Unfruchtbarkeit, Sterilität, Reproduktionsmedizin

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6A - 41. Unterrichtseinheit, am 27.3.´14
Sexualität – Fortpflanzung und Wachstum
(Buch Seiten 57 – 88)
Hefteintrag – neues Kapitel:
 mein Handout
Sexualbiologie … Link:
http://www.medienwerkstattonline.de/lws_wissen/index.php?level=2&kategorie_1=Menschlicher+K%F6rper&kategorie_2=Geschlechts
organe+und+Fortpflanzung
Vorteil der sexuellen Fortpflanzung gegenüber der asexuellen: Neukombination des
Erbgutes, neue Varianten werden geschaffen.
1
Warum Sex?
Exzerpt aus Falter.at, Mai.´11
oder
oder doch
Sex ist zur Vermehrung nicht unbedingt notwendig, wie ein Blick zurück in die
Evolutionsgeschichte zeigt: Viele Organismen schaffen es, sich ohne den Austausch von
Körperflüssigkeiten fortzupflanzen. Warum sich in der Natur die sexuelle Reproduktion
durchsetzte, ist nach wie vor nicht restlos geklärt. Insbesondere die Existenz des männlichen
Geschlechts gibt nach wie vor Rätsel auf.
Am Anfang war kein Sex. Natürlich würde uns ohne Sex einiges abgehen: Hätte ihn die Natur
nicht erfunden, so würden viele der schönsten Dinge des Lebens - einmal abgesehen vom Sex selbst
- nicht existieren: Pflanzen würden nicht blühen, Vögel nicht singen, der Pfau würde kein Rad
schlagen und Hirsche kein Geweih tragen. Männer würden keine Sportwagen fahren und Frauen
keine Miniröcke tragen. Der enorme Aufwand, der in der Natur und beim Menschen für Sex
betrieben wird, wirkt - gemessen am scheinbar geringen Nutzen - paradox. Zudem würde ohne Sex
und ohne zwei Geschlechter einiges einfacher werden: Es gäbe keine Nebenbuhler mehr und keinen
Liebeskummer, kein sinnloses Protzen und keine dummen Lügen. Dass Leben ohne Sexualität auch
bestehen kann, beweist ein Blick zurück in die Evolutionsgeschichte. Die ersten Lebewesen wie
Bakterien und Blaualgen, die vor vier bis fünf Milliarden Jahren entstanden, vermehrten sich
asexuell. Und sie machen es bis heute so. Die Vorteile sind unübersehbar: Ein einziger elterlicher
Organismus kopiert seine Erbinformation, teilt sich und gibt seine Baupläne vollständig an den
Nachwuchs weiter. Somit ist die gesamte Nachkommenschaft genetisch identisch. Die mühsame
Suche und Wahl eines Partners wird überflüssig. Evolutionäre Weiterentwicklung ist freilich auch
auf diese Weise möglich: Gelegentlich kommt es zu einer zufälligen Veränderung im Erbmaterial.
Ist eine solche "Mutation" vorteilhaft, kann dieser Klon - durch erhöhte Kältetoleranz etwa - einen
neuen Lebensraum besiedeln oder sich an andere Veränderungen anpassen. Die Bakterien fuhren
mit ihrer Strategie jedenfalls äußerst gut, und so kam es, dass kaum ein Ort der Erde frei von ihnen
blieb. Ein Grund dafür ist ihre kurze Generationsdauer: Manche dieser einfachen Organismen
können sich alle zwanzig Minuten teilen.
99-prozentige Sexualisierung. Mittlerweile jedoch vermehren sich aber über 99 Prozent aller
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existierenden Tier- und Pflanzenarten sexuell, das heißt, sie kombinieren ihre DNA mit der eines
Sexpartners ihrer Art und erzeugen dadurch genetisch neuartigen Nachwuchs. Warum aber kam es
vor ein bis zwei Milliarden Jahren dazu, dass Bakterien begannen, ihre Körpersäfte bzw. ihre DNA
über Zytoplasmabrücken auszutauschen? Warum also etablierte sich nach und nach die
Rekombination von Erbinformation zweier Organismen, also die sexuelle Fortpflanzung?
So unbestritten der Erfolg der sexuellen Vermehrung evolutionsgeschichtlich auch sein mag, so
uneinheitlich und umstritten sind die Begründungen der Biologie. Was möglicherweise auch damit
zu tun hat, dass in der Biologie die Bedeutung der sexuellen Selektion lange Zeit unterschätzt
wurde. Vor allem deshalb, weil männliche Biologen des 19. Jahrhunderts nicht glauben konnten,
dass weibliche Tiere sich ihre Sexualpartner aktiv auswählen, blieben evolutionstheoretische
Erklärungen der Sexualität lange Zeit Mangelware. Und bis heute ist der Glaube weit verbreitet,
dass die einzige Triebkraft der Evolution die natürliche Selektion im engeren Sinn - also das
"Survival of the fittest" - sei.
