokrates Verlag, Stuttgart (1930)
2. AVERBACK, A., and D. R. SMITH: Psychosomatic problems in
urology. Caiif. Med. 76, 23-26 (1952)
3. HANSCHKE, H. J., und H. D. WULFF: Darstellung ektoper Harnleiter durch das Infusionsurogramm. Geb. Frhk. 27, 623—626 (1967)
4. HANSCHKE, H. J., und H. D. WULFF: Diagnostik des Blasencarcinoms. Fortschr. Med. 86, 387—391 (1968)
5. HEGGLIN, R.: Differentialdiagnose innerer Krankheiten. Thieme
Verlag, Stuttgart, 9. Aufl. (1963)
6. HUNNEFS, G. L.: A rare type of bladder ulcer. J. A. M. A. 70, 203
(1918)
7. LATZKO, W.: Gynäkologische Urologie. !n Handbuch der Urologie,
Springer-Verlag, Berlin, Bd. V (1928)
8. MARTIUS, H.: Lehrbuch der Gynäkologie. Thieme Verlag, Stuttgart, 6. Aufl. (1960)
9. O'CONNOR, V. J.: Interstitial cystitis. In Handbuch der Urologie.
Springer-Verlag, Berlin — Göttingen — Heidelberg, Bd. IX (1959)
10. SARRE, H.: Nierenkrankheiten. Thieme Verlag, Stuttgart, 3. Aufl.
(1967)
11. SMITH, D. R., and A. AUERBACK: Functional diseases. In Handbuch der Urologie. Springer-Verlag, Berlin — Göttingen — Heidelberß, Bd. XII (1960)
Anschrift d. Verf.: Dr. med. H. D. WULFF u. Dr. C. PLANZ, 65 Mainz,
Langenbeckstraße 1.
Blasenleiden in der kinderärztlichen Praxis
Eine kinderärztliche Praxis hat andere Arbeitsbedingungen
als eine Klinik oder eine Krankenhausabteilung. Sie hat
ein anderes Krankengut und andere Behandlungswege,
wenn diese auch an der Klinik orientiert sind. Das Heifungsbemühen steht im Vordergrund.
Aus der Fülle der Literatur über Enuresis möchte ich nur
weniges nennen. Einmal hat mein Lehrer Uffenheimer in
der Schweiz im Jahre 1937 ein Buch über die Bettnässerkrankheit im Kindesalter herausgegeben. Er betont in der
Einleitung, daß die praktische Seite soweit geklärt ist, daß
über die Entstehung und Behandlung das Wesentliche und
Tragende gesagt werden kann. Dann möchte ich das Buch
von Diete! aus dem Jahre 1929 erwähnen. Er glaubte, durch
epidurale Einspritzungen in den Sakralkanal die große
Therapie gefunden zu haben; also ein heroisches Verfahren, das schon allein dadurch eine Reihe von positiven
Resultaten in sich barg. Etwa um das Jahr 1949 wurde
über eine mildere Methode berichtet, bei der PlazentaSerol-Einreibungen in der Kreuzbeingegend vorgenommen
wurden, und es wurde eine große Zahl von Erfolgen angegeben. Ich hatte damals von der Herstellerfirma (Merz
u. Co., Frankfurt/M.) zur Nachprüfung der Ergebnisse
Leer-Serol zur Verfügung gestellt bekommen und hatte
abwechselnd je ein Kind mit Plazenta-Serol und ein Kind
mit Leer-Serol behandelt. Ein signifikanter Unterschied hat
sich nicht ergeben, womit wahrscheinlich war, daß lediglich die suggestive Wirkung der Einreibung für die Erfolge
verantwortlich war. In dieser Form habe ich auch die Einreibungen beibehalten im Sinne einer suggestiven Mithilfe
in der Behandlung.
Es erhebt sich nun die Frage, welche Kindertypen wegen
ihres Einnässens zu uns kommen, wobei bei uns der Ausdruck „Einnässen" nicht gebraucht wird, sondern aus psychologischen Gründen von Blasenleiden gesprochen wird.
Abgesehen von einer kleinen Zahl geistig rückständiger
und stumpfer Kinder, bei denen die Erfolgsaussichten von
vornherein ungünstiger erscheinen, besteht der Hauptanteil
aus reizbaren und dystonischen Kindern, gekennzeichnet
durch ein positives Fazialisphänomen, Zappeligkeit, Appetitlosigkeit, Neigung zum Farbwechsel, Schlafstörungen,
Schweißneigung, Kopfschmerzen und Leibschmerzen. Ebenso, wie sich auch Kinder darunter finden, die stottern
(„Zappeln mit der Sprache"), so finden sich auch solche,
die einnässen („Zappeln mit der Blase"). Die häufigen
Schlafstörungen verdienen besondere Beachtung, weil von
manchen Autoren der Enuretiker mit dem Tiefschläfer
gleichgesetzt wird. Das ist aber sicher nicht richtig, und in
meinem Krankengut sind sehr viel mehr Kinder, bei denen
ein unruhiger und oberflächlicher Schlaf festzustellen ist.
Die Erhebung einer genauen Vorgeschichte ist sehr wich-
tig, aus der sich ergibt, ob etwa ein Kind noch nie trocken
war, oder ob es später wieder angefangen hat, einzunässen. Dann ist wichtig, nach der Ursache des Wiedereinnässens zu forschen. Es kann ein Angsterlebnis sein, es
kann in etwa aber auch die Geburt und die Pflege eines
Geschwisterchens sein. Hier erscheint naheliegend, daß der
unterbewußte Versuch gemacht wird, die Aufmerksamkeit
der Mutter wieder verstärkt auf sich selbst zu lenken, zumal der häufige Windelwechsel ein nicht unerheblicher Teil
der Beschäftigung der Mutter mit dem kleinen Brüderchen
oder Schwesterchen ist.
Bevor man ein einnässendes Kind in Behandlung nimmt,
ist eine Frage besonders wichtig, nämlich die, ob nicht
eine organische Erkrankung der Harnwege ursächlich in
Betracht kommt. Es ist erstaunlich, wie relativ häufig besonders bei Mädchen eine offenbar verschleppte Pyurie
die Ursache des Einnässens darstellt. Bei einer Reihe von
Kindern führt die darauf gerichtete Behandlung in wenigen
Tagen zum Trockenwerden. Man darf sich aber mit dieser
Feststellung nicht begnügen, da sich besonders bei dauernässenden Kindern auch pyelographisch Fehlbildungen
feststellen lassen. Jedenfalls muß eine genaue urologische
Diagnostik verlangt werden, um nichts zu übersehen. Langzeitbehandlung notwendig.
Hier muß noch eine weitere bedeutungsvolle Tatsache auf
einem anderen Sektor erwähnt werden. Das sind positive
EEG-Befunde, vor allem bei hartnäckig nässenden Kindern.
Ein Teil dieser Kinder weist echte Krampfpotentiale auf.
Die Behandlung mit Krampfmitteln führt jedoch nicht überdurchschnittlich zur Heilung einer Enuresis. Richter fand
pathologische bzw. auffällige EEG-Befunde bei 39 von 70
Kindern, urologische Veränderungen bei 40 Kindern unter
einem Gesamtkrankengut von 112 Kindern.
Nun zu meiner eigenen Behandlung, die durch ein Gespräch mit der Mutter in Anwesenheit des Kindes beginnt.
Es wird angeordnet:
1. Flüssigkeitseinschränkung ab 16 Uhr, die nur für eine
begrenzte Zahl von Tagen gefordert wird.
2. Abends Trockenkost.
3. Ein spannungsausgleichendes Medikament. Mir ist handgerecht das Pan-Sedon, es kann aber auch irgend ein
anderes, gegen die Dystonie wirksames Mittel gewählt
werden, wobei allerdings Phytotherapeutika eine zu
schwache Wirksamkeit entfalten, aber in der Nachbehandlung verwendet werden können.
4. Das Kind wird zweimal wöchentlich über dem Kreuzbein
mit einer kleinen Menge Plazenta-Sero! unter suggestiven Begleitworten eingerieben.
5. Das Kind erhält einen Taschenkalender, in den es jeden
Morgen ein rotes Kreuz einzeichnet, zum Zeichen, daß
es trocken geblieben ist. Wenn es naß war, erfolgt keine
Eintragung, denn „es kann nichts dafür". Wenn zwischen
APISERUM
DE B E L V E F E R
Es stehen folgende Präparate zur Verfügung:
APISERUM Trinkampullen
BI-APISERUM Trinkampullen
Haemo-GERAL, pro injectione
Haemo-GERAL, lingual dragees
Bitte schreiben Sie um Literatur und Proben:
zwei Einreibungen mehrere rote Kreuze auftauchen, gibt
es eine Belohnung.
Sehr weit entfernt wohnende Mütter werden nur einmal
wöchentlich bestellt. Oft besteht gerade bei ihnen der
Wunsch, die Einreibungen selbst vorzunehmen, aber das
führt zu Mißerfolgen, weii damit die Einwirkung der Persönlichkeit des Arztes oder der Helferin entfällt. Auch die
Reise zum Arzt und die Umgebungsänderung haben ihre
suggestive Kraft. Es ist einleuchtend, daß gerade von der
Art des Umgehens mit dem Kind im Sinn einer kleinen
Psychotherapie viel abhängt. Es handelt sich bei der Behandlung eben um ein körperlich-seelisches Problem.
Bleibt der Behandlungserfolg aus, so hat es keinen Sinn,
die Therapie ad infinitum fortzusetzen. Nach einer Behandlungspause von einigen Wochen sind erfahrungsgemäß
etliche von den Kindern nachträglich trocken geworden. Es
empfiehlt sich bei den nicht deutlich beeinflußten Kindern
einen Wechsel des Heilmittels vorzunehmen, und die Einreibungen nach etwa 4—6 Wochen wieder aufzunehmen.
So gehe ich manchmal auch auf ein Mittel der Phenothiazinreihe über, wobei sich das Decentan mehr bewährt hat
als das Atosii. Hier muß noch erwähnt werden, daß sich in
letzter Zeit insbesondere das Tofranil als eines der wirksamsten Mittel zur Beseitigung der Blasenschwäche erwiesen hat. Ich habe damit nur geringe Erfahrung bei älteren
Kindern, da mir die Anwendung eines ausgeprägten Psychopharmakons zur Behandlung der Enuresis beim Kind
bedenklich erscheint.
Nach der beschriebenen Behandlung sind in der letzten
Zeit von 53 Kindern 34 trocken geworden, und zwar 23
innerhalb von 2 Monaten, der Rest im Laufe eines Jahres.
Diese relativ kleine Zahl ist natürlich nicht beweisend,
überschreitet aber die Durchschnittszahlen vergleichbarer
Literatur.
Nach erzieltem Erfolg ist es notwendig, bei den Kindern,
die trocken geblieben sind, nach Verzicht auf die Einreibungen die medikamentöse Therapie der Dystonie noch
einige Zeit kurmäßig fortzusetzen, um den Dauererfolg zu
sichern.
Meine Ausführungen sollten Ihnen einen Überblick über
das Vorgehen in einer kinderärztiichen Praxis vermitteln.
Sie wollen nicht repräsentativ sein und wollen nicht aufgefaßt werden, als ob hier überlegene Erfolge demonstriert
werden sollten, es sollte nur eine Methode gezeigt werden,
mit der bei dem vorliegenden körperlich-seelisch bedingten
Symptombild ein guter Erfolg zu erzielen ist. Es gibt sicher
andere Wege, und der optimale scheint mir noch nicht gefunden. Vorläufig erscheint der Arzt wichtiger als das Medikament.
Anschrift d. Verf.: Prof. Dr. med. FRICK, 65 Mainz, Auf der Steig 6.
das naturreine BienensekretFermentsystem
Gelee Royale ohne Zugabe fremder Stoffe, standardisiert und
stabilisiert im natürlichen Artmilieu.
