Mitschriftvom04112003durchPHILiMICHaNIKo

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Mitschriftvom04112003durchPHILiMICHaNIKo:
Liebe Kommiliton(Inn)en !
Toll ! Sie ziehen mit. Diese beiden Vorlesungen haben bisher drive und speed. Hoffentlich
halten wir das alle durch. – Am gleichen Tag kam gesterm abend schon die Mitschrift. Danke.
Ich korrigiere einiges und ergänze das Allernötigste. Ich merke übrigens an Ihren Mitschriften
erst, wo ich selber entweder unklar, zu hastig und nicht genügend strukturierend war, Dinge
vielleicht zu beiläufig erwähnt habe und damit zu viel bei Ihnen vorausgesetzt habe. – Es gibt
also noch Raum für Steigerungen auf allen Seiten.  Es folgt jetzt erstmal die Mitschrift
vom 4.11.2003 durch PHILIPP Kuhr, MICHAEL Mäker und
NIKOLAI Miron:
Freie Universität
04.11.2003
FB Politik- und Sozialwissenschaften
Institut für Politikwissenschaft
Vorlesung/Übung: Politische Theologie
Prof. Dr. Dieter Löcherbach
Mitschrift zur Vorlesung vom 04.11.2003 von Philipp Kuhr, Michael Mäker und Nikolai
Miron
Thema:
Die O N T O - T H E O L O G I E von Aristoteles:
Gliederung:
1) Wo wir stehen nach der 1. Vorlesung zum Monotheismus bei/seit MOSES,
sowie nach der 2. Vorlesung zum Monotheismus bei/seit PLATON.
2) Zu
A R I S T O T E L E S (384 – 322 v.u.Z.)
a) Sein Leben
b) Das ‘zerklüftete’ Werk.
3) Eine Vorab-These dieser 3. Vorlesung zur ‚Grundbewirknis der aristotelischen
Metaphysik , einschließlich der in ihr enthaltenen Theologie: inbezug auf
Aristoteles’ praktischer Philosophie in Ethik und Politik ( Vergl. die ‚gelbe’
Vorlesung am Freitag – 7.11.03)
4) Die ‚Metaphysik’ des Aristoteles:
-2–
a) - Der Ansatz in der Kinetik (Lehre von der Bewegung)
b) - Die Lehre von den vier Ursachen der Bewegung.
c) - Die ‚Transformationsleistung von Seele - Geist - Erkennen - Wissen
d) - Die ‚Metaphysik’ als Lehrstück des höchsten Wissens
e) - Die Gliederung der ‚Metaphysik’.
f) - Das Buch Λ (λ- griechischer Buchstabe Lambda)) (= das 12. Buch)
= die aristotelische Onto-Theologie.
g) - Gott als der unbewegte Beweger ( to akineton kinoun)
h) - Ist Aristoteles dieser Gottesbeweis gelungen ?
i) - Was offenbleibt für die Ethik und Politik, oder: Die Konstitution von
praktischem Handeln und Gerechtigkeit ist im Vergleich zu Platon
wieder en wenig (soweit in Antike möglich, also noch nicht im modernen
Sinne) offen, pluralistisch und frei.
5) Zur Wirkungsgeschichte der arstotelischen Onto-Theologie (bei den späteren Griechen und bei Römern, bei den Karolingern, bei den Arabern, im jüdischen Mittelalters , im orthodoxen Ost-Christentum,im lateinischen West-Christentum des
Mittelalters, sowie seit etwa 1800 in der europäisch-amerikanischen Gegenwart..
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1) Wo wir stehen nach der 1. Vorlesung zum Monotheismus bei/seit MOSES,
sowie nach der 2. Voralesung zum Monotheismus bei/seit PLATON.
politische Theo-Mythologie
Erstgeburt bei Moses:
um 1250
Sinai-Theologie
Sinai-Gott
2) Zu
Zweitgeburt bei Platon.
428-348 v.u.Z
platon. Geist-Theologie
Nous-Teos
A R I S T O T E L E S (384 – 322 v.u.Z.)
-3–
a) Sein Leben
b) Das ‘zerklüftete’ Werk.
-
entmythologisiert teilweise das Theologumenon (Platons zentrale theolog.
