Er sieht seiner Tochter in die Augen

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1. Substantiv. Kategorien (Genus,
Numerus, Kasus)
Kategorien des Substantivs
Die Substantive und substantivische Pronomina sind durch
drei Kategorien charakterisiert:
Genus ---- Numerus ----- Kasus
Diese Kategorien, die teils formal-grammatischer Natur sind
(Genus), teils syntaktisch (Kasus) oder semantisch (Numerus)
abzuleiten sind, kommen in komplexer Weise in den
Deklinationsformen und in den Artikelwörtern formal zum
Ausdruck.
Genus
Beim Genus der Substantivs ist zwischen dem natürlichen
Geschlecht (=Sexus) und dem grammatischen Genus zu
unterscheiden.
Das natürliche Genus hat zwei Formen : Maskulinum und
Femininum
das grammatische Genus hat drei Formen: Maskulinum,
Femininum und Neutrum
- Beide Genusarten kommen im Deutschen vor
allem am bestimmten Artikel formal zum
Ausdruck (der, die; das).
 Natürliches Geschlecht der Substantive spielt im
Deutschen gegenüber dem grammatischen Genus nur
eine geringe Rolle. Lediglich bei einigen Gruppen von
Lebewesen wird das grammatische Genus vom
natürlichen Geschlecht bestimmt. Das betrifft
Personenbezeichnungen und Tiernamen.
- Personenbezeichnungen:
o Verwandtschaftsnamen (zumeist mit
verschiedenen Wörtern):
der Vater – die Mutter
der Sohn – die Tochter
der Onkel – die Tante
der Enkel – die Enkelin
der Cousin – die Cousine(oder Kusine)
o Berufsbezeichnungen (die fem. Form
zumeist mit Suffix –in):
der Lehrer – die Lehrerin
der Koch - die Köchin
der Friseur - die Friseurin/Friseuse
- Tiernamen
der Hahn – die Henne
der Hengst – die Stute
der Bär – die Bärin
der Löwe – die Löwin
 Grammatisches Genus
Das beherrschende Genussystem im Deutschen ist ein
formalgrammatisches System das in seinen
Systembezügen nur im Rahmen einer historischen
Grammatik erklärt und übersichtlich gemacht werden
kann. Im Rahmen einer Darstellung der
Gegenwartssprache ist für die Mehrzahl der Substantive
nicht möglich, praktikable Regeln zur Genusbestimmung
zu geben. Bei vielen Substantiven muss die das Genus
repräsentierende Artikelform zusammen mit dem
Substantiv gelernt werden:
der Kopf – die Hand – das Kinn, der Löffel – die Schüssel
– das Pendel
- Entsprechend dem geschichtlich gewordenen
Gebrauch bestimmer Bedeutungsgruppen von
Substantiven sind:
1. Maskulina
i. Die Namen der Jahreszeiten, Monate und
Wochentage:
Der Sommer; der Januar; der Mittwoch
ii. Die Namen der Himmelsrichtungen, Winde und
Niederschläge:
der Östen; der Monsun; der Schnee; der Nebel;
der Reif
iii.
Die Namen der Spirituosen:
der Wein; der Sekt; der Kognak; der Wodka
iv. Automarken und Namen von Expresszügen:
der Mercedes, der BMW; der Bavaria
v. Die Namen der Mineralien und Gesteine: der
Feldspat, der Glimmer, der Quarz; der Granit,
der Basalt
vi. Die Bergnamen:
der Brocken, der Elbrus, der Vesuv, der Mt.
Everest
2. Feminina
i. Die Schiffs- und Flugzeugnamen:
Die Titanic, die Trelleborg; die Concorde, die
Boeing
ii. Die Namen der Bäume und vieler Blumen:
Die Kiefer, die Birke, die Zypresse; die Rose, die
Nelke, die Orchidee
iii. Die Namen der Zigarettensorten:
Die Camel, die Club, die Marlboro
iv. Die Substantivischen und substantivierten
Kardinalzahlen:
die Eins, die Neun, die Tausend, die Million
 Die Mengenbezeichnungen sind Neutra
: Das Hundert, das Tausend
 Neutra sind auch die Bruchzahlen
(außer: die Hälfte): das Drittel
v.
