EDITORIAL
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Liebe Leserinnen und Leser
von KLIMA VOR ORT,
Oscar Wilde sagte einmal: „Beständigkeit ist die letzte Zuflucht der Phantasielosen“. Sehr weise Worte, wie wir finden. Dennoch: Ständig – und das seit über
fünf Jahren – gab es in „Klima vor Ort“ neue interessante Themen, Artikel und
Beiträge rund um Energie, Effizienz sowie Umwelt- und Klimaschutz. Dieses Angebot wollen wir – im Sinne des Verbrauchers, also für Sie – erhalten und weiterentwickeln.
Wir, das sind der Verlag Schwäbisches Tagblatt in Tübingen, die Agentur für
Klimaschutz Kreis Tübingen und die Energieagentur in Horb für den Landkreis
Freudenstadt. Bei den Vorbesprechungen und Planungen für die Ausgabe, die
Sie heute in Ihren Händen halten, sind wir auf viele Themen gestoßen, die wir
für Sie auch zukünftig zwei Mal im Jahr aufbereiten werden: kostenlos als Beilage zu Ihrer Tageszeitung und als Mehrwert für Sie als Verbraucher, als Umherirrender im Dschungel der Gesetze und Verordnungen, als Hausbesitzer mit Sanierungsabsichten oder einfach als interessierter Mensch, der sich gerne auf dem
Laufenden hält. Und natürlich als Anregung zum Klimaschutz im Kleinen wie
auch im Großen.
Das Heft im neuen Gewand hält nach kleinen optischen und inhaltlichen Änderungen wieder ein breites Themenspektrum parat. Im Titelthema gehen wir
auf die Bedeutung und Hintergründe der aktuellen Energiegesetze ein. Außerdem haben wir uns umgehört, wie sich die Stadtwerke in der Region für den Klimaschutz engagieren. Die Diskussion über mögliche Feinstaubbelastung durch
Holzheizungen irritiert viele Verbraucher; wie man richtig heizt, ist in dieser
Ausgabe zu lesen. Und wie immer stellen wir vorbildliche Sanierungsprojekte
aus den Landkreisen vor.
Eine spannende Lektüre wünschen
Daniel Bearzatto
Geschäftsführer der Agentur für
Klimaschutz Kreis Tübingen
Martin Heer
Geschäftsführer der Energieagentur
in Horb
November 2014 | KLIMA VORORT
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INHALT
Aus dem Inhalt
6
7
10
12
14
17
19
Energieeffizienz im Haus
Energiegesetze:
EnEV, EWärmeG und Co. – eine Herausforderung
für Planer und Sanierer
22
Durchblick im Dickicht der Verordnungen
Energieplaner Klaus Lambrecht im Interview
Gesetze im Überblick
Erneuerbare-Energien-Gesetz
Das ändert sich für Solarstromerzeuger
26
28
Bauen und Sanieren
Mehr Platz, weniger Energie
Sanierung einer in die Jahre gekommenen
Doppelhaushälfte in Tübingen
29
Styropor kam nicht in Frage
Ein altes Bauernhaus in Genkingen wurde mit
Zellulosedämmung energetisch saniert
30
Stadtwerke in der Energiewende
Spagat im Zeichen des Klimaschutzes
Welche Herausforderungen die kommunalen
Energieversorger der Region meistern müssen
Expertenrat
Feuer und Flamme
Wie man mit Kaminöfen umweltfreundlich heizt
Anforderungen an alte Öfen
Ab nächstes Jahr gelten neue Grenzwerte
Klimaschutz
Heizungspumpentausch
Vom Stromfresser zum Energiesparer
Aus der Energiewelt
Wie Phönix aus der Asche
Solarzellenforschung
Dämmstoff aus dem Meer
Brennstoffzellen für zuhause
In Freudenstadt entstand nach einem Wohnhausbrand ein ökologisches Vorzeigeprojekt
Service
KLIMA VORORT | November 2014
34
Veranstaltungen
Bilder: webdesign5.de
REGION INNOVATIV
Das Miscanthus-Feld in Horb-Talheim (oben), Anton Joachim kurz vor der Ernte im Frühjahr.
Die Pflanzen erreichen eine Höhe von über dreieinhalb Metern.
„Heizgras“aus dem Heckengäu
Anton Joachim aus Horb-Talheim gehört zu den Pionieren im Miscanthusanbau
____
Text: Birgit Pflock-Rutten
M
iscanthus, auch als Elefantengras oder Riesen-Chinaschilf bezeichnet, kann –
einmal gepflanzt – über 20 Jahre geerntet werden. Die Pflanze verfügt über einen hohen Biomasseertrag und einen
hohen Brennwert, überzeugt mit guter
Kohlenstoffdioxidbilanz – und verträgt
das Klima in unserer Region. Wieso hat
sich die Energiepflanze hierzulande
noch nicht etabliert?
„Es mangelt an Informationen – und
an Menschen mit Pioniergeist“, sagt der
Energiewirt Anton Joachim, der das Elefantengras auf einem Acker in Talheim
bei Horb anbaut. „Auch aus der Landespolitik kommt momentan zu wenig Hilfestellung und Beratung zum Thema
Biomasse.“ Was den Miscanthuslandwirten in Baden-Württemberg derzeit
fehle, seien Projekte mit Städten, Kommunen, Gemeinden und Unternehmen,
die sich von fossilen Brennstoffen trennen und eine Biomasseheizung installieren wollen – und diesen Weg mit regionalen Landwirten bestreiten möchten.
Wie beispielsweise das Heizkraftwerk
Stauferpark der Göppinger Stadtwerke,
das unter anderem auch von Anton Joa-
»Es gibt zu wenig
Querdenker.«
Anton Joachim
chim beliefert wird. Oder die BioEnergie
Hoffenheim, ein vom Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg und der
Europäischen Union gefördertes Projekt: Das Heizwerk setzt zur Energiegewinnung zu 100 Prozent auf Miscanthus. „Alle müssen an einem Strang ziehen, wenn es um Wirtschaftlichkeit und
Effizienz geht“, appelliert Joachim, „dazuhin gibt es entsprechende Marktanreizprogramme der BAFA.“
Anton Joachim selbst kam über ein
Seminar für Biomasse in Österreich zum
Miscanthusanbau. „Es hat mich fasziniert, dass man nur einmal pflanzen
muss, um 20 Mal ernten zu können.“
Miscanthus benötigt nur in den ersten
zwei Jahren Pflege – wegen der Unkrautbildung. Ab dem dritten Jahr bildet sich
ein Blätterteppich, das heißt es kommt
wenig Gras und Unkraut zum Vor-
schein, und der Boden bleibt durch die
Mulchschicht feucht. Miscanthus wird
in der Regel mit maximal 14 Prozent
Feuchtigkeit geerntet, es entstehen keine zusätzlichen Trocknungskosten.
Ein Hektar Miscanthus bindet jährlich 30 Tonnen CO2 und ist eine klimafreundliche Alternative zu fossilen
Brennstoffen. „Im Raum Horb, Rottenburg und Tübingen sind Erträge von zirka 14 bis 16 Tonnen pro Hektar und Jahr
realistisch. Ein Ertrag von 15 Tonnen
kann rund 6250 Liter leichtes Heizöl ersetzen“, erläutert Joachim. Bei geringen
Investitionen könnten sich Energiewirte
– auch im Nebenerwerb – so für die
nächsten 20 Jahren eine solide wirtschaftliche Basis sichern. Ein Grundsatz
für Energiewirte sei aber, so Joachim,
keine Flächen zu nutzen, die für die Nahrungsmittelerzeugung vorgesehen sind.
„Wir unterstützen Interessenten gerne dabei, Miscanthus-Projekte zu realisieren. Bei Bedarf veranstalten wir auch
einen Infoabend für Planungsbüros und
Entscheidungsträger.“ Weitere Informationen hat Anton Joachim auf seiner
Homepage (www.misanjo.de) zusammengestellt.
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ENERGIEGESETZE
E, EE und
kein Ende?
EnEV 2014, EwärmeG, EEWärmeG, EEG:
Was kann, was soll, was muss?
Die Gesetzeslage und Verordnungen rund um
die erneuerbaren Energien sind stetig im Wandel. Eine
Herausforderung nicht nur für Häuslesbauer und Sanierer, sondern
auch für Architekten, Energieberater, Handwerker und Immobilienverwalter.
W
as haben sich unsere
Politiker
denn
da
schon wieder ausgedacht?“ – Sprüche wie
diese bekommen Energieberater von
Hausbesitzern und Sanierern oft zu
hören. Gemeint sind die Gesetze und
Anforderungen im Bereich erneuerbare Energien und Energieeffizienz, die
beim Bau und bei Maßnahmen am
Bestand berücksichtigt werden müssen. Diese Gesetze entspringen aber
nicht parteipolitischen Launen.
KLIMA VORORT | November 2014
Deutschland hat sich beim Klimaschutz ambitionierte Ziele gesetzt. Bis
zum Jahr 2050 soll der Anteil erneuerbarer Energien hierzulande 80 Prozent
betragen. Dazu braucht es Instrumente und Gesetze. Die bundesweit geltende
Energieeinsparverordnung
(EnEV) beispielsweise basiert auf dem
Energieeinspargesetz, das ursprünglich als Reaktion auf die Ölkrise 1976
eingeführt wurde. Das ErneuerbareEnergien-Gesetz (EEG) trat im April
2000 in Kraft – als Nachfolger des
Stromeinspeisungsgesetzes, das bereits 1990 beschlossen wurde. Und das
EEWärmeG, das vorgibt, dass zukünftige Hauseigentümer einen Teil ihres
Wärmebedarfs aus erneuerbaren
Energien gewinnen müssen, wurde
2011 an Vorgaben der Europäischen
Union angepasst.
Die folgenden Seiten geben einen
Einblick in die Verordnungen und zeigen auf, welche Chancen und Fördermöglichkeiten die energetische Sanierung mit sich bringt.
ENERGIEGESETZE
Durchblick im Dickicht
der Verordnungen
Rund um die „Energiegesetze“ gibt es noch viel Aufklärungsbedarf. Energieplaner Klaus
Lambrecht geht auf die wesentlichen Aspekte der Vorschriften und Gesetze ein.
____
Interview: Birgit Pflock-Rutten
H
err Lambrecht, für Planer, Hausbauer und Sanierer stellt sich die Frage: Was ist Pflicht, was
macht Sinn?
Zunächst einmal muss man unterscheiden zwischen Neubau und Bestand. Pflicht im Neubau ist, dass die
Anforderungen an den Primärenergiebedarf und den Wärmeschutz erfüllt
werden. Der Primärenergiebedarf ist
die Gesamtenergieeffizienz eines Gebäudes einschließlich Einbeziehung
regenerativer Energie. Kurz gesagt, ein
niedriger Primärenergiebedarf entspricht einer höheren ökologischen
Qualität. Werden diese Vorgaben unterschritten, bekommt man zudem
Fördermittel von der KfW.
Ebenfalls beim Neubau gilt es die
Anforderungen des EEWärmeG zu erfüllen, welches den Einsatz von mindestens 15 Prozent erneuerbarer Energien vorschreibt. Dabei sind auch Ersatzoptionen möglich. Beispielsweise
ist das EEWärmeG automatisch erfüllt,
wenn die Anforderungen der EnEV um
15 Prozent unterschritten werden.
…und im Bestand?
Im Bestand greift die EnEV nur
dann, wenn Änderungen am Gebäude
vorgenommen werden. Wenn zum
Beispiel ein neuer Putz angebracht
wird, ist die Wand auf eine Mindestanforderung des Wärmeschutzes zu
dämmen. Das macht auch Sinn: Es fallen dann nur die Mehrkosten für die
energetischen Maßnahmen an.
