Prüfungsfragen Bienenkrankheiten IM 2013: Anita Lautemann 9.02

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Prüfungsfragen Bienenkrankheiten IM 2013: Anita Lautemann 9.02.202013
1.Vorbeugende Maßnahmen zur Vermeidung von Bienenkrankheiten?
Geeignetes Standort suchen, keine Kaltluftseen, genügend natürliches Futterangebot, keinen
fremden Honig verfüttern, auf starke Völker achten, ausreichende Winterfütterung, auf
ausreichenden Wabenumschlag achten, Putztrieb beachten, angepasste Betriebsweise anwenden,
auf richtige Raumgabe achten, keine unnötigen Eingriffe tätigen, alles geplant und gezielt. Hygiene
sowohl bei Imker, Völker, Geräte; nicht zu viele Völker auf einem Stand halten.
Ein Bienenvolk ist nicht schwach, weil es krank ist, sondern krank weil schwach ist!
2. Was ist bei Medikamenteneinsatz im Bienenvolk zu beachten?
Es gibt derzeit nur eine „Krankheit“ - Schädling, nämlich die Varroatose, die den Einsatz von
Behandlungsmitteln notwendig macht. Alle anderen Krankheiten sind biotechnisch in den Griff zu
bekommen. Es gibt sehr wenig Behandlungsmittel, die für den Einsatz an Bienen zugelassen sind.
Jeder Einsatz ist nachweisbar (im Honig, Wachs, Propolis). Wir können uns keinen Skandal bei
Rückständen in den Bienenprodukten leisten! Die Bienenvölker haben ein starkes
Selbstheilungspotential gegen die meisten Krankheiten. Diese Fähigkeit muss der Imker
unterstützen, anstatt Fehler in der Völkerführung durch Medikamente wettzumachen. Kein
Antibiotikum anwenden!
3. Welche Krankheit betreffen die erwachsenen Bienen?
1. Nosematose: (Nosema apis Zander, Nosema apis cerana) – einzelliger Parasit
2. Ruhr: Abkotung in der Beute vor dem Reinigungsflug (Winterruhe)
3. Maikrankheit: auch Pollenvölle genannt - Wassermangel
4. Tracheenmilbe: (Acarapis woodi) Milbe in den Atmungsorganen der Jungbienen
5. Chronischer Paralyse Virus: (Schwarzsucht) Virus im Bienenblut
4. Welche Krankheiten betreffen die Bienenbrut?
1. Amerikanische Faulbrut
2. Europäische Faulbrut
3. Sackbrut
4. Kalkbrut
5. Steinbrut
6. Varroatose (Schädling)
5. Nosematose- Nosema apis Zander und Nosema apis cerana –- Bekämpfung - Krankheitsbild,
Unterscheidung?
Krankheitsbild N.a: Erreger befällt und zerstört die Darmwand. Bienen krabbeln oft mit
aufgetriebenem Hinterleib auf dem Flugbrett umher. Längliche braune Kotspritzer befinden sich auf
Beuteinnenseite und Beuteaußenseite. Betroffen: Königin, Drohnen und Arbeiterinnen. Verkürzte
Lebensdauer. Völker bleiben schwach oder werden im Frühling immer schwächer. Bienendarm ist
milchig weiß, statt hellbraun (einzelliger Parasit). Funktionsstörungen des Eiweißstoffwechsels durch
Auflösung der Darmschleimhaut. Königin und Drohnen werden steril. Weisellosigkeit durch Tod der
Königin.
Akute Form, Bienenkot auf Waben, Beute und Flugbrett. Flugunfähige krabbelnde und tote Bienen
am Flugbrett. Bienen mit aufgeschwollenem Bienendarm. Bienenmasse nimmt schnell ab.
Chronische Form: Kein Kot (Bienen koten außerhalb der Beute), Bienen sterben in größeren Mengen
für den Imker nicht sichtbar (Sammelflug).Bienenmasse nimmt langsam ab oder stagniert.
