Aufgabenblätter

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AB8.1 Aufgabenblatt: Bodenprofile im Grossen Moos
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Bodenprofile im Grossen Moos
Die Bodenbildung im Grossen Moos beginnt mit dem Abschmelzen des Rhonegletschers vor rund
10‘000 Jahren, als die Aare Kies, Sand, Schluff und Ton in die Ebene schwemmte. Dieses Geschiebe
bildete den Untergrund, der sich noch heute in den unteren gräulichen Schichten eines Bodenprofils
zeigt. Überschwemmungen und Versumpfung prägten die Bodenbildung. Die Sumpfvegetation hinterliess eine Menge organisches Material, das zu einer mächtigen Torfschicht wuchs. Als die Moorfläche
mit der 1.Juragewässerkorrektion entwässert wurde und der Wasserspiegel um rund 2,5 m sank, sackte diese Torfschicht zusammen. Die Bodenporen wurden mit Luft gefüllt, was den Abbau der organischen Bodensubstanz beschleunigte. Einst war diese Bodenschicht bis 2 m mächtig und heute ist der
schwarze humusreiche Boden noch gut 30 cm dick.
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Lernziele
Die SuS sollen ihr Bodenbewusstsein und ihre Kenntnisse über den Boden verbessern.
Die SuS können verschiedene Bodentypen unterscheiden und beschreiben.
Die SuS können die Bodenbildung im Grossen Moos beschreiben und erklären.
Die SuS überlegen und diskutieren Massnahmen, wie der Erosion und der Absackung des Bodens
(jährlich um 1-2 cm) entgegengewirkt werden kann.
Aufgabe
1. Beschaffe 2-3 Bodenproben aus unterschiedlichen Standorten (Wald, Wies, Ackerland, Garten)
und untersuche ihre Zusammensetzung: Farbe, Kleinlebewesen, Beschaffenheit von Humus,
Wasserspeicherung, etc.
2. Beschreibe die 3 Bodenprofile aus dem Grossen Moos und informiere dich im Internet über Entstehung, Aufbau und Zusammensetzung.
© Agroscope (Gabriela Brändle, Urs Zihlmann), LANAT (Andreas Chervet)
3. Informiere dich im Internet über die Entstehung des Grossen Moos und verfasse einen Bericht wie
die Sumpflandschaft zu einem fruchtbaren Gemüsegarten geworden ist.
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4. Erkläre anhand der Bilder, was zur Erhaltung und Förderung der Bodenfruchtbarkeit getan wird.
Quelle: Hans Weber
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AB8.1 Lösungen
1. Bodenproben
Durch die Entnahme von Bodenproben soll erkannt werden, dass Boden sich aus verschiedenen Materialien zusammensetzen kann.
Die Schülerinnen und Schüler sollten sich die Proben genau anschauen und vergleichen:
 Lassen sich die verschiedenen Materialien kategorisieren?
 Welche Besonderheiten wurden beobachtet?
2. Bodenprofile
Abb.1:
Kalkbraunerde, Boden unterhalb 65 cm: Anmooriger Gley
(russisch = sumpfiger Boden),
Ort: Arch, 430 m.ü.M. Auf 1 m 2
dieses Bodens lassen sich
jährlich ca.1,4 kg Zucker produzieren.
Abb.2:
Ort: Ins, Witzwil, 432 m.ü.M,
Wissenschaftlicher Name: Anmooriger Fluvisol. Auf 1 m 2
dieses Bodens lassen sich
unter günstigen Bedingungen
jährlich ca. 5 kg Karotten produzieren.
Abb.3:
Ort: Aaretal, 555 m ü.M., Wissenschaftlicher Name: Parabraunerde. Auf 1 m 2 dieses
tiefgründigen Bodens lassen
sich jährlich ca. 150 g Rapsöl
produzieren.
Abb.1:
0 – 25 cm
25 – 65 cm
Dunkelgrau-brauner, kalkhaltiger Oberboden mit 4% Humusanteil. Der Übergang
vom Ober- zum Unterboden ist kaum sichtbar.
Gräulich-brauner, kalkhaltiger Unterboden mit 2% Humusanteil.
65 – 90 cm
Schwarz-grauer, tonreicher ehemaliger Oberboden mit 7% Humusanteil, dicht; die
Wurzeln wachsen nur in Klüften (Rissen).
ab 90 cm
Abfolge von kaum verwitterten, kalkhaltigen und schluffreichen Lehmschichten;
einzelne Wurzeln wachsen in Klüften.
In diesem Ackerboden sind deutlich zwei unterschiedliche Schichten zu erkennen: nach der letzten
Eiszeit (Würm) entwickelte sich in der Schwemmlandebene bei damals hohem Grundwasserstand e in
Nassboden mit Torfauflage, dessen Oberfläche heute ca. 65 cm unter der aktuellen Terrainoberfläche
liegt.Diese erste Bodenbildung wurde später mit einer 65 cm mächtigen zweiten Schicht überdeckt,
deren Material aus Überflutungsereignissen stammt und von den Talflanken abgeschwemmt wurde.
Durch die Grundwasserabsenkung im Rahmen der Juragewässerkorrektionen wurde aus dem «zweistöckigen» Boden fruchtbares Ackerland.