Auch das EWärmeG, das es nur in
Baden-Württemberg gibt, greift im Bestand. Es wurde 2007 vom Landtag mit
einer parteiübergreifenden großen
Mehrheit beschlossen und schreibt
vor, dass beim Austausch des Kessels
zehn Prozent erneuerbare Energien
eingesetzt oder entsprechende Alternativmaßnahmen durchgeführt werden müssen. Ab 2015 soll dann der
Anteil der erneuerbaren Energien um
fünf Prozentpunkte angehoben werden. Der Sanierungsfahrplan BadenWürttemberg, der im kommenden
Jahr implementiert wird, soll mit fünf
Prozent als „Erfüllungsoption“ angerechnet werden können.
Sanierungsfahrplan – schon wieder
ein neues Instrument?
Der Sanierungsfahrplan gibt dem
Hausbesitzer einen Fahrplan an die
Hand, wie die einzelnen baulichen
Maßnahmen optimal aufeinander abgestimmt werden können – auch
wenn sie zeitlich gestreckt sind. Eine
sinnvolle Reihenfolge bedeutet, das
Gebäude zum einen individuell nach
Sanierungsbedarf und zum anderen
nach der Lebenssituation zu sanieren.
Dabei gilt es zu vermeiden, dass Sanierungsmaßnahmen nachfolgende
Maßnahmen erschweren, verhindern
oder gar zu baulichen Problemen führen. Der Einbau hocheffizienter Fenster verändert beispielsweise die bauphysikalischen Eigenschaften und den
Luftwechsel. Wenn das Dach saniert
wird, sollte man darauf achten, dass
entsprechende Dachüberstände für die
spätere Dämmung eingeplant werden.
Der Sanierungsfahrplan ist daher ein
sehr wichtiges Instrument. Ausgestellt
wird er durch einen Energieberater.
Klaus Lambrecht ist seit 20 Jahren in der Energieplanung tätig.
Seine Schwerpunkte sind energieeffizientes Bauen und regenerative Energien. Er hat zahlreiche
Fachveröffentlichungen verfasst,
ist Berater der Bundes- und Landesregierung in Bezug auf EnEV
und EWärmeG und führt zusammen mit dem Architekten Uli Jungmann das Unternehmen ECONSULT
Lambrecht
Jungmann
Partner
(www.solaroffice.de) mit Standorten in Rottenburg-Seebronn und
Stuttgart. Econsult und das Institut
für Energie- und Umweltforschung
Heidelberg haben gemeinsam den
Sanierungsfahrplan Baden-Württemberg (siehe Seite 9) entwickelt.
Betreffen die Nachrüstverpflichtungen aus der EnEV alle Hausbesitzer?
Für die besonders krassen Energieschleudern hat der Gesetzgeber eine
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ENERGIEGESETZE
Nachrüstverpflichtung
vorgesehen.
Dazu zählt der Austausch des Heizkessels, sofern er vor dem 1. Oktober 1978
eingebaut wurde – oder ab 2015 älter
als 30 Jahre und nicht schon ein Niedertemperatur- oder Brennwertkessel
ist.
Außerdem müssen ungedämmte
Warmwasser- und Heizungsrohre, die
durch unbeheizte Räume führen, gedämmt werden. Wenn man bedenkt,
dass durch ungedämmte Heizungsrohre durchschnittlich 200 bis 300
kWh pro Jahr und Meter Rohr verloren
gehen, was rund 25 bis 40 Liter Heizöl
entspricht, ist diese Nachrüstverpflichtung sinnvoll. Die Investitionen
amortisieren sich schon innerhalb eines Jahres. Auch eine schlecht gedämmte obere Geschossdecke ist
nachzurüsten, es sei denn, das Dach
darüber ist schon gedämmt.
Diese Nachrüstverpflichtungen gelten allerdings nicht für Ein- bis Zweifamilienhäuser, in denen der Hausbesitzer bereits seit 1. Oktober 2002
selbst gewohnt hat.
„Eine Komplettsanierung kann ich
mir gerade nicht leisten!“ Was raten
Sie?
In der Regel ist es kostengünstiger
und auch mit deutlich größeren Förderungen verbunden, Sanierungen in
einem Zug durchzuführen. Dabei können die Kosten für Komplettsanierungen durchaus in den vierstelligen Bereich pro Quadratmeter Wohnfläche
gehen, insbesondere, wenn das Gebäude einen langen Sanierungsstau
aufweist. Der energetische Anteil an
den Sanierungskosten beträgt oft weniger als die Hälfte.
Um diese Sanierungen zu ermöglichen und auch um die Liquidität zu
sichern, stellt die KfW zinsgünstige
Darlehen zur Verfügung. Das heißt,
der Hausbesitzer kann sich die Sanierung leisten. In manchen Fällen sind
Zinsen und Tilgung sogar geringer als
KfW-Bildarchiv / Thomas Klewar
Das sind aber recht viele….?
Rund 84 Prozent der Gebäude in
Deutschland sind Ein- und Zweifamilienhäuser, ein erheblicher Teil davon
vom Eigentümer selbst bewohnt. Die
Nachrüstverpflichtung ist in der Tat
recht löchrig.
Was passiert bei Verstößen?
Für die Einhaltung der EnEV ist die
Durchführungsverordnung (DVO) zuständig. Diese regelt zum Beispiel,
dass der Baubehörde Energieausweise
und Unternehmensbescheinigungen
vorzulegen sind. Verstöße gegen die
EnEV können mit bis zu 50 000 Euro
geahndet werden. Bezirksschornsteinfegermeister müssen überprüfen, ob
die Anlagentechnik auch der EnEV
entspricht.
Sanierung eines Einfamilienhauses aus den 50er-Jahren.
KLIMA VORORT | November 2014
ENERGIEGESETZE
KfW-Bildarchiv / Thomas Klewar
Die Dämmung von
Heizungsleitungen in
unbeheizten Räumen
ist eine der Nachrüstverpflichtungen
aus der EnEV.
die eingesparten Energiekosten. Dazu
kommen Aspekte der Werterhaltung,
der Raumhygiene, des Wohlbefindens
und des Umweltschutzes. Von daher
geht mein Plädoyer zur Gesamtsanierung. Einmal in den sauren Apfel
beißen und dann 40 Jahre Ruhe haben!
Sie halten Einzelmaßnahmen also
nicht für sinnvoll?
Wenn eine Komplettsanierung nicht
in Frage kommt, sind Einzelmaßnahmen durchaus sinnvoll, sofern sie im
Rahmen eines Gesamtkonzeptes sauber aufeinander abgestimmt werden.
Dabei hilft der Sanierungsfahrplan.
Oft herrscht die Meinung, ›wenn ich
nichts mache, mache ich nichts
falsch‹. Aber genau das Gegenteil ist
der Fall. Wer sein Gebäude in energetisch schlechtem Zustand lässt, hat
entsprechend hohe Energiekosten,
über deren Entwicklung wir nur vage
Prognosen anstellen können. Wer hingegen energetisch saniert, kann seine
Energiekosten durchaus mehr als halbieren und ist damit den Wirrungen
des Marktes nicht mehr so stark ausgesetzt. Investitionen in das eigene
Gebäude sichern den Lebensstandard
von morgen!
Kritiker bemängeln die hohe Komplexität der zahlreichen Gesetze. Hätte man das nicht einfacher machen
können?
Es geht nicht nur um die Komplexität
der Gesetze, sondern um zugrundeliegende Normen. So hat beispielsweise
die DIN V 18599 zur energetischen Bewertung von Gebäuden einen Umfang
von rund 1000 Seiten. Das ist eine sehr
komplizierte Materie für die Planer, die
den Nachweis führen müssen.
Es wird angestrebt, dass in der Zukunft EnEV und EEWärmeG zusammengeführt werden. Dies wurde auf Betrieben der Länder in die Präambel der
EnEV aufgenommen.
Was man aber klar sagen kann: Der
Stand der Technik bei der Energieeffizienz von Gebäuden befindet sich weit
über den gesetzlichen Anforderungen.
Die Sanierungsquote in Deutschland
liegt allerdings unter einem Prozent pro
Jahr. Das heißt, bis der Gebäudebestand
saniert ist, dauert es über 100 Jahre. Das
können wir uns klimaschutztechnisch
nicht leisten!
Erstberatung bei den Klimaschutzagenturen
Die Agentur für Klimaschutz im Landkreis Tübingen und die Energieagentur
in Horb bieten eine individuelle und
neutrale Erstberatung zu allen Fragestellungen an, die sich im Zuge von Energieeinsparmaßnahmen und dem Einsatz von erneuerbaren Energien ergeben können. In Tübingen ist die Erstberatung kostenlos, in Horb wird lediglich ein
kleiner Unkostenbeitrag von fünf Euro erhoben. Die Erstberatung erfolgt nur nach
Anmeldung:
Agentur für Klimaschutz Tübingen
Telefon 0 70 71 - 2 07 54 02
[email protected]
Energieagentur in Horb
Telefon 0 74 51 - 5 52 99 79
[email protected]
Mit
Sanierungsfahrplan
zum Ziel
Der Sanierungsfahrplan-BW wird
voraussichtlich ab Anfang 2015
das neue Beratungsangebot für
Hauseigentümer in Baden-Württemberg, die ihr Wohnhaus energetisch untersuchen lassen wollen. Der Sanierungsfahrplan löst
den einfach gestrickten EnergieSparCheck (ESC) ab. Insbesondere soll er Gebäudeeigentümern
eine auf ihre individuelle Situation angepasste Beschreibung geben, wie sie sinnvoll vorgehen
können, um ihre Gebäude auf einen guten energetischen Standard zu bringen – mit der Möglichkeit, die Modernisierungsmaßnahmen in mehreren Schritten durchzuführen.
Auch bei der geplanten Novelle des Erneuerbare-Wärme-Gesetzes soll der Sanierungsfahrplan-BW eine wichtige Rolle
spielen. Der Referentenentwurf
des Gesetzes, an dem das Ministerium für Umwelt, Klima und
Energiewirtschaft
Baden-Württemberg derzeit mit Hochdruck
arbeitet, sieht vor, dass die beabsichtigte Erhöhung des Pflichtanteils an erneuerbarer Energie
um fünf Prozent auch mit dem
Sanierungsfahrplan-BW
erfüllt
werden kann.
Die landläufig unter BAFA-Beratung bekannte Energieberatung vor Ort beinhaltete bisher
auch schon einen Sanierungsfahrplan – allerdings nur in textlicher Beschreibung. Durch den
baden-württembergischen Vorstoß entsteht jetzt ein komprimiertes und anschauliches Dokument. Alle wesentlichen Ergebnisse in der Energieberatung und
der Gebäudesanierung werden
auf sechs Seiten dargestellt.
Den Sanierungsfahrplan dürfen
ausschließlich speziell qualifizierte Fachleute ausstellen.
Weitere Infos unter:
www.sanierungsfahrplan-bw.de
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ENERGIEGESETZE
Gesetze für den Klimaschutz
Z
entrale Komponenten im Klimaschutzpaket der Bundesregierung sind die Energieeinsparverordnung (EnEV), das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) sowie das Erneuerbare Energien Wärmegesetz (EEWärmeG). Das Erneuerbare-WärmeGesetz für Bestandsgebäude (EWärmeG) gilt nur in Baden-Württemberg.
Die EnEV schreibt die Einhaltung von
bautechnischen Standards zur Energieeffizienz von Gebäuden vor. Im Mai
2014 ist die novellierte Energieeinsparverordnung in Kraft getreten. Das
übergeordnete Ziel der Verordnung ist
ein nahezu klimaneutraler Gebäudebestand bis zum Jahr 2050. Knapp 40 Prozent der gesamten Endenergie wird in
Gebäuden verbraucht. Der Gebäude-
Energieausweis
modernisiert
Seit 2009 benötigen alle Wohnhausbesitzer einen Energieausweis für ihre Immobilien. Im Zuge der Novellierung der
EnEV wurde er inhaltlich und optisch
modernisiert. Die Ausweise klassifizieren die Heizkosten von Gebäuden auf
einer Skala von grün bis rot. Dieser sogenannte Bandtacho reicht nun nur
KLIMA VORORT | November 2014
sektor kann somit einen entscheidenden Beitrag zur Reduzierung des Energieverbrauchs leisten – in Bezug auf
die Gebäudehülle wie auch auf die
Haustechnik. Als Messlatte für die Energieeffizienz nutzt die EnEV zwei Kriterien: den Jahres-Primärenergiebedarf für
die Gesamtenergieeffizienz einschließlich der Anlagentechnik und den Wärmeverlust durch die Gebäudehülle. Diese dürfen gewisse Höchstgrenzen nicht
überschreiten.
