Integrale Prozesse am Bau - Balthasar Neumann Preis 2016

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Aktuell Kongress BUILDING IN PROGRESS – Integrale Prozesse am Bau
www.kongress-building-in-progress.de
Erstmalig hat eine Veranstaltung alle Entschei­
der, Praktiker und Fachleute der Projektent­
wicklung, des Planens, Bauens und Betreibens
zusammengebracht, um über die Anforde­
rungen der Planung über den gesamten Le­
benszyklus hinweg zu diskutieren:
Der Kongress BUILDING IN PROGRESS –
Integrale Prozesse am Bau am 24. und 25.
Juni 2014 in Würzburg.
Die Fachtitel DBZ – Deutsche BauZeitschrift, FACILITY MANAGEMENT und tab –
Das Fachmedium der TGA-Branche ­luden
­gemeinsam zu dieser Veranstaltung in die hi­
storische Kulisse der Würzburger Residenz.
An den zwei Kongresstagen wurden die
Möglichkeiten des integralen und prozess­
orientierten Planens, Bauens und Betreibens
im Sinne von Ökonomie, Technik und Nach­
haltigkeit thematisiert. Die Teilnehmer wur­
den in Fachvorträgen darüber informiert, wie
trotz zunehmender Komplexität und steigen­
der Anforderungen an die Gesamtperfor­
mance von Gebäuden die Ansprüche an die
energetische und gestalterische Qualität
ebenso erfüllt werden können, wie die an die
Wirtschaftlichkeit und Nutzungsqualität.
Während der Pausen gab es die Gelegenheit,
Kontakte zu knüpfen und sich mit den Referenten auszutauschen
Prof. Dr. M. Norbert Fisch, TU Braunschweig
„Ein guter Bauherr, der bis zum späteren ­
Betrieb eines Gebäudes bei der Stange bleibt,
ist die Grundvoraussetzung für ein innovatives
Projekt wie z. B. das EnergiePLUS Gebäude in
Frank­furt. Dazu benötigt man natürlich einen
Architekten, der auf Augen­höhe mit dem
In­gen­ieur ein Projekt entwickelt.“
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Foto: Bauverlag BV GmbH/Nicolai Stein, Manico TV
Prof. Dr. Dr. E.h. Dr. h.c. Werner Sobek
„Wenn wir von Integralen Prozessen sprechen,
dann wünsche ich mir als erstes, dass wir
in­nerhalb des Bauschaffens die Trennung von
Planung und Produktion überwinden. Denn
dort entstehen die größten Qualitätsverluste
und gleichzeitig die größten Probleme. Wenn
wir das geschafft haben – oder parallel dazu
– sollten wir die Planung restrukturieren, nicht
in eine sequentielle, sondern in eine integrale
Planung. Das heißt, alle Beteiligten müssen
aufgrund einer entsprechenden Kompetenz
und nicht durch die Qualifikation „Niedrige
Honorarangebote“ zusammengebracht
werden, um an diesem gemeinsamen Werk zu
arbeiten und das Beste herauszuholen.“
„Ein gemeinsames Planungsziel“
Natürlich zog sich durch alle Vorträge, dass
die Integrale Planung für einen ganzheit­
lichen Ansatz zur Planung von Gebäuden
steht. Die Erkenntnis ist nicht neu, aber, mit
der frühzeitigen Einbindung aller an der Pla­
nung beteiligten Fachdisziplinen schon in
der konzeptionellen Phase und deren gleich­
zeitige Mitwirkung und Abstimmung – so
wurde deutlich gemacht – verkürzt sich der
Planungs- und Entwicklungsprozess, verrin­
gert sich die Anzahl der Planänderungen und
lassen sich die Kosten deutlich reduzieren.
Dazu gehört, dass die Qualität in Planung
und Ausführung gesteigert werden kann.