Abb.2:
0 – 32 cm
32 – 60 cm
ab 60 cm
Schwarzer Oberboden mit mehr als 50% Humusanteil.
Unterboden aus Schwemmlehm, dicht gelagert und wenig strukturiert.
Untergrund aus unterschiedlich gefärbten Sandschichten.
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Nach der ersten Juragewässerkorrektion (Beginn 1868) wurde aus den ursprünglich als Weideund Streuland genutzten tieftorfigen Moorböden im «Grossen Moos» nach und nach Ackerland. Inzwischen ist die Fruchtbarkeit dieser Moorböden aber vielerorts durch den Humusabbau gefährdet.
Weil das wegdrainierte Wasser durch Luft ersetzt wird, sacken die Torfschichten dieser Böd en nach
der Entwässerung. Mit dem Sauerstoffzutritt beginnt zudem ein kontinuierlicher Abbau der organischen Bodensubstanzen zu CO 2 - die organische Bodensubstanz löst sich in Luft auf. Je intensiver der
Boden genutzt wird, desto stärker ist dieser Humusabbau. In Böden, die mehrmals pro Jahr durch
Bodenbearbeitungs- oder Erntemassnahmen gelockert werden, beträgt der Verlust bis zu 2 cm pro
Jahr. So schrumpfte die Humusschicht des abgebildeten Schwemmlandbodens von ursprünglich etwa
200 cm auf heute noch 32 cm!
Abb.3:
0 – 25 cm
25 – 90 cm
ab 90 cm
Dunkel gefärbter Oberboden, ehemalige Pflugschicht; Humusgehalt 3%; mittelschwerer Boden (sandiger Lehm).
Rostig-brauner, kalkfreier, stark steiniger Unterboden, gut durchlüftet; 45 cm tonreicher; die hellbraunen Bereiche in ca. 75 cm Tiefe sind kalkhaltiges unverwittertes
Moränematerial.
Verschiedene unverwitterte kalkhaltige Sand- und Kiesschichten
Dieser Boden ist aus dem Moräne-, Sand- und Kiesmaterial entstanden, welches der Gletscher und
seine Schmelzwasserabflüsse während der letzten Eiszeit hier abgelagert haben. Im Laufe von rund
10'000 Jahren bildete sich daraus durch verschiedene Verwitterungs - und Umwandlungsprozesse ein
hochwertiger, tiefgründiger Ackerboden.
Der hier abgebildete Boden wird nicht mehr gepflügt. Die Samen der Kulturpflanzen werden mit einer
speziellen Sämaschine direkt in den unbearbeiteten Boden abgelegt (Direktsaat). So können sich die
Bodenlebewesen ungestört entwickeln. Davon profitieren insbesondere die Regenwürmer, welche die
Ernterückstände im Laufe der Vegetationsperiode vollständig in den Boden einziehen.
3. Entstehung Grosses Moos
Individuelle Texte
4. Bodenfruchtbarkeit: (Fotos: H.Weber)
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Stallmist
Gülle
Bewässerung
Kunstdünger
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AB8.2 Aufgabenblatt: Mechanisierung in der Landwirtschaft
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Mechanisierung in der Landwirtschaft
Bis zum Ende des 19.Jahrhunderts war die Landwirtschaft ausschliesslich von der Arbeitskraft von
Menschen oder Tieren abhängig. Bevor die ersten Ansätze einer Mechanisierung erfolgten, waren der
Pflug, die Egge und der Ackerwagen die einzigen von Kühen, Ochsen oder Pferden gezogenen bedeutenden Hilfsmittel in der Landwirtschaft. Nach der Erfindung von motorbetriebenen Fahrzeugen
und der Entwicklung weiterer Geräte wurden auch in der Landwirtschaft die ersten Maschinen eingeführt. Der technische Fortschritt brachte den Bauern viel Erleichterung. Doch bei der Ernte und bei der
danach folgenden Aufbereitung besonders von Gemüse ist nach wie vor sehr viel Handarbeit nötig.
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Lernziele
Die SuS können Schritte der Mechanisierung in der Landwirtschaft nachvollziehen und begründen.
Die SuS erkennen Grenzen der Mechanisierung und können diese beurteilen und erklären.
Die SuS kennen einige Geräte und Maschinen der Landwirtschaft und wozu sie verwendet werden.
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Aufgabe
1. Betrachte die Bilder und beschreibe was dargestellt wird.
2. Überlege und notiere welche Geräte oder Maschinen heute die Handarbeit von früher ersetzen.
Suche im Internet entsprechende Bilder.
3. Überlege und beschreibe welche Vorteile eine Mechanisierung bringt und wo ihr Grenzen gesetzt
sind.