Konkurrenz der Theorien. Mittlerweile ist die Evolutionsbiologie längst zu einem zentralen
Forschungsgebiet der Wissenschaften vom Leben avanciert. Und entsprechend gibt es heute mehr
als zwanzig verschiedene und zum Teil widersprüchliche Theorien darüber, warum sich Sex in der
Natur durchgesetzt hat - widersprüchlich auch deshalb, weil die experimentellen Daten bislang noch
eher karg sind. Doch längst arbeiten die Evolutionsbiologen daran, ihre Theorien mithilfe der
Molekularbiologie und komplizierten Computersimulationen zu überprüfen. Beobachtungen an
lebenden Organismen sind die Ausnahme von der Regel, was in der Natur der Sache liegt:
"Evolution in the making" ist ein extrem langwieriger Prozess; nur wenige Modellorganismen
vermehren sich so rasch, dass ein Forscherleben ausreicht, um Einblicke in langfristige
Evolutionsprozesse zu erhaschen. Ein solcher Organismus ist die Bäckerhefe, die die
amerikanischen Forscher Clifford Zeyl und Graham Bell genauer auf ihr Sexual- bzw. NichtSexualleben hin untersucht haben. Sie kamen zu dem Schluss, dass sich im Laufe der Zeit in den
sich sexuell vermehrenden Populationen nur wenige schädliche Mutationen ansammeln, während
die asexuellen immer mehr degenerieren. Den schädlichen Veränderungen ergeht es wie im
Fegefeuer. Schlechte Mutationen würden ausgemerzt, bevor sie in einer Population die Überhand
gewinnen.
Sind Männer überflüssig? Der deutsche Zoologe Manfred Milinski ist einer jener Forscher, die
mithilfe von komplizierten Computersimulationen der Evolution des Lebens bzw. der Sexualität auf
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die Spur kommen wollen. Auf die Frage, warum sich Tiere und Menschen sexuell fortpflanzen,
weiß auch er keine Antwort, wie er unumwunden zugibt: "Im Besonderen können wir nicht
erklären, weshalb es das männliche Geschlecht gibt. Theoretisch gäbe es kein Problem mit
Weibchen, die sich asexuell, also durch Parthenogenese fortpflanzen", erklärt der Direktor des MaxPlanck-Instituts für Limnologie.
Zu diesem für ihn und seine Geschlechtsgenossen - zumindest theoretisch - existenzgefährdenden
Befund kamen Evolutionsbiologen dadurch, dass sie Computersimulationen durchspielten, die von
einer bestimmten Anzahl "genetisch" unterschiedlicher Individuen ausgehen, die sich unter
bestimmten Umwelt- und Konkurrenzbedingungen vermehren sollten. Nach einigen virtuellen
Generationen ließ sich beobachten, welche der ursprünglichen Individuen in der vorbestimmten
Umgebung den größeren Erfolg - das heißt: mehr überlebensfähige Nachkommen - haben.
Das überraschende Ergebnis: Es waren die Asexuellen, die sich in den computergenerierten
Stammesgeschichten durchsetzten. Im direkten Vergleich dauerte es kaum mehr als zehn
Generationen, bis die auf Zweisamkeit bedachten Lebewesen von den sich mittels Jungfernzeugung
vermehrenden Einzelgängern zahlenmäßig bei weitem übertroffen wurden. Und wenig später waren
jene Individuen endgültig ausgestorben, die zur Fortpflanzung Paare bildeten.
Sex als Anpassungsstrategie? Nun ist aber offensichtlich, dass die tatsächliche Evolution die
virtuelle Lügen straft. Warum aber versagte dann das Computermodell? Es war schlicht zu wenig
realitätsnahe,
sprich:
Man
hatte
bei
der
Computersimulation
die
sich
verändernden
Lebensbedingungen zu wenig berücksichtigt. Also wurden die virtuellen Umweltbedingungen, zum
Beispiel das Klima, über mehrere Generationen langsam geändert. Und siehe da: Je schneller die
Veränderungen, desto länger überlebte die Gruppe der sich sexuell Fortpflanzenden - um früher
oder später indes doch irgendwann auszusterben und den Einzelgängern das Feld zu überlassen.