Nicht nur einmal stellten die Referenten
Querverweise auf die Probleme der Groß­
projekte in Deutschland her, die aus ihrer
Sicht mit dem integralen Ansatz gar nicht
entstehen hätten können, oder zumindest
nicht in dem Ausmaß.
Prof. Dr. Werner Sobek stellte in seinem
Vortrag die Rolle Integraler Planung bei der
Optimierung von Bauprozessen heraus: „Alle
an der Planung Beteiligten müssen von An­
fang an zusammenarbeiten, müssen die Denk­
weise und die Anforderungen der anderen
Disziplinen kennen und verstehen. Nur so
wird es möglich sein, unsere gebaute Umwelt
so zu gestalten, dass sie allen Anforderun­
gen der Nachhaltigkeit gerecht wird“. In dem
Sinne forderte er ein radikales Umdenken
im Baubereich und die Reduzierung des Res­
sourcen- und Energieverbrauchs sowie die
Entwicklung einer recyclinggerechten Architek­
tur. „Lassen sie uns dickköpfig sein und ge­
meinsam darüber nachdenken, was wir mit
dem, was wir tun eigentlich tun“, so Prof. So­
bek weiter.
„Es ist unstrittig, dass die Integrale Pla­
nung eine hohe Relevanz für die Nachhaltig­
keit von Gebäuden hat“, stellte Prof. Alexan­
der Rudolphi, Präsident der DGNB, in seinem
Vortrag heraus. Die mittlerweile 860 zertifi­
zierten Gebäude der DGNB zeigen eindrucks­
voll die Argumente für die Umsetzung inte­
graler Prozesse auf.
Planen, Bauen und Betreiben beinhalten
in der Abfolge logische Prozesse, die aber
schon in der Konzeptionsphase von unter­
schiedlichen Ansprüchen und Bedarfen der
Beteiligten geprägt sind. In der Regel zeigen
diese mehr Probleme denn Lösungen auf
und leiden vor allem unter mangelnder Kom­
munikation. Diese Barrieren sind nach Prof.
Dr. Wiesinger, Architekt, Projektentwickler
und Facility Manager, nur dadurch zu ­lösen,
dass systemübergreifende Einzeldis­ziplinen
prozessoptimiert integriert werden und mit
einem Controlling die nötige Prozessqualität
sichergestellt wird.
„BIM schafft einen deutlichen Mehrwert“
Auf einem Kongress zum Thema Integrales
Planen musste die Frage gestellt werden ob
BIM, Building Information Modeling, ein ge­
eigneter Weg ist um Bauprozesse transpa­
renter zu machen. Dr.-Ing. Gerd Maurer, Ge­
schäftsführer ATP architekten+ingenieure,
erläuterte in seinem Vortrag „Integrale
­Planung mit BIM“, dass ein digitales Gebäu­
demodell die Abläufe und die Zusammenar­
beit der Disziplinen unterstützen kann. Die
Kommunikation unter den Betei­ligten muss
dabei auf einem jederzeit konsistenten digi­
talen Gebäudemodell basieren. Der ange­
strebte Mehrwert für den Bauherrn und mög­
liche Effizienzgewinne setzen dabei eine
stringente Planungsorganisation vo­raus. Die
damit verbundenen Herausforderungen kön­
nen nur durch eine Planungskul­tur der Zu­
sammenarbeit auf Augenhöhe gemeistert
wer­den.
Know-How-Transfer zwischen Planer und
­Industrie
In dem Vortrag „Parametrische Fassadenpla­
nung – Neue Möglichkeiten mit Textilbeton“
referierten Prof. Andreas Fuchs, Hochschule
RheinMain in Wiesbaden und Architekt Max
Bögl, Firmengruppe Max Bögl, gemeinsam
über das derzeit im Bau befindliche städte­
bauliche Projekt „Neuer Markt“ in Neumarkt
von Bögl Gierer Architekten. Mit dem Projekt
wurde das Potential parametrischer Planung
aufgezeigt, die neben der Planung auch die
Produktion der textil­bewehrten Betonfertig­
teile für die Fassade optimiert. Ausgangs­
punkt für die Überlegungen dazu ist die An­
nahme, dass auf der einen Seite Architektur
zunehmend von der seriellen Produktion der
verwendeten Materialien und Bausysteme
geprägt ist. Andererseits werden individuali­
sierte Lösungen unter dem Begriff des „Mass
Customization“ verlangt.
