Expressionismus

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Epochenprojekt „Expressionismus& Dadaismus“
Deutsch J2, Herr Birkenmaier
von Anna Hackl, Cassandra Ebner, Rosalia Zeising
Expressionismus & Dadaismus
1.) Hintergründe:
Als „Expressionismus“ wird die künstlerische Epoche von 1910-1925 bezeichnet.
Expressionismus kann im deutschen mit „Ausdruckskunst“ übersetzt werden. Innere
Gefühle, Meinungen und Erlebnisse sind dabei sehr wichtig.
Aufgrund der großen Ereignisse, Turbulenzen und Umbrüche in dieser Zeit, war der
literarische Expressionismus vor allem in Deutschland zu finden.
Großen Einfluss nahmen sicherlich das Kaiserreich, der Erste Weltkrieg und die
daraus entstandene Weimarer Republik. Unter Kaiser Wilhelm II. erlebte Deutschland
eine unruhige Zeit, innenpolitische und soziale Probleme wurden stark vernachlässigt
und eine wilde Außenpolitik verfolgt.
Durch die Wirtschaftskrise, nach dem lang andauernden Krieg, und der damit
folgenden Inflation wurde das Vertrauen der Bürger schwer erschüttert und
Deutschland gelangte an einem Tiefpunkt an. Das Vertrauen in den Staat war verloren.
Die Expressionisten kritisierten die aktuelle Ordnung. Sie wollten ihr Missfallen und
ihre Ansicht über die aktuelle Situation ausdrücken und verlangte nach Erneuerung
und Aufbruch.
Expressionistische Autoren lehnten sich damals gegen eine „Enthumanisierung“ auf,
durch die Industrialisierung, und warnten vor einer Gesellschaft, die keinerlei
Rücksicht und Moral verfolgte. Sie wollten die Menschen auf sich aufmerksam
machen und sie alle wachrütteln. Sie fürchteten die Bedrohung der Gesellschaft und
hatten deswegen eine Idee der idealen neuen Welt, die sie gemeinsam schaffen
wollten.
Die Expressionistischen Dichter, wollten überhaupt nichts mehr mit der
Vergangenheit zu tun haben und einen Bruch mit ihr machen, mit dem Ziel sich selbst
zu finden und die Welt zu retten. Das lag sicherlich daran, dass viele dieser Dichter
den Ersten Weltkrieg miterlebt hatten und selbst Kriegsdienst leisten mussten und so
traumatisiert und in ihrem Glauben erschüttert waren.
Expressionismus war eine neue Inspiration und Freiheit in Kunst und Kultur. Unter
dem Einfluss dieser Bewegung entfaltete sich eine faszinierende Vielfalt der Stille und
ein „enormer Reichtum an Ideen und Fähigkeiten“.
Motive des Expressionismus waren oftmals: Tod, Melancholie, Angst, Krieg und
engstirnige Melancholie.
Epochenprojekt „Expressionismus& Dadaismus“
Deutsch J2, Herr Birkenmaier
von Anna Hackl, Cassandra Ebner, Rosalia Zeising
1937 wurden Expressionistische Künstler von der NSDAP verfolgt, da sie Gegner
derer waren, weil sie sich von ihnen bedroht fühlten. Jahre zuvor waren schon viele
Werke von ihnen verbrannt worden. Ob der Nationalsozialismus an dem Untergang
des Expressionismus schuld ist, kann man so nicht sagen, da schon 1925 nur noch
wenig Werke erschienen sind und die Gesellschaft damals schon einen neuen Wandel
vollzog.
Der Dadaismus ist eine Ausprägung des Expressionismus und ist eine revolutionäre
literarische künstlerische Bewegung. Der Dadaismus entstand somit aus den gleichen
Gründen, auch hier stand die soziale und politische Umstrukturierung und die
Rückkehr zur Gefühlswelt im Mittelpunkt.