Bekämpfung: Stark befallene Völker tötet man besser ab. Befallene Völker in saubere Beuten
umsiedeln. Beuten und Waben mit 60% Essigsäure desinfizieren (2ml/Wabe), Völker eng halten und
den Putztrieb fördern. Meistens erfolgt Selbstheilung. Schwache Völker von feuchten Ort ins
trockenere Gebiet bringen – Trachtwanderung, Volk enger setzen, bei Futtermangel füttern,
gesunde Völker nicht mit kranken Völkern vereinen, Bienentränke sauber halten, Waben ständig
erneuern. Nowottnick: Seite 33-37
Krankheitsbild N.c: Nosema ceranae befällt im Gegensatz zu Nosema apis auch das Gehirn, die
Malpighischen Gefäße, die Futtersaftdrüsen und den Fettkörper der Biene. Die Infektion verursacht
ebenfalls eine Schädigung des Verdauungsapparates, führt jedoch nicht zu Durchfallerscheinungen.
Infektionen mit Nosema ceranae treten ganzjährig auf, daher kommt es häufiger zu einer
Schwächung des Volkes zum Winterbeginn und infolgedessen zu einer erhöhten Wintersterblichkeit.
6. Amöbenruhr: Erreger, Infektion, Schädigung, Krankheitsbild, Bekämpfung?
Erreger: = Bienenamöbe Malpighamoeba mellificae Prell, die ein einzelliges Tier ist.
Infektion: durch Waben, infizierte Waben vernichten, auch Futterwaben. Gefährdet sind Völker bei
Trachtlosigkeit mit verringerter Brut. Mit anderen Krankheiten z.B. Nosema, Varroatose, Ruhr
auftretend.
Krankheitsbild: Die Waben und die Innenseite der Beute werden von den Bienen mit einem
übelriechenden, dünnflüssigen und schwefelgelben Kot verunreinigt. Die Krankheitsmerkmale der
Völker sind jener der Nosema sehr ähnlich. Im Winter und im Frühjahr kann man starken Totenfall
feststellen. Am Flugloch flugunfähige, krabbelnde und hüpfende Bienen und auch am Boden vor der
Beute, höchster Befallsgrad im Mai. Die erkrankten Bienen sind durch einen langgezogenen, wie
aufgeblasen erscheinenden Hinterleib sehr auffällig – bis zum Rande gefüllte Luftsäcke. Die Bienen
arbeiten sich gänzlich ab und sterben außerhalb der Beute. Die Zysten dieser Amöben sind nur
mikroskopisch nachweisbar, da sie nur 7 µ groß und farblos sind.
Bekämpfung: Bisher gibt es keine wirkungsvolle medikamentöse Behandlung, auch nicht Fumidil B.
Selbstheilungen sind nicht festgestellt worden. Biologische Maßnahmen sind die Ablegerbildung und
allgemeine pflegerische und prophylaktische Maßnahmen. Die vorhandenen Futterwaben durch
frische ersetzen. Die Waben können mit Essigsäure begast werden. Dabei werden sowohl die
Nosemasporen und auch die Amöbenzysten abgetötet. Geräte und Beuten mit heißem Sodawasser
reinigen und abflämmen. Keine weisellosen Völker auf den Stand dulden. Waben aus infizierten
Völkern vernichten. Nowottnick: Seite 40-42
7. Ruhr: Erreger, Infektion, Schädigung, Krankheitsbild, Bekämpfung?
Die Ruhr ist eine Durchfallerkrankung, die meistens die Winterbienen betrifft. Die Krankheit selbst
hat bei der Biene keine Erreger. Die Ruhr kann auch zeitlich mit der Nosematose auftreten, so dass
keine genaue Abgrenzung möglich ist. Die nicht ansteckende Ruhr kann nicht von Stock zu Stock
übertragen werden.
Schädigung: Ständige Störungen der Bienen – erhöhte Futteraufnahme – Überbelastung der
Kotblase – ungeeignetes Futter, Warmwetterperioden im Winter, weisellose Völker sitzen in der
Wintertraube sehr unruhig. Einwinterung schwacher Völker.
