AB 8 – Anwendungen der Integralrechnung zur Klausurvorbereitung
Aufgabe 1 (Heißluftballon )
Ein Heißluftballon startet zum Zeitpunkt t = 0 (t in Minuten) vom Boden. Der Graph beschreibt die Geschwindigkeit
des Ballons in vertikaler Richtung in Meter pro Minute.
a) Gib die Bedeutung des Flächeninhalts zwischen der
Kurve des Geschwindigkeits-Zeit-Verlaufes und der
Zeitachse an.
b) Beschreibe den Bewegungsablauf qualitativ. Berücksichtige dabei folgende Fragen:




In welchen Zeitabschnitten bewegt sich der Ballon nach oben / unten?
Zu welchen Zeitpunkten steigt bzw. fällt er am schnellsten?
Was passiert vermutlich in den Zeitpunkten mit v = 0?
Wie kommt es zu den abrupten Geschwindigkeitsänderungen bei den Zeitpunkten t = 40 und t = 58?
c) Gib eine sinnvolle Schätzung an für die nach 30 Minuten erreichte Höhe.
d) Untersuche, wann die die maximale Steighöhe erreicht wurde und bestimme näherungsweise ihren Wert.
e) Begründe, dass die Ballonfahrt nicht auf der gleichen Höhe endet wie sie begonnen
hat. Entscheide, ob der Ballon auf einer Anhöhe oder in einer Vertiefung landet und
bestimme den Höhenunterschied zum Abflugort.
Aufgabe 2 (Wannenbad)
Herr Schmitz bereitet sich auf sein geliebtes Wannenbad vor und lässt Wasser ein. Das rechts befindliche Diagramm stellt die zeitliche Entwicklung
von Zufluss und Abfluss in Liter pro
Minute dar.
a) Beschreibe den zeitlichen Verlauf
und beantworte dabei die Fragen:



Welche Flussgeschwindigkeiten kommen vor?
Was bedeuten Bereiche, in denen der Graph unterhalb der x-Achse verläuft?
Ist es auch möglich, dass Herr Schmitz zu einem Zeitpunkt sowohl den Wasserhahn aufgedreht hat, als auch den Abfluss öffnet?
b) Berechne, wie viel Liter maximal in der Wanne waren und wie viel Liter nach 16 min in
der Wanne sind.
c) Für t > 12 min soll v(t) konstant bleiben. Bestimme den Zeitpunkt, ab dem die Wanne
leer ist.
d) Skizziere den Graphen der Funktion W, welche die Wassermenge in der Badewanne in
Abhängigkeit von der Zeit angibt.
Aufgabe 3 (Funktion, Stammfunktion, Wirkungsfunktion – Graphen zuordnen)
Im Bild rechts siehst du den Graphen einer Funktion f, die
die Pumpleistung einer Pumpe in m3 pro Stunde darrstellt
(x = 0 entspricht 0 Uhr). Die Bilder unten zeigen drei weitere Graphen von Funktionen g, h und i.
f
a) Entscheide unter Angabe eines Arguments, welche
zwei Funktionen Stammfunktion zu f sind.
b) Begründe welche der beiden Funktionen aus a) die
Wirkungsfunktion zu f ist, welche die gepumpte Wassermenge zum Zeitpunkt x angibt.
i
g
h
Aufgabe 4 (Flächeninhalt zwischen Kurven)
Bestimme den Inhalt der markierten Flächen und vergleiche mit dem Kontrollergebnis A.
a) f(x) = −0,5x 2 + 3x − 2
A=
b) f(x) = −0,25x 2 + x + 4; g(x) = 0,5x + 2
16
3
A=9
d) f(x) = −0,5x 3 + x 2 + x − 1; g(x) = x 2 − 1
c) f(x) = x 3 − 4x 2 + 3x
37
A = 12
A=1
Aufgabe 5 (Zwei Draisinen)
Die Darstellung rechts zeigt den Graphen des Geschwindigkeitsverlaufs
einer Hand-Draisine, die entlang eines gradlinigen Gleisabschnitts fährt.
