Wettbewerb Kindergarten Schukowitzgasse

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Kennzahl: 801612
WETTBEWERB
BHAK & BHAS, IBC- HETZENDORF
1120 WIEN
WETTBEWERB BHAK & BHAS, IBC- HETZENDORF, 1120 WIEN
PROJEKTBESCHREIBUNG
Kennzahl: 801612
A) Städtebauliche Aspekte
Das Projekt setzt zur Hetzendorfer Straße hin ein markantes Zeichen. Dies geschieht durch die Kombination
verschiedener von der Hetzendorfer Straße aus erlebbarer Elemente: die plötzliche Weitung der Straßenschlucht
durch die bereits vorhandene Grünflächen, die Betonung der Vertikalität durch die markante Haupttreppe und dem
dazugehörigen Luftraum beim Eingang, und letztlich dem Aufzeigen des heraus- und überragenden BWZs als oberer
Gebäudeabschluss.
Der Eingang befindet sich am südlichen Ende der Haupterschließungsachse (Mall), er befindet sich zwar direkt an der
Hetzendorfer Straße, übernimmt aber die bestehende Grünfläche als Vorplatz.
Die farblich akzentuierte Haupttreppe und die Ausgestaltung des BWZs sollen dafür sorgen das IBC-Hetzendorf als
lokalen Landmark zu etablieren.
B) Baukünstlerische Aspekte
Hauptmotive der Gestaltung waren die Verknüpfung von Innen- und Außen, sowie das Schaffen abwechslungsreicher
und vielfältiger Räume um individuelle Lern- und Kommunikationsvorlieben breitest möglich zu unterstützen.
Bereits nach dem Betreten der Aula sollte man durch einen Blick entlang der Hautperschließung einen Eindruck von
der Organisation des Gesamtkomplexes bekommen. Über den Hof kommend türmt sich die Pausenfläche zu einer
Landschaft auf, hier kann man Ein- und Durchblicke gewinnen.
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Das BWZ thront über dem Eingang und an der Hetzendorfer Straße. Eine Werbung für die Schule, eine
Identitätsstiftung für die Schüler und Absolventen, sowie eine Orientierungspunkt für das Viertel.
C) Funktionale Aspekte
Die Verortung der Funktionen und die Bildung eines leicht zu fassenden Erschließungssystems waren wichtige
Faktoren der Planung. Die „Bildungs-Mall“, eine großzügige Erschließungsachse verbindet über alle Geschosse die
verschiedenen Bauteile und deren Lern- und Lehrfunktionen. Die Mall verbindet aber auch die Frei- und
Freizeitbereiche und erleichtert durch die vielfältigen Ausblicke die Orientierung der Nutzer.
Im Süden beginnt es mit einem Blick entlang der Hetzendorfer Straße, hier befinden sich auch der
LehrerInnenbereich und das BWZ. Vorbei am Sprachzentrum im alten Hauptgebäude, es öffnet sich der Blick in den
Hof der angrenzenden Wohnbebauung, zugleich kann man nach Osten durch die offenen Lernzonen oder die
Bibliothek in den Pausenhof mit seiner markanten Treppenanlage blicken. Den Abschluss bildet die nördliche
Anbindung an den Außenraum (Sportbereich), sowie das frühere Annex mit dem Theoriezentrum.
Unter Berücksichtigung der Bestandsituation bzw. des Bebauungsplanes sind durch bedachtes Anordnen der
Funktionen nicht nur relativ kurze Wege entstanden, sondern auch abwechslungsreiche und angenehme Wege.
Belebtere Bereiche wechseln sich ab mit Ruhebereichen und Ausblicken in die Freibereiche.
Alle Räume sind barrierefrei erreichbar.
Die Möblierung im LehrerInnenbereich besteht aus mehreren mobilen Elementen. Die Stehtisch-Inseln sind
konfiguriert um der Asymmetrie der Bewegung bei der Büroarbeit Rechnung zu tragen. Die Inseln können entweder
für Links- oder für Rechtshänder ausgelegt werden. Die Positionierung der einzelnen Arbeitsplätze erhöhen den
persönlichen Freiraum, die Anordnung der Oberkästen ermöglicht eine freie Sicht auf Augenhöhe. Notwendige
Infrastruktur-Anbindungen erfolgen über Deckendosen. Die Arbeitstische sind teilbar und erlauben daher auch
aufgelockertere Möblierungsvarianten.
