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VOM MAUL ÜBER MAGEN UND DARM: DER VERDAUUNGSAPPARAT
C
5.4. Therapie bei Magenerkrankungen
Magenentzündung
Hausmittel
Massage/
Umschläge
Akupressur
Bachblüten
Kräuter
Tees
Zusatzfutter
Magengeschwür
Warmer Hafer- oder Leinsamenschleim in kleinen Portionen schützt die
Magenwände. Dazu gibt es gutes Heu.
Tierkohle oder Heilerde saugen die Magensäure gut auf.
Warme Bauchwickel
Eine leichte Massage des Pferdebauchs hilft Ihrem Pferd
Ma 36, Di 4, Le 3, Bl 60 sowie ein Yin-Yang-Ausgleich
Holly, eventuell Rock Rose dazu
Rock Rose, Vervain
Danach zur Erholung:
Danach zur Erholung:
Olive und Wild Oat
Olive und Wild Oat
Je 100 g Brombeer- und Himbeerblätter, 100 g Baldrian (steht auf der Dopingliste),
100 g Pfefferminze, 80 g Eibisch, 80 g
100 g Pfefferminze, 80 g Beinwell, 80 g
Oregano, 40 g Süßholz, 100 g Isländisch Mädesüß, 120 g Kamille, 40 g Süßholz,
Moos, 100 g Kamille, 80 g Thymian, je 50 100 g Schafgarbe, 80 g Eibisch und 50 g
Fenchel-Samen (zerstoßen) mischen und
g Kümmel und Fenchel (zerstoßen)
mischen und über 4-6 Wochen 50 g tägl. über 4-6 Wochen 50 g tägl. ins Futter
mischen.
ins Futter geben.
Je 1 TL Brombeer- und Himbeerblätter, Melisse, Kamille und Pfefferminze werden
mit 1 l kochendem Wasser übergossen, 10 Min. ziehen lassen, evtl. abseihen (Sie
können die Kräuter auch mitfüttern) und lauwarm 2-mal täglich 1/4 l dem Pferd
eingegeben. Eventuell mit etwas Honig oder Traubenzucker süßen!
Dazu 2 Becher Joghurt und 2 EL Honig tägl. ins Futter.
6. Erkrankungen des Darms
6.1. Kolik
Eine Kolik ist im eigentlichen Sinne keine Krankheit,
sondern ein Anzeichen, das sich auf einen stark
schmerzhaften Zustand im Bereich von Bauch und Becken
bezieht. Dies kann vom Magen-Darmtrakt, aber auch von
den dort liegenden inneren Organen wie Nieren, Blase,
Leber oder dem Geschlechtsapparat kommen. Da jedoch
in den meisten Fällen die Schmerzen ihre Ursache im Verdauungsapparat haben, bedeutet das Wort Kolik (echte
Kolik) gemeinhin ein akutes, schmerzhaftes Magen-Darmproblem. Ein stark schmerzhafter Zustand an den anderen
Organen in diesem Bereich wird im Volksmund auch als
„falsche” Kolik bezeichnet. Je nach Sitz bzw. Ursache der
Kolik unterscheidet man verschiedene Kolikformen. Dabei
unterteilt man die Kolikformen je nach Ursache in Verstopfungskolik, Krampfkolik, Gaskolik, Sandkolik und
thrombotisch-embolische Kolik. Eine weitere Einteilungsmöglichkeit ist die nach betroffenem Darmabschnitt:
Magen-, Dünndarm- und Dickdarmkolik sowie die
Blinddarmkolik (eigentlich zum Dickdarm gehörig). Dies
sagt jedoch nur etwas über den betroffenen Bereich des
Verdauungstraktes aus.
Die Kolik ist eine der häufigsten Ursachen für eine Notfallbehandlung beim Pferd.
VORBEUGUNG gegen
Magenerkrankungen!! Die
Ernährung Ihres Pferdes
spielt eine große Rolle bei
den Erkrankungen des MagenDarm-Trakts. Überprüfen Sie
regelmäßig Zustand und Qualität
des Futters. Vermeiden Sie unregelmäßige Fütterungen oder
plötzliche Futterwechsel. Füttern
Sie wenig Kraft- und viel
Raufutter. Geben Sie Kraftfutter
in mehreren, kleinen Portionen
und bieten Sie Raufutter den
ganzen Tag über an. Ist dies nicht
möglich, füttern Sie das
Raufutter vor dem Kraftfutter,
da durch das stärkere Kauen des
faserreichen Raufutters die
Speichelbildung angeregt wird.