2016 werden die Anforderungen weiter verschärft. Dann liegt der zulässige
Primärenergiebedarf zwischen 40 und
60 kWh je Quadratmeter und Jahr. Die
Anforderungen der EnEV sind dann fast
so hoch wie beim KfW Haus 70. Da heute schon über die Hälfte aller Neubau-
noch bis 250 Kilowattstunden pro Jahr
und Quadratmeter; vorher endete er bei
400. Er ist außerdem, vergleichbar zu
Elektrogeräten, in Energieeffizienzklassen von A+ bis H eingeteilt.
Hinzu kommt eine Stärkung der energetischen
Sanierungsempfehlungen.
Das Transparenzdokument musste bislang Kauf- oder Mietinteressenten erst
auf Verlangen ausgehändigt werden.
Damit ist künftig Schluss: Nun müssen
ten im KfW 70 Standard gebaut werden,
folgt der Gesetzgeber nur dem Stand der
Technik. Im Bestand sind keine Verschärfungen geplant.
Das EEWärmeG ist 2009 in Kraft getreten und wurde 2011 novelliert. Das Gesetz will den Ausbau der Energieversorgung durch erneuerbare Energien vorantreiben. Alle Gebäude mit einer Nutzfläche von mehr als 50 Quadratmeter,
die seit 1.1.2009 errichtet werden, müssen den Wärmebedarf durch die anteilige Nutzung von erneuerbaren Energien
decken – etwa aus Biomasse, Solarthermie oder Umweltwärme.
Das EWärmeG verpflichtet Eigentümer von Altbauten, bei einer Heizungsmodernisierung erneuerbare Energien
einzubinden. Damit will die badenwürttembergische Landesregierung erreichen, dass der Anteil erneuerbarer
Energien an der Wärmeversorgung von
derzeit acht auf 16 Prozent bis 2020 ausgebaut wird. Kein ambitioniertes Ziel:
Selbst bei Erreichen wären immer noch
84 Prozent des Wärmebedarfs aus
nicht-erneuerbaren Energien gedeckt.
Das EEG ist am 1. April 2000 in Kraft
getreten und hat das frühere Stromeinspeisungsgesetz ersetzt. Es soll den Ausbau von Energieversorgungsanlagen vorantreiben, die aus sich erneuernden
Quellen gespeist werden. Geregelt sind
in diesem Gesetz die Abnahme und Vergütung von erneuerbarem Strom aus
Energieerzeugungsanlagen. So werden
die Energieversorgungsunternehmen
verpflichtet, regenerativ erzeugten
Strom zu Festpreisen abzunehmen. Die
Vergütungen sind nach Energieträger,
Anlagenleistung, Inbetriebnahmejahr
und weiteren Kriterien gestaffelt.
Hausbesitzer die Energieausweise ohne
jegliche Aufforderung vorlegen. Auch in
Immobilienanzeigen gehören seit Mai
die wichtigsten Kenndaten aus dem
Energieausweis.
Verfügt der Besitzer über einen nach
dem 1. Mai ausgestellten Energieausweis, entfallen die Angaben zum Energiebedarf oder -verbrauch und die zum
Energieträger. Die Effizienzklassen A+
bis H ersetzen diese Daten.
ENERGIEGESETZE
D
ämmung, Heizung, Stromerzeugung: Die Palette von
Maßnahmen, die zur Verbesserung der Energieeffizienz eines Gebäudes und damit zum Klimaschutz
beitragen, ist vielfältig. Ebenso zahlreich
sind die Möglichkeiten einer finanziellen Unterstützung durch Bund, Länder,
Städte, Gemeinden, Landkreise und einige Energieversorger.
Die KfW Bankengruppe (KfW) zählt
zu den wichtigsten Finanzierern in Sachen Förderung beim Bund. Die KfW
bietet für Neubauvorhaben oder die Altbausanierung zinsgünstige Darlehen an.
Die KfW-Darlehen müssen bei der jeweiligen Hausbank beantragt werden.
Das Bundesamt für Wirtschaft und
Ausfuhrkontrolle (BAFA) ist der zweite
relevante Geldgeber des Bundes bei der
Förderung. Die BAFA bietet unter anderem einen Zuschuss zu einer umfassenden Energiesparberatung für ältere
Wohngebäude an. Zudem wird vom BA-
FA die Installation von Solarkollektoranlagen und Biomasseanlagen bezuschusst.
In der Regel werden Fördermittel
entweder als zinsvergünstigtes Darlehen oder als einmaliger Zuschuss
vergeben. Fast alle Förderungen
sind vorab zu beantragen und der
schriftliche Förderbescheid muss
vor Beginn der Maßnahme vorliegen. Unterstützung bei der Recherche und Beantragung von Fördermitteln für konkrete Gebäude
und Maßnahmen bietet ein
qualifizierter Energieberater.
Bei der Energiesanierung des
Gebäudes können außerdem Kosten
steuerlich abgesetzt werden. Die Rechnungen der Handwerksbetriebe müssen
dem Finanzamt vorgelegt werden, außerdem die Nachweise dafür, dass die
Maßnahmen auch wirklich bezahlt wurden. Für die Rechnungen gibt es eine
Aufbewahrungspflicht: Zwei Jahre müs-
Bild: KfW-Bildarchiv / Thomas Klewar
Mit Förderung rechnen
11
sen Privatleute diese aufheben, zehn
Jahre Geschäftsleute. Bis zu 1200 Euro
(20 Prozent von maximal 6000 Euro) der
Handwerkerkosten können von der
Steuer abgesetzt werden.
INFO
www.energiefoerderung.info
12
TITELTHEMA: ENERGIEGESETZE
Bild: ©il-fede/Fotolia.com
Was sich für Solarstromerzeuger
geändert hat
Die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) ist am 1. August 2014 in Kraft
getreten.
M
it der Novelle haben sich die
Rahmenbedingungen
für
Hausbesitzer und Investoren in vielerlei Hinsicht geändert. Besitzer kleiner Fotovoltaik-Dachanlagen
bleiben von der neuen Abgabe auf den
Eigenverbrauch verschont. Künftig gibt
es außerdem wieder bis zu 100 Prozent
der Einspeisevergütung für mittlere Anlagen. Auch die Marktprämie für größere
Anlagen ist eine wesentliche Neuerung
zur vorherigen Gesetzesfassung. Sorgfältig geplant lohnt sich die Solarstromerzeugung also weiterhin.
Besitzer von Neuanlagen, die ihren Solarstrom selbst verbrauchen möchten,
müssen nun grundsätzlich für jede Kilowattstunde Eigenverbrauch einen Teil
der EEG-Umlage von derzeit 6,24 Cent
entrichten. Dieses Jahr sind es noch 30
Prozent, ab 2016 steigt der Anteil auf 35
Prozent, ab 2017 sind 40 Prozent der
Umlage zu zahlen. Private Hausbesitzer
trifft diese Regelung meist jedoch nicht,
die Abgabe ist erst ab einer Anlagengrö-
KLIMA VORORT | November 2014
ße von zehn Kilowatt installierter Leistung fällig.
Die fast 1,5 Millionen Anlagen in
Deutschland, die vor dem 1. August 2014
in Betrieb gegangen sind, fallen unabhängig von ihrer Leistungsklasse unter
den Bestandsschutz. Die Befreiung von
der Eigenverbrauchsabgabe gilt auch bei
Modernisierungen und Ersatzinvestitionen, solange die Anlagenleistung nicht
um mehr als 30 Prozent steigt.
Die Vergütung für in das Netz eingespeisten Strom aus kleineren Neuanlagen auf Wohnhäusern bis 10 kWp ist im
August auf 12,75 Cent pro kWh gesunken und sinkt damit etwas weniger als
bisher. Anlagen bis 500 kWp erhalten
noch 11,09 Cent pro kWh.
Eine weitere Neuerung: Alle Anlagen,
die ab 1. August 2014 in Betrieb genommen wurden und nicht größer als 500
kWp sind, erhalten wieder bis zu 100
Prozent der Einspeisevergütung. 2016
sinkt die Grenze dann auf 100 kWp.
Dachanlagen von zehn bis 1000 kWp,
die zwischen dem 1. April 2012 und dem
31. Juli 2014 in Betrieb gingen, werden
weiter nach dem 2012 geschaffenen
Marktintegrationsmodell
behandelt
und erhalten höchstens 90 Prozent der
erzeugten Jahresstrommenge vergütet.
Die restlichen zehn Prozent müssen
selbst verbraucht oder vermarktet werden.
„Die Investition in eine neue Solaranlage lohnt sich finanziell immer noch,
besonders, wenn der lukrative Eigenverbrauch maximiert wird“, sagt Carsten
Tschamber von der Branchenvereinigung Solar Cluster Baden-Württemberg,
„und auch ökologisch ist der Nutzen
groß. Solarstrom hilft, klimaschädliches
Kohlendioxid zu vermeiden und bringt
die Energiewende in Deutschland weiter voran. Das sollte bei der ganzen Diskussion um Umlagen und Vergütungen
nicht zu sehr in den Hintergrund rücken.“
Quelle: Branchenvereinigung Solar
Cluster Baden-Württemberg
Rubrik
13
Förderprogramm Klimaschutz-Plus für Vereine
Vereine können weiterhin eine Förderung für Energiesparmaßnahmen an eigenen Gebäuden oder Energieberatungen beantragen. Das Ministerium für
Umwelt, Klima und Energiewirtschaft
Baden-Württemberg hat die Antragsfrist
in allen Teilen des Vereinsprogramms
auf den 31. März 2015 verlängert.
Antragsberechtigt sind eingetragene,
gemeinnützige Vereine (e.V.) ohne wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb, das heißt
ohne Profisport-Abteilungen oder Gaststätten. Der Vereinssitz muss in BadenWürttemberg liegen und die Jahresbilanzsumme darf die Obergrenze von
zehn Millionen Euro nicht übersteigen.
Für energetisch wirksame investive
Maßnahmen an Vereinsgebäuden wird
ein Zuschuss von 50 Euro für jede über die
Lebensdauer der Maßnahmen eingesparte
Tonne CO2 gewährt. Der maximale Fördersatz beträgt 40 Prozent. Die maximale Förderung liegt bei 50 000 Euro. Förderfähig sind beispielsweise alle Dämmmaßnahmen am Gebäude, die Erneuerung von Beleuchtungsanlagen oder die
Installation einer Solarwärmeanlage.
Für integrale Energiediagnosen ihrer
Gebäude können Vereine eine 50-Prozent-Förderung beantragen. Gefördert
werden bis zu fünf Arbeitstage, maximal
2000 Euro.
Förderbedingungen, Antragsformulare
sowie weitere Informationen zum Programm stehen unter www.klimaschutzplus.baden-wuerttemberg.de bereit.
November 2014 | KLIMA VORORT
BAUEN UND SANIEREN
Bild: Rumpel
14
Gut drei Jahrzehnte nach seiner Erbauung wurde das Wohnhaus energetisch saniert und bekam ein neues Innenleben.
Energiebedarf auf ein
Viertel reduziert
Im Ursrainer Ring in Tübingen wurde eine in die Jahre gekommene Doppelhaushälfte
nicht nur energetisch, sondern auch räumlich modernisiert.