Die Möglichkeiten der Tageslichtlenkung
unter Berücksichtigung integraler Planungs­
prozesse haben Andreas Danler vom Licht­
planungsbüro Christian Bartenbach, Inns­
bruck, mit Einführung von Patrick Coppée,
Leiter Vertrieb und Marketing Okalux, aufge­
zeigt. Die durchdachte Nutzung von Tages­
licht in Innenräumen bietet ein sehr großes
Potential an Energieeffizienz und Nachhaltig­
keit und wirkt sich auch auf die Architektur
und Raumqualität aus. Gerade für intelli­
gente Tageslichtlösungen bedarf es der Ein­
beziehung vieler Fachbereiche, die nicht im­
mer einfach zu koordinieren sind.
„Innovation durch Kooperation – Produkt- und Systemprozesse zwischen Planern und
Industrie“ hieß das spannende Thema, das
von Stephan Verkuijlen, Architekt und Partner
bei Foster + Partners, London/GB, mit Chri­
stian Krüger, Velux, vorgestellt wurde. Dabei
ging es um ein gemeinsames Entwicklungs­
projekt, in dem von der Idee bis zum fertigen
Produkt auf enge Teamarbeit gesetzt wurde.
Das Resultat ist das Velux Modulare Ober­
licht-System (VMS). Die Co-Kreation erfor­
derte ein hohes Maß an Offenheit sowie
­geteilter Leidenschaft bei allen Projektbetei­
ligten. Das Team aus Architekten und Pro­
duktentwicklern arbeitete sehr eng zusam­
men und erlebte, dass man gemeinsam
etwas völlig Neues schaffen kann.
Netzwerk-Lounges: Synergien genutzt
Besonders intensiv und ganz im Sinne des
Kongresstitels war der Austausch in den so­
genannten Netzwerk-Lounges. Die drei Vor­
träge unserer Kooperatiospartner Max Bögl,
Okalux und Velux wurden am Schluss des er­
sten Tages im kleinen Rahmen weitergeführt,
DBZ 8 | 2014 DBZ.de
die innovativen Ansätze vertieft und die An­
forderungen an Prozesse diskutiert.
Dr.-Ing. Gerd Maurer,
ATP architekten+ingenieure, München
„Was ist Integrale Planung – und was ist BIM?
Kann man eigentlich Integrale Planung noch
ohne BIM machen? Das ist die Frage schlecht­
hin. Wir praktizieren BIM schon bei über
2 200 Projekten. Es geht einfach darum Schnitt­
stellen zu vermeiden und aus den Schnitt­
stellen, die es gibt zwischen Verarbeitern, Ar­
chitekten, Ingenieren, Tragwerksplanern,
Haustechnikern, Nahtstellen zu bilden.“
Prof. Alexander Rudolphi, Präsident DGNB
„Nachhaltiges Planen unterstellt, dass man
sehr früh Ziele definiert, dass man Benchmarks
definiert, dass man Eigenschaften eines Gebäu­
des definiert und zwar möglichst vollständig.
Um hier auf die möglicherweise drohenden
Zielkonflikte der zahlreichen einzelnen Fachdis­
ziplinen rechtzeitig zu kommen, braucht man
das direkte Gespräch und am besten natürlich
eine transparente, gleichzeitige Planung.“
Alfred Schelenz,
Head of Achitecture, capricorn DEVELOPMENT
„Wir haben uns zum Ziel gesetzt, bei jedem
Gebäude, das wir entwickeln, einen Innova­
tionssprung zu schaffen. Das kann nur in
einem integralen Zusammenspiel aller Betei­
ligten von Beginn an gelingen“
Transparenz bei den Schnittstellen
Den Anfang des zweiten Kongresstages
machte Patrick Theis, Geschäftsführer bei
Drees & Sommer. Er plädierte in seinem Vor­
trag zum Thema „LCM – Lean Construction
Management“ für die Fortführung der Inte­
gralen Planung auf der Baustelle und die Ein­
beziehung sämtlicher Gewerke in den kom­
munikativen Prozess.