These), versucht es zu modifizieren
 Gegenakzent zu Platon und Moses (Theismus )
 schafft dadurch (Deismus) Freiraum für seine praktische Philosophie
Theismus – ist die Vortsellung, dass ein Gott immer wieder in die Geschichte
eingreift/ intervenierend
Deismus – ein Gott, der die Welt geschaffen und sich dann zurückgezogen hat
(gab nur den ersten Anstoß)
2.a) Lebensdaten
- geboren 384 v.u.Z. in Stageira
- schon in der Kindheit Kontakt zum makedonischen Königshof in Pella durch
- seinen Vater (=Leibarzt am Mak. Hof)
- 367 (intensiver) Schüler und späterer Assistent an Platons Akademie
- 347 Tod Platons
- unter Druck anti-makedonischer Stimmung in Athen Exil beim Tyrannen Hermias
in Assos (Kleinasien)
- nach dessen Ermordung 345 vuZ ins Exil nach Mythilene
- 343 als Erzieher des späteren Königs Alexander d. Gr. an den Hof in Pella zurück
- 335 Rückkehr nach Athen und Gründung der eigenen Schule (Lykeion) in
Konkurrenz zur Akademie (Diese Konkurrenz ist typisch für das ‚agonale’
- Griechenland geworden und damit auch für unsere gesamte abendländische
Kultur:
- Motto: Konkurrenz steigert die Leistung der Konkurrenten und damit den Ertrag
- zB. für’s Gemeinsamen, auf das hin ja die Konkurrenz zB. bezogen ist.
- 323 Tod Alexanders d. Gr.  anti-makedonische Stimmung in Athen zwingt A. ins
Exil nach Chalkis auf Euboa.
- stirbt ebendort 322
-
-
Aristoteles Wirken war geprägt von seiner Herkunft (Metöke = ein innergriechischer Auswärtiger)
aufgrund dessen versuchte er Maß in seinen Äußerungen zu halten, um bei den
Politikern nicht die Möglichkeit des Vorwurfs der Gotteslästerung (===Asebeia)
gegen ihn zu ermöglichen, gar zu provozieren. (Angst vor Sokrates’ Tod)
Konsequenz: war stets versucht die „Mitte“ (metrón) zu finden, den Mittelweg zu
vertreten
steht damit im Gegensatz zu Platons „Extremismus“ !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
2.b)
Das zerklüftete Werk
1 - die meisten seiner selbst veröffentlichten Schriften gingen verloren
2 – später wurden von seinen Schülern anhand mündlicher Überlieferungen
einige Schriften wieder zusammengetragen (Akroama)=akroamatische Schriften
- erst ca. 50 v.u.Z. ordnete Andronicos v. Rhodos die Schriften nach eigener
Systematik, da eine Chronologie nicht mehr nachvollziehbar war
-4–
Gliederung:
I)
logische Schriften (Organon u.a.)
II)
methodologische Schriften, Kategorienlehre, Topik.........
III)
Kosmologische Schriften / Schriften zur Physik
IV)
Metaphysik
- entweder: rein chronologisch nach den Schriften zur Physik
- oder: Schriften, die sich metatheoretisch mit den hinter der Natur (Phyik)
liegenden Sachgebieten beschäftigten
 enthält das 12. Kap. „Lambda“: es geht grob um:
-
spricht sich gegen Mythenreligionen aus (gegen Götter als
Erfingungen, die die Menschen mit Phantasie ins Jenseits projiziert
hatten (=Projektate)
deshalb sind sie offenbar erfunden, weil von anthropomorpher Gestalt)
geht davon aus, von der Physik und der Natur aus zu denken (Kontakt
immer mit der immanenten Welt)(Ein weltimmanenter Denker)
Entwicklung d. Astraltheologie (55 Sphären durchdringen einander
wechselseitig)
- Logischer Gottesbeweis im 12. Buch: (in Form eines Syllogismus)
1. alles was bewegt ist, ist von einem Anderen bewegt, aber dieses
Andere muss auch bewegt werden
2. diese Bewegung kann nicht bis Unendlichkeit fortgesetzt werden ( es
wäre sonst ein ‚regressus ad infinitum’)
3. deshalb muss es einen ersten unbewegten Beweger geben (Gott:
überweltlich, transzendent, kausale Beziehung zur gesamten Welt)
V)
VI)
VII)
VIII)
Psychologische Schriften
Biologische Schriften
WWWWW= Schriften zur Praktischen Philosophie
- Ethik
- Politik
3) Eine Vorab-These dieser 3. Vorlesung zur ‚Grundbewirknis der aristotelischen Metaphysik ,
einschließlich der in ihr enthaltenen Theologie: inbezug auf Aristoteles’ praktische
Philosophie in Ethik und Politik (Vergl. die ‚gelbe’ Vorlesung am Freitag – 7.11.03)
-
Gott ist kausal mit Kosmos, Physik (Natur der Welt) und Natur verbunden
hat allerdings keinerlei direkte Beziehung zum Bereich des Wirklichen unserer
praktischen Welt und unseres ethischen u. politischen Handelns)
-5–
4) Die ‚Metaphysik’ des Aristoteles:
-
Aristoteles Metaphysik versucht den ursprünglichen (genealogischen) Kontakt zu
Physik zu wahren, sie versucht also, in der Verlängerung, in der Extrapolation von
der Physik (=Naturlehre) aus in die hinter der Natur liegenden Gebiete
vorzudringen. Und das wesentliche Element , das sie aus der Phsik aufnimmt,
ist, daß in der Natur alles in Bewegung ist.