Abb.1
Abb.2
Abb.3
Abb.4
Abb.5
Abb.6
Abb.7
Abb.8
Abb.9
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AB8.2 Lösungen
1. / 2. Handarbeit, Maschinen und Geräte
Abb.1: Dünger streuen
Abb.2 Heu mähen
Abb.3 Pflügen
Abb.4 Kartoffeln setzen
Abb.5 Rüben ernten
Abb.6 Heu einfahren
Abb.7 Getreide ernten
Abb.8 Gülle verteilen
Abb.9 Kartoffeln ernten
Bilder: sw: Bundesarchiv / farbig: Hans Weber und Wikipedia
3. Mechanisierung
a) Vorteile:
Arbeitserleichterung
Verbesserung der Arbeitssicherheit
Steigerung der Produktivität
Qualitätssteigerung
Körperliche Arbeit abgenommen
Kosten sparen
b) Grenzen:
Kleinflächige Parzellen
Nasse Böden
Link: 100 Jahre Gemüsekultur Beerstecher
http://www.100jahre.beerstecher.ch/
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AB8.3 Aufgabenblatt: Landschaftswandel
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Landschaftswandel
Das Seeland war früher das grosse Überschwemmungsgebiet der Aare und dementsprechend sehr
sumpfig. Nach der 1.Juragewässerkorrektion konnte das Kulturland erweitert werden und insbesondere das Grosse Moos wurde zum wichtigsten Gemüseanbaugebiet der Schweiz.
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Lernziele
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3
Die SuS können anhand von Skizzen die Veränderung einer Landschaft beschreiben und
nachvollziehen.
Die SuS reflektieren, welche Vor- und Nachteile der Wandel von der Sumpflandschaft zum
Gemüsegarten gebracht hat.
Aufgabe
1. Betrachte die Bilder und beschreibe möglichst ausführlich wie sich das Grosse Moos vom Sumpfland
in die landwirtschaftlich intensiv genutzte Region verwandelt hat.
2. Überlege und notiere, welche Vor- und Nachteile dieser Landschaftswandel gebracht hat.
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AB8.3 Lösungen
1. Landschaftswandel
Bevor der Mensch sich im Seeland ansiedelte, prägten Gewässer, Hügel und Wälder das Landschaftsbild. Erst mit dem Sesshaft werden der ersten Ackerbauern in der Hallstattzeit (frühe Eisenzeit
ab 800 v.Chr.) begann der Mensch die Naturlandschaft vor allem mit Rodungen nachhaltig zu verändern. Somit entstanden die ersten Kulturlandschaften mit einem vielfältigen Artenreichtum. Im Zuge
der 1.Juragewässerkorrektion (1868-1891) und den späteren Meliorationen wurden in der Vergangenheit grosse Landstriche erneut massiven Veränderungen unterworfen: Klein strukturierte Felder mussten maschinell gut bewirtschaftbaren Äckern weichen, Binnenkanäle und Strassen wurden gebaut,
Bewirtschaftungshindernisse wurden entfernt, Bäche begradigt oder eingedolt. Durch die Intensivierung der Landnutzung (Siedlungsbau, Landwirtschaft, Infrastruktur, Industrieanlagen, etc.) und als
Folge der modernen Freizeitgestaltung ist die heutige Kulturlandschaft in den letzten Jahrzehnten gebietsweise ökologisch verarmt. Heute leisten Landwirte bei sachgerechter Bewirtschaftung einen massgeblichen Anteil zur Erhaltung der Kulturlandschaft und der Lebensräume wildlebender Tiere.
2. Vor- und Nachteile
Vorteile:
Nachteile:
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Kleinstrukturierte Äcker wurde zu gut bewirtschaftbaren Feldern zusammengefasst
Entwässerung der Sumpfgebiete
Wegnetz ausgebaut
Binnenkanäle zur Be- und Entwässerung erstellt
Bewirtschaftungshindernisse entfernt
Krankheiten (Malaria) verschwanden

natürliche Lebensräume verschwanden
ausgeräumte Landschaft
Vielfalt der Tier- und Pflanzenwelt wurde
kleiner
Grundwasserabsenkung führt zur Absackung
des Bodens
Quelle: Hans Weber
Die Schächte zeigen deutlich, wie stark sich der Boden im Grossen Moos in den letzten Jahren gesenkt hat. Vor wenigen Jahren stand der Boden noch auf demselben Niveau. An manchen Stellen im
Grossen Moos liegt der Unterschied sogar über einem Meter.
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AB8.4 Aufgabenblatt: Nitrate und Düngemittel (Rollenspiel)
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Lernziele
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Die SuS können sich mit verschiedenen Rollen identifizieren (Empathie)
Die SuS können ein Rollenspiel durchführen
Begründung
Im Rollenspiel identifizieren sich Schülerinnen und Schüler mit einer anderen Person. Sie müssen sich
während der Vorbereitung intensiv mit dem Thema auseinandersetzen. Durch das Einlesen und Spielen der Rolle gewinnt der Schüler/die Schülerin eine emotionale Beziehung zur Sache. Das Rollenspiel
ist zugleich Selbstdarstellung und Rollenidentifikation. Die Teilnehmenden des Rollenspiels stellen die
Rollen mit Hilfe ihrer eigenen Sprache, ihrer eigenen Person und ihrer eigenen Ausdrucksweisen
dar. Durch das Vertreten einer Rollenposition im Diskussionsgespräch mit anderen Teilnehmenden
erkennen Sprecher und Zuhörer die Standpunkte von Personen oder Personengruppen. Die Auseinandersetzung mit den einzelnen Rollenpositionen führt zu einer Vernetzung der Probleme und stellt
Zusammenhänge her.
