- NABU Bad Friedrichshall

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Zumeldung des NABU Baden-Württemberg zur PM 113/16 des NABU-Bundesverbands „Wieder
Amselsterben durch Usutu-Virus“ vom 23.9.2016
Erneuter Usutu-Ausbruch – NABU bittet um Mithilfe zum
Vogelschutz
Baden-Württembergs Vogelwelt bei bisherigen Ausbrüchen stark betroffen
Stuttgart – Angesichts eines neuen Ausbruchs des südafrikanischen Usutu-Virus, dem in den
vergangenen Jahren bereits zahlreiche Vögel zum Opfer gefallen sind, ruft der NABU zur Meldung
toter Vögel auf. „Mit Hilfe dieser Informationen gelingt es besser, die Ausbruchsregion einzugrenzen
und die komplexen Zusammenhänge zwischen Witterung, Stechmücken und Vögeln besser zu
verstehen“, sagt Vogelexperte Stefan Bosch vom NABU Baden-Württemberg. „Befallene Vögel wirken
offensichtlich krank, werden apathisch, flüchten nicht mehr und sterben meist innerhalb weniger
Tage.“ Gut ein Viertel der Vögel, die in Deutschland seit dem ersten Auftreten 2011 nachweislich
durch das Virus zu Tode gekommen sind, stammte aus Baden-Württemberg. „Insbesondere in den
wärmebegünstigten Regionen entlang der Rheinebene ist unser Bundesland ein von dieser Infektion
stark betroffenes Gebiet.“
Nach dem ersten massiven Ausbruch vor fünf Jahren gab es vor allem unter Amseln und Staren
immer wieder vereinzelte durch Usutu-Viren bedingte Todesfälle. Grund für den aktuellen Ausbruch
sind die heißen Wochen im August und Anfang September. Unter diesen fast tropischen
Temperaturen hatten die Viren und ihre Überträger, die Stechmücken, beste Bedingungen, um sich zu
vermehren. „Angesichts der klimatischen Verhältnisse der letzten Sommerwochen war zu erwarten,
dass sich Stechmücken wie Viren stark vermehren und nun wieder bei Stichen Viren auf Vögel
übertragen werden“, sagt Bosch. Wie Simulationen zeigen, werden Hitzesommer zukünftig immer
wieder zu Ausbrüchen des Usutu-Virus führen und die Vogelbestände vor allem bei der Amsel
mittelfristig negativ beeinflussen.
Seit Anfang September gehen beim NABU und bei den Forschungsinstituten vermehrt Meldungen von
kranken und verstorbenen Vögeln ein. Erste Untersuchungsergebnisse aus dem Saarland bestätigen
die Usutu-Infektionen. Vögel aus Baden-Württemberg werden derzeit im Bernhard-Nocht-Institut für
Tropenmedizin in Hamburg untersucht, Ergebnisse sind in den nächsten ein bis zwei Wochen zu
erwarten.
Beim ersten Ausbruch 2011 war das „Dreiländereck“ Baden-Württemberg, Saarland und RheinlandPfalz von einem Massensterben bei Amseln und anderen Vogelarten betroffen. Inzwischen hat sich
das Verbreitungsgebiet der Viren weiter Richtung Nordwesten nach Hessen und Nordrhein-Westfalen
ausgeweitet. Beim jüngsten Ausbruch sind auch Vögel in angrenzenden Ländern wie Frankreich,
Holland und Belgien betroffen. Obwohl Usutu in der Welt weit verbreitet ist, sind schwerwiegende
Infektionen beim Menschen nur in Einzelfällen bekannt geworden. „Von toten Vögeln geht nach
heutigem Wissensstand keine Gefahr aus, da die Erreger durch einen Insektenstich von Lebewesen
zu Lebewesen übertragen werden“, erläutert der NABU-Vogelexperte.
Hinweise zur Mithilfe:
Erkrankte oder verendete Vögel können über ein Online-Formular unter www.NABU.de/usutu-melden
gemeldet werden. Tote Tiere können zur Untersuchung an das Bernhard-Nocht-Institut für
Tropenmedizin (BNI) in Hamburg gesendet werden. Eine Anleitung zum Verschicken toter Tiere steht
online bereit unter www.NABU.de/usutu-melden.
Anke Beisswänger
Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, NABU Baden-Württemberg
Tübinger Straße 15, 70178 Stuttgart, Tel.: 0711.966 72-38, Fax: -33, Mobil: 0176.56 81 96 13
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