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Primaten
Inhalt:
1. Einführung
2. Einleitung
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Allgemein
Ernährung
Fortbewegung
Fortpflanzung
Seh- und Hörvermögen
1. Sozialverhalten
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Das Leben in der Gruppe
Verständigung
1. Menschenaffen
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Orang-Utans
Schimpansen
Gorillas
5.Quellenangabe
Einführung
Wenn wir nicht absichtlich unsere Augen verschließen,
so können wir nach unseren jetzigen Kenntnissen
annähernd unsere Abstammung erkennen,
und dürfen uns derselben nicht schämen.
Charles Darwin
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Charles Darwin war einer der ersten Mensch der die Verwandtschaft zwischen Affen
und Menschen erkannte, jedoch wurde er zu seiner Zeit für diese Annahme nur
belächelt, im schlimmsten Fall sogar verspottet. Die Menschen konnten sich damals
einfach nicht vorstellen das ein so „niederes“ Wesen wie der Affe tatsächlich mit der
größten Schöpfung Gottes Verwandt sein könnten.
Noch heute gibt es viele Menschen die nicht daran glauben wollen das der Mensch
tatsächlich vom Affen abstammt. Sie sehen Primaten immer noch als niedere
Lebewesen ohne einen Funken Intelligenz und Sozialbewusstsein. Diese Annahme ist
jedoch falsch wie schon in diversen Studien belegt wurde. Primaten, im speziellen
sogenannte Menschenaffen haben ein ausgeprägtes Gemeinschaftsbewusstsein. Viele
unserer Verhaltensweisen lassen sich ebenso bei Affen feststellen, sie es nun das
Lachen bei Orang-Utans oder das Denk- bzw. Nachdenkvermögen von Schimpansen,
doch dazu später mehr.
Einleitung
Allgemein
Zur Ordnung der Primaten gehören rund 180
Arten, die auf zwei Unterordnungen aufgeteilt
werden, die Halbaffen (Prosimiae) und die Affen
(Simiae). Zu den Halbaffen rechnet man unter
anderem die Lemuren, die Fingertiere, die
Galagos, die Loris und die Koboldmakakis.
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„Höhere“ Affen, bei denen man zwischen
Neuweltaffen und Altweltaffen unterscheidet,
sind u.a. die Brüllaffen, die Kapuziener, die
Mamosetten, die Paviane und die Languren. Zur
Überfamilie Menschenartige (Hominoidea)
gehören die Familien der Gibbons (Hylobatidae)
mit Siamangs und Gibbons und Menschenaffen
(Pongidae) mit Orang-Utans, Gorillas und
Schimpansen. Zur Überfamilie Menschenartige
zählt schließlich auch noch eine dritte Familie,
die der Menschen (Hominidae) mit der
Unterfamilie Menschen im eigentlichen Sinn,
der wir uns zuzurechnen haben.
Die Primaten umfassen ein unglaublich weitläufiges Gebiet von Tieren, angefangen von
den Mausmakis mit etwa 35g Gewicht, bis hin zu den Gorillas mit ungefähr 200kg
Gewicht. Höhere Primaten haben in Relation zu ihrem Körpergewicht eines der größten
Gehirne aller Säugetiere. Dadurch ist ihre hohe Intelligenz zu erklären. Die meisten
Arten haben flache Nägel an den Zehen und Fingern, nur einige wenige besitzen krallen.
Mit Ausnahme der Menschenaffen besitzen alle Affen einen Schwanz.
Die Lebensweise der Affen wird oft durch die ökologische Nische bestimmt, die sie
besiedelt haben. Höhlenbewohnende Affen gibt es nicht, sie leben entweder auf dem
Boden oder auf Bäumen. Manche Arten sind sowohl Boden- als auch Baumbewohner,
während andere sich so sehr ihrem Lebensraum angepasst haben, dass sie diesen nicht
mehr verlassen können.
Die Entwicklung der Affen ging dahin, dass sich ihr Gehirn sowohl relativ, also im
Verhältnis zum Körpergewicht, als auch insgesamt ständig vergrößert hat, dass heißt
das Affen immer größer wurden.
Damit nahm ihre Intelligenz und Lernfähigkeit zu. Affen leben gesellig und haben im
Laufe der Zeit komplizierte Sozialstrukturen und Verhaltensmuster herausgebildet,
besonders die am höchsten entwickelten Menschenaffen. Gleichzeitig verlängerten
sich Entwicklung und Heranreifen der Affenjungen, was auch eine Verlängerung der
individuellen Lebenserwartung der Affen bedeutete.
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Kapuzieneraffe, ein Vertreter der Affen
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Lemure, ein Vertreter der Halbaffen
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Schimpanse, ein Vertreter der Menschenartigen
Ernährung
Zwar haben sich manche Affen auf eine bestimmte Nahrung spezialisiert, aber in der
großen Mehrzahl sind Affen Allesfresser. Das schleißt zwar gewisse Vorlieben nicht
aus, aber die meisten Arten nehmen als Nahrung auf, was für sie greifbar ist. Wie bei
anderen Säugetieren spielen Mund und Zähne bei der Erbeutung der Nahrung und ihrer
Zubereitung für den Verdauungstrakt eine elementare Rolle.