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Die Organisation des Rollenspiels
Dieses Rollenspiel simuliert eine Podiumsdiskussion, welche aufgrund eines fiktiven Trinkwasserskandals in der Gemeinde zustande kam. Zuerst wurden die Bürger der Gemeinde nicht über die hohen Nitratwerte im Trinkwasser informiert. Erst nachdem einige Fälle von Blausucht bei Säuglingen auftraten
und eine örtliche Umweltschutzorganisation über die Presse auf die Fälle aufmerksam machte, wurde
der Skandal bekannt. Das Trinkwasser musste danach in der Gemeinde für eine bestimmte Zeit mit
Tankwagen herbeigeschafft werden, da das örtliche Trinkwasser einen Nitratgehalt von 190mg pro Liter
aufwies. Der gesetzliche Grenzwert für Trinkwasser beträgt 50mg Nitrat pro Liter. Zur Information der
Bürger wurde eine Podiumsdiskussion veranstaltet, an der sowohl Experten und Sachverständige als
auch Bürgervertreter teilnehmen. Zuerst tragen die Referenten ihre Positionen vor, Tragen Argumente
vor und danach gibt es eine Diskussion zwischen allen Beteiligten und dem Publikum.
Acht verschiedene Referenten kommen am Anfang zu Wort und können ihre Meinungen vertreten. Die
Schülerinnen und Schüler übernehmen die Rollen dieser einzelnen Referenten. Die Schülerinnen und
Schüler können sich auch entsprechend ihrer Rolle verkleiden. Die einzelnen Rollen können doppelt
besetzt werden, damit die Vorbereitung in Zweiergruppen erfolgen kann. Für die Vorbereitung der Rollen
sollte weiteres Grundlagenmaterial zur Verfügung stehen (Internet) und genügend Zeit gegeben werden.
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Die einzelnen Rollen im Überblick
a) Herr Steinbichler, Landwirt vom Landwirtschaftsverband
Er argumentiert für die Notwendigkeit der Mineraldüngung und wehrt sich gegen die Vorwürfe der Presse
gegen die Landwirtschaft.
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In der letzten Zeit hat es aufgrund des Trinkwasserskandals massive Vorwürfe von Seiten der Presse und der Bevölkerung gegen die Landwirte gegeben. Die Landwirte seien schuld an der hohen Nitratbelastung des Trinkwassers, weil sie verantwortungslos mit der Düngung und der Gülleanwendung im Herbst umgegangen seien.
Tatsächlich hat in diesem Jahr eine Vielzahl von ungünstigen Faktoren zu hohen Nitratgehalten in
den Böden geführt:
 Ein verheerender Schädlingsbefall im Gemüsebetrieb Hörcher hat dazu geführt, dass die Pflanzen dem Boden kein Stickstoff entziehen konnten.
 Die Trockenheit des Sommers brach bisher alle Rekorde. Dadurch wurde die Stickstoffaufnahmefähigkeit der Pflanzen zusätzlich beeinträchtigt.
Der Vorwurf, dass ein bestimmter Betrieb Gülle in ein Trinkwasserschutzgebiet eingeleitet haben
soll, erscheint mir nicht gerechtfertigt.
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Auch der Vorwurf, dass die übermässige Düngung mit chemischen Mineraldüngern zu der Nitratanreicherung geführt habe, ist unberechtigt.
Ich möchte nochmals darauf hinweisen, dass die Mineraldüngung des Bodens für uns Bauern
unverzichtbar ist, zumal sich die Landwirtschaftsbetriebe angesichts der neuen Agrargesetze
sowieso in einer schwierigen Lage befinden.
b) Herr Dr. Mager von der Cybag AG
Er vertritt die Interessen der chemischen Industrie und versucht, die Zuhörer ebenfalls von der Notwendigkeit der Mineraldüngung zu überzeugen. Er vertritt aber die Meinung, dass Nitrat völlig unschädlich
sei.
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Ich kann Herrn Steinbichler nur beipflichten, die Düngung mit chemischen Erzeugnissen - unter
anderem auch aus unserer Firma - ist nicht wegzudenken.
Angesichts der Bevölkerungsexplosion ist es ein grosser Verdienst der chemischen Industrie,
dass sie ein Verfahren entwickelt hat, welches die Herstellung von Düngemitteln im grossen Umfang ermöglicht.
Es ist ganz logisch, dass ohne die chemische Industrie noch viel mehr Menschen hungern müssten, vielleicht müssten sogar Sie hungern.
Die chemische Industrie gibt vielen Menschen Arbeit, sie ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige, es gibt fast kein Produkt mehr, welches ohne unsere Beteiligung hergestellt wird.
Nach allen vorliegenden Erkenntnissen der Wissenschaft ist das Nitrat für Erwachsene in der
Regel harmlos. Akute Vergiftungen können nur bei Kleinkindern auftreten, für Erwachsene reichen die Mengen selbst aus nitratangereichertem Trinkwasser nicht aus, um eine Vergiftung
auszulösen. Zu dem minimalen und vorübergehenden Nitratanstieg in Ihrer kleinen Gemeinde
möchte ich Sie beruhigen: Dieses natürliche Phänomen hat es immer wieder mal gegeben. Im
nächsten Sommer regnet es bestimmt wieder mehr.
c) Herr oder Frau Fischer von Greenpeace
Sie greifen Dr. Mager an und legen einige Fakten auf den Tisch. Sie zeigen Probleme der Umweltverschmutzung auf und wehren sich vehement gegen das nach ihrer Meinung kurzfristige Denken.