a) Der Ansatz der Metapysik erfolgt also in der Kinetik (Lehre von der Bewegung)
1)alles ist auf Bewegung zurückzuführen und hat zwei Ebenen:
2)potentielle Dimension (dynamis) und reale Dimension (energaia / entelechaia)
3)Unterschied zw. Stoff und Form
Form = Idee, die im Stoff verwirklicht werden kann
Beispiel: Statue: Stoff ist der Marmor, die Form ist die Gestaltungsidee aus dem
Kopf des Bildhauers
4) Grundelemente: Erde, Wasser, Luft und Feuer (Eigenschaft der Seele, Geist
zu sein)
b) Die Lehre von den vier Ursachen der Bewegung (Aitiologie)
- Warum gibt es überhaupt die Bewegung? Was bringt sie hervor?
- Vier Ursachen---ta aitia)
1) causa materialis (Matrialurs.)
2) causa formalis (Formalursache)
3) causa efficiens (Wirkursache)
4) causa finalis (Zielursache; vom thelos definierte Ursache)
 z.B. in der prakt. Phil.: alles strebt nach einem Gut (z.B. Glück), das uns
quasi nach vorne zu einm Ziel (telos) hinzieht.
c) Die ‚Transformationsleistung von Seele - Geist - Erkennen - Wissen
- Aufgabe der Seele ist die Transformationsleistung der Naturgeschehnisse
herüber zum und ins menschl. Subjekt
- holt sie aus der Potentialität in die Realität
- erkennt das Moment, wenn etwas in sein Ziel gelangt, auf das telos hin
- Aber:Seele ist keine Substanz (Substanzen sind die vom Himmel auf die Erde
zurückgeholten Ideen), zugleich aber auch kein bloßes Anhängsel (Akzidens)
- der Gegenbegriff zu Substanz
- A. hält die Ideen für zu abstrakt , deshalb zieht er die in den Dingen wohnenden
(inhärenten) Substanzen vor.
- die Seele ist Trägerin des Geistes
- Geist ist eine besondere Ausprägung von Seele; zuständig für die Wahrnehmung
(=aisthesis = eher rezeptiv) und dem Streben (=orexis = eher aktivisch, spontan)
-
-6noch höhere Eigenschaft ist das Denken: ist sowohl rezeptiv als auch spontan
(aktivisch)
 Rezeptivität und Spontanaeität des Denkens führen zu Wissen (episteme)
Und Wissen ist wieder – wie so vieles in der griechischen Kultur – hierarchisch
d.h. in einer Rangordnung von oben nach unten gegliedert.
d) Die ‚Metaphysik’ ist für A. das Lehrstück des höchsten Wissens
- Metaphysik ist für ihn an der Spitze aller Wissensformen
-
- Metaphysik ist f. A. diejenige Disziplin, die jedem Ding in der
Welt seinen Platz im Ganzen des Seienden zuweist
- Den Begriff ‚Platzanweiser haben wir schon einmal gehört: Bei Platon hatte
- der Philosoph diese Funktion, jedem von uns seinen Platz zuzuweisen, an dem
-
dann jeder das Seine tut und das Seine erhält. (= Gerechtigkeit)
(Also: Die Met. des Aristoteles = Nachfolgedisziplin der Philosophie bei Platon)
Aber trotzdem hat auch A. ein realitäts-, erfahrungs- und geschichtsunabhängiges
Wissen postuliert = Theologie (Hierin bleibt er also dem mainstream der griech.
Philosophie verhaftet)
e) Die Gliederung der ‚Metaphysik’.
