Zyklops-"Tumor" : morphologische und - Ruhr

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V. Zusammenfassung
Beim
Zyklops-“Tumor“
handelt
Kreuzbandersatzoperation
mit
es
sich
um
autologen
einen
Pseudotumor,
Patellarsehnen
am
der
tibialen
nach
einer
Ansatz
der
histomorphologisch
und
Kreuzbandplastik auftreten kann.
Ziel
dieser
Untersuchung
war
es,
den
Zyklops-“Tumor“
immunhistochemisch zu charakterisieren. Insgesamt wurden 25 Zyklops-“Tumoren“, die nach
einer vorderen Kreuzbandersatzplastik aufgetreten waren, untersucht.
Folgende Ergebnisse wurden erzielt:
1. Die Morphologie des Zyklops-“Tumors“ ist sehr heterogen. Alle „Tumoren wiesen Anteile
autogenen Patellarsehnengewebes, Synovialis sowie neugebildetes kollagenfaserreiches
Bindegewebe
auf.
Angiomartige
Gefäßproliferationen,
Reste
von
Knochen
und
Knorpelgewebe aus dem ehemaligen Bohrkanal und mukoide degenerative Veränderungen
bestimmen das morphologische Bild dieses Pseudotumors.
2.
In Abhängigkeit des Zeitintervalls zwischen der vorderen Kreuzbandersatzplastik und dem
Nachweis des Zyklops-“Tumors“ konnte eine unterschiedliche prozentuale Verteilung extrazellulärer Matrixkomponenten nachgewiesen werden. Bei kürzeren Zeitintervallen waren die
Zyklops-“Tumoren“ überwiegend aus Kollagenfasern vom Typ III (bis zu 90% des jeweils
untersuchten Schnittpräparates) und
Glykosaminoglykanen aufgebaut, während bei
größeren zeitlichen Intervallen zwischen Kreuzbandoperation und dem Nachweis eines
Zyklops-“Tumors“ eine prozentuale Verschiebung von Kollagenfasern vom Typ III
zugunsten des Typ I nachgewiesen werden konnte.
3. Der vermehrte Nachweis von Kollagen Typ III korrelierte mit einer Zunahme an
Glykosaminoglykanen als Ausdruck reparativ-proliferativer Prozesse.
4. Die quantitative Bestimmung von Kollagenfasern vom Typ IV zeigte, daß es keine
Korrelation zwischen der Kollagenfasernverteilung vom Typ IV und den Kollagenfasern vom
Typ I bzw. III gibt.
Aus den Untersuchungsergebnissen und den klinischen Befunde ist abzuleiten, daß
möglicherweise das Kollagen Typ III durch kleine, dosierte und vor allem regelmäßige
Belastungen des Kniegelenks zum Kollagen Typ I umgewandelt werden kann, was zur
Stabilisierung des Transplantates führt.
Mangelnde Stabilität ist die Folge nicht komplett
umgewandelten Gewebes, das nicht in der Lage ist, größeren mechanischen Belastungen zu
widerstehen. Als Folge kann es zu einer Strukturüberlastung mit Elongation des Gewebes,
einer daraus folgenden Schwellung des Transplantates und einer anschließenden Fibrosierung
bzw. der Entstehung des Zyklops-“Tumors“ kommen.
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