die meisten deutschen Flussnamen und die
ausländische Flussnamen auf –a und –e:
die Weser, die Saale, die Spree
die Wolga, die Seine, die Themse
 Die übrigen ausländischen
Flussnamen und einige deutsche
Flussnamen sind Maskulina:
der Ganges, der Amazonas, der Nil
der Rhein, der Main, der Neckar
vi. Die Gebiets- und Landschaftsnamen:
Die Lausitz, die Normandie, die Karibik, die
Sahara, die Arktis
3. Neutra
i. Die Namen von Hotels, Cafés und Kinos:
das (Hotel) Continental, das(Café) Sacher, das
(Kino) Astoria
ii. Die Namen der meisten chemischen Elemente:
Das Kupfer, das Aluminium, das Chlor, das
Radium
iii. Die Namen von physikalischen Einheit, von
Buchstaben, Noten, Farben und Sprachen:
das Kilowatt, das Ypsilon; das Cis; das grün; das
Russisch(e), das Hindi
iv. Die Namen von Wasch- und Reinigungsmitteln:
Der Persil, das Ata, das Fit
v.
Die Namen der Kontinente, Länder, Inseln und
Orte(soweit sie ohne Attribut den Nullartikel
haben):
(das südliche) Afrika
(das idyllische) Heidelberg
o Ländernamen, die ohne attribut den
bestimmten Artikel haben, sind Feminina
oder Maskulina:
Die Türkei, die Schweiz, die Ukraine
der Sudan, der Irak, der Iran
Aufgrund der Form sind:
i.
ii.
iii.
i.
ii.
1. Maskulina
Deverbativa mit Nullsuffix:
der Gang, der Sprung, der Betrieb
Substantive auf –ig, -ling, (nach Konsonant:) –s:
der Essig; der Lehrling; der Fuchs
Fremdwörter *Personenbezeichnungen‘ auf –
ant, -är, -ent, -et, -eur, -ist, -loge, -or:
der Demonstrant; der Millionär; der Absolvent;
der Athlet, der Ingenieur, der Artist; der
Biologe; der Doktor
2. Feminina
Deverbativa auf –t:
die Fahrt, die Schlacht, die Last
die meisten Substantive auf –e (vor allem
Zweisilber):
iii.
iv.
i.
ii.
iii.
die Liebe, die Lampe, die Straße, die Rosa, die
Schlange
Substantive mit den Suffixen –ei, -heit, -keit, schaft, -ung:
Die Bücherei, die Malerei, die Partei
die Gelegenheit, die Krankheit, die Wahrheit
die Fähigkeit, die Kleinigkeit, die
Standhaftigkeit
die Freundschaft, die Gesellschaft, die
Wirtschaft
die Heizung, die Lösung, die Verfassung
Fremdwörter auf –age, -ät, -anz, -enz, -ie, -ik, ion, -ur
die Etage; die Qualität; die Ambulanz; die
Differenz; die Kopie; die Klinik; die Deklination;
die Dressur
3. Neutra
Diminutiva auf –chen und –lein
das Häuschen, das Büchlein
Kollektiva und Deverbativa mit Präfix Ge- und
Nullsuffix:
das Gebälk, das Gebüsch, das Gestein
das Gehör, das Gemisch, das Geschoss
Substantivierte Infinitive (auf-en):
das Sprechen, das Turnen
iv.
v.
Fremdwörter auf –ett, -il, -ma, -o, -(m)ent, um:
das Kabinett; das Ventil; das Drama; das Konto;
das Dokument; das Zentrum
die Mehrzahl der Substantive auf -nis:
das Ergebnis, das Ereignis, das Gedächtnis
Doppeltes Genus
- Das Deutsche Besitz eine Reihe von Substantiven,
die mit doppeltem Genus gebraucht werden.
