Die Bühne steht für Freiheit und für Überraschung!

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Die Bühne steht für Freiheit und für Überraschung!
(Interview mit Francesco Tristano zum ClubbingClassic Festivalabend am 26. September in MG)
"Ich freu mich riesig auf Mönchengladbach! Das ist nicht zweitwertig im Vergleich zu Berlin. Das ist ein
neues Publikum für mich, und ich werde alles geben. In Berlin spiele ich viel öfter." Das meint Francesco
Tristano in unserem Interview über seine Musik, den Anspruch an seine Konzerte und seinen Auftritt
beim ClubblingClassic Festivalabend am 26. September im Kunstwerk in Mönchengladbach Wickrath.
(www.clubbingclassic.de / facebook.com/clubbingclassic)
Francesco Tristano, Sie gelten als Grenzgänger zwischen moderner elektronischer Musik und der
Klassik. Was hat Sie dazu inspiriert, Ihr Klavierspiel mit der Technik elektronischer Musik zu
verknüpfen?
Francesco // Grenzgänger wäre ich nur, wenn ich diese sogenannten Grenzen wahrnehmen würde - die
sind allerdings in der Musik nicht vorhanden. Was meine Art, hybride Musik zu machen angeht, kann ich
nur sagen: ich bin Pianist und produziere elektronische Musik. Alles weitere sollte eigentlich die Musik
selbst ausdrücken.
Mit welcher Art elektronischer Musik sind Sie aufgewachsen?
Francesco // Pink Floyd, Jean-Michel Jarre, Kraftwerk, Tangerine Dream - das war noch zu Hause.
Später, als ich in New York gezogen bin, Carl Craig, Jeff Mills und auch Minimal Techno aus Berlin und
Köln.
Der Titel Ihrer CD "Scandale" bezieht sich auf die Uraufführung von Strawinskys "Le Sacre
Printemps", als es zu Tumulten unter den Zuschauern kam. Sind ähnliche Reaktionen auch heute
noch denkbar?
Francesco // Kaum. Man ist ja kaum noch schockiert. Nipplegate, Pussy Riot, das sind Provokationen,
Anekdoten. Aber Stravinsky’s Sacre du Printemps, das war halt eine richtige Tabula Rasa - da hat
Stravinsky einen Strich durch 500 Jahre westliche Musikgeschichte gezogen, neue Maßstäbe gesetzt.
In der Klassik scheint das Publikum einen erwarteten Anspruch an ein Konzert zu haben. Kann
man auf der Bühne als Künstler auch negative Gefühle wie die Enttäuschung oder
Verunsicherung eines Publikums spüren und wie wirkt sich das auf Ihr Spiel aus?
Francesco // Verunsicherung ist doch ein super Gefühl. Ich persönlich möchte nicht ins Konzert, um
versichert zu werden - da bleibe ich zu hause und höre mir eine Aufnahme an, die ich eh schon
auswendig kenne. Die Bühne steht für Freiheit und für Überraschung.
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Es gab auch aktuelle Konzerte, bei denen die Künstler schon ausgebuht wurden. Haben Sie auch
schon einmal solch heftige Reaktionen erlebt?
Francesco // Sie meinen, die Opernszenen die es anhand freiwilliger Nacktheit und
Vergewaltigungsszenen in die Schlagzeilen schaffen? Nein, so was habe ich persönlich noch nicht
erlebt. Das Publikum soll man ja nie unterschätzen - das ist als Künstler unser größter Alliierter. Was
nicht heissen soll, dass man es nicht herausfordern oder verunsichern soll.
Mit Alice Sara Ott haben Sie ein gemeinsames Album aufgenommen, das sehr erfolgreich nicht
nur in der Klassikszene besprochen wird. Sie haben sehr unterschiedliche musikalische
Ausrichtungen. Wie haben Sie sich auf die Aufnahmen vorbereitet?
Francesco // Alice und ich sind seit vielen Jahren befreundet. Es war eigentlich nur eine Frage der Zeit,
wann wir zusammen musizieren würden. Und Sacre war das Stück, das uns zum Konzept der Platte
gebracht hat: Scandale. Die Proben liefen eher reibungslos, obwohl es ein paar kritische Momente gab.
Alice musste lernen, in meinem Soft Shell Groove zu loopen, und ich in Ravel’s La Valse zu walzen. . .
Innerhalb einer Woche spielen Sie in der Philharmonie und treten vorher im Boiler Room auf. Wie
fühlen sich die Kontraste zwischen den Besuchern der Veranstaltungen an?
Francesco // Diese Kontraste sind inzwischen zur Notwendigkeit geworden. Die ständige Abwechslung
ist zuständig für mein eigenes Interesse, für die Frische in meinem musikalischen Schaffen.
Gibt es Schnittmengen von Zuhörern Ihrer klassischen und elektronischen Konzerte?
Francesco // Aber sicher doch. Wie gesagt: Das Publikum ist zu Allem fähig. Man muss es halt nur
überzeugend rüberbringen.
Was muss ein Musikstück für Sie haben, damit es Sie interessiert?
Francesco // Polyphonie, Rhythmus, Basso Continuo.
Sie verarbeiten ja viele klassische Themen in Ihren DJ Sets. Ist das größtenteils Improvisation
oder sind die Sets durchkomponiert?
Francesco // Ich habe noch nie ein klassisches Thema in einem meiner live Sets verarbeitet. Ich arbeite
mit Klaviersamples eigener Produktion. Improvisation spielt eine grosse Rolle, aber die ganzen Samples
müssen ja auch programmiert, und gesequenced werden.
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Wie schätzen Sie die Herausforderung in Mönchengladbach beim ClubbingClassic Festivalabend
am 26. September ein, vor einem Publikum zu spielen, das aus klassischen Konzertliebhabern
und aus jungen Clubgängern besteht und nicht gerade in Berlin lebt?
Francesco // Ich freu mich riesig auf Mönchengladbach! Das ist nicht zweitwertig im Vergleich zu Berlin.
Das ist ein neues Publikum für mich, und ich werde alles geben. In Berlin spiele ich viel öfter.
Wie bereiten Sie sich auf Ihr individuelles Publikum vor?
Francesco // Das ist ja eigentlich immer anders. Ich kann mich eigentlich nicht auf ein bestimmtes
Publikum konzentrieren, sondern auf ein bestimmtes Konzertsituation (Halle, Temperatur, Klavier,
Luftfeuchtigkeit usw.) und dann alles geben - egal für welches Publikum.
Vielen Dank für das Interview, wir freuen uns sehr, Sie in allen Ihren musikalischen facetten am 26.
september in Mönchemgladbach erleben zu dürfen!
(Das Interview bereitete Laura Iglesias vom ClubbingClassic Team vor)
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