HämatologischOnkologische Praxis
Inforamtionsblatt zur Knochenmarkbiopsie
Wieso soll eine Knochenmarkpunktion durchgeführt werden?
Eine Blutbildkontrolle kann Veränderungen der weißen Blutkörperchen (Leukozyten), der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) oder der Blutplättchen (Thrombozyten) zeigen.
Die Ursachen für eine Erniedrigung oder einer Erhöhung dieser Blutzellen sind vielfältig.
Diese Blutbildveränderungen können durch eine eigenständige Knochenmarkerkrankung hervorgerufen werden oder
Ausdruck anderer Erkrankungen z.B. einer Infektion, einer rheumatologischen Erkrankung, einer Schädigung durch
Medikamente oder anderer Noxen sein.
Häufig ist zur richtigen Einschätzung eine Knochenmarkpunktion erforderlich.
Wie wird eine Knochemarkpunktion durchgeführt?
Diese Untersuchung wird in Lokalanästhesie unter sterilen Bedingungen am hinteren Beckenkamm durchgeführt, ist
risikoarm und dauert gewöhnlich nur einige Minuten. Normalerweise ist für die Knochenmarkbiopsie kein Schmerz- oder
Beruhigungsmittel nötig. Bei Bedarf kann es aber verabreicht werden.
Bei der Punktion liegt der Patient auf einer Untersuchungsliege in Seitenlage mit angezogenen Beinen. Zur Gewinnung
der Knochenmarkprobe wird ein etwa 2-Euro-Stück großes Hautareal am oberen Beckenkamm betäubt. Mit einer etwas
dickeren Hohlnadel sticht man dann in den Beckenknochen hinein und entnimmt eine zylinderförmige Probe, die so
genannte Stanze. Die Probe ist streichholzdick und 1-2 cm lang. Ergänzend zu dieser Stanzbiopsie kann zuvor durch
den Stanzkanal auch flüssiges Mark in eine Spritze gesaugt werden. Anschließend wird die Puktionsstelle steril verbunden und der Patient gebeten zur schnelleren Blutstillung noch ca. 10 Minuten auf dem Rücken liegen zu bleiben. Danach
kann der Patient nach hause gehen, da in der Regel keine Beruhigungsmittel verabrecht wurden ist auch das Autofahren möglich. Kräftigere körperliche Betätigung sollte am Untersuchungstag unterbleiben. Nach der Punktion darf 3 Tage
lang nicht gebadet werden, damit die Punktionsstelle gut abheilen kann und keine Bakterien aus dem Badewasser in die
Wunde eindringen können. Das Pflaster kann nach 3 Tagen entfernt werden.
Was wird mit dem entnommenen Material gemacht?
Durch mikroskopische Untersuchung der blutbildenden Vorläuferzellen des Knochenmarks kann dann eine definitive
Diagnose gestellt werden. Bei speziellen Fragestellungen werden außerdem neuere immunologische, zytogenetische
und molekularbiologische Untersuchungsverfahren eingesetzt. Die Knochenmarkproben werden von uns speziell aufbereitet und an die entsprechenden Fachinstitute weitergeleitet.
Die zytomorphologische Knochenmarkbegutachtung des flüssigen Mark erfolgt in unserer Praxis. Neben der Standardfärbung werden drei weitere wichtige zytochemische Spezialfärbungen durcheführt, die zum einen bei der Abgrenzung
von reaktiven Knochenmarkveränderungen und eigenständigen Knochenmarkerkrankungen hilfreich sind und zum anderen eine genauere Differenzierung von Leukämien und myelodysplastischen Syndromen erlauben.
Welche Komplikationen können bei der Knochenmarkbiopsie auftreten?
In seltenen Fällen kann es zu folgenden Komplikationen kommen:
·
·
Nachblutungen und Blutergüsse
Störungen der Atemfunktion bei Gabe von Schmerz- oder Beruhigungsmitteln
sehr selten kann auftreten:
· Infektionen
· Verletzung von Haut, Weichteilen, Nerven oder benachbarten Organen
Hämatologisch Onkologische Praxis am Elisabeth-Krankenhaus Rheydt - zertifiziert nach ISO 9001
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