Buch Α
Buch Β
Buch Γ
Buch Δ
Buch Ε
Buch Ζ
Buch Η
BuchΘ
Buch Ι
Buch Κ
Buch Λ
Buch Μ
Buch Ν
Einleitung
Aporien
Sein als Sein
Ein philosophisches Lexikon
Nachtrag zu: Seiendem als Seiendem
das Herzstück der ‚Metaphsik = die Bücher zur SUBSTANZ
über Einheit
Resumee zu den Büchern Gamma, Delta und Epsilon: zur Physik
Theologie (Unser Buch, das 12. Buch, da dem Buch Alpha 2
Bücher zugerechnet werden)
zur Mathematik
zur Zahlenlehre (von Platon) = das 14. und letzte Buch)
Worin bestehen letztlich die 3 Funktionen der ‚Metaphysik’ ??????
:
Axiologie: Es werden die nicht mehr beweispflichtigen Grundannahmen
(Axiome genannt als die einfachsten und ersten Prinzipien der Philosophie)
Ontologie: Wissenschaft vom Sein, vom Seienden als Seiendem, d.h.
von der allgemeinen Struktur, die alles Seiende in der Welt
hat.
Theologie: Lehre vom ranghöchsten Seienden, von dem alles bewirkenden Prinip = vom Göttlichen und d.h. auch:eine Wissen-
-7–
schaft, die vom Göttlichen selber praktiziert wird.
f) Das Buch Λ
(λ- griechischer Buchstabe Lambda) (= das 12. Buch)
= die aristotelische Onto-Theologie.
- für Aristoteles ist die Weisheit die leitende erste Wissenschaft (prote^ philosophia)
 „Fundamentalphilosophie“
- 3 Bedingungen (s.o.) werden genannt
Hier muß nun bei der Interpretation dieses Zusammenhangs festegestellt werden,
daß ein vierter Bereich (nachAxiologie, Ontologie und Theologie) an dieser Stelle
fehlt, nämlich: der Bereich der Ethik, der Bereich des Guten, der ja für Platon noch
so zentral war und durch den Philosophen bei der Schau des Göttlichen erschlossen
worden war. und zweifellos das metaphsischste Element in der platonischean Philosophie darstellt.
- Festestellung also: Es fehlt der 4. Bereich.
die Ethik wird von der Theologie getrennt
- Warum fehlt er ?Bei der ungeheuren Genauigkeit des Philosophen Aristoteles will
- hier keiner (und ich auch nicht) an ein Versehen, an einen Flüchtigkeitsfehler
- glauben. DL: Ich vermute: Es war die Absicht von Aristoteles: Hier schlägt seine
Kritik an der Ideenlehre Platon durch, die ihm einfach zu sehr ein
- geschlossenes System war und zu wenig Entfaltungsraum enthielt für den
- menschlichen Faktor, für die Entfaltung des Menschen in der Welt.
Um Sinn an das aristotelische Denken an diesem Punkt zu bringen, ist meine
These hierzu: Er läßt diesen 4. Bereich aus, um seine Praktische Philosophie
in Ethik und Politik neu konstituieren zu könne. (Siehe Freitag)
Damit Sie sich darauf vorbereiten können, lesen Sie bitte intensiv aus dem gelben
Reader auf der Reader-Seite7 (=NikEth-Seite 127) den Passus, wo A.
in Zeile 13 die Gerechtigkeit als ‚fremdes Gut’ definiert und dann sagt „sie tut,was
einem anderen frommt“ - Bitte den Zusammenhang lesen. Die Interpretation lautet
meiner Ansicht nach: Wenn Gott nicht für die Mensachen sorgt (wie er es noch
bei Platon vermittelst des philosophischen Plathalters und Platzwärmers=der
Philosophenkönig tat!!!!!!!!!!), dann muß bei A. der Mensch etwas tut, was er bei
Platon nicht durfte, sich nämlöich in anderes,in fremdes, in anderer Leute
Angelegeheiten einzumischen: er übt eine Tugend „..auch anderen gegenüber,nicht
nur für sich allein“ (gleiche Seite, Zeile 5 f.) Kurz: Wenn Gott sich nicht mehr um
die Menschen kümmert, müssen es diese selber tun. Es entsteht eine ethisch
konstitutive Intersubjektivität, aus der dann später......der so wichtige Sozialstaat
hervorgeht. Es entsteht Intersubjektivität, Solidarität, Geschwisterlichkeit (nicht
nur Brüderlichkeit) unter den Menschen. Auch das mußten Menschen lernen. Und
ein Erster mußte es ihnen sagen. Und der hieß Aristoteles.