Die Geschwindigkeit wird innerhalb der
ersten 70 Sekunden beschrieben durch die Funktion
1
1
v mit v(t) = 3000
· t 3 − 30
· t 2 + 45 · t
und gibt die Geschwindigkeit der Draisine in Meter pro Sekunde an.
a) Gib die Bedeutung der Fläche zwischen Graph und t-Achse an und beschreibe qualitativ die Bewegung des Gefährts (vgl. Aufgabe 1b)).
b) Berechne die Nullstellen der Funktion v und interpretiere ihre Bedeutung in der vorgegebenen Situation.
10
50
60
70
c) Berechne ∫0 v(t)dt, ∫0 v(t)dt, ∫0 v(t)dt und ∫0 v(t)dt und gib die Bedeutung der berechneten Maßzahlen im Sachzusammenhang an.
d) Bestimme die Strecke, die die Handdraisine bis zum ersten Umkehrpunkt bei t = 40
Sekunden zurücklegt.
e) Berechne die mittleren Geschwindigkeiten der Handdraisine in Meter pro Sekunde in
den Zeitintervallen [0;40], [0;60] und [0;70] und zeichne sie im Koordinatensystem ein.
f) Skizziere grob den Weg-Zeit-Verlauf s der Handdraisine, indem Du die lokalen Extremstellen von s bestimmst.
Direkt neben der handbetriebenen
Draisine startet zu gleichen Zeitpunkt auf einem parallel verlaufenen Gleis eine weitere, motorbetriebene Draisine, deren zeitlicher
Geschwindigkeitsverlauf für die ersten 40 Sekunden
näherungsweise durch die Funktion
1 2
vMotor mit vMotor (t) = −40
t + 51
t
60
beschrieben wird.
g) Gib die Bedeutung der Fläche an, die durch die
beiden Graphen eingeschlossen wird.
h) Berechne die beiden Schnittpunkte von v und vMotor und bestimme den Flächeninhalt
der eingeschlossenen Fläche.
i) Bestimme den gegenseitigen Abstand der beiden Draisinen 40 s nach dem Start.
j) Beschreibe anhand der rechts befindlichen Abbildung
den Unterschied zwischen der Berechnung von Flächeninhalten zwischen Kurven (Aufgabe 4) und der Berechnung von Flächeninhalten bei Geschwindigkeits-ZeitVerläufen. Beschreibe den Unterschied von Stammfunktion und Wirkungsfunktion an.
Lösungen
1a) Der Flächeninhalt entspricht der Entfernung vom Startpunkt in m.
1b) Der Ballon bewegt sich in den ersten 43 Sekunden nach oben, dann bis zum Ende nach unten. Kurz vor
den Stellen mit v = 0 wurde Heißluft hinzugefügt bzw. entnommen, so dass der Ballon seine Geschwindigkeit und Richtung abrupt ändert. Die größte und kleinste Geschwindigkeit werden zu den Zeitpunkten t =
40 und t = 58 erreicht.
1c) Die mittlere Geschwindigkeit für die ersten 30 Sekunden beträgt etwa 10 m/s. Daher ergibt sich eine
Höhe von etwa 300 m.
1d) Die maximale Steighöhe wird nach ca. 42 Sekunden erreicht und beträgt etwa 460 m.
1e) Der Flächeninhalt unter der t-Achse ist kleiner als über der t-Achse, so dass der Ballon auf einer Anhöhe
landet. Der Flächeninhalt unter der Kurve beträgt etwa - 240 m, so dass der Höhenunterschied ca. 220 m
beträgt.
2a) Die Wanne wird in den ersten 4 min mit 10 l pro min gefüllt, dann für 2 min mit 8 l/min, bevor 3 min
wieder 10 l/min erreicht werden. Anschließend besteht für 3 min eine Fließgeschwindigkeit von 0 l/min
(hier könnte z.B. zugleich kaltes Wasser zugeführt werden und der Ablauf geöffnet werden), bevor bis zum
Ende konstant 10 l/min auslaufen.
2b) Es waren maximal 86 l in der Wanne, und es befinden sich nach 16 min noch 36 l in der Badewanne.
2c) Die Wanne ist leer nach 3,6 weiteren Minuten, da pro Minute 10 Liter ablaufen.
2d) Konstante Strecken im Geschwindigkeits-Zeit-Diagramm sind linear ansteigende (je höher v, desto steiler) Strecken im Weg-Zeit-Diagramm. Bereiche mit v = 0 entsprechen zur t-Achse parallele Strecken. Negativ
konstante Strecken im v-t-Diagramm entsprechen linear fallenden Strecken im s-t-Diagramm.