Krankheitsbild: Die Beutenwände, Waben, Flugbrett, Rähmchen weisen braune wässrige Kotflecken
auf. Die Bienen haben einen aufgedunsenen Hinterleib. Beim Öffnen der Beute ist ein säuerlicher
Geruch bemerkbar - stinkender Kot.
Bekämpfung: Kleine sehr schwache Völker abtöten. Fütterung von warmer Zuckerlösung 3:2 in
kleinen Mengen empfohlen. Im Spätsommer den eingetragenen Waldhonig entfernen. Einwintern
nur starke und vitale Völker. Die Beuten mit 3%iger Natronlösung reinigen. Nowottnick: Seite37-39
8. Maikrankheit: Erreger, Infektion, Schädigung, Krankheitsbild, Bekämpfung?
Erreger: Die Krankheit wird nicht durch einen Erreger ausgelöst, sondern durch witterungsbedingten
Wassermangel im Bienenvolk. Maikrankheit, auch Pollenvölle genannt, ist eine Verstopfung, tritt
meistens im Frühjahr auf. Löwenzahnblüte – Wassermangel, Pollenüberangebot.
Schädigung: Die Verdauung ist wegen Wassermangel, durch Verstopfung blockiert und kann durch
Selbstvergiftung zum Tod führen. Die Bienen sind flugunfähig und haben nach gewisser
Schädigungsdauer eine geringere Lebenserwartung. Ammenbienen können weniger Futtersaft
produzieren. Die Brut kann verhungern, was zu Einbrüchen in der Volksentwicklung führt.
Krankheitsbild: Meistens Jungbienen, die durch einen aufgedunsenen Hinterleib auffallen. Der
Darminhalt ist meist sehr fest. Die Bienen sind flugunfähig, krabbeln oder zittern am Flugbrett. Meist
sind alle Völker eines Standes betroffen.
Bekämpfung: 1-2L leicht gesüßtes Wasser geben oder beträufeln, auf Wetter achten, meistens
Selbstheilung. Nowottnick:Seite39-40
9. Wer könnte in den Atmungssystemen der Honigbiene beheimatet sein? Erreger, Infektion,
Schädigung, Krankheitsbild, Bekämpfung?
Erreger: Acarapis woodi – Milbe, lebt im Atmungssystem, im ersten Brusttracheenpaar der
erwachsenen Biene, 0,1mm groß. Die Milbe ist nur unter Mikroskop sichtbar.
Infektion: Die Tracheenmilbe befällt nur junge Bienen (ca 1-8 Tage), nicht aber die Brut. Bei älteren
Bienen sind die Atmungsöffnungen( Stigmen) durch Borsten geschützt.
Schädigung: große Anzahl der Milben in der Trachee führt zu Verstopfung der Atemöffnung und zu
Atembehinderung. Die Milben stechen die Tracheenwand zur Nahrungsaufnahme an. An der
Anstichstelle können Krankheitserreger ins Bienenblut (Hämolymphe) gelangen.
Die Milbe kann Überträger von verschiedenen Bakterien und Viren sein. Die Vermehrung der
Tracheenmilbe kann nur bei Vorhandensein junger Bienen erfolgen- während der Bruttätigkeit.
Schäden können auch während der Überwinterung auftreten.
Krankheitsbild: Durch den Tod vieler Bienen kann es zu folgenden relativen untypischen
Krankheitsbild kommen. Die Bienenmasse schrumpft vor oder nach der Einfütterung. Dem Volk fehlt
Dynamik. Im Winter ist größerer Totenfall zu beobachten. Die Brutpflege wird mangels Bienenzahl
vernachlässigt. Vor dem Flugloch liegen tote Bienen. Lebende Bienen sind teilweise nicht flugfähig
und hüpfen auf dem Boden umher.
Auslösefaktoren: ungünstige Tracht oder fehlende Tracht, die Entwicklung ist im Frühjahr umso
größer, je mehr Milben in den Bienen überwintert haben. Weisellosigkeit. Vitale Völker haben
bessere Chancen auf Selbstheilung.
Verbreitung: Durch Räuberei, Verflug, Schwärme, Drohnen. Vereinigung von gesunden und kranken
Völkern, Einschlagung fremder Schwärme, Ankauf fremder infizierter Völker.