Unterschiede im Grundplan von Gebiß und Verdauungstrakt entsprechen
unterschiedlichen Fressgewohnheiten und Nahrungsarten, die im Speiseplan der
jeweiligen Art vorherrschen.
Im Bau ist das Affengebiss dem des Menschen ähnlich. Vorn stehen scharfkantige
Schneidezähne zum Abschneiden, Abhobeln und Abreißen. Seitlich folgen spitze
Eckzähne zum Durchbohren und Reißen. Den Abschluss bilden die Vorbacken- und
Backenzähne mit breiten Kronen zum Zerkauen und Zermahlen der Nahrung vor dem
Verschlucken.
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Fortbewegung
Mit Ausnahme der Gorillas verbringen fast alle Affenarten einen Großteil
ihres Lebens auf Bäumen. Wie lange jedoch genau ist von Art zu Art
unterschiedlich und wird auch durch andere Faktoren wie Tageszeit,
Verhaltensmuster und Wetter beeinflusst.
Pavianen beispielsweise schlafen nur auf Bäumen um sich gegen Raubtiere, die sie
während des Schlafens angreifen könnten, geschützt.
Dagegen sind Gibbons fast nur auf Bäumen, da sich praktisch ihr ganzes Leben auf
denselben abspielt.
Affen haben fünf Finger und fünf Zehen, wobei diesen jedoch in Aussehen, Größe und
Struktur sehr verschieden sind. Viele dieser Modifikationen dienen der größeren
Beweglichkeit, andere sind durch Eigenheiten der Nahrungssuche und auch der
Körperpflege bedingt.
Gibbons schwingen sich mit ihren langen Armen durch die Bäume. Ihre Arme sind
deutlich länger als die Beine. Ihre vier kräftigen Fingern garantieren einen sicheren
Halt beim nahezu akrobatischen Schwingen durchs Geäst, der Daumen spielt hierbei
allerdings eine untergeordnete Rolle.
Einige Arten gingen sogar soweit das sie einen eigenen Greifschwanz bildeten. Zwar
hängen sie manchmal nur am Schwanz, aber in der Regel nehmen sie Arme und Beine zu
Hilfe. Zuverlässige Greiforgane sind unerlässlich bei Sprüngen in den Baumkronen und
von Baum zu Baum, doch nicht minder wichtig sind kräftige Muskeln. Ein Sturz währe in
den meisten Fällen fatal, da die Affen sich mitunter in Höhen von bis zu dreißig Metern
bewegen. Beim Springen sind besonders die Beinmuskeln, beim Hängen besonders die
Armmuskeln gefordert.
Doch um sicher zu landen bedarf es auch einem ausgezeichnetem Sehsinn. Bei allen
Affen sind die Augen nach vorne gerichtet, so dass sie Entfernungen sehr genau
abschätzen können.
Seh- und Hörvermögen
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Nicht alle Affen haben sich gleich entwickelt, seitdem die Affen auf unserem Planeten
existieren haben jene die hauptsächlich auf Bäumen leben allmählich ihre Sinne
dahingehend weiterentwickelt, dass dem Sehsinn mehr Bedeutung zukam als dem
Geruchssinn und dem Gehör. Zwar sind beide Sinne lebensnotwendig, doch hat sich ihre
Bedeutung etwas verändert.
Der Geruch spielt bei Nahrungsmittelsuche nur eine untergeordnete Rolle, hilft aber
bei der Nahrungsmittelauswahl. Auch das Gehör ist der bei Nahrungssuche und beim
Erkennen von Feinden weniger wichtig als bei Bodenbewohnenden Säugetieren. In
Verbindung mit dem Gesichtsinn ist es jedoch für das erfolgreiche Funktionieren der
komplexen Kommunikation im Sozialleben der Affen unentbehrlich.
Dieser Bedeutungswandel bei den Sinnen zeigt sich auch im Gehirn der Affen. Es wurde
im Laufe der Evolution nicht nur immer größer, sonder die für die einzelnen Sinne
zuständigen Zentren im Gehirn haben sich je nach Wichtigkeit der Sinne
unterschiedlich entwickelt, Besonders groß wurde das Sehzentrum, da die Augen nur
Organe sind die Informationen weiterleiten, das Gehirn jedoch diese Informationen
verarbeiten muss und daher ebenso weiterentwickelt werden muss.