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D) Ökonomische, ökologische Aspekte
Für den Nachweis einer nachhaltigen Planung wird ein Gebäudezertifikat etabliert, welches über die drei Grundsäulen
der Nachhaltigkeit Ökologie, Ökonomie und soziokulturelle Qualitäten hinaus, die Bereiche der technischen Qualität
und der Prozessqualität berücksichtigt.
Hierbei werden wir eine nationale Zertifizierung als begleitendes Nachhaltigkeitsinstrument einsetzen. Da hier auch
die Qualitäten der Ökonomie ausreichend berücksichtigt werden.
Der Planungsprozess wird als interdisziplinäre nicht lineare Planung von einem erfahrenen Planer-Team umgesetzt,
um in allen Planungsphasen die Kompetenzen des Planungsteams optimal nutzen und vernetzen zu können und eine
so ermöglichte optimale Entwicklung eines nachhaltigen Gebäudes zu fördern.
In der Planung werden die endgültigen Entscheidungen für einzelne Systeme immer unter Berücksichtigung der
gebäudebezogenen LCC (LifeCycleCosts) durchgeführt, da nur ein Bruchteil der Gesamtkosten eines Bauwerks bei
der Errichtung anfällt und so ein energie- und kosteneffizienter Betrieb gesichert wird.
Das primäre Ziel der Planung ist es, ein Gebäude zu schaffen, welches eine hohe Behaglichkeit bei minimalen
Betriebskosten ermöglicht. Dies wird für die Schule durch den Einsatz einer minimalen Haustechnik und optimierten
Bauphysik erreicht.
Die Beheizung erfolgt über Fernwärme. Durch die architektonische Ausformulierung der großen Glasfronten
(Beschattet durch Gebäude und Baumbestand, oder nach Norden ausgerichtet) und die hohen Speichermassen
kommt es im Sommer kaum zu einer sommerlichen Überwärmung. Durch automatisiertes Entlüften wird zusätzlich
für eine Nachtkühlung gesorgt.
Die Errichtung einer Photovoltaikanlage mit fast 500m² bringt nicht nur zusätzliche energetische Ersparnisse, sie hilft
auch bei der generellen Sensibilisierung für das Thema Energie. Für die Nutzer des Gebäudes zeigen sich das
Gebäude und die integrierte Technik und ihre Konzepte durch eine Sichtbarmachung von Energieabläufen wie durch
Anzeigen der Energiegewinnung durch Kollektoren und Photovoltaikelemente über Anzeigetafeln. Das Gebäude bietet
durch personalisierte „Energieflächen“ eine extrem hohe Identifikation der Nutzer mit dem Gebäude und beeinflusst
so das Nutzerverhalten. Das Nutzerverhalten ist einer der größten Einflussfaktoren (laut Studien +-20%) auf den
Energiebedarf. Maßnahmen wie Informationsveranstaltungen und die Ausnutzung moderner Kommunikationswege
schaffen ein Bewusstsein für einen behutsamen Umgang mit den Ressourcen und senken die Lebenszykluskosten.
Der Schulbau wird zum Vorbild und Leitbild eines energiebewussten und nachhaltigen Umgangs mit unseren
Ressourcen.
Für eine optimale Betriebsführung sowie Überwachung und Dokumentation wird ein umfassendes Monitoring System
etabliert.
Bedarfsabhängige Steuerungssysteme für Licht und Wärme durch Präsenzmelder und Zeitsteuerungen,
Tageslichtsteuerungen in Allgemeinbereichen optimieren selbständig den Energieverbrauch. Hocheffiziente
Lüftungsanlage mit Optimierung durch Sole-Kollektor zur Vorwärmung tragen wesentlich zu einem guten Lernumfeld
bei, da die Anlage den CO2 Gehalt in der Luft nicht über 1000ppm steigen lässt. Die Fenster bleiben öffenbar und
können bei Bedarf für eine Stoßlüftung herangezogen werden. Entlang der Hetzendorfer Straße werden zusätzlich
schallegedämmte Lüftungsklappen installiert.
Die Regenwassernutzung für die Bewässerung und Einsatz von wassersparenden Armaturen, die hygienische
Warmwasserbereitung mit innenliegenden Zirkulationsleitungen zur Minimierung der Zirkulationsverluste und eine
3/3 Dämmung der Versorgungsleitungen optimieren und reduzieren die Verteilverluste auf ein mögliches Minimum.