Alfred Schelenz, Head of Architecture Ca­
pricorn DEVELOPMENT, präsentierte sich als
Projektentwickler und Bauherr und formu­
lierte seine Ansprüche an das Entwickeln, Pla­
nen, Bauen, Vermieten und Betreiben. Capri­
corn ist bekanntermaßen der neue Eigner
des Nürburgrings und will dort eine ressour­
censchonende Quartiersgestaltung als Clu­
ster für Zukunft und Forschung errichten.
Für ihn und damit für Capricorn bilden
ökonomische, ökologische, ästhetische und
den Nutzerkomfort betreffende Aspekte den
Rahmen für den zwingend erforderlichen in­
tegralen Planungsprozess. Unter Berücksich­
tigung gesellschaftlicher Veränderungen und
technologischer Innovationen werden funkti­
onale Abläufe und integrale Bauteile optimiert
und führen dann zu den flexiblen Lösungen,
die im Lebenszyklus einen ressourcenscho­
nenden Betrieb gewährleisten.
Raumklimatechnik als integraler Bestand­
teil eines Entwurfprozesses war das Thema
von Prof. Dirk Müller, Leiter des Instituts für
Gebäude- und Raumklimatechnik, RWTH Aa­
chen und Mitglied der Geschäftsführung der
Trox GmbH. Prof. Müller stellte in seinem Vor­
trag die Bedürfnisse des Menschen als Maß­
stab für die Planung der Raumklimatechnik
in den Vordergrund. Für ihn führt eine inte­
grale Planung dabei zu guten technischen
und wirtschaftlichen Lösungen.
Als gutes Beispiel für ein optimales Zu­
sammenspiel von Planern und Industrie gilt
das schon vor gut 10 Jahren gebaute
„Capricorn-Haus“ von Gatermann+Schossig.
Seinerzeit haben die Architekten Elmar
Schossig und Alfred Schelenz zusammen mit
Dr. Winfried Heusler, Schüco, und Falk
Schiesser, Trox, gemeinsam die Fassade ge­
plant und realisiert. Schelenz und Dr. Heus­
ler, beide Teilnehmer auf unserem Kongress,
präsentierten noch mal eindrucksvoll die be­
sondere Qualität der Zusammenarbeit.
Zu den integralen Prozessen gehört ein
Bereich, der erst beginnt, wenn ein Projekt
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Aktuell Prof. Andreas Fuchs, HS RheinMain,
Leiter FATLAB, Universität Stuttgart
„Dieser Kongress belegt eine ganz neue und
spannende Schnittstelle in der Architektur. Ich
denke, dass – vielleicht ist das ein bisschen zu
hoch gesprochen – dies fast eine Revolution in
der Planung darstellt, weil es die Möglichkeit
abbildet, endlich die alte geträumte Theorie des
Zusammenbringens der unterschiedlichen Pla­
nungsgewerke an einen Tisch, an ein Thema, an
ein Modell, an ein Haus und an eine Planung
zu verwirklichen und in der Zukunft auch in der
Planungskultur durchzusetzen.“
Patrick Theis, Drees & Sommer Prozessberatung
„Integrale Planung bedeutet für uns – gerade
zwischen der Baustelle und der Planung – das
wir es hinbekommen, die Informationen, die
wir auf der Baustelle brauchen, dann da zu
haben, wenn wir sie brauchen. Das heißt „Justin-time“ nicht nur Material zu liefern, sondern
auch „Just-in-time“ Informationen zu liefern
und die Firmen in die Möglichkeit zu bringen,
die Prozesse sauber durchlaufen zu lassen.“
Stephan Verkuijlen, Foster + Partners, London/GB
„Integrales Bauen macht es möglich, dass Leu­
te zusammen etwas realisieren, was man vor­
her gar nicht für möglich gehalten hat. Das ist
die Kraft, die darin steckt.“
Premiumpartner
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erstellt ist, der aber die Lebenszykluskosten
erheblich beeinflusst: Das Facility Manage­
ment. Auch das muss von Anfang an in den
Prozess integriert werden.