Fortpflanzung
Im Gegensatz zu den anderen Säugetieren, können sich die Altweltaffen jederzeit
fortpflanzen, sie haben keine feste Fortpflanzungsperioden. Sie haben einen
hormongesteuerten Monatszyklus der Ei Reifung (bekanntes Beispiel: der Mensch). Bei
vielen Affenarten macht sich die fruchtbare Periode durch verfärben und anschwellen
bestimmter Hautpartien an den Geschlechtsorganen bemerkbar. Dieses lenkt und
steigert die Begattungsbereitschaft der Männchen. Bis auf eine Ausnahme, den
Bonobo, findet die Begattung vom Rücken her statt. Die Jungen entwickeln sich
langsamer als bei den Halbaffen. Auch die Geschlechtsreife setzt bei den Affen
später ein.
Beim Thema Fortpflanzung schlagen die Bonobos ein eigenes Kapitel auf.
Bekannt geworden sind die Bonobos vor allem durch ihr außergewöhnliches
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Sexualverhalten. Bei geringsten Spannungen in der Gruppe reagieren sie mit einem
breiten Repertoire an sexuellen Handlungen und reduzieren Konflikte so auf ein
Minimum. Ihre sexuelle Aktivität scheint ein wesentlicher Bestandteil ihrer sozialen
Beziehungen zu sein: Bonobos haben Sex, um Freunde zu gewinnen, um bestehende
Freundschaften zu vertiefen, um gereizte Artgenossen zu entspannen oder zur
Versöhnung nach einem Streit.
Sozialverhalten
Das Leben in der Gruppe
Alle Affen leben in kleineren oder größeren Gruppen
zusammen, wobei diese Vergesellschaftung Zweifellos mehr
Vorteile als Nachteile in sich birgt.
Zum einen werden Feinde schneller erkannt und bereits entdeckte Feinde können
besser in Schach gehalten werden. Außerdem können junge Tiere in der Gruppe besser
versorgt und beschützt werden.
Negativ hingegen wirkt sich jedoch der Nahrungswettbewerb in einer großen Gruppe
aus. Je mehr Affen desto weniger Futter für einen, was oft zu gespannten Situationen
in der Gruppe führt.
Die Zusammensetzung einer Affengruppe kann mitunter sehr unterschiedlich sein.
Manche Arten bevorzugen das Leben in einer „menschenähnlichen“ Gruppenbildung, also
ein Männchen, ein Weibchen und die Jungen. Bei anderen Arten leben mehrere
Weibchen mit ihrer Nachkommenschaft in einer von einem Männchen dominierten
Gruppe zusammen. Es gibt aber auch Gruppen, in denen mehrere Weibchen und ihre
Kinder mit mehreren Männchen unterschiedlichen Alters eine lose Gemeinschaft bilden.
Der Zusammenhalt der Mitglieder einer Gruppe wird jedoch durch unterschiedliche
Aktivitäten, wie beispielsweise die soziale Fellpflege gefördert und gepflegt.
Rangniedrigere entlausen und reinigen das Fell von Ranghöheren um deren Gunst und
Zuneigung zu erhalten.
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Verständigung
Gefestigt werden die sozialen Bindungen innerhalb von Familien und Gruppen durch die
Fähigkeit der Affen, sich untereinander zu verständigen. Die Verständigungsmittel
können sehr unterschiedlich sein, kaum für uns wahrnehmbar oder offensichtlich und
sie erfüllen Vielfältige Aufgaben die wir zum Teil nur durch intensives Beobachten zu
entschlüsseln vermögen.
Zwar werden Botschaften in begrenzten Umfang auch durch Gerüche übertragen, aber
viel wichtigere Kommunikationsmittel sind für die Affen optische und akustische
Signale. Akustische Signale können einer Gruppe beispielsweise dazu dienen, einer
Gruppe der gleichen Art die Anwesenheit mitzuteilen. Mimik und Haltung eines
Einzeltieres können einer Gruppe aber auch die Stimmung eines Einzeltieres verraten
und in einer gegebenen Situation die Reaktion ankündigen.
Akustische Signale haben für die Affen große Bedeutung, besonders wenn sie außer
Sichtweite sind, wie es bei Baumbewohnern häufig der Fall ist. Laute stimmliche
Äußerungen können auch auf Gefahren hinweisen, aber ebenso der Verständigung
innerhalb der Gruppe dienen.
Aber mindestens ebenso wichtig für die Verständigung innerhalb der Gruppe sind
Mimik und Gestik eines Einzeltieres, da sie über die Befindlichkeit und die Absichten
eines Tieres Auskunft geben können. Ein entspanntes Gesicht mit weit offenem Maul
und verdecktem Oberkiefer deutet auf Spielwilligkeit hin. Gähnen ist oft ein Zeichen
der Nervosität, das bei rangniedrigeren Männchen in Gegenwart eines dominierenden
Männchens sehr häufig zu beobachten ist. Ein breites Grinsen mit entblößten Zähnen
signalisiert meist Angst, während ein Schmollgesicht Unterwerfung bedeuten kann. In
Verbindung mit entsprechenden Gesten dienen diese Signale der Konfliktvermeidung
innerhalb der Gruppen.