Dabei sind verschiedene Gruppen zu
unterscheiden:
1. Substantive mit gleicher Form, gleicher Bedeutung und
verschiedenem Genus(schwankendes Genus):
der/das Bereich, der/das Bonbon, der/das Filter, der/das
Keks, der/das Poster, der/das Teil, der/das Meter
Schwankend ist der Artikelgebrauch auch bei den mit –
meter zusammengesetzten Bezeichnungen für
Maßeinheiten: der/das Millimeter, Zentimeter,
Kilometer
Bei den anderen Zusammensetzungen mit –meter ist das
Genus festgelegt:
Maskulina: Geometer, Gasometer
Neutra: Barometer, Thermometer
2. Substantive mit gleicher Form, verschiedener Bedeutung
und verschiedenem Genus (Homonyme):
der Band (Buch)
der Bund (Vereinigung)
der Gehalt(Wert)
der Golf (Meeresbucht)
der Kaffee(Getränk )
der Morgen(Tageszeit)
der Moment(Augenblick)
der Taube (Gehörloser)
das Band (etwas zu Binden)
das Bund ( etwas
Gebundenes)
das Gehalt( Lohn)
das Golf(Ballspiel)
das Kaffee(Gaststätte)
das Morgen(Zukunft)
das Moment(Faktor)
die Taube(Vogel)
3. Substantive mit ähnlicher Form, verschiedener
Bedeutung und verschiedenem Genus (Feminina mit
Suffix -e):
der Akt(Handlung,
Theateraufzug)
das Etikett(Aufschrift)
die Akte(Schriftstück)
die
Etikette(Umgangsformen)
Die Lade(Möbelstuck)
die Rabatte(schmales Beet)
der Laden(Geschäft)
der
Rabatt(Preisvergünstigung)
das Tablett(Geschirrbrett) die Tablette(Medikament
im Plätzenform)
Numerus
Der Numerus des Substantivs ist eine semantische Kategorie
und bezieht sich auf die Gegliedertheit des Objekts der
außersprachlichen Realität, das durch das Substantiv
bezeichnet wird. Im Deutschen gibt es zwei Numeri:
Singular(Einzahl) und Plural(Mehrzahl). Im Singular steht das
Substantiv, wenn es als Eines oder als nichtgegliederte
Vielheit erscheint, im Plural steht das Substantiv, wenn es als
Mehreres oder als gegliederte Vielheit gebraucht wird.
Substantive, die nur ungegliederte Objekte bezeichnen und
deshalb nur im Singular vorkommen, heißen
Singulariatantum.
Substantive, die stets gegliederte Objekte bezeichnen und
demzufolge auf den Plural beschränkt sind, heißen
Pluraliatantum.
SINGULARIATANTUM
1. Stoffnamen
nur im Singular stehen Stoffnamen, wenn sie ganz
allgemein gebraucht werden:
Kupfer zeichnet sich durch seine Leitfähigkeit aus.
Es ist in der letzten Woche viel Schnee gefallen.
2. Sammelnamen(Kollektiva)
nur im Singular stehen Sammelnamen, wenn sie
Bezeichnungen einer einheitlichen umfassende Klasse
sind, die als ungegliedert aufgefasst wird:
Die Bevölkerung wurde zu einer Spende aufgerufen.
Am Abend brachten wir das Gepäck zum Bahnhof
Zu den singularischen Sammelnamen gehören die
Bezeichnungen für zahlreiche Personengruppen (Polizei,
Marine, Personal, Verwandtschaft), Tier- und
Pflanzenklassen (Wild, Geflügel; Getreide, Obst,
Wurzelwerk) wie auch Sachgruppen (Konfektion,
Schmuck)
3. Abstrakta
Nur im Singular stehen Abstrakta, wenn sie
ungegliederte Allgemeinbegriffe darstellen:
Er arbeitet mit viel Fleiß.
Die Erziehung der Kinder zur Selbstständigkeit sollte
möglich früh beginnen
Ebenso: Aufbau, Planung, Verkehr, Bewusstsein,
Vertrauen, Ruhe, Liebe, Glück, Ursprung, Unrecht u.v.a.
4. Eigennamen
Nur im Singular stehen Eigennamen, wenn sie ein
bestimmtes Einzelnes (Individuum) bezeichnen. Zu
solchen Eigennamen gehören die Personennamen (vorund Familiennamen), die Individualnamen(Rufnamen)
der Haustiere, Die Namen verschiedener Produkte der
menschlichen Kultur und Technik( Büchertitel,
Schiffsnamen u.a.) und lokale Bezeichnungen (Fluss-,
Länder-, Ortsnamen, Bezeichnungen von Betreiben,
öffentlichen Gebäuden)
Thomas Mann; (der Schäferhund) Bello; (Goethes)
„Faust“, (das Segelschulschiff) „Gorch Fock“; die Elbe;
Frankfurt am Main; Langenscheidt-Verlag
Berlin/München; das Gewandhaus (zu Leipzig)
5. Körperteile und Kleidungsstücke
in Bestimmten Verbindungen werden die Bezeichnungen
von Körperteilen und Kleidungsstücken trotz der
Vorstellung einer Gegliedertheit im Singular verwendet.