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Der Trinkwasserskandal in Ihrer Gemeinde ist keineswegs beruhigend. Ähnliche Fälle hat es in
den letzten Jahren auch in anderen Gemeinden gegeben. Ich bezweifle auch, dass die Düngung
der Landwirte generell sachgemäss erfolgt. Oft liegt hier doch kurzfristiges und engstirniges
Denken nach dem Motto "heute reich, morgen egal" vor. Eine Steigerung des Ernteertrages führt
zwar momentan zu höheren Erträgen, langfristig gesehen erschöpfen sich aber die Böden.
Wenn wir nicht sorgfältig und verantwortungsbewusst mit Düngemitteln umgehen, wird uns dies
einmal teuer zu stehen kommen.
In Ihrem Trinkwasser wurde ein Nitratgehalt von 190 Milligramm pro Liter festgestellt. Damit ist
der gesetzlich festgelegte Höchstwert von Nitrat im Trinkwasser nach der Trinkwasserverordnung bei weitem überschritten.
Des Weiteren weisen die Gemüsesorten, vor allem die Kartoffeln und der Spinat aus dem Umfeld Ihrer Gemeinde hohe Nitratgehalte auf, was eindeutig auf eine Überdüngung, sei es mit Mineraldünger oder mit Gülle, zurückzuführen ist.
Wir fordern daher dringend eine Aufklärung für die verantwortlichen Landwirte und strengere
Kontrollen beim Gemüseanbau in ihrer Gemeinde. In dem von Herrn Steinbichler bezeichneten
Trinkwasserschutzgebiet haben wir übrigens Bodenproben entnommen und festgestellt, dass
wahrscheinlich eine unsachgemäße Beseitigung von grossen Mengen an Gülleresten mit zu der
Trinkwasserverseuchung geführt hat.
Die natürliche Fruchtbarkeit des Bodens wird durch die Umweltverschmutzung zerstört, die
Pflanzen werden gegen Krankheiten anfälliger und müssen gespritzt und gedüngt werden. Der
Einsatz von Spritzmitteln führt aber wieder zu einer Belastung der Umwelt, so dass der Kreis von
neuem beginnt.
Wir müssen also immer mehr künstliche Mittel zur Herstellung von Nahrungsmitteln einsetzen,
die natürlichen Lebensgrundlagen gehen dabei zugrunde.
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d) Herr Frei, Landwirt mit Erzeugnissen aus ökologischem Anbau
Er zeigt, dass auch ökologische Landwirtschaft rentabel sein kann. Er informiert sachlich über seine Anbaumethoden.
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Das Gemüse in meinem Laden stammt ausschliesslich aus biologisch-ökologischem Anbau.
Beim biologisch-ökologischen Anbau wird nicht die Pflanze direkt gedüngt, sondern der Boden.
Das bedeutet, dass man Kleinorganismen des Bodens wie zum Beispiel Bakterien oder Regenwürmer füttert und hegt. Dabei werden nur natürliche Abfallprodukte wie zum Beispiel Kompost
verwendet. Untersuchungen haben ergeben, dass selbst die Kleingärten überdüngt sind.
Der biologische Anbau verzichtet auf Mineraldünger, diese sind gar nicht notwendig, und er verzichtet auf die Anwendung von Schädlingsbekämpfungsmitteln. Es gibt eine Menge natürlicher
Rezepte für die Bekämpfung der Schädlinge. Als Spritzmittel gegen Blattläuse hat sich zum Beispiel ein Brennnesselauszug bewährt.
In der biologischen Landwirtschaft bleiben auch ökologische Lebensräume wie zum Beispiel Hecken erhalten, welche für viele Tiere einen wichtigen Lebensraum darstellen.
Gerade Treibhausgemüse weisen einen wesentlich höheren Nitratgehalt auf. Ein im Winter im
Treibhaus angepflanzter Kopfsalat enthält mehr Nitrat als ein Kopfsalat im Sommer aus Feldanbau. Meine Empfehlung ist: Essen Sie nur Gemüse, welches in der entsprechenden Zeit auch im
Freien wächst, am besten aus biologischem Anbau. Dann helfen Sie auch mit, unsere Umwelt
zu erhalten.
e) Frau Wassmer, Hausfrau
Sie hat zwei Kinder, ihr Mann arbeitet in der Fabrik und verdient nicht besonders gut. Sie hat Vorurteile
und vorgefasste Meinungen, weil sie mit dem wenigen Geld auskommen muss.
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Wer soll denn da noch den Durchblick haben! Die einen sagen, das Nitrat ist unbedenklich, die
anderen reden von Grenzwerten und Biogemüse. Bisher hat mir noch niemand gesagt, warum
das Nitrat überhaupt schädlich sein soll. Wir essen schon seit über 20 Jahren unser Gemüse,
und es schmeckt uns nach wie vor.
Und woher weiss ich, ob das Gemüse im Supermarkt aus biologischem Anbau stammt? Und
selbst wenn es dran steht, woher weiss ich, dass das auch wirklich stimmt?