Menschartige
Orang-Utans
Etwa 8 Jahre lang bleiben Orang Utan Mutter und Kind eng verbunden. Die Mutter
dient dabei immer als Lehrmeisterin. Der Orang-Utan ist ein großer Vertreter der
Menschenaffen. Er ist mit den Gorillas und den Schimpansen eng verwandt. Seinen
Namen hat er aus dem Malaiischen: Orang bedeutet Mensch und Utan bedeutet
Dschungel.
Der orangerote Pelz der Tiere besteht aus langem zotteligem Haar, das auf den Armen
und Schultern
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gut 50 cm lang werden kann. Das Gesicht und der große Kehlsack sind unbehaart. Das
auffallendste Merkmal des Orang-Utans sind die mächtigen, aus festem Bindegewebe
bestehenden Backenwülste. Diese Backenwülste sind mitunter ein Zeichen für die
Gesundheit des Tieres, denn bei kranken oder schlecht ernährten Männchen sind die
Backen viel kleiner als gewöhnlich.
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Der Orang-Utan hat von allen Affen die längsten Arme, der bei Affen oft als typisch
angesehene Schwanz fehlt dem Tier vollkommen.
Wie alle anderen großen Affen klettert der Orang-Utan mit allen vieren. Obwohl die
Tiere sowohl aufrecht als auch auf allen vieren laufen können, verbringen sie doch den
größten Teil ihres Lebens in den Wipfelregionen der Bäume. Die Kletterei der Tiere ist
in allen Situationen von gemessenen und bedachtsamen Bewegungen gekennzeichnet.
Einen Sprung von einem Baum zum anderen ist eine Seltenheit. Der Orang-Utan
klettert viel lieber erst rückwärts an einem Baum herunter und läuft über den Boden
zu einem anderen.
Sobald das Tier einen neuen Baum erklommen hat, inspiziert es systematisch alle
Blätter auf der Suche nach Nahrung. Die Hauptnahrung des Orang-Utan sind dabei
allerlei Früchte mit einer Vorliebe für die stacheligen Früchte des Zibetbaumes. Aber
auch Blüten, Knospen, junge Blätter und weiche Rinde stehen auf seinem Speiseplan. In
freier Wildbahn ist der Orang-Utan ein reiner Pflanzenfresser, obwohl er in Zoos auch
Fleisch frisst.
Verbreitung
Orang-Utans bewohnen die Tieflandregenwälder der Inseln Borneo und Sumatra auf
den heutigen Staatsgebieten Malaysias und Indonesiens. Man unterteilt sie in zwei
Unterarten, den Borneo-Orang-Utan und den Sumatra-Orang-Utan, die sich durch
Fellfarbe und Gesichtsmerkmale unterscheiden.
Früher lebten Orang-Utans auch auf Java, wo sie aber schon vor langer Zeit
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durch die Bejagung der Frühmenschen ausgerottet wurden.
Die Nacht verbringen die Tiere in Schlafnestern. Ein solches Nest mit einem
Durchmesser von 60 bis 100 cm wird durch biegen und verflechten von kräftigen
Zweigen innerhalb weniger Minuten gebaut. Eine Polsterung aus dichtbeblätterten
Zweigen vervollständigt das Schlafnest. Wenn die Umgebung sehr viel Nahrung bietet,
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verwenden die Tiere ein Nest auch mehrere Nächte hintereinander. Entgegen der
landläufigen Meinung sind Orang-Utans im allgemeinen keine Einzelgänger, vielmehr
ziehen sie in mehr oder weniger großen Familienverbänden durch die Wälder.
Leider hat der internationale Zoohandel sich erst in den späten 60er Jahren des 20.
Jahrunderts verpflichtet, keine Orang-Utans mehr zu kaufen, da zur Erbeutung dieser
Tiere häufig die Mutter, wenn nicht gar die ganze Familie getötet wurden. Heute sind
diese Tiere zwar geschützt, doch die Zerstörung ihres Lebensraumes durch den
Menschen führt weiter zu einem Rückgang der Bestände.
Schimpansen
Soziales Zusammenleben der Schimpansen
Schimpansen haben eine einzigartige soziale Struktur. Sie leben in einem großen
Verband, der aus bis zu 100 Tieren besteht. Die tägliche Zusammensetzung und Größe
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einer umherstreifenden Gruppe ist sehr unterschiedlich.
Kleinere Gruppen schließen sich zu großen zusammen, große Gruppen spalten sich in
kleinere auf, mitunter ziehen auch einzelne Schimpansen alleine umher. Durch Geburt,
Tod, Ein- und Auswanderung wird die Größe eines Verbandes stabil gehalten.
Gewöhnlich sind es die Weibchen, die in einem geschlechtsreifen Alter von 8 bis
14 Jahren fortgehen.
Dies hat möglicherweise auch die Funktion der Inzest-Vermeidung. Es gibt nämlich bei
ihnen keine monogamen oder eheähnlichen Bindungen, die beispielsweise eine VaterTochter-Beziehung ausschließen würde. Treffen Männchen benachbarter Verbände
aufeinander, kann es zu aggressiven Konflikten mit Verletzungen und Tod kommen.