Einzige Ausnahme: Bei drastischen Veränderungen von einer Generation auf die andere hatten die
Asexuellen plötzlich keine Chance mehr. Doch wo finden sich ähnlich drastische Umbrüche
außerhalb wohl definierter Computersimulationen? Wo herrscht in einer Generation Tropenklima
und in der nächsten Polarwetter? Es ist natürlich nicht das Klima, das sich quasi von heute auf
morgen verändert. Unglaublich vielseitig und rasant schnell wandelbar sind aber Viren und
Bakterien - all die Erreger von Infektionskrankheiten. Der britische Biologe William Hamilton war
es, dem bereits in den Sechzigerjahren dieser zündende Gedanke gekommen war: Gefragt ist also
ein hochflexibles Immunsystem, das Fremdes - und also auch neues Fremdes - schnell als fremd
erkennt und vernichtet, bevor es im Körper Schaden anrichten kann. Die Antwort auf sich ändernde
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Umweltbedingungen und flexible Parasiten heißt also Rekombination: die Durchmischung und
zufällige Neukombination des Erbgutes zweier Individuen. Sex eben.
Genetischer Rüstungswettlauf. Ein ganz ähnlicher Erklärungsansatz ist die so genannte RedQueen-Hypothese, die in den Siebzigerjahren vom Evolutionsbiologen Leigh Van Valen formuliert
wurde. Eltern mit jeweils einer "guten" Mutation bekommen "superfitte" Nachkommen, die beide
Vorteile in sich vereinen. Der Erfolg eines Individuums hängt auch hier davon ab, wie gut es
Krankheitserreger und Parasiten abwehren kann. Da die Strategien der Angreifer immer raffinierter
werden, muss das Immunsystem ebenfalls flexibel sein. Zwischen Parasiten und ihren Wirten
herrscht ein verbissener Rüstungswettlauf. Lebewesen, die durch genetische Neuerungen besser
gegen Krankheitserreger gerüstet sind, haben daher höhere Überlebens- und Fortpflanzungschancen.
Dadurch wird ein anfangs seltenes Abwehrmuster immer häufiger, und die Krankheitserreger finden
wieder einen Weg, es zu überlisten. Die Hypothese über das genetische Wettrüsten einer Art und
ihrer Angreifer hat ihren Namen von der Roten Königin aus "Alice im Wunderland": Im legendären
Land der Roten Königin muss man laufen, um am gleichen Ort zu bleiben. Will man
weiterkommen, muss man doppelt so schnell sein. Organismen, die sich sowohl sexuell als auch
asexuell fortpflanzen können - wie zum Beispiel die Blattläuse -, sind für die Klärung der Frage
"Warum Sex?" naturgemäß von besonderem Interesse. Neuseeländische Süßwasserschnecken
jedenfalls stützen die Annahmen der Parasitentheorie: In dicht besiedelten Seen vermehren sie sich
sexuell und produzieren so immer neue Varianten des Immunsystems. Wenn sie hingegen in
parasitenarmen Gewässern leben, verlassen sie sich auf asexuelle Reproduktion.
Immungene zum "Erschnuppern". Ein anderer Beleg dafür, dass die Entwicklung der sexuellen
Reproduktion etwas mit der Ausbildung eines hochflexiblen Immunsystems zu tun hat, lieferte die
Entdeckung der MHC-Moleküle, benannt nach dem so genannten "major histocompatibility
complex". Diese Moleküle werden von rund einem Dutzend Genen programmiert, und je bunter
zusammengesetzt
diese
Genvarianten
sind,
desto
breiter
ist
auch
das
Spektrum
an
Krankheitserregern, auf das reagiert werden kann. Wenn Weibchen also wüssten, welche
Genvarianten sie selbst tragen, könnten sie bei ihrer Partnerwahl gezielt, evolutionsbiologisch
erfolgversprechend vorgehen. Und scheinbar tun sie das auch immer schon wie automatisch. Erste
Hinweise darauf lieferten US-amerikanische Forscher in Versuchen an Mäusen, bei denen sich
zeigen ließ, dass man Immungene "riechen" kann. Mäuseweibchen "erkennen" an Duftstoffen die
MHC-Gen-Varianten der Männchen, und irgendwie "wissen" sie offenbar auch, welche sie selbst
5
tragen. Das erleichtert die - evolutionstheoretisch günstigste - Partnerwahl ungemein. Wie genau
dieses Riechen, Erkennen und Wissen funktioniert, ist allerdings noch weitgehend unbekannt.
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Homosexualität
Unter Homosexualität versteht man die Tatsache, dass Lust, Liebe und
sexuelles Verlangen auf das gleiche Geschlecht gerichtet ist, also Frauen
Frauen und Männer Männer lieben. Man schätzt, dass in den westlichen
Industrienationen 6 % - 10 % der Menschen homosexuell veranlagt sind.
Homosexuelle Männer bezeichnen sich selber als schwul, homosexuelle
Frauen werden als lesbisch bezeichnet.
Historisches
Klassisches Altertum
Im alten Griechenland war Homosexualität eine weit verbreitete Art der
Liebesbeziehung und gesellschaftlich voll akzeptiert. Dabei sahen sich oft
ältere Männer veranlasst, als Freund, Lehrer, Beschützer und Sexualpartner
jüngerer Männer aufzutreten. In Rom war Homosexualität weniger weit
verbreitet, wurde aber gesellschaftlich ebenfalls akzeptiert.