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Hebung des Allgemeinbefindens in der Rekonvaleszenz. APISERUM
das Mittel der Wahl in der Geriatrie, die Hilfe des Arztes in der
Rehabilitation.
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Llndau-Bodenseej
G. LEIN BERG ER & CO., 8 2 6 6 LAUFEN-MAYERHOFEN/OBB.(früher
Aus Praxis und Forschung
Aus dem Taunus-Sanatorium Bad Soden, Chefarzt Prof. Dr. med. habil. V. Böhlau
Aerosole und Inhalationsbehandlung
Das Aerosol ist exakt naturwissenschaftlich betrachtet ein
Zweistoffsystem, bei dem in einer Gasphase flüssige oder
feste Substanzen in feinster Verteilung schweben. Nach
dieser Definition ist klar, daß z. B. die uns umgebende Luft
ein Aerosol ist, denn in ihr schweben feinste Staubpartikelchen, Nebeltröpfchen usw. Auch der Tabakrauch ist
ein Aerosol.
Für die Medizin interessieren uns natürlich andere Aerosole, die entweder diagnostisch oder therapeutisch eingesetzt werden können. Unter diesen medizinischen Aerosolen finden wir sowohl natürliche wie auch künstliche Aerosole. Die natürlichen Aerosole und ihre Wirkungen sind
z. T. seit Jahrhunderten bekannt, wenn man nur an die
Inhalation von Meerwasser, die Erstellung von Salinen in
Solebädern u. ä. denkt. In den letzten Jahren ist für uns
jedoch in der Medizin die Benutzung von sogenannten
künstlichen Aerosolen immer wichtiger geworden.
Wenn auch schon seit Jahrhunderten bekannt ist, daß
durch Einatmen von Heilmitteln bestimmte therapeutische
Erfolge erzielt werden können und schon seit mehr als
hundert Jahren die Inhalationstherapie als schulmäßig anerkannte Heilmethode angewandt wird, wurden jedoch erst
1920 von dem damaligen Göttinger Pharmakologen Heubner die Grundlagen dieser Therapieform erforscht. Er hat
damals mit seinen Untersuchungen über die Eindringungsfähigkeit inhalierter Medikamente in die tieferen Luftwege
und über ihre Resorption auch die Grundlagen für die
heulige Aerosoltherapie geschaffen. Den eigentlichen Anstoß für deren Einführung in die Praxis geben jedoch erst
die Erfolge einer amerikanischen Forschergruppe unter
Führung von Abramson im Jahre 1945 mit der Anwendung
neuer antibiotischer Mittel auf dem Inhalationswege. In
Deutschland begannen Kühne und Martini in Reichenhall
1948 als erste mit der Anwendung dieser Therapie. Von
apparativer Seite bzw. physikalischer Seite her haben sich
in Deutschland vor allem Nuckel, Dirnagl, Findeisen und
Bisa, von klinischer Seite u. a. Stieve und Bopp befaßt.
Dirnagl hat auch ausführliche Untersuchungen über die
Beziehung zwischen Tröpfchengröße und Niederschlagsort
in den Atemwegen durchgeführt. Nach diesen Untersuchungen sollte die Teilchengröße zur Behandlung der tieferen Luftwege zwischen V2 und 5 (x zur Behandlung der
oberen Luftwege mindestens 10 bis 20 u betragen. Teilchen
von einer Größe unter V2 p, werden im allgemeinen wieder
exhaliert. In der folgenden Abbildung (Abb. 1) haben wir
Ihnen wichtige Aerosole zur Anwendung zusammengestellt
und zwar aufgeteilt in die Gebiete: Diagnostik und Therapie.
Neben den schon seit langem bekannten pharmakodynamischen Aerosolen wie z. B. A/udrrn und Acetylcholin für
Provokationsteste, gewinnen die Antigenaerosoie zur Feststellung der Aktualität einer Allergie, eine zunehmende
Bedeutung. Auf Abbildung 2 haben wir Ihnen den Verlauf
eines solchen Alfergenakfuafitätstesfes dargestellt, bei dem
wir die Aktualität der Allergie nach Inhalation eines
Antigens mit der Bodyplethysmographie geprüft haben.
Diese Prüfung erfolgt natürlich erst nach dem vollständig
durchgeführten großen Allergentest, bei dem sich, wie
z. B. in diesem Fall, eine Allergie gegen Hausstaub nachweisen ließ. Eine zukünftige Bedeutung haben sicher noch
die nuclearmedizinischen Aerosole.
Zur Therapie eignen sich die Heilquellen und das Ivfeerwasser. Als Vorinhalation verwendet man Broncholytika,
zur Dauerbehandlung moderne Sekretolytika, Sekretomoto-
Wichtige Aerosole zur medizinischen Anwendung
Pharmakodynamische
Aerosole
(Aludrin,
Acetytcholin)
Antigen/Aerosole
Nuklearmedizinische
Aerosole
Heilquellen
Meerwasser
Broncholytika
Sekretolytika und
Sekretomoton ka
Detergentien
Antiphlogistika
Antibiotika
Fungizide
Vitamine
Kortikosteroide
Abb. 1
Taunus -Sanat ori um
Allergentest-Abt,
Allergie-Aktualitätstest mit
Resistance
Bodyptethysmographie
ts~
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AliergenKontroll- Aerosol
Aerosol
tHausstaub)
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16
20 . 30
HD.«?
26J.
4b
sb ' eb '
n.Böhlau
Abb. 2
rika und Detergentien. Die Forschung der letzten Zeit zielt
auch daraufhin, neue Antiphlogistika für die Aerosolanwendung zu erproben. Die Antibiotikabehandlung mit Aerosolen spielt heute eine untergeordnete Rolle. Oberflächenantibiotika kann man jedoch in geeigneten Fällen anwenden. Besonders schleimhautfreundlich sind Vitaminpräparate und Kortikosteroide. Zur Behandlung der Pilzinfektionen, die vielleicht in der Zukunft eine noch größere Rolle
spielen, ist die Behandlung mit fungiziden Aerosolen bisher die wesentlichste Möglichkeit.
Da in der Kürze der Zeit ein vollständiger Überblick über
die Aerosolbehandlung nicht möglich ist, will ich Ihnen im
Folgenden an Hand eigener Untersuchungen, die wir angestellt haben, um die Wirksamkeit der Aerosole objektiv
zu testen, einige Beispiele geben.
Zur Prüfung der körperlichen Leistungsfähigkeit und zur
Objektivierung von therapeutischen und diagnostischen
Maßnahmen habe ich auf Anregung meines Lehrers Max
Bürger vor Jahren eine vollautomatische, sofort sichtbar
registrierende Gasstoffwechselapparatur entwickelt, die
nach einem indirekten Mengenmeßprinzip arbeitet und den
Sauerstoffverbrauch mit einem paramagnetischen Verfahren
bestimmt. Auf Abbildung 3 sehen wir die Sauerstoffverbrauchskurve in Ruhe, während des Steigeversuches und
in der Erholung vor und nach Applikation von Aludrin-Aerosolen. Der Erholungsquotient, der sich aus Sauerstoffverbrauch während der Arbeitsphase und dem Sauerstoffmehrverbrauch während der Erholungsphase errechnet,
ist hier von 2,76 auf 3,18 gestiegen (Abb. 3).
Verbesserung der körperlichen
Leistungsfähigkeit nach Aiudnn-Aerosol
PF,d", 49J
Erholungsquotient EQ
nach
3,18
Energotest
Sauerstoff verbrauch
(mf/min)
-^
Sauerstoffverbrauch und Puls bei Aerosolmhalatjon
Puls
Abb. 4
Sauerstoffpuls vor und nach Meerwassennhalcrtion
{automatisch registriert mit Polyenergotest}
vor Meerwasser
nach Meerwasser
02-Puls
Ruhe
Belastung Erholung
Betastung
Ruhe
Erholung
r"\
S
2 -
i
i
i
Abb. 3
Um einen spezielleren diagnostischen Einblick, insbesondere
auch in die Funktion des cardiopulmonalen Systems zu
erhalten, ist es zweckmäßig, neben dem Sauerstoffverbrauch das Verhalten weiterer meßbarer Größen unter
Arbeitsbelastung zu prüfen.
Unser Gerät Polyenergotest registriert sofort sichtbar und
vollautomatisch mit einem 12-fach-Punktdrucker Sauerstoffverbrauch, Atemminutenvolumen, Sauerstoffsättigung, Pulszahl, Blutdruck und unter Verwendung eines eingebauten
Computers ohne jegliche Berechnung der so wichtigen
Quotienten, wie Wirkungsgrad, Sauerstoffpuls, Atemäquivalent und respiratorischer Quotient. Auf Abbildung 4 haben wir in Originalkurven des SauerstoffVerbrauchs und
des Pulses bei Inhalationen mit verschiedenen Aerosolen
aufgezeichnet. Ich möchte hier nur auf den Unterschied der
sympathikotonen Wirkung von Aludrin und Isolevin und
der vagotonen Wirkung von Sole-Aerosolen hinweisen.
Abbildung 5 zeigt in automatischer Quotientenschreibung
den Sauerstoffpuls vor und nach Meerwasserinhatation bei
2 Patienten. Es ist deutlich zu erkennen, daß nach Meerwasseraerosolen der Sauerstoffpuls während der Belastung
und in der anschließenden Erholungsphase ansteigt.
Die Wirkung der Kortikosteroid-Aerosole, die in den letzten
Jahren eine zunehmende Rolle spielen, haben wir einmal
mit der Ganzkörperplethysmographie geprüft. In Abbildung 6 ist die Wirkung einer zweimaligen KortikosteroidAerosolapplikation auf die Höhe des Resistenzwertes in Säulen dargestellt. Der günstigste therapeutische Effekt konnte
hier deutlich objektiviert werden.
Auch der Wirkungsgrad, der erstmals von meinem Lehrer
Max Bürger in die medizinische Diagnostik eingeführt
wurde, und der damit den Grad der Restitution nach konsumierten Krankheiten objektivierte, ist in der Technik eine
anerkannte Größe zur Beurteilung einer Leistung. Auf Abbildung 7 haben wir Ihnen den Wirkungsgrad vor und nach
Anwendung eines Kortikosteroid-Aerosols dargestellt und
zwar bei einer 64jährigen Patientin, bei der die Altersnorm
23,7 % betrug. Der Anstieg von 22,1 % auf 24,7 % verdeutlicht die Besserung der Arbeitsökonomie.
Wie Dirnagl und Stieve bereits nachgewiesen haben, ist
für den Erfolg der Inhalation zuletzt die Atemtechnik des
Patienten von großer Bedeutung. In gleicher Richtung
spricht der Hinweis Aeplis in seiner Monographie, der eine
günstige Beeinflussung der Therapie durch eine Kombination von Aerosol und atemgymnastischer Therapie erzielen konnte. In gleichem Sinne ist die Kombination der
Aerosoltherapie mit assistierter Beatmung (Brrd-Respirator)
zu verstehen.
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Abb. 5
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9,0-
Wirkung von ^ort i kosterosdaero^cnen
auf die Ganzkorper-Ptethysmographie
8,53
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Kortikosteroidaerosol
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Abb. 6
Wirkungsgrad vor und nach Inhalation
von Kortikosteroidaerosolen
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0,234 x mkg
Kat
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25-
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TE,9,64J.
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2423 22.1
2221 20
vor
Abb. 7
nach
Von Amerika ausgehend hat die intermittierende Überdruckbeatrnung heute nicht nur in der Notfalltherapie, sondern auch bei der Behandlung der chronischen Bronchitis
und ihrer Folgeerkrankungen eine zunehmende Bedeutung
erlangt. !n Abbildung 8 haben wir in die Wirkung der Birdbeatmung auf die Sauerstoffsättigung bei einem Patienten
dargestellt.
