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Was sind Amyloidosen?
Wer ist die DGAK?
Amyloidosen stellen eine Gruppe von seltenen
Die Deutsche Gesellschaft für Amyloiderkrankungen e. V.
(DGAK) wurde 1993 in Garmisch-Partenkirchen gegründet
und unterstützt Ärzte und Wissenschaftler, die Ursachen und
Folgen der Amyloidose erforschen. Die Gesellschaft möchte
ferner das Krankheitsbild der Amyloidose einer breiteren Öffentlichkeit bekannt machen und Betroffenen, Angehörigen
und nicht-spezialisierten Ärzten die Erfahrung von Experten
zur Verfügung stellen. Die DGAK ist vom Finanzamt Essen
als gemeinnützig anerkannt.
Erkrankungen dar, die durch systemische oder
lokale Ablagerungen fehlgefalteter Proteinen
verursacht sind.
Durch die Ablagerungen werden die betroffenen Organe in ihrer Funktion beeinträchtigt. Es
sind beim Menschen mittlerweile mehr als 20
Proteine
Deutsche Gesellschaft
für Amyloiderkrankungen
e.V.
bekannt, die sich als Amyloid abla-
gern können.
Am häufigsten kommt die AL-Amyloidose vor,
die als Folge einer monoklonalen PlasmazellErkrankung
des
Knochenmarks
entsteht.
Chronisch-entzündliche Erkrankungen, die mit
erhöhten Spiegeln von Serumamyloid A einhergehen, können eine AA-Amyloidose auslösen.
Hereditäre Amyloidosen wiederum entstehen
durch Proteine, die durch eine Genmutation in-
Prof. Dr. med. Ernst Hund
Präsident
stabil geworden sind. Am häufigsten handelt es
sich hier um Transthyretin, seltener um andere
Proteine wie Apolipoprotein A-I, A-II und A-IV,
FibrinogenA-alpha, Lysozym, Gelsolin und Cystatin C. Schließlich kann Wildtyp-Transthyretin
die sog. senile systemische Amyloidose auslösen. Diese Erkrankung betrifft fast ausschließlich Männer in höherem Alter und manifestiert
sich überwiegend am Herzen. Systemische
Amyloidosen haben in vielen Fällen eine ernste
Prognose.
Weitere Informationen
Weitergehende Informationen zu den Amyloidosen und Anschriften von Zentren, die Amyloidosepatienten behandeln,
finden Sie auf der Webseite der DGAK. Dort sind auch Ansprechpartner aufgeführt, die Ihre Fragen rund um die Amyloidose kompetent beantworten. Wenn Sie unsere Arbeit unterstützen wollen, können Sie Mitglied der DGAK werden.
Der Mitgliedsantrag kann auf der Webseite heruntergeladen
werden.
DGAK
Deutsche Gesellschaft für Amyloiderkrankungen e. V.
Telefon +49 6221 56-38055
www.dgak.net
Amyloidosen
Informationsblatt zum Krankheitsbild
TTR-Amyloidosen
AA-Amyloidose
AL-Amyloidose
Transthyretin(TTR)-Amyloidosen
treten als autosomal-dominant
vererbte Amyloidosen und in
Form der Altersamyloidose auf.
Eine AA-Amyloidose kann bei
jeder chronisch-entzündlichen
Erkrankung auftreten, die über
längere Zeit aktiv ist.
Die systemische Leichtketten(AL-) Amyloidose ist die häufigste
Amyloidoseform in industrialisierten Ländern.
Am bekanntesten sind die familiäre Amyloid-Polyneuropathie
(FAP) und die senile systemische
Amyloidose.
Am häufigsten manifestiert sie
sich an den Nieren und am Darm,
seltener am Herzen oder an den
Blutgefäßen.
Die Leichtketten-Amyloidose
befällt vor allem Herz und Nieren,
aber auch Magen, Darm, Leber
und die peripheren Nerven.