Dieser Gebrauch ist fakultativ:
Sie gaben sich die Hand. – Sie trugen Hut und Mantel
PLURALIATANTUM
Bei einigen Substantiven wird die Gegliedertheit als
semantischer Grundzug empfunden. Solche Substantive
verfügen nur über die Pluralform. Dazu gehören unter
anderem:
1. geographische Bezeichnungen:
Gebirge: Alpen, Anden, Karpaten
Inselgruppen: Kurilen, Azoren, Bermudas
Länder: Niederlande, USA
2. Personengruppen:
Eltern, Geschwister, Gebrüder, Leute, Honoratioren
3. Zeitabschnitte und Vorgänge:
Fasten(=Fasttage), Ferien, Flitterwochen; Streitigkeiten,
Wirren
4. Krankheiten
Blattern, Masern, Pocken, Röteln
5. Sammelbegriffe im Handel:
Altwaren, Kurzwaren, Musikalien, Naturalien,
Rauchwaren, Spirituosen, Teigwaren, Textilien
6. Finanz- und Rechtsbegriffe:
Aktiva/Passiva, Alimente, Diäten(=Tagegelder),
Dubiosen, Effekten(=Wertpapier), Einkünfte,
Kosten/Unkosten, Moneten, Personalien, Spesen
7. Verschiedene Gruppen von Sammelbegriffen:
Annalen, Briefschaften, Memoiren, Varia
Imponderabilien, Präliminarien, Realien, Spiritualien
Habseligkeiten, Ländereien, Preziosen, Trümmer
8. englische Kleidungsbezeichnungen:
Jeans, Shorts, Spikes
9. Sammelbegriffe(als Eines bzw. nicht-gegliederte Vielheit
– seltener – auch im Singular)
Allüren(die Allüre), Chemikalien(die Chemikalie), Eltern
(der/das Elter), Möbel (das Möbel)…
Kasus
Kasus dienen dazu, die Beziehung des Substantivs zu
anderen Elementen im Satz mithilfe morphologischer
Mittel zum Ausdruck zu bringen. Diese Aufgabe erfüllen
jedoch nicht nur die Kasus, sondern auch andere Mittel
(Präpositionen, Intonation, Wortstellung). Im Deutschen
spielen die Kasus und die Präpositionen eine
dominierende Rolle. Da die gleichen Beziehungen im
Deutschen einmal durch Kasusendungen, das andere
Mal durch selbständiger Wörter(Präpositionen)
ausgedrückt werden, ist ein syntaktischer und
semantischer Unterschied zwischen den reinen
Kasus(ohne Präpositionen) und den präpositionalen
Kasus kaum festzustellen:
a. Er schreibt seinem Vater einen Brief
b. Er schreibt an seinen Vater einen Brief
c. Der Nominativ (1. Fall oder Wer/was-Fall) gibt
die Antwort auf die Frage: „Wer oder was?”:
a. Beispiel: „Das Essen schmeckt sehr gut.”
i. Frage: „Wer oder was schmeckt sehr
gut?”
ii. Antwort: „Das Essen schmeckt sehr
gut.”
1. → entsprechend steht ‘Essen’
im Nominativ
d. Der Genitiv (2. Fall oder Wes/Wessen-Fall)
gibt die Antwort auf die Frage: „Wessen?”:
a. Beispiel: „Es war Peters Idee ins
Restaurant zu gehen.”
i. Frage: „Wessen Idee war es ins
Restaurant zu gehen?”
ii. Antwort: „Es war Peters Idee.”
1. → entsprechend steht ‘Peters’
im Genitiv
e. Der Dativ (3. Fall oder Wem-Fall) gibt die
Antwort auf die Frage: „Wem?”:
a. Beispiel: „Ich habe meinem Chef einen
Brief geschrieben.”
i. Frage: „Wem habe ich einen Brief
geschrieben?”
ii. Antwort: „Meinem Chef.”
1. → entsprechend steht ‘Chef’
im Dativ
f. Der Akkusativ (4. Fall oder Wen/was-Fall)
gibt die Antwort auf die Frage:
„Wen oder was?”:
a. Beispiel: „Er hat auch seine
Kollegen eingeladen.”
i. Frage: „Wen oder was hat er
eingeladen?”
ii. Antwort: „Seine Kollegen.”
