M... wie Marder

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Vorarlberger Jagd
M... wie
Marder
Von Monika Dönz-Breuß
Zur Familie der Marder
gehören unter anderem
Otter, dachse, iltisse
und Wiesel, in der Umgangssprache sind mit
„den Mardern“ aber
meistens nur die echten Marder (Martes)
– unter anderem der
steinmarder
(Martes
foina) und Baummarder (Martes martes) gemeint.
während er beim Baummarder gelblich und abgerundet ist.
das Fell des steinmarders ist graubraun gefärbt und rau, jenes des
Baummarders kastanien- bis dunkelbraun.
Weitere Unterschiede
zum Baummarder sind
die helle nase und die
unbehaarten Fußsohlen.
Aussehen
Gewicht, Größe
Quelle: Die Säugetiere Europas, Nordafrikas
und Vorderasiens. 2009. Haupt Verlag.
stein- und Baummarder
haben den üblichen Körperbau der Marder mit
einem langgestreckten,
schlanken rumpf und
relativ kurzen Gliedmaßen. der schwanz ist relativ lang und buschig.
Vom Baummarder unterscheidet sich der
steinmarder äußerlich
in Form und Farbe des
Kehlflecks. dieser ist
beim steinmarder weiß
und oft gegabelt und
kann sich bis auf die
Vorderbeine erstrecken,
der steinmarder ist
etwas kürzer, aber dafür schwerer als sein
Verwandter. die tiere
erreichen eine Kopfrumpflänge von 40 bis
54 Zentimeter, eine
schwanzlänge von 22
bis 30 Zentimeter und
ein Gewicht von 1,1 bis
2,3 Kilogramm.
die Kopfrumpflänge
der Baummarder beträgt 45 bis 58 Zentimeter, der schwanz wird
16 bis 28 Zentimeter
lang und ihr Gewicht
beträgt 0,8 bis 1,8 Kilogramm.
Steinmarder
Männchen
werden
bis zu einem drittel
schwerer und auch etwas größer als Weibchen.
Verbreitung
der steinmarder, oft
auch Hausmarder genannt, ist in Mitteleuropa die häufigste Art der
echten Marder. sein
Verbreitungsgebiet
reicht von spanien über
Mittel- und südeuropa
und Zentralasien bis in
die Mongolei und die
Himalaya-region.
er
bevorzugt
offeneres,
busch- oder baumbestandenes und oft felsiges Gelände und ist in
Gebirgen bis 4000 Meter seehöhe zu finden.
Als Kulturfolger ist er
oft in der nähe menschlicher siedlungen zu sehen, wo er sich in Parkanlagen, scheunen oder
auch dachböden aufhält, weswegen er auch
dachmarder oder Hausmarder genannt wird.
der steinmarder kann
zwar gut klettern, steigt
jedoch selten höher auf
Bäume hinauf.
das Verbreitungsgebiet
des Baummarders reicht
von den Britischen inseln bis in das westliche
sibirien, im süden bis
zu den Mittelmeerinseln und im südosten
bis zum Kaukasus und
dem
elburs-Gebirge.
er fehlt auf island, im
nördlichen skandinavien und in teilen der
iberischen
Halbinsel.
sein Lebensraum sind
die Wälder, vorwiegend
Laub- und Mischwälder. Manchmal lässt
er sich auch in großen
Parkanlagen blicken. im
Gebirge findet man ihn
bis zur Baumgrenze.
Baummarder können
sehr gut klettern und
springen, wobei sie bis
zu vier Meter überwinden können. Beim Klettern sind sie in der Lage,
Baummarder
Jänner / Februar 2013
ihre Füße um 180 Grad
zu drehen.
Nachtaktiv
stein- und Baummarder sind in erster Linie
nachtaktiv. natürliche
Verstecke des steinmarders sind unter
anderem Felsspalten,
steinhaufen oder verlassene Baue anderer
tiere, oft verstecken
sie sich jedoch auch in
Gebäuden wie dachböden oder ställen. Baummarder legen in ihrem
revier einige nester
als ruheplätze an, vorrangig in Baumhöhlen,
manchmal aber auch in
verlassenen eichhörnchenkobeln oder Greifvogelnestern.
Territorial
stein- und Baummarder
sind territoriale tiere,
die ihr revier markieren. Gegenüber gleichgeschlechtlichen
Artgenossen
verteidigen
sie ihre reviergrenzen,
das territorium eines
Männchens kann sich
aber mit dem mehrerer
Weibchen überlappen.
die reviergröße ist
sehr variabel, die der
Männchen ist aber stets
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größer als die der Weibchen. Auch jahreszeitliche Unterschiede lassen
sich beobachten.
Allesfresser
stein- und Baummarder sind opportunistische Allesfresser, am
liebsten fressen sie aber
Fleisch. sie erbeuten
Kleinsäuger, Vögel und
deren eier, Frösche, insekten und reptilien.
Früchte, Beeren und
nüsse können insbesondere im spätsommer und Herbst einen
teil ihrer nahrung ausmachen. seine Beute
tötet der Baummarder
durch einen Biss in den
nacken, im spätsommer und Herbst legt er
auch nahrungsvorräte
für die kalte Jahreszeit
an.
Paarung
stein- und Baummarder
paaren sich im sommer
(Juni bis August), bedingt durch die Keimruhe bringen die Weibchen
aber erst im Frühling
(März oder April) den
nachwuchs zur Welt.
die Wurfgröße beträgt
im normalfall drei bis
vier, die neugeborenen
sind blind und nackt.
nach einem Monat öffnen sie die Augen, nach
zwei Monaten werden
sie entwöhnt, im Herbst
werden sie selbständig.
im zweiten Lebensjahr,
mit rund 14 Monaten,
werden sie geschlechtsreif, pflanzen sich aber
oftmals erst im dritten
Lebensjahr
erstmals
fort.
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zehn Jahre. in menschlicher Obhut können
sie deutlich älter werden, bis zu 18 Jahren.
Baummarder
können
bis zu sechzehn Jahre alt
werden, sterben aber in
freier Wildbahn meistens vor dem zehnten
Lebensjahr.
Bejagung
Beim Baummarder
stammt die Bezeichnung
„edelmarder“daher,
dass sein Pelz früher
weitaus begehrter war
als der des steinmarders.
der steinmarder wird
oft als „schädling“,
der in Vogelställe oder
Kaninchengehege eindringt, verfolgt.
steinmarder sind zudem dafür bekannt,
dass sie bei Fahrzeugen
Kabel, schläuche und
dämmmaterial zerbeißen und so beträchtlichen schaden anrichten
können.
die
durchschnittliche
Lebenserwartung von
steinmardern in freier
Wildbahn beträgt drei
Jahre, das Höchstalter
Spurbahnen von Stein- oder
Baummarder bei verschiedenen
Gangarten.
Quelle: Bang & Dahlström. Tierspuren.
2005. BLV Buchverlag.
Jägersprache
männliches Tier – rüde
weibliches Tier – Fähe
Schwanz – rute
Lautäußerung bei Erregung – keckern, murren
Paarungszeit – ranzzeit
sich paaren – ranzen
gebären – Junge bringen, werfen
Spur eines Marders, auch – Gang
Marder durch Lärmen aus Unterschlupf vertreiben – auspochen
Marderspur im Neuschnee verfolgen – ausneuen
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