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Fellpflege und Schmusen
Schimpansen verbringen oft mehrere Stunden damit, sich gegenseitig das Fell zu
pflegen
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und zu lausen. Dabei sind sie sehr penibel und hingebungsvoll. Ranghohe Männchen
erhalten manchmal mehr Zuwendung als rangtiefe. Das "Grooming" ist eine gegenseitige
Form der Zuwendung.
Über die Fellpflege hinaus hat es auch eine wichtige Sozialfunktion. Oft sind nicht nur
zwei, sondern eine ganze Fellpflegegruppe damit beschäftigt, sich gegenseitig zu
verwöhnen.
Werkzeuggebrauch bei Schimpansen
Hochentwickelter Werkzeuggebrauch ist bei freilebenden Schimpansen beobachtet
worden. Tatsächlich benutzen sie viel häufiger Werkzeuge als jedes andere Tier und
stehen also auch in dieser Hinsicht uns Menschen am nächsten.
Schimpansen-Schwamm
Schimpansen kommen beispielsweise an Wasser heran, das sich in nicht unmittelbar
zugänglichen Asthöhlungen befindet, indem sie derbe Blätter zu einer faserigen Masse
zerkauen und sie dann in die Höhlung stopfen. Dieser «Schwamm» wird anschließend
herausgezogen und ausgesaugt, und dieser Vorgang kann sich mehrfach wiederholen.
Schimpansen-Angel
Um Termiten aus ihren unterirdischen Bauten zu «angeln», stecken Schimpansen gerne
Zweige oder Halme in deren Gänge und warten, bis sich die Insekten in einer
Abwehrreaktion daran festgeklammert haben. Dann ziehen sie sie wieder heraus und
verzehren die Tierchen. Die Planmäßigkeit dieses «Termitenfischens» wird daraus
ersichtlich, dass die Schimpansen oft Umwege von mehreren hundert Metern machen,
unterwegs eine Handvoll Halme von verschiedenen Dicken und Längen sammeln, um dann
diejenigen am Termitenbau zu benutzen, die am besten passen.
Schimpansen-Nussknacker
Schimpansen öffnen manchmal hartschalige Nüsse (besonders Coula-Nüsse) mit Hilfe
von Werkzeugen: Zuerst suchen sie sich eine Wurzel oder einen Stein als «Amboss».
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Zu diesem tragen sie dann so viele Nüsse, wie sie auf einmal fassen können, und dazu
einen bis zu anderthalb Kilogramm schweren Stein oder einen starken Stock als
«Hammer». Die Nüsse werden dann aufgelegt und eine nach der anderen mit mehreren
Schlägen geknackt.
Schimpansen-Waffen
Ein weiteres Beispiel für Werkzeuggebrauch bei Schimpansen ist die Verwendung von
Knüppeln als «Waffen»: Der niederländische Zoologe Adriaan Kortlandt hat einmal an
Orten, wo wilde Schimpansen leben, einen ausgestopften Leoparden so verborgen, dass
er plötzlich aus seinem Versteck hervorgezogen werden konnte.
Tat er das, wenn nichtsahnende Schimpansen anwesend waren, so kam es stets zu
einem unglaublichen Aufruhr. Manche von ihnen packten in der Folge Knüppel und
Stöcke, schwangen sie in einem «Imponiertanz» herum und warfen sie gegen den
Leoparden, in manchen Fällen schlugen sie sogar gezielt und wuchtig auf den Feind ein.
Diverse Versuche mit Schimpansen
Aus anatomisch bedingten Gründen sind alle Versuche gescheitert, Schimpansen das
Sprechen beizubringen. Erstaunliche Ergebnisse sind jedoch mit American Sign
Language (ASL) erzielt worden, einer einfachen Gebärdensprache. "Durch das richtige
Kombinieren von Wörtern, die unabhängig voneinander gelernt wurden, beweisen
Schimpansen, dass sie ihre Erfahrungen nicht bloß sprachlich abbilden, sondern sie
klassifizieren, um sie anderweitig verwenden zu können. Das heißt wiederum, dass
Schimpansen denken können. Auch kombinieren sie verschiedene Wortzeichen um ihnen
unbekannte Begriffe zu definieren (z. B. Gurke als grüne Banane beschrieben).
Schimpansen können weiterhin transponieren, das heißt, Ereignisse auch zu einem
anderen Zeitpunkt als dem des Geschehens, in der Sprache aufgreifen. Damit beweisen
sie Gedächtnis.
Die American Sign Language geben sie an ihre Kinder und andere Schimpansen weiter.