1. → entsprechend steht ‘Kollegen’
im Akkusativ
Syntaktische Funktionen der reinen Kasus
Die syntaktische Funktion der Kasus ergibt sich zunächst aus
der Rolle, die die Kasus des Substantivs in Beziehung auf das
übergeordnete Verb spielen.
i.
ii.
iii.
Der Nominativ tritt nur als obligatorischer
Aktant, nicht als fakultativer Aktant oder als
freie Angabe auf. Er steht nur bei Verben, nicht
bei Adjektiven oder Substantiven.
Der Akkusativ tritt sowohl als obligatorischer
Aktant als auch als fakultativer Aktant oder als
freie Angabe auf. Er steht bei Verben und
vereinzelt bei Adjektiven nicht bei
Substantiven
Der Dativ tritt sowohl als obligatorischer
Aktant als auch als fakultativer Aktant oder als
freie Angabe auf. Wenn er freie Angabe ist,
steht er entweder bei Verben oder bei
iv.
bestimmten Klassen von Substantiven. Als
Aktant erscheint der Dativ meist bei Verben,
seltener bei Adjektiven.
Der Genitiv tritt sowohl als obligatorischer
Aktant als auch als fakultativer Aktant oder als
freie Angabe bei Substantiven.
Satzgliedfunktionen der reinen Kasus
Die reinen Kasus erfüllen bestimmte Funktionen als
syntaktische Glieder im Satz. Diese Funktionen werden
mithilfe der Satzgliedbegriffe beschreiben
1. Der Nominativ kann folgende Satzgliedfunktionen
ausüben:
i. als Subjekt:
Das Kind liest ein Buch
Der Minister unterzeichnete mehrere
Wirtschaftsabkommen mit dem Nachbarland.
ii. als Prädikativ(= Subjektsprädikativ):
Er ist Student.
Er bleibt der beste Student in unserem Seminar.
Sie wird Schauspielerin.
Er wird ein Talent genannt.
iii. als Apposition (= Gliedteil):
Herr Müller, der Leiter der Forschungsabteilung, hat
eine neue Konzeption für die Versuchsreihe
vorgelegt.
Der Abteilungsleiter Müller hat einen Autounfall
gehabt.
iv. als außerhalb des Satzverbandes stehendes Glied,
das dienen kann der bloßen Benennung (Nennfall):
ein schöner Morgen, neue Häuser
dem Anruf (Vokativ):
Komm, Vater!, Lieber Freund!
2. Der Akkusativ kann folgende Satzgliedfunktionen
ausüben:
i. als Objekt zum Verb:
Er liest das Buch
Die Regierung unterzeichnete das
Wirtschaftsabkommen.
ii. als Objekt zum Prädikativ(Adjektiv)
Die Ware ist ihr Geld wert
Er ist den lästigen Besucher los.
iii. als Objektsprädikativ:
Die Lehrerin nennt ihn einen begabten Schüler.
Er schilt das Mädchen eine Lügnerin.
iv. als Lexikalischer Prädikatsteil
in Gestalt einer Umstandsobjekts:
Der Tourist fährt Auto. – Die Sekretärin schreibt
Maschine.
in Gestalt eines inneren Objekts(Akkusativ des
Inhalts):
Er schläft den Schlaf des Gerechten.
Sie stirbt einen schweren Tod.
Er geht einen schweren Gang.
v. als Adverbialbestimmung
Er arbeitet jeden Tag. – Der Graben ist einen
Meter tief.
vi. als Apposition(=Gliedteil)
Der Minister begrüßt Herrn Müller, den
Direktor des Unternehmens.
Man hat die Kollegin Müller vorläufig
beurlaubt.
3. Der Dativ kann folgende Satzgliedfunktionen ausüben:
i. als Subjekt zum Verb:
Die Versicherung hilft den Geschädigten.
Sie widmet sich der Arbeit.
er gibt dem Freund ein Buch.
ii. als Objektiv zum Prädikativ(Adjektiv):
Er ist seiner Frau treu. – Der Sohn ist seinem
Vater ähnlich.
iii. als sekundäres Satzglied in Verschiedenen
Arten:
a. als possessiver Dativ(Pertinenzdativ)
mit Beziehung auf das Subjekt:
Meinem Vater schmerzt der Kopf. – Die Wunde
tut ihm weh.
mit Beziehung auf das Objekt:
Wir Waschen uns die Hände.