Der Legende nach wurde einmal ein Federmesser in ein deutsch-französisches
Lexikon gesteckt, das den Blick auf „dada = kindliche Bezeichnung für
Holzpferdchen“ lenkte. Doch selbst die Dadaisten waren sich nicht einig, was „Dada“
bedeutet. Zum 50. Jubiläum des Dadaismus schrieb Hans Arp folgende Verse zur
Titelfrage:
„Vor 50 Jahren war dada da,
da dada da war,
eh dada da war,
war dada da
als dada da war.“
So „unvernünftig“, wie dieser Titel also ist, so „ohne Vernunft“ war auch das Denken
der Dadaisten. Man war der Meinung, dass die menschliche „Vernunft“ es so weit
gebracht hatte, dass sich beispielsweise die Völker in Kriegen vernichteten. Deshalb
verlangten die Schriftsteller eine „Rückkehr der menschlichen Naivität“ und einen
„Verzicht auf jede Logik“. Diese Forderungen sind natürlich auch im Schreibstil der
Dadaisten erkennbar. Oft wurden Worte oder Sätze ohne logischen und
grammatischen Zusammenhang aneinandergereiht oder das Ergebnis eines Werkes
war absurd und aussagelos.
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2.) Gedicht zur Epoche:
Georg Heym: Deine Wimpern, die langen
Deine Wimpern, die langen,
Deiner Augen dunkele Wasser,
Laß mich tauchen darein,
Laß mich zur Tiefe gehn.
Steigt der Bergmann zum Schacht
Und schwankt seine trübe Lampe
Über der Erze Tor,
Hoch an der Schattenwand,
Oder wir treten hinaus
Vom Schatten der goldenen
Wälder,
Groß in ein Abendrot,
Das dir berührt sanft die Stirn.
Sieh, ich steige hinab,
In deinem Schoß zu vergessen,
Fern, was von oben dröhnt,
Helle und Qual und Tag.
Göttliche Trauer,
Schweige der ewigen Liebe.
Hebe den Krug herauf,
Trinke den Schlaf.
Einmal am Ende zu stehen,
Wo Meer in gelblichen Flecken
Leise schwimmt schon herein
Zu der September Bucht.
An den Feldern verwächst,
Wo der Wind steht, trunken vom Korn,
Hoher Dorn, hoch und krank
Gegen das Himmelsblau.
Oben zu ruhn
Im Hause der durstigen Blumen,
Über die Felsen hinab
Singt und zittert der Wind.
Gib mir die Hand,
Wir wollen einander verwachsen,
Einem Wind Beute,
Einsamer Vögel Flug,
Doch von der Pappel,
Die ragt im Ewigen Blauen,
Fällt schon ein braunes Blatt,
Ruht auf dem Nacken dir aus.
Hören im Sommer
Die Orgel der matten Gewitter,
Baden in Herbsteslicht,
Am Ufer des blauen Tags.
Manchmal wollen wir stehn
Am Rand des dunkelen Brunnens,
Tief in die Stille zu sehn,
Unsere Liebe zu suchen.
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3.) Vertreter, Stilmittel& Co:
Expressionismus und Dadaismus
Wichtige
Autoren
- Ernst Barlach
- Gottfried Benn
- Leonhard Frank
- Georg Heym
- Arthur Kronfeld
- Alfred Lichtenstein
- Kurt Münzer
- Ernst Stadler
- August Stramm
- Ursula Wächter
- Paul Zech
- Bertolt Brecht*
- Erich Kästner*
- Thomas Mann*
- Franz Kafka*
- Friedrich Dürrenmatt*
(* vom Expressionismus beeinflusst)
Häufig
verwendete
Stilmittel
-Reihungsstil (Aneinanderreihung kurzer Hauptsätze ohne logische
Verbindung)
- Chiffren (rätselhaftes Zeichen, nicht erfassbar)
- Konnotation (Zwei-/Mehrdeutigkeit)
- Neologismus (sprachliche Neubildung)
- Wortfetzen
- Syntax-/Grammatikvariation
- Telegrammstil (kurz, Ellipsen)
- Ironie
- Mensch wird zum Objekt
- Personifikation von Naturgewalten und Kriegsgeschehen
Topoi
-
Krieg
Großstadt
Natur
Rausch
Weltuntergang
Zerfall
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