Schnee-Eule - SWR Kindernetz

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Schnee-Eule | Tierlexikon für Kinder - Archiv | SWR Kindernetz OLI's Wilde Welt
Schnee-Eule
Nyctea scandiaca
Sie sind Vögel des hohen Nordens: Schnee-Eulen leben nur in den
nördlichsten Regionen der Erde und sind perfekt an ein Leben in Eis
und Schnee angepasst.
Aussehen
Schnee-Eulen gehören zur Familie der Eulen und sind nahe Verwandte
vom Uhu. Sie sind sehr mächtige Vögel: Sie können bis zu 66 Zentimeter
groß werden und bis zu 2,5 Kilogramm schwer. Die Spannweite ihrer
Flügel beträgt 140 bis 165 Zentimeter.
Die Weibchen werden deutlich größer als die Männchen. Außerdem
unterscheiden sich Männchen und Weibchen in der Färbung des
Gefieders: Während Männchen im Lauf ihres Lebens immer weißer
werden, haben weibliche Schnee-Eulen helle Federn mit braunen Linien.
Kleine Schnee-Eulen sind grau.
Typisch für die Eule ist der runde Kopf mit den großen, goldgelben Augen
und dem schwarzen Schnabel.
Sogar der Schnabel hat Federn - aber so winzig kleine, dass sie aus der
Entfernung kaum zu sehen sind.
Die Federohren der Schnee-Eule sind nicht stark ausgeprägt und deshalb
auch nicht so gut zu sehen.
Eulen können ihren Kopf um bis zu 270 Grad drehen. So können sie perfekt nach Beute Ausschau
halten.
Heimat
Schnee-Eulen leben nur auf der Nordhalbkugel: In Nordeuropa, Island, Kanada, Alaska, Sibirien und
auf Grönland. Sie leben dort jeweils nur im äußersten Norden, in der Nähe des Polarkreises.
Ihr südlichstes Verbreitungsgebiet sind die Gebirge Norwegens. Auf der arktischen Insel Spitzbergen
kommen sie jedoch nicht vor, weil es dort keine Lemminge gibt - und Lemminge sind die Hauptbeute
der Tiere.
Lebensraum
Schnee-Eulen leben in der Tundra oberhalb der Baumgrenze, dort, wo es Moor gibt. Im Winter
bevorzugen sie Regionen, in denen der Wind den Schnee weg weht.
Zum Brüten gehen sie in Gebiete, in denen im Frühjahr schnell der Schnee schmilzt. Sie bewohnen
Lebensräume von Meereshöhe bis in 1500 Meter Höhe.
Rassen und Arten
Von den weltweit knapp 200 Eulenarten leben nur 13 in Europa.
Der hierzulande sehr seltene Uhu ist mit der Schnee-Eule nah verwandt.
Er wird aber noch größer.
Der Uhu ist nämlich die größte Eulenart der Welt. Die Spannweite seiner
Flügel kann bis zu 170 Zentimeter betragen.
Lebenserwartung
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Wild lebende Schnee-Eulen werden zwischen neun und 15 Jahre alt. In Gefangenschaft können sie
aber ein Alter von bis zu 28 Jahren erreichen.
Alltag
Schnee-Eulen sind Überlebenswanderer. Ihr Lebensraum ist so karg,
dass ihre Beute natürlich auch schnell schrumpft. Dann zieht die
Schnee-Eule weiter nach Süden, bis sie wieder genug Nahrung findet.
Auf diese Weise kommt die Schnee-Eule manchmal sogar in
Mittelrussland, Zentralasien und in den nördlichen USA vor.
Schnee-Eulen sind zwar gerne zur Zeit der Dämmerung aktiv, gehen aber
auch tagsüber und nachts auf Beutefang. Das hängt davon ab, wann ihre
Hauptbeutetiere, Lemminge und Schneehühner, aktiv sind.
Wenn sie Junge aufziehen, sind sie fast immer unterwegs, um genug
Futter herbeizuschaffen. Nach der Aufzucht werden sie wieder zu
Einzelgängern und streifen allein durch ihr Revier, das sie gegen
Artgenossen verteidigen. Nur in sehr strengen Wintern schließen sie sich
manchmal zu lockeren Schwärmen zusammen.