Wie aus dem oben Gesagten bereits erkenntiich, ist zur
Aerosolerzeugung ein Gerat notwendig, das die Möglichkeit bietet, je nach Bedarf Nebeldosis, Nebelmenge und
Teilchengroße optimal einzustellen. Als Beispiel zeige ich
Ihnen auf Abbildung 9 ein früher von mir entwickeltes Ge-
Wirkung der Bi'rd-Beatmung
auf die Sauerstaffsathqung
Pat GL,48J
(^-Sättigung
100%9 0°/o-
80%-
Pu
90
80
rät zur Einzelinhalatlon von Aerosolen, das außerdem die
Möglichkeit der Sauerstoffzufuhr bietet. In unseren Geräten haben wir als erste an Stelle sonst üblicher Metalidusen, Kunststoffdüsen verwendet, die eine unipolare elektrische Aufladung des Aerosols und damit eine weitgehende
Stabilisierung erzielen.
Die heute von der Industrie angebotenen Inhalationsgeräte
(Aerosolgeräte) haben technisch einen so hohen Stand, daß
sie wartungsfrei und zuverlässig in der Arztpraxis im
Dauerbetrieb eingesetzt werden können. Bei uns hat sich
in unserer pysikalisch-therapeutischen Abteilung nachstehendes Inhalationsgerät (Pars-Aerosol-Standard) bewährt.
Bei besonders chronischen Fallen, in denen sich die Krankheit schon im fortgeschrittenen Stadium befindet, ist es
selbstverständlich notwendig, eine Dauerlangzeittherapie
durchzuführen. Wir haben recht gute Erfahrungen bei intelligenten Patienten gemacht, mit einem Gerät, das der Patient
selbst zu Hause anwenden kann. Das Gerat Pari-Privat
(Abbildung 10) ist für die Aerosol-Inhalation 2—3ma! täglich
zu Hause sehr gut geeignet.*)
In den letzten Jahren haben sich in der Therapie die
Sprühdosen-Inhalationsgeräte immer weiter verbreitet.
Nachdem anfänglich nur Broncholytika bzw. Bronchodilatatoren in Sprühdosen verabreicht wurden, gibt es jetzt
Kortikosteroide, Mucolytika usw. Ihr Vorteil liegt in der
leichten Anwendbarkeit, auch unterwegs, der meist sofortigen Wirkung und der im Verhältnis zur oralen Applikation sicher erheblich niedrigeren Dosierung.
Zur Behandlung von Erkrankungen der Nasennebenhöhlen,
die bisher therapeutisch zumindest von inhalativer Seite
sehr schwer anzugehen waren, wird in letzter Zeit, besonders von französischer Seite die Verwendung von Vibrationsaerosolen empfohlen. Dabei werden Aerosole mit einer
70
60
0
10
15
20
25
30mm
Abb. 8
Ei nzei-Aerosotgerat
(nach Bählau und Rabenalt)
•
•
!
Einstellschraube
Heizung
Abb. 10
Verfahren zum Messen der bei
der Aerosoltherapie inkorporierte
Menge eines Medikaments
Einstellbare
Sauerstoff
/ zufuhr
Druckluftzufuhr
Abb. 9
PreUwand
— Kunststoffduse
—
Medikamentenbehalter
Abb. 11
Schwingung von 100 Hz verwendet, die eine bessere Eindringungsfähigkeit in die schwer zugänglichen Nasennebenhöhlen haben sollen. Wir selbst können über größere Erfahrungen mit diesen Geräten noch nicht berichten.
Nach Untersuchungen von Dirnagl ist im großen und ganzen bei Stichproben die Dosierungsgenauigkeit bei den
Sprühdoseninhaiationsgeräten erfüllt. Für bestimmte Anwendungsgebiete stellt die Inhalation aus der Sprühdose
sicher einen wesentlichen Fortschritt dar. Nach den Untersuchungen von Dirnagl kann ein Vergleich nur mit dem
herkömmlichen Handinhalator vorgenommen werden und
dieser Vergleich spricht in jedem Fall ausschließlich zugunsten der Sprühdose.
Ein großer Nachteil der Aerosolinhalationstherapie einschließlich der Therapie mit den sogenannten SprühdosenDosieraerosolen ist zweifellos die Unmöglichkeit einer
exakten Dosierung-. Nach Untersuchungen von Dirnagl
hängt die therapeutisch zur Geltung kommende Dosis nicht
allein von der Medikamentenmenge ab, die den Inhalator
in dem gewünschten Dispersionsgrad verläßt, es liegen auf
der Seite des Patienten oft vielerlei variable Faktoren, die
Atemtechnik, Zustand der Atemwege usw. vor, die die
Menge, den Ablagerungsort, den Resorptionsverlauf der
Medizingeschichte
Friedrich Theodor Frerichs, dem großen friesischen Mediziner, zum 150. Geburtstag.
Friedrich Theodor Frerichs kam am 24. März 1819 in der
friesischen Stadt Aurich zur Welt. Sein medizinisches Studium, das er sehr breit durchführte, absolvierte er an der
Universität Göttingen, im Jahre 1841 promovierte er sich
gleichfalls in Göttingen. Bald danach begab sich Frerichs
in seine Geburtsstadt Aurich zurück und ließ sich dort als
Arzt nieder. Nach kurzer Zeit schloß er dann seine Praxis,
ging an die Universität Göttingen zurück, habilitierte sich
nach einiger Zeit und wurde dann Extraordinarius. Außerdem unternahm Frerichs in dieser Periode eine Reihe
wissenschaftlicher Ausbildungsreisen. 1849 erhielt Friedrich Theodor Frerichs die Berufung als Direktor der
inneren Klinik nach Kiel. Zwei Jahre später, 1851, berief
man ihn, gleichfalls als Direktor der inneren Klinik, nach
Breslau. Frerichs Breslauer Zeit begründete sein internationales Ansehen als anerkannter Mediziner. Viele überholte Verfahrensweisen reformierte Frerichs in Breslau. Besonders produktiv erwies er sich in der pathologischen
Anatomie, wobei er nahezu 700 Sektionen selbst durchführte. Durch Frerichs gelangte die Breslauer Klinik zu
einem hohen Aufschwung und zu internationaler Anerkennung. So konnte Friedrich Theodor Frerichs Berufung als
Nachfolger des berühmten Schönlein im Jahre 1859 nach
Berlin nicht überraschend sein. Frerichs erfüllte das in ihn
gesetzte Vertrauen glänzend, denn anläßlich seines fünfundzwanzigsten Jubiläums als Kliniker im Jahre 1884 lagen
auf vielen verschiedenen Gebieten, vornehmlich der inneren
Medizin, eine große Anzahl hervorragender Arbeiten von
ihm vor. Damals hatte sich Friedrich Theodor Frerichs einen
weit über Deutschlands Grenzen reichenden Ruf als Diagnostiker und als Lehrer erworben. Besonders erstaunlich
und hochachtbar an ihm war, daß er sich selbst streng an
die naturwissenschaftliche Methode in der Medizin hielt, in
der Therapie jedoch auch die Empirie der alten Ärzte
gelten ließ. Friedrich Theodor Frerichs wurde anläßlich
seines fünfundzwanzigsten Jubiläums als Berliner Professor und dirigierender Arzt der Charite geadelt und mit
vielen anderen Auszeichnungen geehrt. Bereits ein Jahr
später, am 14. März 1885, verstarb er in Berlin an Opiumselbstvergiftung. Außer seinen mannigfaltigen Funktionen
in der Charite war Frerichs lange Jahre hindurch Mitglied
der preußischen wissenschaftlichen Deputation für das Me-
zur Wirkung kommenden Substanz beeinflussen können.
Die Angaben über resorbierte Medikamentenmengen
schwanken in der Literatur zwischen 30 und 95 Prozent.
Ich darf Sie daher kurz auf ein von mir angegebenes Verfahren zum Messen bei der Aerosoltherapie inkorporierten
Menge eines Medikamentes hinweisen (Abbildung 11). Bei
unserem Dosimeter wi.rd dem Aerosolstrom nach dem Injektorprinzip pro Zeiteinheit eine minimale Menge eines
indifferenten Stoffes beigefügt. Die Ausatmungsluft wird
über ein Ventil, eine Flüssigkeit oder einen Filter geleitet,
die als Reagentien mit ihm eine meßbare, in ihrer Größe
von der Menge des Medikamentes abhängige kolorimetrisch nachweisbare Zustandsänderung ergeben. Mit einer
einstellbaren Galvanometerskala läßt sich genau die inkorporierte Dosis ablesen. Es wird also angezeigt, wann bei
einer Inhafation die notwendige Dosis erreicht ist. Gefahrvolle Unter- und Überdosierungen können dadurch vermieden werden. Der Anwendungsbereich der Aerosolinhalationstherapie ließe sich damit erweitern.
*) Wir danken der Herstellerfirma der Geräte für die freundliche Zurverfügungstellung der Abbildungen.
Anschrift d. Verf.: Prof. Dr. med. BÖHLAU, 6232 Bad Soden, Rossertstraße 11.
dizinalwesen und hatte außerdem das Amt eines vortragenden Rates im Kultusministerium inne. Ein hier kurzer
und bewußt unvollständiger Überblick der wissenschaftlichen Schriften Frerichs zeigt seine enorme Vielseitigkeit
und seine Vertrautheit mit den naturwissenschaftlichen
Grundlagen der Medizin seiner Zeit: „Untersuchungen über
Galle in physiologischer und pathologischer Beziehung",
Göttingen 1845, „Comrrtentatio de natura miasmatis palustris", als Habilitationsschrift, 1846 in Göttingen, „Über
Gallert- und Colloidgeschwülste", Göttingen 1847, „Über
das Maß des Stoffwechsels sowie die Verwendung der
stickstoffhaltigen und stickstoffreien Nahrungsstoffe", in
Müllers Archiv, 1849, „Die Brightsche Nierenkrankheit und
deren Behandlung", Braunschweig 1851, „K/inik der Leberkrankheiten", Braunschweig 1858, „Über den Diabetes",
Berlin 1884. Bereits zu Beginn seiner ärztlichen Tätigkeit
in seiner Geburtsstadt Aurich im Jahre 1842 galt Friedrich
Theodor Frerichs als guter Augenarzt. Bedeutsam war auch
seine Mitarbeit an Rudolf Wagners großem Handbuch der
Physiologie für das er selbst die Beiträge „Synoviä und
„Tränensekretion" sowie die klassische Abhandlung „Verdauung" schrieb, die seinen Namen innerhalb der Gelehrtenwelt bekannt machten. Besonders hervorzuheben ist
auch seine intensive und sehr erfolgreiche Dozententätigkeit. Als Direktor der medizinischen Poliklinik war er sehr
bemüht, die Medizinstudenten allseitig auszubilden. Bereits in seiner produktiven Breslauer Zeit begann er 1858
seine später weltberühmte „Klinik der Leberkrankheiten".
In Breslau entdeckte Frerichs auch das Vorkommen von
Leucin und Tyrosin im Harn bei akuter gelber Leberatrophie, der anatomischen Veränderung bei der Lebercirrhose
und der Malaria pernicisa sowie der Pigmentablagerung
im Blute bei Melanämie. Nachdem Frerichs den ehrenvollen
Ruf als Nachfolger des großen Schönlein an die berühmte
Berliner Charite zu gehen, 1859 angenommen hatte, vollendete er bald darauf im Jahre 1861 in Berlin den zweiten
Band seines großen Werkes „Klinik der Leberkrankheiten".