____
Text: Frank Rumpel
G
ebaut wurde die Doppelhaushälfte im Tübinger
Ursrainer Ring 1983. Seither waren etliche damals
verbaute Materialien in die Jahre gekommen. „Es zog etwas durch die
Fenster und auch durch die Wände“,
sagt die Hausbesitzerin. Zudem entsprach die Raumaufteilung von damals nicht mehr den aktuellen Bedürfnissen. Abgesehen von der energetischen Sanierung sollte das Haus heller
werden und die Räume großzügiger.
„Jetzt ist es hier trotz mehr Fensterfläche und dem größeren Raum im Erd-
KLIMA VORORT | November 2014
geschoss deutlich wärmer als vorher“,
sagt sie.
Der Tübinger Architekt Dieter
Fromme ließ die Wände mit einer 20
Zentimeter dicken Mineralwollschicht und das Dach mit Zellulose dämmen, außerdem dreifach
verglaste Fenster einsetzen. Weil
im Zuge der Sanierung auch der
bis dahin nur als Abstellfläche genutzte Spitzboden unterm Dach
als zusätzlicher Wohnraum ausgebaut wurde, musste das Dach neu
gemacht werden. Geplant war
zunächst eine große Gaube, doch
Bilder: Fromme
BAUEN UND SANIEREN
Der Spitzboden vor und nach der Sanierung.
angesichts der steilen Dachneigung
verzichteten die Bauherren schließlich
darauf. Stattdessen wurden in dem
Raum vier große Dachfenster eingebaut, sodass ein heller, über eine Treppe erschlossener Raum entstand.
Die Wärme fürs Haus liefert eine
modernisierte Ölheizung. Eine thermische Solaranlage auf dem Dach unterstützt Heizung und Warmwasserbereitung. Letzteres erledigte zuvor ein elektrisch betriebener Boiler. „Ich schätze,
dass wir mit diesen Maßnahmen den
Endenergieverbrauch auf weniger als
ein Viertel reduziert haben“, sagt
Fromme, der bis Anfang dieses Jahres
auch Vorsitzender von Sonnenenergie
Neckar-Alb war, einem Verein, der sich
der Förderung regenerativer Energien
November 2014 | KLIMA VORORT
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BAUEN UND SANIEREN
Bilder: Fromme
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In der Küche ging es früher eng zu
(oben), nach der Sanierung ist ein
großzügiger Raum mit Zugang in den
Garten entstanden.
widmet. Mit einem Endenergiebedarf
von jährlich etwa 72 Kilowattstunden
pro Quadratmeter erreicht das Haus
nun einen KfW-Standard von 115 – das
heißt, das Gebäude benötigt 15 Prozent
mehr Primärenergie als ein vergleichbarer, nach den Vorgaben der Energieeinsparverordnung errichteter Neubau
und ist damit nach den KfW-Richtlinien förderfähig.
Mit einer Pelletheizung hätten die
Bauherren für ihr Gebäude einen deutlich besseren KfW 70-Standard erreicht. Allerdings, schätzt der Architekt,
hätte das, verglichen mit einer Modernisierung der Ölheizung, Mehrkosten
in Höhe von rund 10 000 Euro verursacht. „Man kann in einem bestehenden Gebäude nicht alles optimieren“,
sagt Fromme. Da gelte es, auch bereits
Vorhandenes zu integrieren.
Für die Bauherren spielte bei der Sanierung indes noch eine weitere Überlegung eine entscheidende Rolle. Das
Haus bestand vorher aus zwei Wohneinheiten, die nun zu einer zusammen
gefasst wurden. Dabei, sagt die Bauherrin, hätten sie zunächst gedacht, ob
es nicht vielleicht besser wäre, sich auf
ein altersgerecht ausgebautes Erdgeschoss zu beschränken. Sie entschie-
den sich schließlich dagegen und bauten das gesamte Haus nach ihren Vorstellungen aus. Nun haben sie drei
Stockwerke zur Verfügung: „Es ist ein
Luxus, den wir uns gönnen“, sagt die
Bauherrin. „Das ist schön jetzt und wir
haben dadurch eine größere Eigenständigkeit.“
Doppelhaushälfte in
Tübingen
Baujahr: 1983
Grundfläche: 245,1 m²
Beheiztes Volumen: 920 m3
Heizung: Moderne Ölzentralheizung
+ thermische Solaranlage
Endenergiebedarf: 72 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr
Förderung: KfW-115-Standard,
KfW-Förderung für energieeffizientes Sanieren insgesamt rund
15 000 Euro.
Hersteller von
Holz-, Holz-Alu- und
Kunstofffenstern
Silcherstraße 5
72810 Gomaringen
Tel. 0 70 72 / 92 04 36
Fax 0 70 72 / 92 04 35
KLIMA VORORT | November 2014
BAUEN UND SANIEREN
Bild: Rumpel
Bild: Siebert
Das hölzerne Kammersystem
dient als Grundkonstruktion für
die Zellulosedämmung, die zwischen
Wand und einer Holzfaserplatte
eingeblasen wird.
Das ehemalige Bauernhaus nach
der Sanierung: Wo jetzt Garagen und
Terrasse stehen, befand sich frühere
eine Scheune.
Irgendwann ein nahezu
autarkes System
In Sonnenbühl-Genkingen wurde ein altes Bauernhaus mit einer Zellulosedämmung
energetisch saniert. Beheizt wird es nach wie vor mit Nachtspeicheröfen.
____
Text: Frank Rumpel
E
in Blitzschlag war es, der
2010 an dem Gebäude in der
Genkinger Unlinger Straße
unweit der Kirche großen
Schaden anrichtete. Zwei Scheunen
und ein Stall brannten nieder. Eine
Brandschutzwand verhinderte, dass
die Flammen aufs angrenzende
Wohnhaus übersprangen. Dort wurde
lediglich der Dachstuhl in Mitleidenschaft gezogen. Errichtet wurde das
17
Gebäude 1920, nachdem der Vorgängerbau abgebrannt war. Auch dort
hatte seinerzeit der Blitz eingeschlagen.
Das Dach des Wohnhauses musste
nach dem Brand komplett erneuert
und dabei auch gleich energetisch auf
den neuesten Stand gebracht werden.
Ein isoliertes Dach allein allerdings
war der Hauseigentümerin Ruth Mezger auf Dauer zu wenig. „Das nützt ja
nicht viel, wenn der Rest ungedämmt
bleibt“, sagt sie. Blieb die Frage, welche Dämmung die passende sein
könnte.
„Ich wollte zunächst das Fachwerk
unbedingt erhalten“, sagt Mezger. Also
beschäftigte sie sich intensiv mit den
auf dem Markt erhältlichen Dämmsystemen und stellte schließlich fest, dass
eine Dämmung mit Erhalt des Fachwerks
November 2014 | KLIMA VORORT
18
BAUEN UND SANIEREN
Bild: Siebert
extrem aufwändig, die Lösungen unbefriedigend und das Ganze zudem „unverhältnismäßig teuer gewesen wäre“.
Also verzichtete sie darauf, zumal sie ein
ökologisches Dämmsystem wollte. „Styropor oder Steinwolle wäre für mich
nicht in Frage gekommen“, sagt sie. Dabei spielte noch ein weiteres Argument
eine wichtige Rolle. Das Haus steht an
einer viel befahrenen Straße und Stein-
Durch die Löcher in den Putzträgerplatten wird die Zellulose eingeblasen.
wolle etwa, sagt Mezger, habe keine gute
Schalldämmung. Das aber sollte das
Material ihrer Meinung nach unbedingt
leisten.
Fündig wurde sie schließlich beim
Tübinger Netzwerk Bauen-Wohnen-Leben, in dem sich 2009 Planer und Handwerker aus der Region zusammengetan
haben, die allesamt Wert legen auf ökologische Konzepte, wie Gerd Siebert von
der Tübinger Firma Holzwerk sagt. „Die
Netzwerkmitglieder haben sich zum
Bauberater fortgebildet, damit alle auf
dem selben Level sind und fachlich fundiert zu unseren Themen Auskunft geben können“, sagt der Melchinger Maurermeister Joachim Maas. Das Netzwerk
arbeitet mit einer Zellulose-Dämmung,
die in einem Kammersystem aus Holz
zwischen Wand und einer Holzfaserplatte eingeblasen wird.
Nun hat das Genkinger Gebäude eine
22 Zentimeter dicke Dämmung. Auch
die Fenster wurden dreifach verglast.
„Wenn die zu sind, hört man von der
Straße nichts“, sagt Mezger. Und stabil
ist die verputzte Fassade dazu. „Den Hagel im vergangenen Jahr hat sie ohne
Schaden überstanden“, sagt Maas.
Geheizt wird im Haus mit modernen
Nachtspeicheröfen, die bereits installiert waren. Zwar seien im Vorfeld der
Sanierung auch andere Heizungsarten
angedacht worden, sagt Mezger, doch
schieden die nach und nach aus ganz
unterschiedlichen Gründen aus. Eine
Pelletheizung etwa wollte sie nicht,
„weil ja nie ganz klar ist, woher die Pellets kommen. Außerdem begibt man
sich da auf lange Sicht in dieselbe Abhängigkeit wie mit Öl oder Gas.“ Da in
einer frühen Planungsphase neben dem
jetzigen Gebäude zunächst noch ein
weiteres entstehen sollte, war auch ein
kleines Blockheizkraftwerk im Gespräch, das sich für dann zwei oder drei
Gebäude durchaus gerechnet hätte. Am
Ende entschied Mezger, auch weiterhin
auf Nachtspeicheröfen zu setzen. „Ich
habe ja nach wie vor den Traum, die
restliche Dachfläche mit Solarzellen zu
bestücken und den Strom für die Heizung selbst zu produzieren.“
Schon jetzt liefert eine thermische Solaranlage auf dem Dach das warme
Wasser fürs Haus. Und durch die energetische Sanierung sei der Heizbedarf
bereits deutlich gesunken. Waren in der
oberen Wohnung zuvor fünf Heizkörper
nötig, um sie warm zu bekommen,
reicht mittlerweile einer. Die Rückmeldung ihrer Mieter, sagt Mezger, seien
durchweg positiv. „Die sagen, das sei
jetzt schlichtweg genial.“
Zweifamilienhaus in
Sonnenbühl-Genkingen
Baujahr: 1920
Sanierungszeit: 4 Wochen
Heizung: Nachtspeicheröfen,
thermische Solaranlage
Förderung: 30 Prozent der Sanierungskosten wurde über das Landessanierungsprogramm gefördert.
Für die restlichen 70 Prozent gab es
ein verbilligtes KfW-Darlehen.
Maas
• Bauberatung
• Baubiologie
• Schimmelsanierung
Poststrasse 5 · 72393 Burladingen-Melchingen
Tel: 07126 / 921140 · Fax: 07126 / 921141 · [email protected]
KLIMA VORORT | November 2014
e.k.
Schleifmühleweg 6
72070 Tübingen
Tel. (0 70 71) 4 31 67
Fax (0 70 71) 44 04 02
• Altbausanierung
• Wärmeschutz
• Energieberatung
• Promat-Brandschutz
• Asbestsanierung
• Malerarbeiten
Bild: Niesner
BAUEN UND SANIEREN
Das Einfamilienhaus in Freudenstadt ist ein optisches und ökologisches Vorzeigeprojekt.
Wie „Phönix“ aus der Asche
Rückblick auf den 21. Oktober 2011, Freudenstadt: Nachts steht das Wohngebäude der
Familie Niesner in hellen Flammen. Zerstörung und Hoffnung. Ein Jahr später am 21.
Dezember 2012: Nach nur acht Monaten Bauzeit kann die Familie Niesner kurz vor
Weihnachten 2012 ihr neues Zuhause beziehen.
____
Text: Stefan Niesner
D
er Wunsch der Familie
Niesner war es, nachhaltig, ökologisch, natürlich
und vor allem lebenswert
zu bauen, außerdem mehr Energie mit
dem Gebäude zu produzieren als verbraucht wird. Effektiv und einfach sollte die Haustechnik sein. Während der
Planung fand die energetische und architektonische Optimierung statt. Aus
Sicht der Bauherren ein sinnvoller und
notwendiger Planungsprozess, der die
beste energetische Planung hervorbringt.