(Endenergie = Nutzenergie).
Für die Beleuchtung werden LED und hocheffiziente Leuchtmittel eingesetzt, die zum Teil tageslichtgesteuert
betrieben werden.
E) Akustische Maßnahmen im LehrerInnenbereich und in den offenen Lernzonen
Akustische Aktivierung der Decken für eine hohe Sprachverständlichkeit, akustisch optimierte Raumgestaltung durch
„integrierte“ Tiefenabsorber sind wesentlich für die akustische Behaglichkeit und konzentriertes Lernen.
Große, belebte Räume wie der LehererInnenbereich und die offene Lernzone werden zusätzlich durch
schallschluckende Raumteiler zoniert. Grundsätzlich gilt in diesen Bereichen, dass mit Bedacht gewählte
Oberflächenmaterialien bereits eine große Verbesserung bringen. Zusätzliche, unauffällige Maßnahmen (Freie
Wandflächen, Obere Bereiche von Kästen und Raumteilern, etc.) werden bei der Planung berücksichtigt.
F) Brandschutz- und Fluchtwegskonzept
Der bestehende Schulbau (zwei Trakte) sowie der vorgesehene Zubau und die Hofunterbauung sind in massiver
Bauweise R bzw. REI90-A2 vorgesehen. Die Oberflächen, so sie nicht in A2 ausgeführt werden, sind mindestens C,
s1 und d0 nach EN13501. Die beiden bestehenden Trakte werden durch eine Pausenhalle im EG, 1. und 2. OG in
offener Verbindung vorgesehen. Im EG ist im gleichen Brandabschnitt auch die Aula eingebunden. Die beiden
bestehenden Trakte sowie die darin befindlichen Treppenräume sind als Brandabschnitte von den restlichen
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Gebäudeteilen getrennt. Dies gilt auch für die Treppe gegen den Sportplatz in der Pausenhalle und der neu
geschaffenen Treppe im Anbau.
Daraus ergibt sich eine klare brandschutztechnische Trennung, wobei die Klassentrakte im Bestand, so wie der
Zubau, in allen Geschossen als eigene Brandabschnitte ausgebildet werden. Als Fluchtwege stehen im jeden Trakt
ein Stiegenhaus innerhalb von 40 m als eigener Brandabschnitt nach Arbeitsstätten-Verordnung und Wiener
Bautechnikverordnung zur Verfügung. Die zweiten baulichen Fluchtwege weisen 40 m bis zur benachbarten
Brandabschnittsgrenze aus. Dahinter sind jeweils eigene Treppenhäuser vorgesehen. Die derzeitig angesetzten
Fluchtwegbreiten entsprechen den im Wettbewerb zugewiesenen Personenzahlen laut der „Drei-Geschossregel“.
Das Objekt wird mit tragbaren Feuerlöschgeräten nach TRVB 124 ausgestattet. Eine wirtschaftliche Installation einer
Innenhydrantenanlage könnte vorgenommen werden.
Die Treppenräume sind nach TRVB mit Brandrauchentlüftungen und Zuluftführung über die Ausgangstüren ins Freie
gesichert. Die Pausenhalle wird in der obersten Decke, sowie an der Fassade mit entsprechenden angesteuerten
Elementen mit einer Brandrauchentlüftung auszustatten sein.
Als Sammelplatz ist der Sportplatz im EG vorgesehen. Die Feuerwehrzufahrt erfolgt ausschließlich an der
Hauptstraße. Das Gelände der Schule ist mit schwerem Feuerwehrgerät nicht einfahrbar.
Die Brandabschnittsgrößen sind innerhalb der Forderungen der Wiener Bautechnikverordnung und in Anlehnung an
TRVB 130 gegeben, in ihren maximalen Ausdehnungen nicht überschritten, sodass keine Kompensationsmaßnahmen
erforderlich sind.
Die Verkehrsflächen sind so angeordnet, dass kostengünstig eine automatische Brandmeldeanlage mit dem
Schutzziel „Fluchtwegschutz“ ausgestattet werden kann.
Die Anforderungen der Wiener Bautechnikverordnung und der Arbeitsstättenverordnung sind generell eingehalten.
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