Mit seinem letzten bedeutenden Werk „Über den Diabetes",
fertiggestellt 1884, ein Jahr vor seinem Tode in Berlin, hat
er nochmals seinen weltweiten Ruf eines gründlichen und
erfolgreichen Klinikers unter Beweis gestellt; denn dieses
Werk fußt nicht nur auf 400 in seiner Privatpraxis sowie in
der Klinik selbst studierten Fällen, sondern es enthält auch
eine für die damalige Zeit hervorragende, auf 55 Obduktionen gestützte pathologisch-anatomische Beschreibung
dieser noch heute gefährlichen Krankheit. Als Beispiele der
intensiven Arbeit Frerichs zur Förderung der jungen Ärzte
sei hier abschließend gesagt, daß unter anderen der später
berühmte kanadische Arzt William Osler (1849—1919) in
seiner Berliner Klinik lernte. Weiterhin berief Friedrich
Theodor Frerichs den jungen hochbegabten Arzt Paul Ehrlich (1854—1915) als Assistent an seine Berliner Klinik und
gab ihm die Möglichkeit, seine Methode zum Studium des
Blutes zu entwickeln.
Karl Vierordt, dem hervorragenden Physiologen zum Gedenken.
Am 1. Juli 1818 wurde Karl Vierordt in Lahr in Baden geboren. Seit dem Jahre 1836, mit 18 Jahren, studierte
Vierordt in Heidelberg unter Tiedemann, Gmelin und
Bischoff, von 1838—39 in Göttingen unter Langenbeck und
Wöhler und schließlich wieder in Heidelberg unter Nagele
und Chelius Medizin, hörte in Berlin Schönlein und Müller,
bestand 1840 das Staatsexamen, promovierte 1841 in Heideiberg und ließ sich in Karlsruhe als prak. Arzt nieder.
1843 zum Oberchirurg des Großherzog!. Inf.-Reg. ernannt,
hatte er jetzt Zeit, sich mit wiss. Arbeiten zu beschäftigen.
Seine Forschungen über die Physiologie der Atmung machten seinen Namen in der wissenschaftlichen Welt so bekannt, daß er 1849 einen Ruf als Extraordinarius für theor.
Medizin nach Tübingen erhielt. Er las über allgemeine
Pathologie und Therapie und Geschichte der Medizin. Nach
dem Abgang Arnolds, der Anatomie und Physiologie gemeinsam gelehrt hatte, wurden beide Disziplinen getrennt,
und Vierordt erhielt die Physiologie als Hauptkolleg und
wurde 1855 zum ordentlichen Professor und Direktor des
physiol. Institutes ernannt. 1864—65 bekleidete er das Amt
des Rektors der Universität, bei dessen Abgabe er die
denkwürdige Rede „Über die Einheit der Wissenschaften"
hielt. 1868 bezog er das hauptsächlich durch seine Bemühungen neugegründete physiologische Institut und
feierte 1874 sein fünfundzwanzigjähriges Dozentenjubiläum.
An asthmatischen Beschwerden in Folge von Herzhypertrophie erkrankt, trat er im Juli 1884 von seinem Amte zurück und starb am 22. November desselben Jahres.
Vierordts Verdienste um die Umgestaltung und Förderung
der Physiologie sind sehr bedeutend. Außer den schon erwähnten Arbeiten über die Physiologie der Atmung sind in
erster Linie seine Untersuchungen über die Zahl der Blutkörperchen zu nennen, die er 1852 begann und in verschiedenen, im „Archiv für physiol. Heilkunde" (Jahrg. 11)
publizierten Aufsätzen, niederlegte, wie er überhaupt die
Hämatologie durch wichtige Untersuchungen bereicherte.
Durch seine Monographie „Die Lehre vom Arterienpuls in
gesunden und kranken Zuständen" (Braunschweig 1855)
wurde er zum Begründer der modernen Sphygmographie
und schrieb die ebenfalls bemerkenswerte Arbeit „Die Erscheinungen und Gesetze der Sfromgeschwsndigkeiten des
Blutes nach Versuchen" (Frankfurt 1858), worin dieses vor
Vierordt etwas stiefmütterlich behandelte Kapitel der Physiologie durch Aufstellung einer Reihe wichtiger Gesetze
sehr wesentlich gefördert wurde.
Außer den genannten Veröffentlichungen sind als größere
Arbeiten noch zu nennen die 1869 begonnenen Untersuchungen über die Entwicklung des Raumsinnes der Haut,
ferner die Untersuchungen über Spektrophotometrie, die in
drei größeren Monographien niedergelegt wurden: „Die
Anwendung des Spectralapparates zur Photometrie der
Absorptiorrsspecrren und quantitat ehem. Analyse" (Tübingen 1873), „Die Anwendung des Spectralapparates zur
Messung und Vergleich der Stärke des farbigen Lichtes"
(Tübingen 1871) und „Die quantitat. Spectralanalyse in
ihrer Anwendung auf Physiologie, Chemie und Technologie" (Tübingen 1876). Schließlich sind noch zu erwähnen
sein „Grundriß der Physiologie" (Frankfurt, später Tübingen 1860/61, 5. Auflage 1877) und die Bearbeitung der
„Physiologie des Kindesaiters" in Gerhardts Handbuch der
Kinderkrankheiten, 1877, 1. Bd., S. 51-224.
Die letzten Arbeiten von Vierordt hatten das Gebiet der
Akustik zum Thema und wurden erst in der nach seinem
Tode erschienenden Monographie veröffentlicht „Die Schallund Tonstärke und das Schalleitungsvermögen der Körper"
(Tübingen 1885).
S. VOGEL, Göftingen-Geismar
Sorgen um die Medizin
Gedanken eines Arztes zur gesetzlichen Krankenversicherung
Von Dr. med. PAUL MÖSSINGER
Mit einem Vorwort von Staatssekretära. D. Dr. WILHELM CLAVSSEN
107 Seiten, kart. DM 10,—
Die Stellung des Kranken und des Arztes in der gegenwärtigen und sich für die Zukunft abzeichnenden Situation
der Sozialversicherung hat der Verfasser in seiner neuen Broschüre zum Gegenstand seiner kritischen Betrachtungen gemacht. Das Büchlein, das durch das Urteil namhafter Persönlichkeiten bereits vor seinem Erscheinen Anerkennung gefunden hat, bemüht sich, Mißstände und Konsequenzen eines Systems aufzuzeigen, demgegenüber
sich der (Kassen-)Arzt nicht gleichgültig verhalten kann und darf. Mit dem Inhalt des kleinen Werkes kann er
sich das Rüstzeug zur eigenen Unterrichtung erwerben, vor allem aber zur Diskussion in den öffentlichen Gremien, zu deren Teilnahme er aufgerufen ist.
KARL F. HAUG VERLAG • 6900 HEIDELBERG 1 • POSTFACH 843
10. Jahrgang
Heft 8
August 1969
Physikalische Medizin und Rehabilitation
Zeitschrift für allgemeine und spezielle Medizin
Aus der
REHABILITATION
Internationale Zeitschrift für Physikalische Medizin
und Rehabilitation mit Zentralblatt
Organ der Deutschen Geseilschaft für Rehabilitation e. V.
Schriftleitung: Prof. Dr. Kh. Woeber, 51 Aachen
Fortschritte der gesamten Rehabilitation
1/69
\\ui
Allgemeines
Koller, S,: Subjektivität und Objektivität von
Behandlungsergebnissen in Physikalischer
Medizin, Bäder- und Klimaheilkunde (zur
Statist, u. kasuistischen Methodik). Inst. f.
med. Statistik u. Dokument, d. Univ. Mainz.
Arch. phys. Therap. 20, 249 (1968).
Zur Vermeidung von Subjektivität ist die
Objektivierung von Therapieergebnissen
durch Vergleich physiologischer Größen
an homogen strukturierten, in gleicher
Weise behandelten Patientengruppen erforderlich. Gesamturteile sind dennoch
schlecht möglich. Da trotzdem subjektive
Faktoren, z. B. bei der Beurteilung von
Kurven, nicht ausgeschlossen sind, ist der
Blindversuch und die Beteiligung mehrerer
Untersucher anzustreben. Die Objektivierung subjektiver Patientenurteile ist ebenfalls im Blindversuch möglich, am besten
stets doppelt blind.
Grenzen sind dem Blindvergleich, z. B.
zwischen Bäder- und Arzneibehandlung,
gesetzt. Mangels entsprechender Vergleichsgruppen im Kurort (es sei denn mit
,,Plazebo"bädern) sind die Untersuchungen
bei ehemaligen Kurpatienten und vergleichbaren anders behandelten Patienten
in der Heimat wichtig. Doch ist die Wirksamkeit der einzelnen Kurkomponenten
auch damit nicht erkennbar.
J. C. CORDES (Bad Lausick)
Pirlet, K.: Die objektive Beurteilung von
Behandlungsergebnissen in der Physikalischen Therapie — statistische und kasuistische Möglichkeiten. Inst. u. klin. Abt. f.
Phys.-Diät. Ther. d. Univ. Frankfurt/Main.
Arch. phys. Therap. 20, 271 (1968).
Der Autor kommt nach Erörterung prinzipieller Fragen zu dem Schluß, daß die
kombinierte kasuistisch-statistische Erfolgsbeurteilung physikalisch-diätetischer Behandlungsregimes (nicht einzelner Behandlungsmaßnahmen) bei chronisch progressiven Erkrankungen am aussichtsreichsten ist. Dazu gehören krankheitsspezifische Laborwerte („harte Kriterien" nach
K o l l e r ) . Da die schweren Krankheitsformen einen unaufhaltsamen Verlauf nehmen, wäre eine Vergleichsgruppe eigentlich nicht nötig. Nach Schilderung von zwei
positiven Beispielen schwerer chronischer
Polyarthritis mit völliger Remission des
klinischen Bildes und Normalisierung der
BSG durch physikalisch-diätetische Therapie schlägt der Verfasser vor, an zwei ver-
aßjisujßuE] ' B u n ^ i J8upS!ui|>| jej
-aupjoeßjsqn jajun uaA|}>ie[|0>) uejeqLpjsiß
medikamentöser, andererseits mit physikalisch-diätetischer Behandlung anzustellen.
J. C. CORDES (Bad Lausick)
Pirlet, K.: Haut und Physikalische Medizin
- Problemstellung aus der Sicht des physikalischen und balneologischen Therapeuten. Inst. u. klin. Abt. f. Physik.-Diät. Ther.
d. Univ. Frankfurt/Main. Arch. phys. Ther.
20, 311 (1968).
Fast alle physikalischen
Maßnahmen
setzen „naturgemäß" am Hautorgan mit
seinem Gefäßsystem und Schweißdrüsenapparat an. Aber weder die durch physikalische Therapie hervorgerufenen Funktionsänderungen dieser Systeme noch die
Wirkwege der Reize, noch Begriffe wie
unspezifische Reiztherapie erklären den
Therapieeffekt. Ebensowenig kann man die
Resorption von Stoffen, die obendrein
meist nur geringe Menge ausmachen, zur
Deutung von Therapiewirkungen heranziehen, zumal die „rein" physikalischen Reize
derartige Stoffe nicht aufweisen.
Interessant ist die Feststellung, daß die
Haut als Spiegel der Gesundheit gelten
kann. Gesunde Haut soll von der Muskelfaszie abhebbar und verschieblich sein, sie
soll sich durchrollen lassen, indurationsfrei
in allen Schichten und druckschmerzfrei
sein. Die normale Haut ist für Stoffe aufnähme- und ausscheidungsfähig, sogar für
hochmolekulare Stoffe. Dieser Vorgang
kann durch Wässerung und Quellung der
Haut, durch Seifung und Entfettung, durch
mechanische Irritation wie Massage und
Bürstung und durch die Provokation entzündlicher Prozesse gefördert werden. Wir
können also durch Bädermaßnahmen u. a.
die Ausscheidung von Metaboliten im Sinne
der Entlastung des Körpers erreichen,
wenn wir die Hautbarriere durch fntensfvierung der Stoffwechselprozesse abbauen.