Das Biozeug ist doch meistens viel teurer, das können wir uns nicht leisten. Wenn ich das Gemüse auf dem Markt kaufe, ist es zwar auch billig, aber ich besitze kein Auto und mein Mann
fährt mich nur einmal in der Woche zum Supermarkt. Die haben alles an Gemüse, was wir brauchen.
Als das Trinkwasser in unserem Ort verseucht war, haben meine Kinder anfangs das Wasser
getrunken und es ist nichts passiert. Es hat genauso geschmeckt wie sonst.
Die Schuldigen sollen die Bauern sein? Die sind doch genauso arm wie wir, bei den niedrigen
Preisen und all den Vorschriften für Gemüse verdienen die doch nichts. Die wahren Schuldigen
sind die anderen Länder und die Politiker, die die Preise beim Import drücken. Da müssen sich
die Bauern ja was einfallen lassen. Also geben sie halt mehr Dünger auf die Felder, damit sie
wenigstens überleben können.
f) Frau Dr. Ring, Ärztin
Sie berichtet über akute Fälle von Blausucht bei Säuglingen in ihrer Praxis und klärt die Bevölkerung
über langfristige Gefahren des Nitrats auf.
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Liebe Frau Wassmer, ich möchte Ihnen aus meiner Praxis berichten, welche Fälle ich während
der Trinkwasserverseuchung durch Nitrat behandelt habe.
In dieser Zeit kamen mehrere Mütter mit ihren Säuglingen zu mir. Die Babys hatten alle dieselben Symptome: Leichte Blauverfärbungen der Haut und der Lippen und Atemnot. Ein Kind wäre
fast daran gestorben. Bei allen Kindern handelte es ich um eine akute Blausucht. Blausucht tritt
bei Kleinkindern auf, wenn sie zu viel Nitrat über die Nahrung oder über das Trinkwasser aufnehmen.
Wenn der Sauerstofftransport im Blut durch diese Vergiftung gestört wird, äussert sich das in einer Blauverfärbung der Lippen und der Haut.
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Ich kann Ihnen allen nur raten, so wenig Nitrat wie möglich über die Nahrung einzunehmen. Babys sollten grundsätzlich nur Babykost aus Babynahrung und Wasser aus nitratarmen Mineralquellen verabreicht werden.
Ich kann Herrn Frei mit seinem Anbau von biologischem Gemüseanbau nur gratulieren.
g) Herr Hüttinger, Schüler
Er berichtet über Untersuchungen von Kartoffeln, welche in einem Unterrichtsprojekt vorgenommen wurden. Er stellt einen Katalog von Verbrauchertipps vor.
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Wir haben in unserer Schule Nitrattests durchgeführt und zum Teil widersprüchliche Ergebnisse
erhalten. In der Regel hatte das Biogemüse zwar weniger Nitrat als das herkömmliche Gemüse,
aber in einem Fall lag eine sogenannte Biokartoffel weit über dem Durchschnitt des Tolerierbaren.
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Aufgrund unserer Untersuchungen haben wir eine Liste von Verbrauchertipps angefertigt, die es
jedem ermöglicht, sich gesundheitsbewusst zu ernähren.
Verbrauchertipps:
 Gemüse vom Markt enthält weniger Nitrat als Gemüse vom Supermarkt!
 Kein Treibhausgemüse kaufen!
 Gemüse nur nach Saison kaufen, d.h. nur wenn es auch in der entsprechenden Jahreszeit
wächst.
 Gemüse aus biologischem Anbau hat in der Regel weniger Nitrat.
 Tiefkühlkost enthält ebenfalls viel Nitrat!
 Besonders grosses und makelloses Gemüse und Obst verdankt sein Aussehen häufig intensiven Dünge- und Spritzmassnahmen!
h) Frau Wagner, Lehrerin
Sie hält einen kurzen Vortrag über bis dahin noch nicht angesprochene Problematiken der Düngung.
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Die Beiträge sind sehr interessant, und ich habe einiges dazugelernt. Ich möchte jedoch auf eine
Sache eingehen, die bisher nicht angesprochen wurde: Es ist immer nur die Rede von Nitrat,
dabei hat auch das Phosphat, welches in den Düngemitteln ebenfalls enthalten ist, verheerende
Auswirkungen auf die Umwelt.
Phosphate sind ausgezeichnete Nährstoffe für die Algen im Wasser. Gelangen Phosphate über
das Grundwasser in ein Gewässer, erhalten die Algen ein Überangebot an Nährstoffen.
Durch die Algenblüte an der Oberfläche gelangt kein Licht mehr in tiefere Wasserschichten, so
dass die dort lebenden Pflanzen zugrunde gehen und keinen Sauerstoff mehr nachbilden. Deshalb plädiere ich für einen vernünftigen Einsatz von Düngemitteln. Die Wassertiere,
welche sich von Algen ernähren, erhalten vorübergehend mehr Nahrung und nehmen stark zu.
i) Rektor Bühler
Er begrüsst die Diskussionsrunde, stellt die einzelnen Referenden vor und leitet die abschliessende Diskussionsrunde.