Welche Kolikformen gibt es?
● MAGENKOLIK ODER AUCH MAGENÜBERLADUNG: Der Magen der Pferde ist relativ klein. Wird zu viel Futter auf
einmal aufgenommen, das im Magen noch aufquillt,
wird der Magen schnell überladen. Aber das Pferd
kann sich nicht wie andere Tiere erbrechen. Auch ist er
nicht sehr dehnbar, sodass dann schnell kolikartige
Schmerzen auftreten. In schweren Fällen kann die
Magenwand sogar reißen.
● DÜNNDARMKOLIK: Verstopfungskoliken gibt es im Dünndarm nur sehr selten. Häufiger sind Gaskoliken und
Krampfkoliken. Die Dünndarmkolik macht sich durch
die starken Schmerzen rasch bemerkbar. Typisches Anzeichen ist dünner, übelriechende Kot.
● DICKDARMKOLIK: Meist handelt es sich um eine Verstopfungskolik. Die weiten Anteile des Grimmdarms
können aber auch stark aufgegast sein.
● BLINDDARMKOLIK: Hier kommen anatomisch begünstigt
sowohl Gaskoliken als auch Verstopfungskoliken vor.
● KRAMPFKOLIK: Die häufigste Form der Kolik ist die
Krampfkolik. Dabei leiden die Pferde unter heftigen,
mehrere Minuten andauernden Schmerzattacken mit
spastisch verkrampftem Darm. Dies führt erst zu
Durchfall, dann zu einem Kotverhalten und schließlich
zu einem Verschluss des Darmes. Dabei sind insbesondere im Dünndarm die Darmschlingen so beweglich, dass er sich sogar verdrehen kann. Die Tiere
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PFERDE-GESUNDHEITSBUCH
Pferdekrankheiten, ihre Behandlung und Vorbeugung
zeigen einen schmerzhaften Drang zum Kot- und
Wasserabsetzen. Dazwischen gibt es häufig immer
wieder schmerzfreie Phasen. Sie wird bevorzugt durch
Wettereinflüsse, Arbeits- und Fütterungsfehler ausgelöst.
● VERSTOPFUNGSKOLIK: Nach der Krampfkolik die häufigste Form. Durch zu starke Strohfütterung (oder verholztes, hartes Heu) in Verbindung mit Darmträgheit
durch mangelnde Bewegung, kann sich der Darm
leicht verstopfen. Besonders im Dickdarm gibt es weite
und übergangslos enge Darmabschnitte, wo größere
Raufutterbissen leicht stecken bleiben können. Eine
Verstopfungskolik kann aber ebenso durch Zahnfehler
verursacht werden. Betroffene Pferde kauen ihre
Nahrung nicht richtig durch, was schnell eine Verstopfung zur Folge hat.
● GASKOLIK: Die Aufnahme von großen Mengen gärendem Futter (Obst, Kohl, eiweißreiches Gras im Frühjahr,
welkes Grünfutter, Brot, Klee, zu frisches Getreideschrot) führt zu einer starken Gasbildung. Dann sind
die Darmanteile des Dünn- oder Dickdarms prall mit
Gas gefüllt und schmerzen stark. Anfangs sind laute
Darmgeräusche zu hören. Durch die Aufgasung können sich die Schlingen leicht verdrehen und einen
Darmverschluss hervorrufen. Bei sehr aktiven Koppern
kann es auch durch das Luftschlucken zu einer Gaskolik kommen.
● SANDKOLIK: Einige Pferde haben die Unart, Graswurzeln mit Sand zu fressen. Auf Koppeln mit besonders
kurzer Grasnarbe kann dies auch versehentlich
passieren. Der Sand bleibt meist in den weiten Abschnitten des Grimmdarms liegen. Anfangs zeigen die
Pferde nur sehr wenig Kolikanzeichen, aber wenn der
Sand sich sammelt, kann der Darm sich schließlich
kaum noch bewegen und verstopft. In Folge des stän-
Das Wälzen schadet einem Pferd mit Kolik nicht.
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digen Druckgefühls fressen die Pferde nichts und
magern ab. Nehmen die Pferde sogar kleine Erdklumpen auf, kann sich der Darm schnell komplett verschließen. Dann muss sofort eine Notoperation durchgeführt werden, will man den Darm und damit das
Pferd retten.