J. C. CORDES (Bad Lausick)
Bacigalupo, G., Giezelt, F. und H. Gummel:
Über einige Probleme der präklinischen
Krebsbekämpfung. Inst. f. Krebsforschung
d. Deutsch. Akad. d. Wiss. Berlin, RobertRössle-Klin., u. Geschwulstklin. d. Charite,
Berlin. Dtsch. Gesundh.-Wesen 22, 673
(1967).
Verf. setzen sich mit der Aufklärung der
Bevölkerung zur Früherkennung des Krebses auseinander und geben dazu gezielte
Hinweise. Sehr bedeutungsvoll sind die
Ausführungen über die Krebsverhütung,
wobei besonders auf die Beseitigung von
Präkanzerosen eingegangen wird und wobei auch auf die Gefahren des Rauchens
und karzinogener Industrieabgase eingegangen wird. Die sehr instruktiven Ausführungen der Autoren müssen im Original
nachgelesen werden.
H. SIELER (Leipzig)
Nuckel, H.: Fortschritte auf dem Gebiete
der Aerosoltherapie. Inst. f. Med. Aerosolforschung, Bad Lippspringe. Arch. physik.
Therap. 19, 141 (1967).
Verf. berichtet über verschiedene für die
Aerosoltherapie geeignete Apparate, was
im einzelnen im Original nachgelesen werden muß. Bewährt hat sich die Auswurfprovokation durch gewärmtes salzhaltiges
Aerosol, wodurch Auswurf aus tiefen Luftwegen gewonnen werden kann, der zur
bakteriologischen und cytologischen Diagnostik geeignet ist. Die Elektroaerosoltherapie unter Anwendung von Sole ist
imstande, beim Bronchitis-Emphysem-Syndrom merkliche Besserung,zu erzielen. Bei
Erzeugung von Aerosolen mit dem Sprühdosenprinzip unter Verwendung eines
Treibmittels können spezifische Therapeutika in die Lunge versprüht werden und
somit eine lokale oder nach Resorption sogar allgemeine Wirkung entfalten.
H. SIELER (Leipzig)
Mittmann, W.: Dispensairebetreuung der
allergischen und chronisch-entzündlichen
Erkrankungen der Atemwege im Rahmen
der Hauptpoliklinik der Bezirkskrankenhäuser. Med. Klinik des Bezirkskrankenhauses Potsdam. Dtsch. Gesundheitswes.
24, 211 (1969).
In der Inneren Abt. der Hauptpoliklinik
Potsdam besteht ein Dispensaire für Asthmatiker, dessen Bedeutung in der Konzentration und Rationalisierung der Diagnostik
und Therapie und Rehabilitation besteht.
Die gezielte Physiotherapie mit Thoraxmassagen, Atemgymnastik und Kuren in
Solebädern hat sich hervorragend bewährt.
Im Dispensaire kann auf Grund der großen
Zahl der Pat. eine statistische Auswertung
hinsichtlich Ursachenforschung, Epidemiologie, sozialer Faktoren, Umwelteinflüsse,
klimatischer Bedingtheit des Asthma erfolgen. Sehr wertvoll ist auch der Umstand,
daß im Dispensaire Behandlungsverfahren
hinsichtlich ihres Effektes in großem Rahmen ausgetestet werden können.
H. SIELER (Leipzig)
Kleine, F.-D.: Die Hepatitis-Umgebungsuntersuchungen als Bestandteil des Leberdispensaires Med Klinik der Medizinischen
Akademie Magdeburg Ztschr arztl Fortbildg 62, 1237 (1968)
Dte routinemäßige Untersuchung der Kontaktpersonen ist eine wertvolle Maßnahme
der Prophylaxe im Rahmen des Dispensaires für Hepatitiskranke Gefährdeten Personen wird prophylaktisch y-Globuhn appliziert
H SIELER (Leipzig)
Rehabilitation
Ebert, H.: Zur Rehabilitation von Rheumatikern und Herz- und Kreislaufkranken
Rheumatol -kardiol Klin i Stadt Klin
Berlin-Buch Zschr f d ges Hygiene 487,
14 (1968)
Durch Konrentration der Rehabilitation von
Rheumatikern und Herz-Kreislauf-Kranken
auf vorerst wenige Einrichtungen sollen Erfahrungen gesammelt werden, die für
weitere Institutionen nutzbar gemacht werden sollen
H SIELER (Leipzig)
Sarner, P.: Fürsorge und Rehabilitation in
der Psychiatrie Bezirkskr f Neurol u
Psych Haldensleben Die Heilberufe 159,
20 (1968)
Eine wesentliche Arbeitsmethode der Rehabilitation in der Psychiatrie ist die offene
psychiatrische Fürsorge Für diese Tätigkeit werden ausgebildete Fursorgekraffe
eingesetzt, die als soziale Bindeglieder
zwischen Pat und Gesellschaft fungieren
Die Fursorgekrafte sind bei Durchfuhrung
der Arbeitstherapie außerhalb der Kliniken
beteiligt
Chronisch Kranke sollten so weitgehend
wie möglich in den Arbeitsprozeß im Sinne
der Soziotherapie zum Zwecke der Rehabilitation einbezogen werden wozu Sonderarbeitsvertrage abgeschlossen werden
sollen die der Arzt als dritter Verantwortlicher gegenzeichnet Die Arbeit ist ein
wichtiges Heilprinzip in der Psychiatrie
Prävention
Breuntmg, M. und F. W. Hilker: Säuglingssterblichkeit — Ansatzpunkt pranataler Prophylaxe — Das Zwill.ngsfruhgeborene Gynakol Abt Krankenhaus Potsdam, I Kinderkl d Stadt Klin Berlin-Buch Ztschr
Arztl Fortbildg 61, 298 (1967)
59,38% des untersuchten Krankengutes
(291 Zwillinge) und 6 59% der Emlmge
sind Frühgeborene In dem Beobachtungsgut der Frühgeborenen sind 17 9% Zwillinge Die Zwilhngshaufigkeit steigt mit der
Zahl der Geburten signifikant an, wobei
das Gebaralter der Mutter ohne Einfluß ist
Die Zwillingsschwangerschaft ist häufiger
mit Komplikationen verhaftet Wenn die
Graviden mit sicher erkannter Zwillingsschwangerschaft ab 7 Schwangerschaftsmonat Bettruhe einhalten können kann die
Fruhgeburtenrate gesenkt werden
H SIELER (Leipzig)
Werner, E.: Prophylaxe der Herz-KreislaufErkrankungen und ihre Organisation Bezirksstelle f Tuberkulose u Lungenkr
Leipzig Dtsch Ges-Wes 21,2199(1966)
In Industriestaaten sind Herzkreislaufkrankheiten zum wichtigsten sozialmedizinischen Problem geworden Verf hat die
bewahrte Organisation des Volksrontgenkatasters der DDR mit der Erfassung kardiovasKularer Erkrankungen kombiniert
Erfaßt wurden 40100 Personen, bei denen
die Anamnese erhoben wurde Vitalkapazitat und RR wurden festgestellt EKG wurden angefertigt Bei 26% der Probanden
konnte ein Hochdruck bei 17 5% ein
pathologisches EKG festgestellt werden
Die Ergebnisse der Reihenuntersuchung
konnten mit den im Schirmbild erfaßten
pathologischen Herzveranderungen in Beziehung gesetzt werden Rontgenologisch
faßbare Herzdilatationen sind demnach ein
sicherer Ausdruck einer Herzkreislaufaffektror? Verf gibt zusätzlich zu den festgestellten Befunden Hinweise zur Organisation der Bekämpfung der Herz-KreislaufKrankheiten die im Original nachzulesen
H S!ELER (Leipzig)
Schwarz, H.: Psychohygiemsche Aufgaben
im Alter Dtsch Ges-Wes 22, 2342 (1967)
Genatnsche Psycbohygiene wird als Präventivmaßnahme zur Verhütung psychischer Krisen betrieben, die durch Verlust
des Arbeitsplatzes, Vereinsamung Lebensangst, Todesfurcht bedingt sind Ermutigung ist eine Grundforderung damit
der Rentner das Bewußtsein erhalt ein
verdienstvoller Mitbürger zu sein
H SIELER (Leipzig)
Presber, W : Sport und Rehabilitation
Ztschr f d ges Hygiene u Grenzgebiete
13,452 (1967)
Verf legt in einem allgemeinen Überblick
die Bedeutung des Sports für die Rehabili
tation dar wobei auf die Formen sportlicher Übungen mit geschadigten Menschen auf Sporttherapie Korpererziehung
für geschadigte Kinder und Jugendliche
sowie auf Versehrtensport eingegangen
wird
H SIELER (Leipzig)
Sind
H SIELER (Leipzig)
toider Arthritis geben gewisse Anhaltspunkte für solche Verfahrensweise An
zwei Beispielen wird die Normalisierungstendenz als nicht zwangsläufig mit bestimmten Prüfverfahren verbunden gezeigt
Zusammen mit dem medizinkundigen
Mathematiker könne man mit neuen Methoden, z B der multiplen Regression, der
multifaktonellen Diskriminanzanalyse und
der Faktorenanalyse, Kurerfolge wissenschaftlich einwandfrei ermitteln allerdings
nicht ohne elektronische Rechenanlagen
Wenngleich in anderen Disziplinen kaum
geringere Lucken im Erfolgsnachweis der
Therapie bestehen, braucht die Balneotherapie besonders strenge Maßstabe
J C CORDES (Bad Lausick)
Hille, H.: Methodologische Erfahrungen bei
vergleichenden balneologischen und klimaphysiologischen Untersuchungen Inst f
Balneologie u Klimaphysiologie Freiburg
Arch physik Therap 20,281 (1968)
Das Thema Effektnachweis ist in der Balneotherapie keineswegs neu Über die
zahlreichen Ergebnisberichte zu akuten
Wirkungen hinaus ist die fortlaufende Untersuchung die Langzeitbeobachtung des
Patienten noch wichtiger Es fehlt jedoch
meist die unbedingt notwendige Vergleichsgruppe Hille wählte dafür zwei Gruppen
gesunder Studenten von ihnen verbrachte
eine sechs Wochen lang bei 1000 m Hohe
in einem Schwarzwaidsanatorium, die andere im gewohnten Klima der Rheineben?