Die Bienen sind unruhig, fliegen auch bei niedrigen Temperaturen aus. Flügel lassen sich leicht
ausreißen. Verdrehte Flügelstellung.
Bekämpfung: Beim Bienenkauf Gesundheitszeugnis verlangen, fremde Schwärme in Quarantäne.
Große und starke Völker bewirtschaften. Auf optimale Bedingungen achten, Untersuchung vom
Wintertotenfall, schwache und kränkliche Völker auflösen. Nowottnick: Seite42-43
10. Welche Krankheiten können hinter der Schwarzsucht stecken?
CPV = Chronische Paralyse Virus ( Schwarzsucht),- Waldtrachtkrankheit. Der Begriff Schwarzsucht
benennt eigentlich nur einen Zustand der Bienen. Wegen Fehlens des Haarkleides sieht die Biene
schwarz aus.
1. Viruserkrankung
2. Waldtrachtkrankheit
3. erblich bedingt
4. Räuberei
Infektionsweg: Die CPViren gelangen über Wunden in das Bienenblut (Hämolymphe) und so in die
wichtigen Organe.
Schädigung: Der Haarverlust ist kein kosmetisches Problem, sondern die Haare dienen zur
Wärmeregulierung und Sinneswahrnehmung. Vitalität und Lebenserwartung wird herabgesetzt. Die
Krankheit kann das ganze Jahr auftreten und das Volk kann an der Krankheit absterben.
Krankheitsbild: Die Bienen erscheinen äußerlich schwarz, da sie ihr Haarkleid verloren haben. Der
Hinterleib ist aufgebläht. Alle Altersklassen können befallen sein. Die Virose kann durch Verflug der
Bienen oder durch den Imker, durch Vereinigung der Völker verbreitet werden. Eine ausreichende
Pollen und Futterversorgung sind CPVirus hemmend. Nowottnick: Seite43-45
11. Wovon sind Varroa-Schäden abhängig?
Von der Stärke des Befalls und von der Aggressivität der Milben, Varroamilben sind Überträger von
Virosen, von imkerlichen Betriebsweise und der biotechnischen Behandlung der Bienenvölker.
12. Welche Bekämpfungsverfahren gibt es bei Varroatose?
1.Chemische und synthetische Varroabekämpfung: Ameisensäure, Oxalsäure, Tymolpräparate
(ApilifeVAR, Thymovar)
2. Alternative Varroa-Bekämpfungsmaßnahmen: Drohnenbrut-Entnahme, Kontrolle des
Milbenabfalls durch Diagnosegitter, Jungvolkbildung auf MW, Brutentnahme oder Brutdistanzierung
mit Bekämpfung, Restentmilbung bei Brutfreiheit.
13. Erreger der Amerikanischen Faulbrut: Infektion, Schädigung, Krankheitsbild, Bekämpfung?
Erreger: Das Bakterium Bacillus larvae, ein kleiner Einzeller. Nur mit leistungsfähigem Mikroskop und
spezieller Präparation sichtbar.
Infektion: Das AFB- Bakterium wird von den Bienen auf die Bienenbrut übertragen und kann sich nur
in der Bienenbrut vermehren. Die erwachsene Biene kann nicht vom Bakterium angegriffen werden
(resistent). Die Übertragungsform sind widerstandsfähige Sporen, die sowohl im Futter der
Ammenbienen, im Honig und in der Beute sein können.
Schädigung: AFB-Bakterien führen anfangs zum Tod einzelner Maden, mit zunehmender Dauer ist
Großteil der Brut befallen und führt zum Tod. Ab diesen Zeitpunkt ist das Volk ein leichtes Opfer
raubender Bienen und beschleunigt das Ausbreiten der Seuche.
Krankheitsbild: Stehen gelassene Brutzellen auf einer ansonst leeren Brutwabe (meistens sehr
dunkel). Die Zelldeckel von Brutzellen sind eingefallen, rissig, und löchrig. Das Brutnest ist
unregelmäßig und lückenhaft. Fadenziehende Masse bei Zündholz-Probe.