Das Gebäude entspricht mit Wandund Dachstärken von bis zu 50 Zentimeter Passivhaus-Qualität und verbraucht (umgerechnet) weniger als 1,5
Liter Heizöl/m² und Jahr. Die Wärmeerzeugung erfolgt über eine Wärmepumpe, die aus dem Eisspeicher mit 34 Quadratmeter Absorbern und zwölf Quadratmetern Solarabsorber auf dem Flachdach ihre Umweltenergie zieht und da-
mit die hervorragende Jahresarbeitszahl
von ›4,0 erreicht. Durch die Photovoltaikanlage mit 11 kWp Leistung und 20
kW Blei-Gel-Batterie-Speichern wird ein
sehr guter Eigenversorgungsfaktor erreicht. Über das Jahr gesehen wird somit
ein Plus von Energie produziert.
Geradlinige und kubische Formen
prägen die Gestaltung, die Funktionen
sind klar durch die traditionelle vorgehängte Holzfassade (Lärche) und die
rostige Streckmetall-Fassade getrennt.
November 2014 | KLIMA VORORT
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BAUEN UND SANIEREN
Bilder: Niesner
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Das Dämmmaterial besteht lediglich aus den
Komponenten Holz, Wasser und Lehm.
Die Tragkonstruktionen wurden materialoptimiert mit Steico-Trägern hergestellt. Zur Dämmung wurden ausschließlich ökologische Materialien,
wie Zellulose in Wänden und Decken,
Holzfaserdämmplatten, eine „Jasmin“-Dämmung aus Holz und Lehm,
Hanf und anderes eingebaut. Die
schwarze Oberfläche unter den Fassade bewirkt eine zusätzliche Wärmeaufnahme zur Erhöhung der Oberflächentemperatur („Eisbärhaut“). Die konstruktiven Sonnenschutz-Elemente bieten ringsum Sonnenschutz und Gestaltung, mit je nach Himmelsrichtung gestaffelten Tiefen. Praktisch bleibt die
Sonne im Sommer mit steilem Einfallswinkel außen vor und der Überhitzung
wird so wirksam vorgebeugt. Im Winter
liefert die flach einfallende und tiefstehende Sonne bis zu 7 kW an Solarenergie, die ohne Zusatzkosten angenehme
Wärme ins Heim bringt. Diese Gesamtkonstruktion ist in weitem Umkreis
einzigartig und zukunftsweisend.
Die Photovoltaikanlage mit 11 kWp Leistung mit 20 kW Blei-Gel-BatterieSpeichern trägt maßgeblich zur Eigenversorgung bei.
Im Innenausbau herrschen natürliche Materialien wie Massivholzparkett
in Räuchereiche und Esche sowie Silikatputze und Silikatfarben vor. Die
Farbgestaltung ist bewusst in erdigen
Farbtönen gehalten und gezielt punktuell mit kräftigen Farben hervorgehoben
und betont. Hohe Schiebetüren und
markante Holztreppen sind ansprechende
Gestaltungselemente.
Die
Wandverkleidungen in Spaltholz aus
Abfallholz unterstreichen den Charakter
modernen Wohnens. Das stimmige Gestaltungskonzept mit Möblierung, Beleuchtung und Dekoration rundet den
vollkommenen Eindruck des Betrachters ab.
Ästhetisch legt der Bauherr größten
Wert auf schlanke Fensterprofile. Die
Wahl fiel auf das einzigartige SvarreFenstersystem aus Dänemark: Nach außen öffnend, außen glasüberdeckt, sowie mit frei wählbarem Farbrand. Dadurch ist es nahezu wartungsfrei und
sehr leicht von außen zu reinigen.
Durch die 3-fach-Verglasung sind passivhaustaugliche U-Werte erreicht.
Oft herrscht die Meinung: „Häuser atmen, Häuser brauchen eine natürliche
Undichtigkeit, um nicht zu ersticken
und Fenster in qualitativ hochwertigen
Konstruktionen dürfen zum Lüften
nicht geöffnet werden.“ Jedoch: Häuser
können nicht atmen! Es findet lediglich
ein Luftaustausch statt, der hygienisch
und baulich notwendig ist. Feuchtigkeit,
Gerüche und Schadstoffe müssen abgeführt werden; dadurch geht jedoch auch
Energie verloren. Eine freie Fensterlüftung
kann die notwendige Luftmenge niemals erreichen. Moderne Lüftungsanlagen
Neubau „Phönix“ in
Freudenstadt
Baujahr: 2012
Wohnfläche: 240 m²
Beheiztes Volumen: 1.100 m³
Heizung: Wärmepumpe mit
Eisspeicher und thermischer Solarunterstützung
Endenergiebedarf: 11,62 kWh/ m²
und Jahr, 75% weniger als Vergleichswert
Förderungen: Kredit KfW-Effizienzhaus 40
KLIMA VORORT | November 2014
BAUEN UND SANIEREN
Ein natürliches Ambiente erzeugt das Massivholzparkett. Die Wände wurden mit Silikatputzen und Silikatfarben gestrichen.
mit Wärme-Rückgewinnung leisten diesen gewünschten Luftaustausch, ohne
wertvolle Heizenergie durch frei geöffnete Fenster verschwinden zu lassen.
Die Steuerung erfolgt über Feuchteund CO²-Sensoren, die automatisch für
frische und angenehme WohnraumLuftqualität sorgen. Fenster dürfen sehr
wohl geöffnet werden, aber die Luftqualität im Raum wird dadurch nicht zwingend besser, sondern es wird nur kälter.
Bei „Phönix“ ist eine vom Passivhaus Institut zertifizierte dezentrale kontrollierte Wohnraumlüftung eingebaut.
Mit weiteren Besonderheiten wartet
„Phönix“ auf: Schon in der frühen Planungsphase flossen Energiequalität,
Ausrichtung, Besonnung und Beschattung mit ein und wurden mit Hilfe des
Passiv-Haus-Projektierung-Pakets berechnet und überprüft. Die Lage, Ausrichtung und Hülle wurde so Schritt für
Schritt optimiert. Denn durch geschickte Planung und Ausrichtung können bis
zu 30 Prozent Energie eingespart werden. Besonderen Wert legte Architekt
Stefan Niesner auf Details und Wärmebrückenfreiheit. Die Winddichtigkeit
wurde gesondert geplant und entwickelt. Während des Bauablaufs wurden
ständige Qualitätskontrollen zur Dichtigkeit gegen Wasser, Luftdichtigkeit,
Wärmebrücken und Detailanschlüssen
durchgeführt. Die gute Vorplanung ist
Garant für die hervorragende Ausführung und zahlt sich für alle Fälle aus.
Das Ergebnis mit „Phönix“ kann sich
mehr als sehen lassen und ist ein echtes
„Leuchtturm“-Objekt.
November 2014 | KLIMA VORORT
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22
STADTWERKE IN DER ENERGIEWENDE
Bild: swt
Die Fotovoltaikanlage an der rückwärtigen
Fassade der Tübinger Paul-Horn-Arena
produziert jährlich rund 30 000 kWh
umweltfreundlichen Strom.
Nach oben offen
Große Ziele klingen immer toll. Wie die Energiewende. Seit drei Jahren befindet sich die
Energiewirtschaft im Umbruch. Den kommunalen Stadtwerken kommt dabei eine
Schlüsselrolle zu: Grundversorgung sichern, Vorreiter sein, den Bürger mitnehmen und
wirtschaftlich im Rahmen bleiben. Hört sich nicht gerade sexy an – ist aber notwendig.
____
Text: Alexander Wiemer
D
ie erneuerbaren Energien
waren im ersten Halbjahr
2014
die
wichtigste
Stromquelle und lieferten
etwa 30 Prozent des verbrauchten
Stroms. Eigentlich eine Erfolgsmeldung. Dennoch scheint die Energiewende zu stagnieren: Um Stromtrassen wird nach wie vor debattiert, die
Höhe der EEG-Umlage und der CO2Werte tut ihr übriges dazu. Dabei soll
bis 2025 die Hälfte des Strombedarfs
aus Erneuerbaren produziert werden.
Bei der Umsetzung sind auch die
Kommunen und ihre Stadtwerke gefragt. Die entwerfen dafür eigene Szenarien und suchen ihr Heil in horizontalen Kooperationen. Nicht nur, weil
man nicht bevormundet werden will,
sondern weil man weiß, was auf kommunaler Ebene möglich ist.
KLIMA VORORT | November 2014
Die deutsche Energiewirtschaft hat
lange auf fossile Brennstoffe gesetzt,
viele müssen nun ihr Geschäftsmodell
ändern: die Erneuerbaren in ein festes
System einbinden, die Reservekapazitäten ökologisch wie ökonomisch
sinnvoll gestalten und Energie einsparen. Städte wie Tübingen sind hier
nicht erst seit der Energiewende in einer Vorreiterrolle. Nicht immer ganz
glücklich: So zog sich die Stadt und
das
Stadtwerke-Kooperationsunternehmen Südweststrom aus den Projekten Windpark „Bard Offshore 1“
und dem Kohlekraftwerk in Brunsbüttel wegen Unwirtschaftlichkeit zurück.
Doch die Erfolge überwiegen: Vor Ort
wird traditionell Wasserkraft zur
Stromerzeugung genutzt und auf dezentrale Techniken wie Fernwärme
und Blockheizkraftwerke (BHKW) ge-
setzt. Über die Hälfte der gesamten
Tübinger Wärmelieferung wird heute
umweltfreundlich produziert. Regional und überregional ist man an Onshore-Windparks beteiligt und betreibt Solarparks. Erst vor wenigen
Wochen haben die Stadtwerke ihr
Portfolio um fünf Solarparks des fränkischen Solarunternehmens Belectric
mit einer Gesamtleistung von über 25
Millionen Kilowattstunden erweitert.
Mit den bereits vorhandenen Photovoltaik-Anlagen, den Wasserkraftwerken und den neu hinzugekommenen
Windkraftanlagen kommen sie nun
auf eine Gesamterzeugung von rund
90 Millionen Kilowattstunden Strom
aus Erneuerbaren Energien. Das kann
sich sehen lassen. „Natürlich muss alles, was mit Erneuerbaren zu tun hat,
auch betriebswirtschaftlich sinnvoll
STADTWERKE IN DER ENERGIEWENDE
23
Auch wenn jeder seine eigene Lösung verfolgt, ist die Kooperation das
Maß der Dinge – und führt mitunter
sogar zu neuen Unternehmen. So
gründeten die Stadtwerke Tübingen
und die Stadt Horb 2009 die Energie
Horb am Neckar GmbH. Diese hat inzwischen ein Wasserkraftwerk in Horb
und einen Solarpark im Horber Teilort
Das Flusswasserkraftwerk in Horb ist ein Gemeinschaftsprojekt der
“Energie Horb am Neckar GmbH“ und der Stadtwerke Tübingen.
Nordstetten aufgebaut und in Betrieb
genommen. Damit können rund 4000
Vier-Personen-Haushalte
umweltfreundlich mit Strom versorgt werden.
„Wir haben die Erfahrung gemacht,
dass man besser fährt, wenn man Projekte gemeinsam macht. Das hat mit
Risikostreuung zu tun, aber auch mit
Verteilung von Stärken“, sagt Kötzle.
Die Stadt Horb und ihre Energiegesellschaft wollen bis 2050 eine klimaneutrale Kommune sein. Das Flusskraft-
werk und den Solarpark sieht man als
erste Wegweiser dorthin.