Der Arzt reinigt dem Patienten die Wunde.
mit Beziehung auf die Adverbialbestimmung:
Er sieht seiner Tochter in die Augen
Der Chef klopft dem Angestellten auf die
Schulter.
b. als Träger-Dativ(Träger eines Kleidungsstücks)
mit Beziehung auf das Subjekt:
Dem Jungen rutscht die Hose.
mit Beziehung auf das Objekt:
Er zieht ihr den Mantel an. – Der Besucher rückt
sich den Schlips zurecht.
mit Beziehung auf die Adverbialbestimmung:
Ich trete ihm auf den Schuh. – Dem Kind fiel die
Mütze vom Kopf.
c. als Dativus Commodi(Dativ des Interesses, der
Gefälligkeit):
Der Pförtner öffnet der Frau die Tür.
Das Kind trägt seiner Mutter die Einkaufstasche.
Ich kaufe mir einen neuen Atlas.
… u.v.a….
4. Der Genitiv kann folgende Satzgliedfunktionen ausüben:
i. als Objekt zum Verb:
Er erinnert sich seines Hochzeitstages
Sie gedachten der Toten.
ii. als Objekt zum Prädikativ(Adjektiv):
Er ist des Weges kundig. – Er ist aller frohen
Sorgen ledig.
iii. als Prädikativ:
Der Vater ist guter Laune. – Der Patient ist
frohen Mutes.
iv. als Adverbialbestimmung:
Er besuchte uns eines Abends.
Der Kunde verließ den Laden unverrichteter
Dinge.
v. als attributiver Gliedteil:
Das Haus seines Vaters wurde verkauft.
Dort steht der Wagen des Institutsdirektors.
vi. als Apposition(Gliedteil)
Wir erinnern uns Herrn Gröbners, des früheren
Präsidenten der Akademie.
Sie gedachten in einer Feierstunde des
verstorbenen Betriebsdirektors Müller.
Semantische Funktionen der reinen Kasus
Der Nominativ als Subjekt das Agens(1), das Patiens(2), das
Identifizierte, das Eingeordnete(4) usw. bezeichnen:
(1)Der Mieter stellt den Schrank auf.
(2)Der Schrank wird aufgestellt.
(3)Paris ist die Hauptstadt Frankreichs.
(4)Berlin ist eine Milionenstadt
Auch der Akkusativ als Objekt kann so verschiedene
Außersprachliche Sachverhalte bezeichnen wie ein effiziertes
Objekt, das erst im Prozess der im Verb ausgedrückten
Handlung entsteht, dessen Dasein erst hervorgerufen wird(5),
und eine affiziertes Objekt, das bereits vor der im Verb
ausgedrückten Handlung existiert, aber durch die Handlung in
seinem Sosein verändert wird(6):
(5)Der Schriftsteller schreibt das Buch.
der Bäcker bäckt den Kuchen.
(6) Die Verkäuferin packt das Buch ein.
Die Kinder essen den Kuchen.
Präpositionale Kasus
Es wurde gezeigt, dass zwischen den deinen Kasus und den
Präpositionalen Kasus kein semantischer und kein tieferer
syntaktischer Unterschied besteht, obwohl die Beziehung des
mit einem bestimmten Kasus versehenen Substantivs zu dem
übergeordneten Wort(Verb, Adjektiv, Substantiv) beim
Präpositionalkasus durch eine Präposition vermittelt ist
(mittelbarer Kontakt) und der Kasus des Substantivs folglich
nicht durch das übergeordnete Wort, sondern durch die
Präposition festgestellt ist. in beiden Fällen handelt es sich
jedoch um einen syntaktisch regierten Kasus, dem nicht in
direkter Weise eine semantische Funktion zugeschriebenen
werden kann. Auch sonst verhalten sich die präpositionalen
Kasus ähnlich wie die reinen Kasus.
Syntaktische Funktionen der präpositionalen Kasus
- Die Präpositionalkasus treten in folgenden
syntaktischen Funktionen auf:
1. als obligatorischer Aktant von ein-, zwei-, drei- und
vierwertigen Verben:
es geht um eine wichtige Frage
Berlin liegt an der Spree.
er legt das Buch auf den Tisch.