Christliches Abendland
Gedenktafel für die Opfer des NS-Terrors
am U-Bahnhof Nollendorfplatz in Berlin
Das Christentum ächtete die Homosexualität, die schon sehr früh sogar mit dem Tode bestraft wurde. Diese
Einstellung rührte aus dem Glauben heraus, dass Lust und Sexualität als Sünde anzusehen sind und nur in der Ehe zur
Zeugung von Kindern geduldet werden dürfe. Homosexualität galt daher als schweres Verbrechen gegen Gott und die
Natur des Menschen. Auch heute noch gilt im Christentum offiziell Homosexualität als schwere Sünde, obwohl viele
Geistliche an der Basis längst zu einem toleranten Umgang gefunden haben.
Zeit der Aufklärung
In der Zeit der Aufklärung und der französischen Revolution wurde Homosexualität - im Gegensatz zum Mittelalter weniger als Verbrechen und mehr als Krankheit, die es zu heilen galt, angesehen. Es sei erwähnt, dass die WHO erst im
Jahre 1992 davon abgegangen ist, Homosexualität als Erkrankung anzusehen und sie erst seit diesem Zeitpunkt als
normale Spielart menschlicher Sexualität einstuft.
1919: Magnus Hirschfeld, selber homosexuell, gründet in Berlin das Institut für Sexualwissenschaft.
1933 bis 1945: Die SA plündert und zerstört das Institut, das kurz darauf geschlossen wird. Viele Homosexuelle werden
in den Lagern oder den KZ der NS-Zeit geschunden und ermordet.
1969: In Amerika erheben sich die Homosexuellen zum ersten Mal öffentlich gegen ihre Diskriminierung und
Unterdrückung in dem mittlerweile legendären Christopher Street Day im Juni dieses Jahres. Im September des Jahres
1969 wurde der § 175, der in Deutschland den sexuellen Verkehr auch von erwachsenen Homosexuellen
untereinander unter Strafe stellte, dahingehend geändert, dass Homosexualität nur noch mit Männern unter 21
Jahren unter Strafe gestellt wurde.
1973: Im Juni 1973 wurde die Strafbarkeit homosexueller Kontakte auf ein Alter unter 18 Jahre beschränkt.
1979: Der erste öffentliche Umzug in Berlin zum Gedenken an den Christopher Street Day von 1969.
1994: Der § 175 wird völlig gestrichen und dem Sexualstrafrecht der Heterosexuellen angepasst. Demnach sind
homosexuelle Praktiken nur noch mit Menschen unter 14 Jahren (Kindern) und unter bestimmten Voraussetzungen
mit Menschen zwischen 14 und 16 Jahren strafbar.
Juni 2000: Die Bundesregierung bringt einen Gesetzesentwurf in den Bundestag, der eine standesamtlich eingetragene
Lebensgemeinschaft für homosexuelle Paare mit Rechten ausstatten will, die denen einer Ehe in einigen Bereichen
7
nahekommt. Bischoff Dyba aus Fulda erklärte die Diskussion über eine gesetzliche Regelung homosexueller
Beziehungen als dekandent und pervers.
9. Juli 2000: Über 200 000 homosexuelle Männer und Frauen beendeten eine Demonstration in Rom mit einem
Marsch zum Kolosseum. Papst Johannes Paul II hat die Demonstration als schwere Provokation des Christentums und
Homosexualität nochmals als Perversion gegen das Naturrecht bezeichnet.
Persönlichkeiten mit homosexuellen Neigungen
 Alexander der Große
 Julius Caesar
 Leonardo da Vinci
 Ludwig von Beethoven
 Oscar Wilde
 Ludwig II von Bayern
 Moliére
 Thomas Mann
 Marlene Dietrich
Der Siegeszug homosexueller Männer und Frauen begann, wie erwähnt,
öffentlichwirksam mit dem Christopher Street Day im Juni des Jahres 1969. An diesen
Tag demonstrierten Homosexuelle in den USA erstmals massenhaft und öffentlich
gegen ihre Diskriminierung.
In Deutschland war die Homosexualität auch zwischen erwachsenen Männern bis zum Jahre 1969 eine
strafbare Handlung. In extrem konservativen Kreisen gilt Homosexualität auch heute noch als Sünde, als
Vergehen gegen die Natur des Menschen, als Perversion oder immer noch als behandlungsbedürftige
Erkrankung.