In Voruntersuchungen wurden die individuellen Normwerte bestimmter physiologischer Großen ermittelt, deren Verlauf
deutliche Unterschiede aufweist, die zusammen mit erfahrenen und gut ausgerüsteten Statistikern nachweisbar waren Ein
anderes Beispiel bieten Untersuchungen
an zwei Gruppen von Kurpatienten von
denen eine Schwefelbaderkuren erhielt, die
andere keine Therapie So ließ sich ein
spezifischer Effekt der Schwefelbader vor
allem an thermoregulatonschen Großen
erkennen Pessimismus hinsichtlich der Beweisbarkeit balneotherapeutischer Wirkungen sei nicht am Platze
J C CORDES (Bad Lausick)
Balneo-Therapie
Dirnagl, K. u. H. Drexel: Die objektive Beurteilung von Behandlungsergebnissen in
der Bader- und Klimatherapie (Methodische Möglichkeiten und method Schwierigkeiten bei Statist Vorgehen) Inst f
Med Balneologie u Khmatologie, Umv
München Arch physik Therap 20, 253
(1968)
Beschreibung eines durchaus realisierbaren ldeaiplanes für Vergleichsuntersuchungen — ein Vorgehen das Martini
nicht für aussichtsreich hielt Die Möglichkeit Arbeitsunfahigkeitszeiten in bestimmten Zeiträumen vor und nach Heilkuren zu
vergleichen (Wagner, Wannenwetsch) begrüßen die Verfasser, meinen aber daß
man mehrjährige medizinische Vergleiche
nicht umgehen könne Die Untersuchungen
von Short, Bauer und Reynolds über 17
Jahre an etwa 300 Patienten mit rheuma-
Ott, V. R.: Neuere Erfahrungen mit der
CO2-Baderbehandlung bei Herz-Kreislaufstorungen (Podiumsgespräch) Arch physik
Therapie 18, 231 (1966)
Diskutiert wurde die Indikationsstellung der
CO2-Bader bei Hypertonie Hypotonie Myocardmfarkt und vegetativen Regulationsstorungen Die Diskussion ergab folgendes Durch CO2-Bader sind organische
Herzleiden direkt nicht zu beeinflussen
aber vegetative Regulationen werden normalisiert Durch CO2-Bader ergibt sich aber
eine indirekte Herzkreislaufwirkung durch
Einflußnahme auf die Funktion der peripheren Strombahn der Haut Dieser Effekt
kann durch Modifikation der (^-Konzentration im Bad und durch Veränderung der
Applikationsflache (Teilbader Vollbader)
variiert werden Aber alle Effekte der CO2Bader lassen sich auch durch andere physiatnsche Maßnahmen erreichen Wegen
der individuellen Reaktionsweise der Pat
kann die CO2-Anwendung in kein starres
Schema gezwangt werden Bei latenter
Kontraktionsschwache des Herzens und
bei manifester Insuffizienz sind CC>2-Bader
kontraindiziert, da diese Erscheinungen dadurch verstärkt werden können und zum
Lungenodem fuhren können Bei diesen
Symptomen sind Glykoside angezeigt Im
Rahmen der Krankenhausbehandlung verliert die CO2-Therapie immer mehr an Bedeutung, zumal hier stets dekompensierte
Herzkreislaufkranke anfallen, für die die
Anwendung von CO2 nicht geeignet ist,
CO2 ist bei langer dauernder Ruhekompensation angebracht Aber statt dessen kann
auch die besser dosierbare und überschaubare Bettgymnastik durchgeführt werden
Bei arteriellen Verschlußkrankheiten ist die
Anwendung von CO2 wissenschaftlich nicht
untermauert Eine CCVBadekur ist eine
Maßnahme der Rehabilitation nach Krankenhausaufenthalt eines Pat Bei Infarktpat dient CO2 zur Regulation des Vegetativums Sicher ist die Frist von 6
Monaten nach dem Infarkt bis zur Aufnahme der CC>2-Therapie in manchen Fallen zu lang Hier soll eine individuelle
Entscheidung gemäß der Belastbarkeit des
jeweiligen Pat gefallt werden, zumal die
Belastung des Organismus durch den Alltag großer ist als durch eine Badekur
Allerdings müssen Krisen wahrend einer
CO2-Kur bei Infarktpat als gefährlich angesehen werden Eine CC>2-Badekur kann zur
Hebung des Befindens und der Leistungsfähigkeit dienen Zwischenfalle wahrend
einer CO2-Badekur treten nur bei Nichtbeacntung der Kontraindikationen auf Die
Anzeigesteflung zu einer CCh-Badekur muß
bereits bei Einweisung eines Pat in einen
Kurort beachtet werden An den wissenschaftlich begründeten Indikationen der
CO2-Therapie sollte festgehalten werden
H SIELER (Leipzig)
Klimato-Therapie
Klinker, L. u. H. Zenker: Unterschiede in
den bioklimatischen Wirkfaktoren an der
Ostseekuste und im Mittelgebirge in Abhängigkeit von der Jahreszeit Forschungsinstit f Bioklimatologie Berlin-Buch, Außenstellen Bad Berka u Heiligendamm Arch
physik Therap 20, 211 (1968)
Nach Schilderung des Begriffes klimatischer Reiz" als Mischung aus schonenden
und reizenden Faktoren wird zunächst der
jahreszeitliche Verlauf der Unterschiede in
den wichtigsten klimatologischen Elementen zwischen Mittelgebirge und Ostseekuste und dann der jahreszeitliche Verlauf
der bioklimatischen Wirkfaktoren im Mittelgebirge und an der Ostsee und seine Bedeutung für den menschlichen Organismus
behandelt
Der Aufsatz ist für die ärztliche Praxis, speziell für sachgerechte Indikationsstellung
zur Kur, für die Urlaubsplanung und für
die Beratung bei Auswahl von Jahreszeit
und Urlaubsort sehr zu empfehlen
J C CORDES (Bad Lausick)
Höck, K.: Bericht über die Hochseeklimakur 1965 — Psychologische Aspekte der
Klimakurreise — Dtsch Gesundh -Wes 22,
1023 (1967)
Wahrend der Klimakurreise waren zwei
psychotherapeutisch ausgebildete Arzte
und zwei Psychologen tatig, die die psychotherapeutische Beratung der Klinik- und
Schiffsleitung, die Psychodiagnostik und
Psychotherapie bei den Pat durchführten
Bei 80% der 150 Asthmakranken bzw 300
Ekzempatienten wurden psychogene Überlagerungen bzw neurotische Strukturen
gefunden In den auslosenden Konfliktsituationen pravalieren berufliche und familare Situationen Die durchgeführten Untersuchungen ergaben z T völlig neue
Aspekte Die Mitarbeit von Psychotherapeuten im Rahmen der Klimakurreise hat sich
bewahrt
H SIELER (Leipzig)
Elektro-Therapie
Ysnogorodki, V. G.: Die Impulsstrome niederer Frequenz und die Perspektiven ihrer
Anwendung für die Präventive der Verschlimmerung der Schmerzen bei radikularem Syndrom Zentral-wissenschaftl Forschungs-lnst f Kurortologie u Physiother
Moskau Arch f physik Therapie 123, 20
(1968)
Niederfrequente Impulsstrome haben sich
zur Schmerzlinderung und zur Durchblutungsforderung beim radikularen Syndrom
bewahrt
H SIELER (Leipzig)
Rusch, D.
und R. Blanco:
Erwarmungs-
effekte der Dezimeterwellen in Abhängigkeit von der Phantom-Form Klin u Inst f
Physik Med u Balneol d Univ Gießen,
Bad Nauheim Arch f physikal Therapie
19, 187 (1967)
Die Langsverteilung der Temperaturerhöhung nach Dezimeterwellenbestrahlung
entspricht bei einem gewölbten Phantom
der des üblichen kubischen Standardphantoms Die Verteilung der Temperaturerhöhung senkrecht zur Bestrahlungsrichtung ist für das gewölbte Phantom aus
dem Erwarmungsprofil des Standardphantoms abzuleiten, wenn die in Fett- und
Muskelgewebe unterschiedliche Absorption
für Dezimeterwellen in Rucksicht gezogen
wird
H SIELER (Leipzig)
Ultraschall
Steinhoff, R., Beckmann, K.-H., Magnus, S.
u. G. Pardemann: Über die Nutzung des
Ultraschall-Doppler-Effektes zur Herzaktionsuberwachung in der Geburtshilfe
Gynakol -Geburtshilfl Abt des Krankenhauses der Volkspolizei Berlin u Inst f
Med Physik u Biophysik Dtsch Gesundh Wes 23, 2138 (1968)
Bei der Überwachung der Herzaktion des
Foeten wahrend der Geburt eignet sich
der Ultraschall mit impulsfreier Ruckstrahltechnik Das Prinzip besteht darin, daß an
dem kindlichen Herzen ein Teil der abgestrahlten Ultraschallenergie reflektiert wird
Die reflektierte Welle zeigt infolge des
Doppler-Effektes eine veränderte Frequenz
Die reflektierte Welle wird über einen
Empfangswandler zu einem Verstarker geleitet, wo der Differenzbetrag zwischen abgestrahlter und aufgenommener Schallfrequenz gebildet und verstärkt wird Die
Frequenz liegt im Tonbereich und kann
direkt gehört werden Zu dieser Diagnostik
verwenden Verff eine kontinuierliche Ultraschallwelle von 2 MHz Die zugefuhrte
Schallintensität liegt bei 2—8 W/cm2
H SIELER (Leipzig)
Grossmann, H , von Ardenne, M.
u. R.
Whllner: Ultraschalldiagnostik-Gerate für die
klinisch erprobten Routineverfahren Forschungsinst Manfred von Ardenne, Dresden-Weißer-Hirsch Dtsch Gesundh -Wes
23, 2418 (1968)
Die Ultraschalldiagnostik ist eine ungefährliche Such- und Erganzungsmethode
Das A-Bild leitet sich vom Impuls-Echoverfahren ab, wobei der Schallstrahl als
horizontale Zeitlinie und die Reflexionsflache als vertikale Zacken in Form des
Echogramms dargestelät sind Das A-Bild
hat sich in der Diagnostik des Kopfraumes
der Weichteile, des Herzens und der Augenbereiche bewahrt Das B-Bild liefert die
Darstellung zusammenhangender Schnittbilder, wobei die Korperoberflache abgetastet werden muß Der Aufbau des Ultraschalldiagnostikgerates ist im Prinzip folgender Generatoreinheit rur UltraschallImpulse Empfangereinheit mit Elektronenoszillographen und Stromversorgungstelle
Verschiedene Hilfseinrichtungen wie Verstarker Nivellierungseinnchtung für Steuerung der Verstärkung sind für die Feinheit
und Zuverlässigkeit der Diagnostik unerläßlich Ultraschall-Frequenzen und Impulsbreite müssen auf verschiedene Werte
unter Berücksichtigung einer differenzierten Diagnostik einstellbar sein Eine variable
Zeitskala Maßstabzeichner, Echohohenanalysation sind weitere wertvolle Hilfsmittel
Bei der Echoenzephalographie kommt das
Mitteldnienecho zur Auswertung, wobei
zwei Schallkopfe beidseitig angelegt und
simultan betrieben werden In der Weichteildiagnostik müssen verschiedene Ultraschallfrequenzen anwendbar sein Für die
Ultraschallechokardiografie ist eine Hilfsschaltung für Schirmbildwiedergabe bzw
für Auswertung über einen EKG-Schreiber
erforderlich Für die Ultraschallechoopthalmologie sind Frequenzen bis zu 12 MHz
notwendig Bei der Ultraschalldiagnostik
werden Schallkopfe mit und ohne Fokusierung verwendet Für die Registrierung
der A-Bilder ist eine automatische Kamera
mit Elektromotorenaufzug und fernbedienbarem Magnetausloser angebracht Bei der
Impuls-Echo-B-Bildmethode wird der Ultraschallstrahl doppelt fokusiert, wodurch
eine hohe Auflosung gewährleistet ist
H SIELER (Leipzig)
Kostformen lassen sich zudem genau nur
stationär durchfuhren
Körfgen, Dr. med., Dr. med. Zimmermann: Die Badertherapie ist gemäß vorhegenden
Buches eine mikroenergetisch" wirkende
Hautkrankheiten und ihre biologische Be
Therapie
der „Urfunktion" Was mit diesen
handiung 250 S, Kunstdruckpapier, 57
Vokabeln gemeint ist, entzieht sich der
Abb, Ln 125 DM Haug Verlag HeidelKenntnis des Referenten Entschieden muß
berg
die
Aussage zurückgewiesen werden, die
Zu einem Buch über Außenseitermethoden
Balneotherapie habe in der Dermatologie
der Medizin ist vom Standpunkt derSchulan Bedeutung verloren Gerade seit der
medizin aus viel zu sagen Referent äußert
Nachkriegszeit hat die dermatologische
sich aber nur kurz darüber Im übrigen
Balneotherapie eine entscheidende Beleweist er auf eine Arbeit Stuhmers hin, der
bung erfahren
sich mit den Beziehungen der DermatoloIm Abschnitt über die Balneotherapie ist
gie zur Homootherapie bzw Naturheilein peinlicher Druckfehler (?) vorhanden
kunde befaßt hat (Hautarzt 8, 103, 1957)
Es gibt eine Morat-Dastresche Regel aber
Auf einem wesentlichen Raum des Werkes
ein Autor namens „Gastn" (Morat-Gastn
werden elementare Ausfuhrungen über
sehe Regel ) ist unbekannt (Überhaupt
Anatomie und Physiologie der Haut usw
sind manche Eigennamen verdruckt)
die in jedem einschlagigen Lehrbuch zu
Im Abschnitt über die Balneotherapie wird
finden sind, gebracht Diese Darlegungen
die
feuchte Behandlung von nässenden
können in einem Buch über Therapie wegDermatosen mit Kamillentee empfohlen
fallen
Diese bewahrt sich aber nur selten Unter
Ein besonderer Mangel des Buches ist das
der Anwendung von Kamillentee treten fast
fehlende Sachverzeichnis
stets Exacerbationen von nässenden DerIm Vorwort des Werkes wird gesagt, daß
matosen auf
dem Leser vieles seltsam oder mysteriös
In den Ausfuhrungen über umstimmende
anmuten mag Mit solchen Tendenzen beTherapie wird von , Heilfieber" gesprochen
gibt man sich auf das Niveau eines MeDas Ziel einer umstimmenden Behanddizinmannes einer primitiven Kulturstufe,
lung ist die Aktivierung der Abwehrkraffe
der sein Nichtwissen durch mystifizierende
Das bei manchen Methoden der UmstimGesten überdeckt
Der Juckreiz tritt nach den Autoren des
mungstherapie auftretende Fieber ist geBuches auf, damit durch die Kratzerosiowissermaßen ein , Nebenprodukt , das den
nen „schlechte Safte' Abfluß fanden Diese
Organismus belastet Keinesfalls kann man
Betrachtungsweise ist abwegig Der Juckvon einem , Heilfieber" spiechen
reiz ist kein primäres sondern stets ein
Der Phytotherapie wird im vorliegenden
sekundäres Symptom (Welche , schlechten
Werk ein größerer Raum gewidmet Aber
Safte' sollen eigentlich z B beim Altersauch hier sind gewichtige Einwände zu
pruntus bzw beim Pruntus sine materia
machen Die Phytotherapie ist auf Grund
abfließen?)