3) g und i sind beides Stammfunktionen zu f, da die Nullstellen von f lokale Extremstellen von g und i sind.
Allerdings ist g die Wirkungsfunktion zu f, da im Bereich -2 bis 3 mehr Wasser ins Becken gepumpt als abgepumpt wurde und die Gesamtbilanz damit positiv ist, so dass der Graph komplett oberhalb der x-Achse
liegen muss.
5a) Der Flächeninhalt beschreibt die Entfernung vom Startpunkt. Das Gefährt bewegt sich in den ersten 40
Sekunden vorwärts (v positiv), zwischen der 40. und 60. Sekunde rückwärts (v negativ) und dann wieder
vorwärts (v positiv). Die lokal größten Geschwindigkeiten werden bei t = 15 und t = 70 Sekunden erreicht.
Die kleinste Geschwindigkeit erreicht die Draisine bei t = 50 Sekunden.
1
1
5b) Die Nullstelen liegen bei 0, 40 und 60 Sekunden, denn v(t) = t ∙ (3000
· t 2 − 30
· t + 45) = 0 wenn t = 0 oder
1
1
4
2
2
· t − 30 · t + 5 = 0 ⇔ t − 100 · t + 2400 = 0 (p-q-Formel). Sie beschreiben den Zeitpunkt eines Rich3000
tungswechsels.
5c) Die Integrale beschreiben die Entfernung vom Startpunkt. Eine Stammfunktion von v lautet F(t) =
b
1
· t 4 − 90
· t 3 + 25 · t 2 . Damit gilt für ∫0 v(t)dt = F(b) − F(0) = F(b). Durch Einsetzen erhält man: F(10) =
29,722, F(50) = 131,94, F(60) = 120, F(70) = 179,72 [m].
1
12000
40
5d) s(40) = ∫0 v(t)dt = F(40) − F(0) = F(40) = 142,22 [m].
5e) ̅ [0; 40] =
(40)
40
=
142,22
40
m
(60)
s
60
≈ 3,56 [ ], ̅ [0; 60] =
=
120
60
m
(70)
s
70
= 2 [ ], ̅ [0; 70] =
=
179,72
70
m
≈ 2,57 [ ]
s
5f) Bei den Nullstellen von v müssen die Extremstellen von s liegen. Das lo0kale Maximum beträgt s(40) =
142,22, das lokale Minimum bei s(60) = 120. Die Randwerte betragen s(0) = 0 Und s(70) = 179,72. Der Grad
der Weg-Zeit-Funktion beträgt 4, so dass der Graph von links oben nach rechts oben verläuft.
5g) Die von beiden Graphen eingeschlossene Fläche beschreibt den Abstand beider Draisinen.
5h) Gleichsetzen der beiden Funktionsgleichungen liefert die Schnittstellen t = 0 und t = 30, denn:
1
1
1
1
1
1
· t 3 − 30
· t 2 + 45 · t = −40
· t 2 + 51
· t ⇔ 3000
· t 3 − 120
· t 2 − 20
· t = 0 ⇔ t 3 − 25 · t 2 − 150 · t = 0
3000
60
2
⇔ t ∙ (t − 25 ∙ t − 150) = 0 (t1 = 0 und p-q-Formel liefert t2 = -5 und t3 = 30)
30
30
1
1 2 1
·t3 +120
·t +20·t)dt = 30 [m].
∫0 [vMotor (t) − v(t)]dt = ∫0 (−3000
40
40
5i) ∫0 [vMotor (t) − v(t)]dt = ∫0
1
1
1
(−3000 ·t3 +120·t2 +20·t
)dt ≈ 4,44 [m]
5j) Möchte man den Flächeninhalt berechnen, den der Graph und die t-Achse einschließen, muss man von
Nullstelle zu Nullstelle integrieren und die Beträge der Integralwerte addieren. Möchte man die Entfernung
vom Startpunkt ermitteln, interessiert die Bilanzsumme der Flächeninhalte. Negative Flächeninhalte bedeuten in diesem Fall eine Bewegung zurück, die für die Entfernung vom Startpunkt entscheidend ist. Würde
man im Sachzusammenhang die positiven Beträge der drei Flächen addieren, erhielte man die zurückgelegte
Gesamtstrecke des Gefährts.
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