Der Referent bittet die Zuhörer für den Zwischenruf um
Verständnis.
2. als fakultativer Aktant von ein-, zwei-, drei- und
vierwertigen Verben:
die Schneiderin arbeitet an einem Kleid.
Der Sohn begleitet seinen Vater in die Stadt.
Die Polizei befreite die Geiseln aus den Händen der
Kidnapper.
3. als freie Angabe null-, ein- zwei-, drei- und vierwertigen
Verben:
Es schneite in der Nacht.
Der Schriftsteller arbeitete in der Nacht.
Er schrieb in der Nacht den Brief.
Er schenkte im vergangenen Jahr seinem Sohn eine Uhr.
Sie Übersetzte im vergangenen Jahr das Buch aus dem
Schwedischen in Deutsche.
4. als fakultativer Aktant eines Adjektivs:
Der Student ist froh über die bestandene Prüfung.
Er ist verärgert über den Unfall.
5. als fakultativer Aktant bei Substantiven:
Seine Freunde über die bestandene Prüfung beflügelte
ihn.
Seine Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen erfüllte
sich nicht
6. als freie Substantiven:
Sein Freund im Nachbarort ist gestorben.
Der Stand und der Ostsee zieht viele Urlauber an.
Präpositionale Kasus bei Substantiven(Rektion)
1. Das Substantiv regiert die gleiche Präposition wie das
entsprechende Verb und das entsprechende Adjektiv:
Die Mode hängt von internationalen Trends ab.
Die Mode ist von internationalen Trends abhängig.
die Abhängigkeit der Mode von internationalen
Trends
Er Ärgert sich über den Fehler.
Er ist über den Fehler ärgerlich.
sein Ärger über den Fehler
2. Das Substantiv regiert die gleiche Präposition wie das
entsprechende Verb, ein entsprechendes Adjektiv ist
nicht vorhanden:
Wir glauben an den Fortschritt der Menschheit.
unser Glaube an den Fortschritt der Menschheit
3. Das Substantiv regiert eine Präposition, während das
entsprechende Verb den Akkusativ regiert und eine
entsprechendes Adjektiv nicht vorhanden ist:
Er besucht unseren Freund.
sein Besuch bei unserem Freund
4. Das Substantiv regiert eine Präposition während das
entsprechende Verb den Dativ regiert und ein
entsprechendes Adjektiv nicht vorhanden ist.
Wir antworten dem Bürgermeister.
unsere Antwort an den Bürgermeister
5. Das Substantiv regiert die gleiche Präposition wie das
entsprechende Adjektiv, en entsprechendes Verb ist
nicht vorhanden:
Die junge Pianistin ist stolz auf ihren ersten Preis.
der Stolz der jungen Pianistin auf ihren ersten Preis.
6. Das Substantiv regiert eine Präposition, während das
entsprechende Adjektiv den Dativ regiert und ein
entsprechendes Verb nicht vorhanden ist:
Der Wissenschaftler ist seinen Prinzipien treu.
die Treue des Wissenschaftlers zu seinen Prinzipien
7. Das Substantiv regiert eine Präposition, obwohl weder
ein entsprechendes Verb noch ein entsprechendes
Adjektiv vorhanden ist.
Er hat keinen Appetit auf Obst.
Sie hat keine Lust zum Schwimmen.
Satzgliedfunktionen der präpositionalen Kasus
- Die präpositionalen Kasus erfüllen dieselben
Satzgliedfunktionen wie die reinen Kasus
1. Als Subjektsprädikativ:
Die Angelegenheit ist von großer Bedeutung.
2. als Objektsprädikativ:
Das Publikum bezeichnet das neue Theaterstück als
einen unbestreitbaren Erfolg.
3. als Objekt
Wir warten auf die Bestätigung des Briefes.
Er denkt an seine Kinder.
4. als Objekt zum Prädikativ(Adjektiv):
Er ist wütend über die Ablehnung seiner Bitte.
Kanada ist reich an Rohstoffen.
5. als Adverbialbestimmung:
Der Schriftsteller wohnt in Rostock.
Der Ingenieur arbeitet mit Begeisterung.
Er fährt am Wochenende zum Angeln.
6. als Sekundäres Satzglied zum Satz
Er trägt für seine Mutter Gepäck.
Sie Unterstützt ihn bei seinem Vorhaben.
