der Pressemitteilung

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PRESSESTELLE DGVS
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Sich und andere schützen: Nach Norovirus-Erkrankung nicht zu früh in den Alltag starten
Berlin, Dezember 2016 – Derzeit nehmen in zahlreichen Regionen Deutschlands Infektionen mit
dem hochansteckenden Norovirus zu. Im Jahr 2015 wurden mehr als 89 000 Fälle beim Robert
Koch-Institut registriert, zum Großteil in den Wintermonaten Januar bis März. Dabei umfasst die
Zahl nur Fälle, bei denen das Magen-Darm-Virus durch eine Laboruntersuchung nachgewiesen
wurde. Die tatsächliche Fallzahl liegt um ein Vielfaches höher. Der wirksamste Schutz vor einer
Infektion besteht in häufigem und sorgfältigem Händewaschen. Darauf weist die Deutsche
Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) hin. Da das
Norovirus auch nach dem Abklingen der Symptome noch bis zu zwei Wochen mit dem Stuhl
ausgeschieden wird, sollten Betroffene in den Tagen nach der Erkrankung weiterhin auf sorgfältige
Hand- und Toilettenhygiene achten und noch mindestens zwei Tage nach Abklingen der
Erkrankung zuhause bleiben.
Das Virus wird entweder durch den direkten Kontakt mit Erkrankten oder aber indirekt durch
verschmutzte Oberflächen, mit denen ein Erkrankter Kontakt hatte – wie Ablageflächen, Türgriffe
oder etwa Waschbecken – übertragen. „Die banalste, aber dennoch wichtigste Maßnahme, um das
Risiko einer Ansteckung zu verringern, ist deshalb häufiges und gründliches Händewaschen“, sagt
DGVS-Experte Professor Dr. med. Ansgar W. Lohse, Direktor der I. Medizinischen Klinik und Poliklinik
des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf.
Wenn es dennoch zu einer Infektion kommt, gilt: In den meisten Fällen ist es sinnvoll, zu Hause
abzuwarten, bis Durchfall und Erbrechen vorbei sind. Da die Krankheit dem Körper Wasser und
Elektrolyte entzieht, sollten Betroffene viel trinken: verdünnte Säfte, Brühe oder gezuckerter Tee
können die Verluste ausgleichen. „Kinder unter fünf und ältere Menschen ab 70 haben ein erhöhtes
Risiko für schwere Verläufe“, sagt Lohse. „Wenn Angehörige oder Pflegende feststellen, dass sich der
Allgemeinzustand eines Patienten verschlechtert, sollten sie medizinische Hilfe suchen.“ Wichtig
dabei: die Voranmeldung in der Klinik oder der Praxis – denn Erkrankte sollten, soweit möglich,
isoliert werden, damit sich das Virus nicht weiter ausbreitet.
Da Noroviren hochansteckend sind, sollten Erkrankte zuhause – abgesehen von der
Betreuungsperson – möglichst wenig Kontakt zu anderen haben. Bestenfalls sollten sie auch separate
Toiletten, auf jeden Fall aber separate Handtücher und Hygieneartikel, verwenden. Toilette,
Waschbecken, Türgriffe und Böden sollten regelmäßig – am besten mit Einwegtüchern – gereinigt
und Bettwäsche, Kleidung und Handtücher bei möglichst hohen Temperaturen gewaschen werden.
Dabei sollten Pflegende und Angehörige unbedingt Einmalhandschuhe nutzen. Damit beim
Ausziehen der Handschuhe keine Erreger an die Hände gelangen, wenden Profis folgende Technik an:
Zunächst zieht die eine Hand den Handschuh der anderen ab und hält diesen locker in der Hand.
Dann krempelt die freie Hand vom Arm her vorsichtig den zweiten Handschuh über den ersten.
Anschließend wandern beide in den Müll.
„Um sich und auch andere zu schützen, ist es wichtig, nicht zu früh wieder in den Alltag zu starten,
sondern die Erkrankung gut auszukurieren, und auch in den Tagen danach auf sorgfältige Hand- und
Toilettenhygiene zu achten“, sagt Lohse. Denn der Körper scheidet die Erreger auch nach Abklingen
der Symptome noch für einige Tage mit dem Stuhl aus. „Mindestens zwei Tage sollten Betroffene
nach der Erkrankung noch zu Hause bleiben, da in dieser Zeit das Risiko, andere anzustecken, noch
erhöht ist.“
Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS)
wurde 1913 als wissenschaftliche Fachgesellschaft zur Erforschung der Verdauungsorgane gegründet.
Heute vereint sie mehr als 5000 Ärzte und Wissenschaftler aus der Gastroenterologie unter einem
Dach. Die DGVS fördert sehr erfolgreich wissenschaftliche Projekte und Studien, veranstaltet
Kongresse und Fortbildungen und unterstützt aktiv den wissenschaftlichen Nachwuchs. Ein
besonderes Anliegen ist der DGVS die Entwicklung von Standards und Behandlungsleitlinien für die
Diagnostik und Therapie von Erkrankungen der Verdauungsorgane – zum Wohle des Patienten.
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