Glücklicherweise hat sich - zumindest in den westlichen Industrienationen - in den letzten Jahren ein normaler
und gleichberechtigter Umgang mit Homosexuellen durchgesetzt. Seit sich die Homosexuellen gut organisiert
haben und damit eine politische und wirtschaftliche Kraft darstellen, hat auch in der Wirtschaft und der Politik
ein Wandel zu mehr Gleichberechtigung stattgefunden. Mittlerweile würde es nicht einmal mehr ein
republikanischer Politiker in den USA wagen, diese Menschen zu diskriminieren.
Es gilt mittlerweile in der Wissenschaft als unumstritten, dass Homosexualität eine der möglichen Spielarten
bzw. Vielfalt des Menschen darstellt. So wie es Japaner, Chinesen, Farbige oder Weiße gibt, gibt es
Homosexuelle, Asexuelle, Bisexuelle oder Heterosexuelle.
Rechtliche Aspekte
In praktisch allen westlichen Industrieländern ist Homosexualität nicht strafbar. In vielen Ländern des
islamischen Kulturkreises jedoch wird sie bestraft - in einer Reihe von Ländern sogar mit dem Tod.
Eingetragene Partnerschaften
Eine wichtige Forderung der Homosexuellenszene (= Schwulenbewegung) ist die gesetzliche Regelung einer
eheähnlichen Beziehung zwischen homosexuellen Menschen.

die Partnerschaft wird bei einer Behörde, möglicherweise auch auf dem Standesamt eingetragen
Die eingetragene Partnerschaft bedingt:


gegenseitige Unterhaltsrechte und -pflichten
das Recht auf gleichen Namen
8





ein gegenseitiges Vertretungsrecht, z.B. bei Einwilligungen zu medizinischen Eingriffen
ein gegenseitiges Zeugnisverweigerungsrecht, z.B. vor Gericht
ein gegenseitiges Recht im Mietrecht, Versicherungsrecht, Erbrecht
die Regelung des Nachzugs, sofern einer der Partner Ausländer ist
Regelungen beim Versorgungsausgleich und der Rente
Bisexualität
Die Silbe bi entstammt dem Lateinischen und bedeutet zweifach. Unter bisexuellen Menschen versteht man
Menschen, die sowohl homosexuelle als auch heterosexuelle Partnerschaften bzw. Beziehungen eingehen manchmal sogar gleichzeitig - und Sex mit beiden Geschlechtern haben.
Unfruchtbarkeit, Sterilität, Reproduktionsmedizin
Kinder sind für die meisten Menschen ein Hort der Freude und Sinnerfüllung. Trotz der Vereinzelung der Menschen
vor allen in den Ballungszentren der Industrienationen sehen viele Menschen den Sinn ihres Lebens nicht zuletzt in
einer Partnerschaft mit Kindern. Da ist die Tatsache, keine Kinder bekommen zu können für viele Menschen eine
schwere, oft unerträgliche Belastung. Bei etwa 40% aller ungewollt kinderlosen Paare liegt die Ursache beim Mann in
40%, also gleich häufig, bei der Frau und in 20% bei beiden. Für die Beurteilung der Erfolge bei der Therapie der
Unfruchtbarkeit sei daraufhingewiesen dass nur rund 30% der befruchteten Eizellen zur Einnistung kommen und
damit zu einer Schwangerschaft führen können.
Kinderlosigkeit ist für viele Menschen eine außerordentlich belastende Vorstellung. Um diesen Menschen zu helfen,
hat sich eine Fachrichtung mit der etwas technologischen Bezeichnung "Reproduktionsmedizin" gebildet. Hier
können Diagnosen und Beratung erhalten werden. Außerdem finden u.a. die unten dargestellten Methoden
Anwendung, um den Betroffenen doch noch zu einem Kind zu verhelfen.
Ursachen
Die Ursachen für Unfruchtbarkeit sind vielfältiger Art und sind beim Mann und der Frau erst einmal getrennt zu
diagnostizieren.
beim Mann
Man muss die psychovegetativen bzw. psychosomatischen Ursachen von den rein körperlichen Ursachen abgrenzen.
In Ballungszentren ist der Anteil an unfruchtbaren Menschen höher als in ländlichen Gegenden; hier scheinen Stress
u.ä., also psychische Faktoren eine wesentliche Rolle zu spielen. Außerdem kommen Blei, Cadmium und Arsen sowie
Vitaminmangel und Mangel an Spurenelementen als mögliche Auslöser in Frage.
Eine weitere Ursache besteht darin, dass zu wenig und/oder zu gering bewegliche Spermien erzeugt werden. Auch
Hormonstörungen können der Grund für eine gestörte Zeugungsunfähigkeit sein. Natürlich muss auch die Tatsache
berücksichtigt werden, dass der Mann eventuell nicht zu einer Erektion in der Lage ist. Hierfür gibt es viele Gründe,
z.B. den eines Gefäßverschlusses einer oder beider den Penis versorgenden Arterien. Oft sind natürlich körperliche
Ursachen von den sie auslösenden psychischen nicht zu trennen. Ausführliche Gespräche und Untersuchungen bei
einem Facharzt des Vertrauens sind daher zwingend erforderlich.
bei der Frau
Beim Mann wie bei der Frau spielen psychische Faktoren oft eine große Rolle. Ein weiterer häufiger Grund für eine
gestörte Fertilität sind Hormonstörungen. Diese Gründe müssen von anderen körperlichen Ursachen wie z.B.