● (THROMBOTISCH-)EMBOLISCHE KOLIK: Diese Kolikform
wird durch wandernde Wurmlarven hervorgerufen. Bei
der Wanderung entstandene Blutgerinnseln (Thromben) können noch nach Jahren fortgeschwemmt und
in Blutgefäße getragen werden, die den Darm versorgen. Hier können sie zu Verstopfungen (Embolie)
führen, wodurch die Peristaltik des betroffenen Darmabschnitts zum Erliegen kommt. Dieses führt zu einer
heftigen Kolik. Dauert die Verstopfung an, können die
betroffenen Darmabschnitte sogar absterben.
Was ist eine Kolik?
ANZEICHEN: Erste Hinweise auf eine Kolik sind
Appetitlosigkeit verbunden mit Unruhe, Schweifschlagen,
Schwitzen und tiefer Kopfhaltung. Scharren, Flehmen
oder Gähnen sowie Schwitzen, Umsehen und Schlagen
nach dem Bauch sind Anzeichen für die Schmerzen, die
die Pferde dort verspüren. Anfangs legen sich die Pferde
oft ruhig hin und sehen sich nach ihrem Bauch um,
später, wenn der Schmerz heftiger wird, wälzen sie sich
unruhig. Manche Pferde toben sogar richtig. Kot und
Harn wird nicht mehr abgesetzt oder häufiger in kleinen
Mengen. Dabei sind Puls mit 80-100 Schläge/Min.
(normal 28-40) und Atmung mit 30-40 Züge/Min. (normal
8-16) deutlich erhöht. Manche Pferde versuchen sich Erleichterung zu verschaffen, indem sie die Vorder- und Hinterbeine möglichst weit abspreizen, andere setzen sich
einfach hin.
URSACHE: Neben mangelnder Bewegung, Wetterfühligkeit
oder Fehlfunktionen des vegetativen Nervensystems sind
es vor allem die Fütterungsfehler, die eine Kolik verursachen können. Jeder abrupte Futterwechsel, aber auch
ein Ungleichgewicht zwischen Kraft- und Raufutter kann
zu einer Kolik führen. Oft ist der Kraftfutteranteil zu groß
und der Raufutteranteil zu klein. Schadstoffhaltige
(Schimmelpilze u.a.) ist ebenso schädlich wie verdorbene,
faulige Nahrung und führt zu einer Krampfkolik. Daneben
begünstigen große Mengen Obst und anderes, leicht
gärendes Futter eine Aufgasung der Därme. Einige Koliken sind anatomisch bedingt. Der Blinddarm als große
Gärkammer verursacht oft Probleme. Bei stark gärendem
Futter, manchmal auch durch die Darmbakterien, entwickelt sich so viel Gas, dass dieses nicht mehr auf
natürliche Weise entsorgt werden kann. Je umfangreicher
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VOM MAUL ÜBER MAGEN UND DARM: DER VERDAUUNGSAPPARAT
der Blinddarm dann wird, desto mehr wird der enge
Durchgang in den Grimmdarm in die Länge gezogen und
damit weiter verengt. Diese enge Passage ist auch der
Grund für eine weitere Kolikform des Blinddarms. Große
Mengen bzw. gröbere Futteranteile bleiben hier leicht
hängen, was dann zu einer Verstopfung führt. Eine weitere anatomische Besonderheit der Pferde ist die mangelnde Befestigung der großen Lagen des Grimmdarmes
in der Bauchhöhle. Dadurch kann es an diesen Stellen
leicht zu einer Verlagerung, Verdrehung (Abknickung)
oder gar Einstülpung von Darmschlingen kommen und
damit zu einem Darmverschluss. Ein Darmverschluss endet
innerhalb weniger Stunden tödlich, wenn das Pferd nicht
rechtzeitig operiert wird1. Auch Parasiten können Koliken
verursachen. Manche Würmer beschädigen die Darmschleimhaut, andere zerstören Blutgefäße der Darmwand.
Das führt zu Entzündungen und durch die verminderte
Sauerstoffversorgung des Darmes zu Krämpfen.
KOMPLIKATIONEN: Durch eine Verlagerung oder das Abknicken von Darmanteilen wird oft auch die Blutversorgung
mitabgeknickt und damit unterbrochen. Die betroffenen
Darmabschnitte sterben schnell ab.
