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Laurea Magistrale
Aktivität 6 – Neue Medizin – neuer Mensch? - Textkohärenz
TEXTKOHÄRENZ
1. Klären Sie folgenden Wortschatz (vgl. http://www.duden.de/)
Embryo = Ungeborenes, ungeborenen Leben, Fötus
adult = erwachsen
Zelle = kleinste lebende Einheit in einem pflanzlichen oder tierischen Lebewesen
Eizelle = Ei, weibliche Keimzelle
Schutzanspruch = Recht auf Schutz
Schutzwürdigkeit = es wert sein, Schutz zu erhalten
2. Lesen Sie nun die folgenden Abschnitte aus einem Artikel über Stammzellenforschung und bringen Sie sie in die
richtige Reihenfolge.
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Forschungsergebnisse in der letzten Zeit könnten jedoch einen Ausweg aus diesem Dilemma bieten: Wissenschaftlern ist es
nämlich gelungen, Hautzellen in Stammzellen „zurückzuprogrammieren“. Damit haben sie möglicherweise einen Weg
gefunden, die in der Medizin so begehrten, aber ethisch umstrittenen embryonalen Stammzellen zu ersetzen.
Für die forschende Medizin sind diese embryonalen Stammzellen besonders interessant, weil sie sich im Labor halten
lassen und weil man von ihnen Antworten auf viele offene Fragen erwartet, etwa, wann und wie sie sich auf einen Zelltyp
spezialisieren und wie man das steuern kann. Von den embryonalen Stammzellen erhofft man sich die Möglichkeit,
verschiedene Krankheiten – wie z. B. Parkinson, Diabetes oder Krankheiten des Herz-Kreislaufsystems – effektiver
behandeln zu können.
Stammzellen? – Was versteht man darunter, was erhofft man durch sie, welche Bedenken gibt es? Die meisten Zellen in
unserem Körper sind Spezialisten. So bauen Leberzellen Alkohol ab, Blutkörperchen transportieren Sauerstoff und Muskeln
verrichten Arbeit. Diese Zellen können sich untereinander nicht vertreten, ihre Funktionen sind festgelegt.
Wie erklärt sich das? Das Thema Stammzellenforschung ist nämlich nicht nur eine Frage der medizinischen Machbarkeit,
sondern es wirft auch grundlegende ethische Fragen auf. Denn im Mittelpunkt der Diskussion steht die Frage, inwieweit
menschliche Embryonen geschützt sind bzw. ob es gestattet ist, Embryonen zur Gewinnung von Stammzellen einzusetzen?
Bei dieser Frage gibt es zwei unterschiedliche Grundpositionen:
Stammzellen hingegen haben keine solche feste Funktion. Sie können sich aber teilen und vermehren. Sie sind die Mütter
der Spezialisten und einzig dafür da, den Nachschub dieser Zellen zu sichern. Bei den Stammzellen unterscheidet man
zwischen Stammzellen von Embryos und denen von Erwachsenen.
Letztere haben etwa zwanzig verschiedene Stammzelltypen. Sie heißen adult, sie sind organspezifisch und werden
gebraucht, wenn Reparaturen nötig sind, etwa in der Leber. Sie decken aber auch den Bedarf kurzlebiger Zellen. So bilden
Stammzellen im Knochenmark immer frische Blutbestandteile. Andere erneuern Muskeln und Bindegewebe.
Die erste Grundposition spricht dem Embryo von Beginn an dieselbe Schutzwürdigkeit zu wie dem geborenen Menschen.
Vertreter dieser Position sagen, der Embryo besitze von Anfang an das Potential, zur Person zu werden. Ein Embryo darf
demnach niemals für fremde Zwecke, so hochrangig sie auch sein mögen, instrumentalisiert werden.