7. als prädikatives Attribut:
Er traf im ihn dunklen Anzug.
8. als attributiver Gliedteil:
Die Freunde über das erreichte Ziel hat ihn beflügelt.
Quellen
HELBIG, Gerhard/ BUSCHA, Joachim (1994): Deutsche Grammatik. Ein
Handbuch für den Ausländerunterricht. Leipzig: Langenscheidt. 244-271s.
http://www.lehrerfreund.de/medien/deutschunterricht/grammatik/uebungen/kasusnumerus-genus/AB-kasus-numerus-genus.pdf
http://www.klassenarbeiten.de/klassenarbeiten/klasse5/deutsch/klassenarbeit492_gr
ammatik.htm?loesung=1
http://www.cafe-lingua.de/deutsche-grammatik/kasus-die-vier-faelle.php
Handout
1. Bilden Sie den richtigen Kasus.
a.) der braune Hund
(Akkusativ, Plural)
b.) das große Glas (Genitiv, Singular)
c.) die braven Schüler
(Akkusativ, Singular)
2. Bestimmen Sie Numerus (Zahl: Singular oder Plural), Genus (Geschlecht: maskulin,
feminin) undKasus (Fall: Nominativ, Genitiv, Dativ oder Akkusativ). Erfinde jeweils einen
Beispielsatzdazu.
Wort
1. des Mannes
N
G
K
Beispielsatz
Sg
m
Genitiv
Das Auto des Mannes ist schön.
2. dem Baum
3. den Kindern
4. meine Mutter
5. diese Frau
3. Suchen Sie die richtige Form des Verbes (Plural, Singular) bei den Tantum-wörtern aus,
und begründen Sie ihre Auswahl.
a)
b)
c)
d)
e)
f)
g)
h)
Die Polizei ist/sind ein Exekutivorgan eines Staates.
Die Alpen ist/sind das höchste Gebirge im Inneren Europas
Jeans ist/sind zu eng.
Obst ist/sind ein Sammelbegriff.
Die Alpen ist/sind das höchste Gebirge im Inneren Europas
Geflügel ist/sind der Oberbegriff für alle Vogelarten.
Die Niederlande ist/sind eine parlamentarische Monarchie
Getreide ist unser Grundnahrungsmittel Nummer eins
Handout=Lösung
1. Bilden Sie den richtigen Kasus.
a.) der braune Hunde
(Akkusativ, Plural)
die braunen Hunde
b.) das große Glas (Genitiv, Singular)
des großen Glases
der grünen Wälder
c.) die braven Schüler
(Akkusativ, Singular)
den braven Schüler
2. Bestimmen Sie Numerus(Zahl: Singular oder Plural), Genus (Geschlecht: maskulin, feminin)
und
Kasus(Fall: Nominativ, Genitiv, Dativ oder Akkusativ). Erfinde jeweils einen Beispielsatz
dazu.
Wort
1. des Mannes
N
G
K
Beispielsatz
Sg
m
Genitiv
Das Auto des Mannes ist schön.
2. dem Baum
Sg
m
Dativ
Dieses Insekt schadet dem Baum sehr.
3. den Kindern
Pl
n
Dativ
Lehrerin hat den Kindern den Lehrstoff ausführlich erklärt.
Sg
f
N/A
Meine Mutter hat schwarze lockige Haare. /Er konnte meine
Mutter nicht finden.
Sg
f
N/A
Diese Frau ist unschuldig./Nie habe ich diese Frau in unserem
Dorf gesehen.
4. meine Mutter
5. diese Frau
3. Suchen Sie die richtige Form des Verbes (Plural, Singular) bei den
Tantumwörtern aus, und begründen Sie ihre Auswahl.
a)
b)
c)
d)
e)
f)
g)
h)
Die Polizei ist/sind ein Exekutivorgan eines Staates.(IST)
Die Alpen ist/sind das höchste Gebirge im Inneren Europas. (SIND)
Jeans ist/sind zu eng.(SIND)
Obst ist/sind ein Sammelbegriff.(IST)
Die Alpen ist/sind das höchste Gebirge im Inneren Europas.(SIND)
Geflügel ist/sind der Oberbegriff für alle Vogelarten.(IST)
Die Niederlande ist/sind eine parlamentarische Monarchie.(SIND)
Getreide ist/sind unser Grundnahrungsmittel Nummer eins. (IST)
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