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AB8.5 Aufgabenblatt: Der Boden und seine Funktionen
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Der Boden und seine Funktionen
Boden ist ein interessanter sehr belebter Teil unserer Umwelt. In einer Handvoll fruchtbaren Bodens
gibt es Hunderte von Millionen Lebewesen. Unsere Böden werden heute von allen Seiten bedrängt
und viel Kulturland geht täglich der landwirtschaftlichen Nutzung verloren. Als unsere Lebensgrundlage ist der Boden vor Belastungen und Zerstörungen zu schützen, da er verschiedene wichtige Funktionen erfüllt.
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Lernziele
Die SuS kennen Gründe, weshalb der Boden immer knapper wird und können sie beschreiben.
Die SuS können einige Funktionen und Aufgaben des Bodens beschreiben.
Die SuS können die Entstehung und Entwicklung von Boden erklären.
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Aufgabe
1. Beschreibe einige Beispiele, wie und weshalb unsere Böden von verschiedenen Seiten bedrängt
oder belastet werden. Suche in Zeitschriften Texte und Bilder zu diesem Thema.
2. Erkläre und beschreibe welche Bedeutung und welche Funktionen der Boden für Pflanzen, Tiere
und Menschen hat.
Beispiele:
a)
b)
c)
d)
3.
Lebensraumfunktion: dient dem Wachstum von Pflanzen
Regelungsfunktion: ermöglicht Umwandlung von Stoffen
Nutzungsfunktion: versorgt Pflanzen mit Wasser
Kulturfunktion: bewahrt historische Gegenstände (Münzen)
Informiere dich im Internet wie fruchtbarer Boden entsteht und beschreibe den Vorgang anhand
der Skizze.
Quelle: Hans Weber
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4. Was sind Bodenorganismen und weshalb sind sie für die Bodenbildung nützlich.
Quelle: Hans Weber
Quelle: Hans Weber
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AB8.5 Lösungen
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Bodenbelastungen
Flächeninanspruchnahme (Bautätigkeit)
Bodenerosion
Schadstoffeinträge
Naturereignisse (Rutschungen, Überschwemmungen)
2. Funktionen des Bodens
2.1. Lebensraumfunktion
Böden sind Lebensraum und Lebensgrundlage für eine Vielzahl verschiedener Pflanzen, Tiere und
Mikroorganismen. Bodenorganismen regeln den Aufbau, Umbau und Abbau von Stoffen in Böden.
Aufgrund ihrer Vielfalt beeinflussen sie die Stabilität von Ökosystemen, indem sie toxische Stoffe abbauen, Wuchsstoffe produzieren und ein Gleichgewicht zwischen Aufbau- und Abbauprozessen erzeugen. Böden sind die Grundlage für das Wachstum von Pflanzen und somit auch Lebensgrundlage
für den Menschen.
2.2. Regelungsfunktion
Hierzu gehören Transport, Umwandlung und Anreicherung von Stoffen. Böden dienen als Filter und
Puffer und vermitteln über vielfältige Prozesse den Stoffaustausch zwischen Hydrosphäre, Atmosphäre und Nachbarökosystemen.
2.3. Nutzungsfunktion
Böden sind Standorte der land- und forstwirtschaftlichen Produktion. Sie versorgen Pflanzen mit Wasser und geben ihren Wurzeln Halt. Die Bodenbewirtschaftung in der Land- und Forstwirtschaft hat zum
Ziel, für den Menschen verwertbare Nahrungs- und Futtermittel zu erzeugen. Aber auch als Rohstofflagerstätten, Fläche für Siedlungstätigkeit, Standort für Verkehrswege und Fläche für vielfältige wirtschaftliche Nutzungen (z.B. Erholung, Entsorgung) dienen die Böden.
2.4. Kulturfunktion
Darüber hinaus stellen Böden ein Archiv dar, in dem sich die natur - und kulturgeschichtlichen Veränderungen ablesen lassen. Sie beherbergen Zeugen für klimatische Veränderungen (z.B. Pollen) genauso wie Reste menschlicher Tätigkeit im Verlauf von Jahrtausenden.
3. Bodenbildung
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


Die Grundlage jeden Bodens ist das feste Gestein. Durch Wind, Regen,
Kälte und Hitze kommt es zur Verwitterung. Flechten scheiden Säuren aus,
die das Gestein rau machen.
Feines Sediment wie Sand oder Ton kann sich in den Vertiefungen absetzen. Moose können hier wurzeln. Pionierpflanzen bilden Lebensraum für
Kleine Tiere. Es bildet sich Humus.
Humus bildet gemeinsam mit dem feinen Sediment des Untergrundes eine
dünne Bodenschicht, den Rohboden. Im Rohboden wurzeln widerstandsfähige Pflanzen.
Mit der Anzahl und Grösse der Lebewesen steigt auch der Humusgehalt
und die Bodenschicht wird dicker. Es bildet sich eine dichte Vegetationsschicht mit reichem Bodenleben.
Unermüdlich bauen Regenwürmer, Asseln, Schnecken, Hundertfüssler, Käfer, Springschwänze, Milben, Pilze und Bakterien abgestorbene Pflanzen oder tote Tiere ab und wandeln sie in neue Nährstoffe für Pflanzen um. So schliesst sich der Kreislauf der Stoffe in der Natur. Der Boden reinigt zudem
unser Wasser wie ein riesiger Filter.