Demgegenüber können die Stammzellen eines Embryos wesentlich mehr: Aus einer befruchteten Eizelle kann schließlich
noch ein ganzer Mensch wachsen. Diese sehr frühen Stammzellen können noch alles; daher heißen sie nach der
lateinischen Bezeichnung „totipotent“. Auch bei einem drei Tage alten Embryo sind die Zellen kaum spezialisiert, aus ihnen
kann noch jede der rund 210 Zellarten eines Menschen werden. Wegen dieser Eigenschaft nennt man sie „pluripotent“.
Diese Uneinigkeit kommt u.a. auch in der Unterschiedlichkeit der nationalen und internationalen Regelungsmodelle zum
Ausdruck und führt dazu, dass weder auf der Ebene der Vereinten Nationen noch auf gesamteuropäischer Ebene
einschlägige Regelungen zur Forschung mit humanen embryonalen Stammzellen existieren und wohl in nächster Zeit auch
nicht existieren werden.
Gemäß der zweiten Grundposition kommt dem Embryo erst mit dem Erreichen einer bestimmten Entwicklungsstufe die
gleiche Schutzwürdigkeit wie dem geborenen Menschen zu. Von Vertretern dieser Position wird die Forschung mit
Embryonen moralisch nicht ausgeschlossen, solange diese nicht in der Gebärmutter eingenistet sind – besonders wenn es
um die Heilung bisher unheilbarer Krankheiten geht.
Aber während adulte Stammzellen bereits medizinische Bedeutung haben – z.B. werden Blutstammzellen bereits bei
Krebspatienten nach Chemo- oder Strahlentherapien sowie zur Behandlung von Leukämie eingesetzt – steckt der Einsatz
embryonaler Stammzellen noch in den Kinderschuhen.
3. Beantworten Sie die folgenden Fragen zu dem Text.
a. Geben Sie zwei Beispiele von spezialisierten Zellen und ihrer jeweiligen Aufgabe.  Leberzellen bauen Alkohol ab,
Blutkörperchen transportieren Sauerstoff und Muskeln verrichten Arbeit.
b. Worin unterscheiden Stammzellen sich von anderen Zellen?  Stammzellen haben keine feste Funktion.
c. Wie viele Stammzellentypen hat ein Erwachsener?  Ein Erwachsener hat etwa 20 verschiedene
Stammzellentypen.
d. Nennen Sie ein Beispiel für die Funktion von Stammzellen bei Erwachsenen.  Sie bilden z. B. frische
Blutbestandteile im Knochenmark. / Sie erneuern Muskeln und Bindegewebe.
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e. Warum sind embryonale Stammzellen für die forschende Medizin interessanter?  Sie sind interessanter, weil sie
im Labor gehalten werden können, weil man sich von ihnen Antworten auf viele offene Fragen erhofft und weil man
hofft, mit ihrer Hilfe verschiedene Krankheiten effektiver behandeln zu können.
f. Welches Dilemma gibt es beim Thema Stammzellenforschung?  Das Thema wirft grundlegende ethische Fragen
auf, inwieweit menschliche Embryonen geschützt sind bzw. ob es erlaubt ist, Embryonen zur Gewinnung von
Stammzellen einzusetzen.
g. Was wird über die internationalen Regelungsmodelle zur Stammzellenforschung gesagt?  Es gibt keine
einheitlichen Regelungsmodelle zur Stammzellenforschung auf europäischer Ebene oder auf der Ebene der
Vereinten Nationen.
4. Klären Sie, worauf sich folgende Wörter im Text beziehen.
Abschnitt 1
Abschnitt 7
1. darunter  Unter Stammzellenforschung
12. es  das Thema Stammzellenforschung
2. Diese  die Zellen / die Spezialisten
13. Denn  Das Thema Stammzellenforschung wirft
grundlegende ethische Fragen auf.
