Trend- „Veganer seTTer“ neuen

Werbung
gesundheit + fitness ernährung
MEHR FREIHEIT
Hanni Rützler, 51, ist
­Ernährungswissenschaftlerin,
Foodtrend-Expertin und
­Gesundheitspsychologin in
Wien, außerdem Gründerin
und Leiterin des futurefoodstudios (www.future
foodstudio.at), wo Workshops
und Kochkurse stattfinden.
­Gerade ist in Kooperation
mit dem Zukunftsinstitut
in Frankfurt ihr „Food-Report
2014“ erschienen
Altersvorsorge für eine unbeschwerte Zukunft
„Veganer
sind die
neuen
Trendsetter“
Eine Zugfahrt mit der Food-­
Trendforscherin Nummer eins
Interview Katja Töpfer
192 B r i gitte .de
2 3 /2013
I
ch bin mit Hanni Rützler im ICE
verabredet. Die 51-Jährige ist eine
Koryphäe, wenn es um die Erforschung von Esstrends geht. Sie berät große Konzerne wie Nestlé und Danone und
auch den Demeter-Verband hinsichtlich
neuer Produkt-Ideen, und ihr Termin­
kalender ist randvoll. Daher treffen wir
uns auf der Strecke nach Wien, wo Hanni
Rützler lebt. Ich habe mir für unsere
Fahrt ein Picknick ausgedacht, eine
­zünftige bayerische Brotzeit. Auf einem
schiefen Zugtischchen drapiere ich
F oto Z u kunf t si nst i tu t Gm bH
Warum wir anfangen, beim Essen
grundlegend umzudenken, und
wo das hinführt, weiß Hanni Rützler.
www.hansemerkur.de
„50 Sorten
Brot – das
ist sinnlose
Ohne uns läuft
nichts mehr:
frisches Gemüse
auf dem
Vormarsch
­egernseer Bergkäse, Bretzn, Obatzda,
T
Radieschen, Leberkäse und Bauernbrot.
BRIGITTE: Guten Appetit!
Hanni Rützler: Vielen Dank! Ich
habe nicht zu Mittag gegessen und bin
sehr hungrig.
Dabei ist Genießen in Ihrem Beruf
doch Dauerprogramm. Sie besuchen
ständig die angesagtesten Restaurants –
nutzt sich Genuss nicht ab?
Überhaupt nicht, ich brauche ihn! Momentan bin ich viel ­unterwegs. Abends
im Hotel ist es sehr schwer, etwas Gutes
zu essen zu bekommen. Wenn ich Stress
habe und das ­Essen nicht schmeckt, geht
es mir nicht gut. Inzwischen plane ich
meine Genusspausen auf Reisen sehr bewusst ein. Wenn ich gut esse, merke ich,
dass ich langsamer werde, mich entspanne und ankomme. Für mich ist gutes
­Essen eine Quelle der Inspiration.
194 B r i gitte .de
2 3 /2013
Sie haben gerade eine Studie mit den
neuesten Trends veröffentlicht. Welches
Essen macht uns in Zukunft glücklich?
Wir entdecken beim Essen heute wie­der die Sinnlichkeit und die Lust. Im
vergangenen Jahrzehnt hatten wir einen
Gesundheits-Hype. Nudeln mussten aus
Vollkorn sein, man sollte fettarm kochen, immer frühstücken. Es gab so viele
Verbote und Gebote, wir waren beim
­Essen total kopfgesteuert. Das hat einfach keinen Spaß mehr gemacht.
Heißt das, gesundes Essen ist out?
Gesundheit ist nach wie vor ein MegaTrend. Aber gesundes Essen wird sexy,
es verführt uns. Auf langweilige Gemüsebratlinge haben wir keine Lust mehr.
Im Trend liegen ausgefallene, leichte
Kreationen mit viel Gemüse, Kräutern
und superfrischen Zutaten – Gerichte,
die Frauen schon seit Langem gut finden,
auch weil sie damit leichter ihr Gewicht
halten können. Inzwischen springen
auch die Männer auf diesen Trend auf.