Eckhardt Huber, Leiter der Stadtwerke und Geschäftsführer der Energie Horb: „Ob wir dabei eine energieautarke Kommune werden, hängt aber
von vielen Faktoren ab.“ Huber nennt
diese Faktoren nicht. Man ahnt sie
dennoch: Die politischen Rahmenbedingungen sprich Finanzierungen und
Kapazitätsregelungen müssen ebenso
stimmen wie die Unterstützung der
Bild: Stadtwerke Mössingen
Nicht das allein macht deutlich:
Energiewende ist nicht nur ein Umweltprojekt, sondern eine wirtschaftliche Herausforderung. Vor allem, wenn
noch rechtlich unklare Rahmenbedingungen wie EEG und Emissionshandel
hinzukommen: Braunkohle ist zurzeit
zu günstig, weil die Kraftwerke schon
abgeschrieben sind, und Gaskraftwerke rechnen sich im Vergleich noch
nicht. Es geht um elektrische Arbeit,
also Kilowattstunden, aber auch um
gesicherte Leistung. Und die kostet
Geld. Gerade kleine Kommunen und
Stadtwerke agieren deshalb häufig zurückhaltend oder im Verbund mit anderen Stadtwerken, Privatunternehmen und Genossenschaften. Spektakuläre Einzelfälle, dass kleine Gemeinden in technische Innovationen investieren und ihren Energiehaushalt
komplett autark produzieren wie Feldheim in Brandenburg oder Rainau auf
der Alb, sind in der Region nicht anzutreffen. Dafür setzt man stark auf
Kraft-Wärme-Kopplung:
BHKWs,
Fernwärme, Biomasse. „Wir leisten
gerne unseren Beitrag zur Energiewende, sofern es uns finanziell möglich ist“, sagt Gerhard Nill, Betriebsleiter der Stadtwerke Mössingen. Mit
acht BHKWs deckt Mössingen immerhin zehn Prozent des Strom- und Wärmebedarfs in Eigenproduktion. Eines
der Heizkraftwerke wird von Anfang
an mit Deponiegas betrieben. Außerdem unterhält man 16 Photovoltaikanlagen und ist an einer Bürgersolaranlage mit insgesamt 30 Gesellschaftern beteiligt.
Luftbild: Grohe
sein. Vom Drauflegen kann keiner leben. Wichtig ist, dass wir uns nicht auf
eine Technologie fokussieren“, sagt
Stadtwerke-Chef Achim Kötzle. Bis
zum Jahr 2020 wollen die Stadtwerke
50 Prozent ihres Stromabsatzes durch
ökologische Stromerzeugung decken
und investieren dafür insgesamt 50
Millionen Euro.
Das Blockheizkraftwerk der Stadtwerke Mössingen beim Freibad.
November 2014 | KLIMA VORORT
STADTWERKE IN DER ENERGIEWENDE
Die Stadtwerke Tübingen beteiligen
sich an Windkraftparks, wie beispielsweise
hier im rheinland-pfälzischen Rhein-Hunsrück-Kreis.
Wirtschaft und der Bürger vor Ort.
Daran arbeiten auch die Stadtwerke
Rottenburg. Derzeit bauen diese fleißig ihr Nahwärmenetz auf. Man wirbt
dabei mit Umsicht und Erfahrung: Die
Stadtwerke sorgen für die Installation
und einen störungsfreien und effizienten Betrieb der Anlage. Für den Kunden erübrigen sich zudem Kauf und
Lagerung des Brennstoffs. Im Stadtteil
Kiebingen wurde für die Schule und
eine Mehrzweckhalle ein Nahwärme-
netz aufgebaut. Die Wärme wird erzeugt durch einen Erdgaskessel sowie
von einem BHKW, das zu 100 Prozent
mit Biomethan betrieben wird. Um
die Investition in ein effizientes und
ressourcenschonendes Nahwärmesystem für den ganzen Ort zu prüfen,
wurde eine Umfrage gestartet. Das Interesse der Bürger ist vorhanden. Derzeit erfolgt gemeinsam mit einem Ingenieurbüro die Detailprüfung für den
wirtschaftlichen Betrieb eines Nahwärmenetzes. Zudem prüfen die Rottenburger in Zusammenarbeit mit
dem Steinbeis Forschungsinstitut, ob
es wirtschaftlich sinnvoll ist, das Nahwärmekonzept zusätzlich mit Solarthermie zu kombinieren. Im kommenden Jahr entscheidet sich dann, ob
und in welchem Umfang das Nahwärmenetz umgesetzt wird.
„Die Stadtwerke sind zu hundert
Prozent kommunal und haben andere
Anforderungen an die Wirtschaftlichkeit als ein Konzern. Unser Vorteil ist,
Die Stellventile des Wärmeverteilers in der Heizanlage des
Schulzentrums Kiebingen, das an das
Nahwärmenetz der Rottenburger
Stadtwerke angeschlossen ist.
KLIMA VORORT | November 2014
dass wir nah dran sind an den Menschen vor Ort“, ergänzt Ortwin Wiebecke, Sprecher der Geschäftsführung
der Tübinger Stadtwerke. Die Energiewende macht Wiebecke an drei Baustellen fest: Ausbau der Erneuerbaren,
Energieeffizienz sowie die Speicherung von Überkapazitäten und die
Synchronisierung von Erzeugung und
Verbrauch. „Gerade Stadtwerke mit
ihrer dezentralen Infrastruktur haben
dafür die besten Voraussetzungen.“
Bild: Stadtwerke Rottenburg
Bild: swt
24
25
Heizkörper voll
aufdrehen ist unnötig
Die richtige Raumtemperatur ist nicht
nur für das Wohlbefinden wichtig,
sondern kann auch Energie sparen.
Denn mit jedem zusätzlichen Grad erhöhen sich die Heizkosten um etwa
sechs Prozent. In den meisten Räumen muss der Thermostat nie höher
als Heizstufe 3, das entspricht 20 Grad
Celsius, eingestellt werden. Um die
Wohnung an kalten Tagen schneller
warm zu bekommen nützt es nichts,
den Thermostat an der Heizung voll
aufzudrehen. Das hat nur bei alten
Ein-Aus-Ventilen einen Effekt. Da sich
mit derartigen Ventilen die Raumtemperatur nur sehr schlecht regeln lässt,
ist es ratsam, sie von einer Fachfirma
gegen moderne Thermostaten austauschen zu lassen.
Quelle: BUND
26
EXPERTENRAT
Helles Züngeln ohne
Fauchen
Holzöfen gelten als umweltfreundlich. Gleichzeitig ist immer zu hören, dass sie
gesundheitsschädlichen Feinstaub in die Luft blasen. Wie passt das zusammen?
____
Interview: Birgit Pflock-Rutten
G
anz ohne Emissionen geht
es bei der Verbrennung
von Holz nicht. Werden
aber ein paar einfache Regeln beachtet, lassen sich Holzöfen
emissionsarm und CO2–neutral betreiben. Was es dabei besonders zu beachten gilt, erläutert Professor Thorsten Beimgraben, Spezialist für Biomassenproduktion und Logistik an
der Hochschule für Forstwirtschaft
Rottenburg.
Herr Beimgraben, was sind die typischen Fehler, die beim Heizen mit
Holz zu erhöhten Feinstaubemissionen führen?
Thorsten Beimgraben: Bereits beim
Anzünden des Holzes kann man viel
falsch machen. In dieser Phase können die meisten schädlichen Gase entstehen. Wurde das Holz früher von un-
Von oben nach unten:
Der Brennholzstapel wird mit einem
Anzündmodul, bestehend aus
kleineren Holzscheiten und einer
ökologischen Anzündhilfe, von oben
nach unten abgebrannt. So entsteht
beim Anfeuern nur sehr wenig Rauch.
Grafik: © AWEL
KLIMA VORORT | November 2014
ten angezündet – meist mit zerknülltem Zeitungspapier, gilt heute: von
oben nach unten. Also zuerst grobes
Holz aufschichten und darüber das
Anfeuermodul errichten. Dieses besteht aus übereinandergestapelten relativ grob gespaltenen Holzstücken
und einer ökologischen Anzündhilfe,
zum Beispiel aus Holzfaser mit Rapsöl.
So kann sich das Feuer ohne Rauch
und Ruß ausbreiten. Wenn der Ofen
dann noch mit einheimischen nachwachsenden Brennstoffen befüllt
wird, heizt man mit nahezu ausgeglichenem CO2-Haushalt.
Welche Brennstoffe sind geeignet?
In den Ofen kommt ausschließlich
naturbelassenes Holz! Ungeeignet
sind Altholz, Baustellenholz, Holzpaletten oder Kisten. Bei behandeltem
Holz weiß man nie, welcher Sondermüll mitverbrannt wird. Auch Zeitschriften, Karton oder Verpackungsmaterial sind tabu. Falsche Brennstoffe belasten nicht nur die Umwelt, sie
schaden auch der Anlage. Der Ofen
verschmutzt schneller, außerdem wird
der Wärmetauscher belegt und kann
die Wärme nicht in die Raumluft übertragen. Je nachdem, was im Ofen landet, kann es zu chemischen Reaktionen kommen und auch zu Korrosionsschäden führen. Daher: nur naturbelassenes Holz verbrennen!
Die Holzscheite sind gespalten – wo
werden sie am besten gelagert?
Ideal ist ein sonniger südlich ausgerichteter und regengeschützter Standort. Eine grundfeuchte Lage wie beispielsweise eine Talsenke sollte man
vermeiden, außerdem sollte das Holz
auf einer Unterlage von zirka zehn
Prof. Thorsten Beimgraben lehrt
und forscht an der Hochschule Rottenburg zum Thema Biomasseanbau und -nutzung.
Zusammen mit Hans-Peter Ebert
hat Prof. Thorsten Beimgraben das
Buch „Heizen mit Holz“ verfasst,
das bereits in 14. Auflage erschienen ist. Es gibt einen Überblick für
alle, die sich einen Holzofen, Kamin oder eine Holzzentralheizung
zulegen wollen. Holzgewinnung,
Holzkauf, Trocknung und Lagerung
werden darin ebenso beschrieben
wie die verschiedenen Holzofentypen, ihre Vor- und Nachteile.
Zentimeter Höhe gelagert werden, damit von der Seite und von unten Luft
ans Holz gelangt. Tendenziell ist auch
ein 25 Zentimeter langer Scheit schneller trocken als ein Meter langer. Bei
richtiger Lagerung ist das gespaltene
Brennholz innerhalb eines Sommers
bereit zum Verfeuern. Zwei bis drei Tage
vor Gebrauch sollte man das Holz in der
Nähe der Feuerungsanlage aufbewahren, das optimiert die Anzündphase.
Der Kamin ist trotzdem verrußt.
Woran kann das liegen?
Wenn das Holz zu feucht ist, raucht
und qualmt es – und es bilden sich Ruß
und Schadstoffe. Schlimmstenfalls
kann es sogar zum Kaminbrand kommen. Die ideale Holzfeuchte, die mit
speziellen
Holzfeuchtemessgeräten
festgestellt werden kann, liegt zwischen zwölf und 18 Prozent.
Auch ein Mangel an Verbrennungsluft
oder ein zu kleiner Wärmespeicher
kann dazu führen, dass das Holz unvollständig verbrennt und zu Ruß führt.
Das heißt, auch die Wahl des Ofens
spielt eine Rolle?
Ja. Der Ofen muss richtig dimensioniert sein, um effektiv zu heizen. Auch
ein schlecht konstruierter Ofen ohne
richtige Luftführung kann unter Umständen sehr ineffizient sein, weil die
im Brennholz enthaltene Energie sehr
unvollständig umgesetzt wird. Dann
gehen unter Umständen von drei Stück
Holz zwei energetisch ungenutzt durch
den Schornstein. Vor dem Kauf sollte
also geklärt werden, wie viel Wärmeleistung benötigt wird. Und man sollte
sich für ein Qualitätsprodukt entscheiden.
Kann man an der Flamme erkennen,
ob der Brennvorgang optimal ist?
Wenn sie hell und züngelnd ist und
nicht faucht, ist das ein gutes Zeichen.
Wie reguliert man die Wärme?