Bernd Hanke, Bereichsleiter Technisches
Facility Management bei der Fraport AG, hat
die Betreiberverantwortung auf dem Frank­
furter Flughafen.
Das technische und infrastrukturelle Fa­
cility Management der Terminals, Büro- und
Verwaltungsgebäude, Parkhäuser und der
sonstigen Gebäude sind bei einem Großflug­
hafen wie Frankfurt die Hauptthemen,
um den reibungslosen, ununterbrochenen,
sicheren und darüber hinaus auch wirt­
schaftlichen Betrieb zu gewährleisten. Eine
besondere Herausforderung dabei ist, dass
sämtliche Veränderungen nur im laufenden
Betrieb umgesetzt werden können.
EnergiePlus-Gebäude werden zum Standard
Prof. Dr. M. Norbert Fisch steht als Ingenieur
beispielhaft für das integrale Zusammenspiel
mit Architekten. „So einer“ muss natürlich
sein Wissen und vor allem seine praktische
Erfahrung in das Kongressforum tragen. Er
berichtete gemeinsam mit Andreas Wiege,
Vorstand HHS Planer+Architekten AG
über„Best Practice Beispiele – Erste Energie­
PLUS Gebäude“.
Nach den positiven Erfahrungen mit der
Planung und dem Betrieb von Einfamilien­
häusern sind jetzt die ersten Mehrfamilien­
häuser im EnergiePLUS-Standard im Bau.
Hierzu wurden die architektonischen und
technischen Herausforderungen und Lösun­
gen zweier Mehrfamilienhäuser in Frankfurt
a. M. präsentiert und die Weiterentwicklung
des EnergiePLUS-Stan­dards für urbane Quar­tie­re am ersten AktivPlus-Gebäude aufge­
zeigt, das von dem Büro HHS, Prof. Hegger,
geplant und von Prof. Fisch energetisch be­
gleitet und darüber hinaus gemonitort wird.
Letzteres entsteht im Sinne des Aktiv­
Plus e.V., einer gemeinnützigen Initiative
von Planern und Wissenschaftlern (gegrün­
det u.a. von Prof. Hegger, Prof. Fisch, Prof.
Hauser, Prof. Hausladen uam.) mit dem Ziel,
einen zukunftsfähigen Standard für Ge­
bäude und Quartiere zu entwickeln und in
der Bau- und Immobilienwirtschaft zu eta­
Förderer
blieren. Der ganzheitliche Ansatz der Aktiv­
Plus-Gebäude berücksichtigt nicht nur den
Energieverbrauch eines Gebäudes, son­
dern auch die Bedürfnisse der Bewohner,
das heißt u.a. Nutzerkomfort, optimierter
und flexibler Raumbedarf, Wohngesundheit,
Wohlbefinden, Raumklima und Tageslicht.
Zum Abschluss des Kongresses stellte ­
Dr. Hans-Peter Ebert das Energy Ef­ficiency
Center (EEC) des ZAE ­Bayern in Würzburg
vor. Direkt im Anschluss an seinen Vortrag
bot sich Interessierten die Möglichkeit zur
Besichtigung.
Der Kongress BUILDING IN PROGRESS –
Integrale Prozesse am Bau war ein erstes
Netzwerktreffen der Branche und bot eine
Plattform für den direkten Austausch von Teil­
nehmern, Referenten und Kooperationspart­
nern. Daran werden wir weiter arbeiten und
die Veranstaltung für 2016 qualitativ und
quantitativ weiter ausbauen.