Schimpansen aus Sprachversuchen und also bei Menschen aufgewachsen sind,
betrachten sich oft als Menschen. Wenn sie z. B. Fotos nach Menschen und Tieren
sortieren sollen, so legen ihr Bild zu den Menschen." 2 Außerdem erkennen sie sich
problemlos im Spiegel, was ein Indiz dafür ist, dass sie einen Begriff von sich selbst
haben müssen. Menschliche Kinder fangen in der Regel an, sich ab dem 18. bis 24.
Monat im Spiegel zu erkennen.
Der Bonobo
Nicht ihre Größe sondern ihre körperliche Erscheinung unterscheidet die Bonobos von
den ‘Gemeinen Schimpansen’. Sie sind kleiner, schlanker und feingliedriger als ihre
Verwandten. Der Kopf der Bonobos ist zudem runder und hat geringere Brauenwülste.
Die kleineren Ohren sind vor allem beim männlichen Tier hinter langen, dicken
Backenbärten verborgen. Der Bonobo ist mit Ausnahme der rosaroten Lippen und der
Geschlechtsteile überwiegend schwarz. Man vergleicht die Erscheinung der Bonobos
manchmal Australopithecinen, Vorformen des heutigen Menschen. Häufig stellen sich
die Bonobos auf die Hinterbeine oder gehen aufrecht. Sie erinnern so verblüffend an
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Darstellungen früher Hominiden. Was die Bonobos aber vor allem von den ‘gemeinen
Schimpansen’ und anderen höheren Primaten unterscheidet und sie als eigene Art gelten
lassen, ist ihr komplexes Sozialverhalten. Denn das charakteristische am Verhalten
dieser Menschenaffen ist die zentrale soziale Stellung der Weibchen, die
Gleichwertigkeit der Geschlechter und die stark ausgeprägte Sexualität, mit der
vielfach Aggressionen abgefangen werden.
Jane Goodall
Jane Goodall
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geboren 1934 in London/Großbritannien, jobbte als Kellnerin, um nach Afrika fliegen zu
können, wo sie bei dem berühmten Paläontologen Louis Leakey in Nairobi und in der
Oldoway-Schlucht Forschungspraxis kennen lernte. 1960 begann sie, ganz auf sich
allein gestellt, mit langfristigen Beobachtung wildlebender Schimpansen im GombeReservat in Tansania. Nebenher studierte sie bei Robert Hinde an der Universität
Cambridge vergleichende Verhaltenswissenschaft und promovierte darin 1965 mit
Auszeichnung. Im gleichen Jahr gründete sie das Gombe Stream Research Center.
Gefördert von der amerikanischen National Geographic Society, erschienen die ersten
Texte und Bilder von ihren sensationellen Feldstudien. Weltruhm erlangte sie mit
ihrem Buch "Wilde Schimpansen". Sie lehrte 1971-1975 als Gastprofessorin an der
kalifornischen Eliteuniversität Stanford, seit 1973 auch in Daressalam, Tansania. Bei
der Harvard Universität Press erschien 1986 ihre große wissenschaftliche
Monographie "The Cimpanzees of Gombe". Außerdem gibt es von ihr mehrere
Tierbücher für Kinder. 1999 erschien die Autobiographie "Grund zur Hoffnung"
Gorillas
Der Gorilla (Gorilla gorilla) ist das grösste und schwerste Mitglied der Familie der
Menschenaffen. Ausgewachsene Männchen können aufgerichtet eine Höhe von etwa
zwei Metern erreichen und bringen bis zu 200 Kilogramm auf die Waage.
Man unterscheidet drei verschiedene Gorillarassen, welche alle im tropischen
Äquatorialafrika, sozusagen im Herzen Afrikas, beheimatet sind: Der Westliche
Flachlandgorilla bewohnt die Küstenregion am Golf von Guinea zwischen den Flüssen
Niger und Kongo. Sein Bestand wird auf ungefähr 45 000 Tiere geschätzt. Der
Östliche Flachlandgorilla lebt am östlichen Rand des Kongobeckens in Zaire. Sein
Bestand dürfte etwa 4000 Tiere umfassen. An den Hängen der Virunga-Vulkane in der
Grenzregion zwischen Zaire, Uganda und Ruanda sowie in den nahegelegenen BwindiBergen lebt sodann der vergleichsweise langhaarige Berggorilla. Von ihm gibt es nur
rund 400 Tiere.
Fast alle der ungefähr 500 Gorillas, welche weltweit in Zoos gehalten werden, sind
Westliche Flachlandgorillas.
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Gorillas leben in festgefügten Gruppen von fünf bis zwanzig Mitgliedern. Diese
Gorillafamilien setzen sich im allgemeinen aus einem vollständig ausgewachsenen
«Silberrückenmännchen», ein paar fortpflanzungsfähigen Weibchen und deren Jungen
in verschiedenen Altersstufcn zusammen. Sie verständigen sich untereinander durch
eine «Sprache», die mehr als fünfzehn verschiedene Heul-, Brüll-, Hust- und
Knurrlaute umfasst.
