MEDIEN
PATIENTENVERFÜGUNG
Patientenverfügungen sind im Ernstfall häufig nutzlos, entweder weil sie
medizinisch zu ungenau sind oder in
ihren Bestimmungen zu alt, um für
Ärzte verwertbar zu sein. Hinzu
kommt: Es dauert durchschnittlich
drei Tage, bis eine Verfügung in der
Klinik ankommt. Alle Fakten sind
dann bereits geschaffen.
Der Notarzt und Intensivmediziner Paul Brandenburg hat vor diesem Hintergrund einen intelligenten
Internetdienst entwickelt, um das
Problem zu lösen (www.dipat.de).
Zentrale Komponente von „DIPAT –
Die Patientenverfügung“ ist ein
selbstentwickeltes Online-Interview.
Es ermittelt den Behandlungswillen
und übersetzt ihn in eine präzise Patientenverfügung. Diese wird anschließend online hinterlegt. Mittels
persönlichem Code-Aufkleber auf
Foto: picture alliance
Internetdienst sichert Wirksamkeit
der Versichertenkarte ist sie immer
beim Patienten. Rettungsdienste und
Kliniken benötigen zur jederzeitigen Ansicht lediglich eine Internetverbindung, aber keine zusätzliche
Technik oder Kenntnis. Da die Versichertenkarte bei jeder Behandlung
automatisch eingesehen wird, fällt
die Patientenverfügung sicher auf.
Die Verfügung bleibt zudem
dauerhaft wirksam, denn für die
www.dipat.de:
Intelligenter Internetdienst für die
Realisierung einer
wirksamen Patientenverfügung
Dauer der Hinterlegung erhält der
Nutzer bei einer gegebenenfalls
notwendigen Aktualisierung eine individuelle Benachrichtigung,
beispielsweise bei relevanten Fortschritten der Medizin oder rechtlichen Änderungen.
Die Nutzung des Dienstes ist im
ersten Jahr kostenfrei, anschließend
werden jährlich 36 Euro berechnet.
Eine anschließende Verpflichtung
zur Weiternutzung oder Kündigungsfristen besteht nicht. Ziel der Lösung ist es, einen objektiven Qualitätsstandard für wirksame Patientenverfügungen zu etablieren, damit die Versorgungskosten künftig
von den Krankenkassen übernommen werden. An der Realisierung
des Dienstes hat ein Team aus Fachärzten, Psychologen, Juristen und
Programmierern gearbeitet.
EB
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