verschiedener Provenienz der Pflanzen, auf
Die Autoren stellen der üblichen externen
Grund des Verlustes an Wirkstoffen bei
Dermatotherapie die sogenannte biologideren Lagerung nicht zu standardisieren
sche Heilweise und die sogenannte GanzIn dem entsprechenden Abschnitt sind
heitsbehandlung gegenüber Die Schuleinige Aussagen anzutreffen, die von haarmedizin beseitige nur Symptome, beeinsträubender Falschheit sind So heißt es
flusse aber nicht den Gesamtorganismus
das ätherische Öl der Kamille werde auch
Wenn aber der üblichen Dermatotherapie Azulen genannt Dem Verantwortlichen dieder Vorwurf der mangelnden , Ganzheits- ses Abschnittes sei aber gesagt daß Azubehandlung' gemacht wird, so ist die Holene chemische Korper bestimmter Konfimootherapie eine symptomatische Heilguration sind
weise per excellence, da hierbei die HeilJohanniskraut, dessen Inhaltsstoff Hyperimittel ausschließlich nach Symptomen auscin lichtsensibilisierend wirkt, wird zur Begewählt werden
handlung von Photodermatosen empfohlen
Bei Besprechung der Diätetik wird fälschOffenbar weiß der Autor über das Wesen
licherweise gesagt, daß durch den Zubeder Photodermatosen nicht Bescheid
reitungsprozeß die Nahrung wertlos wurde
Ein
Fehler von einzigartiger Absurdität ist
Durch die Aufbereitung der Nahrung werdie Aussage daß die Pflanze Ephedra vulden jedoch schlecht schmeckende Stoffe
gans als Efeu ( = Hedera helix) zu bezeichbeseitigt die Nahrung wird dadurch vielnen sei Möglicherweise hat der Verfasser
fach erst genießbar
den Gleichklang der Anfangssilben zum
Die von den Verfassern empfohlene RohAnlaß
seiner naiven Übersetzung genomkost kann nur eine zeitweilige Form der
men
Ernährung sein Auf die Dauer ist sie unBei Beweisführung der Wirksamkeit der
zuträglich zumal in ihrem Gefolge häufig
Homootherapie wird auf die Fermentder Romheldsche Symptomenkomplex aufsysteme des Organismus Bezug genomtritt Der Mensch ist kein Wiederkäuer'
men, die wie homootherapeutisch verwenEine erforderliche Zufuhr von Vitaminen
dete Substanzen in Konzentrationen bis
bzw Mineralien ist heute ohne Beigabe
10i 2 wirksam waren Dieser Vergleich
unerwünschten Ballastes mit stabilisierten
hinkt gewaltig Bei den Fermenten handelt
und standardisierten Vitamin- bzw Minees sich um körpereigene Stoffe, die zum
ralstoffpraparaten viel einfacher und geGroßteil nur im lebenden Organismus
nauer möglich als mit Rohkcst Strenge
Buchbesprechung
wirksam sind Die Substanzen der Homootherapie sind aber Fremdstoffe Eine Heilweise, die sich so hochwirksamer Gifte Wie
Aconit, Arsen, Belladonnaalkaloide, Chrom,
Quecksilber usw bedient, kann nicht mehr
als „biologisch" bezeichnet werden
Die Gedankenfuhrung der Homootherapie
muß jedem naturwissenschaftlich denkenden Arzt unverstandlich bleiben, wenn Substanzen wie Kalzium oder Kochsalz — dieses unter der hochtonenden Bezeichnung
, Natrium munaticum" - möglicherweise in
Hochpotenzen dem Organismus zugeführt
werden, wahrend gleichzeitig mit der Nahrung von diesen Stoffen bis zu mehreren
Gramm taglich aufgenommen werden
Die im vorliegenden Werk erwähnte Nosodenlehre und Eigenharnbehandlung sind
als völlig abwegig nur mit der mittelalterlichen Dreckapotheke zu vergleichen
Ein chronisches Ulcus der Haut sei das
Korperventil für krankhafte Stoffwechselprodukte (Fontanelle) Daher wird bei Dermatosen die Schropfung oder die Verletzung der Epidermis mittels Vesikation bzw
Baunscheidtismus bzw mittels Ulceration
empfohlen, damit schädliche Stoffe ausgeschwemmt werden Die vorgeschlagenen
therapeutischen Maßnahmen sind aber
lediglich eine lokale Reiztherapie Die
Methoden des Baunscheidtismus und der
kunstlichen Ulceration sind überdies wegen
der Gefahr der Supennfektion sehr fragwürdig
Bekanntlich treten um die Zeit der Menstruation bei Frauen häufig bestimmte
Hautkrankheiten auf Die Autoren beziehen
dies auf die Blutung und wollen durch
deren Anregung eine bestehende Hautkrankheit beseitigen Diese Ansicht ist
irrig Nicht die Blutung ist hierbei das
wesentliche Der phasenartige hormonale
Wechsel und die jeweilige Situation des
vegetativen Nervensystems und des Endoknniums sind von Bedeutung
Die Ausfuhrungen über die Akupunktur und
über das therapeutische Verbrennen von
Kugelchen über der Haut haben beim Referenten ein mitleidiges Kopfschutteln hervorgerufen, zu mehr war er nach der anstrengenden Lektüre des Buches nicht
mehr fähig
Referent hat auf Grund der Diktion des
Buches den Eindruck gewonnen, daß die
Verfasser als Vertreter der sogenannten
biologischen Heilmethoden in ihrer Therapie nur von Erfolg gesegnet sind Wer aber
um die Schwierigkeiten der Behandlung
hautkranker Patienten weiß, kann über
diese Art der Aussage nur ungläubig
lachein
Es sei ein Vorschlag gemacht Man gebe
den Autoren Gelegenheit, in einer dermatologischen Ambulanz ihre therapeutischen
Ansichten unter Zeugenschaft allopathischer Dermatologen zu beweisen „Hie
Rhodus, hie salta'" Überdies ist der Preis
des Buches trotz der guten Ausstattung
unverhältnismäßig hoch Wer kann das bezahlen, wer hat soviel Geld?
H SIELER (Leipzig)
Buchbesprechungen
Die Zeitschrift
D. Liechti-von Brasch: Das Hausbuch der werdenden Mutter: Gesunde Schwangerschaft — Glückliche Geburt. 13.,
völlig neu bearbeitete, illustrierte Aufl., 288 Seiten, 14,80 DM.
Bei Eintritt einer Schwangerschaft beginnt die werdende
Mutter schon früh, sich für das wunderbare Geschehen in
ihrem Körper zu interessieren. Sie sucht nach geeigneter
Literatur und findet es schwer, aus dem großen Angebot
das Richtige zu wählen. „Gesunde Schwangerschaft —
Glückliche Geburt" erschien erstmals 1942 als bescheidenes Büchlein und liegt heute als äußerst wertvolles Hausbuch der werdenden Mutter in dreizehnter Auflage vor.
Diese Neubearbeitung wurde mit der größten Sorgfalt gestaltet und durch die fachärztliche Mitarbeit des Geburtshelfers Dr. med. Jürg Bretscher von der UniversitätsFrauenklinik Zürich bereichert. Dr. Bretscher hat unter anderem auch die sehr interessanten Tabellen auf den Seiten 30 bis 33 über die Entwicklung des Embryos beigetragen.
Die Verbindung von spezieller geburtshilflicher mit allgemein gesundheitlicher Betreuung der werdenden Mutter
wurde dadurch besonders eindrücklich gestaltet.
„Es ist eines der überzeugendsten Bücher seiner Gattung,
für das es auf dem internationalen Büchermarkt nicht seinesgleichen gibt." (Dr. med. Waming, Frankfurt)
Eine Frau, die ein Kind wünscht oder erwartet, findet darin
schlechthin alles, was sie sucht und braucht.
Die Kapitel bearbeiten folgende Themen:
An den Ehemann — Erlebnis, Sinn und Verlauf der
Schwangerschaft — Diagnose und Geburtstermin — Geistige und körperliche Schulung — Beschwerden — Ärztliche
Kontrolle — Verhütung von Fehl- und Frühgeburten — Ernährung der Schwangeren im allgemeinen, bei Beschwerden und in speziellen Phasen — Wasseranwendungen —
Hygiene — Kleidung — Fruchtbarkeit — Geburtenregelung.
Der praktische Teil bringt reichhaltige Speisezettel und
viele erprobte neuzeitliche Rezepte.
Da das körperliche Training ein Sondergebiet in der Geburtsvorbereitung darstellt und tägliche Übung erfordert,
wurde ihm als Ergänzung zum Hauptbuch ein gesondert
erschienener Übungsband gewidmet.
Friedrich Fetz, Pavle Opavsky: Biomechanik des Turnens.
264 Seiten, 378 Zeichnungen, Format 17 x 24,5 cm, LinsonEinband 38 DM. Limpert-Verlag, Frankfurt/Main.
Etwa 140 Turnelemente aus dem Männer- und Frauenturnen (Reck, Barren, Ringe, Seitpferd, Boden, Langpferd,
Schwebekante) werden in Reihenbildern dargelegt und hinsichtlich der wichtigsten Muskeleinsätze beschrieben.