Eine abwechslungsreiche Pflanzenkost, die sich aus Schösslingen, Blättern, Stengeln,
Wurzeln, Knollen, Mark und Rinde vieler verschiedener Pflanzenarten zusammensetzt,
dient den Gorillas als Nahrung. Bei der Futtersuche halten sie sich gewöhnlich am
Boden auf und klettern nur selten auf Bäume, denn ihr grosses Gewicht und ihr
massiger Körperbau sind ihnen dabei eher hinderlich.
Als Lebensraum bevorzugen die Gorillas möglichst offene Regenwaldstücke mit üppigem
Unterwuchs, wie man sie etwa entlang von Flussläufen oder an Berghängen findet, denn
hier ist der Tisch für die grossen Menschenaffen stets gedeckt. Derart reichlich ist
das Nahrungsangebot, dass die Gorillagruppen auf ihren gemächlichen, von vielen
Pausen unterbrochenen Fresswanderungen gewöhnlich nur etwa 500 bis 1000 Meter am
Tag zurücklegen.
Die Gorillaweibchen bringen mit etwa zehn Jahren ihr erstes Junges zur Welt.
Während der ersten Lebensmonate ist das Gorillajunge völlig hilflos
und wird von seiner Mutter dauernd überallhin mitgetragen. Mit sechs Monaten
ernährt es sich bereits zur Hauptsache von Pflanzen, hält sich aber weiterhin ständig
in der Nähe seiner Mutter auf. Erst im Alter von etwa vier Jahren, wenn die Mutter
ihr nächstes Kind zur Welt bringt, löst es sich allmählich von ihr.
Nur selten bleiben die Gorillas ihr Leben lang in der elterlichen Gruppe, Die frisch
erwachsenen Männchen verlassen gelegentlich ihre Stammgruppe und wandern oft
monatelang allein umher, bis es ihnen gelingt, Weibchen einer fremden Gruppe zu sich
zu locken und einen eigenen «Harem» zu gründen. Und auch die jungen Weibchen
trennen sich zu gegebener Zeit von ihrer Gruppe, um sich einem allein herumziehenden
Männchen anzuschließen oder zu einer benachbarten Gruppe überzuwechseln.
Die Gorillas haben nur einen Feind zu fürchten: den Menschen. Bis in jüngster Zeit
wurden die friedfertigen Riesen in einigen Regionen ihres Fleisches wegen bejagt.
Mancherorts wurden sie unter der Begründung abgeschossen, sie würden die Felder
plündern. Viele von ihnen mussten ferner sterben, weil ihre Schädel als Trophäen sehr
begehrt sind. Und auch beim Fang von Jungtieren für Zoologische Gärten und
Forschungslabors wurden unzählige Tiere getötet. Wirksame Handelsbeschränkungen
auf internationaler Ebene sowie ein verbesserter Vollzug der lokalen
Naturschutzgesetze haben nun endlich dazu geführt, dass den Gorillas durch Jagd und
Fang keine übermäßige Gefahr mehr droht.
Eine weit schlimmere Gefahr stellt heute die rasch voranschreitende Zerstörung ihres
Lebensraums, der äqatorialafrikanischen Regenwälder, dar - verursacht zum einen
durch den Platzbedarf der anwachsenden menschlichen Bevölkerung Zentralafrikas,
zum anderen durch die Nachfrage der westlichen Welt nach afrikanischen Edelhölzern.
Ohne Regenwälder können die Gorillas jedoch nicht überleben. Es gilt deshalb,
möglichst große Teile der noch verbleibenden Regenwaldgebiete als Reservate und
Nationalparks unter Schutz zu stellen und sowohl Wilderer als auch Plünderer strikt
daraus fernzuhalten. Bereits existiert in Äquatorialafrika eine Anzahl gut bewachter
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Regenwald-Schutzgebiete, in denen immerhin rund 5000 Gorillas eine sichere Heimat
gefunden haben. Weitere müssen unbedingt hinzukommen.
Dian Fossey
Dian Fossey wird am 16. Januar 1932 in Faifax/Kalifornien geboren. Ihren Traum,
Tiermedizin zu studieren, muss sie sich wegen schlechter Schulnoten aus dem Kopf
schlagen. Statt dessen absolviert sie eine Ausbildung als Bewegungstherapreutin,
macht 1954 ihren Abschluß und arbeitet mehrere Jahre in einem Kinderkrankenhaus.