Dazu sollte man wissen, dass nicht
das Holz brennt, sondern das Holzgas,
27
Bild: © monropic/fotolia.com
EXPERTENRAT
Den Schadstoffausstoß
können Besitzer
eines Holzofens selbst
stark beeinflussen.
das bei der Spaltung der Moleküle entsteht und in Verbindung mit Sauerstoff
reagiert. 80 Prozent des Bedarfs an Verbrennungsluft ist Primärluft, das heißt
für die Holzgasbildung notwendig, 20
Prozent ist Sekundärluft, die für die vollständige Nutzung des Holzgases benötigt wird. Das Holzfeuer braucht also
zweimal Luft.
Ein Unterbrechen der Luftzufuhr verschlechtert den Wirkungsgrad erheblich: das Holzgas kann nicht mehr vollständig ausbrennen. Und wenn zuviel
Luft zugeführt wird, muss diese auch erwärmt werden – heiße Luft geht ungenutzt durch den Schornstein. Daher ist
es nicht sinnvoll, die Wärme über die
Luftklappen zu regulieren. Besser ist es,
Holz nach Bedarf nachzulegen.
Wohin mit der Asche?
Wird der Ofen richtig betrieben, fällt
nur sehr wenig Asche an. Und die kann
– sofern sie hell und wirklich rückstandsfrei ist – ins Blumenbeet oder
über den Restmüll entsorgt werden.
KLIMASCHUTZ
Bild: KfW / Thomas Klewar
28
Wer richtig heizt, kann vermeiden, dass der Ofen zum
Himmel stinkt.
Neue Anforderungen an alte Öfen
Alte Holzöfen und -heizkessel verursachen einen erheblichen Ausstoß an Feinstaub und
zahlreichen anderen gesundheitsgefährdenden Schadstoffen. Deshalb gelten ab
1. Januar 2015 neue Grenzwerte für die Staub- und Kohlenmonoxidemissionen von alten
Holzheizkesseln und -öfen.
A
lte Holzöfen und -kamine verschlechtern die Luftqualität,
insbesondere in der direkten
Nachbarschaft ihrer Standorte. Die
Emissionen aus diesen Anlagen tragen
vor allem in den Wintermonaten zu
hohen Feinstaubkonzentrationen in
der Umgebungsluft bei. Diese sind gesundheitsschädlich und können zu
Atemwegserkrankungen führen beziehungsweise das Herzinfarktrisiko erhöhen.
Für mit festen Brennstoffen, wie
beispielsweise
Holz,
betriebene
Heizkessel, die vor dem 1. Januar
1995 errichtet wurden, müssen ab Januar 2015 die Emissionsgrenzwerte
der Stufe 1 der 1. Bundesimmissionsschutz-Verordnung eingehalten werden. Dabei handelt es sich meist um
Anlagen, die ein ganzes Haus oder
eine Wohnung mit Heizwärme versorgen. Außerdem müssen Öfen und
Kamine, die zur Beheizung von Ein-
KLIMA VORORT | November 2014
zelräumen dienen und vor dem 1. Januar 1975 errichtet wurden, ebenfalls ab dem Januar 2015 anspruchsvolle Emissionsgrenzwerte einhalten. Die Feststellung zur Einhaltung
der Emissionsgrenzwerte für Heizkessel und Einzelraumfeuerungsanlagen erfolgt über das Schornsteinfegerhandwerk.
Für Öfen, die zwischen dem 1. Januar 1975 und dem 21. März 2010 errichtet wurden, sowie für Heizkessel,
die zwischen dem 1. Januar 1995 und
dem 21. März 2010 errichtet wurden,
laufen die Übergangsfristen je nach
Baujahr zwischen 2017 und 2025 aus.
Öfen und Kessel, die ab dem 22.
März 2010 eingebaut wurden, darf
man unbegrenzt weiterbetreiben.
Um die Übergangsregelung sozialverträglich zu gestalten, gibt es in
der 1. BImSchV mehrere Ausnahmen: Öfen und Kamine, die die einzige Heizmöglichkeit einer Wohnein-
heit darstellen, sind von der Nachrüstverpflichtung ebenso ausgenommen wie historische Öfen, Herde,
Badeöfen, offene Kamine und handwerklich vor Ort gesetzte Grundöfen.
Auch für neue Heizkessel und
Öfen treten ab 2015 veränderte Anforderungen in Kraft: Wer ab 1. Januar 2015 ein neues Gerät kauft, muss
die Emissionsgrenzwerte der Stufe 2
der 1. BImschV beachten.
Um festzustellen, ob die neuen
Grenzwerte eingehalten werden, ist
bei Kesseln ebenfalls eine Messung
durch das Schornsteinfegerhandwerk erforderlich. Diese muss spätestens vier Wochen nach der Inbetriebnahme, danach alle zwei Jahre
durchgeführt werden. Bei Einzelraumfeuerungsanlagen ist eine Bescheinigung des Herstellers über die
Einhaltung der geforderten Emissionswerte auf dem Prüfstand ausreichend.
Quelle: Umweltbundesamt
KLIMASCHUTZ
Intelligent gepumpt
Alte Heizungspumpen verbrauchen so viel wie Fernseher und Waschmaschine zusammen.
D
urch den Einbau einer modernen
Heizungspumpe
kann ein Hauseigentümer
jährlich rund 120 Euro Stromkosten
sparen. Darauf weist die vom Bundesumweltministerium geförderte Kampagne „Klima sucht Schutz“ hin. 80
Prozent der Heizungspumpen in
Deutschland seien überaltert, ineffizient und dadurch wahre Stromfresser.
Die Pumpen-Oldtimer verbrauchten
mehr Strom als Fernseher und Waschmaschine zusammen.
Während alte Modelle 500 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr verbrauchen
und die Stromrechnung um 140 Euro
nach oben treiben, begnügen sich
Hocheffizienzpumpen mit sparsamen
75 kWh und 20 Euro pro Jahr. Diese
modernen Pumpen passen sich dem
tatsächlichen Bedarf an, sind elektronisch geregelt und verfügen über einen optimierten Motor.
Wenn die alte Pumpe kaputt ist,
muss sie ohnehin zwingend durch eine Hocheffizienzpumpe ersetzt werden. Das regelt eine EU-Richtlinie, die
seit 2013 gilt und die Anforderungen
an die Energieeffizienz von Heizungspumpen festlegt. Als Orientierungs-
größe für den Stromverbrauch der
Pumpe gilt seither der so genannte
Energie-Effizienz-Index (EEI). Dieser
Wert ist auf der Verpackung, dem Typenschild und in der technischen Beschreibung der Pumpe vermerkt. Der
EEI darf maximal 0,27 betragen.
Aber auch der Austausch einer funktionierenden Alt-Pumpe rechnet sich.
Je nach Größe des Hauses macht sich
der Austausch bereits nach drei bis
fünf Jahren durch die eingesparten
Stromkosten bezahlt.
INFO
www.meine-sparpumpe-bw.de
www.klima-sucht-schutz.de
November 2014 | KLIMA VORORT
29
AUS DER ENERGIEWELT
Solarmodule mit
Ökostrom produzieren
Der Staudamm des
ITAIPU-Wasserkraftwerks
mit der weltweit größten
Jahresenergieproduktion.
Studie aus dem Südwesten für brasilianische Solarfabrik gestartet
D
er brasilianische Bundesstaat
Paraná soll eine eigene Photovoltaik-Produktion mit einer Gesamtleistung von 680 Megawatt
peak bekommen. Der Plan umfasst die
gesamte Wertschöpfungskette von der
Siliziumherstellung bis hin zur Produktion von Solarmodulen. Das Vorhaben
hat einen ganz besonderen Charme:
Die Solarfabrik soll neben dem Wasser-
kraftwerk mit der weltweit größten Jahresenergieproduktion gebaut werden.
Das Kraftwerk des Energieversorgers
ITAIPU Binacional liegt an der Grenze
zwischen Paraguay und Brasilien und
könnte mit einem winzigen Teil des
dort gewonnenen Grünstroms die Solarmodule völlig CO2-neutral produzieren.
Eine Studie aus Deutschland wird
jetzt detailliert klären, ob das SolarGroßprojekt mit dem Namen „Green
Silicon“ in Südamerika auch technisch
und wirtschaftlich zu stemmen ist. An
der Erstellung der Studie beteiligen
sich die südwestdeutsche Branchenvereinigung Solar Cluster und drei
Forschungsinstitute aus Baden-Württemberg. Im zweiten Quartal 2015 soll
das Ergebnis vorliegen.
Gesprüht oder gedruckt?
Entwicklungen im Bereich der Solarzellenforschung
D
ie Firma Lucelo Technologies aus Texas hat Solarzellen erfunden, die sich wie
Farbe auf nahezu jedem Material auftragen lassen. Die Entwickler verzichten bei der Verarbeitung auf hohe
Temperaturen und setzen Vakuumtechnologie ein. So ist es möglich, die
kleinen Solarzellen in einer Suspension wie Farbe auf die unterschiedlichsten Materialien – von Papier bis
Plastik – aufzutragen. Die entwickel-
KLIMA VORORT | November 2014
ten Zellen können zwar keinen großflächigen Energiebedarf decken. Aber
es ist denkbar, die kleinen Energiequellen unterwegs zum Laden von
Smartphones, Tablets oder ähnlichen
Geräten zu benutzen.
Forscher der australischen Universitäten in Melbourne und Monash haben mit ihrem gemeinsamen „Victorian Organic Solar Cell Consortium“ eine neue Technologie angekündigt, die
die Solarbranche weiter voran bringen
könnte. Dabei handelt es sich um eine
3D-Druck Technologie, die es ermöglicht, innerhalb weniger Sekunden flexible Solarzellen drucken zu können.
Allerdings liegt der Wirkungsgrad dieser Solarzellen derzeit bei gerade einmal zehn Prozent und damit deutlich
hinter denen auf dem Markt verfügbaren leistungsfähigsten Solarzellen. Die
Entwickler arbeiten daran und gehen
von einer baldigen Markteinführung
des 3D-Solarzellendrucks aus.
Bild: ©jantima/Fotolia
30
AUS DER ENERGIEWELT
Dämmstoff aus
dem Meer
NeptuTherm für den Bundespreis
Ecodesign nominiert
W
Bilder: NeptuTherm
ie sich Produkte auf die Umwelt und unsere
Alltagskultur auswirken, wird maßgeblich
durch das Design bestimmt. Um Innovationen auf diesem Gebiet zu fördern, haben Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt 2012 den Bundespreis Ecodesign ins Leben gerufen. Der Preis zeichnet innovative Produkte, Dienstleistungen und Konzepte aus,
die sich durch eine herausragende ökologische
Qualität, einen innovativen Ansatz und durch eine
hohe Designqualität auszeichnen. Für den Ecodesign-Preis 2014 wurden 29
Produkte nominiert. Zu
den Nominierten gehört
auch ein Dämmstoff aus
Seegraskugeln. Die Firma
NeptuTherm aus Karlsruhe stellt daraus einen Einblasdämmstoff mit bauDie Kugeln aus Neptungras sind an
aufsichtlicher Zulassung
vielen Mittelmeerstränden zu finden.
her.
Neptutherm eignet sich zur Dämmung
Die als Neptunbälle bevon Neu- und Altbauten. Das Material
kannten Kugeln findet
kann gestopft, geschüttet und
man im Winter und im
eingeblasen werden.
Frühjahr an vielen Mittelmeerstränden. Sie bestehen aus den abgestorbenen Fasern des Seegrases
Posidonia oceanica, die
sich hervorragend zur
Dämmung von Alt- und
Neubauten eignen. Der
Dämmwert beträgt sehr
gute 0,0388 W/mK bei einer Dichte von 65 bis 75
kg/m3.
Das Einzigartige bei diesem Dämmstoff aus dem
Meer ist, dass die gesetzlichen Anforderungen an den
Brand- und Schimmelschutz ohne jegliche Zusätze erreicht werden. Das ECO-Institut in Köln hat in aufwendigen Untersuchungen nachgewiesen, dass NeptuTherm
völlig frei ist von gesundheitlich bedenklichen Emissionen und Inhaltsstoffen. Auch die Entsorgung bei einem
späteren Abbruch ist komplett unproblematisch: Die
Neptunfasern können einfach zur Auflockerung des Bodens unter die Gartenerde geharkt werden.