Der Dank an dieser Stelle gilt allen Koope­
rationspartnern, Referenten und Teilnehmern
an diesem Kongress, die es erst ermöglich­
ten, ein uneingeschränkt positives Resümee
zum Thema der „Integralen Planung und Pro­
zesse“ zu ziehen. Denn trotz zunehmender
Komplexität und steigender Anforderungen
an die Gesamtperformance von Gebäuden
sind die integralen Prozesse am Bau Garant
für das Gelingen zukunftsweisender Gebäu­
de auch im Sinne der Nachhaltigkeit.
Abschließender Höhepunkt der zweitägi­
gen Veranstaltung war der feierliche Festakt
der Verleihung des Balthasar-NeumannPreises 2014 – siehe nächste Seite.
Erstmals wurde der Balthasar-NeumannPreis für das Zusammen­spiel von Architek­
tur, Tragwerksplanung und Energiekonzept
ausgezeichnet. Der Preisträger wie auch die
Auszeichnungen zeigen eindrucksvoll, dass
mit dem integralen Planungs- und Prozes­
sansatz herausragende Projekte entstehen
können.
Der nächste Kongress BUILDING IN PRO­
GRESS findet wieder zeitgleich zur Verlei­
hung des Balthasar-Neumann-Preises 2016
in der Residenz in Würzburg statt. BF
Verbände
Balthasar-Neumann-Preis 2014 | Aktuell
Preisverleihung Balthasar-Neumann-Preis 2014
www.DBZ.de
Die Würzburger Residenz wurde von dem damals
jungen Architekten Balthasar Neumann errichtet
Prof. Eckhard Gerber hielt die Laudatio und
würdigte Preisträger und Auszeichnungen
das neue Landesarchiv, so Gerber, zu einer
unverwechselbaren Ikone mit kraftvoll skulp­
turaler Zeichenhaftigkeit. Mit dem Landesar­
chiv NRW sei ein hochgradig intelligentes
Gebäude entstanden, das in seinem integra­
tiven Zusammenwirken von Architektur, Trag­
werk und Energiekonzept in Verbindung mit
der Bauherrenschaft zu einem optimalen Er­
gebnis geführt habe und das den Intentionen
des Balthasar-Neumann-Preises 2014 in be­
ster Weise entspräche.
Der diesjährige Preisträger steht damit
auch stellvertretend dafür, wie eine sehr kom­
plexe Aufgabe hervorragend und intelligent
gemeinsam gelöst werden kann und wie mit
selbstverständlicher Würde moderne Archi­
tektur mit traditionellem Duktus verbunden
werden kann.
– Hans-Sachs-Haus, Gelsenkirchen: gmp Ar­
chitekten, Hamburg – Kempen Krause In­
genieure, Aachen – Winter, Beratende In­
genieure, Düsseldorf
– Lifecycle Tower LCT One, Dornbirn/AT:
­Architekten Hermann Kaufmann ZT,
Schwarzach/AT – EGS-plan Ingenieurge­
sellschaft, Stuttgart – merz kley partner ZT,
Dornbirn/AT
– Neues Gymnasium Bochum: HASCHER
JEHLE Planungsgesellschaft, Berlin –
­Ingenieurgesellschaft bsp, Düsseldorf –
Weischede, Herrmann und Partner, Bera­
tende Ingenieure, Stuttgart
– Kunstmuseum Ravensburg: LRO Lederer
Ragnarsdóttir Oei, Stuttgart – Vogt und
Feist Planungs- und Ingenieurbüro, Ra­
vensburg – Herz & Lang, Schongau
Die Jury entschied sich, neben dem Preisträ­
ger fünf weitere Wettbewerbsbeiträge mit ei­
ner Auszeichnung zu versehen:
– Baakenhafenbrücke, Hamburg: Happold
Ingenieurbüro, Berlin – Wilkinson Eyre Ar­
chitects, London/GB – HafenCity Hamburg
Mit insgesamt 64 Wettbewerbsbeiträgen aus
fünf Ländern konnte der Balthasar-NeumannPreis ein hervorragendes quantitatives Ergeb­
nis erzielen, das durch die hohe Qualität der
eingereichten Projekte eine intensive Ausein­
andersetzung der Jury mit jedem einzelnen
Beitrag abverlangte.