Hierzu werden ausgezeichnete Bilder gegeben, die außer
für den Sportlehrer und Leibeserzieher auch für den Arzt
in der Physikalischen Medizin von außerordentlichem Wert
sind. Die Biomechanik der Leibesübungen bietet wesentliche Punkte, die sich auf die Leibeserziehung im Sinne der
Rekonditionierung in qualitativ freilich stark herabgesetzter
Belastung gedanklich und zur Erfahrungsvermehrung übertragen lassen. Freilich wären einige Hinweise auf die Biologie der Leibesübungen, wie sie Professor Dr. J. Nöcker
gibt, und auch ganz sicher mindest ein gedanklicher Hin-
Unruhezustände • banale Infekte
VIBURCOl
Kinderzäpfchen ohne Therapieschäden
Der Kurund Badearzt
vermittelt alles Wissenswerte aus
den Gebieten der Balneologie, der
physikalischen Medizin und der Klimatologie. Sie gibt Kurzinformationen über den neuesten Stand der
Wissenschaft.
„Der Kur- und Badearzt" wendet sich
an alle praktischen Ärzte und Fachärzte, die an baineologischen Fragen
interessiert sind.
„Der Kur- und Badearzt" erscheint
als Organ des Verbandes Deutscher
Badeärzte e. V. und ist zum vierteljährlichen Bezugspreis von DM 9,75
zuzüglich Mehrwertsteuer erhältlich.
Probeexemplare können beim
Verlag Gerhard Witzstrock
757 Baden-Baden
Postfach 509
angefordert werden.
weis auf den Altmeister der Leibeserziehung, Professor
Dr. phil. Altrock (Leipzig und Frankfurt), der das Wort Leibeserziehung herausgestellt hat, recht gut gewesen, denn
Turnen ist ein recht wesentlicher Teil der Leibeserziehung.
Sonst sind ausführliche Literaturangaben aufgeführt, wodurch das Buch wie durch seine vorzugliche übersichtliche
Darstellung und Bebilderung hohen wissenschaftlichen Wert
erhält.
Ärzte der physikalischen Medizin in der Orthopädie, in Sanatorien und Kurorten, Krankengymnasten (innen), auch
das Massagepersonal und Übungsleiter im Rehabilitationsbereich sollten das Buch gedanklich richtig für ihren Bereich interpretieren. Die Übergänge des Tuns zwischen
Sportlehrern und Physiotherapeuten (Ärzte und ihr genanntes Personal) sind fließend. Auch der Unfaliarzt, vor allem
der Sportarzt sollte das Buch als Wissensgrundlage studieren. Aufmachung und Druck sind, wie immer beim Verlag Limpert, tadellos. Große Verbreitung ist wünschenswert.
v NATHUSIUS
Kurverlaufs- und Kurerfolgsbeurteilung
Dokumentation des II. Wissenschaftlichen Symposions der
Arztlichen Gesellschaft für Physiotherapie.
Zusammengestellt und wissenschaftlich
überarbeitet:
Dr. med W. Teichmann, Chefarzt der Kurklinik für innere
Krankheiten der LVA Schwaben, Bad Wörishofen.
Format: 17 x 24 cm, 300 Seiten, zahlr. Abb., 10,— DM.
Herausgeber: Archiv- und Forschungsstelle der Arztlichen
Gesellschaft für Physiotherapie, Bad Wörishofen.
Erschienen im Sanitas-Verlag, Bad Wörishofen, Oktober
1968
Die gut ausgestattete und reichlich bebilderte Schrift bringt
die Referate, die auf dem II. Symposion über Kurverlaufsund Kurerfolgsbeurteilung im Frühjahr 1968 in Bad Wörishofen unter Vorsitz von Prof. Dr. med. J. Halhuber, Höhenried und Prof. Dr. med. W. Müller-Limmroth, München, statt-
Ärztegesellschaft im Zentralverband
Internationale Gesellschaft für Efektroakupunktur e V.
Anschrift Dr med. R. Voll, Plochingen, Richard-Wagner-Straße 5.
Deutsche Gesellschaft für Elektroneural-Diagnostik und -Therapie e. V.
Anschrift' Dr. med. Ludwig Walb, Homberg/Oberhessen.
Arbeitsgemeinschaft für Elektrotherapie.
Anschrift: Dr. med. Gierlich, Rheinhausen Rhld , Berta-Krupp-Krankenhaus.
Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsvorsorge und Fruhheilbehandlung
Anschrift: OMDirektor Dr. med W Groh, Bad Durrheim, Sanatorium
Hirschhalde
Arbeitsgemeinschaft für hamatogene Oxydations-Therapie.
Anschrift: Dr. med. Joachim Brand, Bad Homburg v d. H , Auf der
Steinkaut 21-23
Internationale Gesellschaft für Homotoxikologie und antihomotoxische
Therapie e V.
Anschrift' Dr. F. Ooerper, Baden-Baden, Bertholcfstraße 7
Arbeitsgemeinschaft für Massage
Anschrift: Dr. med. Gierlich, Rheinhausen Rhld , Berta-Krupp-Krankenhaus
Arbeitsgemeinschaft für Mikrobiologische Therapie
Anschrift: Dr. med Koib, Wetzlar, Montz-Hensoldt-Straße 24
Internationale Arztegesellschaft für Neuraltherapie nach Huneke e V
Anschrift: Dr. med H F Voß, Heidenheim a d Brenz, Fnedrichstr 10
Arbeitsgemeinschaft für Phytotherapie
Anschrift: Zur Zeit: Dr. med. H. Haferkamp, Mainz, Adam-KarrillonStraße 13.
Gesellschaft für prä- und postoperative Tumortherapie e V
Vorsitzender: Dr. Kahlert, Bad Salzuflen
Anschrift' Dr. K. Albrecht, 6509 Undenheim bei Mainz
Arbeitsgemeinschaft Psychotherapie-Seminare
Anschrift- Dr med Graf Wittgenstein, München 23, Koniginstraße 101
Gesellschaft für Thermodiagnostik e V
Anschrift Dr med Ernst Schwamm, Gengenbach, Amselberg 21.
Herausgeber:
Zentralverband der Arzte für Naturheilverfahren e V
Schriftleitung'
Dr med. H. Haferkamp, 65 Mainz, Adam-Karilion-Straße 13, Tel. 63963
Mitteilungen der Schriftleitung:
Zuschriften mit Originalien (wissenschaftlichen Beitragen), Referate,
redaktionelle Nachrichten und Verbandsangelegenheiten werden an
Herrn Dr. Haferkamp erbeten
Originalien und Beitrage, die zur Veröffentlichung kommen, werden
honoriert. Die Schnftleitung behalt sich jedoch den Zeitpunkt der
Veröffentlichung vor
Grundsätzlich werden nur Erstveröffentlichungen angenommen Mit
Annahme des Manuskriptes erwirbt der Verlag das ausschließliche
Recht der Vervielfältigung, Verbreitung und Übersetzung
Die Beitrage dürfen daher nicht in gleichem oder ähnlichem Wortlaut
an anderer Stelle veröffentlicht werden
Es wird gebeten, die Bebliderung der Beitrage im üblichen Rahmen
gefunden hat. Das I. Symposion war in Salzburg 1963 unter
dem Vorsitz von Prof. Dr. med. H. Schaefer, Heidelberg,
veranstaltet worden.
Die Heilverfahren — über 700 000 in einem Jahr — sind in
den letzten Jahren, zu einem Teil berechtigt, heftiger Kritik ausgesetzt gewesen. Um so wichtiger sind Dokumentationen über Kurverlaufs- und Kurerfolgsbeurteilung durch
Messungen, Statistik, Ausführungen über psychologische,
soziologische und sozialmedizinische Probleme sowie Ausfuhrungen zum Thema der Erfolge gesundheitserzieherischer Bemühungen in Heilverfahren.
Dem Herausgeber ist das schnelle Erscheinen dieser umfangreichen und heterogenen Dokumentation zu danken,
den Tagungsfertern die straffe und aus der Sicht der Physiologie und der praeventiven Cardiologie besonders kri
tische Verhandlungsfuhrung.
Für den Kliniker, den Badearzt, den Sozialmedtziner, für
Heilbäder und Versicherungsträger enthält die Dokumentation eine Fülle wertvoller Anregungen.
Auf die Ausfuhrungen von Holldack, Stüwe und Wannenwetsch und die anschließenden Diskussionen sei der am
Problem der Kurerfolgsbeurteilung Interessierte besonders
hingewiesen
Dr SCHAUWECKER
F. Lauersen dargestellte Soldatenernährung, seit langen
Jahrzehnten wirklich angewandte und, wie man dem Aufsatz anmerkt, fortlaufend neu überdachte Ernährungswissenschaft
Die gekürzte und vielleicht deshalb etwas substanzlos wirkende Wiedergabe einer Diskussion über moderne Ernährung im Berufsleben schließt das kleine Buch ab. Es sei
hervorgehoben, daß es sich wegen seiner zahlreichen bildlichen Darstellungen ausgezeichnet für Unterrichtszwecke
eignet und allen Leuten empfohlen werden kann, die sich
mit Gemeinschaftsverpflegung befassen, einschließlich derer, die sie aufnehmen.
E. G. SCHENK, Aachen
zu halten, da sonst die Mehrkosten berechnet bzw. bei der Honorierung in Abzug gebracht werden mußten.
Für unverlangt eingesandte Manuskripte wird keine Verantwortung
übernommen. Rücksendung erfolgt nur, wenn Rückporto beigefügt ist
Arbeiten unter der Rubrik „Erfahrungen aus der Praxis" stellen nicht
unbedingt die Meinung der Schnftleitung dar
Die Nennung von Markenbezeichnungen läßt keinerlei Rückschlüsse
zu, ob es sich um geschützte Zeichen handelt
Sonderdrucke:
Von Originalbeitragen erhalten die Verfasser auf Verlangen 30 Sonderdrucke kostenlos Dies muß jedoch mit dem Einreichen des Manuskriptes ausdrucklich vermerkt werden Wird eine höhere Stückzahl
gewünscht, so erfolgt für diese eine Berechnung
Nachdruck:
Alle Rechte auch die des auszugsweisen Nachdruckes, der fotomechanischen Wiedergabe und der Übersetzung bleiben dem Verlag
nach Maßgabe der gesetzlichen Bestimmungen vorbehalten
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gestattet und bedarf bei Onginalarbeiten der schriftlichen Genehmigung des Verlages Für innerbetriebliche fotomechanische Vervielfältigungen gilt das Rahmenabkommen des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels mit dem BDI vom 14. 6 1958 (10-Pf-Wertmarke pro
Seite)
Verlag:
Medizinisch Literarische Verlagsgesellschaft mbH
311 Uelzen, Ringstraße 4.
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Anzeigenpreisliste: Zur Zeit gilt die Liste Nr. 9
Erscheinungsweise: Einmal im Monat
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Ausland zuzuglich Versand, für Mitglieder des Zentralverbandes und
anderer mit ihm zusammenarbeitenden Verbände 24,— DM Für Studenten und Arzte in nicht vollbezahlter Stellung jährlich 18,— DM.
Einzelhefte werden zum Preis von je 3,80 DM abgegeben Abonnementsgebuhren sind nach Rechnungserhait fällig und zahlbar netto
Kasse
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auf Ersatz oder Ruckerstattung eingezahlter Bezugsgebuhren.
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spätestens 30 Tage vor Halbjahresschluß im Besitz der Buchhandlung
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nF 42,50, Schweden skr 44,50, Italien Lire 5670,— , Österreich öS 235,—
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14/04110, Dresdner Bank,_ Zweigstelle Epepndorf, Konto Nr. 37101
Gerichtsstand Uelzen.
Druck: C Beckers Buchdruckerei, 311 Uelzen, Ringstraße 4, Telefon
0581/23 57, Telex 091326
Diese Ausgabe umfaßt 40 Seiten und Umschlag.
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