VD 2001 DP

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VORDIPLOMPRÜFUNG 1
Blatt 1
Klasse:
Lehrer:
Departement:
Jahr:
Experten:
Datum:
Zeit:
DP1a
Mau
P
2001
Perednis
19.9.2001
8:00 – 11:00
SCHRIFTLICHE PRÜFUNG IN PHYSIK
ERLAUBTE HILFSMITTEL: Selbstverfasste Zusammenfassung, Taschenrechner
1.
Eine Scout-X1-Rakete der NASA steht mir einer Gesamtmasse von 16 Tonnen auf der Startrampe. Nach der
Zündung strömt pro Sekunde 220 kg Gas mit einer Geschwindigkeit von 2100 m/s aus den Düsen.
a. Welche Geschwindigkeit erreicht die Rakete nach 40 Sekunden Brenndauer?
b. Welche Beschleunigung weist die Rakete zu diesem Zeitpunkt auf?
c. Stellen Sie eine Impulsbilanz für das System Rakete auf. Wieso ist die Impulsänderungsrate nicht gleich
Masse mal Beschleunigung?
d. Wie gross ist Impulsänderungsrate nach 40 Sekunden Brenndauer?
Der Luftwiderstand ist zu vernachlässigen und für die Gravitationsfeldstärke kann 10 N/kg angenommen werden.
2.
Ein künstlicher Satellit befindet sich 25‘600 km über der Erdoberfläche (32‘000 km vom Erdzentrum
entfernt). Die Erde darf als Kugel (Radius 6‘400 km) modelliert werden, deren Gravitationsfeldstärke an der
Oberfläche 10 N/kg beträgt.
a. Welche Beschleunigung erfährt der Satellit in Bezug auf die Erde?
b. Der Satellit bewegt sich momentan mit 3000 m/s. Der Geschwindigkeitsvektor steht normal zum
Erdradius. Nach einer halben Umlauf befindet sich der Satellit nur noch 17‘350 km vom Erdzentrum
entfernt. Wie schnell bewegt er sich dann?
c. Mit welcher Geschwindigkeit müsste sich der Satellit bewegen, damit er auf einer Kreisbahn bleibt?
3.
Eine Kühltruhe, die in einem 17˚C warmen Kellerraum steht, weist eine Innentemperatur von -23˚C auf. Die
eingebaute Wärmepumpe arbeite reversibel zwischen -33˚C und 37˚C und nehme eine Prozessleistung von 40
W auf.
a. Wieviel Entropie fördert die Wärmepumpe pro Sekunde? Geben Sie die Entropiestromstärke an.
b. Wie stark ist der in die Truhe hineinfliessende Wärmeenergiestrom?
c. Wie gross ist der Wärmeleitwert der Truhe?
d. Nachdem die Wärmepumpe ausgefallen ist, nimmt die Temperatur im Innern der Truhe in sechs Stunden
um 20˚C auf -3˚C zu. Berechnen Sie die Wärmekapazität der Truhe.
Verteiler
Kandidaten:
Spätestens bis Prüfungsbeginn:
nach Schluss der Prüfung an Dozierende zurück
je ein Exemplar pro Abteilung z.H. Archiv
je ein Exemplar z.H. der beteiligten ExpertInnen
4.
Vor Wochen ist in Schaffhausen ein Eisblock (500 kg) aus Rheinwasser aufgestellt worden. Wir nehmen an,
dass der Rhein 17˚C, die Umgebung 27˚C und der Eisblock anfänglich -13˚C warm gewesen sind.
Daten:
spez. Schmelzenthalpie von Eis 334 kJ/kg;
spez. Wärmekapazität von Wasser 4.2 kJ/(kg·˚C);
spez. Wärmekapazität von Eis 2.1 kJ/(kg·˚C)
a. Wieviel Energie und wieviel Entropie sind den 500 Litern Rheinwasser beim Herstellen des Eisklotzes
entzogen worden?
b. Wieviel Prozessenergie hätte man im absoluten Minimum aufwenden müssen, um diese 500 Liter Wasser
von 17˚C auf -13˚C bei einer Umgebungstemperatur von 27˚C abzukühlen?
5.