Eileiterverschlüssen oder Narbenbildungen z.B. nach Infektionen in den Eileitern unterschieden werden. Auch bei
der Freu ist eine intensive Beratung und Diagnose bei einem Facharzt des Vertrauens erforderlich.
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Therapien
Bei einem primär psychischen Grund können Akupunktur, Homöopathie, Selbsthilfegruppen und natürlich
psychologische Beratung und Hilfe zu guten Erfolgen beim Kinderwunsch führen. Bei körperlicher Ursache für
ungewollte Kinderlosigkeit muss gemeinsam mit dem Arzt entschieden werden, welche Maßnahmen zu ergreifen
sind. Dies kann beispielsweise ein Eingriff sein, um die Eileiter wieder durchgängig zu machen. Sollten diese
Maßnahmen nicht zu dem erwünschten Kind führen, so bieten sich weitere Möglichkeiten an, um doch noch einen
Kinderwunsch erfüllbar zu machen:
Hormonbehandlung
Eine Behandlung mit Hormonen unter strenger ärztlicher Aufsicht führt in ca. 40% zum Erfolg.
Homologe Insemination
Dabei wird der Samen des Mannes nicht über den normalen Geschlechtsverkehr sondern künstlich in den Uterus
seiner Frau eingebracht. Diese Methode ist vor allem dann angebracht, wenn der Samen des Mannes nicht die
notwendige Anzahl und/oder Beweglichkeit für eine "normale" Befruchtung besitzt. Das Kind ist dann das leibliche
Kind der beiden Partner.
Die Erfolgsquote liegt bei ca. 5 - 10%.
Heterogene Insemination
Sollte die Zeugungskraft des Mannes nicht ausreichen, so kann der Samen eines fremden zeugungsfähigen Mannes
künstlich, also ohne Verkehr in den Uterus der Frau verbracht werden. In diesen Fällen ist das Kind nicht mehr das
leibliche Kind des Partners sondern nur noch der Mutter.
Die Erfolgsquote liegt bei ca. 20%.
In vitro fertilisation (IVF)
Bei dieser Reproduktionsmethode werden der Frau unter Ultraschallkontrolle durch die Scheide einige Eizellen
entnommen und außerhalb des Körpers mit den Samen ihres Partners oder auch eines fremden Mannes befruchtet.
Dies geschieht in einem Röhrchen in einem Brutschrank. Zwei Tage nach der Befruchtung wird das befruchtete Ei in
den Uterus der Frau eingepflanzt. Die IVF wird in der Hauptsache dann eingesetzt, wenn die Eileiter (Tuben) der Frau
in ihrer Durchgängigkeit beeinträchtigt sind.
Die Erfolgsquote liegt bei ca. 10 - 15%.
ICSI (Intra-Cytoplastische-Spermien-Injektion)
Bei dieser Art der Reproduktionsmedizin werden wie bei der IVF der Frau unter Ultraschallkontrolle durch die
Scheide Eizellen entnommen. Jetzt aber wird jede einzelne Samenzelle mit Hilfe einer Mikropipette direkt ins
Cytoplasma der Eizelle der Frau injiziert und die so befruchteten Zellen ebenfalls nach zwei Tagen in den Uterus der
Frau implantiert. ICSI wird in der Regel dann eingesetzt, wenn die Spermien des Mannes in ihrer Menge und/oder
Beweglichkeit eingeschränkt sind.
Die Erfolgsquote dieser Methode liegt bei ca. 18%.