Symptome TTR-Amyloidosen
Symptome AA-Amyloidose
Symptome AL-Amyloidose
Die FAP ist durch eine Polyneuropathie gekennzeichnet, die
mit einem herabgesetzten Temperatur- und Schmerzempfinden beginnt und auch autonome Symptome zeigt. Innerhalb kurzer Zeit kommen motorische Symptome hinzu, die
die Gehfähigkeit innerhalb weniger Jahre beeinträchtigen.
Begleitend sind andere Organe wie Darm, Niere und Augen
befallen. Charakteristisch für die TTR-FAP ist der Herzbefall.
Steht der Herzbefall im Vordergrund, spricht man von der
familiären Kardiomyopathie (FAC). Diese Erkrankung muß
bei älteren Patienten gegen die senile kardiale Amyloidose abgegrenzt werden, die durch nicht-mutiertes (Wildtyp-)
TTR verursacht ist.
Patienten mit chronisch-entzündlichen Erkrankungen sollten
regelmäßig auf eine Proteinurie untersucht werden. Im fortgeschrittenen Stadium treten Beinödeme auf, und die Nierenfunktion ist zunehmend eingeschränkt. Häufige Ursachen
sind rheumatische Erkrankungen (rheumatoide Arthritis,
Psoriasisarthritis, M. Bechterew, Kollagenosen und Vaskulitiden), chronisch entzündliche Darm- und Lungenerkrankungen sowie chronisch infizierte Wunden (Dekubitus, Beinulzera). Eine AA-Amyloidose ist aber auch eine charakteristische
Komplikation angeborener autoinflammatorischer Syndrome wie familiäres Mittelmeerfieber (FMF) und verwandter
Syndrome (TRAPS, CAPS oder HIDS).
Der Nierenbefall mit nephrotischem Syndrom steht nicht
selten am Beginn der klinischen Symptomatik. Besonders
charakteristisch für die AL-Amyloidose sind auch Makroglossie (Vergrößerung der Zunge) und flächige Hautblutungen.
Bei der Erstdiagnose findet sich aber häufig schon ein MultiOrganbefall mit schwerer Herzbeteiligung und manifester
Herzinsuffizienz.
Therapie
Therapie
Therapie
Die orthotope Lebertransplantation ist heute die Standardtherapie hereditärer TTR-Amyloidosen vom FAP-Typ. Medikamentös steht mit Tafamidis eine Substanz zur Verfügung,
die das TTR-Molekül stabilisiert und so die Amyloidbildung
verzögert. Tafamidis ist für Patienten mit Polyneuropathie
im Stadium 1 (kein Erfordernis regelmäßiger Gehhilfen) zugelassen. Darüber hinaus gibt es Hinweise auf die Wirksamkeit von Doxycyclin und Grüntee.
Therapeutisch entscheidend ist die Kontrolle der Entzündungsreaktion. Entsprechend werden je nach Grunderkrankung Medikamente gegen inflammatorische Zellen
(Cortison, MTX u.a.) oder gegen Zytokine (Biologika gegen
TNF-alpha, Interleukin-1, Interleukin-6) eingesetzt. Patienten mit hohen CRP- und SAA-Werten haben ein hohes Risiko
für die Progression ihrer AA-Amyloidose. Wie Studien zeigen, haben Patienten mit hohen CRP- und SAA-Werten ein
hohes Risiko für die Progression ihrer AA-Amyloidose.
Therapeutisch steht die Behandlung der zugrundeliegenden
monoklonalen Gammopathie im Vordergrund. Dies kann
mit Melphalan (konventionell oder hochdosiert) in Kombination mit Cortison, oder mit neueren Medikamenten wie
Bortezomib und Lenalidomid geschehen. Kommt es durch
die Chemotherapie zu einer kompletten Remission, können
sich die Organfunktionen wieder verbessern. Über Art und
Intensität der Chemotherapie muss individuell entschieden
werden.
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