Der Boom an vegetarischen und veganen
Kochbüchern zeigt das große GenießerPotenzial, das gesundes Essen hat.
Aber welche Frau kann denn heute
noch täglich frisch kochen? Die Zeiten
sind doch vorbei . . .
Und das ist auch gut so. Ich koche inzwischen eher selten, denn mein Mann
macht das gern, und ich lasse mich gern
bekochen. Historisch betrachtet war das
Nicht-kochen-Müssen ein Befreiungsschlag, denn über Jahrhunderte w
­ aren
wir Frauen automatisch für das Kochen
zuständig. Es gibt inzwischen viele Angebote, die es uns leichter machen, gesund zu essen, und mit denen sich das
Kochen auch für Anfänger einfach und
zeitsparender gestalten lässt. Man kann
im Internet das Gericht auswählen und
sich Zutaten in den passenden Mengen
nach Hause liefern lassen. In großen
Städten gibt es Public Kitchens, eine Art
Nachbarschaftstreff, wo man sich beim
Kochen abwechselt. Die Supermärkte
bieten vermehrt frisch zubereitete Convenience-Produkte mit viel Gemüse an.
Wir leben im totalen Überfluss: In
jedem normalen Supermarkt gibt es
­exotisches Obst, man kann unter
50 verschiedenen Brot- und gefühlt
100 Käsesorten ­auswählen. Was
macht das mit unserem Essverhalten?
Es überfordert uns. Das ist nicht das Paradies auf Erden, sondern eher eine sinnlose Tyrannei. Außerdem ist die Qualität
vieler Lebensmittel an der untersten
Grenze angelangt, ein Skandal jagt den
nächsten. Wir kaufen zu billige Lebensmittel von schlechter Qualität und fadem Geschmack und schmeißen dann
F oto Jan Ko rnstae dt/G all e ry Sto ck
Tyrannei“
EST{E LAUDER COMPANIES
Brustkrebs durch Aufklärung und medizinische Forschung besiegen. Weitere Informationen finden Sie unter
bcacampaign.com oder auf facebook.com/bcacampaign
ANZEIGE
BEHaNDELN
Festsitzende Erkältung?
Sinusitis, Bronchitis?
D
ie Nase läuft, Kopfdruck
quält, der Husten sitzt fest
und das Atmen schmerzt:
Die gesamten Atemwege sind
entzündet.
Kaum ein anderer Naturstoff
vereint ähnlich starke Wirkungen
und ist so gut erforscht wie Cineol,
der reine Naturstoff mit Tiefenwirkung. So hat es neben der stark
schleimlösenden Wirkung auch
einen intensiv entzündungshemmenden Effekt in Nebenhöhlen
und Bronchien. Aktuell konnte
sogar nachgewiesen werden, dass
Cineol neben einer antibakteriellen Wirksamkeit auch antivirale
Eigenschaften besitzt.*
* in vitro nachgewiesen
Ein solch breites Wirkspektrum ist
äußerst wichtig, denn die von Viren
angegriffenen und entzündeten
Atemwege bilden übermäßig
Begehbare Rezeptbücher
Schleim – dieser ist wiederum ein
idealer Nährboden für weitere
Krankheitserreger und somit ein
Einstieg in einen echten Teufelskreis.
Kleine Kapsel –
große Wirkung
Reines Cineol gibt es hochdosiert
als Soledum® Kapseln forte (rezeptfrei in Ihrer Apotheke). Die kleinen,
leicht einzunehmenden Kapseln
sind so umfassend stark, dass
sie als einziges Erkältungsmittel
sogar zur Zusatzbehandlung bei
chronisch-entzündlichen Atemwegserkrankungen eingesetzt
werden dürfen. Und dies bei bester Verträglichkeit. Gerade deswegen ist Cineol die erste Wahl bei
festsitzender Erkältung, Sinusitis
und Bronchitis, so unsere Experten.