Ein fruchtbarer Boden ist die Grundvoraussetzung für den erfolgreichen Gemüsebau. Der Boden liefert
Nährstoffe, speichert Wasser und gibt der Pflanze Halt. Im Gemüsebau wechseln sich die Kulturen oft
ab. Der intensive Anbau macht deshalb häufige Bodenbearbeitungs- und Pflegemassnahmen nötig.
Zur Verhinderung von Bodenerosion achten die Gemüseproduzenten deshalb darauf, dass die Flächen möglichst dauerhaft mit Kulturen bedeckt sind.
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8 Landwirtschaft
AB8.6 Aufgabenblatt Exkursion: Gemüseanbau im Grossen Moos
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Gemüseanbau im Grossen Moos
Verschiedene Naturelemente wie Eis, Wasser und Sumpf haben das Seeland geprägt. Im Rahmen der
Juragewässerkorrektionen und der Güterzusammenlegungen ist das Grosse Moos entwässert worden
und ist heute der grösste Gemüsegarten der Schweiz. Der leichte organische Boden (Moorboden),
aber auch der mineralische Boden entlang der Anhöhen bilden gute Voraussetzungen für die intensive
landwirtschaftliche Nutzung. Das Grosse Moos zeichnet sich durch ein sehr breites Gemüsesortiment
aus. Mehr als 60 verschiedene Gemüsearten werden produziert und zum Verkauf in der ganzen
Schweiz angeboten.
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Lernziele
Die SuS kennen einige Gemüsearten, die im Grossen Moos angebaut werden.
Die SuS können den Weg eines ausgewählten Produktes von der Pflanzung bis zur Verma rktung
beschreiben.
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Aufgabe
1. Schau dich in der näheren Umgebung um und notiere welche Gemüsearten angebaut werden.
Blattgemüse
Eisbergsalat, Feldsalat, Spinat, Rucola, Gemüsekohl, etc.
Blütengemüse
Artischocke, Blumenkohl, Romanesco, Broccoli, etc.
Fruchtgemüse
Auberginen, Kürbisse, Tomaten, Paprika, etc.
Wurzelgemüse
Schwarzwurzel, Sellerie, Radieschen, Zwiebel, Knoblauch, etc.
2. Überlege und beschreibe den Ablauf und Weg, wie ein bestimmtes, hier vorhandenes Gemüse
vom Feld bis in den Verkaufsladen gelangt.
3. Beobachte Arbeiten auf einem Feld und erkundige dich, welche Arbeitsschritte zurzeit ausgeführt
werden. Frage nach, wie dieses Produkt vom Feldanbau zum Grossverteiler, Verkaufsladen oder
auf den Markt gelangt.
4. Ordne die Bilder in ihrer richtigen Reihenfolge und notiere mit einem Stichwort was geschieht.
A
B
C
D
E
F
Quelle: Hans Weber
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8 Landwirtschaft
AB8.6 Lösungen
1. Gemüsearten
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Zum Blattgemüse zählen verschiedene Gemüsearten, deren Blätter und Stiele zum Verzehr geeignet sind. Sie werden in der Landwirtschaft und im Gartenbau angebaut.
Als Blütengemüse bezeichnet man Knospen oder Blüten, die als Gemüse verzehrt werden. Die
Blüten werden geerntet, bevor sie sich öffnen.
Als Fruchtgemüse werden essbare Pflanzenteile bezeichnet, die gemäss unterschiedlicher Definition einerseits Gemüse und andererseits Obst zugeordnet sind.
Lebensmitteldefinition: Obst stammt von mehrjährigen Pflanzen, Gemüse stammt von einjährigen
Pflanzen.
Als Wurzelgemüse werden Küchensprachlich essbare, nährstoffreiche Speicherwurzeln zusammengefasst, die botanisch als Rüben gelten.
2. Versorgungswege
Ist das Gemüse geerntet, muss es geputzt und gewaschen, je nach Betrieb auch gleich verpackt werden. Nachdem Umblätter und Seitenwurzeln weggeschnitten und Erdresten oder Sandkörner entfernt
sind, wird das Gemüse in Trinkwasser gewaschen. Danach erfolgt die Sortierung nach Grösse oder
Gewicht. In grossen Betrieben geschieht diese Kalibrierung (auf ein genaues Mass bringen) maschinell. Für den Transport wird das Gemüse in Plastikkisten, Kartonboxen oder gleich in Abfül lbeuteln
bereitgestellt. Einige Betriebe haben sich sogar so stark spezialisiert, dass sie das Gemüse zu küchenfertigem Gemüse (z. B. gemischte Schnittsalate) weiterverarbeiten.
Beispiel 1:
Power-Point Präsentation: Radieschen
(Hans Weber)
Beispiel 2:
Power-Point Präsentation: Salat (Hans Weber)
Die Reise eines Salatkopfs aus
dem Seeland nach Wengen
Swissradies
Frédéric Bart
3216 Ried bei Kerzers
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3. Befragung: Individuelle Lösungen
4. Bilderreihe:
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A
E
C
F
D
B
ernten
begutachten, verpacken
kontrollieren (Temperatur)
transportieren
ausstellen, einordnen
verkaufen
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