Ein übervoller Darm kann ebenso wie ein übervoller
Magen reißen. In diesem Fall hat das Pferd keine Chance
mehr. Stellt der Darm während einer heftigen Kolik seine
Funktion ganz ein, können die im Darm entstehenden
giftigen Stoffwechselprodukte in den Körper des Pferdes
gelangen. Sie belasten den Kreislauf so stark, das akute
Lebensgefahr besteht.
Merke
Ein Pferd mit Kolik darf sich wälzen, wenn
es das möchte! Manchmal kann dies sogar
eine Verlagerung des Darmes lösen. Damit
es dabei nicht in Gefahr gerät, bringen Sie
das Pferd in die Halle. Ein Kolikpferd muss
nicht unbedingt geführt werden. Massagen
helfen ihm oftmals mehr.
Was macht der Tierarzt?
Je nach Art der Kolik muss der Tierarzt unterschiedlich behandeln. Eine Magenüberladung muss mittels Magen sonde entleert werden. Bei einer Krampfkolik wird er
krampflösende und kreislaufunterstützende Mittel sprit zen. Eine Gaskolik löst er mit Medikamenten und abwechselnd kalten und warmen Einläufen in den Darm. So
kommt der Darm wieder in Schwung und die Gase
werden auf natürlichem Wege entsorgt. Bei sehr schweren Gaskoliken hilft manchmal nur eine Punktion des betroffenen Darmabschnitts. Dabei kann das Gas direkt
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durch die Bauchwand nach außen entweichen. Bei einer
Verstopfungskolik muss der Tierarzt zunächst abklären,
dass kein Darmverschluss vorliegt. Sodann kann er durch
Eingabe von gelöstem Glaubersalz und Rhizinusöl den
Darminhalt lösen und gleitfähig machen. Der Darminhalt
wird dann auf natürliche Weise entsorgt. Da dies
manchmal längere Zeit in Anspruch nimmt, sollte durch
Infusionen eine Austrocknung verhindert werden. Bei jeglichen Verlagerungen, Einstülpungen oder Darmverschlüssen muss schnellstens operiert werden. Hierbei
werden die verlagerten Darmanteile wieder richtig
gelagert und abgestorbene Darmteile entfernt. Eine
solche Operation ist, nicht zuletzt durch den meist schon
geschwächten Kreislauf, nicht ganz ungefährlich.
Was können Sie selbst tun?
Wenn Sie den Tierarzt gerufen haben, können Sie einiges
tun, was Ihrem Pferd die Wartezeit erleichtert. Decken Sie
Ihr Pferd ein, da die Wärme entspannt und krampflösend
wirkt. Beruhigen Sie Ihr Pferd durch ruhiges Zureden und
Akupressur. Ihr Pferd darf sich wälzen, sorgen Sie dafür,
dass es sich dabei nicht wehtut oder verfängt. Führen Sie
es in eine große, gut gepolsterte Box oder in die Reithalle,
wo es sich ungehindert wälzen kann. Massieren Sie Ihr
Pferd! Das lindert die Schmerzen und kann auch eine
leichte Kolik beheben. Auch das Massieren der Ohren hat
eine beruhigende Wirkung. Näheres dazu lesen Sie unter
3., S. 236f. >WENN DIE MAGEN-DARM-ERKRANKUNG AUSGEBROCHEN IST<. Bachblüten-Notfalltropfen helfen Ihrem
Pferd gegen die aufkommende Panik. Entfernen Sie das
Futter aus der Box, Ihr Pferd darf jetzt nichts mehr fressen.
Trinken sollte es nur schluckweise. Dies sollten Sie ebenso
überwachen wie Puls und Atmung. Ist die Pulsfrequenz
unter 60 Schlägen/ Min. und zeigt Ihr Pferd Lust dazu, so
können Sie es im Schritt kurz führen.
Lesen Sie in den Unterkapiteln 2 und 3 weitere wichtige
Tipps zur Vorbeugung von Koliken sowie deren Behandlung mit verschiedenen Heilmitteln.
ACHTUNG! Jede Kolik ist ein Fall für den Tierarzt. Versuchen Sie nie, eine Kolik alleine oder
nur mit Naturheilmitteln zu bekämpfen. Das
Pferd kann schnell in eine lebensbedrohende
Situation geraten, in der nur der Tierarzt helfen
kann.
1 Vorsicht! Pferde mit Darmverschluss können nach einer akuten Schmerzphase plötzlich verdächtig ruhig sein (Duldungsphase). Dies führt oft zu einer gefährlichen
Unterschätzung der Lage, in der sich das Pferd befindet.
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