Sexuelles Verhalten
 beinhaltet alle Verhaltensweisen, die zur Paarbildung, Kopulation und zur Aufrechterhaltung der Paarbindung
erforderlich sind
 Erzeugen von Nachkommen ist für Tiere neben eigenem Überleben wichtigster Lebensvorgang
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






in Evolution herausgebildete Mechanismen sichern, dass männliche Keimzellen Eizellen erreichen, um
Weitergabe der Erbanlagen der Eltern zu ermöglichen
Abstimmung vieler anatomischer und physiologischer Eigenschaften mit sexuellen Verhaltensweisen
sexuelles Verhalten durch sehr starken Antrieb bei allen Tieren ausgezeichnet deshalb allen anderen
Verhaltensweisen übergeordnet
brünstige Tiere kommen lange ohne Nahrung aus (Männchen können bis 30% des Gewichtsverlieren)
Geschlechtspartner wird von Tier mit großer sexueller Handlungsbereitschaft verteidigt (auch gegen stärkere
Artgenossen)
kein Abbruch der Bemühungen trotz negativer Erfahrungen, Schmerzen und Fehlversuchen bei
Partnerfindung und Paarung
Ausführen von Appetenz- und Werbungsverhalten mit großer Beharrlichkeit
Selektion
Selektion = [lat.] Auslese
 Erhaltung der für die betr. Umweltbedingungen am besten geeigneten Lebewesen
 weniger gut angepasste Individuen haben entsprechend geringere Fortpflanzungschancen (natürl. Zuchtwahl)

im Laufe der Evolution entstanden




Individuen einer Art konkurrieren um Geschlechtspartner, Reviere und Nahrung
Selektion begünstigt Verhaltensweise mit geringstem Aufwand an Energie und Zeit
Erfolg wird anhand der Anzahl der fortpflanzungsfähigen Nachkommen gemessen
unterschiedliche Fortpflanzungsstrategien auch zwischen Männchen und Weibchen (Weibchen investieren
beträchtlich in Produktion der Eier)
 Weibchen wählen Männchen nach Merkmalen aus, die Nachkommen zugute kommen werden  sexuelle
Selektion
 Fortpflanzungsstrategien für Individuen beider Geschlechter maximieren Erfolg zur Weitergabe der eigenen
Gene bei der Fortpflanzung
Sexualdimorphismus ¨wenn Männchen und Weibchen sich unterscheiden.
Hirsche unterscheiden sich durch Geweih von Hirschkühen
Pavianmännchen haben große Eckzähne, auffällige Mähnen und bunte Färbungen im Gesicht und im
Genitalbereich
Das Zwergmännchen der Anglerfische wächst früh am Weibchen fest, verkümmert bis auf die Hoden und wird an
das Blutsystem des Weibchens angeschlossen.
Besondere Organe der Männchen oft nur während bestimmter Jahreszeit ausgebildet (leuchtend roter Kehlsack
des Fregattvogels)
Bei Singvögeln singen oft nur die Männchen
Geschlechtsspezifische Duftstoffe bei vielen Insekten und Säugetieren
Angeborene Verhaltensweisen und Organe, die männliche oder weibliche Tiere einer Art kennzeichnen, sind
sekundäre Geschlechtsmerkmale (Ausbildung wesentlich durch Geschlechtschromosomen bestimmt)
Balzverhalten
 erste Phase des Balzverhaltens: Anlocken eines möglichen Geschlechtspartners (Pfau schlägt mit Schwanzfedern
ein Rad, männliche Kröten rufen, Spechte trommeln, Insekten und viele Säuger geben Duftstoffe ab.)
 möglicher Partner reagiert mit angeborenem Erkennen auf Lockverhalten und nähert sich, wenn er in sexueller
Stimmung ist
 Folge von weiteren, zumeist ritualisierten, Balzhandlungen schließt sich an
 nach erstem Zusammentreffen muss Kontaktscheu abgebaut werden
 Beschwichtigungshandlungen und weiteres Anlocken führen zu langsamer Annäherung
 Synchronisation des weiteren Balzverhaltens bei den Partnern durch vielfältige, komplizierte Handlungen und
Handlungsketten (bei Haubentauchern ein wochenlanger Vorgang)
 Einleitung der Paarung :gegenseitige Leistungsfähigkeit wird oft getestet (Wildkatzen- und Rehweibchen führen
tagelange Scheinflucht aus, bei der nur leistungsfähiges Männchen folgen kann) leitet die Paarung ein
 bei vielen Tierarten trennen sich Geschlechtspartner nach der Paarung (Reptilien und Fische)
 aber auch Bildung individualisierter Bindungen zwischen Geschlechtspartnern, mit gemeinsamer Brutpflege
11
 erfolgreiche Brutpflege festigt bei vielen Vogelarten Bindung; Verlust der Jungen führt oft zur Trennung
Inzuchtvermeidung
 bei Nachkommen nahe verwandter Tiere kommen rezessive nachteilige Gene zusammen - im Phänotyp zu