Nachdem der Balthasar-Neumann-Preis
aufgrund ungeklärter juristischer Fragen seit
2008 nicht mehr verliehen werden konnte,
war allen Beteiligten die Freude anzumerken,
dass der traditionsreiche Preis endlich wie­
derbelebt worden ist. Dementsprechend ver­
kündete BDB-Präsident Wagner in seiner
Rede stolz: „Wir sind wieder daheim, wir sind
wieder in Würzburg“. Unter dem kräftigen
Beifall aller Anwesenden, darunter der Würz­
burger Bürgermeister Dr. Adolf Bauer und
der Würzburger Stadtbaurat Prof. Christian
Baumgart (auch diesjähriges Jurymitglied),
die sich beide ebenfalls in Vorträgen an die
Gäste wandten, kündigte Wagner an, dass
der Preis künftig wieder alle zwei Jahre in
Würzburg verliehen werden wird.
Fotos (3): Bauverlag BV GmbH/Nicolai Stein, Manico TV
Am 25. Juni wurde zum 9. Mal, erstmals wie­
der seit 2008, der Balthasar-Neumann-Preis
verliehen. Der Europäische Preis für Architek­
ten- und Ingenieurleistungen wurde von der
DBZ Deutsche BauZeitschrift und dem BDB
Bund Deutscher Baumeister, Architekten und
Ingenieure gemeinsam ausgelobt. Was liegt
näher, als den Preis dort zu verleihen, wo der
Namensgeber des Preises sein Erstlingswerk
errichtete, in der Residenz zu Würzburg. Über
100 Teilnehmer kamen, um in würdigem
Rahmen an dem Festakt der Verleihung des
Balthasar-Neumann-Preises teilzunehmen.
Die mit 10 000 € dotierte Auszeichnung er­
hielten die Planer des Landesarchivs NRW in
Duisburg: O&O Baukunst Berlin (Architektur),
OSD GmbH & Co. KG (Tragwerksplanung)
und Arup GmbH (TGA/Energiekonzept). Sie
nahmen die Urkunden aus den Händen von
DBZ-Chefredakteur B
­ urkhard Fröhlich und
BDB-Präsident Hans Georg Wagner entgegen.
Das Besondere am Balthasar-NeumannPreis ist der integrale, partnerschaftliche Pla­
nungsansatz. Der Preis wird für Architektur,
Tragwerk und Energiekonzept gleichberech­
tigt verliehen. Dieses Auslobungskonzept fe­
stigt den hohen ganzheitlichen Anspruch an
Architektur und Ingenieurbaukunst, an das
Planen, Bauen und Betreiben und an die An­
sprüche der Baukultur.
Juryvorsitzender Prof. Eckhard Gerber wür­
digte in seiner Laudatio die Preisträger und
erläuterte die Beweggründe, die die Jury zu
ihrer Entscheidung veranlasst hatten. Die
Wiederverwertung eines alten Speicherge­
bäudes als neuem Archivspeicher und die
geniale Bauidee, mitten aus dem Volumen
dieser alten Baustruktur einen höheren Spei­
cherturm herauswachsen zu lassen, mache
Die Planer des Landesarchivs NRW, Duisburg, O & O Baukunst, Berlin, Köln, Wien – OSD office for structural design, Frankfurt am Main – Brian Cody TU Graz, Arup nahmen den Preis gemeinsam entgegen
DBZ 8 | 2014 DBZ.de
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