Auslösefaktoren: Räuberei im AFB-erkrankten Volk, Bienen tragen große Menge an Sporen in die
Bienenstöcke. Der Putztrieb der Bienen wird vernachlässigt und sie entfernen die erkrankten Maden
nicht mehr oder zu spät. Putztrieb nimmt ab bei: Trachtmangel, Schwarmtrieb, hohen Befall der
Milben, Weisellosigkeit. Der Imker verfüttert AFB–sporenhaltiges Futter. Kauf von verseuchten
Waben oder Bienenvölkern.
Behandlung:
1. Abtöten aller stark erkrankten Völker am Stand,
2. Kunstschwarmsanierung der verbleibenden und vermeintlichen gesunden Völker,
3. Kontrolle der Völker mittels Futterkranzprobe während der folgenden 2 Jahre.
Vorbeugung: Vermeidung von Räuberei, während Trachtlücken füttern, junge vitale Königinnen,
Brutwaben nicht schwarz werden lassen, wandern nicht in die Sperrgebiete oder in die Nähe von
Mülldeponien. Nur mit vitalen Völkern arbeiten, jedoch keine 100%ige Garantie gegen AFB.
Meldepflichtig an Bezirksveterinär!
14. Sie finden klinische Symptome der AFB : Was ist zu tun?
Futterkranzprobe, den Vereinsobmann bzw. Gesundheitswart verständigen, Meldung an
Amtstierarzt- BH; Sanierungsmaßnahmen nach Anordnung des
Amtstierarztes/Seuchensachverständigen setzen. Sperrbezirk befolgen.
15. Erreger und Krankheitsbild der Europäischen Faulbrut?
Der EFB wird von verschiedenen Bakterien und Viren verursacht, die sich in der Brut vermehren und
diese schädigen. EFB auch Sauerbrut oder gutartige Faulbrut genannt. (Primärerreger: Melissococcus
platon). Die Brut ist lückenhaft, weil die Bienen die kranke Brut entfernen. Die toten Larven liegen in
verschiedenen Stellungen in der Zelle. Die Bakterienmasse riecht säuerlich, eingetrocknete Schorfe,
lassen sich leicht entfernen. Die Überreste der Larven sind gelb bis bräunlich verfärbt. Es kann
ähnliche Strategie zur Bekämpfung angewendet werden, wie sie bei der AFB beschrieben wurde.
16. Sackbrut –Entwicklung, Kennzeichen, Behandlung?
Erreger: Sackbrut Virus, auch Morator aetatulae genannt.
Infektion: Der SBV vermehren sich in jungen Bienenmaden. Die Made erkrankt nach Aufnahme der
Viren mit dem Futtersaft, meist erreicht sie noch das Streckmadenstadium. Sackförmige Form der
Made durch angesammelte Häutungsflüssigkeit. Die abgestorbene sackähnliche Streckmade verfärbt
sich dunkel und der Kopfabschnitt knickt nach vorn ab. Die Krankheit kommt sehr selten vor. Die
Made stirbt durch Aufnahme der SBV. Beim Putzen der Zellen wird der Virus von den erwachsenen
Bienen verschleppt. Die Biene erkrankt nicht sichtlich, hat aber eine kürzere Lebenserwartung. Die
Krankheit kann vereinzelt auf Bienenständen auftreten, befällt selten alle Völker eines Standes. Die
Sackbrut ist keine Seuche, ihre Verbreitung ist nur schleppend.
Behandlung: keine Medikamente, befallene Waben entfernen und einschmelzen. Das Volk enger
setzen. Bei schweren Befall, Bildung eines Kunstschwarmes und gründliche Desinfektion der Beuten.
17. Unterschiede zwischen Kalkbrut und Steinbrut?- Infektion, Schädigung, Krankheitsbild,
Bekämpfung, Medikamente?
Erreger: Kalkbrut: Ascosphaera apis
Steinbrut: Aspergillus flavus
Die Infektion erfolgt bei beiden Pilzen gleich. Pilzsporen werden durch Futtersaft aufgenommen und
keimen im Bienendarm aus. Bildung der Pilzfäden, bis alle Gewebe und Organe durchdringen und die
Körperhülle der Biene überwuchern.