Was wirkt stärker als
Ihr Erkältungsmittel?
Der reine Naturstoff Cineol mit Tiefenwirkung
befreit Kopf, Nebenhöhlen und Bronchien.
stark schleimlösend
intensiv
entzündungshemmend
antibakteriell & antiviral*
Bei festsitzender Erkältung, Bronchitis und
Entzündungen der Nebenhöhlen.
* in
vitro nachgewiesen
Soledum® Kapseln forte: Wirkstoff: Cineol. Anwendungsgebiete: Zur Behandlung
der Symptome bei Bronchitis und Erkältungskrankheiten der Atemwege. Zur Zusatzbehandlung bei chronischen und entzündlichen Erkrankungen der Atemwege (z. B. der
Nasennebenhöhlen). Nur in Apotheken erhältlich. Zu Risiken und Nebenwirkungen
lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Cassella-med
Gereonsmühlengasse 1 · 50670 Köln. Ein Unternehmen der Klosterfrau Healthcare Group.
www.soledum.de
SOL/PU/09-13/RZ
PERFORMANCE factory
In den „Kochhaus“-Filialen kauft man komplette
Mahlzeiten im Rohzustand: die Zutaten in der
exakt benötigten Menge plus Kochanleitung. Man
kann auch online bestellen und liefern lassen:
www.kochhaus.de. Auch hier gibt’s Rezepte und
Zutaten an die Haustür: www.kommtessen.de,
www.kochzauber.de, www.hellofresh.de
Was darf ’s sein?
„Lieber schön
Bei „Emmas Enkel“ in Düsseldorf kaufen die
Kunden wieder „wie früher“ an der Ladentheke
ein. Ähnliche Konzepte gibt es inzwischen in
vielen Städten (www.emmas-enkel.de).
essen als
Reisen“
Esst die ganze Ernte
Krumme Karotten, schiefe Gurken, zu kleine
Äpfel – Lebensmittel, die nicht den EU-Normen
entsprechen, kommen nicht in den Handel. Pure
Verschwendung, meinen die Macherinnen von
MiSfiTS in Berlin und verkaufen das ungenormte
Essen (www.culinarymisfits.de).
i­rgendwo ein Kind stirbt.“ Gemeint war die Diskus­
sion um die erbärmlichen Arbeitsbedingungen in der
Textilbranche. Dieses Zitat trifft es sehr gut. Es ist
mittlerweile eine Herausforderung geworden, die
„richtige“ Wahl beim Essen zu treffen. Gleichzeitig
gibt es immer mehr Alternativen.
Und wie sehen die aus?
In meinem neuen Food-Report zeige ich auf, dass der
Anteil an Flexitariern zunimmt. Das heißt: Im Alltag
essen immer mehr Menschen vegetarisch, aber wenn
sie dann mal Lust auf ein schönes Stück Fleisch haben,
entscheiden sie sich für bessere Qualität, für regionale
Herkunft, eine spezielle Rasse, Haltung oder Reifung.
Gerade Fleisch ist oft billiger als Gemüse. Gesundes
Grünzeug können sich viele gar nicht ständig leisten.
Das stimmt, denn wenn ich nicht weiß, wie ich finanziell über die Runden komme, werden Gesundheit und
Genuss zur Nebensache. Interessanterweise stellen
wir aber fest, dass der Trend zu mehr Genuss gerade
während der Wirtschaftskrise stark wurde. In unsicheren Zeiten verschieben sich die Werte. Es gibt eine
größere Wertschätzung für immaterielle Werte wie
Freundschaft, Familie, Natur und eine wachsende
Sehnsucht nach guter Qualität. Ein gemeinsames
­Essen mit Freunden ist für viele inzwischen wichtiger
als das große Auto oder die teure Fernreise.