Auf einem Eisenbahnwagen (Masse 15 Tonnen) befindet sich ein reibungsfrei verschiebbarer Klotz (Masse 5 Tonnen), der über zwei
gleich starken Federn (Richtgrösse 25 kN/m)
festgehalten wird. Mittels eines harten Schlages wird dem Wagen eine Geschwindigkeit
von 2 m/s erteilt.
25 kN/m
25 kN/m
5t
15 t
a. Welche der vier unten skizzierten elektrischen Schaltungen ist zu diesem Problem analog?
Fig. 5.1
Fig. 5.3
Fig. 5.2
Fig. 5.4
b. Wie lange dauert es, bis Klotz und Wagen das erste Mal gleich schnell sind?
c. Welche maximale Geschwindigkeit wird der Klotz erreichen?
d. Wieviel Energie nehmen die Federn maximal auf?
6.
Zwei zylinderförmige Körper (25 kg und 15 kg) mit
gleichem Massenträgheitsmoment (2 kgm2) sind um
je eine vertikaler Achse drehbar auf einem Balken
(Masse 10 kg) befestigt. Die beiden Zylinderachsen
liegen einen Meter auseinander und der Balken
selber ist im Gesamtschwerpunkt des Systems frei
drehbar gelagert. Der schwerere Zylinder weist
anfänglich eine Winkelgeschwindigkeit von 20 s-1
auf und das einwirkende Reibdrehmoment beträgt 5
Nm. Der leichtere Zylinder dreht sich doppelt so
schnell in die gleiche Richtung. Vom Balken her
wirkt ebenfalls ein Reibdrehmoment von 5 Nm auf
ihn ein.
25 kg
2kgm2
15 kg
2kgm2
10 kg
1m
Die Reibung im dritte Lager (zwischen Balken und Unterlage) kann vernachlässigt werden.
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Physik
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a. Wo liegt der Gesamtschwerpunkt? Geben Sie die Distanz zu einer der beiden Zylinderachsen an.
b. Mit welcher Winkelgeschwindigkeit wird das System schlussendlich rotieren?
c. Wie lange dauert es, bis der erste Zylinder festsitzt?
7.
Ein mit 500 Umdrehungen pro Minute um eine vertikale
Achse rotierender Zylinder (Massenträgheitsmoment 10
kgm2, Radius 0.4 m) wird mit 60 N gegen einen zweiten
(Massenträgheitsmomente 20 kgm2, Radius 0.2 m) gedrückt, der mit gleicher Drehzahl in die gleiche Richtung
rotiert. Die Gleitreibungszahl an den Zylinderoberflächen
beträgt 0.5. Die Lagerreibungen sind zu vernachlässigen.
a. Skizzieren Sie einen der beiden Zylinder (ohne Achse)
im Aufriss (von oben betrachtet) und zeichnen Sie alle
Kräfte ein, die während der Bremsphase horizontal auf
ihn einwirken. Geben Sie den Kräften passende Namen.
20 kgm2
Radius 0.2 m
10 kgm2
Radius 0.4 m
b. Zeichenen Sie das Flüssigkeitsbild für diesen Rotationsprozess.
c. Berechnen Sie den Endzustand, d.h. geben sie die Winkelgeschwindigkeiten am Schluss der Reibphase
an.
8.
Von einer Walze (Massenträgheitsmoment 25 kgm2, Radius
0.4 m) läuft ein Band zwischen zwei gleichen Führungsrollen (Massenträgheitsmomente 1.5 kgm2, Radien 0.1 m)
nach unten weg. In den Lagern der Rollen wirken Reibdrehmoment von je 0.5 Nm. Eine Rückstellfeder mit linearer Charakteristik (Winkelrichtgrösse oder Drehfederkonstante 2 Nm) hält die Walze fest.
Das System befindet sich anfänglich inr Ruhe und die Feder
ist entspannt. Auf das Band wirke nun eine konstante Kraft
von 60 N ein.
a. Welche Winkelgeschwindigkeit erreicht die Walze
nach einer vollen Umdrehung?
b. Wie gross ist die Winkelbeschleunigung der Walze
nach einer halben Umdrehung?
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25 kgm2
Radius 0.4 m
1.5 kgm2
Radius 0.1 m
60 N
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