Krankheitsbild: Kalkbrut: abgestorbene Mumien sitzen locker in der Zelle. Die Bienen räumen diese
Mumien meistens aus den Zellen heraus. Farbe der Mumie- weiß/gelb, Bereiche mit Sporen grünlich
grau. Steinbrut: Die Mumien sitzen fest in den verdeckelten Zellen. Der Pilz befällt auch erwachsene
Bienen. Bienen können die Mumien nur schwer entfernen, sie nagen sie ab und überziehen sie mit
Propolis- Kittharz. Farbe weiß/grau bis hellgrün /bräunlich.
Schädigung: Das Volk kann leichten Befall verkraften, Sammelleistung und Honigleistung geht stark
zurück.
Faktoren: Temperatur im Bienenstock: Leicht unterkühlte Bruträume fördern das Pilzwachstum.
Feuchter Standort, Inzucht, Nachlassen des Putztriebs.
Verbreitung: Bienenverflug, Räuberei. Durch Imker: Wabentausch, Verfütterung von sporenhaltigem
Honig.
Behandlung: keine Medikamente zugelassen. Meist Selbstheilung. befallene Waben einschmelzen.
Förderung des Putztriebs: Völker einengen und 2-3 Mal mit kleinen Mengen füttern. In den Völkern
auf Qualitätsköniginnen setzen. Nicht zu früh erweitern. Vererblich?
18. Wie erkennt man Bienenvergiftungen und was ist zu tun?
Manchmal kommt es zu erhöhten Totenfall bei den Völkern. Die Völker werden immer schwächer,
was mit dem Absterben der Bienen und dem Rückgang der Brut zusammenhängt. Es kann zum
Verlust aller Völker führen. Insektizide sind so giftig, dass die Bienen nicht einmal die Beuten
erreichen und sterben auf dem Feld. Die vergifteten Bienen haben ihre Flügel abgespreizt, fallen nach
einer Seite und drehen sich im Kreis. Bei starken Vergiftungen mehren sich die toten Bienen vor dem
Stock, auch mit Pollen-Höschen. Bei starker Vergiftung ist der Stock nach 2-3 Tagen leer. Nowottnick:
Seite 102-106
19. Wer ist für Bienenkrankheiten verantwortlich?
Meistens der Imker selbst, Industrie, intensive Landwirtschaft und die Importe – Handel mit Bienen.
20. Das aktuelle Bienenseuchen- Gesetz?
Siehe Ausdruck.
21. Welche Bedeutung haben Viruserkrankungen bei den Bienen?
Es sind etwa 20 verschiedene Virusarten bei den Bienen bekannt, die zu unterschiedlichen
Krankheiten führen können. Besonders in Verbindung anderer Krankheiten (Varroa), können
Viruserkrankungen großen Schaden anrichten. Die Forschung arbeitet stark an der Erkennung der
Virusinfektionen.
22. Sie finden flugunfähige Bienen vor dem Flugloch –an welche Erkrankung müssen sie denken?
Maikrankheit –Ruhr –Nosematose –Tracheenmilbe –Amöbenruhr –Vergiftung
23. Welche Wachsmotten gibt es und wie können Sie bekämpft werden?
Die Große und die Kleine Wachsmotte.
Erreger: Die Wachsmotten gehören zu den Kleinschmetterlingen. Die Raupen fressen Tunnels in die
Waben um Pollen um feste Rückstände der Brutzellen zu fressen. Mottenweibchen legt Eier auf die
Waben, Stockbeuten und Rähmchen. Aus diesen schlüpfen Raupen, sie müssen sich mehrmals
häuten, sie verpuppen sich innerhalb der Waben in einen Kokon und wandeln sich in einen
Kleinschmetterling. Entwicklungstemperatur: Zwischen 10 und 30 Grad.
Bekämpfung: Begasung mit Essigsäure, abschwefeln mehrmals, biologisch: Kälte- Wärme –
Einfrieren für 48 Stunden, Kamineffekt –Durchzug, Helllagern der Waben.
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