Hochgenuss für Allergiker
Weglassen bedeutet nicht Verzicht. In der
­Genießermetropole Lyon feiert jetzt das erste
­Restaurant Erfolge, das ohne Zutaten auskommt,
auf die manche Menschen allergisch reagieren
oder ­die sie nicht vertragen.
ein Drittel weg. Was bringt uns das? Das Noch-mehr
und das ewige Zuviel machen uns nicht glücklich!
In Ihrer aktuellen Studie geht es viel um die neue Lust
auf Gemüse. Sind wir in zehn Jahren alle Vegetarier?
Bestimmt nicht. Aber die vegetarische Küche hat ihr
genussfeindliches Image abgelegt. Vor zehn Jahren
­waren Veganer die, die sich am gesündesten ernährten
und besonders ungesund aussahen. Heute sind sie die
neuen Trendsetter. Selbst die Top-Gastronomie entdeckt die Pflanzenküche mit herrlichen Kreationen
neu. Erstmals seit Jahren stagniert in Deutschland der
Fleischkonsum. Viele Verbraucher können nicht mehr
ausblenden, wie unappetitlich und grausam die Massenproduktion von Fleisch abläuft. Sie wollen wissen,
unter welchen Bedingungen ihr Fleisch produziert
wird. Da gibt es inzwischen viele spannende neue
Initiativen. Zum Beispiel bieten Metzger Kurse für
­
Fleischliebhaber an. Die Teilnehmer lernen, Qualität
zu erkennen, das Fleisch selbst zu zerlegen, und erfah-
F oto P ri vat
Cineol – die reine
Kraft der Natur
ren nebenbei viel über die Rasse und die Tierhaltung.
Übrigens, der Leberkäse, den Sie mitgebracht haben,
schmeckt mir wirklich sehr gut.
Er stammt von einem Münchner Traditionsmetzger,
der nur Fleisch von Tieren aus der Region verarbeitet
und genau erklärt, was in seinen Würsten steckt. Dafür musste ich allerdings durch die halbe Stadt radeln.
Der Aufwand hat sich gelohnt.
Ist aber nicht alltagstauglich. Ich kann doch nicht
­immer hinterfragen, was in der Wurst ist oder ob für
das Soja-Schnitzel Regenwald dran glauben musste . . .
Vor Kurzem habe ich mich mit einem jungen Mann in
einem Kleidergeschäft unterhalten. Er sagte: „Ich kann
mir nicht mal mehr ein T-Shirt kaufen, ohne dass
Genießen
für Trendsetter
Was wirklich hilft
Bei festsitzender Erkältung, Nasennebenhöhlenentzündung und
Bronchitis raten unsere Experten
immer häufiger zu Cineol.
siE sicH gUT.
Das Zweieinhalb-Stunden-Gespräch
über Genuss wirkte bei BRIGITTEMitarbeiterin Katja töpfer noch nach.
Als sie vor der Rückfahrt nach Hause
durch Passau bummelte, stieß sie
auf einen Chocolatier und erstand dort
die teuersten Pralinen ihres Lebens.
B r i g it te . d e 23 / 20 1 3
197
WOHLTUENDE
WÄRME, saNfTE
ENTspaNNUNg
Vieles können Sie selbst tun, um Ihre
Gesundheit zu bewahren.
SOS Wärme-Pflaster helfen, Schmerzen
und Verspannungen zu lindern, und sind
eine Wohltat für Muskeln und Gelenke. Der
bequeme SOS Wärme-Gürtel ist direkt auf
Beschwerden im Lenden- und Hüftbereich
zugeschnitten. Der SOS Wärme-Umschlag
hilft gezielt im Nacken- und Schulterbereich.
SOS bietet Ihnen eine Vielzahl von Lösungen
für die Gesundheitsprobleme des Alltags.
Mit medizinischen Produkten auf Apothekenniveau, die Sie einfach im Drogerie- und
Lebensmittelhandel kaufen können.
Oder unter www.goodvita.de.
Herunterladen