3. ihre  der Zellen
14. dieser  Frage
Abschnitt 3
Abschnitt 9
4. Sie  Stammzellen von Erwachsenen
15. dieser  der zweiten Grundposition
5. Andere  Stammzellen
16. diese  die Embryonen
Abschnitt 4
Abschnitt 10
6. daher  das sie noch alles können / die Möglichkeit, 17. Diese  wann Embryonen schutzwürdig sind
noch alles zu können
7. ihnen  die Zellen eines drei Tage alten Embryos
18. dazu  dass keine einheitlichen Regelungen
existieren
8. dieser  die Spezialisierung in jede der rund 210 Abschnitt 11
Zellarten
Abschnitt 5
19.
damit

Hautzellen
in
Stammzellen
„zurückzuprogrammieren“ / das Zurückprogrammieren
der Hautzellen in Stammzellen
9. sie  embryonale Stammzellen
20. sie  die Wissenschaftler
10. von ihnen  von den embryonalen Stammzellen
11. das  das Spezialisieren auf einen Zelltyp
5. Ergänzen Sie folgende Sätze und formen Sie die unterstrichenen Teile um, indem Sie nominale Konstruktionen in
verbale umformen und umgekehrt.
a. Was erhofft man sich von Stammzellen?  Welche Hoffnungen verbindet man mit Stammzellen?
b. So bauen Leberzellen Alkohol ab.  So dienen Leberzellen zum Abbau von Alkohol.
c. Stammzellen sind dafür da, den Nachschub dieser Zellen zu sichern.  Stammzellen sind zur Sicherung des
Nachschubs dieser Zellen da.
d. Diskutiert wird die Frage, inwieweit menschliche Embryonen geschützt sind.  Diskutiert wird die Frage nach dem
Schutz menschlicher Embryonen.
e. Ist es gestattet, Embryonen zur Gewinnung von Stammzellen einzusetzen?  Ist es gestattet, Embryonen
einzusetzen, um Stammzellen zu gewinnen?
f. Die einen sprechen dem Embryo dieselbe Schutzwürdigkeit zu wie dem geborenen Menschen.  Die einen sagen,
der Embryo sei nicht so schutzwürdig wie der geborene Mensch.
g. Von den anderen wird die Forschung mit Embryonen moralisch nicht ausgeschlossen.  Die anderen schließen
moralisch nicht aus, dass mit Embryonen geforscht wird. / man mit Embryonen forscht.
h. Diese Uneinigkeit kommt in der Unterschiedlichkeit der nationalen und internationalen Regelungsmodelle zum
Ausdruck.  Diese Uneinigkeit zeigt sich darin, dass sich die nationalen und internationalen Regelungsmodelle
unterscheiden. / die nationalen und internationalen Regelungsmodelle unterschiedlich sind.
6a. Welches Verb passt zu welchem Nomen? Ordnen Sie zu.
verrichten
kommen
haben
a. eine Funktion haben
b. einen Weg finden
c. Arbeit verrichten
finden
stecken
bieten
d. einen Ausweg bieten
e. zum Ausdruck kommen
f. in den Kinderschuhen stecken
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6b. Formulieren Sie Sätze mit den Nomen-Verb-Verbindungen.
a. Die meisten Zellen in unserem Körper haben eine spezielle Funktion.
b. Wir müssen einen Weg finden, um das Problem zu lösen. / Es muss ein Weg zur Lösung des Problems gefunden
werden.
c. Muskeln verrichten Arbeit.
d. Eine Regelung, die auf internationaler Ebene gültig ist, könnte einen Ausweg aus diesem Dilemma bieten.
e. Durch die Diskussion über Stammzellenforschung kommt die Notwendigkeit einer Lösung zum Ausdruck.
f. Der Einsatz embryonaler Stammzellen steckt noch in der Kinderschuhen.
(Quelle: Mittelpunkt C1. Deutsch als Fremdsprache für Fortgeschrittene. Lehrbuch. Klett Verlag 2008. S. 100f und Arbeitsbuch S. 100f)
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