Sellink - radnet.ch

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PATIENTENINFORMATION
Dünndarmuntersuchung nach Sellink
Sehr geehrte Patientin
Sehr geehrter Patient
Ihr Arzt hat Sie für eine Untersuchung des Dünndarms in unser Institut überwiesen. Um eine optimale
Untersuchung durchführen zu können, bitten wir Sie, am Untersuchungstag nüchtern zu bleiben. Am
Tag vor der Untersuchung sollten Sie nur "leichte Kost" zu sich nehmen. Die Einnahme von Zitrusfrüchten, Hülsenfrüchten oder anderen schwer verdaulichen Nahrungsbestandteilen sollten Sie vermeiden.
Ernährungsplan
Tag vor der Untersuchung
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Bitte nur leichte, schlackenarme Kost zu sich nehmen und viel trinken (2 bis 3 Liter).
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Erlaubt sind beispielsweise Kaffee, Tee (ohne Milch), Zwieback, Weißbrot, Quark, Joghurt, Butter,
Konfitüre, Honig, klare Suppen, Püree, Fisch (gekocht) und Götterspeise.
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Vermeiden Sie Vollkorn-Produkte, Gemüse, Obst, Salate, Reis und Fleisch
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Einnahme des verordneten Abführmittels.
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Nach 22:00 Uhr keine Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme mehr.
Tag der Untersuchung
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Keine Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme (seit Vorabend!)
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Nicht Rauchen! (Rauchen stimuliert die Magensaftproduktion)
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Keine Bonbons, Kaugummis oder ähnliches
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Keine Medikamente, sofern möglich
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Nicht Zähneputzen
Wann wird eine Dünndarmdarstellung nach Sellink durchgeführt?
Die Dünndarmdarstellung nach Sellink ist eine sehr gute radiologische Möglichkeit zur Beurteilung der
Dünndarmschleimhaut. Sie dient der Erfassung entzündlicher oder tumorösen Veränderungen, krankhafter Kurzschlussverbindungen (Fisteln), Veränderungen im Rahmen von Stoffwechselerkrankungen
oder von Anomalien.
Informationen zur Untersuchungsdurchführung
Die Untersuchung des Dünndarms erfordert die Gabe eines Kontrastmittels, das einen Belag auf der
Schleimhaut bildet. Unter Durchleuchtung lässt sich nun der Kontrastmittelbelag als direkter "Abdruck"
der Schleimhaut darstellen. Da der Magen vor dem Dünndarm im Bauchraum liegt und eine Füllung
des Magen mit Kontrastmittel vermieden werden soll – andernfalls wären die Dünndarmabschnitte
hinter dem Magen nicht mehr erkennbar – wird das Kontrastmittel über einen dünnen Kunststoffschlauch (Duodenalsonde) zugeführt. Dieser wird hinter Magen und Zwölffingerdarm platziert, um
einen Rückfluss des Kontrastmittels in den Magen zu verhindern (siehe unten).
Die Duodenalsonde ist ein wenige Millimeter dicker, flexibler Kunststoffschlauch, der nach vorangehender oberflächlicher Betäubung der Nasen- und Rachenschleimhaut mittels eines Sprays über die
Nase eingeführt wird. Sobald die Sonde den Rachenraum erreicht hat, wird sie durch vermehrtes
Schlucken in den Magen befördert. Unter Durchleuchtungskontrolle wird anschließend die Sonde vorgeschoben bis sie hinter dem Zwölffingerdarm im Dünndarm zu liegen kommt. Das Einführen der
Sonde ist in der Regel unproblematisch, kann jedoch gelegentlich einen kurzzeitigen Brechreiz hervorrufen, wenn die Sonde vom Nasen- in den Rachenraum übertritt.
Sobald die Sonde in der richtigen Position liegt, wird zunächst Kontrastmittel in den Darm eingeleitet,
anschliessend erfolgt auf gleiche Weise die Gabe einer klaren zellulosehaltigen Flüssigkeit. Während
das Kontrastmittel zu einem röntgendichten Beschlag der Schleimhaut führt, dient die zellulosehaltige
Flüssigkeit der Aufweitung der Darmschlingen. Sie merken dies als Völlegefühl. Leichte Bauchschmerzen sind gelegentlich nicht zu vermeiden, verschwinden aber rasch wieder. Eine Aufweitung
der Darmschlingen verhindert das Aneinanderhaften der Darmwandanteile und ist nötig, um alle
Wandabschnitte des Dünndarmes beurteilen zu können. Abhängig vom Zeitpunkt des Füllungs- und
Kontrastierungszustands der einzelnen Darmabschnitte werden Röntgenaufnahmen der entsprechenden Bereiche angefertigt. Bisweilen müssen Darmschlingen auch durch leichten Druck auf den Bauch
auseinandergedrängt werden, um eine gute Darstellung zu gewährleisten. Wurden alle Darmabschnitte ausreichend dargestellt, ist die Untersuchung beendet und die Duodenalsonde wird wieder entfernt.
Mögliche Komplikationen
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Bei einem Rückstrom des Kontrastmittels in den Magen kann es zum Erbrechen kommen. Bei
regelrechter Sondenpositionierung ist hiermit in etwa 3 von 100 Fällen zu rechnen.
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Durch die hohe Flüssigkeitszufuhr kann es zu Durchfällen kommen, die jedoch rasch abklingen.
Dies sollte aber bei der Abreise bedacht werden.
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