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Als sie 31 Jahre alt ist, besucht sie einen Vortrag über Berggorillas, der sie
begeistert. 1963 reist sie nach Ostafrika. Im Grenzland zwischen Kongo und Uganda
trifft sie erstmals auf die Berggorillas. Doch was sie dort vorfindet prägt ihr weiteres
Leben. Die Gorillas werden abgemetzelt, ihre Köpfe und Hände als Souvenir an
Touristen verkauft. Erschreckend ist die Jagd auf Gorilla-Babys. Da die Gorillas ihren
Nachwuchs bis zur Selbstaufopferung verteidigen, schlachten die Wilderer skrupellos
die erwachsenen Tiere ab, um an die Babys zu kommen. Dian Fossey entschließt sich, im
Rahmen eines Forschungsprojekts des Anthropologen Louis Leakey das Verhalten der
akut gefährdeten Berggorillas zu erforschen. In ihrem Buch "Gorillas im Nebel"
schreibt sie darüber: "...Ich hatte den tiefempfundenen Wunsch, gemeinsam mit wilden
Tieren in einer Welt zu leben, die von den Menschen noch nicht kaputtgemacht worden
war...".
1967 beginnt sie im Kongo mit der Arbeit - allein mit ein paar Helfern, deren Sprache
sie nicht versteht, allein mit den nächtlichen Geräuschen des Urwaldes. Vor Angst
traut sie sich anfangs kaum aus ihrer Hütte. Ein halbes Jahr später flieht Dian vor den
Kongo-Wirren nach Ruanda, wo sie im September 1967 in 3000 Meter Höhe die
Karisoke-Forschungsstation - ihr Lebenswerk - gründet. In den Virunga Mountains,
einem Rückzugsgebiet der gefährdeten Berggorillas, beobachtet sie diese Tiere.
Regendurchweichte, in Wolken gehüllte Berghänge, flechtenbehangene Baumgespenster
und Gestrüpp bilden den Lebensraum ihrer Schützlinge. Fast 20 Jahre verbringt Dian
dort. Aus der anfänglichen wissenschaftlichen Faszination erwächst eine tiefe
emotionale Beziehung zu den Menschenaffen. Auf sensationelle Art gelingt ihr der
direkte Kontakt zu den scheuen Primaten. Immer näher darf sie an die Gorilla-Gruppe
heran, und als sie von ihr akzeptiert wird, lebt sie mit ihnen. Nie zuvor war dies einem
Menschen gelungen. Die Absolutheit, mit der sie für ihre Tiere eintritt,
entfremdet sie den Menschen. Ihre Einsamkeit wächst, ebenso ihre
Exzentrik. Nyiramachabelli, die einsame Frau des Waldes, nennen sie die Afrikaner.
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Dian Fossey liefert wichtige wissenschaftliche Beiträge zum Verhalten und zur
Sozialstruktur der Gorillas. 1974 erhält sie von der University of Cambridge einen
Doktortitel in Zoologie. Sie publiziert 1983 das Buch Gorillas in the Mist (Gorillas im
Nebel).
Doch durch ihren Einsatz für die Gorillas machte sich Dian Fossey aber nicht nur
Freunde. Da immer wieder Gorillas von Wilderen getötet und verstümmelt wurden
reagierte Dian Fossey mit einer aggressiven Kampagne gegen die Gorilla-Wilderei.
National Geographic unterstützte ihr Vorhaben dadurch, dass ihr Bild auf der
Titelseite einer Ausgabe mit einem bebilderten Artikel erschien. Die finanziellen
Zuwendungen aus dieser weltweiten Kampagne erlaubten Dian Fossey, die Digit
Stiftung ins Leben zu rufen (1992 umbenannt in Dian Fossey Gorilla Fund DFGF) und
den Rest ihres Lebens dem Schutz der Gorillas zu verschreiben. Zum Schutz vor den
Gorilla-Wilderern organisierte sie Patrouillen und unterhielt eine Truppe von
bewaffneter Söldner, die sie mit Geldern aus eines von ihr gegründeten internationalen
Hilfsfonds bezahlt. Damit aber schuf sie sich noch mehr Feinde in der Region.
Ein weiterer Grund, warum Dian Fossey sich bei den Einwohnern um die
Forschungsstation wenig Sympathie erwerben konnte, war ihre strikte Weigerung,
einen Ökotourismus in den Virungas zu fördern und als Einkommensquelle für die
indigenen Batwa-Pygmäen zu akzeptieren.
Am 27. Oktober 1985 fand sie vor ihrer Tür ein hölzernes Bild, dessen symbolische
Bedeutung sie erkannte: Man wünschte ihren Tod.
Ihre extremen Handlungsweisen Wilderern von Gorillas gegenüber waren sicher die
Hauptursache für den Gewaltakt, der ihrem Leben ein Ende setzte: In den frühen
Morgenstunden des 27. Dezembers 1985 fand ein Mitarbeiter Dian Fosseys Leiche,
halbnackt neben dem Bett in ihrer Hütte liegend, den Schädel zertrümmert mit
Machetenhieben. Das Verbrechen an der mutigen Zoologin wurde nie aufgeklärt.
Quellenangabe
Bücher:
Affen, geschrieben von Paul Sterry
Brehms Tierlexikon
TIERE – Das große Tierlexikon
Affen, unsere haarigen Verwandten
Internet:
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www.primatis.de
www.tierlexikon.de
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