Merken Sie bitte, was Texte sagen können, wie sie auch mit Ihnen sprechen über
so viele viele Generationnen hinweg – und merken Sie, wie wir alle Teil dieser
Geschichte sind - merken Sie, warum es so wichtig ist, den Dingen an die Wurzel
zu gehen und ein Bewußtsein dieser Wurzeln zu entwickeln: Sie bitte und
-8–
gerade Sie als diejenigen, die diese Geschichte fortsetzen und sie eines Tages an
ihre Studenten, Kinder (weiter-) tradieren....... Merken Sie, wie die beiden Vorlesungen zusammenhängen ???? – Ich wiederholge mich.. Nur hier ist es mal
konkret am Text ablesbar !!!!!!
That’s university at its best.!!!!)
g) Gott als der unbewegte Beweger ( to akineton kinoun)
- handelt vom ranghöchsten Gegenstand, dem „unbewegten Beweger“
(Gottesbeweis s.o.)
- A. bleibt ein klassischer Philosoph, weil er eine nicht-weltliche Substanz
anerkennt
- der „unbewegte Beweger“ ist
1.) Zweck und Ziel von allem
2.) ein selbstreferenzieller Gott (ein Gott der sich auf sich selbst bezieht)
- auch durch Lust bestimmt ist (an sich selber)
Aber wir müssen noch erkenntnistheoretisch qualifizieren, was Aristotles hier insgesamt tut.
Er ver-übt eine in seiner methodischen Wissenschaftslehre selber verbotene:
Metabsis (metabasis eis allo genos) = eine Übertragung eines
Beweisteils von einem Gebiet zu einem anderen Gebiet
hier z.B.
-
Transposition von der Kosmologie in die Theologie (Verschiebung aus einem
Bereich des Wissens in einen anderen) - Widerspruch bei Aristoteles: der Gott
ist aktivisch – vorher war er rein logisch entschlossnerer Seins-, ein Onto-Gott.
Gleichwohl: Gott kümmert sich nicht mehr um die Menschen, ((((((aus diesem
Grunde müssen auch sie sich nicht mehr um ihn kümmern))))))) Na. Na.
 Menschen sind gezwungen für sich selbst zu sorgen (s.o)
 Exterretorialisierung von Gott
3.) Der Gott ist ein Gott der Philosophen (Beide lieben Theorie als reine, folgenlose
4.)
Schau – auch eine Projektion ??????
5.) er ist etwas Erstrebtes (hos eromenon)
6) Der aristotelischer Gott bleibt auch nach der Aktivitäts-Einhauchung
ein logisch erschlossener, ein fast reiner Seins-Gott, ein
apersonaler Gott
ohne Zuwendung zur Welt und zum Menschen, ein exterritorialer Gott, der für den weiteren Gang der innerweltlichen Dinge
(nach der Inbewegung-Setzung von Welt)keinerlei nachkonstitutive
Bedeutung mehr hat.)
-9–
h) Eine fast nur noch rhetische Frage: Ist Aristoteles dieser Gottesbeweis
gelungen ???
-
Nö!!!!
Er erhebt allerdings auch keinen Exklusivitätsanspruch (das sorgt späeter in seiner
christlichen Weitervearwendung für mehr Toleranz)
schuf eine Teil der Grundlagen des später entstehenden Deismus
i) - Was offenbleibt für die Ethik und Politik, oder: Die Konstitution von praktischem Handeln
und Gerechtigkeit ist im Vergleich zu Platon wieder en wenig (soweit in Antike möglich,
also noch nicht im modernen Sinne) offen, pluralistisch und frei.!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
5) Zur Wirkungsgeschichte der arstotelischen Onto-Theologie (bei den späteren Griechen und
bei Römern, bei den Karolingern, bei den Arabern, im jüdischen Mittelalters , im orthodoxen
Ost-Christentum, im lateinischen West-Christentum des Mittelalters, sowie seit etwa 1800 in
der europäisch-amerikanischen Gegenwart..
-
arabischer Raum
Fortbestehen der Schule
großer Einfluss auf Christentum und das jüdische Mittelalter
in Ost-Christentum (Byzanz) und
West-Christentum (lateinisch) erheblichen Einfluss
 Karl der Große; Thomas v. Aquin  Renaissance der lehren v. Aristoteles
Diese Mitschrift war gar nicht sachleacht. Bitte versuchen Ssie nur ein bißchen mehr an auch optischer
Gliederung in Ihr Schriftbild zu bringen. Das ist vor allem Studenten mit dem Ziel des Lehramts
wichtig, die ‚entelechialen Lehrer’ War auch entechial.
  
Take care.
DL
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