Politik in der Demokratie - Leben ist nicht Schicksal

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Politik in der Demokratie Leben ist nicht Schicksal
Einige Thesen zur Reflexion und Diskussion
über Politische Bildung von Andi Gross
Pädagogische Hochschule Nordwestschweiz
Aarau, den 11. März 2006
[email protected] www.andigross.ch
Wir erleben derzeit
eine Banalisierung
von Freiheit und der Demokratie
Und eine Entmachtung der Politik.
Eine der Folgen: Freiheit wird zum Privileg der
wirtschaftlich Mächtigen, der ohnehin Privilegierten
Gleichzeitig steckt die Politische Bildung in der
Schweiz in einer Krise. Familie und Schule sind damit
überfordert. Doch die Gesellschaft kann sich dieser
Aufgabe nicht entledigen.
„Politische Bildung ist die
Entwicklung von
Unterscheidungsvermögen“
Oskar Negt anhand Hannah Arendt`s Auseinandersetzung
mit Imanuel Kant („Die Zukunft des Politischen“, p. 67)
„Nur in dem Masse ist Gemeinschaftshandeln
möglich, wie die Menschen in ihrer Urteilskraft einen
gewissen Grad von Mündigkeit und Autonomie
erreicht haben.“
„Wirkliches, auf Gemeinwesen bezogenes Handeln
ist lustvoll, weil es durch Phantasie die getrennten
Vermögen zum Ausgleich zu bringen vermag, also die
menschlichen Neigungen zu Kooperation und
Geselligkeit fördert.“
Mit Hannah Arendt gilt es den
fundamentalen Unterschied zwischen:
- der Politik und der Wirtschaft,
- der Demokratie und dem Markt,
- der „Freiheit“ und der „Notwendigkeit“
zu verstehen.
--
Alleine lässt sich reich werden - politisch kann man
alleine bloss verzweifeln; Nicht einmal orientieren
kann ich mich alleine
-- Investieren sollte ich erst, wenn ich denke, es lohnt
sich - wer erst handelt, wenn es sich lohnt, muss gar
nicht mehr handeln;
-- In der Wirtschaft reicht das Abblendlicht - in der
Politik brauche ich den Scheinwerfer.
Die Entmachtung der Demokratie
ist die Folge der Erosion der
Autonomie des (National)Staates
in der Globalisierung
-So
wie es keine Volkswirtschaft mehr gibt, kann die
nationale Demokratie nicht mehr leisten, was viele
immer noch von ihr erwarten.
-Die Demokratie muss wieder auf derselben Ebene
verfasst werden wie die Märkte:
 Europäische föderalistische Verfassung
 Globalisierung der Demokratie (Kein Weltstaat)
Demokratie lernen, heisst Demokratie leben
Demokratie leben, heisst Demokratie lernen
-Demokratie
-Politische
-
-
als permanenter kollektiver Lernprozess
Bildung schafft möglicht viele Orte
- des demokratischen Lernens
- des demokratische Erfahrungen machens
- der demokratischen Orientierung und
- der republikanischen Qualifizierung
Jede Demokratie ist unvollendet die Direkte Demokratie ist ein klein wenig
weniger unvollendet als die rein indirekte
Das Projekt „Demokratie“ hat je eine
- gesellschaftliche (Konflikte ohne Gewalt)
- lebensweltliche (Solidarität,Respekt,Chanc`gl)
- organisatorische (Abbau von Herrschaft)
Dimension.
Die Idee der Demokratie : jene, die
betroffen sind von Entscheidungen,
direkt oder indirekt auch Teil des
Entscheidungsprozesses sein sollten.
Weshalb gibt es in der Schweiz
keine Tradition der politischen
Bildung ?
Weil in der Schweiz zu viele zu lange die
Demokratie als Privileg des Schweizerseins
und nicht als Menschenrecht verstanden
haben:
Deshalb glauben immer noch zu viele,
Schweizer sein, heisse automatisch auch
Demokrat sein und verkennen, dass der
Mensch als Mensch geboren wird, er
Citoyen aber erst noch werden muss.
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