Holzmehl- und
Spänevertrieb
Johannesstraße 15
72138 Kirchentellinsfurt
Tel. 07121.907072
Fax 07121.907074
November 2014 | KLIMA VORORT
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32
AUS DER ENERGIEWELT
„Aus zwei Perspektiven“
Sabrina Gauß, Studentin an der Hochschule für
Forstwirtschaft in Rottenburg, berichtet über ihr Praktikum
bei der Agentur für Klimaschutz in Tübingen.
S
Im Rahmen ihres Bioenergie-Studiums absolviert
Sabrina Gauß derzeit ihr Praktikum in der Agentur
für Klimaschutz in Tübingen.
Impressum
KLIMA VOR ORT, Jahrgang 5
Herausgebergemeinschaft
Verlag Schwäbisches
Tagblatt GmbH
Uhlandstraße 2, 72072 Tübingen
www.tagblatt.de
Telefon 0 70 71 / 9 34 - 1 02
Agentur für Klimaschutz
Kreis Tübingen gGmbH
Wilhelm-Keil-Straße 50,
72070 Tübingen
www.agentur-fuer-klimaschutz.de
Telefon 0 70 71 / 2 07 - 54 02
Energieagentur in Horb
Neckarstraße 13,
72160 Horb am Neckar
www.energieagentur-in-horb.de
Telefon 0 74 51/5 52 99 79
Redaktion
Birgit Pflock-Rutten
Weitere Autoren:
Frank Rumpel
Alexander Wiemer
Stefan Niesner
Titelgestaltung
Oliver Frate
Bilder: ©Kudryashka/istockphoto.com
©macrovector/istockphoto.com
Anzeigen und Mediadaten
[email protected]
Telefon 0 70 71 / 9 34 - 1 86
Uhlandstraße 2, 72072 Tübingen
Anzeigenleitung
Wolfgang Dieter
KLIMA VORORT | November 2014
chon in der Schule habe ich
mich sehr für Biologie und
für den Schutz der Umwelt
und des Klimas interessiert.
Außerdem macht es mir Freude, mehr
über technische Abläufe zu erfahren
und Zusammenhänge zu verstehen.
Das BioEnergie- Studium an der
Hochschule in Rottenburg ist für
mich die perfekte Vereinigung dieser
beiden Themenbereiche. Vom Anbau
energetischer Nutzpflanzen über
Thermodynamik bis zur Anlagenplanung ist alles dabei und auch in die
anderen erneuerbaren Energien kann
man durch Wahlpflichtfächer einen
Einblick bekommen.
Das fünfte Semester, in dem ich
mich jetzt befinde, ist mein Praxissemester, welches ich bei der Agentur
für Klimaschutz im Kreis Tübingen
absolviere. Die Agentur bietet allen
Bürgern im Landkreis eine neutrale
Erstberatung zu Energieeinsparungen
und erneuerbaren Energien an. Das
Netzwerk aus zirka 40 Energieberaterinnen und Energieberatern hilft unter anderem bei Sanierungsfragen
oder auch dabei, ein energetisch
sinnvolles Haus zu bauen. Immer
mehr Menschen wird klar, dass sie
durch gezielte effektive Maßnahmen
ihre Heiz- oder Stromkosten senken
können. Auch bei den Kommunen
selbst gibt es ein großes Energieeinsparpotenzial. Deshalb haben wir ein
Angebot für den Aufbau eines kommunalen Energiemanagements für
Städte und Gemeinden entwickelt.
Eine weitere meiner Aufgaben ist
es, bei dem Stand-by Projekt, das in
mehreren Schulen im Landkreis stattfindet, mitzuwirken. Bei diesem Projekt gehen wir in Klassen und versuchen, die Schüler für einen verantwortungsvollen Umgang mit Energie
zu sensibilisieren und ihnen die Auswirkungen des Klimawandels aufzuzeigen. Ich bin also an die Schulen
herangetreten und wir werden dann
den verschiedenen Klassenstufen bei-
spielsweise den Treibhauseffekt erklären und mit ihnen den Stromverbrauch verschiedener Geräte messen,
um ihnen ein Gefühl dafür zu geben
wie viel Strom verbraucht wird.
Einmal in der Woche bin ich außerdem im Ingenieurbüro Patavo in Pliezhausen. Der Kontakt kam über Geschäftsführer Thomas Röger zustande,
der in unserem Energieberaternetzwerk ist und Energieeffizienz-Analysen
für Unternehmen durchführt. Patavo
hat sich auf alle Themen aus den Bereichen Energie- und Ressourceneffizienz
sowie Energiemanagement in Unternehmen und Gewerbe spezialisiert
und verfolgt dabei einen ganzheitlichen Ansatz: Neben den Querschnittstechnologien wie Heizung, Lüftung
und Klimatisierung, Beleuchtung,
Druckluft, Dampf oder Kälte wird auch
die Anlagen- und Prozesstechnik genau untersucht. Bei Bedarf wird zusätzlich das Gebäude erfasst und die
Planung und Umsetzung von energetischen Sanierungsvorhaben begleitet.
Ziel ist es, Einsparpotenziale im Unternehmen zu erfassen und daraus geeignete Verbesserungsmaßnahmen abzuleiten. Auf dieser Basis entwickelt Patavo ein individuelles, zukunftsfähiges
Energiekonzept.
Man könnte also sagen, dass ich in
meinem Praxissemester zwei Perspektiven einnehme. In der Agentur bekomme ich einen Überblick über die
verschiedenen Möglichkeiten, die es
gibt, um den Klimaschutz voran zu
treiben und die Menschen dazu zu bewegen, etwas für das Klima zu tun. Bei
Patavo bekomme ich einen eher praktischen Einblick in die Beratung von
Unternehmen und in die Datenanalyse. Diese Mischung finde ich sehr gut,
da ich mir so ein Bild der verschiedenen Ebenen machen kann.
Durch das Praktikum habe ich wieder einmal festgestellt, dass dieses Thema mich sehr interessiert und dass ich
mir auf jeden Fall vorstellen kann, in
diesem Bereich zu arbeiten.
33
AUS DER ENERGIEWELT
Die Brennstoffzelle für
zu Hause
Sie wandelt chemische direkt in elektrische Energie um.
Doch der Marktdurchbruch der Brennstoffzelle blieb bisher
aus. Zu komplex waren die Systeme. Fraunhofer und
Vaillant haben ein einfaches Gerät für den Hausgebrauch
entwickelt.
M
schlossen ist, wandelt ein Reformer
das Erdgas zunächst in ein wasserstoffreiches Gas um. Dieses reagiert
dann im Stack mit dem Sauerstoff der
Luft in einer geräuschlosen »kalten
Verbrennung«. Dabei entstehen Strom
und Wärme.
Die Geräte sind ähnlich kompakt
wie klassische Gasheizgeräte, die nur
Wärme erzeugen. Mit einer Leistung
von einem Kilowatt decken sie den
mittleren Stromverbrauch eines VierPersonen-Haushalts ab. Parallel zum
Praxistest arbeiten die beiden Partner
bereits an neuen Modellen, bei denen
es vor allem darum geht, die Kosten
bei der Herstellung weiter zu drücken
und die Lebensdauer der Anlage zu erhöhen.
Quelle: Fraunhofer IKTS
Bild: © Fraunhofer IKTS
an spricht immer von einem Brennstoffzellensystem“, sagt Dr. Matthias
Jahn vom Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme
IKTS in Dresden. „Eine einzelne Zelle
erzeugt nicht genug Spannung, um eine ausreichende elektrische Leistung
zu erreichen. In einem Brennstoffzellenstapel sind mehrere Zellen hintereinander geschaltet. Jede davon hat
etwa die Größe einer CD. Wir nennen
die Stapel Stacks“, so Jahn.
Zusammen mit dem Heizungshersteller Vaillant hat das IKTS ein kompaktes, sicheres und robustes Brennstoffzellensystem für Privathaushalte
entwickelt. Wenn das Brennstoffzellen-Heizgerät an das Erdgasnetz ange-
Fertigung der Zellstapel am Fraunhofer-Institut für Keramische
Technologien und Systeme.
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SERVICE
Veranstaltungen
November 2014 bis April 2015
Agentur für Klimaschutz Kreis Tübingen gGmbH und Energieagentur in Horb gGmbH
NOVEMBER
Montag, 24. November 2014
19 Uhr
Informationsabend der
Energieagentur in Horb
„Dämmen: ja, aber richtig –
sinnvolle Maßnahmen für ein
gesundes Wohnklima“
Ort: Technisches Rathaus,
Marktplatz 64, Freudenstadt
Info: www.energieagenturin-horb.de
Ort: Bürgersaal im Rathaus,
Marktplatz 1+2, Dornstetten
Info: www.energieagenturin-horb.de
JANUAR
DEZEMBER
Donnerstag, 8. Januar 2015
18 bis 20 Uhr
Studium Generale:
Green Entrepreneurship im
Tourismus – Vortrag
Ort: Hochschule für Forstwirtschaft, Rottenburg am Neckar
Info: www.rottenburg.de
Mittwoch, 3. Dezember 2014
19 Uhr
Informationsabend der
Energieagentur in Horb
„Dämmen: ja, aber richtig –
sinnvolle Maßnahmen für ein
gesundes Wohnklima“
Samstag, 17. Januar 2015
BUND Kinder- und Familienprogramm: Winterwanderung durch die Natur
Ort: wird bei Anmeldung
bekannt gegeben
Info: www.rottenburg.de
ENERGIESPARFENSTER NACH MASS
Montag, 26. Januar 2015
19 Uhr
Informationsabend der
Energieagentur in Horb in
Kooperation mit der VHS
Freudenstadt
„Heizen mit Hackschnitzel und
Pellets“
Ort: VHS, Freudenstadt,
Landhausstraße 4
Info: www.vhs-kreisfds.de
Mittwoch, 28. Januar 2015
19 Uhr
Informationsabend der
Energieagentur in Horb
„Dämmen: ja, aber richtig –
sinnvolle Maßnahmen für ein
gesundes Wohnklima“
Ort: Multimediaraum der
Grundschule, Schulstraße 1,
Eutingen
Info: www.energieagenturin-horb.de
Montag, 2. März 2015
19 Uhr
Informationsabend der
Energieagentur in Horb
„Dämmen: ja, aber richtig –
sinnvolle Maßnahmen für ein
gesundes Wohnklima“
Ort: Rathaus (Bürgersaal),
Wörnersberg
Info: www.energieagentur-inhorb.de
Samstag, 21. März 2015
9 bis 11.30 Uhr
BUND Fahrradflohmarkt
Ort: Marktplatz, Rottenburg
am Neckar
Info: www.rottenburg.de
FEBRUAR
APRIL
Montag, 23. Februar 2015
19 Uhr
Informationsabend der
Energieagentur in Horb
„Dämmen: ja, aber richtig –
sinnvolle Maßnahmen für ein
gesundes Wohnklima“
Ort: Schulungsraum der Freiwilligen Feuerwehr, Öschwiesenweg 7, Empfingen
Info: www.energieagenturin-horb.de
Sonntag, 12. April 2015
13 bis 18 Uhr:
Tag der offenen Tür in der
Energieagentur in Horb
(im Rahmen von „Go Fit!
Horber Frühling“) mit
Informationsveranstaltung(en)
„Dämmen: ja, aber richtig –
sinnvolle Maßnahmen für ein
gesundes Wohnklima“
Ort: Energieagentur in Horb,
Neckarstraße 13, Horb
Info: www.energieagenturin-horb.de
Samstag, 28. Februar 2015
bis Sonntag, 8. März 2015
10 bis 18 Uhr
„fdf – für die Familie“ Messe
Ort: Festplatz in Tübingen
Info: www.ausstellungtuebingen.de
KLIMA VORORT | November 2014
MÄRZ
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- Agentur für Klimaschutz Kreis Tübingen