erkennen
 ähnliche Sexuallockstoffe von nahe verwandten Individuen wirken bei vielen Insekten und Nagetieren abstoßend
 viele Jungtiere wechseln in andere soziale Verbände (bei Löwen die Männchen, bei Primaten die Weibchen)
Besamung und Sexualverhalten
Bezeichnung
Methode
Verfahren
freie
äußere Abgabe von Keimzellen in nur
umweltgesteuerte
Besamung
großer Zahl ins Wasser
physiologische
Synchronisation
äußere Besamung direkter
Kontakt
der
mit Begattung
Partner,
gleichzeitige
Abgabe der Keimzellen ins
Wasser
indirekte
innere sekundäre
Besamung
Begattungsorgane
der
Männchen,
die
die
Spermien von der eigenen
Geschlechtsöffnung
übernehmen und in die
weibliche einführen
Spernienpakete
von
schützender
Hülle
umgeben, auf den Boden
abgesetzt
direkte
Besamung
Vorkommen
Hohltiere,
Muscheln,
Stachelhäuter,
Meeresringelwürmer, viele
Fischarten
Frösche, Kröten
Balzverhalten,
Festklammern
der
Männchen
an
den
Weibchen
Balzverhalten,
direkter Tintenfische
Körperkontakt
(Begattungsarm), Spinnen
(Begattungsorgane an den
Kieferntastern)
Balzverhalten;
das
Männchen veranlaßt das
Weibchen, die Spermien mit
der
Geschlechtsöffung
aufzunehmen
innere Spermienübergabe direkt Balzverhalten,
enger
von der männlichen in die Körperkontakt (Kopula)
weibliche
Geschlechtsöffnung
Molche,
Spinnen,
Skorpione, Tausendfüßler,
Ur-insekten
ohne Penis: Vögel
mit
Penis:
chnecken,
Insekten, Säugetiere
Vergleich: Tierisches – menschliches Sexualverhalten
Ausgangspunkt:
Die Vögel unserer Heimat brüten im Frühjahr und im Sommer. Hirsche haben ihre Brunft im Herbst. Damit haben die
Jungtiere bei beiden später optimale Bedingungen zur Entwicklung.
Weibchen und Männchen sind nur während der Zeit der Paarung sexuell gestimmt.
Dagegen kommt es beim Menschen während des gesamten Jahres zur Eiproduktion und zur Spermienbildung.
Gemeinsamkeiten:
- Sexualverhalten kommt sowohl beim Menschen, als auch bei Tieren vor
- es besteht bei beiden aus Balz, Paarbildung und Kopulation
- es dient der Fortpflanzung und damit der Erhaltung der Art
Unterschiede
Merkmal
Begattungen
Anzahl der Begattungen Verhältnis zur Befruchtungen
Mensch
Tier
können stattfinden, ohne zur führen fast immer zur Befruchtung
Befruchtung zu führen
eine geringe Anzahl führt zu meist führt jede Begattung
Befruchtungen
zurBefruchtung
12
Zeit
ganzjährig
an
bestimmte
Fortpflanzungsperioden gebunden
keine Nachweis
artspezifisch
nicht vorhanden
Orgasmusfähigkeit
vorhanden
Kopulationsposition
variabel
Sexualität während der
vorhanden
Schwangerschaft
Alterssexualität
vorhanden
nicht vorhanden
Schlussfolgerung:
 Es gibt Gemeinsamkeiten aber auch Unterschiede im Sexualverhalten von Mensch und Tier
Beim Menschen dient das Sexualverhalten nicht nur der Fortpflanzung, sondern es hat hauptsächlich
partnerbindende Funktion.
Aufgabenstellung:
Kernfrage 1: Fortpflanzung des Menschen – Sexualbiologie
- Erläutern Sie die Bildung sowohl männlicher als auch weiblicher Geschlechtszellen.
Meiose (Pro-, Meta-, Ana-, Telophase); haploider Chromosomensatz (n)
-
Spermatogenese: Spermien in Hoden gebildet – Spermatogonien (2n), Spermatiden (n), Spermien
… in Nebenhoden gespeichert
-
Oogenese: Eizellen in Eierstöcken gebildet – Oogonien (2n), Follikel (n), Eizelle - Eisprung
- Beschreiben Sie mit Hilfe der Overheadfolie den Aufbau eines Spermiums und vergleichen Sie dieses
anschließend kurz mit einer Eizelle.
Kopf, Mittelstück, Schwanzfaden, Akrosom, Zellkern, Hals, Mitochondrium, Plasmamembran
Spermien sind durch Schwanzfaden etwas mobil, Eizellen nicht. Spermien klein und kurzlebig, Eizellen
größer (250.000-mal größer als Spermien) und langlebiger. (Größenvergleich: Erbse – Melone)
- Geben Sie Auskunft über Methoden, welche verhindern sollen, dass es zu einer Befruchtung einer Eizelle
kommt und führen sie vor, bzw. Nachteile davon an.
Natürliche Methode
Coitus interruptus
Knaus Ogino
Mechanische
Methode
Kondom,
Spirale,
Femidom. etc.
Portiokappe,
13
Chemische
Methode
Zäpfchen, Tabletten, Creme,
Gele´
Vaginalschwämmchen
Hormonelle
Methode
Pille,
Depots,
Monatsspritze,
Hormonspirale etc.
3
Pearl-Index…Sicherheit
14
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