Schnee-Eulen halten auch das ungemütlichste Wetter aus: Oft sitzen sie
stundenlang regungslos auf Steinen oder Hügeln und halten Ausschau
nach Beute.
Das geht nur, weil der ganze Körper, einschließlich Füße, von Federn umhüllt ist - und das Gefieder der
Schnee-Eule ist so lang und dicht ist wie bei keiner anderen Eule. So eingemummelt sind sie
ausreichend gegen Kälte geschützt.
Außerdem können Schnee-Eulen bis zu 800 Gramm Fett speichern, was zusätzlich zu den Federn
gegen Kälte isoliert. Dank dieser Fettschicht können sie auch Hungerzeiten überstehen.
Freunde und Feinde
Polarfüchse und Raubmöwen sind die einzigen Feinde der Schnee-Eulen.
Bei Gefahr reißen sie den Schnabel auf, sträuben das Gefieder, heben die
Flügel und fauchen.
Zieht der Angreifer dann nicht ab, setzen sie sich mit Krallen und Schnabel
zur Wehr oder stürzen sich im Flug auf ihren Feind.
Jagd
Schnee-Eulen gleiten fast lautlos durch die Luft und überraschen so ihre Beute, die sie im Flug mit den
Krallen packen und mit einem Biss ihres scharfen Hakenschnabels töten. Erwischen sie sie nicht
beim ersten Mal, laufen sie der Beute auch am Boden flatternd nach. Dank der Federn an ihren Füßen
sinken sie dabei nicht im Schnee ein.
Nachwuchs
Die Balzzeit der Schnee-Eulen beginnt im Winter. Männchen und Weibchen bleiben jeweils eine
Saison zusammen und haben in dieser Zeit auch nur diesen einen Partner.
Die Männchen locken die Weibchen mit Lockrufen und scharrenden Bewegungen an. Das soll das
Graben der Nestmulde andeuten.
Dann veranstaltet das Männchen Balzflüge, die immer langsamer werden, bis sie schließlich zum
Boden absacken - und sich flugs wieder in die Luft schwingen.
Anschließend singen beide Vögel und das Männchen lockt das Weibchen zu geeigneten Brutplätzen.
Dabei trägt das Männchen einen toten Lemming im Schnabel. Erst wenn es den an das Weibchen
übergeben hat, kommt es zur Paarung.
Gebrütet wird ab Mitte Mai zwischen Felsen und Hügeln. Das Weibchen scharrt eine Erdmulde und legt
die Eier hinein.
Je nach Nahrungsangebot legt das Weibchen im Abstand von zwei Tagen drei bis elf Eier. Es brütet
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alleine und wird in dieser Zeit vom Männchen gefüttert.
Nach ungefähr einem Monat schlüpfen die Jungen, ebenfalls im Abstand von zwei Tagen. Die Küken
sind also unterschiedlich alt. Gibt es zu wenig Nahrung, sterben die jüngsten und kleinsten Küken. Nur
bei einem reichen Nahrungsangebot überleben alle. Das Weibchen wacht im Nest über die Jungen,
während das Männchen Futter herbeischafft.
Die Jungen sind nach sechs bis sieben Wochen flügge. Geschlechtsreif werden sie zum Ende des
zweiten Lebensjahrs.
Sprache
Die meiste Zeit des Jahres sind Schnee-Eulen sehr scheue und stille Vögel. Nur zur Balzzeit geben die
Männchen ein lautes Krächzen und ein tiefes, bellendes "Hu" von sich. Diese Rufe sind Kilometer weit
zu hören. Von den Weibchen hört man nur eines helleres und viel leiserer Krächzen. Daneben können
Schnee-Eulen zischen und Warnrufe von sich geben, die an die Rufe von Möwen erinnern.
Ernährung
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Hauptbeutetiere sind Schneehühner und Lemminge, Mäuse und
Schneehasen.
Lemminge machen in guten Lemming-Jahren drei Viertel ihrer Beute aus.
Daneben jagen sie auch Vögel bis zur Größe einer Graugans.
Leben Sie in der Nähe der Küste, jagen sie manchmal auch Fische.
© Südw estrundfunk 2016
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